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Full text of "Fontes rerum Austriacarum. Österreichische Geschichtsquellen. Zweite Abtheilung, Diplomataria et acta"

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I 


ii^i;is205.l.3 


JU.  .Jfuul,  im^ 


fgarbarö  College  3Lil)raro 


DENMAN    W.    ROSS, 

OF   CAMBRIDGE, 

Received  löjanuary,  1888. 


FONTES  RERll  AUSTIUAGARIE 


(ESTERREICmSCHE 


■»vMH    h: 


[TS-QDELLEN. 


HERAUSGEGEBEN 


HISTORISCHEN  COMMISSION 


KAISERLICHEN  AKiVOEMIE  DER  WISSENSCHAFTEN  IN  WIEN. 


ZWEITE  ABTHEILüNG. 
DIPf^OMATARIA  KT  ACTA. 

XZV.  BAND. 


BAUMCARTENBEECER  FORMELBUCH. 


I 


FONTES  RERll  AVSTRUGARIll. 


(ESTERREIGHISGHE  GESGHIGHTS-QDELLEH. 


HERAUSGEGEBEN 


HISTORISCHEN  COMMISSION 


KAISERLICHEN  AKADEMIE  DER  WISSENSCHAFTEN  IN  WIEN. 


ZWEITE  ABTHEILUN6. 
DIPIiOMATABIA  ET  ACTA. 

IXV.    BAND. 

BAUM6ARTENBER6ER  FORMELBUCH. 


WIEN. 

AUS  DER  KAISERLICH-KÖNIGLICHEN  HOF-  UND  STAATSDRUCKEREI. 

1866. 


© 


DAS 


BAUMGAETEHBEßeM  FOBIELBUCH. 


£INE  (tUELLE  ZUa  GESCHICHTE  DES  XIU.  JAHRHUNDERTS 

VORJVEHMLICH  DER  ZEITEN  RUDOLFS  VON  HABSBURG. 

ZUM  ERSTEN  MALE  HERAUSGEGEBEN  UND  ERLÄUTERT 
TOK 

HEBMAMN  @AERWALD. 


WIEN. 

AUS  DER  KAISERLICH-itÖNIGLICHEN  HOF-  UND  STAATSDRUCKEREI. 
1866. 


^W^ '  y(/ p^6r7-/fr^ 


i\v;Ls2ö5.l.3 


^/.,.vv>v^w^^'      -^^^ 


^ 


Einleitung^* 


Das  Formelbttch,  welches  hier  zum  ersten  Male  vollständig  yeroffent- 
licht  wird ,  ist  dem  gelehrten  Publikum  schon  seit  langer  Zeit  nicht 
völlig  unbekannt  Schon  der  kaiserliche  Hofbibliothekar  Lambecius 
(f  1680)  hat  auf  dasselbe  aufmerksam  gemacht  und  die  Absicht  aus- 
gesprochen, einen  Codex  epistolaris  Rudolfi  I.  des  Abtes  Seifrid  von 
Zwetl  i),  welcher  noch  jetzt  in  der  Wiener  Hofbibliothek  (Nr.  9381 
früher  Jus  civ.  76.)  aufbewahrt  wird,  daraus  zu  vervollständigen  und 
herauszugeben »).  Einer  der  Amtsnachfolger  des  Lambecius,  Genti- 
lotti,  hat  sodann  1718  in  seinem  in  der  Wiener  Hofbibliothek  befind- 
lichen handschriftliehen  Gatalogus  Manuscriptorum  Godd.  Philelogi- 
corum  eine  umständliche  Beschreibung  der  Wiener  Handschrift  des- 
selben abgefasst  Marq.  Herrgott  (f  1762)  und  Martin  Gerbert 
haben  ihn  für  ihre  Zwecke  benutzt»  der  letztere  hat  auch  einige 
Formeln  daraus  mitgetheilt  s).  Dasselbe  ist  in  neuerer  Zeit  von  Pa- 
lacky  ^),  Riedel  ^),  Huillard-BröhoUes  <>)  geschehen  und  Raumer  konnte 
nicht  umhin,  ihn  für  seine  Geschichte  der  Hohenstaufen  zu  Rathe 
zu   ziehen.    —   Auf  den  ganzen  Reichthum   der   in  dem   Werke 


1)  Seifrid  war  unter  dem  Namen  Johann  VH.  vom  12.  April  1612  bis  zu  seinem  Tod« 
8.  September  162S  Abt  in  Zwetl.  S.  seines  Neffen  Bemardus  Linek  Annales 
Aostrio-CIara-Vallenses.  Wien  1723,  II.  541  u.  591. 

2)  Petr.  Lambecius,  Catalogus  librorum,  quos  in  lucem  edidit.  Vindobonae  1673. 
p.  51  u.  52. 

*}  Gerbert,  Cod.  epistolaris  Rodolfi  I.  ed.  1772,  praefatio  p.  3. 

^)  Über  Formelbüeber,  S.  236  ff. 

^)  Codex  diplomaticus  Brandenburgensis  A.  VIU,  144,  145,  woselbst  die  unten  S.  26, 

30,  31  mitgetheilten  Urkunden  abgedruckt  sind. 
*)  Historia  diplomatica  Friderici  U.  an  vielen  Orten. 
Fontes.  Abth.  II.  Bd  XXV.  a 


11 

enthaltenen  Briefsammlung  hat  zuerst  Wattenbach  aufmerksam  ge- 
macht *)  und  Rockinger»)  hat  zuerst  auf  die  Wichtigkeit  der  jener 
Briefsammlung  vorangehenden  theoretischen  Erörterungen  hinge- 
wiesen. 

Der  Druck  der  vorliegenden  Ausgabe  war  bereits  begonnen,  als 
mir  Rockinger's  „Briefsteller  und  Formelbücher  des  eilften  bis 
vierzehnten  Jahrhunderts**  bekannt  wurden.  In  dieser  wichtigen  Pu- 
blication  sind  nicht  weniger  als  sechzehn  Formelwerke  aus  Italien, 
Frankreich,  Deutschland,  der  Schweiz,  der  pyrenäischen  Halbinsel 
und  England  und  darunter  auch  der  theoretische  Theil  unseres  Baum- 
gartenberger  Formelbuchs  mitgetheilt,  „um**,  wie  der  Herausgeber 
sagt,  „auf  diese  Weise  den  gesammten  Betrieb  dieser  Disciplin  im 
Mittelalter  nach  allen  Seiten  hin  vor  Augen  zu  führen** »). 

Ein  ähnliches  Ziel  wollte  ich  auf  einem  andern  Wege  erreichen. 
Ich  wollte  Wesen  und  Werth  der  mittelalterlichen  Formelbücher 
durch  vollständige  Veröffentlichung  des  vollkommensten  und  interes- 
santesten derselben  darthun  und  wie  Rockinger  in  seiner  ersten  Ab- 
handlung über  den  Werth  der  Formelbücher  als  rechtsgeschichtlicher 
Quellen  gehandelt  und  in  seiner  erwähnten  Ausgabe  gewissermassen 
ein  Urkundenbuch  zu  jener  Schrift  gegeben  und  darum  wesentlich 
die  den  Mustersammlungen  vorangeschickten  theoretischen  Ab- 
handlungen berücksichtigt  hat,  so  wollte  ich  —  den  theoretischen 
Theil  Juristen  überlassend  —  durch  kritische  Behandlung  der  Mu- 
stersammlung auf  die  Wichtigkeit  des  darin  liegenden  Materials 
für  die  politische  Geschichte  hinweisen. 

Wäre  es  mir  vergönnt  gewesen,  das  Rockinger'sche  Werk 
schon  für  den  Druck  der  ersten  Bogen  zu  verwerthen,  so  würden 
diese  eine  andere  Gestalt  gewonnen  haben.  Bei  der  Pflicht,  die  mir 
indessen  obliegt,  an  dieser  Stelle  die  erforderliche  Auskunft  über 
meine  Publication  zu  geben ,  wird  es  mir  noch  verstattet  sein,  den 
wesentlichen  Gewinn,  der  für  das  Verständniss  derselben  durch 
Rockinger  erzielt  ist,  nutzbar  zu  machen. 


1)  Archiv  der  GeseUschaft  für  ältere  d.  Gesch.  10,  50S— 518. 

*)  Über  Formelbücher  vom  13.  —  1».  Jahrhundert.  München  1855.  S.  48  ff.  S.  171  ff. 

S)  L.  c.  Einleitung  S.  LXVIII. 


m 


Unser  Formelbuch  ist  im  Anfange  des  vierzehnten  Jahrhunderts  von 
einem  Mitgliede  des  Cisterzienserklosters  Baumgartenberg  bei  Linz 
verfasst  i).  Es  ist  ein  Lehrbuch,  welches  sich  die  Aufgabe  stellt,  eine 
theoretisch-practische  Anleitung  zum  richtigen  Abfassen  von  Briefen 
und  Urkunden  aller  Art  zu  geben. 

Rechtskundigen,  mit  den  Formen  der  Rechtspraxis  vertrauten, 
stilgewandten  Männern  stand  der  Weg  zu  einflussreichen  Stellen  an 
den  Höfen  weltlicher  und  geistlicher  Fürsten  offen.  Wie  man  Briefe 
und  Urkunden  abzufassen  habe,  bildete  deshalb  in  den  Klosterschulen 
einen  besondern  Unterrichtszweig.  Aus  dem  Bedürfniss  nach  geeig- 
neten Lehrbüchern  für  denselben  ist  die  Literatur  der  Formelböcher 
hervorgegangen  2).  Der  Entwickelungsgang  derselben  war  ein  natur- 
gemässer. 

Anfangs  begnügte  man  sich ,  Urkunden  und  Briefe,  nach 
Materien  geordnet,  zusammen  zu  stellen.  Was  dann  in  den  Briefen 
immer  wiederkehrte:  die  Begrüssungsformen ,  Briefanfänge,  allge- 
meine Gedanken ,  die  beliebig  in  jedem  Briefe  verwendet  werden 
konnten,  wurde  zusammengetragen;  es  war  für  einen  angehenden 


0  In  der  Formelsammlung  ist  der  jüngste  Brief  vom  November  1290.  S.  unten  S.  275, 
der  älteste  vom  29.  Mai  1198  S.  164;  in  der  Einleitung  dagegen  tragt  eine  Ur- 
kunde das  Datum  9.  Kai.  Jun.  1302.  S.  67;  endlich  findet  sieh  am  Schlüsse  eines 
Briefes  die  Bemerkung:  Dat.  a.  Domini  1313  factus  est  Syfridus  de  Chremsa  novi- 
cius  in  Zwetla.  S.  S.  299  Anm.  1.  Über  den  Verfasser  und  seine  Heimat  vgl.  S.  71 
72,  77,  66. 

^)  Eine  historische  Übersicht  dieser  Literatur  hat  Wattenbach :  Über  Briefsteller  des 
Mittelalters,  Archiv  für  österreichische  Geschichtsquellen  Bd.  14  p.  29  ff.  gegeben. 
Um  die  Kenntniss  derselben  hat  sich  nach  Palacky  Rockinger  die  grössten  Ver- 
dienste erworben  durch  verschiedene  Abhandlungen  und  namentlich  durch  seine 
Editionen:  Drei  Formelsammlungen  aus  der  Zeit  der  Karolinger.  München,  1857, 
und  das  oben  p.  II  angeführte  Werk ,  auf  dessen  Einleitung  wir  noch  besonders 
verweisen. 

a* 


IV 

Notar  schon  von  Werth ,  eine  Reihe  solcher  salutationes ,  exordia, 
proverbia  zur  Verfügung  zu  haben. 

Diese  Zerlegung  des  Briefes  in  seine  Theile  führte  aber  sehr 
bald  dahin,  eine  Belehrung  über  die  einzelnen  Theile  und  eine  An- 
leitung zur  Verbindung  derselben  zu  geben:  es  entstanden  die  Ab- 
handlungen über  die  fünf  Theile  des  Briefes  (salutatio ,  exordium, 
iiarratio ,  petitio ,  conclusio),  die  als  Einleitung  zu  den  Mustersamm- 
lungen auftreten. 

Eine  solche  Beiehrung  genügte  nun  zwar  als  Anleitung  zur  An- 
fertigung von  Briefen  im  weitesten  Sinne,  litere  missiles  *),  sie  reichte 
aber  nicht  aus  für  die  Abfassung  von  Schriftstücken  rechtlicher  Natur, 
deren  Kenntniss  einem  angehenden  Notar  unumgänglich  nöthig  war. 
Auch  für  diese  litere,  que  dantur  in  curiis  principum,  entstanden  be- 
sondere theoretische  Anleitungen. 

In  Norddeutschland  entstand  in  den  dreissiger  Jahren  des  drei- 
zehnten Jahrhunderts  aus  Vorträgen,  welche  der  Domscholaster, 
spätere  Bischof  von  Brandenburg,  Gernand  (1221—1241)  hielt,  ein 
derartiges  Werk,  die  sächsische  summa  dictaminis,  welches  um  die 
Mitte  desselben  Jahrhunderts  die  Grundlage  einer  andern  summa 
dictaminum  wurde,  die  einem  Magister  Ludolf  von  Hiidesheim  zuge- 
schrieben wird. 

Eine  Betrachtung  dieser  beiden  Werke ,  die  vor  Kurzem  zum 
ersten  Male  von  Rockinger  herausgegeben  worden  sind,  ist  für  die 
Würdigung  unseres  Baumgartenberger  Formelbuehes  unerlässlich. 

In  der  sächsischen  summa  prosarum  dictaminis  unter- 
scheidet man,  von  einigen  einleitenden  Bemerkungen  abgesehen,  im 
Wesentlichen  drei  Theile:  1.  eine  theoretische  Anleitung  zur  Abfas- 
sung von  Privilegien  und  Aktenstücken  rechtlicher  Natur  ^) ;  2.  eine 
eben  solche  zur  Abfassung  von  Briefen  überhaupt,  litere  missiles«)  ; 
3.  exempla  d.  i.  praktische  Belege  zu  den  gegebenen  Anleitungen  ^). 


0  Die  sächsische  summa,  Rockinger,  BriefsteHer  des  11. — 14.  Jahrh.  p.  260,  erklärt : 
missiles  dicuntur  a  mittendo,  eo  quod  mittuntur,  ferner:  notandum,  qnod  iilas 
speciatiter  missiles  appellamus ,  que  nichil  auctoritatis  tribuunt ,  nichil  iuris  acqui- 
runt,  nichil  necessitatis  inportant,  immo  solum  intencionem  mittentis  et  recipientis 
ezprimunt  et  declarant. 

2)  Rockinger,  S.  214 — 260. 

<)  Daselbst  S.  260—264. 

*)  Daselbst  S.  265—346. 


Ludolf  von  Hildesheim  behandelt  zuerst  und  ausführlicher  die 
Theorie  der  litere  missiles  i),  dann,  oft  mit  wörtlicher  Benutzung  der 
sächsischen  summa,  die  litere,  que  consueverunt  dari  in  curiis  prin- 
cipum^),  stellt  aber  die  exempla,  und  zwar  genau  die  in  der  sächsi- 
schen summa  beigebrachten,  nicht  als  besonderen  Theil  an  den  Schluss 
der  theoretischen  Erörterungen,  sondern  fügt  bei  jeder  einzelnen  Ma- 
terie, unmittelbar  nach  der  theoretischen  Behandlung,  das  Beispiel, 
den  praktischen  Beleg,  hinzu. 

Denselben  Gang  verfolgt  der  Mönch  von  Baumgartenberg,  nur 
mit  dem  Unterschkde,  dass  er  von  den  litere,  que  consueverunt  dari 
a  curiis  principum,  den  Abschnitt  über  die  Privilegien  aussondert,  um 
ihn  in  einem  besondern  Hauptthcile  zu  behandeln.  Ihm  lag  das  Werk 
Ludolf  s  von  Hildesheim  vor.  Wie  ihm  dann  aber  auch  andere  Werke 
derselben  Gattung  und  grosse  Briefsammlungen  zu  Gebote  standen, 
so  hat  er  sich  eine  umfassendere  Aufgabe  gestellt.  Sein  Werk  zer- 
fällt in  sechs  Theile. 

Wie  Ludolf  giebt  er  in  den  beiden  ersten  Theilen:  L  eine 
Theorie  der  litere  missiles  S.  1 — 23.  Nach  einigen  einleitenden  Be- 
merkungen $  in  welchen  er  darauf  hinweist,  dass  er  den  modernen 
Briefstil  —  ut  modernis  placuit  ususque  presentis  temporis  appro- 
bavits)  —  im  Auge  habe,  behandelt  er  die  fünf  Theile  des  Briefes, 
am  ausführlichsten  und  auch  am  selbstständigsten  die  saiutatio.  Hier 
mögen  ihm  ausser  Ludolf  noch  die  rationes  dictandi  des  Alberich  von 
Monte -cassino^)  und  Thomas  Ton  Capua^)  vorgelegen  haben,  er 
hat  sie  aber  jedenfalls  mit  grosser  Selbstständigkeit  benutzt. 

U.  Eine  theoretisch-praktische  Anleitung  zur  Anfertigung  solcher 
Urkunden,  que  dantur  in  curiis  principum  S.  23—60.   In  siebzehn 


1)  Daselbst  S.  359—374. 

2)  Daselbst  S.  374—395. 

3)  Per  hoc  igitup  qnod  dicit  „secundum  usum  modemoram**  taiigit  huiu«  doctrine 
perspicaeitatem,  quia  subtilius  de  unaqiiaque  re  loeuntur  moderni  quam  antiqui.  So 
heisst  es  in  einem  im  14.  Jb.  zur  summa  des  Ludolf  verfassten  Commentar:  nota- 
bilia  magistri  Simonis  super  summa  de  arte  dictandi.   Roekinger  I.  c.  S.  97«. 

*)  Man  vergleiche,  was  Alberich,  Rationes  dictandi  (Roekinger  I.e.  S,25),  sagt:  „.  .  . 
considerandum  est  in  omni  dictaminura  genere  tre^  esse  distinctiones  .  .  :  quanim 
videlicet  prima  vocatur  suspensiva,  alia  constans,  tercia  finitiva"  mit  der  Stelle  : 
„Item  antiqni  in  epistolis  tripUci  usi  sunt  distinctione  etc.,**  unten  S.  22. 

^)  S.  unten  S.  1. 


VI 

Distinctionen  werden  hier  commissiones ,  citaeiones,  procuratorie 
etc.  i)  in  der  Weise  behandelt,  dass  einem  tractatus,  der  die  Theorie 
enthält,  sich  die  praktischen  Beispiele,  exempla,  anschliessen.  Ohne 
sich  gerade  überall  sclavisch  an  den  Wortlaut  zu  halten  ist  Ludolf 
doch  ausgeschrieben  und  bis  auf  drei  Beispiele,  die  sich  bei  Ludolf 
nicht  finden  a),  werden  hier  genau  die  von  Ludolf  beigebrachten  Mu- 
ster wiederholt,  nur  dass  hier,  wie  das  bei  solchen  Compilationen 
häufig  vorkommt 3),  die  Urkunden  localisirt  sind,  indem  z.  B.  statt 
des  episcopus  Hildeshemensis  der  dem  Gesichtskreise  des  Baumgar- 
tenberger  Mönches  näher  liegende  episcopus  Pataviensis  gesetzt 
ist*).  —  Es  folgt  nun,  was  früher  übergangen  war: 

IIL  Die  Lehre  von  den  Privilegien.  Bevor  er  aber  dazu  übergeht, 
behandelt  er,  unter  der  Überschrift  de  quibusdam  incidentiis,  in  vier- 
zehn Distinctionen  (S.  60 — 78)  folgende  Materien:  de  dote  et  eins 
differenciis ,  de  iure  patronatus,  de  testamentis  (dieser  Abschnitt  ist 
der  ausführlichste),  de  lite  in  causa  civili,  de  arbitris  et  formis  arbi- 
triorum ,  de  modo  exemplandi  literas ,  quid  sit  procuratio,  de  irregu- 
laritatibus,  quid  sit  prescriptio,  de  annis  Domini,  forma  credenciarum, 
de  iure  advocaciarum  und  endlich  quid  sit  census..  In  keinem  andern 
Abschnitte  unseres  Werkes  tritt  die  Person  des  Verfassers  oder 
richtiger  Compilators  so  bestimmt  hervor  wie  hier:  er  nennt  aus- 
drücklich seinen  Orden  (noster  videlicet  cysterciensis  ordo  S.  71  — 
a  talibus  tamen  ordo  noster  exemptus  est  S.  78),  seine  Heimath 
(domus  nostra  scilicet  Paungartenperg  S.  71);  die  Urkunden,  die  er 
als  Muster  anführt,  sind  von  einem  Herzoge  Albrecht  von  Österreich 
und  einem  Grafen  von  Tirol  oder  von  einem  Wiener  oder  Linzer 
Bürger  ausgestellt  (S.  64,  65,  66,  68,69,  71);  er  nimmt  gern 
Veranlassung  zu  sagen,  was  in  seiner  Heimath  oder  im  Nachbarlande 
Rechtens  und  Brauch  ist  (ut  videlicet  in  episcopatu  Pataviensi  accipit 


0  S.  unten  8.  23. 

'^)  Die  forma  executorie  condioionalis  unten  S.  47^  und  forma  indulg^entie  perpetue 

S.  53.   —   Auch  die  forma  executorie  mere  fehlt  bei  Ludolf,  steht  aber  in  der 

sächsischen  Summa,  Roekinger  S.  299. 
^)  Vergl.  darüber  Wattenbach,  Arch.  für  österr.   Geschichtsquellen  B.  14,  S.  36,  und 

meine  Gelegenheitsschrift :  Zur  Charakteristik  und  Kritik  mittelalterlicher  Formel- 

bücher.  Wien  1858,  p.  18  ff. 
*)  Im  Einzelnen   sind  die  Abweichungen  durch  die  Zusammenstellung  bei  Roekinger 

1.  c.  S.  320  ff.  ersichUich. 


VII 

forte  legatus  centum  marcas  vel  plus  vel  minus  S.  72  —  sicut  est  in 
Moravia  consuetudo  S.  77  —  sed  iste  non  fiunt  apud  nos  S.  66  — 
tarnen  usus  in  terra  nostra  obtinuit,  ut  omnes  tales  litere  voeentur  pri- 
vilegia  S.  70);  er  spricht  von  der  consuetudo  nostrorum  temporum  *) 
(S.  63)  und  Hebt  es,  zuweilen  die  lateinischen  Ausdrücke  durch  die 
landesüblichen  deutschen  zu  erläutern  (Margengab,  Widern,  steuras 
S.  6 1  —  ein  schiedmann,  schidleut,  ein  schranne  S.  69  —  vogtphen- 
nig  S.  78).  Bei  alledem  haben  wir  es  hier  so  wenig  wie  in  den 
früheren  Abschnitten  mit  einer  selbstständigen  Arbeit  des  Baumgar- 
tenberger  Mönches  zu  thun.  In  der  fünften  Distinction  S.  68  de  Ute 
in  causa  civili  heisst  es :  Item  notandum,  si  super  aliquibus  possessio- 
nibus  vel  rebus  lis  orta  fuerit  et  contentio  yentilata  in  foro  videlicet 
civilis  quia  de  foro  ecclesiastico  supra  positum  estsatis 
lucide.  Nun  findet  sich  aber  in  unserm  Werke  eine  solche  Abhand- 
lung de  lite  in  foro  ecclesiastico  nicht.  Es  ist  also  klar,  dass  wir  es 
hier  mit  einem  Bruchstück  eines  andern  Werkes  zu  thun  haben.  Ver- 
muthlich  lag  unserm  Compiiator  eine  aus  Italien  stammende  a)  und 
nach  Österreich  verpflanzte  ars  notariatus  vor,  aus  welcher  er  sich 
Belehrung  über  die  einzelnen  hier  behandelten  Materien  geholt  hat. 

In  der  Lehre  von  den  Privilegien,  die  nunmehr  folgt,  ist  wiederum 
das  Werk  Ludolfs  benutzt:  es  sind  daraus,  wenn  auch  nicht  wört- 
lich, die  theoretischen  Auseinandersetzungen  und  das  Muster  eines 
päpstlichen  Privilegs  (S.  82)  entlehnt.  Dagegen  sind  die  folgenden 
Muster  S.  83 — 86  aus  einer  Sphäre  die  unserm  Compiiator  nahe  lag. 

Schon  spricht  er  davon,  dass  er  nunmehr  dazu  übergehe,  eine 
Sammlung  von  Musterbriefen  zu  geben,  da  erinnert  er  sich  der  Wich- 
tigkeit und  des  Werthes  schöner  Briefanfange  und.giebt 

IV.  in  dem  tractatus  exordiorum  S.  86 — 103  eine  grosse  Anzahl 
solcher  Eingangsformeln,  denen  er 

V.  in  dem  tractatus  proverbiorum  S.  103—107  eine  Reihe  von 
Sentenzen  folgen  lässt,  die,  wie  die  Perle  dem  Ring,  so  dem  Briefe 
zur  Zierde  gereichen  sollen »). 


^)  Hier  ist  es  auch,  wo  eine  Urkunde  mit  einer  bestimmten  Jahreszahl,  1302,  auftritt. 

8.  67. 
'^)  Das  schliesse  ich  aus  der  Stelle  S.  66:  In  aliis  tarnen  terris,  sicut  in  Long^obardia 

et  Tnscia  etc. 
«)  Seite  104. 


VIII 

VI.  Die  grosse  Mustersammlung,  welche  den  sechsten  und 
letzten  Haupttheil  des  Werkes  bildet,  umfasst  in  vier  Abschnitten: 

A.  Litere  papales,  enthaltend  52  Briefe,  S.  108 — 204; 

B.  Litere  imperatorum  et  regum  Romanorum ;  enth.  81  Briefe, 
S.  205—296  0; 

C.  Litere  privilegiorum  et  exempcionum  sive  libertatum,  enth. 
45  Briefe,  S.  297—345; 

D.  Litere  papales,  imperatorum  et  regum,  enth.  61  Briefe, 
S.  346—409, 

im  Ganzen  239  Briefe«). 

Über  den  Zweck  der  Sammlung  spricht  sich  der  Verfasser  deut- 
lich aus :  er  wolle,  nachdem  er  im  Allgemeinen  d.  h.  theoretisch  über 
den  Brief  gehandelt,  nunmehr  de  epistola,  pi*out  est  in  sui  ipsius 
essencia,  realiter  et  exemplariter  handeln,  und  zwar,  wie  er  sich  in 
einem  ähnlichen  Zusammenhange  an  einer  andern  Stelle  ausdrückt, 
ut  similis  realis  eins  essencia  tarn  in  partibus  appareat  quam  in  toto^). 
Und  hieran  knüpft  er  sofort  eine  Bemerkung,  aus  der  wir  die  Quellen 
kennen  lernen,  aus  welchen  er  geschöpft  hat:  Ad  cuius  evidenciam 
et  cognicionem  multas  elegantis  stili  presenti  operi  inserui  epistolas, 
quas  de  magnorum  dictatorum  formulariis  excerptas, 
dum  hinc  inde  vicio  scriptorum  esset  erratum  multipliciter  in  eisdem 
et  incongruo  nimis*)  ordine  registrate,  de  parvitate  mei  ingenioli, 
utcunque  potui,  correxi,  ipsas  ordine  congruo  connectendo.  Primo 
quidem  ecclesiasticas  utpote  papales  .  .  .  deinde  literas  imperatorum 
et  regum  etc. 

Der  klar  ausgesprochene  Zweck  unserer  Sammlung  ist  also  nicht 
der:  historisch-interessante,  sondern  gut  stilisirte  Briefe  darzubieten, 
den  Dictator  interessirt  nicht  der  bestimmte  Papst  oder  Kaiser  oder 
König,  welcher  der  Schreiber  oder  Empfänger  eines  Briefes  ist,  son- 
dern der  päpstliche,  kaiserliche  oder  königliche  Brief  im  Aligemeinen, 
und  im  Einzelnen  sieht  er  nicht  auf  den  Inhalt,  sondern  auf  die  Form. 
Daher  sind  denn  auch  Namen  und  Datum  fast  überall  in  den  Briefen 
weggelassen  und  die  speciellen  historischen  Beziehungen  verwischt. 


0  S.  unten  Anm.  1.  S.  2Zti. 

*)  Die  Zwetler  HS.  hat  nur  238  Briefe. 

3)  S.  86  und  108. 

*J  So  ist  unten  S.  86  für  „in  congruo  minus**  zu  lesen. 


IX 

Und  doch  fliesst  gerade  für  die  merkwürdigsten  geschichtlichen 
Ereignisse  des  dreizehnten  Jahrhunderts  aus  unserer  Sammlung  ein 
reiches  urkundliches  Material.  Das  hat ,  wie  mir  scheint,  seinen  letz- 
ten Grund  in  der  Art,  wie  sich  im  Mittelalter  gebildete  oder  an  den 
Ereignissen  betheiligte  Leute  eine  tiefere  Kenntniss  der  wichtigen 
Vorgange  ihrer  Zeit  verschafRen.  Wie  zu  allen  Zeiten ,  so  knüpfte 
sich  auch  im  Mittelalter  an  grosse  Staatsactionen  ein  umfassender 
Schriftwechsel.  Der  grosse  Entscheidungskampf  der  römischen  Curie 
gegen  die  Staufen,  die  Wahl  Rudolfs  von  Habsburg,  die  Begrün- 
dung seines  Einvernehmens  mit  der  Kirche ,  sein  Kampf  gegen  Ota- 
kar  Ton  Böhmen,  die  Stellung,  welche  einzelne  Personen  und  Kör- 
perschaften in  diesem  Kampfe  einnahmen  —  alle  diese  Ereignisse  hat- 
ten Schriftwechsel  hervorgerufen,  deren  Veröflfentlichung  und  Ver- 
breitung in  den'entscheidenden  Momenten  einerseits  von  den  han- 
delnden Personen  gewünscht  und  herbeigeführt  werden  musste,  deren 
Kenntniss  aber  andererseits  gebildeten  Leuten  und  insbesondere  den 
intelligenten  Mitgliedern  eines  einflussreichen  Ordens ,  eines  unfern 
der  grossen  Heerstrasse  gelegenen  und  von  allen  erwähnten  Ereig- 
nissen unmittelbar  betroffenen  Klosters  von  besonderem  Interesse 
sein  musste.  Man  hatte  —  nicht  die  Formelbücher  allein,  auch  die 
in  den  Chroniken  eingeflochtenen  zahlreichen  Urkunden  beweisen 
es  —  in  den  Klöstern  Sammlui^en  von  historischen  Actenstücken 
zur  Information  über  die  zeitgenössische  Geschichte.  Diese  Samm- 
lungen boten  den  Dietatoren  willkommenes  Material  zur  Herstellung 
ihrer  Pormularien  und  solchen  Ursprunges  müssen  die  Formularien 
gewesen  sein,  aus  denen  der  Baumgartenberger  Mönch  seine  Muster- 
sammlung hergeholt  hat. 

Ich  will  nur  gestehen,  dass  ich  im  Beginn  meiner  Untersuchung 
an  jede  einzelne  Formel  mit  der  Voraussetzung  hinangetreten  bin, 
sie  sei  fingirt*).  Bald  aber  stiess  ich  auf  Formeln,  welche,  indem 
sie  mit  authentischen  Urkunden  bei  Raynaldus,  Mathaeus  Parisiensis, 
Rymer  u.  A.  bis  auf  die  weggelassenen  Namen  und  Daten  überein- 
stimmten, eben  diesen  Urkunden  entnommen  sein  mussten.  Das  ver- 
anlasste mich,  den  gedruckten  Urkundenschätzen  des  dreizehnten 
Jahrhunderts  näher  zu  treten   und  die  Ausbeute  war  so  erheblich. 


*)  Den  von  Gerbfrt  im  Cod.  epist.  Hadolfi  I.  mitgetfaeilten  Briefen  traute  ieh  auch 
nicht  ohne  Weiteres. 


dass  ich  mich  nunmehr  zu  der  entgegengesetzten  Voraussetzung  be- 
rechtigt glaubte,  als  habe  ich  es  hier  durchweg  mit  historischen 
Actenstücken  zu  thun ,  deren  specielle  Beziehungen  sich  noch  ermit- 
teln lassen  müssten.  Ich  habe  also  auch  diejenigen  Formeln,  die  sich 
auf  authentische  Urkunden  nicht  zurückführen  Hessen,  einzeln  einer 
genauen  Prüfung  unterworfen  und  durch  Benützung  einzelner  in  den- 
selben enthaltenen  Andeutungen ,  durch  Vergleichung  ihres  Inhaltes 
mit  anderweitig  glaubwürdig  überlieferten  historischen  Thatsachen, 
so  gut  ich  vermochte,  die  verdunkelten  historischen  Beziehungen  auf- 
zuhellen, zuweilen  auch  die  beseitigten  Namen  und  Daten  nachzu- 
weisen und  so  aus  den  Formeln  die  Urkunden  oder  Briefe  herzustel- 
len gesucht.  Dass  das  in  sehr  vielen  Fällen  ganz  unmöglich  war,  ist 
leicht  begreiflich.  Manchen  Aufschluss  gewährten  mir  andere ,  theils 
gedruckte,  theils  ungedruckte  ^  Briefsammlungen  und  Formelbücher, 
in  welchen  sich  zuweilen  manche  unserer  Formeln  mit  den  hier  weg- 
gelassenen Namen  und  Daten  vorfinden.  Ohne  Weiteres  darf  man 
freilich  solchen  Namen  und  Daten  nicht  trauen;  in  unserer  Samm- 
lung selbst  begegnen  wir  willkürlich  hinzugesetzten  Namen  und 
Daten  2).  Wiederum  darf  man  nicht  sofort  auf  Willkür  oder  Fäl- 
schung schliessen,  wenn  in  verschiedenen  Formelbüchern  dieselben 
Briefe  mit  verschiedenen  Namen  der  Absender  und  Empfänger  und 
mit  verschiedenen  Daten  versehen  sind ;  denn  eine  und  dieselbe 
Formel  liegt  häufig  den  Briefen  ganz  verschiedener  Personen  zu 
Grunde  ^).  —  Nach  welchen  Regeln  muss  man  demnach  verfahren, 
um  aus  den  Formelbüchern  authentisches  historisches  Material  zu  ge- 
winnen? Ich  glaube,  es  lassen  sieh  solche  Regeln  nicht  aufstellen, 
und  es  bleibt  nichts  übrig,  als  jede  einzelne  Formel  genau  zu  unter- 
suchen. Das  ist  um  so  unerlässlicher,  als  man  bei  den  Dictatoren 


1)  Die  hieher  gehörigen  Sammlungen  der  Wiener  Hofbibliothek  habe  ich  grössten- 
theils  selbst  verglichen,  über  andere  gewährten  mir  die  Handschriftenverzeichnisse 
im  Archiv  der  Gesellsch.  für  ältere  deutsche  Gesch.  erwünschte  Auskunft. 

2)  S.  153  erscheint  ein  römischer  König  Ulrich  für  Wilhelm,  S.  343  ein  falsches  Da- 
tum. Vergl.  ancb  S.  83  u.  84  Ann.  1  and  8.  86  u.  342  Anm.  1. 

3)  Vergl.  S.  228,  288,  354,  369.  Dagegen  ist  es  entschieden  falsch,  wenn  HuiUard 
Breholles  die  unten  S.  300  ff.  mitgetheilte  Formel  auf  Friedrich  11.  bevieht,  wo«u 
gar  kein  Anhaltspunkt  vorhanden  ist,  während  die  Rudolfinische  Originalurkunde 
existirt,  und  auch  dass,  wie  Gerbert  will  —  der  freilich  das  Original  bei  Ripoll 
nicht  kannte,  —  K.  Rudolf  genau  densdben  Brief   geschrieben  haben  soll,  wie 

Urbau  IV.  (s.  unten  S.  251)  ist  unrichtig. 


XI 

nicht  nur  keine  Rücksicht  auf  historische  Treue,  sondern  nicht  ein- 
mal durchweg  ein  Verständniss  der  Schriftstücke,  die  sie  bieten,  vor- 
aussetzen darf.  So  ist  in  unserer  Sammlung  eine  Urkunde  in  zwei 
Theile  zerrissen,  die  an  verschiedenen  Stellen  als  besondere  Formeln 
auftreten  <),  während  anderswo  Fremdartiges  verbunden  ist  2).  Bei  so 
mannigfachen  Schwierigkeiten,  welche  sich  der  richtigen  Deutung  und 
chronologischen  Einordnung  der  Formeln  entgegen  stellen,  darf  ich  wohl 
meine  kritischen  Bemühungen  der  Nachsicht  meiner  Leser  empfehlen. 


Es  gibt  nicht  weniger  als  sechs  Handschriften  von  unserem 
Formelbuche,  davon  sind  jedoch  nur  zwei  vollständig:  Die  Wiener 
(V.)  und  die  Zwetler  (Z.)  s).  Diese  beiden  wurden  mir  —  Dank  der 
Liberalität  der  betreffenden  Bibliotheken  und  der  hohen  Verwendung 
des  königlichen  Ministeriums  der  auswärtigen  Angelegenheiten  und 
meines  hochverehrten  Freundes,  des  königlich  preussischen  Consuls 
in  Wien,  des  Herrn  Moriz  Ritter  von  Goldschmidt  —  hieher  ge- 
sandt, so  dass  ich  sie  zum  Theil  noch  bei  der  Revision  des  Druckes 
zur  Hand  hatte. 

Die  Handschrift  der  kaiserlichen  Hofbibliothek  in  Wien,  Nr.  40^, 
früher  Phil.  61  und  in  einem  noch  älteren  Kataloge  Cod.  Philos.  et 
Philol.   Lat.  Nr.  262,   enthält   96  Pergamentblätter  in  Klein-Folio 


1)  S.  unten  S.  309  und  Z6'Z. 

^)  Stobbe,  Summa  curiae  regis,  ein  Formelbuch  aus  der  Zeit  K.  Rudolfs  I.  und 
Albreeht  1.  aus  einer  .Erlanger  HS.,  Archiv  für  österr.  (leschichtsquellen ,  B.  14, 
S.  367,  Nr.  28t,  sind  zwei  Formeln  vereinigt.  S.  unten  S,  307  und  308;  —  vgl. 
ferner  Stobbe  Nr.  187  und  193. 

^)  Bruchstücke  enthalten  folgende  Münchener  Pergamenthandschriften : 

1.  Cod.  lat.  monacensis  2697  enthält  einen  Theil  der  theoretischen  Einleitung 
und  die  letzten  10  Nummern  der  Mustersammlung. 

2.  Cod.  lat.  monacensis  16.125  enthält  das  ganze  Werk  bis  auf  20  Formeln  der 
Mustersammlung,  die  an  verschiedenen  Stellen  fehlen. 

3.  Bin  Quinternio  des  erwähnten  Cod.  lat.  mon.  2697,  auf  welchem  sich  die 
letzten  fünf  Formeln  der  Mustersammlung  finden. 

4.  Eine  Papierhandschrift  desi5.  Jhd.  der  Bibliothek  des  Chorberrenstifles  zu  Voran 
in  Steiermark  Nr.  70 ,  in  welcher  unser  Formelbuch  erst  mit  dem  prohemium  in 
tractatum  ezordiorum  (unten  S.  86)  beginnt,  die  dann  aber  unser  Formelbueh,  wie 
die  Zwetler  HS.  (der  Brief  unten  S.  349  ff.  Nr.  3  fehlt  ebenso  wie  in  Z.) ,  und 
zwar  die  Mustersammlung  auch  in  derselben  Reibenfolge  wie  Z.  und  der  Mun- 
chener  Codex  Nr.  2,  bringt  und  endlich  auch  das  nur  noch  in  der  Wiener  HS.  be- 
findliche Fragment  eine»  Formelbnches.  8.  unten  S.  419 — 455.  —  Dieses  Alles 
ist  ersichtlich  aus  Roekinger  1.  c  721  —724  und  792 — 80i>. 


XII 

11"  IT''  rheinländ.  hoch  und  812''  breit;  jede  Seite  ist  in  zwei  Co- 
lumnen  getheilt,  die  Anfangs  je  57,  später  nur  je  52  Zeilen  enthal- 
ten. Die  schöne  Schrift  aus  dem  14.  Jahrhundert  lässt  nach  einander 
drei  verschiedene  Schreiber  erkennen  <).  Die  Überschriften  der  ein- 
zelnen Distinctionen  sowie  die  Anfangsbuchstaben  und  Inhaltsanga- 
ben der  Briefe  sind  in  feiner  Schrift  am  Rande  angemerkt,  dann  aber, 
nachdem  sie  in  den  dafür  leer  gelassenen  Raum  mit  rother  Dinte  ein- 
getragen waren,  wegradirt;  an  einzelnen  Stellen  ist  jedoch  der  für 
diesen  Zweck  leer  gelassene  Raum  unausgefüllt  geblieben.  Ausführ- 
liche Inhaltsangaben  sämmtlicher  in  den  Mustersammlungen  enthal- 
tenen Formeln  sind  dann  in  einen  vorn  eingehefteten  Quaternio  ein- 
getragen; sie  füllen  siebenthalb  Blätter  und  beginnen  auf  der  innern 
Seite  des  ersten  Blattes.  Oben,  auf  der  äusseren  Seite  desselben 
Blattes,  welches  nachträglich  an  den  innern  Holzdeckel  angeklebt  ist, 
findet  sich  der  Name  Conradus  Aychperg,  der  auch  oben  auf  der 
innern  Seite  desselben  Blattes  steht,  und  endlich  auch  auf  der  an 
den  zweiten  Holzdeekel  angeklebten  Rückseite  des  letzten  Blattes 
Fol.  96  „liber  aychperg**  wiederkehrt.  Unser  Formelbuch  beginnt 
auf  der  ersten  Seite  des  auf  das  Inhaltsverzeichniss  folgenden  Qua- 
ternionen  und  füllt  sechs  Lagen«)  Fol.  9 — 61  s). 

Die  Handschrift  des  Cisterzienserstiftes  Zwetl  Nr.  295  mb.  fol. 
s.  14  enthält  auf  71  Blättern  einen  älteren  Bestandtheil  theologischen 
Inhalts :  diverse  auctoritates  de  fide  sancte  trinitatis.  Quanta  aucto- 
ritate  et  reverencia  Hylarium  Pictaviensem  episcopum  et  eins  dicta 
Hieronimus  et  Augustinus  habuerint  etc.  Daran  ist  unser  Formelbuch 
angeheftet.  Das  erste  Blatt  enthält  auf  der  ersten  Seite  eine  Ur- 
kunde, die  Fräst  herausgegeben  hat*),  auf  der  zweiten  ein  summa- 
risches Inhaltsverzeichniss »).  Es  folgt  bis  Fol.  80  mit  nur  geringen 


1)  8.  unten  S.  352  und  353  Anm.  1. 

^)  1)  Die  erste  Lage  bezeichnet:  primiu  8  Bl.  mit  den  Custoden:  ave  maria  .  gratia 

plena.  2)  seeundus  8  Bl.  (fol.  23  ist  ein  fremder  Bestandtheil)  dominus     teeuni  . 

benedicta  tu.  3)  tertius  8  Bl.  Custoden :  a  .  b  .  c  .  d.  4)  quartus  8  Bl.  e  .  f .  g  .  h. 

5)  quintus  12  Bl.  i  .  k  .  1  .  m  .  n  .  o.  6)  T  8  Bl.  p  .  q  .  (r  .  s.  fehlen).  —  Von  fol. 

61—83  haben  II,  Ul,  IUI  je  8  Bl.,  dann  V  10  und  VI  4  Bl. 
^)  Was  die  folgenden  Blätter  enthalten,  ist  unten  S.  419  ff.  im  Anhang  roitgetheilt. 
^)  Im  Archiv  für  Kunde  dsterr.  tieschiehtsquellen  Bd.  2,  S.  424  u.  425.  Der  Abdruck 

ist  sehr  fehlerhaft. 
*)  Summa  subiecta  ditiditur  in  octo  partes  priacipale«  von  spSterer  Hand  und  ganz 

werthlos. 


xin 

Abweichungen  von  V.  *)  das  Formelwerk  in  je  zwei  Columnen  aul* 
jeder  Seite  in  mannigfach  wechselnder  Schrift.  Fol.  81  Incipiunt 
quedam  proverbia  seu  regule  iuris,  im  Ganzen  66  an  Zahl «) ,  endlich 
von  81  d  —  86d  der  dem  Johannes  Andreae  —  wie  Rockinger  be- 
beweist*) —  falschlich  zugeschriebene  Ordo  iudiciarius.  Zum 
Schluss  steht  noch  Folgendes:  Proverbium:  Nichil  obediencia  prod- 
esse  videretur  humilibus,  si  contemptus  contumacibus  non  obesset.  — 
Tractatum  de  salutaeionibus  quere  in  fine  secunde  summe  extraordi- 
narie.  Explicit  summa  amen. 

Meiner  Ausgabe  liegt  die  Wiener  HS.  zu  Grunde.  Die  Cursive 
und  gesperrten  Druck  habe  ich  zur  Hervorhebung  besonders  bemer- 
kenswerther  Stellen  angewendet.  Um  ersichtlich  zu  machen,  wie  aus 
den  Urkunden  die  Formeln  hergestellt  sind,  habe  ich  unter  der  Rubrik 
„Ergänzungen^  aus  den  Urkunden  dasjenige  beigebracht,  was  in 
den  Formeln  fehlt. 

Meine  Arbeit  ist  unter  Verhältnissen  zu  Stande  gekommen,  die 
einer  streng  wissenschaftlichen  literarischen  Thätigkeit  wenig  günstig 
sind.  Mit  um  so  innigerem  Danke  gedenke  ich  daher  an  dieser  Stelle 
meiner  verehrten,  trefflichen  Freunde  Philipp  Jaffd  und  Ernst  Strehlke, 
in  deren  Verkehr  ich  stets  reiche  Belehrung  und  immer  neue  An- 
regung zu  wissenschaftlicher  Thätigkeit  gefunden  habe. 


')  Sie  sind  an  Ort  und  Stelle  unter  dem  Texte  angeg^eben.  Die  abweichende  Reihen- 
folge der  Briefmust^r  habe  ich  schon  S.  XI,  Anm.  3  vermerkt. 

^)  Die  erste  lautet:  Beueficium  ecclesiasticum  non  potest  licite  sine  institucione  ca- 
nonica  obtinere,  die  letzte:  Certum  est,  quod  is  committit  in  legem,  qui  legis  verba 
complectens  contra  legis  nititur  voluntatem. 

')  Über  einen  ordo  iudiciarius,  bisher  dem  Johannes  Andreae  zugeschrieben.  Mün- 
chen 1855. 


Incipit  formularius  de  modo  prosandi  «>. 


r*i.  9  «. 


Ad  habendam  preclaram  dilucidamque  formam  ^)  dictaminis  pro- 
saici,  ut  modernis  placuit  usus^ue  presentis  temporis  approbavit, 
sciendum,  quod  circa  principium  eiusdem  facultatis  quinque  specialiter 
«unt  notanda:  primo  quid  sit  dictare  —  secundo  quid  sit  dictamen — 
tercio  quare  sie  dicatur  —  quarto  qua  sit  causa  invenciohis  huius  — 
quinto  que  et  quot  cj  sint  eius  speeies.    Nunc  de  singulis  videamus. 

Dictare  est  animi  conceptionem  reeta  ordinacione  explicare.  — 
Dictamen  est  igitur  digna  yerborum  et  artificiosa  congeries  cum 
pondere  sententiarum,  nichil  in  se  retinens  diminutum,  nichil  continens 
pene  ociosum.  —  Dictamen  igitur  sie  dicitur  a  dictando ,  eo  quod 
sit  quedam  Htteralis  edicio  diversarum  personarum  capax,  venustate 
yerborum  egregia ,  sententiarum  coloribus  adornata.  —  Causa  autem 
inventionis  huius  fuit  duplex:  prima  ut  per  dictamen  seu  per 
epistolam  amicorum  secreta  celarentur,  unde  dicitur  „epistola^  ab 
„epistoloir**  grece,  quod  latine  dicitur  „abscondo",  secunda  ut  melius 
exprimat  que  mandantur.  Nuncius  quidem,  intricatis  sibi  negotiis 
commissis,  omnium  forte  commissorum  meminisse  non  potuit;  omnium 
enim  habere  memoriam,  in  nullo  hesitare  potius  est  divinitatis  quam  dj 
humanitatis  *).  —  Sunt  autem  tres  speeies  dictaminum:  prosaicum, 

a)  Distinct'to  prima  V.  uod  Z.  Siehe  Einleitung  —  b)  formam  fehlt  V.  — 
cj  que  et  quid  V.  —  dj  quam  opus  Z. 


i)  Die  Zwettler  Haudichrift  fugt  hier  noch  hiqzu:  et  secundum  hoc  epistol«  polest  dici 
ab  «epy''  quod  est  supra  et  «stolon**  grece,  quod  est'  missio,  eo  quod  supra  id ,  quod 
forsitau  uuucius  posset,  affectum  mittentis  declarat.  Dieselbe  Etymologie  hat  Thomas 
Capuanns  Hahn  CoU.  Mooo.  l,  281  aad  Richardus  de  Popbis  Hofbibliothek  su  Wieo 
Cod.  Philol.  153,  jetzt  481,  Fol.  116.  Der  Satz  omnium  rerum  habere  notitiam  et 
Footes.  Abth.  II.  Bd.  XXV.  1 


metricum  et  rithmicum;  inrenitur  etiam  a)  prosaicometricum,  quod 
constat  ex  metris  et  prosa ,  ut  dictamen  Boetii  in  quibusdam.  Sed 
obmissis  aliis  de  solo  prosaico  videamus. 

ünde  sciendum  quod  dictamen,  epistola,  kartha,  b)  littere, 
quantum  ad  presens  opusculum,  unum  sunt  et  synonimia,  et  alterum 
pro  altero  indifferenter  ponitur.  Epistola  igitur  est  libellus  absenti 
vel  absentibus  destinatus.  Est  autem  ex  certis  causis  inventa  epistola, 
ut  supra  demonstratum  est.  Partes  epistole  quinque  sunt  scilieet, 
salutatio,  exordium  sive  benevolentie  captatio ,  narratio,  petitio  et 
conclusio.  Ad  minimum  cj  de  hiis  quinque  partibus  ponende  sunt 
due  in  omni  epistola:  salutatio  cum  narratione,  vel  salutatio  cum 
petitione  dj,  Primo  ergo  de  saiutatione  videamus. 

Salutatio  est  salutis  adoptio  largo  sampto  vocabulo,  quoniam, 
licet  salutatio  non  semper  salutem  in  se  contineat,  ut  dum  scribit 
inimicus  inimico ,  tamen  salutatio  est  dicenda  quodam  modo ,  dum 
inimicus  alloquitur  inimicum.  Notandum  autem  quod  in  omni  saiuta- 
tione verbum  tacetur,  vel  propter  nimium  aflfectum  scribentis,  vel 
propter  curialitatem,  ita  tamen  ut  aliquod  istorum  verborum  semper 
subintelligatur:  optat,  mandat  vel  mittit  et  cetera  similia.  — In 
saiutatione  ista  sunt  consideranda:  que  sit  persona  mittentis,  que 
recipientis,  quoniam  salutatio  non  debet  a  situ  vel^a  dignitate  perso- 
narum  discrepare,  sed  debet  cuilibet  persone  additam  sibi  convenien- 
tiam  cum  debita  adiectivorum  appositione  assignare;  ut  si  scribatur 
literato  ponantur  adiectiva  de  literatura ,  nobili  de  nobilitate  et  sie  de 
aliis.  —  Sciendum  quod  nomen  persone  recipientis  debet  poni  e)  in 
dativo  casu,  nomen  mittentis  in  nominativo  casu  et  in  tertia  persona. 
—  In  saiutatione  non  debent  poni  verba,  que  pertinent  ad  laudem 
mittentis,  sed  potius  recipientis  cum  scriptum  sjt  *)•  os  te 
laudet  alienum  non  tuum.  —  Item  in  saiutatione  semper  poni  debet 
nomen  persone  tam  mittentis  quam  recipientis  quando  scitur  fy 
nomenquo  dignitatis ,  nomen  officii ,  ut  infra  de  formis  salutationum 

a)  autem  ffir  etiam  V.  —  b)  karthe  V.  —  cj  minits  V.  —  d)  Distinctio  IL 
V.  und  Z.  —  e)  p.  fehlt  Y.  —  f)  tam  —  nomenque  fehlt  V. 


plenam  memoriam  bis  humanitatis  findet  sich  wiederholt  als  Ezordium  in  Urkunden, 
z.  B.  in  denen  des  Klosters  Walkenried     vom   29.  Nov.   1266.  Urkond'enbuch  des 
bist.  Vereines  für  Niedersachsen.  Heft  II,  S.  263  und  265  ff. 
1)  Proverb.  Sal.  27,  2. 


3 

patebit  ^r-^Scieadum  qucnl  quatuor  de  causis  proprium  nomen  persona 
recipientis  a)  in  salutatione  tacetur :  primum  ex  eo  cum  non  persone 
sed  dignitati  scribitur  *) ,  secundo  quando  nomen  proprium  ignoratouPi« 
tercio  quando  duobus  equalibus  seribitur,  ne,  si  unus  prius  ponatur», 
alten  fiat  iniuria,  et  tunc  dignitas  yel  officium  supplet  defectum 
nominis,  quurto  propter  collisionem  vitandam,  ut  quando  scribitur  foi.  9  b. 
congregationi  vel  multitudini.  De  hiis  omnibus  experiri  potes  in 
foims  salutationum. 

Salütatio  vero  diversificatur  secundum  diversitatem  hj  persona- 
rum,  qu^  triplex  est:  maiorr  media  et  minor  et  hoc  tam  in  clero 
quam  extra  clerum.  Maiores  persone  in  clero  sunt:  apostolicus» 
patriarche,  primates,  cardinales,  archiepiscopi ,  episcopi,  regaies 
abbates;  medie  persone  in  clero  ^  ut  abbates  simplices,  prepositi, 
priores  et  omnes  clerici  habentes  dignitates ;  minor  persona  in  clero» 
ut  simplices  plebani,  sacerdotes  qualescunque  et  scolastici.  Maiores 

a)  pers.  rec.  fehlt  V.  —  b}  dwersitatum  V. 


^)  Von  hier  an  hat  Z  folgende  abweichende  Fassung :  secundo  quando  nomen  proprium 
ignoratur  et  tunc  pro  ipso  proprio  nomine  duo  puncta  poni  debent,  tercio  tacetur 
propter  confusionem  vitandam ,  ut  quando  congregationi  alicni  scribitur  siye  aiteri 
multitudini,  de  quibus  singulis  suo  in  loco  circa  formas  salutationum  experiri 
poteris.  Sciendum  preterea,  quod  etiam  aliquibus  ex  causis  tacetur  in  epistola 
salutatio ,  scilicet  quando  scribentes  se  nolunt  manifestare ,  item  quando  scribentes 
formidant  de  mal«  aliquo  pubUcari,  item  quando  mortem  alicigus  scribunt  aut 
similem  turpem  causam  vel  casum.  Item  tacetur  in  literis  eonductus,  que  solent 
dari  viatoribus  pro  asecuratione  personarum  ei  suarum  rerum,  quas  ducunt;  quas 
videlicet  literas  precipue  principes  perterminos  distriotuum  suoruni  dare  solent  vet 
etiam  alii  interdum  potentes ,  quarum  etiam  forme  suo  in  loco  patent.  —  Sciendum 
etiam  quod  si  par  pari  scribat,  persona  semper  recipientis  preponi  debet,  si  vero 
maior  minori  seu  minor  scribat  maiori ,  maior  semper  persona  preponi,  et  hoc  tam 
in  ordine  ecciesiastico,  quam  etiam  seculari,  excepto  quando  manifesti  inimioi  sunt, 
tunc  persona  mittentis  se  semper  preponit.  Seiet  tamen  interdum  maior  minorem  in 
salutatione  preponere  et  hoc  causa  humanitatis,  ut  si  simplex  prelatus,  abbas  vel 
prepositus  alicui  minori  de  clero ,  utpote  plebano  simplici  vel  aiteri  simili  tam  de 
clericis,  quam  de  laicis  scribat,  tales,  ut  diximus,  quandoque  preponunt  in  salu- 
tatione. 

Premissis  itaque,  sicut  ex  precedentibus  patet,  aliquibus  generalibus  reguiis,  que 
circa  salutationem  necessario  cognoscende  et  observande  sunt,  nunc  subsequenter 
speciales  sive  in  specie  formule  salutationum,  quemadmodum  illas  exemplariter 
prosecutus  sum,  hie  competenter  haberent  inferri  et  congruum  haberent  locum.  Sed 
ego  illas  io  quaternulo  conscriptas  in  fine  totius  summe  censui  anectendas  et  in 
principio  tractatus  eiusdem  causam  lector  inveniet  cur  eas  non  hie  sed  potius  illie 
locaverim.  —  Explicit  de  prima  parte  epistole,  que  est  salutatio,  sequitur  de 
ezordio. 


persone  in  sectilo  sunt  ut  imperatores  cuiuscunque  sunt  conditionis  et 
omnes  reges  coronati;  medie  vero  persone  ut  duces,  marchiones, 
comites,  liberi  barones,  capitanei  urbium  et  omnes  layei  habentes 
dignitates,  ut  milites  simplices  vel  eives  sollempnes ;  minor  persona 
in  seculo  ut  mercatores  et  omnes  eonsimiles  icarentes  dignitatibus; 
In  cognoscendis  igitur  formis  omnium  salutationum  quedam 
ponuntur  hie  preambula,  diligentissime  a  notariis  observanda.  Et 
notandum  quod  si  par  pari  scribat,  persona  reeipientis  preponitur; 
exemplum:  Ven.  in  Christo  patri  et  domino  H.  Dei  gratia  Hostiensis 
ecclesie  episeopo  R.  eadem  gratia  Pataviensis  ecciesie  episcopus 
salutem  et  sinceram  in  domino  caritatem.  Si  vero  maior  minori 
scribat,  seu  minor  maiori,  maior  semper  persona  prefertur,  et  hoc 
tenendum  est  tarn  in  ordine  ecclesiastico ,  quam  etiam  seculari.  — 
Item  quidam  dicere  voluerunt,  quod  cum  minor  scribit  suo  maiori 
semper  debeat  salutatio  causa  excellentie  reticeri,  quod  non  est  verum, 
nisi  ille,  cui  scribitur,  sit  summe  maior,  ut  cum  episcopus  vel  alter 
quicunque  scribit  domino  pape;  si  autem  persona  reeipientis  sit 
mediocriter  maior,  ut  si  aliquis  episcopus  scribit  suo  metropolitanp, 
salutatio  congrue  potest  poni,  sed  inspecta  mera  veritate  papam  etiam 
quisque  salutare  posset,  si  non  usus  solummodo  repugnaret.  —  Item 
si  mediocris  persona  suo  minori  scripserit,  modus  iste  relinquitur 
arbitrio  dictatoris.  Item  ubi  perfecti  sibi  scribunt  inimici,  semper 
persona  mittentis  preponitur ,  prout  in  formis  salutationum  patebit.  — 
Nota,  quod  maior  persona  in  clero  et  extra  clerum  de  se  et  de  suo 
pari  debet  dicere  in  salutatione  Dei  gratia,  excepto  domino  apo- 
stolico,  qui  nee  de  se  nee  de  aliis  dicit  Dei  gratia;  quedam 
tamen  consuetudo  inolevit  quod  fere  omnes  medie  persone  tam  in 
clero,  ut  abbates  simplices,  prepositi,  et  extra  clerum,  ut  duces 
et  marchiones,  de  se  scribant  „Dei  gratia^,  sed  in  hoc  consuetudo 
arti  prevaluit. 

Ineipit  prima  tabula  salatatUnis  a). 

Nunc  de  formis  salutationum  singulariter  et  exemplariter  videa- 
mus,  quas  per  quinque  tabulas  invenies  hie  distinctas.  In  prima 
tabula  ostenditur,  qualiter  dominus  papa  omnibus  scribit  salutando 

a)  Am  Rande  I. 


tarn  in  clero  quam  extra  clenim,  et  quomodo  eidem  ab  omnibus 
scribitur. 

Sciendum  igitur,  quod  dominus  papa  cuieunque  seribat  nomen 
snum  premittit  et  ab  omnibus  sibi  seribentibus  premittitur;  qui  quidem 
omnes  salutat  sed  a  nemine  salutatur,  cum  ei  sola  obedientia  ab 
omnibus  debeatur.  Notandum  etiam,  quod  nomina  paparum  integre 
scribi  habent  ^y,  quoniam  ipsorum  equivocum  significant,  ut  osten- 
datur  in  nomine ,  qualis  esse  debeat  in  operatione ,  ut  Innocentius  ab 
innocentia,  Celestinus  a  celo,  Gregorius  a  grege,  quod  sit  ovium 
pastor,  et  sie  de  aliis. 

Sie  salutat  patriarchas.  Eugenius  episcopus ,  servus  servorum 
Dei,  ven.  in  Christo  fratri,  Jerosalemitano  patriarche  salutem  et  aposto- 
licam  benedictionem ;  sie  salutat  omnes  patriarchas  cuiuscunque  sint 
tituli. 

Sedis  apoitolice  legatoa  sie  salutat:  Eugenius  etc.  ven.  inpoi.  9«. 
Christo  fratri  Hostiensi  episcopo  et  apostolice  sedis  legato  salutem  et 
apostolicam  benedictionem;  sie  scribunt  omnibus  legatis  venientibus 
a  latere  curie  I^omane. 

Sic  salutat  primates :  Eugenius,  ut  supra,  Yen.  in  Christo  Gra- 
densi  primati  salutem  ut  supra. 

Presbiteros  cardinales  habentes  titulos  sie  salutat.  Eugenius 
ut  supra.  ven.  in  Christo  fratri  Viterbiensi  episcopo,  tituli  sancti 
Clementis,  presbitero  cardinali  sal.  et  ap.  bened. ;  sie  scribit  cardina- 
libus  presbiteris,  habentibus  titulum  sui,  sive  sint  episcopi  sive  non. 

Habentes  titulum  nullum  sie  salutat:  Eugenius  etc.  dilecto 
in  Christo  filio,  talis  loci  episcopo  et  sancte  ecclesie  presbitero 
salutem  etc. 

^  Nota  igitur,  quod  dominus  papa  nullum  appellat  fratrem  nisi 
patriarchas,  primates,  cardinales,  archiepiscopos,  episcopos  et  regales 
abbates ;  omnes  alios  cuiuscunque  conditionis  seu  dignitatis,  dummodo 
sint  de  numero  Christianorum ,  nisi  fuerit  interdictus  aut  excommuni- 
catus,  appellat  dilectos  in  Christo  filios,  et  hoc  in  clero  et  extra  clerum. 
—  Nota  etiam,  quod  quandoque  papa  scribit  duabus  ecclesiasticis 
personis  in  dignitate  et  officio  consimilibus,  nomen  eins,  qui  maioris 
est  prerogative,  preponitur  et  hoc  observant  omnes  ecclesiastice 
persone,  que  scribunt  suis  inferioribus  pluribus  numero,  eiusdem 
dignitatis  vel  officii,  preponunt  prerogativam  honoris  digniorem. 

q)  siel 


Cardinales  diaconös  vel  subdiaconoa  a} ,  abbaies  simplieeBt 
prepositos  et  viros  religiosos  et  omnes  inferiorU  graduä  tarn 
feminas  religiosdd  quam  viros  uno  modo  salntat:  viros  ajtpellat 
;,dileetos  in  Christo  filios**,  feminas  „dilectas  in  Christo  fiKas"", 
Omnibus:  „salutem  et  apostolieäm  benedictionem". 

Imperaiores  saltUai  hoc  modo :  Ehigenius  episeopüä  s.  s.  Dei 
dilecto  in  Christo  filio  ac  fideli  suo  invictissimo  Romanorum  imperatori 
et  semper  augusto  salutem  et  apostolieäm  benedictionem.  Sie  scriMt 
Romanorum  regi  nondum  coronato ,  appeHando  eum  simpliciter  regem 
ve)  electum  Romane  ecclesie.  Similiter  seribit  imperatori  ConsicMi-* 
nopolitano,  appellando  eum  dilectuifn  in  Christo  filium  et  regni  Con- 
stantinopolitani  gubernatorem,  salutem,  ut  supra. 

Sic  seribit  Jerusalemitano  et  regi  Francie:  Eugenius  etc.  dil. 
in  Christo  filio  Francorum  illustri  regi,  viro  katholico  ac  Christianitatis 
imitatori  by  salutem,  ut  supra. 

Notandum  etiam ,  quod  dominus  papa  nullum  imperatorem  vel 
regem  appellat,  sed  fidelem  et  dilectum  suum,  nisi  eum,  qui  est 
infeudatus  ab  ecclesia  Romana. 

Principes  non  katholicos  sie  salutat:  Eugenius  episcopus  etc. 
Sarracenorum  regi  vel  soldano :  salutem  vobis  non  impendinms,  non 
quod  veram  salutem  vestram  non  desideramus^  sed  quod  veram 
salutem,  Jesum  Christum  pro  salüte  humani  generis  crucifixum,  non 
ereditis,  et  quoniam  christiani  nominis  professores  aificere  non  cessatis. 

Excommunicatos ,  interdictos,  hereticosp  iudeos  sie  salutat: 
Eugenius  etc.  tali  excommunicato.  Quod  vobis  salutationis  gratiam 
non  impendimus ,  non  id  efficit  nostra  durieia ,  sed  de  vestris  illod 
perniciosis  excessibus  dinoscitur  emanare. 

Alii  viri  katholici  dum  talibus  scribunt  se  proponunt  et  pro  salute 
hoc  concludunt:  recedere  a  malo  et  facere  bonum  vel:  de  spiritu 
obstinationis  ad  spiritum  obedientie  se  transferre. 

Patriarche  sie  scribunt  domino  pape  modo  iiicommutabili  omni 
tempore:  Summo  in  Christo  patri  et  domino  Eugenio  Dei  gratia 
Fol.  9  d.  sacrosancte  ecclesie  summo  pontifiei  A.  eadem  gratia  talis  patriarcba, 
licet  indignus^,  salutem  in  omhibus  tam  debitam  quam  condignam.  — 
Sic  scribunt  omnes  cardinales,  ärchiepiscopi ,  ejpiseopi  et  omnes 
persone  ecclesiastice  utriusque  sexus,  mutatis  proprüs  nominihus  digni^- 
tatum  et  öflQciorum. 

a)  subditos  V.  —  bj  imitatorem  V.  .     *  v 


Imperatoren  sie  scribunt  pape.  Sanctissimo  etc.  F.  dei  gratia 
Romanorum  impisrator  et  semper  augustus  et  Sicilie  rex,  cum  debite 
subiectiojiis  reverentia  paratum  ad  omnia  famulatum  et  pedum  oscula 
beatorum.  —  Sic  scribit  Constantinopolitanus  imperator,  posito, 
proprio  noi^ine,  tytulo  dignitatis.  —  Sic  scribunt  omnes  principes 
secalares,  omnes  persone  seculares  a  maioribus  usque  ad  minores, 
positis  que  ponen^a  sunt,  ut  supra  visum.  est  —  Et  notandum  quod 
eomgrue  scribit  (derus  domino  pape  et  omnes  persone  ecclesiastice 
^bedientiam*"  et  layci  universaliter  „obsequium  et  famulatum". 

Se  aeeuda  tobila  8alatatl#niiiii  (^). 

Viso  qualiter  dominus  papa  omnes  salutat  et  qualiter  ab  omnibus 
salutetur,  et  hoc  per  experimentum  prime  tabule,  nunc  videndum  est 
de  secunda  tabula,  in  qua  docetur  de  salutatione  imperatorum,  quo- 
modo  scilicet  imperator  omnes  in  clero  preter  papam  salutet  et 
qualiter  ipse  imperator  salutetur  ab  omnibus,  tarn  a  clero  quam 
secularibus. 

Patriarchas  sie  salutat:  F.  Dei  gratia  Rom.  rex  et  semper 
augustus,  vel  Romanorum  imperator  vel  A.  Dei  gratia  regni  Constan- 
tinopolitani  gubernator  reverendo  in  Christo  patri  et  domino  per  Dei 
gratiam  Jerosolimitano  patriarche  salutem  cum  plenitudine  omnis 
boni.  Sic  scribit  omnibus  patriarchis,  convenientibus  positis 
adiectivis. 

Presbiteros  cardinales  sie  salutat:  F.  Dei  gratia,  ut  supra  ven. 
in  Christo  patri  domino  tituli  sancti  Clementis  vel  alterius  cuiuscunque 
presbitero  cardinali  salutem  et  omne  bonum.  Sic  etiam  salutat  omnes 
principes  ecclesiasticos  omnesque  prelatos  maiores  sicut  sunt:  regales 
abbates,  qui  non  subsunt  ditioni  imperii;  qui  autem  subsunt  imperio 
sie  scribit:  F.  dei  gratia,  ut  supra,  dilecto  imperii  fideli  devoto  suo 
venerabili  patri  A.  Dei  gratia  archiepiscopo  Salisburgensi  gratiam  suam 
et  omne  bonum.  Sic  salutat  omnes  principes  ecclesiasticos  subiectos 
imperio. 

Quomodo  prelatos  inferiores,  ut  abbates  et  ceteros  in  clero 
salutet.  Prelatos  inferiores  existentes  principes  sie  salutat:  F.  Dei 
gratia ,  ut  supra ,  dilecto  devoto  suo  viro  religioso,  si  est  religiosus, 
venerabili  preposito  gratiam  suam  et  omne  bonum.   In  hunc  modum 

a)  Distinctio  III,  am  Rande  II.  Y.  und  Z, 


8 

salutat  omnes  prelatos  inferiores  utriusque  sexas,  yideUcet  prepositos, 
abbates  simpliees ,  positis  nominibus  dignitatum  et  officiorum. 

Clericos  simpliees  sie  salutat:  F.  Dei  gratia,  ut  supra',  dilecto 
devoto  suo  viro  honorabili  vel  prudenti  vel  scientia  adornato  canonico, 
plebano  vel  scolastico  talis  loci,  et  sie  de  aliis,  gratiam  suam  et  omne 
bonum. 

Quomodo  imperator  omnes  layeos  salutat:  Romanus  imperator 
vd  Romanorum  rex  sie  scribit  imperatori  Constantinopolitano :  F. 
Dei  gratia  Rom.  rex  et  semper  augustus  Jerusalem  et  Sycilie  rex 
magnifico  principi  et  illustri  Dei  gratia  Constantinopolitano  regi 
salutem  et  prosperitatis  obtentum.  —  Constantinopolitanus  rescribit : 
A.  Dei  gratia  Constantinopolitani  regni  angelus  et  semper  siugustus 
dilecto  et  illustri  principi  F.  Dei  gratia  Romani  regni  advocato 
salutem  et  omne  bonum.  —  Sic  scribunt  se  mutuo  hü  duo  reges  seu 
Fol.  10  a.  imperatores ,  ita  quod  semper  mittens  persona  preponit  se  in  salu- 
tatione  ex  quadam  arrogantia. 

Reges  simpliees  sie  salutat:  Qui  non  sunt  imperii:  Viro  inclito  et 
illustri  Dei  gratia  tali  regi  Francie,  Anglie  vel  Hyspanie  F.  Dei  gratia, 
ut  supra,  sincere  dilectionis  constantiam  et  affectum.  Sic  salutat 
omnes  reges  et  principes  seculares,  qui  non  subsunt  imperio,  ipsos  in 
salutatione  postponendo.  Eos  autem,  qui  subsunt  imperio,  salutat 
sie:  F.  Dei  gratia,  ut  supra,  viro  inclito  et  fideli  imperii  dilecto  devoto 
suo  0.  Dei  gratia  Bohemorum  regi  et  similibus  gratiam  suam  et  omne 
bonum.  Sic  salutat  omnes  reges  et  principes  seculares  subiectos 
imperio. 

Nobiles  extra  prineipes  sie  salutat  i  Omnes  nobiles  alios,  ut 
comites,  barones  liberi,  principes  et  similes  salutat  simpliciter  vocando 
eos  viros  nobiles,  dilectos  devotos  suos  gratiam  suam  et  omne  bonum. 

Quomodo  milites  et  elientes  usque  ad  servos  glebe  salutet: 
Milites  et  elientes  usque  ad  servos  appellat  imperator  simpliciter 
dilectos  fideles  devotos  suos. 

Notandum  autem,  quod  imperator  vel  rex  Romanoruin  nuUum 
appellat  dilectum  devotum  vel  fidelem  imperii  sive  clericus  sit  sive 
laycus ,  cuiuscunque  fuerint  condicionis ,  nisi  cum  qui  spectat  ad  im- 
perium  iure  vasallatus  o^. 

Imperator  imperatriei:  F.  Dei  gratia,  ut  supra,  dilecte  ac 
inclite    consorti    sue   Romanorum    imperatriei    et   semper  auguste, 

a)  vasallatis  V. 


9 

Jerusalem  et  Sycilie  regine  salutem  et  totius  gratie  plenitudincm  cum 
affectu. 

Quomodo  imperator  ab  omnibus  salutetur.  Viso  quomodo  Im- 
perator omnes  salutet,  nunc  videndum,  qualiter  ab  ömnibus  tarn  a 
clero  quam  a  laycis  salutetur. 

Patriarche  sie  scribunt  imperatori:  Invictissimo  principi  et 
illustri  domino,  F.  Dei  gratia  Romanorum  imperatori  et  semper  augusto 
Gregorius  servus  Jesu  Christi  per  gratiam  Dei  Antiocenus  patriarcha 
reverentiam  debitam  et  devotam.  Cardinales  sie  scribunt:  Invictis- 
simo, ut  supra,H.  tytuli  sancti  Laurentii  presbiter  eardinalis  promptum 
famulatum  cum  gloria  et  honore  in  longitudine  dierum.  —  Nota :  In 
hunc  modum  possunt  ei  scribere  omnes  cardinales  cuiuscunque  tytuli, 
archiepiscopi,  episcopi,  primates,  regales  abbates  omnesque  viri 
ecclesiastici  cuiuscunque  conditionis  sint  sive  professionis ,  omnisque 
in  clero  persona ,  excepto  quod  persone  religiöse  solent  scribere  cum 
deyotis  orationibus  promptissimum  famulatum. 

Bea?  Francie  et  alii,  qtii  non  sunt  imperii  scribunt :  Magnifico 
principi  et  illustri  domino  F.,  ut  supra,  R.  eadem  gratia  Francorum  rex 
salutem  cum  summa  dilectione.  —  Sic  scribunt  ei  omnes  reges, 
principes  seculares,  qui  non  spectant  ad  imperium. 

Principes  vaaalli  sie  scribunt  imperatori:  Invictissimo  principi 
ac  metuendo  domino  suo  F.  Romanorum  imperatori  0.  eadem  gratia 
Bohemorum  rex  cum  debita  subiectione  se  ipsum  ad  omnia  benepla- 
cita  et  mandata.  —  Sic  scribunt  ei  omnes  principes  nomine  et  iure 
vasallatus  omnesque  persone  seculares  a  minimo  usque  ad  maiorem, 
unusquisque  secundum  conditionem  suam. 

Irnperatrix  sie  salutat  imperatorem :  Victoriosisvsimo  principi  et 
predilecto  domino  suo  F.  Dei  gi*atia,  ut  sopra,  E.  eadem  gratia  consors 
fidelissima  thori  sui  Romanorum  imperatrix  et  semper  augusta  atque 
regina  Sicilie  quicquid  potest  cum  salute  debite  dilectionis,  reverentie 
et  amoris.  —  Sic  possunt  omnes  regine  et  uxores  principum  seu 
nobilium  suos  maritos  salutare  et  ipsi  mariti  easdem  uxores ,  sicut  de 
imperatore  dictum  est  ad  imperatricem ,  mutatis  et  positis  propriis 
nominibus  et  tytulis  dignitatum  seu  officiorum,  et  sexu  discreto  secun- 
dum quod  oportet. 

Quomodo  imperatrix  reginas  salutat:   Imperatrix  sie  salutat 
reginas:    E.  Dei  gratia  Romanorum  imperatrix  et  semper  augusta  foi.  lok. 
dilecte  ac  inclite  principi  ead.   gratia  Bohemorum  regine  forma  et 


10 

morum  ekgantia  decorate  salutem  cum  indi^sohibiUviacvIoamoris«--*^ 
In  hunc  modum  possunt  se  adinvicem  salutare  regine  et  excellentes 
feflaine,  debitis  adlectivonun  et  tytulorum  positionibus  observatis.  — 
Notandum  autem  quod  mulieres  appetunt  se  laudari.  — r  Qiiatiter 
igitur  reges  ac  regine  ac  inferioris  «^  gra4us  nobiles  ac  uxores  eorum 
mutuo  se  salutei^t  faeile  coUigMur  ex  predictis. 

9je  tertta  tolkiU  sal«tatl«Eim  ^). 

Viso  quomodo  videlicet  Imperator  omnes  salutat  et  quomodo 
ab  Omnibus  salutetur,  et  hoc  per  demonstrationem  secunde  tabule, 
nunc  videndum  est  de  tertia  tabula  salutationum ,  in  qua  ostenditur: 
primo  scilicet,  quomodo  maiores  in  clero  extra  papam,  se  mutuo 
debeant  salutare,  secundo  quomodo  iidem  maiores  cleri  majores  in 
laycis  salutent  extra  imperatorem,  de  quo  supra  dictum  est  satis, 
tertio  quomodo  iidem  maiores  cleri  inferiores,  tam  laycos  quam  clericos 
habeant  salutare,  quarto  qualiter  predicti  maiores  in  clero  a  suis 
inferioribus  tam  laycis  quam  clericis  babeant  salutari,  quinto  et  ultimo 
modo  qualiter  religiosi  utriusque  sexus  ad  invicem  se  debeant  salutare. 

Patriarche  sie  salutant  cardinales:  Venerabili  in  Cbristo  fratri 
C.  Portuensi  episcopo  et  sancte  Romane  ecclesie  cardinali  Gregorius 
servus  Jesu  Christi  Dei  gratia  talis  loci  patriarcba  salutem  in  omni 
salutari.  In  bunc  modum  possunt  patriarcbe  sibi  mutuo  scribere  et 
cardinalis  cardinali  et  quilibet  maior  in  clero  suo  consimili,  appellando 
se  mutuo  venerabiles  et  dilectos  in  Christo  fratres,  hoc  observato,  ut 
in  hiis  persona  recipiens  semper  preponatur  mittenti,  excepto  si 
persona  mittens  sit  a  sede  apostilica  legatus  simplex,  utpote  non 
cardinalis;  talis  se  preponit  omnibus  in  salutatione,  in  hiis  tamen 
terminis,  ad  quos  legatione  fungitur.  Si  autem  fuerit  cardinalis 
cuiuscunque  licet  tytuli  apostolice  sedis  legatus,  indifferenter  se 
omnibus  preponit,  tam  ecclesiasticis  quam  secularibus  personis, 
exceptis  imperatoribus,  quos  semper  preponit. 

Quomodo  minores  in  clero  se  sdlutant  mutuo.  Minores,  ut 
sunt  abbates  simplices,  prepositi  sie  salutant:  Abbas  abbati:  Venera- 
bili in  Christo  patri  et  domino  miseratione  divina  abbati  ecclesie 
Lambäcensis  0.   eadem  gratia  abbas   ecclesie  Clunicensis  *)  salutem 

a)  inferoires  V.  —  h)  Distinctio  V  am  Rande  III. 


^)  Benedictinerklotter  Gleink  im  Traiinlr«id. 


It 

et  smccpe  dilectionis  in  domino  continuum  et  indesinens  incrementum. 
Isto  modo  prepositi  scribunt  sibi,  positis  hiis  ^ue  ponenda  sunt.  Notan- 
dum  quod  in  clero  tantummodo  in  principatibus  constituti  mntuo  sibi 
scribunt  et  ad  alios  „Dei  gratia**;  inferiol*es  autem  apellat^  ut  abbates 
simplices  et  prepositi  et  consimiles  eis  de  se  scribunt  „miseratiöne 
dirina*,  sicut  de  litrisque  «^  exemplariter  superius  est  expressum. 

Quomodo  abbates  Cysferciensis  ordinis  inter  se  se  salutant  ^). 
Abbates  Cisterciensis  ordinis,  qui  sunt  pares,  ita  quod  alter  alteri . 
ratione  filiationis  non  subest,  sie  sibi  scribunt:  Karissimo  et  venerabili 
patri  Claravallensi   abbati   fratri,   M.   abbas   Moribundi   salutem   et 
sinceram  in  domino  karitatem. 

Patres  vero  abbates  suis  filiis  sie:  Dilecto  ac  karissimo  in 
Christo  filio  domino  L.  abbati  in  Paumgartenperg  frater  R.  abbas 
Sancte  Crucis  filialis  vel  debite  dilectionis  constantiam  et  salutem.  — 
Filii  vero  abbates  patribus  suis  sie  scribunt:  Reverendo  in  Christo 
patri  et  domino  B.  venerabili  abbati  talis  loci  frater  0.  abbas  talis 
ecclesie,  subiectionem  in  omnibus  tam  humilem  quam  condignam.  — 
Istec^  modus  Cysterciensium  abbatum  est  inter  se  invariabilisomnivice.Foi.  lo« 

Priores  decani  muttio  sie  sibi  scl'ibunt.  Prior  priorem  appellat: 
dilectum  dy  in  Christo  amicum ,  virum  religione  conspicuum ,  cum 
orationibus  fraternam  in  domino  karitatem.    Sic  decanus  decano. 

Primicerii,  nrchiepiscöpi,  episcopi^archidiaconi^  canonici  secu- 
lareSf  rectores  ecclesiarum,  inferiorum  ordinum  clerici  sie  scribunt 
inter  se  uno  modo  alterum  appellando  virum  honorabilem,  prudentem : 
Dilecto  in  Christo  tali  primicerio  etc.  salutem  et  septiformis  gratia 
sapientie  illustri,  vel  salutem  de  Jericho  in  Jerusalem  feliciter 
pervenire. 

Salutatio  scolasticorum  adinmcem,  Viro  spectabili,  magistro, 
doctori  decretorum  H.  rector  scolarum  Wiennensis,  licet  insuilßciens 
et  indignus  salutem  et  in  scolis  philosophye  malitiam  exercere  vel 
salutem  et  ea  scire  et  docere  in  terris,  que  domino  placeant  in 
excelsis.  —  Sic  etiam  studens  magistro  proprio  poterit  scribere, 
positis  debitis  adiectivis  laudis ,  vocando  cum  dilectum  dominum  et 
magistrum  suum. 

Magister  discipulo  sie  scribit:  Karissi^no  preamando  dydascalo 
suo  R.  bone  indolis  iuveni  H.  rector  talis  loci  salutem  et  fontem 
scientie  quem  desiderat  adipisci. 

aj  uiriusque  V.  —  hj  se  salutant  fehlt  ¥.—<?>  estieWt  V.  dj  Oilecto  V. 


12 

Viso  quomodo  omnis  c]erus  extra  papam  mutuo  se  salutat,  nunc 
yidendum  est,  quomodo  idem  a)  clerus  principes  seculares  extra  im- 
peratorem,  de  quo  satis  dictum  est. 

Minores  in  clero  seculares  principes  sie  salutant:  Magnifico 
principi  et  illustri  0.  regi  Bohemie »  vel  inclito  duci  Austrie,  vel  tali 
marchioni  Gregorius  servus  Jesu  Christi  per  Dei  gratiam  talis 
patriarcha  vel  talis  cardinalis  salutem  et  cum  orationibus  paratam  ad 
queque  beneplacita  vohintatem. 

Ista  erit  salutatio  maiorum  in  clero  extra  papam  ad  principes 
seculares. 

Quomodo  maiofes  in  clero  inferiores  nobiles  salutant :  Inferiores 
principes,  ut  sunt  comites,  liberi  barones,  maiores  in  clero  salutant 
preponendo  eos  in  salutationibus  et  dicunt  eis  salutem  cum 
plenitudine  omnis  boni  et  hoc  sane  si  non  subsunt  iidem  nobiles 
eidem  in  clero ,  si  autem  subsunt  ei,  tunc  idem  clerus  se  preponit  in 
salutatione,  dicens  eos  fideles  dilectos  suos  gratiajn  suam  et  omne 
bonum,  exceptis  patriarchis,  cardinalibus,  apostolice  sedis  legatis,  qui 
semper  preponunt  se  predictis  nobilibus  et  dicunt  eis  salutem  in 
domino  Jesu  Christo  vel  salutem  in  omni  salutari.  Ita  si  non  subsunt 
eis.  —  Si  autem  subsunt  ditioni  eorum,  scribunt  eis,  ut  predictum 
est,  gratiam  suam  et  omne  bonum,  vel  obtentum  gratie  et  favoris. 

Quomodo  milUes  simplices  et  clientes  salutent,  Milites  et 
clientes  et  alios  laycos  et  burgenses  usque  ad  servos  glebe  salutat 
predictus  clerus  scribendo  eis  simpliciter  gratiam  suam  et  omne 
lonum  et  salutando  quemlibet  secundum  conditionem  suam,  prout 
sagaci  dictatori  facile  patere  potest. 

Viso  quomodo  maiores  in  clero  principes  seculares  et  omnes 
nobiles  usque  ad  clientes  et  infra  salutant»  nunc  yidendum  est,  quo- 
modo predicti  maiores  in  clero  suos  salutant  clericos  inferiores  et 
quomodo  e  contra  a  suis  inferioribus  clericis  et  laycis  salutentur. 

Pairiarche^cardinaleset  ceteri  maiores  in  clero  scribunt  suis  in- 
ferioribus, Yocando  eos  episcopos  vel  abbates  regales,  sive  subsunt 
sive  non,  dilectos  in  Christo  fratres  salutem  et  bonum  in  domino  Jesu 
Christo,  vel   salutem   et   sinceram   in   domino   karitatem. 

Quomodo  abbates  simplices  et  prepositos  salutant:  Simplices 
prelatos  et  clericos  sive  subsunt  sive  non,  appellant  f^J  maiores  in  clero 
dilectos  in  Christo  filios  salutem  et  plenitudinem  omnis  boni. 

a)  iidem  Y.  bj  appellat  V. 


13 

Quomodo  simpUces  autem  episcopi  suis  inferioribus  clericis: 
Episcopi  simplices  scribunt  humilius  unicuique  illorum  secundum  suam 
dignitatem  et  officium,  applicantes  propria  et  convenientia  adiectiyaFoi.ioA. 
eonditionibus  singulorum. 

Quomodo  simplices  vero  abbates  et  prelati  f^)  suis.  Abbates 
simplices  et  prepositi,  simplicem  modum  seribendi  habeant  in  suis 
inferioribus,  eos  in  salutatione  postponendo  et  appellando  eos  dilectos 
in  Christo  filios  salutem  et  sinceram  in  domino  karitatem. 

Inferiores  in  clero,  ut  abbates  simplices  et  prepositi  et  infra 
scribunt  suis  superioribus  vocando  eos,  scilicet  maiores  in  clero: 
reverendos  in  Christo  patres  et  dominos  obedientiam  in  omnibus  tarn 
humilem  quam  condignam.  Sic  monachus  abbati,  regularis  suo 
preposito  et  sie  de  aliis. 

Quomodo  simplices  religiosi  scribunt  sibi  mutuo:  Simplices 
religiös!  ut  abbas  abbati ,  prepositus  preposito  scribunt  sibi  mutuo,  ut 
supra  dictum  est;  abbatissis  ut  abbatibus  scribunt  —  abbatissa 
abbati»  ut  abbas  abbati  scribit,  mutata  tantum  sexus  discretione.  — 
Abbatissa  suis  monialibus  et  moniales  abbatisse,  ut  abbas  monacho  et 
monachus  abbati,  discreto  tantum  sexu  utrobique. 

Monachus  monacho :  Karissimo  in  Christo  fratri,  viro  religioso  ac 
professo  in  tali  monasterio  frater  H.  peccator  et  inutilis  monachus,  vel 
frater  talis  professionis  seu  ordinis,  yel  ejusdem  professionis  et  ordinis 
orationes  in  domino  et  de  valle  lacrimarum  transire  ad  delicias 
gratiarum,  vel :   post  decursum  vite  huius  cum  angelis  gloriari. 

Monialis  moniali:  In  Christo  sorori  preamande,  dilecte  sanctimo- 
niali  talis  loci  et  talis  ordinis  soror  E.,  solo  nomine  monialis,  eiusdem 
vel  alterius  professionis  et  ordinis  cum  devotis  orationibus  virginitatis 
florem  immaculatum  domino  custodire ,  vel  sie  si  non  virgo :  orationes 
in  domino  et  in  die  iudicii  ad  dexteram  domino  coUocari,  vel  cum 
sponso  ingredi  ad  nuptias  glorie  sempiterne. 

Quomodo  monialismonaeho  et  e  conver»o  hoc  coUige  ex  paragraphis 
precedentibus  duobus,  ubidocetur,  quomodo  monachus  scribat  monacho 
et  monialis  moniali,  masculinum  et  Femininum  congrue  coniungendo. 

Nota,  quod  religiöse  persone  hiis  possunt  adiectivis  circumscribi : 
persone  religiöse  tali,  septiformis  sapientie  gratia  illustrate,  vel  religione 
composite  vel  recto  speculo  redimite. — Nota  etiam,  quod  sie  scribitur 
volentibus  ad  religionem  convolare ,  primo  posito  tytulo  et  conditione 

aj  prelatis  V,  das  e  ist  offenbar  Tom  folgenden  Worte  genommen. 


14 

persone,  subinfertur:    salutem  et  ad  frugem  vite  se  vertere  m^lioris, 
Tel  salutem  et  laqueos  evadere  huius  mundi, 

AposMis  icribUur:  Quando  appstate  excommuuicati  sunt  sie 
dieitur:  Viro  peccatori  vel  damnatoris  semitam  ineunti  redire  ad  cor 
vel  de  habitantibus  Cedar  ad  ovile  proprium  convolare. «)• 

\Um  de  f  larta  tabnU  8al«tatl#BiM  <9« 

Viso  de  tercia  tabula  salutationum,  nunc  videndum  est  de 
quarta,  in  qua  ostenditur,  quomodo  omnes  prineipes  seculares  extra 
imperatores  seu  reges  Romanorum,  de  quibus  supra  dictum  est,  et 
quomodo  omnes  nobiles  eisdem  principibus,  inferiores  usque  ad  popu- 
läres mutuo  se  salutant.  Seeundo  ostenditur,  quomodo  iidem  prineipes 
et  nobiles  maiores  in  clero  extra  papam  salutent.  Tertio  quomodo  int 
teriores  laycos  salutent.  Quarte  qualiter  ab  inferiorib««  laycis 
salutentur.  Quinto  et  ultimo  modo  quedam  ponuntur  notabilia  valde 
boi|a. 

Quomodo  reges  se  salutent.  Rex  regi  seribit:  Inclito  prindpi 
et  illustri  domino  0.  regi  Bobemie  R.  eadem  gratia  rex  Ungarie  dilec- 
tionem  omnimodam  cum  salute.  Si  autem  rex  subdito  regi  seribit, 
potest  se  preponere  et  scribere  sibi  favoris  plemtudinem  cum  salute. 

Quomodo  minores  nobiles  scribunt  sibi  mutuo.  Minores  nobiles, 
ut  comites,  barones  liberi  scribunt  sibi,  persona  recipiente  premissa  in 
salutatione,  et  appellando  vires  nobiles,  spectabiles  et  famosos  inferunt 
FoLUa.  gjelitatis  obsequium  indefessum  cum  salute. 

Quomodo  miles  militi.  Miles  militem  appellat  strenuum  virum  et 
bonestum  talis  loci,  et  dicunt  salutem  cum  promptitudine  obsequendi. 
Militares  vero  appellant  se  vires  dilectos  et  honestos  et  dicunt  quic- 
quid  possunt  cum  salute  obsequii  et  honoris. 

Item  generaliter  nota,  tam  in  persona  recipiente,  quam  mittente,  si 
sunt  affines  et  consanguinei,  de  hoc  debent  in  salutatione  facere 
mentionem.  Item  nota,  quod  semper  persona  mittens  tam  pro  se  quam 
ad  personam  recipifintem,  posito  primo  proprio  nomine  utriusque,  si 
tantum  scitur,  et  adiunctis  in  salutatione  debitis  adiectivis  potest 
utriusque  cognomen  subinferri,  si  scitur  pro  certo. 

a)  Distinctio  VI,  am  Rande  IV. 


t)  Psalm  119,  5. 


15 

Quomodo  prindpes  seeUlare»  ecclesimtich  «>  esära  papcim 
soribunt  Prineipeß  secülares  salutant  eccJcsiasticos  et  preponunt  ^} 
eos  tu  salutatione  appdllando  m&  rev^rendoa  in  Christo  patres  et 
donoinos;»  positis  nominibus  dignitatum  et  afficiorum,  et  dicunt  ei$ 
saintem  et  paratam  ad  queque  benepiacita  votuntatem;  ita  $i  iidem 
secuIäres  principes  non  subsant  ecclesiastieis.  Si  vero  sub^iit,  tunc 
appellant  eos:  pererendos'  dominös  suos  et  seribunt  eis  salutem  et 
condigne  reverentie  vel  debiti  homagii  famulatum. 

QuQimdq  minonbua  prelatis  seribanJt  et  clerieut,  Principes 
secülares  scributit  minoribus  prelatis  et  dericis,  sicul;  in  secunda 
tabula  continetur  ad  talem  paragraphum  i):  »prelatos  inferiores*" 
usque  ad  illom  locum;  „reges  simplices  sie  salutant*",  ubi  notarius 
propria  nomina,  si  cogAOscuntur,  titulos  dignitatum  et  otficioriuB» 
tarn  ad  personam  mittentis  quam  recipientis  caute  et  congrue  ponat, 
unumquamque  cireumscribendo  convenientibus  iaudis  adiectivis, 
prout  in  secunda  tabula  coUigi  potest. . 

Inferiores  nobües  suos  superiores  salutätU  sicut  in  secunda 
tabula  e4)ntiiietur  ad  talem  paragraphum  «)  „principes  vasalli  etc."" 
usque  ad  illum  locum  „imperatrix""  etc.  Hie  etiam  notarius  attendat 
scribentis  seu  mittentis  conditionem  et  distinguat  vasallos  et  non 
vasallos,  tytulos  dignitatum,  conditione&personarum,  singula  ;^ngulis 
proprie  coaptando ;  sie  etiam  minores  in  clero ,  ut  sunt  abbates  sim- 
plices  ceterique  prelati  et  alii  de  numero  clericorum  seribunt  superio- 
ribus  laycis,  ut  in  secunda  tabula  continetur  ad  talem  paragraphum: 
„qualiter  Imperator  ab  omnibus  salutetur""  usque  ibi  „principes  etc."", 
hoc  observato  sicut  supradictum »)  est.  Ubi  layci  suis  superioribus 
seribunt  obsequium ,  ibi  clericus  scribat  devotas  in  domiuo  orationes, 
Hec  omaia  et  singula  studioso  notario  facile  patebunt  cj, 

Quomodo  legatua  imperatoris  se  scribat.  Notandum  ergo 
quod  legatus  domini  imperatoris  omnibus  se  preponit,  qui  sunt 
in  hiis  provinciis  ad  quos  legatione  fungitur,  non  tamen  se  vocat 
legatum  sedpresidem;  verbi  gratia:  H.  Dei  gratia  imperialis  aule 
preses  super  talem  yel  tales  proyinci^s  generales  viro  inclilto  regi 

a)  ecd.  fehlt  Y.  —  h)  preponit  V.  —  c)  patebit  V. 


i)  Siehe  oben  S.  7. 
')  Siehe  obeo  S.  9. 
*)  Siehe  oben  S.  9. 


16 

tali,  Tel  duci,  Tel  marchioni  talis  terre  gratiam  suam  et  omne 
bonum.  Sie  etiam  possunt  scribere  maioribus  personis  in  clero, 
qui  sunt  in  districtibus  legationis  sue.  Omnes  vero»  qui  sunt  in 
ipsius  distrietibus  euiuseunque  fuerint  conditionis,  elerici  sive  layci, 
ipsum  preponunt  in  «salutatione ,  vocando  eum  illustrem  dominum 
suum  et  dicunt  ei  condigne  reverentie  famulatum»  alias  rero,  ubi  «^ 
nou  tungitur  of&eio  legationis ,  scribit  se  simplieiter  tamquam  marchio 
Tel  dux. 

Notandum  etiam,  quod  est  differentia  inter  principem  et  presi- 
dem:  princeps  est,  qui  iure  hereditario  ad  minus  habet  unam  terram, 
preses  est,  qui  tantum  de  mandato  imperatoris  uni  yel  pluribus 
provinciis  preest  vel  presidet  ad  tempus,  sicut  faciebat  Pylatus  in 
FoLiib.  Judea  pro  Tyberio  Cesare.  Romani  quoque  senatores  et  prefecti  urbis, 
qui  pretorie  preerant  potestati  auctoritate  senatus  et  prefecture,  et 
quia  Roma  esset  caput  totius  mundi,  se  omnibus  prineipibus  prepone- 
bant  extra  papam,  imperatorem,  imperatricem.  Sed  quoniam  modo 
facta  est  yelut  ancilla,  que  qtiondam  fuit  libera,  cessante  nunc  causa 
cessayit  effectus,  unde  sicut  duces  vel  marchiones  modo  de  se 
scribunt:  „Inclito  principi  ac  domino  H.  Dei  gratia  Sycilie  regi,  M. 
eadem  gratia  alme  urbis  vel  summus  Senator  vel  prefectus  salutem  et 
prosperitatis  obtentum".  —  Sic  scribunt  inferioribus  suis  tam  laycis 
quam  clericis  quemadmodum  duces  vel  marchiones ,  ut  dictum  est 
superius  in  hac  quarta  tabula.  —  Ceterum  quia  consul^s  .civitatum, 
castellorum  seu  villarum  in  nostris  non  habentur  terris,  ideo  apud  nos 
non  est  usus  scribendi  ipsis.  Verumtamen  si  contingat  eis  de  nostris 
terminis  fieri  legationem,  debent  poni  tanqum  barones  terrarum 
nostrarum  et  hoc  non  ex  arte ,  sed  potius  consuetudine,  que  arti  in 
multis  preiudicat. 

De  f  ninta  tabula  salatati^nim  ^). 

Viso  de  quarta  tabula,  nunc  subinfertur  ultima  sive  quinta..  In 
quinta  tabula  docetur,  quomodo  populäres  se  salutent  usque  ad  servos 
glebe. 

Mariti  uxorea  salutant  ut  principes  uxores  suas  preter  impera- 
torem, de  quo  predictum  est;  sie  scribunt:  Inclite  ac    preamande 

a)  ubi  fehlt  V.  —  b)  Distinctio  YII,  am  Rande  V.  V.  und  Z. 


17 

domine  E.  dilecte  consortisue  AI.  eadem  gracia  dux  eiusdem  terre  cum 
Salute  indissolubili  dilectionis  constanciam  yel  amoris.Sieeisdemprinci- 
pibus  scribunt  uxores  eorum ;  verbi  gracia :  Inclito  principi  et  illustri, 
karissimo  et  pre  cunctis  mortalibus  diligendo  domino  ac  marito  suo 
0.  Dei  gracia  Bohemorum  regi  E.  eadem  gracia  eiusdem  regni  domina 
nee  non  fidelissima  consors  sua  cum  omnimoda  devoeione  subiectionem 
tam  humilem  quam  condignam. 

Inferiores  nobiles,  ut  comites  et  barones  ceterique  nobiles 
ad  uxores  suas,  et  e  converso  uxores  ad  illos,  humiliorem  habebunt 
stilum,  secundum  cuiuscunque  condicionem  et  dignitatem. 

Humiliores  vero ,  ut  cives  et  alii  layci,  scribant  uxoribus  suis 
simpliciter,  sicut  tunc  fuerit  consuetum. 

Salut acio  filiorum  adparentes,  verbi  gracia:  Reverendis  et  pre- 
cunctis  mortalibus  diligendis  A.  et  B.  parentibus  suis  F.  eorum  filius 
vel  filia  cum  subiectione  ojnnimoda  salutem,  yel  quicquid  in  mundo 
iucundius  est  salute ,  vel :  salutem  et  quicquid  boni  Joseph  Jacob 
prebuit  patri,  et  multa  similia. 

Salutacio  parentum  ad  filios:  Filio  preamando  A.  et  E. 
parentes  sui  salutem  et  quicquid  Ysaac  Jacob  contulit,  vel  salutem  et 
bonorum  consorcia  imitari,  vel  salutem  et  bonis  moribus  informari.  — 
Item  de  filiabus  potest  scribi  hoc  ad  parentes  et  e  converso,  sexu 
tamen  discreto. 

Salutacio  parentum  ad  adtdterum  filium:  C.  utinam  vocando 
filio  A.  B.  parentes  sui  pro  salute  angustiam,  vel  pro  salute  obprobrium 
sempiternum. 

Salutacio  filiorum  ad  duroa  parentes:  Karissimis  et  precordi- 
alibus  A.  et  B.  parentibus  suis  H.,  solo  nomine  eorum  filius,  salutem  et 
aperire  paterna  viscera  indigencie  filiali,  vel:  salutem  et  propriam 
camem  non  odire ,  vel :  salutem  et  cordis  duriciam  per  pietatis  mate- 
riam  removere.    Idem  teneas  de  filiabus. 

Salutacio  fratvum  int  er  se:  Dulcissimo  germano  suo  C.  et  aj 
germanus  suus,  salutem  et  fraterne  dilectionis  constanciam  et  affectum» 
vel  salutem  et  eam  quam  sibi  desiderat  sospitatem.  Idem  teneas  de 
sororibus. — Verum  si  aliquis  eorum  est  in  dignitate  positus,  scribetur 

sibi  secundum  dignitatem  süam,  non  obstanteconnexionefraternitatis. foi. 

Ex  predictis   collige  qualiter  omnes  consanguinei,  quacunque  linea 

aj  ipse  zu  ergänien. 
Fontes.  Abtb.  H.  Bd.  XXV.  2 


18 

sunt  affines»  mutuo  sibi  scribant,  observatis  circumstanciis  et  condicio- 
nibus  personarum. 

Consanguinee  vel  alte  femine  sie  se  salutant:  Duleis- 
sime  et  amabili  eognate  sue,  pulehritudine  et  morum  eleganeia 
plurhnum  deeorate,  H.  talis  femina  salutem  eum  plenitudine  gaudi- 
orum. 

Qualiter  ad  Amasiaa  sit  scribendum  religionis  causa  per- 
transeo. 

Iudex  iudici:  Multe  sapieneie  ac  diserecionis  viro  P.  tali 
iudici ,  tarn  iuris  prudencia  quam  facti  experiencia  redimito,  B.  talis 
iudex  salutem  et  in  libra  racionis  sedendo,  singula  sua  pericia 
trutinare,  vel  ^salutem  et  in  omni  iudicio  matrem  veritatis  consulere 
racionem",  vel  „salutem  et  cum  mansuetudine  per  semitas.  ambulare 
iusticie  et  veritatis**. 

Salutacio  ad  hominem  liberalem:  Huic  scribas,  discreta»  ut 
preflictum  est,  condicione  persone,  salutem  et  gratis  digna  postulacio- 
nibus  elargiri,  vel:  salutem  et  omnium  matrem  consulere  largi- 
tatem. 

Avarus  salulatur  et  dicunt  ei  salutem,  morum  non  nummorum 
congeriem  coacervare ,  vel :  salutem  et  non  denariorum  sed  pocius 
altitudinem  maiestatis  adorare,  vel :  salutem  et  ab  avaricia  se  avertere, 
que  est  ydolorum  servitus. 

Mercatores  sie  scribunt:  salutem  et  lucrum  consequi  adop- 
tatum. 

Salutacio  civium  inier  se:  Crves  iuxta  condicionem  dignitatum 
et  officiorum  salutant  se  ad  invicem,  prout  placuerit  dictatori. 

Ariis  mechanice  operarii  se  simpliciter  salutant  sie  dicendo 
verbi  gracia:  Viro  discreto,  artis  sutorie  in  tali  loeo  H.  eiusdem  artis 
vel  alterius  salutem  et  omne  bonum. 

Amicus  amico:  Dilecto  et  precordiali  amico  suo  H.  talis  amicus 
omnium  bonorum  copiam  cum  salute,  vel:  salutem  et  desiderate 
fortune  incrementum.  vel:  salutem  et  prosperis  successibus  babun- 
dare.    Sic  potest  socius  socio  scribere. 

Inimicus  inimico,  Quando  inimicus  scribit  inimico,  persona 
mittens  preponit  se,  tacito  proprio  nomine  pörsone  recipientis,  sed 
describit  eum  vel  a  cognomine  vel  a  loco ;  verbi  gracia :  C.  talis  homo 
de  tali  loco  viro  tali  pro  salute  mortem,  vel  incidere  in  laqueum  quem 
tetendit. 


19 

Nauclerus  nauclero.  Naucleri  ad  invicem  se  salutant,  scribunt 
sibi :  et  aj  ad  portum  pertingere  cum  fortuna,  vel :  salutem  et  pericu- 
lorom  discrimina  eritare. 

Busticus  ruaiico:  Agrieole  simpliees  scribunt  adinvicem  dicentes : 
salutem  nee  non  frumento,  vino  et  oleo  stabiliri,  Tel:  salutem  et  in 
animalium  fetibus  habundare. 

De  ex«rdi«  ^). 

Expedita  salutacione,  que  est  pars  epistole  principalis  et  prima, 
nunc    videndum  est  de  epistole  parte  principali  secunda,  que  est 
captacio  benivolencie,  que  pluribus  nominibus  appellatur,  dicitur  ^nim 
diiqusindo  proverbium ,  aliquando  arenga  c),  aliquando  prohemium 
nuncupatur;    sed    communis    usus    istam    solet    particulam    dicere 
captacio  benivolencie,  eo  quod  ipsa  negocium  congruum  sive  commo- 
dum  faciat  et  animum  auditoris  benivolum  reddat.   Proverbium  est 
quedam  similitudo  methaphorice  continens  consuetudinem  approbatam, 
sicut:  Mus  in  sporta,  ignis  in  sinu,    serpens   in   gremio  : 
hec   tria   non   solent   suis    prebere   hospitibus    munera 
graciosa.     Exordium   est   principium   oracionis,    per    quod    ad 
audiendum    instituitur   animus    auditoris;  verbi  gracia:  Eins  pietas 
est    precipue    commendanda,    qui    dj    prius     quam    sibi    precum 
instancia     porrigatur,     digno    beneficio     prevenit     indigentem    «^. 
Arenga  est  quedam  prolixa  prefacio,  que  ad  benivolenciam    cap-Foi. na. 
tandam    premittitur ,    et    hac   raro    aliquis    utitur   apud   modernos, 
nisi    in   curia  Roraana;   verbi   gracia:    „Qui    seit    se    aliis   prepo- 
situm,  non  moleste  ferat  f)  aliquem  sibi  esse  prelatum;  ipsa  namque 
Romana  ecclesia,  que  disponente  Domino  mater  est  cunctorum  fidelium, 
ita   vires   suas    aliis   ecclesiis    disposuit  largiendas,    ut   in   partem 
vocate  g)  sintsollicitudinis,noninplenitudinempotestatis.  Hincestetc.** 
Prohemium  est  sermo  preambulus  ad  dicenda,  sie  verbi  gracia:  „Cum 
tales  esse  debeamus  apud  subditos  quales  nos,  cum  subditi  essemus, 
nostros  esse  volumus  hy  prelatos,  miramur  vehementer,  quod  contra 
talem  i)  clericum  rigiditas  vestra  adeo  est  eflfrenata"  etc.    Captacio 
benivolencie  est   quoddam    blandimentum ,    quo    recipientis    animus 
benivolus  redditur  circa  personam  mittentem;  verbi  gracia:    „Vobis 

a)  salutem  vor  et  zu  ergänzen.  —  i^^Distinctio  VIII.  —  c)  exordium.  Z.  — 
d)  que  V.  —  e)  indignantem  V.  —  /"/facit  Z.  —  g)  vocati  V.  —  h)  volumus 
esse  V.  —  i)  circa  talem  Z. 


20 

regraciari  non  sufficimus  quod  multis  beneficiorum  impensis  effectibus 
hactenus  me  respicere  voluistis,  unde  quod  per  vires  meas  non  valeo» 
suppleat  qui  est  bonorum  omnium  retributor.  —  Notandum  vero  quod 
bee  particula  debet  esse  eonsors  cum  sequentibus  in  materia,  ita 
quod  bene  eonveniat  materie  et  mittentis  affectum  «^  exprimerc 
videatur,  alioquin  magis  erit  dedecori  quam  honori.  —  Item  notandum, 
quod  captacionem  benivolencie  non  est  neeesse  semper  ponere,  quia 
quandoque  ^)  taeetur  omnino,  quandoque  artificiose  inseritur  narra- 
cioni  vel  petieioni. 

Be  narraclane  c), 

Sequitur  de  narracione,  id  est  tercia  parte  principali  epistole.  Est 
autem  narracio  rerum  eongestarum  posicio  dj;  narracio  est  inteneionis 
eius  qui  seribit  explicaeio.  Notandum  eciam  si  seribas  maiori  persone 
inter  laicos  sie  dieas  in  prineipio  narracionis :  Exeelleneie  vel  nobili- 
tati  cj  vestre  significo.  Item  notandum  fj,  si  maiori  in  elero  scrip- 
seris,  dicas  gj :  Revereneie  vel  sanetitati,  prudeneie,  diserecioni  vestre 
significo.  Notandum  eciam,  quod  narracio  alia  est  simplex,  alia  duplex, 
alia  multiplex  hj :  simplex  est  quando  tantum  unum  narratur  negocium, 
duplex  est  quando  duo  narrantur  negocia,  multiplex  quando  plura 
narrantur  negocia.  Sed  maxima  caucio  est  adhibenda  in  negociis 
pluribus : 

Ne  primum  medio,  medium  ne  discrepet  imo  i). 

Ad  hanc  cautelam  quedam  sunt  vincula  adhibenda,  hec  scilicet: 
interea,  insuper,  ceterum  et  similia  materie  conveniencia,  quoniam 
quod  facit  pix  in  navi,  hoc  faciunt  coniunctiones,  preposiciones  et 
adverbia  in  literis. 

De  peticiane  i). 

Sequitur  de  peticione,  que  est  quarta  pars  principalis  epistole. 
Est  autem  peticio,  qua  in  epistola  rem  aliquam  desideratam  petimus. 
Et  notandum,  quod  septem  sunt  modi  qui  cadunt  loco  peticionis  in 

aj  \  ntencionem  Z.  —  b)  quandoquidem  Z.  •—  cj  Dist.  IX.  —  d)  rerum 

gestarum  velut  gestarum  posicio;  alius:  narracio Z.  ~  e)  vel  magnificencie  Z. 

/7  Item  not.  fehlt  Z.  —  gj  tuac  dicas  Z.  —  k)  alia  est  duplex,  alia  simplex  etc.  V. 
i)  Dist.  X  fehlt  V. 


1)  Hör.  ars  poet.  152.  Primo  ne  medium,  medio  ne  discrepet  imum. 


21 

epistola,  videlicet:  mandatum,  preceptum,  consilium,  exortaciOf 
supplicacio,  voluntatis  explecio ,  facti  revocacio;  verbi  gracia: 
ecclesiastici  viri  scribendo  suis  inferioribus ,  si  sunt  clerici,  dicunt  ß) 
^per  censuram  ecclesiasticam**,  si  vero  sunt  laici,  tunc  dicunt  eis: 
„volumus  et  mandamus,  quatenus  hoc  vel  hoc  faciatis**.  Preceptum 
magnis  convenit  laicis  riris,  qui  premissa  narracione  subiciunt  loeo 
peticionis  ad  subditos:  „precipimus  igitur  vobis  sub  obtentu  gracie 
nostre,  quatenus  ab  iniuria  talis  hominis  desistatis".  Consultoria 
peticio  ponitur  verbi  gracia:  „consulo  igitur  tibi,  quatenus  laudabiliter 
inchoatum  principium  fine  commendabili  et  laudabili  prosequaris**. 
Idem  est  de  exhortacione.  —  Supplicatoria  peticio  est  verbi  gracia : 
^supplico  tibi  amicorum  karissime,  quatenus  pecuniam  tibi  per  me 
concessam  harum  latori  non  rennuas  exibere  h^^,  Notandum  tarnen 
quod  est  differencia  inter  supplicare  et  petere:  maioribus  supplicamus, 
equales  petimus.  Item  voluntatis  explecio  loco  peticionis  ponitur;  FoI.  12 1 
verbi  gracia:  „volumus  igitur,  ut  nostrum  desiderium  processum 
habeat  et  quod  iam  factum  est  pro  voto  nostro  ex  nunc  et  in  antea 
maneat  illibatum**.  Facti  revocacio ^  que  eciam,  ut  diximus,  quando- 
que  c)  cadit  in  locum  peticionis,  maxime  locum  habet  in  litteris  papa- 
libus ;  verbi  gracia :  „Revocamus  igitur  talem  sentenciam,  quam  contra 
canonem  novimus  esse  latam  dy,*^  —  Notandum  eciam,  quod  in  omni 
peticione  unum  ex  tribus  est  considerandum ,  scilicet  vel  honestas  vel 
possibilitas  aut  utilitas:  honestas  ideo  quod  turpia  non  sunt  petenda, 
possibilitas  nam  stultum est  petere  quod possit  iure negari,  utilitas 
videlicet  quod  rei  petite  exaudicio  utilis  esse  et  non  superflua 
videatur. 


De  eanclasione  c), 

Sequitur  de  conclusione.  Est  igitur  conclusio  summam  oracionis 
explicans.  Notandum  vero  quod  conclusionum  alia  est  deprecatoria^ 
alia  mandatoria,  alia  hortatoria,  alia  consolatoria^  alia  correctoria. 
Prime  tres  facile  possunt  cognosci;  consolatoria  sie  fit,  verbi  gracia: 
„nee  vos  mors  talis  persone  perturbet,  quia  speramus  ipsum  cum 

a)  mandamus  vobis  per  censuram  ecelesiasticam,  quatenus  hoc  vel  illud 
statim  viris  presentibus  facialis.  Preceptum  Z.  —  bj  exhibere  Z.  —  c)  quan- 
doquidem  Z.  —  d)  prolatam  Z.  ej  Distinct^o  XI. 


82 

Domino  perenniter  aj  regnaturum**.  Correctoria  sie  fit,  verbi  gracia: 
»quod  si  statum  tuum,  satis  quidem  omnibus  suspectum,  in  melius  nön 
mutaveris,  seias  tibi,  quantum  ad  me,  omnia  promoeionis  genera 
submota  quodammodo  et  subtraeta."" 

De  filbislAn  ■•taUllbu  ad  predicto  h)  ■eeesgariU. 

Expeditis  et  pertractatis  superius  quinque  partibus  principalibus 
epistole,  nunc  quedam  generales  dictaminis  regule  sunt  ponende. 
Notandum  igitur  in  primis,  quod  in  literis  ineonsuetum  principium 
poni  non  debet  nee  ineompetens  finis,  quedam  enim  dictiones  cy  sunt 
quodammodo  appropriate  ad  principia,  ut:  Hquet,  lieet  dy^  constat  pro 
certo ,  pro  constanti  et  cetera  similia,  et  hoc  in  multis  negociis,  non 
tarnen  in  omnibus,  ut  patet  experto  notario.  Solemus  eciam  huiusmodi 
genitiris,  accusativis,  ablatiris  uti  in  principiis  maxime  rescriptorum; 
verbi  gracia:  „Tenore  literarum  tuarum  perlecto**,  item:  „Literas 
reverencie  vestre  recepimus  in  hec  verba**  et  similia  multa.  —  De 
fine  competenti  hoc  teneas,  quod  respondeat  principio  materie  et 
medio  <).  Item  antiqui  in  epistolis  triplici  usi  sunt  distinctione :  prima 
est  suspensiva,  secunda  constans,  tercia  completiva,  sed  hee  distinc- 
tiones  apud  modemos  minus  ej  curantur  pro  tanto,  de  hiis  duxi  minime 
prosequendum.  Item  nomen  loci,  nomen  persone ,  nomen  dignitatis 
vel  officii  semper  debet  in  [salutacione  apponi,  ut:  „Petro  iudici 
Wiennensi**.  Item  nuUa  dictio  semel  posita  sepius  iteretur,  nisi  sit  de 
natura  sermonis  et  causa  necessitatis  evidens  hoc  requirat ,  ut  in  hoc 
exemplo:  „Petrus  et'Martinus  multa  crimina  commiserunt,  propter 
que  Martinus  suspendio  traditur  Y^  et  Petrus  in  exilium  relegatur**, 
nam  fastidium  g)  generaret  dictio  sepius  iterata,  ut  ibi:  „Cuius 
racionis  racio  non  existat,  ei  racioni  non  est  fides  adhibenda'^.  Item  in 
summa  nota  quod  omnis  notarius  ista  debet  considerare  scilicet: 
ordinem  constructionis,  debitam  adiectivorum  et  verborum  apposicionem, 
intellectum  locucionis,  mores  hominum  et  consuetudinem  terrarum  et 
satisfacere  Toluntati  mittentis  et  eque  recipientis  et  que  sit  fortuna  et 
condicio  utriusque  et  quod  talis  sit  materia,  que  conveniat  illi  cui 
litera  destinatur. 

a)  perhenniter  Z.  —  h)  ad  predicta  fehlt  V.  —  c^  dictiones  fehlt  Y.  — 
d)  licet  fehlt  V.  -  e)  non  1.  —  f)  tarditur  V.  —  g)  fastigum  V. 


0  Vergleiche  S.  20. 


23 

II. 
PrahemiM  !■  f«rnas  Uteraran,  qne  dantar  In  eirüs  prlncipan. 

DisUnctio  I. 

Elucidatis  quinque  partibus  epistole  et  circa  easdem  partes 
quibusdam  dubitabilibus  explanatis,  visisque  «^  formulis  salutacionum, 
quarum  usus  est  in  literis  communibus ,  quas  missiles  lUeraa  appel  - 
laut,  ad  quarum  cognicionem  speeialiter  presentis  operis  dirigitur 
inteneio,  eo  quod  magis  apud  onmes  in  consuetudine  habeantur; 
unde  6J  quoniam  diverse  sunt  species  literarum,  ad  habendam 
differenciam  intier  literas  et  literas,  ut  earum  dii/trsitas  faciliuspoi.  isb. 
cognoscatur»  earum  literarum  genera,  que  eonsueyerunt  dari  a  euriis 
principum,  in  ordine  prosequamur. 

Dantur  enim  in  eisdem  euriis  commissionea,  citaciones,  procu- 
rat  orte,  doncUorie ,  petiiorie ,  sentencie^  confirmacionea  ^  appella- 
eiones,  execvioriey  dispensacioneSf  indulge^icie  ^  exempciones, 
visitaciones,  inquisiciones,  formate  c)  et  obligatorie.  Omnes  iste 
litere,  sicut  nominibus  sunt  diverse,  sie  nimirum  quevis  istarum  ab  alia 
habet  aliud  speciale  et  hoc  in  modo  scribendi,  aliter  enim  scribitur 
eommissio  aliter  eitacio ;  et  sie  de  singulis. — Maioribus  autem  prelatis, 
utpote  patriarchis ,  archiepiscopis ,  episcopis ,  omnia  predicta  dj  com- 
petunt  genera  literarum,  nisi  forte  aliquis  velit  contendere ,  quod 
exemciones  et  dispensaciones  soli  pape  debeant  reservari,  quod 
nos  eciam  in  genere  coneedimus  e)^  licet  possimus  dicere  in  specie^ 
quod  archiepiscopis  et  episcopis  cum  subditis  suis  in  certis  casibus  * 
eximendi  et  dispensandi  auctoritas  concedatur  f).  Item  sunt  et  plura 
genera  literarum,  que  in  fine  huius  summule  ponuntur,  utsunt:  litere 
Conductus  f  litere  diffidadonis,  litere  teatimoniales  etc.  —  Nunc 
igitur  ^^  secundum  ordinem  videamus,  primo  exponendo  quid  sit 
eommissio. 

TraetaUs  ie  eammissiaiibis. 

Distinctio  II. 

Est  autem  eommissio,  quando  auctoritas  aliqua  datur  a  superiore 
alicui  inferiori.    Sed  quia  in  generibus  literarum  antedictarum  plures 

a)  explanatis  et  positis  suo  in  loco  formulis  Z.  —  bj  yeruni  Z.  — 
e)  formate  fehlt  V.  d)  predictarom  Z.  —  ej  contendimus  Z.  —  f)  habest 
auctoritatem  V.  —  gj  ig.  de  primis  seeandum  Z. 


24 

inveniuntur  litere,  que  ex  sui  natura  commissiones  quodammodo  Yocari 
possunt,  ut  sunt:  inquisiciones,  executorie  et  yisitaciones ,  ad  earum 
differeneiam  habendam  seiendum  a),  quod  tantum  hie  dicitur  de 
commissionibus,  in  quibus  hj  causarum  cognieio  a  superiore  inferiori- 
bus  delegatur  c). 

Videamus  igitur  in  pnmis:  quis  cui  possit  eommittere  Tel» 
secundum  iuris  Tocabulum,  delegare.  In  spiritualibus :  dominus  papa, 
archiepiscopi,  episcopi  Alemanie,  qui  utroque  gladio  sunt  insignes,  tarn 
spiritualia  quam  temporalia  eommittere  possunt,  ita  tarnen  quod  direete 
eorum  commissio  causam  sanguinis  non  d)  attingat.  In  ey  secularibus 
vero  et  temporalibus :  Dominus  imperator,  reges,  duees,  marchiones, 
comites  et  alii  iudiees  quam  plures  committunt  eausas  subditis  et 
delegant,  sed  nuUo  unquam  ausu  ad  spiritualia  possunt  extendere 
manus  suas.  Et  est  libertas  ecclesiastica  prestancior  « 
seculari,  quoniam  plurimi  principes  ecelesiastici  in 
subditis  suis  manus  suas  possunt  extendere  ad  utrius- 
que  iudicii  potestatem.  Omnis  autem  commissio  facienda 
est  a  suo  iudice  subditis,  quod  generaliter  tam  in  spiritualibus 
quam  temporalibus  locum  habet,  commissio  enim,  non  a  suo  iudice 
facta,  nullam  habet  firmitatem.  —  Omne  vero  iudicium  constat  ex 
tribus :  iudice  videlicet ,  actore  et  reo ,  et  necessarium  est  ad  hoc, 
quod  commissio  facta  a  superiore  valeat,  ut  due  persone  sint  de  pro- 
vincia  sive  de  dyocesi  persone  committentis ,  iudex  scilicet,  cui  causa 
committitur,  atque  reus;  de  actore  autem  non  requiritur,  qui  semper 
'  et  ubique  paratos  ^  debet  invenire  iudiees  et  defensores  iusticie. 
Commissionis  forma  sive  tenor  talis  est:  Post  salutacionem  statim 
ponatur  querimonia  iniuriam  pacientis ,  deinde  mandatum ,  quod  ipsa 
iniuria  cognoscatur,  ita  quod  passo  iniuriam  satisfiat  et  tunc  apponetur 
cohortacio,  qua  stare  iusticie  contumax  eompellatur,  nulla  est  enim 
iurisdictio ,  que  cohortacionem  annexam  non  habeat,  et  ita  cohortacio 
iurisdictioni  fj  annectatur,  quia  data  iurisdictione,  eciam  si  literaliter 
non  dicatur,  cohortacio  nichilominus  est  annexa.  —  Et  notandum  quod 
commissionum  alie  sunt  simplices^  alie  communes  ac  alie  legende. 
Et  dicuntur  aimplices  seu  communes  eo  quod  sine  difficultate  dentur, 
cum  simpliciter  de  iure  communi  earum  ordo  dependeat  et  Processus  — 

a^s.  autem  Y.  ~  bj  quibusdam  V.  — cj  d.  aliis  locom  suum  debitum  reser- 
Tantes  Z«  —  d)  non  admitlat  vel  Z.  —  ej  „In  aecularibua^  bis  „iudicii 
potettatem^  fehlt  V.  —  ^  iuriadictionem  Y. 


25 

legende  dicuntur  eo  quod  oporteat  eas  legi  domino  pape.  De  commu- 
nibus  et  simplieibus  habetur  regula  generalis,  quod  dari  possunt  vel  a 
notario  vel  a  f^)  eaneellario,  eo  quod  tantum  eontineant  ius  commune. 
In  hiis  relinquitur  iudicis  disereti  arbitrio,  quam  penam  velit  infligere  foi.  12  c 
contumaci,  unam  videlicet  ex  tribus ,  dum  enim  dicitur  per  censuram 
ecclesiastieam  intelligitur  interdietum,  efbommunicacio  et  suspensio. 
Sed  cum  arduum  est  negocium,  legende  sunt  domino  pape  litere»  et  si 
non  leguntur  ei,  quasi  per  surrepcionem  obtente  non  valebunt  hj. 


Exemplim  papalls  cammissUnis  In  caisa  splritaali  legende. 

Gregorius  episcopus  cj  servus  servorum  Dei  dilectis  in  Christo 
fratribus  Magdeburgensi  et  Coloniensi  archiepiscopis,  iudicibus  a  sede 
apostolica  delegatis,  salutem  et  apostolicam  benedictionem.  Bone 
memorie  N.  dilecto  Mysnensi  episcopo  viam  universe  carnis  ingresso, 
dilecti  filii ,  Mysnensis  ecclesie  canonici,  sicut  percepimus,  in  unum 
convenientes  de  futuri  pontificis  electione  tractaturi,  prehabito 
diligenti  consilio  et,  sicut  moris  est,  spiritus  sancti  gracia  invocata, 
dilectum  filium  nostrum  N.,  cantorem  dj  maioris  ecclesie  in  Magde- 
burch,  rirum  utique,  sicut  asserunt,  providum  et  discretum  atque  in 
temporalibus  et  spiritualibus  circumspectum,  concorditer  et  canoniee 
in  pastorem  sibi  et  episcopum  elegerunt,  nobis  per  dilectum  filium 
magistrum  Ch.  ,  .  .  e)  canonicum  Madburgensem  et  literis  suis 
humiliter  supplicantes,  ut  huiusmodi  electionem  confiimare  de  beni- 
gnitate  sedis  apostolice  dignaremur.  Licet  autem  idem  nuucius  super 
hoc  sollicite  institerit  et  prudenter,  et  nos  provisioni  predicte  ecclesie, 
quantum  cum  Deo  possumus ,  intendamus ,  quia  tamen  per  eundem  C. 
nuncium,  presertim  ^  cum  solus  esset,  plene  apprehendere  nequi- 
mus  9)  veritatem ,  nolentes  ut  aliquid  de  contingentibus  obmittatur, 
discrecioni  vestre  per  apostolica  scripta  mandamus,  quatenus  de  modo 
electionis  et  studiis  eligencium  et  electi  meritis  diligencius  inquirentes, 
si  canoniee  eandem  electionem  de  persona  ydonea  inveneritis  habitam, 
ipsam  sine  iuris  aliquo  preiudicio ,  auctoritate  apostolica  confirmetis, 
et  eidem  a  suis  subditis  faciatis  obedienciam  et  reverenciam  debitam 

a)  ?el  a  fehlt  V.  -  h)  ?alent  Z.  —  c)  ep.  fehlt  Z.  —  d)  cantorem  — 
Magdeburch  fehlt  V.  —  e)  Ch.  fehlt  Z.  —  f)  nunc.  pres.  fehlt  Z.  —  g)  nequi- 
rioms  Z. 


26 

exhiberi,  ac  munus  consecracionis  impendi,  recepturi  postmodum  ab 
eo  pro  nobis  et  ecciesia  Romana  fidelitatis  iuramentum  iuxta  fonnam, 
quam  sub  bulla  nostra  vobis  transmittimus  interclusam;  alioquin^eadem 
electione  cassata,  facialis  ipsi  ecciesie  de  persona  ydonea  per  electio- 
nem  canonicam  provideri,  contradictores  quosqne  per  censuram 
ecelesiastieam,  appellacione^remota  <s^,  eompescentes,  formam  autem 
iuramenti,  quod  ipse  prestabit,  de  verbo  ad  yerbum  nobis  per  eins 
patentes  litteras  by  destinetis.  Dat.  etc. 

ExemplM  papalls  eammlsslaiis  In  eaisa  temparali. 

Gregorius  episeopus  servus  serrorum  Dei  eteet.  «)  Ex  parte 
Tenerabilis  cj  nostri  Maguntini  episcopi  fuit  propositum  eoram  nobis, 
quod  J.  et  0.  illustres  prineipes  de  Prandenpurg  dj  per  quosdam 
terminos  sue  potestatis,  sitos  ^)  in  ipsius  dyocesi,  deeimas  sub  divino 
iure  solyere  contradieant,  et  super  hoc  a  nobis  iusticiam  postulavit. 
Ad  hec  dilectus  noster  Ch.,  talis  loci  canonicus,  dictorum  nobilium 
procurator,  proposuit  coram  nobis  ex  adverso,  quod  dicti  marchiones 
sub  ayorum  suorum  temporibus  in  ea  libertate,  episcopis,  dicti  loci 
scientibus  et  non  contradicentibus,  semper  possederunt  terras  suas,  ut 
de  eisdem  usque  ad  hec  tempora  deeimas  non  solTerint^,sed  quedam 
bona  de  prediis  suis  dederunt  pro  ipsis  decimis,  de  episcoporum  dicte 
ecciesie  approbacione  et  consensu,  et  id  se  constanter  asserunt  proba- 
turos.  E  contra  proposuit  procurator  episcopi ,  quod  etsi  g)  concambii 
vim  testes  et  scripta  autentica  apparuerint  ^^,  huic  i}  eorundem 
probacioni  nullatenus  standum  esset,  cum  ius  decimarum  adeo  iuribus 
spiritualibus  sit  annexum,  quod  eciam  nee  vendi  nee  commutari  valeat 
ullo  modo,  ut  in  proprietatem  laycalis  potencie  convertatur,  cum  et 
dicti  marchiones  non  sint  ligati  ^^  debito  vasallorum  episcopo  memo- 
rato  nee  se  habere  deeimas  vel  ab  eodem  vel  ab  ullo  principe  ecclesi- 
astico  fateantur.  Cum  tamen  decime  IJ  a  nemine  preterquam  ab 
ecciesia  haberi  yaleant  uUo  modo,  et  dicti  prineipes  in  hoc  nuUum  ius 

a)  appellacione  postposiia  Z.  —  hj  literas  et  eius  proprium  nuncium  quanto- 
cius  destinetis  Z.  -  c)  fratris  n.  M.  fuit  1.  ^  dj  Brandenburch  Z.  —  e)  licet 
Z.  —  f)  solverunt  Z.  —  g)  talis  c.  Z.  —  h)  apparerent  Z.  —  i)  huiusmodi  Z.  — 
k)  legati  V.  -  l)  dicte  dec.  Z. 


*)  An  die  Brzbb.  von  Magdeburg  und  Cöln,  wie  aus  der  citaiiu  S.  30  herrorgeht 


27 

ecclesiasticum  recognoscunt  a)  imo  appropriäat  b)  sibi  decimas  c)  in 
grave  animarum  suarum  periculum  dj  et  ecciesie  universalis  preiudi- 
cium,  unde  sie  gravate  prefate  ecelesie  subveniri  per  sedem  aposto- 
licam  postulavit  «).  Cum  igitur  de  negocii  qualitate  seu  veritate  plene  Foi.  12  d. 
instrui  non  possimus ,  et  quia  ibi  est  f)  veritas  requirenda,  ubi  com- 
modius  valet  eliei  et  9)  lueidius  declarari ,  fraternitati  vestre  per 
apostolica  scripta  mandamus,  quatenus,  prefixo  partibus  termino 
competenti,  de  diete  ecciesie  iniuria  cognoscatis  et  si,  apparente  aliqua 
occasione  et  causa  h^  racionabili  seu  honesta ,  quod  i)  predicto  epi- 
scopo  ad  dandas  predictas  decimas  teneantur,  tunc  iidem  nobiles  ipsas 
et  per  se  solvant  et  a  suis  solvi  faciant,  omni  occasione  et  appellacione 
cessantibus,  non  obstante  contraria  consuetudine  vel  abusu,  alias 
ponatis  in  terra  eorum  ecclesiasticum  interdictum ,  ulterius ,  si  eorum 
exegerit  contumaciam  per  sedem  apostolicam  processuri,  ut  eciam  pro- 
hibeatis  ^)  eosdem  ab  omnibus  ecclesiasticis  sacramentis  preter 
penitencias  IJ  et  baptismata  parvulorum  *). 

Siemplnm  eommissianis  ^)  seeilariam  principnm  in  eassis  prapriis. 

Fridericus  Dei  gracia  Romanorum  rex  semper  augustus  dilecto 
devoto  suo  N.  talis  loci  prefecto,  graciam  suam  et  omne  bonum.  Ne, 
nobis  circa  ardua  rei  publice  negocia  prepeditis,  aliquibus  imperii 
nostri  locis  ius  postulantibus  propter  diuturnam  nostram  absenciam 
deesse  yideatur,  fidelitati  tue,  de  qua  plenam  habemus  fiduciam 
secundum  operis  evidenciam  nobis  et  imperio  pluries  exhibitam ,  com- 
mittimus  imperiali  auctoritate  per  omnes  N.  districtus  nostros  tam 
sanguinis  quam  causarum  omnium  ad  Imperium  pertinencium  iudicium 
exercendi  et  auctoritatem  nostros  ibidem  redditus  requirendi ,  preci- 
pientes  tam  nobilibus  quam  aliis  eorum  districtuum  nostrorum  incolis 
sub  obtentu  gracie  nostre  ac  pena  proscripcionis ,  et  sub  detencione 

a)  cognoscant  et  Z.  —  bj  appareant  Z.  —  cj  d.  memoratas  Z.  —  d)  et 
eedesie  universalis  preiudicium  fehlt  Z.  —  ej  postulant  Z,^f)  est  fehlt  V.  — 
g)  vel  Z.  —  h)  tam  V.  —  ij  quod  fehlt  V.  —  k)  videlicet  prohibeant  Z.  — 
l)  p.  moriencium  Z.  —  m)  commissionis  fehlt  V. 


0  Die  Ausführuag  dieses  Auftrages  stehe  unleii  S.  30  in  der  forma  oitacionis  und  im 
Verfolg:  Procuratorium. 


28 

rerum  suarum  o^,  ut  tibi  de  racionibus  nostris  respondeant  et  obediant 
tanquam  iudiei  imperii  specialis  quamdiu  fuerit  de  nostre  beneplacito 
Yoluntatis.  Dat. 

Fama  cammlssianis  ^)  prlidpnm  ecelesiastieanim  li  cansa 
spiritiali. 

0.  c)  Dei  graeia  ecelesie  Pataviensis  episcopus  dileetis  in  Ckristo 
filiis  C.  dj  scolastMJO  et  H.  eantori  talis  loci  salutem  et  paterne  dilec- 
tionis  affectum.  Dilecti  nostri  prepositus  et  eapitulum  ecelesie  sancti 
Nicolai  conquesti  sunt  nobis ,  quod  6.  dapifer  eos  in  decima  qua- 
dam  e)  in  tali  loco  contra  iusticiam  spoliavit  et  alias  eisdem  gravis  et 
iniuriosus  existat.  Unde  discrecioni  vestre  iniungimus ,  quatenus,  par- 
tibus  convocatis,  ea,  que  ab  eis  proposita  fj  coram  vobis  fuerint, 
audiatis  et  fine  debito  terminetis,  facientes  quod  decreveritis  per 
censuram  ecclesiasticam  observari.  Testes  vero  g)  qui  nominati 
fuerint,  si  se  odio,  graeia  vel  timore  subtraxerint,  censura  simili  cogatis 
Teritati  testimonium  perhibere,  et  si  ambo  Interesse  non  poteritis,  unus 
vestrum  nichilominus  exequatur. 

Famia  eommissiaiis  eariidem  In  eansa  temparaii. 

P.  hj  Dei  graeia  Pataviensis  ecelesie  episcopus  dileetis  in  Christo 
cellerario  et  priori  talis  loci  etc.  Conquestus  est  nobis  B.  ij  canonicus 
talis  ecelesie,  quod  H.  talis  k^  burgensis  sibi  in  quadam  denariorum 
summa  maneat  obligatus  et  eosdem  denarios  sibi  solvere  contradieat, 
et  alias  sibi  iniuriosus  existat.  Unde  discrecioni  tue  l)  committimus 
causam,  que  intereosvertitur,  mandantes  quatenus,  partibus  convocatis, 
ipsam  causam  audiatis,  ut  supra  m^. 

F«rma  snbdelegaciails. 

P.  «^  Dei  graeia  ecelesie  Pataviensis  episcopus  o^  dilecto  in 
Christo  talis  loci  plebano  salutem.  Cum  sanctissimus  in  Christo  pater 

a)  bonorum  suorum  Z.  —  h)  commissionum  V.  —  c)  Nf,  Z,  --  d)  Ch. 
Z.  —  e)  eos  deciroam  quandam  1,  —  f)  prop.  fehlt  V.  ~  g)  ?obis  Z.  —  h)  J. 
Z.  —  i)  S,  Z.  —  k)  talis,  talis  Z.  l)  vestre  Z.  —  m)  finem  superioris  formulae 
„et  fine  debito  —  fuerint^  Z.  n^  R.  Z.  —  o)  Salzpurgeosis  arehiep.  et  ap.  sed. 
leg.  Z. 


29 

dominus  papa  Gregorius  IX.  causam,  que  vertitur  inter  dominum  AI.  ex 
parte  una  et  dominum  a)  plebanum  h)  ex  parte  altera,  nobis  commi- 
serit  dirimendam,  et  nos  ad  presens  variis  negoeiis  prepediti  eiusdem 
cause  cognicioni  non  possimus  personaliter  interesse ,  ipsam  vobis  f«».  *»  •. 
subdelegamus,  mandantes  auetoritate  apostoliea  atque  nostra,  quatenus 
partibus  eonvoeatis  etc.  cj. 

Et  d)  notandum  si  dominus  papa  commiserit  pluribus  iudicibus 
causam  unam,  alter  alteri  potest  committere  vices  suas,  verbi 
gracia: 

dnanad«  Index  delegatns  passlt  e^mmlUere  flees  snas. 

0.  c)  Dei  gracia  ecclesie  Pataviensis  episcopus  dilectis  in  Christo 
A.  miseracione  divina  preposito  et  B.  decano  ecclesie  sancti 
Nycolay  f)  suis  coniudicibus  g)  a  sede  apostoliea  delegatis  salutem 
et  sinceram  in  Domino  karitatem.  Cognicioni  cause,  que  vertitur  inter 
N.  ex  parte  una  et  N.  ex  parte  altera,  non  valentes  ad  presens  interesse 
quibusdam  negoeiis  impediti  ä^,  in  ea  vobis  plenarie  committimus 
vices  nostras  harum  testimonio  literarum. 

Tractatas  de  eitaci^nibns. 

Distioctio  in. 

Post  tractatum  de  commissionibus  videndum  est  de  citacionibus. 
Est  igitur  citacio  quando  iudices,  ad  iustieiam  actoris  prosequendam, 
reo  scribunt,  ut  coram  ipsis  compareat,  prefixo  sibi  termino  competenti, 
quo  compareat  iudicio  coram  eis.  —  Et  sciendum  quod  citacionum 
alia  prima,  alia  secunda,  alia  tercia»^  peremptoria.  In  prima 
requiritur  de  solempnitate  iuris,  quod  ad  minus  viginti  dierum 
dentur  y  inducie  reo ,  in  secunda  similiter,  que  due  per  terciam, 
scilicet  peremptoriam,  concluduntur.  Parum  autem  aut  nichil  diJFert, 
utrum  hec  tercia  citacio,  id  est  peremptoria,  uni  et  eidem  litere 
totaliter  inseratur,  dummodo  secundum  qualitatem  negocii  et  temporis 
breviores  aut  longiores  inducie  dentur  reo,  ita  ut  nee  earum  brevitas 
reum  de  iure  provocet  aut  appellet,  nee  prolixitas  actorem  1}  inducat 

a)  dorn,  fehlt  Z.  —  h)  Sancti  Jacohi  Z.  —  c)  fotum  ut  supra  Z.  — 
d)  Item  Z.  --  e)  W.  Z.  f)  Flor.  Z.  —  g)  iudicibus  Z.  —  h)  imp.  prop- 
terea  vobis  committimus  plenarie  Z.  —  i)  tercia  fehlt  V.  —  h)  tenentur  V.  — 
l)  auctorem  V. 


30 

ut  suspectum  habere  valeat  iudieem  delegatum.  Valebit  autem  hec 
appellacio  si  reus  appellayerit  ex  brevitate  citaeionis  senciens  se 
gravatum.  Item  si  ipsa  citaeio  siue  causa  raciopabili  protrahatur,  actor 
non  immerito  suspectum  habere  poterit  iudieem  delegatum.  —  Ordi- 
nariorum  autem  iudicum  citaciones  alie  sunt  arbürarie,  alie  syno^ 
dnles  «^.  Arbitrarie  sunt ,  que  ad  arbitrorum  voluntatem  breviari 
poterunt  et  extendi ,  synodales  sunt,  que  ad  synodum  extenduntur. 
Citaeio  iudicum  delegatorum  certam  debet  habere  raeionem,  regulam 
atque  formam,  quam  excedere  non  licebit;  inseritur  enim  autenticum 
de  verbo  ad  verbum,  subiuncto  postmodum  mandato  iudicum  ipsorum 
in  quo  locus  et  dies  apertissime  videatur;  hoc  tamen  semper  caveto 
ut,  si  sit  peremptoria  citaeio,  vocabulum  peremptorii  nuUatenus  negli- 
gatur,  alias  non  possit  bj  iudicari  peremptoria  quantumcunque  longas 
inducias  contineret;  aliarum  autem  citacionum  modus  simplex  est. 

Exemplam  eitaeionis  peremptorie  iidienm  delegatoram. 

Nobilibus  ac  illustribus  principibus  J.  et  0.  Dei  gracia  marchio- 
nibus  Brandenburgensibus  0.  et  C.  eadem  Dei  gracia  Magdeburgensis 
et  Coloniensis  ecclesiarum  episcopi ,  iudices  a  sede  apostolica  dele- 
gati,  oraciones  et  obsequium  indefessum.  Literas  domini  pape 
recepimus  per  omnia  in  hec  verba :  6.  c)  episcopus  servus  servorum  Dei 
etc.  Ex  parte  venerabilis  fratris  nostri  Maguntinensis  episcopi  fuit 
propositum  coram  nobis,  quod  J.  et  0.  etc.,  et  ita  de  verbo  ad  verbum 
totum  autenticum  inseras  *);  postea  inseritur:  Quoniam  igitur  man- 
datum  apostolicum  aure  surda  nee  volumus  nee  possumus  preterire, 
cui  in  Omnibus  et  per  omnia  obedire  tenemur,  auctoritate  qua  fungi- 
mur,  in  vigilia  Petri  et  Pauli  apostolorum  proxima  Ventura  ad  nostram 
presenciam  in  M.  dj  vos  citamus,  locum  vobis  ibidem  maiorem 
ecclesiam  et  predictam  diem  peremptoriam  assignantes.  Dat.  etc. 

a)  Die  folgenden  Worte  arbitrarie  sunt,  que  bis  extendi  fehlen  V.  Ein 
offenbares  Versehen  des  Abschreibers.  —  b)  posset  Z.  —  c)  Gregorius  Z.  — 
d)  Maydurch  Z. 


*)   Gemeint  ist  das  oben  8.  26  mitgetheiite  päpstliche  Schreiben. 


31 


Tractatas  de  preenratoriis. 

Distinctio  IV. 

Quoniam  citati  ad  iudicium  quandoque  per  se  quandoque  per 
procuratorem  comparere  solent,  seiendum  quod  proeurator  multis 
modis  instituitur.  Est  enim  aliquis  proeurator  in  solidum  vel  in  totum, 
alius  ad  petendum  inducias ,  alius  ad  allegandum  inpotencias  veniendi 
vel  ad  proponendum  exeepcionem  dilatoriam  contra  citaeionem 
peremptoriam  racione  messium  vel  vindemiarum.  Statuitur  eeiam 
proeurator  ad  impetrandum,  ad  contradicendum,  ad  appellandum  et  ad 
iudices  eligendos.  Ultimo  eeiam  statuitur  proeurator  universitatis  vel  foi.  13  > 
collegii  alicuius,  conventus,  qui  in  iure  sindicus  aj  appellatur. 

Sunt  eeiam  quedam  persone,  que  sine  mandato  «liquorum  possunt 
negocia  procurare  et  vocantur  in  iure  coniuncte  persone^  ut  pater  filii, 
filius  patris,  et  sine  literis  admittuntur.  Et  secundum  haue  diversi- 
tatem  procuratorum  litere  procuratorie  cum  h)  diligencia  sunt 
formande.  Proeurator  in  solidum  est  is,  quem  aliquis  in  una 
causa  cj  procuratorie  litigandum  constituit;  hoc  verbum  litigare 
totum  importat  et  talis  proeurator  debet  per  orania  stare  coram 
iudicibus ,  alias  non  admittitur  nee  auditur.  Idem  debet  cavere  per 
omnia,  quod  stet  iudicio  eorum,  id  est  oportet  eum  prestare  constan- 
ciam  standi  in  iudicio.  Summa  autem  cautela  adhibenda  est  in 
procuratoriis.  Item  si  citatus  non  per  se  sed  per  procuratorem  minus 
suiBcientibus  literis  inventus  fuerit  dj  vel  apparuerit,  contumax 
iudicatur;  verbi  gracia: 

Preearatorinm  ad  peteDdnm  indicias  vel  probandam  Impotenciam 

veniendi. 

Venerabilibus  dominis  et  in  Cbristo  dilectis  A.  et  D.  talium  ej 
ecclesiarum  episcopis,  iudicibus  a  sede  apostolica  delegatis  *)  J.  et 

aj  funditus  V.  —  bj  tantum  V.  —  c)  cura  V.  —  d)  munitus  venerit  Z. 
e)  talibus  V. 


*)  Die    Erzbb.  von   Magdeburg  und  Cöln;  vergleiche   die    vorhergehende  Citatfons- 
formel. 


32 

0.  Dei  gracia  marchiones  de  Brandenburg  obsequium  cum  a)  promp- 
titudine  voluntatis.  Noveril  rererencia  vestra  quod  cum  ad  citacionem 
vestram  Maydeburch  hy  venire  non  possimus ,  causis  racionabilibus 
impediti  c^ ,  familiärem  nostrum  dj  procuratorem  constituimus  ad 
petendum  inducias,  ad  allegandum  et,  si  necesse  fuerit,  ad  compro- 
bandum  coram  vobis  de  impotencia  veniendi  et  ad  appellandum ,  si 
sibi  Visum  fuerit  expediens  et  consultum.  Dat. 

Praenratoflan  ad  pr # paiendam  excepcioien  dilatarlan  1i  salidui. 

Venerabilibus  dominis  etc.  totum  ut  supra.  Reverencie  vestre 
notum  facimus,  quod  nos  familiärem  nostrum  C.  «^,  talis  loci  canoni- 
cum, super  causa,  que  vertitur  inter  dominum  Magdeburgensem  epi- 
scopum  ex  parte  una,  et  nos  ex  parte  altera,  procuratorem  nostrum 
constituimus  in  solidum  et  in  totum,  dantes  ei  liberam  potestatem 
excepciones  tam  dilatorias  iudicii,  quam  peremptorias  proponendi  fj, 
appellandi  et,  si  sibi  expediens  visum  fuerit  et  consultum,  totaliter 
in  illa^^  causa  vel,  quantum  ius  permiserit,  litigandi,  gratum  et  ratum 
habituri  quitquid  per  ipsum  in  eadem  lite  dictum  fuerit  sive  factum  et 
hoc  parti  adverse  notum  esse  volumus  et  constare. 

Pf«carat«rlaiii  ad  eariam  Romanam  ad  ImpetraBdam,  cantfadieendim 
et  lidiees  eligeidim. 

Sanctissimo  in  Christo  patri  et  domino  6.  hy  Dei  gracia  sacro- 
sancte  Romane  ecclesie  summo  pontifici  Fr.  eadem  gracia  talis 
ecclesie  episcopus  devote  subiectionis  reverenciam  tam  debitam  quam 
paratam.  Sanctitatis  ij  vestre  paternitati  cupimus  esse  notum  quod 
nos  in  omni  causa  contra  nos  et  contra  ecclesiam  nostram  in  vestra 
sancta  curia  emergente  C.  clericum  procuratorem  nostrum  constitui- 
mus ad  impetrandumgracias  speciales  et  generales,  simplices  literas  et 
legendas,  ad  contradicendum  et  iudices  eligendum,  dantes  ei  liberam 
potestatem  substituendi  sibi  alium  vel  alios,  si  hoc  sibi  videbitur 
expediens  et  consultum  *^. 

a)  cum  omni  Z.  —  bj  Maidburch  Z.  —  cj  prepediti  V.  —  dJ  magistrum 
Ch.  Z.  —  ej  AI.  Z.  —  f)  prop.  vel  ap.  eeiam  si  Z.  —  g)  ipsa  Z.  —  hj  Gr.  Z.  — 
i)  SaDctitati  V.  —  kj  cons.  harum  testimonio  iiterarum.  Dat.  anno  etc.  Z. 


33 


Pr«carat«rliiii  anifersltatls  <9* 

Ö.  by  Dei  gracia  potestas  ac  universitas  civium  Bononyensium 
omnes  c^  litteras  inspecturos  scire  volumus  ac  publice  protestamur, 
quod  nos  talem  plebanum  in  omnibus  negociis  sive  causis  civitatis 
nostre  procuratorem  sive  syndicum  constituimus  et  in  omni  emergenti 
negocio  tarn  agendo  quam  respondendo  tocius  universitatis  nostre 
causam  ipsius  sollicitudini  et  fidfei  committimus,  ratum  dy  et  gratum. 

Tractatas  danatariarnm  ^). 

Distinctio  VO- 

Dicuntur  autem  donatorie  a  dono,  eo  quod  plus  gracie  habeant  quam 
iuris ;  item  dicuntur  donatorie  in  quibus  et  per  quas  dominus  papa  vel 
alius  iudex  Ordinarius  episcopatum  vel  aliam  ecclesiasticam  dignitatem 
alicuius  beneficii»  cuius  donacio  ad  eum  devoluta  est,  donat  alicui  de*"»***« 
gracia  speciali.  Devolvitur  autem  ius  donacionis  ad  superiorem 
secundum  ius  canonicum,  si  9)  videlicet  secundum  tempus  debitum 
non  eligitur  quis,  vel  si  minus  idoneus  eligitur  vel  presentatur,  vel  si 
discordat  capitulum  partibus  existentibus  utrobique.  —  Sunt  autem  due 
species  donatoriarum :  condicionalia  videlicet  et  mera.  Condicionalis 
est,  ubi  dominus  papa  vel  alius  iudex  Ordinarius  non  est  certus ,  utrugi 
ad  eum  vel  ad  alium  sit  donacio  devoluta,  nisi  ex  relacione  impetrantis 
et  tune  scribit :  „si  ita  est;**  sed  hj  in  hoc  casu  probacioni  non  statur 
impetrantis.  Mera  est,  ubi  dominus  papa  vel  alius  iudex  Ordinarius 
certus  est  forte  ex  facti  evidencia  vel  ex  confessione  capituli  vel 
aliorum  ydoneorum  virorum  assercionibus  tanto  videlicet  tempore 
vacasse  beneficium,  quod  ei  ex  tunc  competere  inceperit  eins  donacio ; 
ubi  illa  condicio  ij  „si  ita  est**  locum  non  habet.  —  Sciendum  autem, 
quod  in  talibus  literis  frequenter  ponitur  condicio,  nisi  ex  gracia 
dimittatur.  Est  autem  condicio  talis,  que  poni  solet  „si  aliud  canonicum 
non  obstat**,  aut  „si  alias  ydoneus  reperitur**.  —  Scribit  autem  dominus 
papa  vel  alius  iudex  Ordinarius  ecclesie  vel  capitulo  modo  salutacionis 
eonsueto,  et  ponitur  commendacio  persone,  cui  beneficmm  confertur. 

a)  universitatis  am  Rande  für  das  im  Texte  autges t rieben e  visitacionis.  — 
b)  A.  Z.  —  cj  presentes  Z.  —  dj  ratum  habituri  quidquid  in  eisdem  nostris 
sgendis  per  ipsum  factum  fuerit  si?e  dictum.  Dai  etc.  Z.  —  e)  sive  litterarum 
que  super  collationibus  beneficionim  dantur  am  Rande  V.  f)  Dist.  VI.  V.  —g)  si 
fehlt  y.  -  h)  %\y.  --tj  constitulio  V. 

Fontes.  Abth.  II.  Bd.  XXV.  3 


34 

Causam  autem  moventem^^  nichilominus  allegabis,  que  videlicet  causa 
morerit  tale  beneficium  tali  persone  hy  conferendum ,  deinde  cum 
admonicione  simplex  mandatum»  quod  talis  ad  tale  beneficium  assu- 
matur;  rerbi  gracia: 

Farina  d«Hat«rie  e«Hdlci«iiall8. 

Fridericus  Dei  gracia  talis  <9  ecdesie  episcopus  tali  capitulo  salu- 
tem  in  vero  salvatore.  Ex  dilecti  in  Christo  domioi  R.  d^  ecclesie  vestre 
canonici  relacione  accepimus,  quod  post  decessum  bone  memorie 
L.,  decani  eiusdem  ecclesie,  in  electione  facienda  addeo  ^)  ab  invicem 
divisa  fuerint  vota  vestra,  quod  infra  spacium  vobis  a  canone  statutum 
in  decano  ecclesie  vestre  minime  sit  provisum.  Cum  igitur,  ai  ita 
estf  et  si  supradictis  yeritas  suffragatur,  secundum  canonicas  san- 
ctiones  ad  nos  decanie  vestre  sit  f)  donacio  devoluta,  ipsam  predicto 
presbitero  auctoritate  nostra  duximus  conferendam,  dilectioni  vestre 
mandantes,  quatenus  ipsum,  si  alias  est  ydoneus,  aut  si  canonicum  aliud 
non  obsistat,  recipiatis,  et  sicut  decano  debitam  obedienciam  facien- 
tes,  exibere    curetis  eidem   omnimodam  reverönciam   et  honorem. 

Fama  deiatarie  mere. 

Gregorius  episcopus  servus  servorum  Dei  tali  ecclesie  salutem  et 
apostolicam  benedictionem.  Ad  apostolatus  nostri  audienciam  pluries 
iam  pervenit,  qualiter  scilicet  post  decessum  bone  memorie  domini 
G.  g)  venerabilis  episcopi  ä^,  divisa  sint  et  ab  [invicem  discrepent  i) 
vota  vestra,  ita  quod  in  eligendo  pastorem  nequeant  counari,  licet 
secundum  statutum  concilii  generalis  id  nonnullis  vicibus  fuerit  ad- 
temptatum.  Et  quoniam  ^)  tempus  statutum  vobis  a  canone,  prout  intel- 
leximus,  est  elapsum  et  ad  nos  eiusdem  ecclesie  ex  hoc  provisio 
devoluta,  volentes  gregi  dominico  provideri,  qui  sumus  ex  ofBcji 
pastoralis  debito  ad  generalem  eins  custodiam  deputati ,  ne  IJ  sue 
viduitatis  diuturna  senciat  detrimenta,  cum  protectore  indigeat  ac 
rectore,  eidem  in  persona  dilecti  filii  m^  canonici  talis  ecclesie,  cuius 

a)  moYenciuin  V.  —  hj  tale  persone  persone  V.  —  c)  Paiaviensis  Z.  (Es 
gibt  jedoch  bis  zum  J.  1479  keinen  Passauer  Bischof  Namens  Friedrich.)  — 
d)  presbiteri  Z.  —  e)  sie !  -  ^  sit  fehlt  V.  g)  B.  Z.  —  hJ  vestri  Z.  —  i)  discre  - 
pant  V.  —k)  quando  V.  —  l)  nee  V.  —  m^  N.  Z. 


35 

nobis  morum  honestas  et  vite  laudabilis  conversacio  et  sciencie  premi- 
nencia  commendatur,  auctoritate  apostolica  providemus  et  per  aposto- 
lica  scripta  o)  mandamus ,  quatenus  ipsum  recipiatis  et  habeatis  pro 
pastore  et  episcopo,  debitam  ipsi  inpendentes  obedienciam,  reyeren- 
ciam  seu  honorem.  Dat.  etc. 

Traetatas  petitoriamm. 

Distinctio  VI  b), 

Dicuntur  autem  petitorie  a  petendo,  quia  innituntur  plus  gracie  f«i  is a. 
quam  iuri.  Et  sciendum  quod  due  sunt  species  petitoriarum :  prima 
est  si  dominus  papa  Tel  alius  princeps  ecclesiasticus  structuram 
alicuius  monasterii  cj  suis  literis  vult  iuvare.  In  hac  prima  specie 
est  recta  forma  et  certa  expressa  in  concilio  generali,  que  ita  incipit  : 
Quoniam,  ut  ait  apostolus,  omnes  nos  stabimus  ante  tribunal  dj  etc. 
quam  formam  excedere  non  est  consuetum.  Approbacio  ej  predicte 
forme  est  facta  propter  varietatem  et  diversitatem  seu  contra- 
rietatem  petitorum,  qui  falsas  quandoque  literas  exhibuerunt, 
ut  esset  forma  una  omnium  talium  literarum.  Exemplum  infra.  — 
Secunda  species  est,  cum  forte  vacat  prelatura  vel  aliquod  Stipendium, 
et  per  interventum  pape  vel  alterius  principis  intendit  aliquis  promo- 
veri.  Et  fere  per  omnia  debet  habere  formam  peticionis,  debet  enim 
continere  commendacionem  persone,  pro  qua  petitur,  causamque 
moventem  quare  f)  pro  ea  petatur  sine  interminacione  aliqua  vel  man- 
dato,  quia,  sicut  dictum  est,  plus  continet  gracie  quam  iuris.  Exem- 
plum ut  infra. 

Biemplmn  petitorie  in  prima  speeie. 

O.  9)  Dei  gracia  talis  ecclesie  archiepiscopus  hj  universis 
Christi  fidelibus  ij  ad  quos  presens  scriptum  kj  pervenerit  salu- 
tem.  Quoniam,  ut  ait  apostolus,  omnes  nos  ante  tribunal  Christi 
manifestari  oportet,  cum  corruptibile  induerit  incorrupcionem  IJ  et 
mortale  inmortalitatena ,  ut  tunc  refferat  unusquisque  prout  gessit  in 
corpore,  sive  bonum  fuerit  »9  sive  malum,  oportet  ut  misericordie 
operibus  preveniamus    diem  messionis.  extreme ,  unde  nj  qui  parce 

q)  vobis  precipiendo  Z.  —  bj  Dist  VI  fehlt  V.  —  cj  vel  pontis  vel  ali- 
cuius loci  religiosi  Z.  —  d)  omnes  —  tribunal  fehlt  Z.  ej  vero  Z,  —  f)  pro 
quare  Z.  —  g)  R.  Z.  —  h)  ep.  Z.  —  i)  in  Parisiensi  civitate  eonstitutis  Z.  ^ 
hj  pagina  Z.  —  (^  corrupcionem  V.  —  mj  illud  Z.  —  n)  quoniam  Z. 

3* 


36 

seminat  parce  et  <(^  metet  et  qui  in  benedictionibus  de  benedictioni- 
bus  et  metet  ^,  ideo  dileeti  in  Christo,  uniyersitatem  vestram  mone- 
mus  pariter  et  hortamur,  quatenus  ad  tale  hedificium,  quod  absque 
fidelium  elemosina  non  poterit  pre  inopia  ad  statum  optatum  perduci, 
de  rebus  vobis  coneessis,  prout  quilibet  destinarit  in  corde  suo,  vestra 
dignetur  karitas  elargiri ,  ut  exinde  divinam  propieiaeionem  yaleatis 
facilius  impetrare.  Nos  vero  auctoritate  beatorum  Petri  et  Pauli 
apostolorum  et  domini  pape,  qua  fungimur,  confisi,  omnibus  elemosi- 
nam  suam  ad  predictum  loeum  porrigentibus  quadraginta  dies 
eriminalium  de  iniuneta  sibi  penitencia  misericorditer  relaxamus. 

Biemplani  petit«rie  in  seeanda  speeie. 

Gregorius  episeopus  servus  servorum  Dei  talis  ecciesie 
canonicis  h^  etc.  Licet  ex  deeessu  felicis  recordacionis  venerabilis  in 
Christo  fratris  nostri  C.  <?^,  Maydburgensia  quondam  episeopi,  super 
vos  videatur  manus  Domini  speeialiter  aggravata,  quia  tanti  estis 
benedictione  pontifieis  viduati,  universali  d)  nichilominus  ecciesie  ex 
eiusdem  morte  dolor  provenit  et  lamentum.  Ipse  quidem  in  domo 
Domini  tempore  iracundie  factus  est  c^  reconciliacio  et  sicut  colump- 
nam  validam  humeros  suos  exhibuit  ad  portandum  onera  sacrosancte 
ecciesie,  matris  sue,  ideo  memoria  eins  non  delebitur  a  generacidne  in 
generacionem  et  nomen  eius  per  secula  requiretur.  Sed  quia  nunquam 
sie  abreviata  videtur  manus  Domini  ut  obliviscatur  miseris  misereri, 
ecce  convertit  luctum  nostrum  in  gaudium,  cuius  misericordia  plena 
esse  f)  dinoscitur  omnis  terra.  Ceterum  congratulamur  vobis,  quod  ob 
reverenciam  sedis  apostolice  honorabilem  virum  g)  in  prepositum 
recepistis;  ad  quod  factum,  sicut  sinceritate  devota  adhibuimus 
operam  diligentem,  sie  non  inmerito  grata  amplectimur  caritate, 
quod  in  eo  voluntas  nostra  prodiit  in  effectum.  Et  quia  hy  in  exami- 
nacione  eiusdem  persone  plene  ipsius  cognovimus  circumstancias 
meritorum,  sperantes  et  in  Domino  firmissime  confidentes,  quod  ad 
cuiuslibet  regimen  ecciesie  ydoneus  esse  possit,  utpote  vir  multe 
honestatis,  continencia  et  morum  honestate  i)  laudabilis  coram  Deo  et 
omni  populo ,  potens  in  opere  et  sermone ,  ita  ut  digne  et  efficaciter 
Fol.  14  •.  preesse  valeat,  fraterna  Ary  vobis  sollicitudine  consulimus  et  rogamus, 

a)  etiam  Z.  —  h)  talibus  salutem  Z.  —  c^  B.  Z.  —  d)  universalis  V.  — 
e)  fuit  Z.  —  f)  esse  fehlt  V.  —  g)  H.  Z.  —  h)  quia  quandoque  Z.  —  i)  hon. 
fehlt  V. —iy  »>c! 

1)  Ad  Corinthos  2,  cap.  9,  6. 


.   37 

quatenus  in  ipsum  yota  vestra  unanimiter  conrertatis,  quia  sedes  apo- 
stolica  promocionem  eius  desiderat,  sperans  quod  ecclesie ,  cui  prefi- 
citur,  eius  promocio  veniat  ad  honorem,  quodque  ecclesie  universali 
et  dpmui  Israhel  ascendens  ex  adyerso  murus  ferreus  et  turris  fortitu- 
dinis  erigatur.  Dat.  etc. 

Traetatiis  de  senteneiis. 

Distinctio  VI!  a), 

Sentenciarum  tot  sunt  diversitates  quot  sunt  iudicum.  Judicum 
enim  alii  sunt  ordinarii,  alii  legaii,  alii  subdelegati,  alii  arbitri, 
Capud  ordinariorum  iudicum  est  dominus  papa.  Legati  sunt  hü,  qui 
ad  aliquam  provinciam  diriguntur  *^,  delegati  vero  dicuntur  Uli, 
quibus  c^  a  domino  papa  vel  ab  alio  quocunque  iudice  ecclesiastico  et 
ordinario  commissio  datur,  ut  de  iudicio  vel  de  aliqua  causa  cognos- 
cant  et  cy  determinent  illam  dy.  Et  contingit,  quod  tales  delegati 
causam  suam  subdelegent,  et  tales  vocantur  subdelegati.  —  Arbitri 
sunt  iudices,  qui  ex  approbacione  parcium  et  consensu  negocium 
aliquod  assumunt  ad  determinandum ,  accepta  securitate  a  partibus, 
quod  «ue  ordinacioni  Stare  non  denegent,  vel  penam  incidant,  qua 
idem  arbitrium  est  vallatum.  —  Et  secundum  hanc  diversitatem  iudicum 
formande  sunt  sentencie  diverse. 

Omnes  autem  sentencie ,  quantum  ad  iudices  ordinarios  et  ^) 
legatos  et  subdelegatos,  in  causis  ecclesiasticis  aut  sunt  diffinitive 
aut  interlocutorie.  Diffinitiva  est,  que  fit  super  ipso  negocio  princi- 
pali  per  quam  quilibet  reus  absolvitur  vel  dampnatur.  Interloeutoria 
sentencia  est  que  fit  super  f)  emergenti  negocio  vel  super  excepcione 
aliqua,  proposita  in  iudicio.  Si  autem  sentencia  est  domini  pape,  sine 
scripto  ferenda  est,  quod  contingit  cum  partibus  absentibus  sententia 
fertur  a  domino  papa;  tunc  incipit  narracio  domini  pape  a  commenda- 
cione59'lMuspersone,que  est  per  eius  sentenciam  condempnanda,  com- 
mendans  personam  de  prosecucione  iuris  sui,  exinde  transfert  se  ad 
commendacionem  persone,  pro  qua  ferenda  est  sentencia,  in  fine  con- 
cludit  rem,  de  qua  agitur,  adiudicans  eam  uni  personarum.  Si  autem  in 
scriptis  ferenda  est  sentencia,  quod  contingit  una  parte  absente ,  tunc 

aj  Di8t.ynLV.  — 6^  a  domino  papa,  hocost  a  latere  eiusdem,  quibus  idem 
dominus  papa  iurisdictionis  sue  terrainos  pro  suo  beneplacito  minuit  et  aug- 
mentat  Z.  —  cj  vel  Z.  —  c)  ut  Z.  —  d)  vel  decldant  Z.  —  ej  et  fehlt Z.  -  f)  sub 
aliquo  Z.  —  gj  ad  commendationem  Y. 


38   * 

modus  sentencie  talis  est:  scribitur  capitulo  vel  metropolitano  Tel 
dyocesano  ordine  salutacionis  consueto,  et  succincte  seu  breviter  cause 
merita  enarrabuntur  et,  sieut  in  causa  processum  est,  allegabitur  hinc 
et  inde;  in  fine  condempnacionem  Tel  absolucionem  litere  continebunt, 
ita  semper  quod,  si  sentencia  est  diffinitiva  «),  hoc  yerbum:  ,,senten- 
ciando  dicimus**  vel,  si  est  interlocutoria,  hoc  verbum:  „interlo- 
quendo  dicimus**,  que  sane  verba  nullatenus  negligantur  et,  si  est 
arduum  negocium,  apponetur  ei  sentencia,  scilicet  „de  maturo  fratrum 
consilio  nostrorum'*.  Exemplum  infra. 

Legatorum  domini  pape  Mentencie  ^om^Sit  curie  predicte  per 
omnia  solent  esse  conformes.  Aliorum  autem  iudicum  ordinariorum 
sentencie,  si  in  negocio  quod  agitur  directo  ordine  iudiciario  sit  pro- 
cessum, id  est,  si  precessit  citacio ,  litis  contestacio,  testium  recepcio, 
in  scriptis  sunt  omnes  ferende ;  in  notoriis  autem  factis,  utpote  delictis, 
furtis  vel  maleficiis,  non  requiritur  soUempnitas  scripti,  sed  sufficit  ut  a 
iudice  verbo  proferantur.  Exemplum  infra. 

Delegatorum  vero  iudicum  sentencie  si  sunt  interlocutorie 
habent  istum  modum.  Scribantur  primo  iudicum  ^J  nomina  et 
dicatur?  „a  sede  apostolica  vel  N.  archiepiscopo  vel  episcopo  dele- 
gatorum", deinde  ponatur  excepcio,  deinde  replicacio,  deinde  repli- 
cacionis  vel  excepcionis  admissio  vel  repulsio. 
Fol.  14  b.  gj  ^^j.^  diffinitiva  sit  sentencia,  eorundem  iudicum  modus  erit 

talis:  preponetur  <9  »In  nomine  patris  et  filii  etc."  postea  nomina 
iudicum,  deinde  dicetur  in  eadem  dj  sentencia,  quod  plene  didicerunt 
vel  investigaverunt  cause  meritum  et  eis  de  ipso  processu  proba- 
cionis  ej  plene  constet  et  sie  absolvant  vel  condempnent  f),  ita  quod 
hoc  verbum  „sentenciando"  nullatenus  negligatur. 

ArbUrorum  9)  vero  iudicum  sentencie  talem  modum  habent : 
premittitur  „In  nomine  patris  etc.**  et  postea  nominantur  arbitri  ä^, 
deinde  quales  sub  quali  negocio  discordent  et  in  qua  pena  vel  qua 
forma  in  ipsos  arbitros  sit  commissum  et  postea  descendatur  ad 
condempnacionem  vel  absolucionem  per  commutacionem  rei  de  qua 
agitur  et  personarum  agentium.  Et  hoc  intelligatur  de  sentencia 
arbitraria.  Exemplum  infra. 

a)  diffinita  V.  —  h)  iudicis  Tu  —  c)  prep.  fehlt  V.  --  d)  ipsa  Z.  — 
e)  probacionibus  V.  —  ^  condempnant  V.  —  g)  arbitrum  S,  —  k)  nominatur 
arbiter  Z. 


89 


Biemplam  diffinltife  sentencle  papalis  a). 


Gregorius  episcopus  s.  s.  Dei  venerabili  in  Christo  fratri 
P.  Magdeburgensi  archiepiscopo  etc.  Quia  equa  est  via  Domini  et 
iniquitas  per  eius  semitam  non  transibit,  nos ,  quos  posuit  ad  ovilis  sui 
custodiam,  constituti  cuilibet  debitores  ac  per  summi  patris  semitas 
sollicitijdine  jgradientes,  eo  auetore,  qui  odit  iniquitatem  et  iusticiam 
diligit,  a  calle  rectitudinis  non  discedimus  neque  ab  equa  via 
iusticie,  quantum  humana  sinit  condicio,  deviamus.  Sane  in  nostra 
presencia  H.  dileetus  in  Christo  filius  Halberstatensis  ^)  ecclesie  cano- 
nicus  eiusdem  ecclesie  procurator,  sollicitudine  cy  et  cum  instancia 
postulavit,  quatenus  electionem  dilecti  filii  L.  ^J,  quem  eadem  ecclesia 
in  episcopum  elegerat  et  pastorem,  auctoritate  apostolica  confirmare 
dignaremur.  Ad  hoc  dileetus  in  Christo  filius  6.,  sancte  Marie  Jericho 
procurator,  proposuit  ex  adverso ,  quod  quia  secundum  iuris  regulam 
plus  operatur  unius  contemptus  quam  multorum  contradictio,  dilecti 
L.  ej  electio  non  valebit  hac  racione,  quia  ecclesia  in  Jericho  pari  f) 
iure  electionis  et  simili  libertate  eligendi  a  prima  sui  fundacione 
semperest  gavisa,  prout  se  papalibus  etimperialibus  privilegiis  asseruit 
probaturum.  Et  cum  ecclesia  in  Jericho  in  electione  Ludolfi  g) 
exclusa  fuerit  et  condempnata ,  electionem  ipsam  pronunciari  petebat 
irritam  h^  et  inanem.  Asserebat  preterea,  quod  sepedictus  L.  *^,  ipsius 
ecclesie  menbrum  non  existens,  eligi  non  debebat,  sed  pocius  postu- 
lari.  Ex  hiis  igitur  et  aliis  causis  electionem  Halberstatensis  ^) 
ecclesie  de  L.  l)  cassari,  et  in  Jericho  factam  de  B.  ^^,  ipsius 
ecclesie  preposito,  tanquam  rny  canonicam  petebat  sollicite  confirmari. 
Nos  igitur  provida  deliberacione  «^  pensantes,  quod  ecclesia  Halber- 
statensis  propter  allegatas  causas  eligendi  et  modo  sibi  quolibet  pro- 
videndi  se  privaverat  ista  vice,  considerantes  eciam  quod  ecclesia  oj 
Jericho ,  que  non  principalis  pj  mater  immo  ecclesie  Halberstatensis 
secundaria  iudicatur,  licet  esse  possit  quod  haberet  quantum  ad 
electionem  cum  matrice  ecclesia  q)  eadem  modo  quolibet  ius  commune, 
non  tamen  posset  aliquatenus  nee  haberet  sine  matrice  ecclesia 
eidem  modo  quolibet  providere :  de  maturo  fratrum  nostrorum  consilio 

a^. papalis  fehlt  V.  Dist.  IX.  V.  —  bj  Hiistacensis  V.  —  c)  sollicite  Z.  — 
d)  R.  Z.  —  eJR.Z.—O  pro  V.  —  gj  Rudolfi  Z.  -  h)  iritam  V.  -  i) R.  Z.  - 
k)  HalstateDsis  V.  -^  l)  Rud.  Z.  —  m)  tantam  V.  —  nj  considerantes  vel  p  Z.  — 
o)  in  Jer.  Z.  —  pj  prineipaliter  V.  —  q)  ecclesie  V. 


40 

utramque  electionem  utriusque  ecclesie  sentenciando  iudicamus  et 
decrevimus  non  tenere,  ita  tarnen,  quod  salva  sint  utrique  «)  ecclesie  ^) 
sua  iura.  Et  quia  ex  fluxu  temporis  ad  nos  eiusdem  ecclesie  c)  cogno* 
scitur  provisio  deroluta»  eidem  in  persona  dilecti  filii  G.,  Magde- 
burgensisrf^  ecclesie  decani,  auctoritate  apostolica  providemus,  frater- 
nitati  tue  per  apostolica  scripta  mandantes,  ut  ipsum,  cum  confir- 
macionis  et  consecracionis  munere  ad  propria  revertentem.  Halber- 
statensi  ej  ecclesie  representes  et  in  coi^oralem  possessionem  iuris, 
»"•>•**••  tarn  ecclesiastica  ^  potencia  quam  mandato  ^^  inducas  eundem  et 
tuearis  inductum,  ita  quod  tua  exinde  devocio  debeat  commendari. 

SifMpliiM  dtfliitiTe  seiteieie  a  parte  ordiiarioraM. 

P.  Dei  gracia  Pataviensis  ecclesie  episcopus  dilecto  in  Christo 
filio  plebano  talis  loci  etc.  Super  inpedimento  matrimonii,  quod  esse 
dinoscitur  inter  Florentium  et  Lucyam,  quam  idem  in  facie  ecclesie 
duxerat  in  uxorem,  inquisicione  sollicita  veritate  diligencius  indagata, 
nobis  ex  talium  assercione,  —  videlicet  Septem  sacerdotum,  qui  iurati 
tulerunt  testimonium,  —  in  bac  causa  plene  constitit  et  perfecte,  tale 
impedimentum  in  eis  existere,  quod  matrimonium  contrabendum 
impediat  et  dirimat  iam  contractum,  predictum  F.  et  L.  in  nomine 
patris  et  filii  et  Spiritus  sancti  sentenciando  disiungimus  et  iudicii 
sentenciam  ferimus  inter  eos ,  dantes  utrique,  si  voluerit,  licenoiam 
contrahendi  barum  testimonio  literarum. 

Forma  interlociitorie  senteneie  a  parte  delegatoram. 

F.  h^  miseracione  divina  talis  abbas  B.  eadem  miseracione  pre- 
positus  talis  loci ,  iudices  a  sede  apostolica  delegati ,  omnibus  boc 
scriptum  visuris  salutem  in  omnium  salvatore.  In  causa  que  vertitur 
inter  plebanum  talis  loci  ex  una  parte  et  dominum  Job.  et  fratres  i) 
patronos  ex  parte  altera,  idem  dominus  Job.  fratresque  eins  in  nostra 
presencia  comparuerunt,  et  dicto  plebano  cum  instancia  postulante,  ut 
sibi  iusticiara  facereraus ,  Jobannes  et  fratres  eins  ad  sedem  apostoli- 
cara  appellaverant,  assignantes  causam  appellacionis  sue,  videlicet 
quod  peremptorium,  quo  eos  citavimus,  perfectum  sex  ebdomadarum 

a)  utriusque  V.  —  h)  in  posterum  Z.  —  c)  donacio  V.  —  d)  Mayd- 
burgensis  V.  —  e)  Habbastensi  V.  —  f)  ecclesiastici  Z.  —  g)  jnuudana  lu 
lesen  —  h)  L.  Z.  —  i)  eius  Z. 


*1 

spacium  non  haberet.  Nos  igitur  attencius  pensantes,  quod  inducie 
arbitrarie  sunt,  et  quod  distancia  locorum  non  est  talis,  quod  causari 
iure  valeant  super  eo  datum  sibi  terminum  nimis  artum:  de  prudentum 
virorum  consilio  et  interloquendo  pronunciamus,  appellaeionem  huius- 
modi  non  valere. 

Forma  sentende  ab  arbitris  indidbiis. 

In  nom.  patris  et  filii  et  s.  saneti.  F.  Dei  graeia  Magdburgensis 
ecclesie  episcopus,  C.  «^  miseraeione  divina  prepositus,  C.  talis 
decanus,  nos  eleeti  arbitri  a  domino  ac  nobili  viro  N. ;  —  C.  Dei  graeia 
abbas  talis,  B.  prepositus  et  A.  decanus  ecclesie  talis,  nos  eleeti 
arbitri  a  domino  abbate  ecclesie  talis,  in  causa,  que  vertitur  inter  h^ 
eundera  dominum  B.,  venerabilem  abbatem  ecclesie  predicte  et  nobilem 
virum  memoratum,  sie  arbitrio  duximus  procedendum :  Cum  dictus 
abbas  contra  nobilem  supradictum  pretenderet  actionem  super  eo,  quod 
advocaciam  ipsius  sue  ecclesie  per  violenciam  iniuriose  nimium 
detineret,  et  super  eo  quod  homixies  ipsius  advocacie  angariis,  exactio- 
nibus  indebitis  ac  dampnis  gravibus  afifecisset,  nos  arbitrio  de  volun- 
tate partium  suscepto  c),  et  sub  manus  nostras  fide  data  sub  pena  decem 
marcbarum,  per  excommunicacionis  sentenciam,  facta  nichilominus 
promissione,  quod  eciam  se  servaturum  pretatus  nobilis  in  manus 
domini  ^piscopi  talis  dinoscitur  promisisse,  statuimus  et  mandamus  sub 
eadem  penafirmiter  observari,  ut  videlicet  hü,  qui  predicte  ecclesie 
ofBcinas  irruperant ;  a  domino  abbate  veniam  et  absolucionis  graciam 
postularent,  a  quo  sane  secundum  formam  ecclesie  fuerint  taliter 
absoluti,  si  scilicet  officinis  eisdem  restituerint  universa  ipsis  ablata, 
ut  quilibet  eorum  prestito  iuramento  affirmaret,  se  reddidisse  fide 
bona  omnia,  que  in  eius  d^  usum  de  ablatis  quibuslibet  devenissent. 
Verum  eciam  domino  abbati  predicto  duximus  iniungendum,  quatenus 
dampnis  aliisque  iniuriis  renunciaret  expresse  quascunque  in 
personis  vel  in  rebus  ei  vel  ecclesie  sue  per  se  vel  per  alios  prefatus 
nobilis  intulisset.  Eidem  autem  nobili  sub  penis  precipimus  antedictis, 
ut  renunciaret  iuri  advocacie  quod  habere  videbatur,  quatenus  super 
eo  memoratam  ecclesiam  de  cetero  nullo  inpedimento  vel  obstaculo 
pregravaret.  Receptis  igitur  hiis  mandatis,  nobilis  antedictus  coram 
domino  episcopo  memorato,  multis  viris  fidelibus  et  honestis  astan- PoI.  i4  a. 

a)  B.  Z.  —  h)  inter  fehlt  V.  —  c)  suspecto  V.  —  dj  portionem  vel  Z. 


42 

tibus,  illi  advocacie  renunciarit  expresse,  bona  fide  protestatus,  quod 
ecciesiam  supradictam  nullo  umquam  tempore  molestaret  a). 

Traetatns  de  eonirMaeionlbiis. 

Distinctio  VIII  bj, 

Qaia  evidencius  ad  sententias  sequi  «)  seiet  robur  firmitatis, 
consequenter  de  confirmacionibus  rideamus.  —  Est  autem  eonfirmacio 
quando  papa  vel-aHus  iudex  d^  ecclesiastieus^senteneiam  sui  iudicis 
se  ratam  habere  suis  asserit  ^y  literis  et  eonfirmat.  Confirmacio  alia 
simplea:,  alia  condicionalis,  alia  mera. 

Simplex  est  quando  niehil  continet  de  materia  rei  vel  processu 
senteneie,  que  est  confirmanda,  sed  simpliciter  dicitur  ita:  ^factum 
talis  eapituli,  vel  talis  prepositi  senteneiam  confirmamus** ;  condicionalis 
est  f) ,  que  pertinet  pro  parte  ad  materiam  vel  processum  rei  confir- 
mande,  ubi  videlicet  instruetus  est  papa  vel  alius  iudex  ex  narracione 
vel  suggestione  alicuius  partis  de  processu  negoeii,  nee  ita  plene 
eonstat  iudici,  quod  in  confirmaeionis  senteneia  sie  dicat:  „sicut  iuste 
et  raeionabiliter  est  factum'*  et  „ut  lata  est  sententia**  g)  confirmamus; 
mera  est,  ubi  pape  vel  alii  iudici  plene  eonstat  de  facto,  tunc  omnis 
cessat  condicio,  sed  ita  dicitur,  si  pape  est  confirmatio:  „auetoritate 
omnipotentis  Dei  et  apostolorum  eius  Petri  et  Pauli  factum  tale,  vel 
talein  senteneiam  confirmamus**  —  si  alius  iudex  est  dicitur:  „auctori- 
tate,  qua  fungimur**. 

VofMa  eonfirmaeionis  Mere. 

Gregorius  ep.  s.  s.  Dei  dilecto  in  Christo  fratri  B.  hy  archiepi- 
scopo  talis  loci  ac  ejus  coniudicibus  salutem.  Dilecti  in  Christo  filii,  D. 
abbas  talis  loci  et  C.  prior  monasterii  eiusdem,  secundum  i)  quod  a 
nobis  iidem  receperuntper  apostolicas  literas  in  mandatis,  in  causa  que 
super  iure  patronatus  ecclesie  parochialis  talis  ville  inter  venerabilem 
in  Christo  fratrem  episcopum  talem  ex  parte  una,  et  B.  militem  ex 
parte  altera  vertebatur,  servato  iuris  ordine,  procedentes,  dictum  ius 
patronatus  ecclesie  predicte  adiudicaverunt  per  diffinitivam  senten- 
tiam  militi  memorato.   Et  quia  patefactus  est  nobis  de  veritate  pro- 

a)  molestaret,  abbas  quoque  renunciavit  dampnis  et  iniuriis  prout 
8  uperiu«  est  expressum  Z.  —  h)  Dist.  X.  V.  —  c)  sequi  fehlt  V.  —  ey  ecclesiasti- 
cam  senteneiam  sive  sentencias  sui  iudicis  Z.  —  e)  astruit  V.  —  f)  que  con- 
tinet pro  parte  materiam  Z.  —  g)  Von  sie  dicat,  also  von  sentnecia  bis  sen- 
teneia fehlt  V.  —  h)  talis  ecclesie  episcopo  Z.  —  i)  se  secundum  V. 


43 

cessus  iudicii  et  iusto  iudicum  ordine  constitit  evidenter:  nos  factum 
racionabile  iudicantes ,  sentenciam  latam  auctoritate  Dei  omnipotentis 
et  apostolorum  eius  Petri  et  Paidi  duximus  confirmandam. 

Vorma  eonfirmaclonis  eoidicionalis. 

Gregorius  episcopus  seryus  s.  Dei  dilecto  in  Christo  fratri  archiepi- 
scopo  tali  salutem.  Venerabili  in  Christo  fratre  «9  f^Uc^s  hy 
recordacionis  A.  episcopo  tali,  voeante  divina  clemencia,  sublato  de 
medio,  dilecti  in  Christo  filii,  tale  videlicet  capitulum,  dilectum  filium 
R.  prepositum  cy^  virun*  providum  rf?,  discretum,  in  pastorem  «^  et 
episcopum  canonice  elegerunt,  nobis  per  dilectum  filium  Cf^^  ecciesie 
talis  canonicum,  supplicantes,  quatenus  electionem  eandem,  utpote 
canonice  factam,  dignaremurdebenignitate  sedis  apostolice  confirmare. 
Nos  igitur  predictam  electionem  sicut  iuste  et  rationabiliter  facta  9) 
auctoritate  apostolica  confirmamus. 

Forma  confirmaeioils  simplicis. 

R.  Dei  gracia  ecciesie  talis  episcopus  dilectis  in  Christo  filiis 
talibus  sue  dyocesis  plebanis  salutem  etc.  Nobilis  vir  de  tali  loco 
nobis  humiliter  supplicavit,  quatenus  excommunicacionis  sentenciam, 
quam  dominus  prepositus  talis  pro  eo  in  Ch.,  civem  talis  civitatis, 
exigente  iusticia,  promulgavit,  eo  quod  idem  civis  in  quadam  eiusdem 
militis  villa  preter  sortem  debitam  X  marcas  argenti  et  amplius  dino- 
scitur  accepisse ,  sicut  coram  domino  preposito  se  asserit  legitime 
probasse,  dignaremur  auctoritatis  nostre  munimine  confirmare.  Qua- 
propter  universitati  vestre  precipimus  ^)  et  mandamus,  ut  ipsam 
excommunicacionis  sentenciam,  sicut  est  probata,  iuste  etracionabiliter 
faciatis  usque  ad  satisfactionem  condignam  ab  omnibus  inviolabiliter 
observari,  quam  confirmamus  iuris  ordine  non  neglecto.  Verum  quia 
crescente  «^  contumacia  crescere  debet  et  pena,  quia  predictus  civis 
hactenus  exconununicacionis  non  curavit  sentenciam,  mandando  preci- 
pimus, ut  eundem  singulis^  diebus  dominicis  et  festivis,  candelis '•'•*«  •• 
ardentibus  et  campanis  pulsatis,  in  parochiis  yestris  singuli  denun- 
cietis  eundem  excommunicatum  ^J. 

.  a)  Yenerabilem  in  Chr.  fratrem  V.  —  h)  memorie  vcl  Z.  —  c)  suum  Z.  — 
<0  et  Z.  —  e)  proprium  Z.  —  f)  Ch.  Z.  —  g)  factam  za  leaen.  —  h)  p.  man- 
dantes  Z.  —  i)  malicia  seu  Z.  —  h)  exe.  fehlt  V. 


44 


Tractatis  it  appdUcioiibit. 

DistiDctio  IX  •). 


Sicut  confirmacio  facit  sentenciam  esse  ^^  utilem  et  ralere ,  sie 
appellacio  intereipit  actum  suum  et  ipsam  transire  non  permittit  in  rem 
judicatam.  Unde  de  appellacionibus  videamus.  Appellacio  secundmn 
iuris  diffinicionem  est  ad  superiores  provocacio  et  Yult  fieri  plerumque 
ante  sentencias.  Sciendum  autem ,  quod  appellacio  gradatim  debet 
fieri,  scilicet  a  plebano,  si  est  necessarium ,  ad  archidyaconum,  ab 
arcbidiacono  ad  episcopum,  ab  episcopo  ad  arcbiepiscopum,  ab  arcbi- 
episcopo  ad  papam,  nisi  forte  fiat  saltus  cj  in  quibusdam  casibus,  ut 
si  forte  atiquis  iudex  inter  papam  et  ptebanum  suspensus  fiierit  aut 
interdictus  vel  excommunicatus  vet  forte  negligens  et  insufficiens;  et 
tunc  is  dj^  qui  talis  est,  obmitti  c)  potest  et  ad  alium  appellari. 
Item  omnis  appellacio  debet  fieri  ex  causa,  yidelicet  ex  suspicione 
Tel  Q  manifesto  graramine.  Et  ubi  propter  suspicionem  appellatur, 
non  sufßcit  appellari  gj  solummodo  propter  suspicionem,  nisi  suspi- 
cionis  cause  manifeste  probentur  et  sufficienter.  Item  non  sufßcit 
allegari  gravamina ,  nisi  per  ius  et  facti  evidenciam  plene  constet. 
Coram  iudicibus  delegatis  si  fuerit  appellandum,  a  delegatione  appel- 
labitur.  Tamen  quorundam  est  opinio,  quod  in  iudicio  delegatorum 
appellacio  eciam  per  saltus  fieri  valeat «)  et  eisdem  sie  ä^,  si  alias  est 
ydonea,  deferendum. 

De  appellacionibus  sunt  regule  generales:  Omnis  appellacio  fit  in 
scriptis.  In  primis  apponet  ij  appellans  nomen  suum,  deinde  nomen  eins 
vel  eorum  contra  quem  vel  quos  appellat,  deinde  causam  gravaminis, 
quam  non  sufßcit  dicere  sed  eciam  specificari  oportet.  Postmodum 
subiungit  appellans  „ad  talem  locum**,  vel  „ad  talem  iudicem**  kj  vel 
specialiter  „ad  dominum  papam",  et  in  fine  ponitse  et  sua  sub  protec- 
tionem  eins,  ad  quem  appellat.  Et  si  appellatur  IJ  ad  terminum, 
terminus  debet  poni.  Item  sciendum,  si  appellatur  de  iudicibus  dele- 
gatis, forma  delegacionis  erit  sub  eorum  sententia  vel  aliquis  ab 
aliquo  gravamine;  sie  per  omnia  modus  servabitur  supradictus. 
Exemplum  infra. 

a)  Dist.  XI.  V.  —  6J  esse  fehlt  V.  —  cj  salutaiio  V,  —  dj  his  Z.  — 
ej  committi  V.  —  fj  ex  Z.  —  g)  allegari  Z.  —  h)  sit  zu  lesen  —  i)  ponei  — 
kj  tale  iudicium.  Z.  —  /)  appellat  V. 


1}  Hier  muss  »ad  papam**  ergänzt  und  dauu  für  eisdem  eidem  gelesen  werden. 


45 


lorva  appellaelonls  ad  termimm. 


A.  Dei  gratia  aj  talis  ecclesie  prepositus  totumque  eiusdcm 
ecclesie  capitulum.  Scientes  nos  grayari  a  tali  (fomino  talis  ecclesie 
episcopo  in  eo  quod,  auctoritate  sua  nobis  non  exhibita  nee  per  domini 
pape  literas  nee  per  alias  auctenticas,  nos  citavit  ad  loca  periculosa  et 
remota,  cum  non  constet  nobis ,  ut  dixiraus,  de  auctoritate  sua.  Item 
quia  autentii^um  suum,  si  quod  habet,  clausulam  non  eontinet  »non 
obstante  conditione  de  duabus  dietis  edita  in  concilio  generali^, 
super  hiis  et  aliis  gravaminibus  ad  sedem  apostolicam  appellamus 
et  ponimus  nos  et  ecclesiam  nostram  sub  protectionem  domini  pape, 
presignantes  terminum  appellacionis  nostre  octavam  Petri  et  Pauli 
apostolorum  ^J, 

leraia  appellaeienis  sine  temiio. 

B.  cj  Dei  gracia  talis  ecclesie  episcopus  discreto  riro  A.  misera- 
cione  divina  talis  loci  preposito  ac  iudici  delegato ,  salutem  etc.  Cum 
venerabiles  patres,  dominus?  Magdeburgensis  et  H.  Herbipolensis 
episcopi  auctoritate  apostolica  episcopatum  nobis  contulerint  Mys- 
sannensem,  ne  quid  a  vobis  vel  dj  ab  aliis  in  nostri  iuris  adtemp- 
tetur  preiudicium  in  hac  parte :  noveritis  nos  in  «^  scriptis  ad  sedem 
apostolicam  appellasse,  quam  appellacionem  eciam  coram  Yobis  denuo 
profitemur  fj, 

Tractatns  eieeatoriariM. 

Diatinctlo  X  gj. 

Dum  in  donacione  prebendarum  post  petitorias  executorias  papa 
dare  soleat,  videndum  est,  quid  sit  executor.  Executor  dicitur  eo 
quod  ipse  exequatur  sive  quod  per  cum  sentencia  vel  factum  superioris 
debitum  sorciatur  eflfectum. , 

Executores  domini  pape  largam  habent  jurisdictionem,  eo  quod 
scribitur  eis  in  literis  „per  ceitsuram  ecclesiasticam**,  per  que  yerba 
tria  intelliguntur  specialia :  interdictum,  suspensio  et  excommunicacio.  '^**'  '*  *** 
Generaliter  autem  omne  id  quod  auctoritate  ecclesiastica  interponi 
seiet,  intelligi  debet  de  rebelllbus,  quia  crescente  contumacia  etc. 

a)  miseratione  di?ina  Z.  —  h)  ap.  proximo  nunc  venturam.  Dat.  Z.  — 
e)  G.  Z.  —  d)  sea  Z.  —  e)  in  hiis  Z.  —  f)  protestamur  Dat.  Z.  g)  Ditt.  XII.  V* 


46 

Aliorum  iudicum  exectUores,  secundum  quod  eorum  liiere 
continent,  largam  habent  auctoritatem  yel  strictam,  hoc  est  secundum 
quod  litera  solet  «^  esse  generalis  vel  specialis.  Si  enim  dicitur  „per 
censuram  ecclesiasrticam*'  intelligitur  ömne  illud,  quod  superius  est 
expressum.  Si  autem  in  specie  pena  exprimitur,  infligere  potesf  hy 
executor  et  ultra  non,  quia  mandatum  et  fines  mandati  excedere  non 
est  tutum.  Item  sciendum,  quod  executoris  non  est  cognoscere,  utrum 
sentencia  sit  equa  vel  iniqua»  quia  ei  tantum  execucio,  non  causa 
cognicionis  delegatur,  immo  eciam  sentenciam  iniquam  tenetur  exsequi, 
quamyis  c)  latam  cognoverit  minus  iuste»  nisi  supplicando  ab  officio 
execucionis  se  valeat  eripere.  In  execucionibus  domini  pape  nunquam 
vel  raro  invenies  obmissum,  quin  semper  ita  dicatur  „appellacione 
remota*'  et  hoc  ideo  est,  quia  non  est  ab  executoribus  appellandum,  nisi 
forte  iidem  modum  vel  mandatum  excedant.  —  Item  non  credo,  quod 
inpersonam  executoris  illa,  contra  quam  datur  execucio,  possit  excipere, 
nisi  forte  talis  competeret  exceptio,  que  esset  notoria,  quam  eciam 
ecclesia  nullatenus  pateretur,  videlicet  si  esset  excommunicatus  vel 
symoniacus  vel  alias  criminosus.  Et  hoc  ideo  quoniam  executor  motu 
proprio  nichil  facit. 

Item  notandum  quod  executoriarum  alia  condicionalis  alia  tnera. 
Condicioionalis  est,  quando  ponitur  illa  clausula:  ,,scilicet  si  ei  aliquid 
canonicum  non  obsistat*'  et  hoc  consuevit  poni  in  donacione  preben- 
darum.  In  hoc  tarnen  casu  äj  executores  bene  debent  cognoscere 
de  excepcionibus,  que  a  partibus  ponuntur.  Yerbi  gracia. 

Forma  exeeitorie  mere. 

D.  cj  Dei  gracia  f)  abbas  et  S.  prior  talis  monasterii,  iudices 
a.  s.  apostolica  delegati,  dilectis  in  Christo  viris  gj  A.  et  M.  talibus 
plebanis  salutem.  Cum  in  causa,  que  vertitur  inter  nobilem  virum  C. 
ex  parte  una  etH.  civem  exparte  altera,  super  decimis  talis  ville,  nobis  a 
sede  apostolica  subdelegata,  adeo  sit  processum,  quod  idem  nobilis 
possessionem  debitam  probaverit  coram  nobis,  sie  quod  eidem  eadem 
possessio  sit  adiudicata  iuris  ordine  ut  decebat,  predicto  civi  dedimus 
in  mandatis,  ut  post  recepcionem  mandati  infra  XV  dies  recederet  a 

a)  scilieet  fär  solet  Z.  —  bj  poterlt  Z.  —  c)  eam  Z.  —  d)  curt  V.  — 
e)  G.  Z.  —  P  Tel  miierati^ne  dirina  Z.  —  g)  hon^rabilibus   Z 


47 

possessione  dccimc  supra  dicte.  Qui  quoniam  «^  in  contemptu  h) 
nostri  mandati  contumax  est  inventus,  nostre  execucionis  officio  cy^  et 
auctoritate,quafungimur,  exeommunicaeionis  senteneiamriteeontulimus 
contra  ipsum,  eadem  auctoritate  vobis  iniungimus  d^  ac  districtius  e^ 
mandantes,  quatenus  eandem  sentenciam  exequi  curetis,  denunciantes 
prefatum  H.  f)  excommunicatum,  donec  congrue  satisfaciat  9)  de 
premissis. 

Forma  eieentorie  eendidoialis. 

F.  Dei  gracia  talis  tytuli  presbiter  et  apostolice  sedis  legatus 
yenerabili  fratri  archiepiscopo  Maguntinensi  salutem  hy,  Romane  sedis 
clemencia  ecclesias  et  iura  ecclesiastica  tunc  iuvare  creditur,  non 
gravare,  cum  pro  talibus  solet  preces  porrigere,  qui  non  solum  possunt 
graciam  graciis  exequare,  verum  etiam  ex  babundanti  i)  prerogativa, 
quam  in  ecclesia  obtinept,  racione  dati  et  accepti  copiosius  possunt 
aliquid  prerogare.  Cum  igitur  per  decessum  talis  in  ecclesia  Herbi- 
polensi,  vobis  sufTraganea,  una  vacare  ceperit  1^)  canonia»  a  sanctissimo  in 
Cbristo  patre  l)  domino  »*^  6.,  summo  pontifice,  recepimus  in  man- 
datis,  utmagistrumC.w^nepotemdominiP., talis  cardinalis,  dilecti  nostri 
confratris,  quem  idem  pater  sanctissimus  speciali  favore  prosequitur, 
in  predicta  canonia  substitui  procuraremus.  Quapropter  nostre  execu- 
cionis officium  negligere  non  volentes,  auctoritate  apostolica  atque 
nostra,  fraternitati  vestre  precipiendo  mandamus,  quatenus  ob  reve- 
renciam  sedis  apostolice  predicte  Herbipolensis  ecclesie  capitulum 
atque  fratres  curetis  inducere,  ut  predictum  magistrum,  virum  utique 
ydoneum  atque  doctum,  in  canonicum  recipiant  atque  fratrem,  si  tamen 
canonicum  aliud  non  obsistat.  Pro  quo  et  in  quo  eadem  ecclesia  nonpoLise 
solum  predicti  domini  apostolici  sed  etiam  nostram  et  omnium 
fratrum  o^  nostrorum  cardinalium  sibi  graciam  cumulabunt.  Si  vero 
renuerint  v)  per  censuram  ecclesiasticam  compellatis. 

a)  quoniam  fehlt  V.  —  h)  contemptum  V.  —  cj  officium  V.  d)  iniung. 
fehlt  Tu  —  e)  distrlcte  Z.  —  f)  c'vem  Z.  —  g)  singulis  diebus  dominicis  et 
festivis Dat. Z.  —  h)^iit,Z.  —  i)  exhabundatiZ. —Ar^  ceperit  fehlt V.  l)  uostro  Z* 
—  m)  domiDo  fehlt  Z.  —  n)  Ch.  Z.  —  0)  confratrum  Z.  —  p)  appeliatione 
remota  ad  hoc  eos  per  censuram  ecclesiasticam  compellant.  Dat.  Z. 


48 

Traetatis  de  dispeisaeieiibis  <9* 

Distinctio  XI. 

Est  autem  'dispensacio  quando  id,  quod  ex  iure  non  coneeditur, 
immo  verius  prohibetur,  ex  gracia  superioris  admittitur.  Et  trahitur 
illud  nomen  ab  illo  dispensatore,  qui  gracia  plenus  per  fideles  ministros 
suos  munera  distribuit  et  dispen^sat.  Et  sciendum,  quod  solus 
Romanus  pontifex,  quia  solus  in  terris  gerit  sollicitudinem  yeri  Dei,  in 
potestatis  est  plenitudine  constitutus ,  et  secum  patriarche ,  archiepi- 
scopi  et  episcopi  in  partem  sollieitudinis  sunt  assumpti. 

Dispensaeionis  f>)  plures  sunt  speeies :  una  est  cum  dominus  c^ 
papa,  cui  hoc  solum  conpetit,  dispensat  super  pluribus  beneficiis 
obtinendis,  curam  animarumhabentibus.  Item  dispensatur  super  reci« 
piendis  sacris  ordinibuscum  eovidelicet,  qui  forte  exdefectu^^natalium 
esset  in  ecclesiam  nullatenus  admittendus.  Sed  archiepiscopi  et  epi- 
scopi cum  duis  subditis  in  talibus  dispensare  possunt ,  ubi  expresse 
prohibiti  non  curantur  f).  Item  dispensatur  super  quibusdam  irregu- 
laritatibus,  utpote  que  ex  ignorancia  vel  negligencia  committuntur. 
Notandum  autem,  quod  in  dispensacionibus  plurium  beneficiorum  loco 
captacionis  benivolencie  poni  debet  aliquid  de  auctoritate  et  liberali- 
tate  sedis  apostolice,  et  sie  ad  commendacionem  ipsius  persone ,  cum 
qua  dispensatur  Tel  ad  reeordacionem  obsequiorum  venitur.  Deinde 
causa  ponitur,  qua  dispensacio  concluditur,  hoc  tamen  servato,  quod 
dispensationis  verba,  premissa  hac  positione  „auctoritate  Dei  omni- 
potentis  et  apostolorum  eius  Petri  et  Pauli**  nullatenus  negligantur  f). 
Item  in  dispensacionibus  irregularitatufn\oco  captationis benivolencie 
poni  solet  ffj  aliquid  de  pietate  et  misericordia  hj  sedis  apostolice, 
deinde  narrari  debet  factum  et  sie  dispensacio  concluditur.  — 
Exemplum  de  omnibus. 

Dispeisaci«  siper  irregiUritatibis  eentraetis  ex  legUgeneia  rel 

igioraieia. 

Gregorius  s.  s.  Dei  dilecto  in  Christo  filio  B.  tali  prcposito 
salutem.  Sicut  veteris  testamenti  prohibicio  habentem  maculam  in 
oculo  vel  alias  in  menbris,  debilem  vel  contractum  in  sancta  sanctorum 

a)  Dist.  IUI.  V.  —  bj  dispensaciones  V.  —  cj  domino  Y.  —  ^  deffectu 
V.  —  ej  probantur  Z.  —  f)  negligatur  V.  —  gj  debet  Z.  —  ä)  misericordia 
V.  et  Z. 


49 

ministrare  et  ingredi  non  sinebat,  sie  nimirum  presens  t-cclesia, 
spiritualiter  intelligens  et  exponens  que  in  illius  testamenti  prohibitione 
non  sinebantur  ad  literam,  nunc  «?  ab  eterni  regis  ministerio  segregat 
et  discernit  eos  qui  contra  sanctiones  canonicas  viventes  suarum 
maculas  contrahunt  animarum  et  per  aggressum  vetite  dignitatis 
conscientias  polluunt  et  offendunt.  Sane  tua  nobis  porrecta  petitio 
continebat,  dilecte  in  Christo  fili,  quod  olim  ^J  in  minori  etate  vel  officio 
constitutusinquendamdyaconummanusinieceris  violentas,  non  conside- 
rans  forte  ex  levitate  c^  puerili  subesse  periculum  huic  facto,  et  postea 
in  susceptis  ordinibus  ministrasti  dy  et  sine  remedio  dispensacionis 
ad  maiores  ordines  adscendisti,  super  quo  a  sede  apostolica  dispensari 
tecum  misericorditer  postulasti.  Ea  propter  devocionis  tue  et  pie 
peticionis  puritate  pensata,  ecclesiastice  severitatis  ej  rigoreA  circa 
te  apostolica  miseratione  temperamus,  super  irregularitate  sie  contracta 
tecum  misericorditer  dispensantes  f),  ita  ut  nee  in  susceptis  ordinibus 
nee  in  suscipiendis  propter  g)  predictam  negligentiam  sentire  debeas 
aliquod  detrimentum  harum  testimonio  literarum. 

Dispensacio  saper  defeeta  nataliam. 

Gregorius  ep.  s.  s.  Dei  dilecto  filio  tali  etc.  Si  rigoris 
austeritas  attendatur,  si  prospiciatur  iuris  severitas,  difficilis  erit  aditus  f®'-  '^  ^^ 
et  angusta  misericordie  semita  vix  patebit.  Omnes  enim  peccaverunt 
et  egent  gratia  Dei ,  justificati  per  gratiam  salvatoris.  Ipse  quWem 
iustus  et  misericors  est  et  defectura  meriti,  quem  punit  iusticia  vel 
condempnat,  emplastro  misericordie  sanat,  temperat  et  reformat.  Sane 
cum  inter  nos  ob  defectus  varios  et  casus  multiplices  quibus  alienamur 
a  Domino,  culpis  nostris  exigentibus,  nonnunquam  in  ecclesia 
militante  pro  patrum  delictis  puniantur  filii  et  paterne  condicionis 
sentiant  detrimenta ,  dum  presbiteroruni  filii  a  iuris  utriusque,  videlicet 
divini  et  humani,  legibus  alieni  ab  actibus  legittimis  amoveantur 
et  precipue  a  .  susceptione  sacrorum  ordinum  per  h^  sacros 
canones  repellantur :  dilecte  in  Christo  fili  tibi  subveniri  per  dispen- 
sacionis graciam  postulasti.  Nos  proinde  pia  consideracione  pensantes, 
quod,  licet  condicio  hominum  varia  sit,  eadem*  tamen  omnium  est 
natura,  considerantes  etiam  nichilominus,  quod  cum  racio  omnium  debeat 

a)  nee  V.  nee  etiam  Z.  —  h)  quod  olim  fehlt  V.  —  cj  lenitate  V.  — 
d)  ministrari  V.  —  e)  servitulis  7a,  '—  f)  pensantes  V.  —g)  propter  fehlt  V. — 
h)  pro  V. 

Fontes.  Abth.  H.  Bd.  XXV.  4 


so 

esse  mater,  ipsa  ad  propositum  voti  tui  ad  nos  evidenter  et  efficaciter 
interpellat,  cum  sis  honeste  vite  et  conversationis  laudabilis,  eminentis 
Jiterature  et  per  consequens  bone  fame ,  ita  ut  ad  perfectionem  tuam 
id  solum  quod  postulas  deesse  videatur,  defectum  quem  ista  naturalis 
qualitas  attulit.et  inflixit  a?,  amputamus  et  precidimus,  tecum  super 
reeeptis  hj  ordinibus  seu  reeipiendis  in  nomine  Domini  dispensantes 
et  te  exnunc  et  in  antea  legittimum  iudicantes,  ab  aetibus  legittimis 
censemus  et  preeipimus  in  posterum  non  repelli,  harum  testimonio 
literarum. 

Dispensacio  super  plnrlbns  beneficiis. 

Sftdes  apostolica,  que  liberalitate  uBerrima  utitur  in  subditis,  cre- 
bre  cj  tue  deuocioiiis  obsequia  grata  et  afFectuosa  considerans,  sieut 
inter  deyotos  devociorem  te  invenit,  sie  non  inmerito  gratia  pariter 
et  affectu  ampliori  te  iudicat  non  indignum.  Hinc  est  quod  nos  te  ob 
tuorum  exigentiam  meritorum  affectu  amplectentes  speciali,  de  con- 
sueta  benignitate  sedis  apostolice  auctoritate  Dei  omnipotentis  et 
apostolorum  eins  Petri  et  Pauli  tecum  super  habendis  pluribus  bene- 
ficiis tenore  presentium  misericorditer  dispensamus,  ita  tamen  ut 
ultra  duo  beneficia,  curam  animarum  annexam  habentia,  nuUatenus 
assequaris. 

Traetatns  de  indolgentiis. 

'  -  Distinctio  XII. 

Indulgentie  plus  habent  gratie  quam  iuris.  Sunt  autem  plures 
indulgentiarum  species,  inter  quas  principalis  et  precipua  et  magis 
moderno  usui  videtur  consona,  ubi  scilicet  dominus  papa  vel  archi- 
episcopus  vel  episcopus  ob  reverentiam  alicuius  ecclesie  vel  sancti 
seu  dy  patroni  c)  auxilium  alicuius  structure  aliquo  die  certo  in  anno 
aliquot  dierum  largitur  indulgentias  eis  qui  ad  ecclesias  vel  ob  eins 
patrocinia  veniuntista  vice  vel  illa/"^  die,  vel  qui  ad  structuram  eccle- 
siarum  vel  pontium^^  de  suis  elemosinis  aliquid  attulerunt.  Hec  ipsa 
in  tres  alias  dividitur»,  quia  alia  est  revocabilis,  alia  perpetutty  alia 
temporalis, 

a)  auctoritate  eius  cuius  vicem  in  terris  gerimus  qui  natalium  opifex  est 
et  rector,  amputamus  Z.  —  b)  dignitaiibus  et  ordinibus  seu  reeipiendis  quibus- 
cunque  Z.  —  c)  crebe  V»  —  d)  sancti  seu  fehlt  Z. — c^rel  ad  ist  zu  ergänzen. 
—  f)  vice  vel  illa  fehlt  Z,  —  g)  pontiticum  V. 


öl 

Perpetua  est  illa,  que  hoc  vocabulo  „perpetuo**  perpetuatur, 
temporalis  est  illa,  que  sui  valoris  tempus  continet  determinatum, 
revocabilis  est  illa,  que  tempus  determinatum  non  continet,  sed  ex 
dantis  beneplacito  revocatur,  et  ibi  de  valore  temporis  nichil  dicitur. 

Hee  sunt  de  indulgientiis  regule  generales.  Primo  sciendum, 
quod  omnis  indulgentia  debet  prohemium  continere  subsequenti 
materie  consonum :  verbi  gratia ,  si  scribatur  ad  veneracionem  ali- 
cuius  martiris  vel  confessoris  vel  sancti  cuiuslibetpremittiturfl^de  eiusFoi.ie  •. 
laude  et  gloria  sie:  „qui  est  laudabilis  et  gloriosus  in  sanctis  suis**. 
Deinde  exhortacio  ad  fideles,  ut  ad  talis  bj  sancti  patrocinia  conveniant 
tali  die,  et  postea  subiungitur  fructus  laboris  seu  elemosine,  que  erit 
ipsa  indulgentia.  —  Item  si  scribitur  pro  aliqua  ecclesia,  scribendum 
est  utrum  de  novo  surgat,  vel  sit  antiquitate  diruta,  vel  combusta, 
quia  secundumhoc  alius  cj  modus  erit.  Item,  sicut<^)  dictum  est,  om- 
nis indulgencia  revocabilis,  temporalis  vel  perpetua.  Si  est  perpetua  e^^ 
tunc  finis  est  „presentibus  perpetuo  valituris";  si  est  temporalis,  finis^ 
^presentibus  per  biennium  valituris",  si  est  revocabilis,  de  valore  eius 
nichil  dicetur.  Est  autem  et  aliud  genus  indulgentiarum,  quod  soli  pape 
convenit,  quod  alio  nomine  prerogativa  vocari  potest,  videlicet  cum 
papa  pontificalia  insignia  indulget  alicui  abbati  vel  f)  preposito  eccle^ 
siastico,  quod  permittitur  eis  in  infulis  vel  in  aliis  vestibus  pontificalibus 
celebrare.  Et  hee  indulgencie  sive  prerogative  secundum  personarum 
et  ecclesiarum  dignitatem  possunt  a  discreto  notario  formari.  Ut  si 
alicui  infula  conceditur,  que  proprie  est  capitis  ornatus,  prohemium 
materiam  suam  habebit  ab  eo;  verbi  gratia:  „qui  est  caput  ecclesie 
et  Corona  certantium".  Et  si  sandalia  conceduntur,  que  proprie  sunt 
pedum  insignia,  prohemium  materiam  suam  habebit  a  pedibus;  verbi 
gratia:  „Quam  ^^  speciosi  pedes  ewangelizantium  pacem,  ewan- 
gelizantium  bona**,  ^  ut  similia  similibus  congaudeant  et  concordent. 
Si  autem  aliquis  secundum  usum  modernorum  huiusmodi  indul- 
gentias  vellet  privilegia  appellare,  non  peccaret,  pulchrius  tamen  et 
verius  indulgentias  appellamus. 

a)  premittetur  Z.  —  J^  a  tali  V.  —  cj  alius  et  alius  Z.  —  d)  siY,  — 
ej  s.  e.  p.  fehlt  V.  —  /^  vel  aliis  prelatis  ecclesiasticis  quod  Z.  —  gj  pulcliri 
super    montes  pedes  Z. 


*)  Ep.  Pauli  ad  Kom.  10,  IS. 


R.  Dei  gratia  talis  episcopus  omnibus  in  sua  dyocesi  consfiiufis 
salutem  in  omnium  salvatore.  Sanctorum  invisibilis  habitator,  Corona 
certantium  et  martirum  palma,  sponsus  sancte  matris  ecclesie,  candidus 
quidem  innocentie  puritate,  rubricatus  sancte  passionis  sanguine,  uber- 
tatis  sue  sponsam  pie  propiciationis  et  eonsuete  miseratiojiis  munere 
locupletat,  multiplicando  eorum  numerum,  qui  veri  agni  innocentiam 
verbo  predicant  pariter  et  exemplo,  qui  exuti  pompis  secularibus 
egentes  angustiis  afflicti  sunt  et  per  omnia  speculum  mundo  facti. 
Hinc  est  quod  nos,  quos  licet  indignos  superni  Providentia  conditoris 
adpastoralisextulit  sollicitudinis  dignitatem,  specialiter  ascribimus  eius 
dono  cuius  oculi  nostrum  aspiciunt  inperfectum ,  et  in  seculum 
benedicimus  nomen  eius,  qui  nostris  temporibus  terminos  nostre  soUi- 
citudini  deputatos  fratrum  N.  ordinis  domibus  benedixit,  qui,  calcatis 
mundi  illecebris,  auctori  omnium  iugiter  famulantur  et  nobis  de 
qualitate  meritorum  dilBdentibus  sanctarum  orationum  suarum  patro- 
cinio  suflFragantur ;  sanctificari  enim  cum  sanctis  speramus  et  fieri 
cum  innocentibus  innocentes.  Cum  igitur  ob  eius  amorem,  quem  iidem 
dilecti  fratres  officio  sermonis  predicant  et  exemplo  vere  paupertatis 
Christum  pauperem  imitantur,  ipsum  ordinem  eterne  karitatis  brachiis 
amplectamur  et  amemus,  rogatiabipsisfratribus,  oratörium  eorundem«) 
in  tali  civitate  constitutum  ad  honorem  Dei  et  sancte  matris  eius  in 
Kalendis  Maij  dedicarimus,  secundum  quod  officii  nostri  debitum  exigebat, 
cooperante  nobis  gratia  sapientie  septiformis.  Et  ut^^huius  dedicationis 
P^,  45  ^  memoria  deinceps  habeatur  et  omni  devotione  et  reverentia  a  Christi 
fidelibus  celebrius  frequehtetur ,  auctoritate  nobis  a  Deo  concessa, 
cooperantibus  infirmitati  c)  nostre  eorum  meritis  qui  in  dj  dedi- 
cationis die  Domino  famulantur  ibidem,  et  omnibus  qui  e)  humiliter  et 
devote  ibidem  convenerint,  unam  karrinam  et  XL  dies  criminalium  de 
iniuncta  eis  penitentia  misericorditer  relaxümus. 

F^rina  Indnlgentie  prer^gative. 

Grcgorius  episcopus  s.    s.    Dei   dilecto   in  Christo  filio  abbat! 
tali   salutem   etc.   Misticis  f)   misteriis   deservit   et  famulatur  iure 

a)  eundem  V.  -  h)  ut  fehlt  V.  —c)  infirmitate  V.  —  d)  dicte  Z.  -  e) 
in  eiusdem  dedicationis  die  ad  dictum  monasterium  Z,  '—  f)  vel  rebus  Z. 


53 

misticua  intellectus,  et  figura  preambula  veritatis  postquam  ipsius  a) 
appareret  proprictas  veritatis,  tuac  aon  iam  reritas  sed  veritatis  signa- 
eulum  tirisse  vel  miraealum  demonstratur.  Siquidem  dyadema  capitis 
Aaron  preciosum  i)  in  mosayce  legis  umbra,  Christo  apparente  in  glori», 
claritatem  et  decoremsignificat.  Sponse  eius,  que  ^^  voce  sponsi  vocatur, 
ut  vcniat  de  Libano  coronanda  »),  que  etiam  vocatur  a  vocibus  ange- 
lorum  et  atracta  gloriosis  apostolorum  sanctorum  predicationibus  et 
exemplis  sequitur  sponsum  suum,  decurrens  iugiter  in  odore  ungen- 
torum  eius,  sub  umbra  eius  quem  desiderabat  residens  et  quiescens 
tota  formosa  reperitur,  in  qua  nuUa  prorsus  macula  indecentie 
invenitur  »)* —  huius  sponse  ministros,  immo  verius  umbra  eius,  pontifices 
et  pastores,  secundum  quod  qualitas  dignitatis  exigit  et  requirit, 
presens  ecclesia  glorificat  et  coronat,  ut  qui  sunt  in  dignitate  ceteris 
digniores,  prerogative  specialis  specialiter  insigniis  insigniti,  sicut 
auctoritate  preeunt  atque  presunt,  sie.  etiam  ornatus  preminentia 
prefulgeant  ceteris  et  precellant.  Hinc  est  dilecte  fili  c^  abbas  talis 
loci,  quod  nos  ob  eius  d^  honorem  et  reverentiam,  qui  est  Corona 
certantium,  cuius  etiam  licet  indigni  vicem  gerimus,  volentes  special! 
prerogativa  ecclesiam  beate  virginis  in  loco  tali  dotare,  auctoritate  Dei 
omnipotentis  et  apostolorum  eius  Petri  et  Pauli  concedimus  et  donamus 
tibi  et  successoribus  tuis  canonice  intrantibus  usum  infule,  ut  ipsa 
infra  ecclesiam  inter  divina  utaris  officia  honorifice  et  decenter,  cyro- 
tecarum  etiam  usum  et  dalmaticarum  tibi  auctoritate  simili  et  eadem 
gratia  concedentes. 

F«nne  indolgentie  perpetue. 

Licet  is,  de  cuius  munere  venit  ut  sibi  a  fidelibus^)  digne  et  lauda* 
biliter  serviatur,  de  habundantia  pietatis  sue,  que  merita  supplicum 
excedit  et  vota,  bene  servientibus  multo  majora  tribuat  quam  valeant 
promereri,  desiderantes  tamen  Domino  reddere  populum  acceptabilem, 
fideles  Christi  ad  complacendum  ei  quasi  quibusdam  illectivis,  iodul« 
gentiis  scilicet  et  remissionibus,  invitamus.  Cupientes  igitur  ut  ecclesia 

a)  ipsi  V.  —  b)  qui  V  und  1,  —  c)  filii  V.  —  d)  amorem  vel  honorem  Z, 
—  e)  suis  Z. 


i)  Exodus  28,  36.  37. 

')  Cant.  Canticorum  4,  8  Veni  de   Libano,  sponsa  mea,  veni  de  Libano,  veni,  corona« 

beris  de  capJte  Amana  etc. 
')  Cfr.  Cant  .Canticorum  o,  1.  2. 


Fol.  16  e. 


54 

talis  monasterii  noYiter  complantata  dignis  frequentetur  honoribus  et 
temporalibus  nichilominus  proficiat  incrementis ,  omnibus  vere  peni- 
tentibusaccontritis,qui  ad  idemmonasterium,cuius  beatavirgomatrona 
existit  a)y  in  quatuor  precipue  festivitatibus  eiusdem  virginis  gloriose 
devotionis  causa  confluxerint  et  elemosinam  suam  ibidem  reliquerint, 
pro  qualibet  vice  XL  dies  eriminalium  de  iniuncta  sibi  penitentia 
misericorditer  relaxamus  presentibus  ad  decennium  hj  valituris. 

Tractatns  de  exemptionlbns. 

Distinctio  XIII. 

Exemptio  proprie  est  ubi  aliqna  ecclesia  conventualis  canonicorum 
regularium  vel  secularium,  monachorum  vel  monacharum  immediate  c) 
subest  pape,  ita  videlieet  ut  si  infra  metropolim  alicuius  archiepiscopi 
vel  dyocesani  episcopi  sit  ö[^  sita,  nichilominus  metropolitanus  vel 
dyocesanus  episcopus  nichil  iuris  habeat  in  eisdem,  sed  omnia  directe 
et  immediate  pertinent  ad  pstpam. 

Exceptionum  alia  universalis,  alia  particnlaris.  Universalis 
est,  que  universitate  iuris  pertinet  ad  dominum  papam,  ita  quod 
metropolitano  ej  vel  dyocesano  f)  nichil  iuris  remaneat  in  eadem, 
particulariß  est,  que  pro  parte  et  in  certis  casibus  ab  eorundem 
iurisdictioae  eximitur  et  alia  parte  pertinet  ad  eosdem.  Verbi  gratia: 
si  aliqua  ecclesia  quantum  ad  hoc  est  exempta,  quod  in  ea  nullus 
episcopus  vel  archiepiscopus  possit  divina  suspendere ,  tamen  quia  in 
sua  9j  dyocesi  est  sita,  exhibeat  ei  reverentiam  et  honorem. 

Item  exceptionum  alia  personalis,  alia  localis,  Personalis  est, 
^bi  archiepiscopus  vel  episcopus  eximitur,  ut  a  nullo,  nee  etiam  a  sedis 
apostolice  legatis,  nee  etiam  a  iudicibus  delegatis  excommunicari  vel 
interdici  valeat.  vel  suspendi,  et  talis  exceptio  personalis  quidem  et 
particularis  potest  dici,  quia  nichilominus  forte  in  quibusdam  aliis 
dyocesanus  tenetur  proprio  metropolitano,  licet  in  certis  casibus  sit 
exemptus.  Verum  si  dyocesanus  sie  eximitur,  ut  in  eo  nichil  iuris 
remaneat  metropolitano,  universalis  dici  potest  talis  exceptio  et  etiam 
personalis,  quia  sie  cum  universo  iure  eximitur  persona.  Localis  est,  que 
alicui  loco,  hoc  est  ecclesie  datur.  Prohemium  igitur  exempcionis  debe^ 
esse  de  plenitudine  potestatis  sedis  apostolice  et  de  favorabili  privilegio 
libertatis,  ita'  quod  ä^  exceptionis  verbum  nuUatenus  obmittatur. 
Dicitur  autem  in  fine  „auctoritate  Dei  omnipotentis   et  apostolorum 

aj  consistit  Z.  —  bj  für  ad  d.  perp^tuo  Z.  —  cj  immedietate  Y.  —  dj  si 
tamen  metr.  V.  —  e)  metropolitacio  Y*  —  fJ  dyocesacio  V.  —  gj  sui  V.  — h)  ut  Z. 


55 

eius  Petri   et  Pauli  talem  locum  vel  talem  personam  eximimus"  et 
additur  comminatio.  —  Exemplum  infra. 

Forna  exemptionis  personalis  et  loealis. 

Gregorius  ep.  s.  s.  Dei  dil.  in  Chr.  filio  venerabili  abbat!  et 
capitulo  talis  loci  salutem.  Sedes  apostolica,  quemadmodum  constat  a)^ 
largos  et  latissimos  habet  terminos  potestatis  ab  ea  verissime  descen- 
dentes,  qui  et  eorum  que  in  celis  sunt  et  in  terris  omnipotentatui 
dominantur,  cujus  potestas  nee  incipit  nee  desiftit  in  secula  sie  quod 
rationabiliter  et  iuste  latitudinem  potestatis  largitatis  quadam  magni- 
ficentia  locupletat.  Thesaurus  enim  eius  indefficiens  perseverat  et 
ipse,  largiendo  et  distribuendo  hylariter  thesaurum  quem  habet,  ditior 
efBcitur,  dum  magnificando  meijibra^^sua  eorundem  magnitudine  tan- 
quam  glorlosior  honoratur.  Hinc  est  quod  nos,  tua  et  fratrum  tuorum 
devotione  sedula  4nspecta,  ad  honoris  tui  culmen  et  ecclesie  tue  com- 
modum  et  profectum,  speciale  tibi  munus  exibentes,  immediate  c^  apo- 
stolica  protectione  et  tutela  volumus  te  gaudere,  ecclesiam  tuam  et 
personam  eximentes  ab  omni  iure  ^metropolitani  et  dyocesani  episco- 
porum,  ita  ut  nullum  respectum  habeas  tu  et  ecclesia  tua  et  tui 
intrantes  canonice  successores  preterquam  ad  Romanum  pontificem  in 
omnibus  tuis  agendis  negotiis  atque  causis,  et  ut  nunquam^^liceatalicui 
in  ecclesia  tua  interdictum  ponere  qualecunque  nee  quemquam  de  perso- 
nis  eius  anathematis  animadversione  punire  nisi  de  sedis  apostolice 
licentia  speciali.  Invirtute  igitur  et  gratia  spiritus  sancti  et  subattesta- 
tione  districti  examinis  precipimus  etmandamus,quatenusnullihominum 
huius  exemptionis  libertätem  inminuere  aut  infringere  audeat  quoquo 
modo.  Si  quis  autem  contrarium  attemptaverit,  indignationem  omnipo- 
tentis  Dei  et  apostolorum  eius  Petri  et  Pauli  et  nostram  se  noverit 
incurrisse. 

In  premissa  forma  ostenditur  forma  exemptionis  personalis  et 
localis;  et  secundum  hanc  formam  potes  formare  universalem 
et  particularem,  que  tamen  minus  usitate  sunt  respectu  priorum. 

Tractatns  de  yisitatUnibas. 

Distinctio  XIV. 

Visitatio  est  quando  dominus  papa  de  alicuius  provincia  vel 
statu  f)  ecclesie  sollicitus  visitationem  eius  alicui  delegat.  Et  notan- 
dum,  quod  quilibet  iudex  ecclesiasticus,  qui  habet  auctoritatem  a  papa,  foi.  lea. 

a)  constat  fehlt  V.  —  h)  menbra  V.  —  c)  in  mcdietate  V.  --  d)  iure  fehlt 
Y.  -  e)  umquam  V.  -  f)  statu  fehlt  V. 


56 

secundum  datam  sibi  formam  in  literis,  potest  a)  visitare.  Competit 
autemspecialiter  exemptispersonis  et  ecclesiis^que  scilicet  immediate  ^) 
domino  pape  subsunt,  et  ideo  archiepiscopis  et  episcopis  super  illas 
auetoritas  non  competit,  nisi  de  pape  mandato  et  beneplacito  special!. 
Forma  autem  scribendi  literam  yisitationis  talis  esse  debet:  Visitatori 
primo  scribiturordine  salutationis  premisso,  deindesequiturprohemium, 
quod  materie  consonum  sit,  sicut  est  illud:  »visitavit  nos  oriens  ex 
alto**  i)  et  similia.  Deinde  sequitar  directa  monitio  ad  illum  cui  commit- 
titur  visitatio»  ut  idem  talem  se  exhibeat  verbo  et  exemplo,  ne  cum  aliis 
predicaverit  cj,  ipse  reprobus  inveniatur.  Postea  ponitur  mandatum, 
quod  satis  strictum  in  visitationibus  debet  esse,  item  tempus  deter- 
mjnatum  poni  debet,  infra  quod  visitatio  compleatur.    Verbi  gratia« 

Forma  Tisitationnm. 

Gregorius  s.  s.  dilecto  in  Christo  filio  d^  tali  ep.  etc.  Super 
custodia  gregis  a  Domino  nobis  crediti  sollicite  vigilantes  ad  ipsum 
salutaribus  pascuis  nutriendum  ^^,  quantum  nobis  conceditur  divinitus, 
laboramus,  non  immerito  formidantes  examen  divini  iudicii  et  districti 
iudicis,  qui  perditum  f}  sanguinem  subditorum  sub  dure  g)  rationis 
calculo  repetet  a  prelatis,  dicens  per  prophetam :  „Ecce  ego  h)  ipse 
requiram  oves  meas  et  visitabo  illas  sicut  visitat  pastor  gregem 
suum''  3),  cuius  sane  yisitationis  labia  indignatione  sunt  plena ,  lingua 
eins  quasi  gladius  devorans  citat  i)  nos  in  voce  archangeli,  in  tuba 
novissima  ad  concilium  generale,  ut  universis  suorum  impendat 
stipendia  meritorum.  Quis  igitur  stare  poterit  ad  videndum  illum,  cum 
revelabuntur  omnia  abscondita  tenebrarum  et  infelix  impionuA  nuditas 
apparebit!  Unde  ad  confusionem  perpetuam  evitandam,  oportet  onmes 
qui  assumti  sunt  ad  agrum  dominicum  excolendum,  granum  a  palea 
per  correctionis  flagellum  excutere  et  zizaniam  a  fruge  triticea  ^) 
separare,  ne  electos  fetor  tante  corruptionis  inficiat  et  filios  Dei  cum 
filiis  huius  mundi  hora  repentine  calamitatis  irretiat  l)  et  involvat. 
Sane  inter  alias  ecclesias  nobis  subditas  monasterium  tale  ordinis 
cystercensis  circa  dispensationem  temporalium  ac  cultum  ecclesiastice 

a)  poterit  V.  —  h)  in  mcdietate  V.  —  c)  preiudicaverit  V.  —  <y  B.  tali» 
ecclesie  ep.  sal.  et  ap.  bened.  Z.  —  e)  nutriendis  Y*—fJ  paratum  V. — gj  dire 
Z.  -  hj  ego  fehlt  V.  —  i)  citavit  V.  —  kj  dominica  Z.  -  l)  reiciat  V. 


>)  Ev.  secundum  Lucam  1,  78. 
2)  Ezechiel  34,  10. 


57 

reverentie  nobis  collapsum  adeo  refertur  a  multis,  quod  ad  veritatem 
Status  eiusdem  ecclesie  eognoscendam  et  ad  reformationem  eius 
necessariam  properantibus  gpessibus  compellimur  festinare.  Qua- 
propter  tibi  per  apostolica  scripta  mandamus  et  in  virtute  sanete 
obedientie  distriete  precipimus ,  quatenus  primo  ineipiens  a  te  ipso 
torporem  desidie  et  negligentie  deponere«^  armis  spiritualibus  viriliter 
induaris  et  ad  predietum  monasterium  personaliter  accedens  super 
toto  statu  ipsius  tarn  in  capite  quam  in  membris  inquiras  b)  plenam 
et  integram  veritatem,  corrigens  auetoritate  nostra  quitquid  pena  et 
correctione  dignum  tua  Caritas  invenerit  in  eodem,  contradictores 
quoslibet  et  rebelles  auetoritate  simili  per  censuram  ecclesiasticam 
conpescendo.  Quitquid  vero  firmitas  tua  commode  corrigere  non 
valebit,  hoc  totum  ad  sedem  apostolicam  perferas  scriptis  tuis.  Nos 
enim  in  hiis  omnibus,  prout  oportunum  fuerit,  tibi  favorabiliter  assistemus. 
Unde  volumus  ut  quecunque  per  te  gesta  fuerint  in  eadem  visitatione, 
ad  nos  in  literis  tuis  per  nuncium  plenius ,  ut  prediximps ,  refferantur, 
hoc  observato,  ut  in  conventu  duobus  tantummodo  stes  diebus. 

Tractatns  de  InqnlsUionlbiis« 

üistinctio  XV. 

Inquisitio  dicitur  ab  inquirendo,  debent  enim  visitatores  inqui- 
rere  veritatem  facti.  Est  autem  inquisitio:  data  a  superiore  auctoritasFoi.iTi 
inquirendi  de  aliquo  iudice  vel  prelato  per  quem  locus  c)  aliquis  est  in- 
famatus,  quoniam  causa  inquisitionis  est  infamia.  Modi  autem  inqui- 
rendi varii  sunt  secundum  qqalitatem  criminis.  Similiter  et  pene 
varie  sunt,  de  .quibus  nichil  ad  presens  dicetur.  Modus  autem  ♦ 
scribendi  inquisitiones  talis  est:  Scribit  papa,  archiepiscopus ,  vel 
epis<5opus  eis ,  quibus  committitur  inquisitio ,  ordine  d)  salutationis 
consueto;  deinde  sequitur  prohemium ,  cuius  erit  materia  detestatio 
criminis,  horror  peccandi,  quia  humanum  est  peccare,  sed  dyabolicum 
perseverare.  Item  prohemii  materia  potest  esse .  de  hostis  versutia, 
quia  videlicet  egreditur  a  facie  Domini  sathan,  mittit  ad  fortia  manus 
suas  *)•  Deinde  sequitur  narratio,  in  qua  lucide  narratur  nomen  et 
dignitas  persone,  sive  sit  infamia  in  capite  vel  in  membris;  de 
modo  autem  et  pena  inquirendi  e^  relinquimus  arbitrio  mandatoris. 

a)  deponendo  m  lesen.  —  h)  requiras  V.  --  c)  locum  V.  —  d)  ordinem 
V.  —  e)  requirendi  V. 

1)  Job  2,  7. 


58 


Forma  inqnlsitioiis. 

Gregorius  ep.  servus  servorum  Dei  dilecto  in  Chr.  filio  talis 
iecclesie  episcopo  a)  etc.  Egressus  a  facie  Domini  sathan  ad  fortia 
manum  mittit  maledictionis  sue,  participes  efficiens  prelatos  hodie 
ecclesie,  in  quorum  perditione  salus  multorum  perditur,  qnos  salvare 
debuerant  verbo  pariter  et  exemplo,  immo  procaciter  viciis  inherentes 
ad  sua  conversi  desideria  thesaurizant  subditis  suis  mala,  et  per 
delectationes  voluptatum  lubricarum  ad  gressus  retrogrades  hj 
convertuntur.  Sed  quoniam  nostrum  c^  interest  errantes  corrigere, 
qui  ex  debito  officii  pastoralis  oves  ad  caulam  dj  tenemur  reducere 
deviantes,volumus  corruptioniproximamembra^^abscidere,  ne  eorum 
putredo  corruptibilis  nondum  corruptos  infieiat,  et  inficiendo  interficiat 
animas  innocentium.  Cum  igitur  gravis  et  enormis,  precedente 
clamosa  insinuatione,  super  dilapidatione  et  incontinentia  talis  abbatis 
tue  dyocesis  ad  nos  crebro  querimonia  devolvatur,  ita  quod  saka 
conscientia  ipsam  surda  aure  transire  non  possumus,  fraternitati  tue 
per  apostolica  scripta  mandamus  et  districte  precipimus,  quatenus 
assumptis  hiis  quos  videris  assumendos,  eos  videlicet,  quos  zelus 
comedit  domus  Dei,  ad  locum  personaliter  accedas  et  per  scriptum  f) 
iuris  ordinem  in  modo  debito  inquiras  de  premissis  diiigentissime 
veritatem,  advocatis  in  testimonium,  quos  iuris  consuevit  severitas 
evocare.  Et  si  inveneris  dictum  abbatem  dilapidatione  culpabilem  aut 
ex  assertione  testium  aut  ex  confessione  in  iure  facta,  tunc  ab  eo  loco 
quem  possidet,  cum  sit  arbor  infructuosa  existens  oneri  non  honori, 
per  depositionis  sententiam  destituas  et  ecclesie  ipsius  facias  de 
persona  ydonea  per  electionem  canonicam  provideri.  Huiusmodi 
autem  inquisitionem  infra  mensem  post  receptionem  presentium  et 
iiiitiari  et  infra  duos  subsequentes  menses  continuos  volumus 
observari. 

Tractatas  de  formatis. 

Distinctio  XVI. 

Formate  litere  testimoniales  sunt,  ut  vocantur,  et  in  casu  tantum 
unico  locum  habent,  ut  quando  clerici  aliarum  provinciarum  g)  sine 

a)  sal.  et  ap.  ben.  Z.  —  b)  retrogradus  V.  --  c)  nostra  7i,  —  d)  chulas 
Z.  —  ^  meiibra  V.  —  /y  strictum  zu  lesen.  —  g)  sive  dyocesani  a  non  suis  episcopis. 


S9 

dyocesanis  suis  episcopis  ordinantur»  muniri  oportet  eos  literis,  et 
hee  litere  debent  eis  esse  testimonium,  quod  probati  fuerint  et  quasi 
digni  inventi  ad  ordines  quos  suseeperunt;  alias,  si  non  essent  noti  et 
fide  digni,  non  permitterentur  in  susceptis  ordinibus  ministrare.  Est 
autem  compendiosus  et  brevis  modus  et  hec  est  forma.  Primo 
scribatur  salutatio  omnibus  literam  inspeeturis,  deinde  narratio.seu 
protestatio  ordinatoris  quod  ad  ordinem  talem  personam  promoverit, 
cooperante  gratia  sapientie  septiformis ,  ita  tamen  quod  annus  incar- 
nationis  et  a^  kaiende,  indictio  et  annus  pontificatus  ordinatoris  nuUo 
modo  negligatur.  Verbi  gratia.    .  fo».  »^  b. 

Exemplnm  formatarimi. 

R.  ^y  Dei  gratia  episcopus  ecclesie  Pataviensis  omnibus  Christi 
fidelibus  has  literas  inspeeturis  salutem  in  Domino.  Noverit  universitäs 
'  vestra ,  quod  nos  H.  exhibitorem  presentium  probatum  et  quasi 
dignum  inventum,  per  manus  nostre  impositionem  ad  gradus  sacer- 
dotii  promovimus  cooperante  nobis  gratia  sapientie  septiformis. 
Dat.  cy  etc. 

Traetatns  de  obligatorlis. 

Distinctio  XWi, 

Sequitur  de  obligatoriis  que  taliter  formantur.  Primo  ponitur 
salutatio  omnibus  has  literas  inspeeturis.  Deinde  narratio  seu  prohe- 
mium  sie :  nötificamus  quod  nos  talis  dy  episcopus  vel  prelatus  talis 
tali  procuratori  e^  vel  clerico  f)  tali  licentiam  dedimus  nostro  nomine 
tante  quantitatis  mutuum  contrahendi,  (que  sane  quantitas  nomine  ex- 
primi  debet  et  nomen  mutuum  confrahentis.)  Item  si  est  episcopus  vel 
prelatus,  obligabit  se  et  reditus  suos  tam  ecclesiasticos  quam  mundanos. 
Item  exigitur  quod  espicopus  vel  prelatus  confiteatur  in  literis  suis 
mutuatam  pecuniam  in  utilitatem  ecclesie^^  conversam.  Dat.Ä^  etc. 

Fonna  literamin  per  qnas  prelati  se  obligant.  9 

0.  Dei  gratia  episcopus  ecclesie  Pataviensis  vel  prepositus 
talis  hy  omnibus  has  literas  inspeeturis  salutem  in  omnium  salvatore. 

a)  et  fehlt  1,  —  b)  G.  Z.  —  c)  Actum  a.  D.  etc.  Kai.  Julii  pontif.  nostri 
anno  1.  Z.  —d)  archiep.  vel  Z.  —  e^  vel  capellano  Z.  —  f)  nostro  Z.  —g)  sue 
Z.  —  Ä^  Anno  incarnacionis,  Kai.  et  indict.  positis.  Verbi  gr.  Z.  —  t^  Von 
späterer  Hand.  V.  —  k)  loci  Z. 


60 

—  Notum  facimus  omnibus  Christi  fidelibus  ad  quorum  umyersitatem 
presentes  liiere  pervenerint,  quod  nos  dileeto  magistro  a)  Hcentiam 
dedimus  contrahendi  mutuum  nostro  nomine  usque  ad  XX  marcas 
argenti,  que  sane  peccunia  in  nostros  ac  in  nostre  eeclesie  usus  est 
conversa  ^^,  ad  cuius  mutui  solutionem  nos  et  eeclesiam  nostram 
tenore  presentium  obligamus  cy, 

m. 

Be  quibttsdain  inddeieiis. 

Di.stinctio  I. 

Sequitur  de  quibusdam  ineideneiis,  quorum  cognitio  est  valde 
necessaria,  antequam  perveniatur  ad  declarationem  privilegiorum.  In 
quorum  formis  sepe  reperiuntur:  primo  de  cogniiione  et  differentia 
iuris  datalicii,  item  de  iure  patronaiua  et  eins  »peciehus ,  item 
de  formig  testamentorum  et  eorum  apeciebtis,  item  de  arbitris  et 
formis  arbitriorum^  item  de  formis  exemplandi  literas  papedes,  et 
imperiales  et  aliorujn  principum^  item  quid  import^  in  literis  hoc 
nomen  „procuracio^  quando  inveniturd),  item  de  irregalaritutibus 
et  earum  differentiis,  item  de  prescriptionibns  et  formis  earum 
et  cavillationibus  prescriptionum,  item  in  quibus  ütteris  ponendi 
sunt  anni  incarnationis ,  de  dijferencia  inter  actum  et  datum^  item 
de  formis  credentiarum,  item  de  iure  advocatiarum  et  earum  differen- 
tiis,  item  de  significatione  seu  interpretatione  huvu»  naminis  „ceür- 
sus*"  et  eiu%  diver  Sit  aie.  Horom  omnium  cognitio  insequentibuspatebit 

Proheminm  ad  seqneneia. 

Nunc  autem  antequam  veniatur  ad  declaracionem  privilegiorum, 
quedam  censui  ponere  incidenter  tanquam  subsequencium  preambula, 
et  que  Cognition!  notariorum  valde  sunt  necessaria,  utpote  de  iure 
dotalitio  e),  de  qualitate  testamentorum,  et  de  aliis  consimilibus. 

De  dole  et  eins  differeneHi« 

Distinctio  H. 

Est  autem  dos  f)  donacio,  quam  maritus  dat  uxori  sue  g)  et  vulgo 
vocatur  Margengab.  Et  talem  dotem  potest  mulier  dare  cui  voluerit 

a)  Ch.  capellano  nostro  Z.  —  h)  coDvertenda  Z.  ~  e)  Dat.  a.  Dom.  ele. 
Kai.  Aug.  pontif.  nostri  a.  tali,  si  est  episcopus  Z.  —  d)  et  imperiales  bis 
invenitur  fehlt  V.  -  e)  dolatio  V.  -  f)  illa  Z.  -  g)  sue  fehlt  Y. 


61 

nee  vir  potest  eam  prohibcre.  Si  ergo  aliqua  matrana  daret  meo  «^ 
monasterio,  vel  venderet  cuicunque  possessionemaliquamque  esset  dos 
eius»  in  privilegio  debet  fieri  mentic,  quod  ipsa  possedit  rem  illam 
iuredotalicio.  — Dos  etiam  dicitur  illa  possessio,  que  datur  alicui  ecele- 
sie  noviter  faete  in  subsidium  plebani,  et  voeatur  in  vulgari  Widern, 
Solent  enim  ecclesie  dotari  aliquibus  possessionibus  et  illa  possessio 
Toeatur  dos  ecclesie  et  debet  esse  libera,  sicut  ecclesia  libera  est, 
ita  bj  ut  nemo  debeat  inde  aeeipere  steuras  vel  alias  exaetiones 
quocunque  nomine  censeantur. 

De  iure  patronatus. 

Distinctio  III. 

Est  autem  cy  lus  patronatus,  quod  proprie  pertinet  ad  illum,  quipoi.iTf. 
est  patronus  alicuius  ecclesie ;  ille  autem  voeatur  patronus  ecclesie,  d) 
qui  alicui  ecclesie  ante  consecrationem  aliqua  impendit  beneficia,  sicut 
si  dat  fundum  ubi  edificanda  est  ecclesia,  vel  si  edificat  eam,  vel  si 
dotat  eam  e)^  unde  versus : 

Patronum  faciunt  dos,  edificatio,  fundus. 

Patronus  itaque  potestatem  habet  conferendi  ecclesiam  cui  vult, 
et  debet  presentare  f)  episcopo  illum  cui  contulit  ecclesiam,  ut  ab 
ipso  g)  investiatur  dono  altaris ;  episcopus  tamen  potest  indignum 
refutare.  Patronus  etiam  debet  ecclesiam  defendere  ab  iniuriis,  et 
primus  vadit  in  processione  h^  causa  honoris,  potest  etiam  moderatum 
snUevameh   ab    ecclesia   repetere  si   fuerit  pauper;  unde  versus: 

Patrono  debetur  honor,  onus  utilitasque: 
Presentet,  preeat,  defendat,  alatar  egenua. 

De  testamentis. 

Distinctio  IV. 

Est  et  ius  testamenti ,  hoc  specialiter  notate ,  quia  frequenter  i) 
oecurrit.  Est  autem  testamentum  quasi  voluntatis  ultimo  iüsta 
sententia  de  eo  quod  post  mortem  suam  aliquis  fieri  voluit,  quando 
videlicet  homo  de  patrimonio  et  rebus  suis  iuste  disponit.  Dicitur 
autem  testamentum  quasi  testatio  mentia  super  dispositione  heredi- 
tatis,  et  qui  facit  testamentum  voeatur  testator.   Et  notandum,  quod 

aj  nostro  Z.  —  bj  ita  fehlt  V.  —  cj  etiam  für  autem  Z.  —  d)  ille  bis  qui 
felilt  V.  —  ej  vel  unde  fehlt  V;  —  ^  preseßtari  V.  —  gj  episcopo  für  ipso 
Z.  —  h)  circa  ecclesiam  Z.  —  i)  frequentius  Z. 


62 

Yoluntas  testatoris  libera  est  et  deambulatoria  usque  ad  mortem,  hoc 
est  quod  potest  mutare  testamentum  ante  mortem  quandocunque 
vult,  licet  pactum  fecerit  quod  non  debeat  «^  mutare,  rel  etiam  licet 
testamentum  quod  fecit  confirmatum  sit  privilegio  principis:  omnia 
ista  b)  non  possunt  impedire  qujp  mutet  quando  voluerit.  Unde  si 
mille  testamenta  faceret  uno  die ,  tantummodo  hoc,  in  quo  voluntas 
ultima  exprimitur,  valet,  cetera  omnia  cassantur. — Et  notandum,  quod 
servus,  hoc  est  homo  qui  est  proprius  alicuius,  non  potest  facere 
testamentum,  sed  nee  furiosus ,  qui  non  habet  dilucula  intervalla,  hoc 
est  qui  semper  furit,  sed  nee  impubes,  sed  nee  prodigus  cui  admini- 
stratio  rerum  suarum  interdicta  est  a  iudice ,  sed  nee  mutus ,  qui  non 
potest  loqui,  sed  nee  surdus,  qui  nichil  c^  potest  audire,  sed  nee  is, 
qui  proprietati  abrenunciavit,  ut  monachi  et  moniales.  Impubes. 
Yocatur,  qui  necdum  adolescentiam  transivit  et  est  omnino  imberbis. 
Prodigus  vocatur,  qui  -stulte  et  superflue  res  suas  expendit;  Uli 
aliquando  per  iudices  dj  et  per  cives  ej  suos  et  cognatos  interdicitur 
potestas  rerum  suarum,  ne  videÜcet  omnino  fiat  egenus  f).  Sunt 
autem  plures  cause,  propter  quas  testamentum  cassatur  et  fit  irritum: 
primo  per  adgenerationem  postumi.  Postumus  dicikir  ultimus 
filius  g),  Si  ergo  aliquis,  habens  tres  vel  quatuor  filios ,  faciat  testa-^ 
mentum,  et  si  postea  generet  postumum,  testamentum  irritabitur, 
ne  videlicet  postumus  negligatur.  Item  testamentum  solritur,  si 
testator  fuerit  comprobatus  criminosus,  sicut  si  est  hereticus 
vel  latro ,  vel  si  degradatus  fuerit  de  honore,  item  si  se  ipsum 
occiderit,  sicut  multi  se  ipsos  laqueo  suspenduntÄ^.  Item  testamentum 
non  valet,  si  fiat  illegitime,  contra  formam  iuris.  Sunt  et  alie  cause,  sed 
non  est  opus  omnes  exponere  i),  lUe  etiam  vocatur  intestcttus ,  qui 
moritur  ita  quod  non  facit  testamentum.  Et  notandum,  quod  si  testator 
Foi.iTd.  alicui  amico  suo  facere  ky  testamentum  de  rebus  suis  committat  ad 
voluntatem  et  discretionem  suam  cum  plena  auctoritate ,  illius  testa- 
mentum l)  et  dispositio  valebit ,  sicut  si  ille  in  persona  propria 
fecisset.  Item  aliquando  fit  testamentum  sola  voce  sine  literis, 
aliquando  voce  et  literis,  aliquando  solis  literis,  et  omnia  valent. 
Notate  etiam,  quod  testamentum  debet  fieri  sine  intervallo  temporis, 

a)  debet  V.  —  h)  hec  Z.  —  c)  omnino  Z.  —  d)  iudicem  Z.  —  e)  con- 
cives  Z.  — f)  mendicus  Z. — ff)  filiorum,  von  einer  andern  Hand  ist  angemerkt* 
postumus  dieitur  qui  natus  est  post  mortem  et  humationem  patris  sui  Z.  — 
h)   suspenderant  Z.  —  i)  ponere  Z.  —  k)  faeeret  V.  —-  l)  ill.  teat.  fehlt  V, 


63 

hoc  est  uno  conceplu«^,  nullo  alio  actu  interposito,  nisi  forte  si 
testator  iret  ad  opus  nature,  vel  brevem  mediemam  sumeret,  vel  si 
brevis  et  parvus  languor  interveniret.  Alias  si  mora  intervenit  bj^  non 
ralet  testamentum ,  ut  si  hodie  unam  partem  seriberet  et  tertio  die 
alteram,  non  lieeret.  Item  testamentum  continere  debet  nomen  testa- 
toris  et  heredum  vel  heredis,  et  ad  minus  Septem  testes  et  sigilla 
eorum,  si  fieri  potest,  et  hoc  intelligitur  de  nobilibus.  Testes  c) 
scribendi  sunt  nisi  de  eorum  scitu  et  voluntate  in  d^  omni  litera, 
aliter  enim  litera  non  valeret,  si  probaretur  posuisse  testem  e^  sine 
scitu  et  voluntate  eius. — Testamentum  veroplebiorum,  ut  rusticorum  et 
suorum  equipoUentium,  quinque  ad  minus  habebit  testes  f),  —  Nota 
etiam,  quod  ille  filius  g)  dicitur  emancipatus  qui,  accepta  portione 
substantie  que  eum  contigit,  sit  extra  potestatem  hj  patris ;  qui  vero 
nondum  emancipatus  est,  vocatur  patrie  potestatis.  Et  si  pater  faceret 
testamentum  et  preteriret  talem  i)  filium,  testamentum  non  valeret. 
Verum  consuetudo  nostrorum  temporum  non  multum  ista  ponderat. 
Unde  notate  ista  sine  quibus  nullum  omnino  testamentum  potest 
valere :  primum  est,  quod  testamentum  debet  habere  nomen  testatoris 
et  eorum  nomina  quibus  fit  testatio;  secundum  est,  quod  testator 
profitebitur  ^J,  se  liberum  natu  et  voluntate;  tercium  est,  quod 
fatebitur  se  etatis  legittirae  ad  faciendum  testamentum;  quartum  est, 
quod  scribat,  se  compotem  IJ  esse  sue  mentis  w»^;  quintum,  quod 
fatebitur  se  facere  vel  fecisse  testamentum  isine  illicito  intervallo  tempo- 
rum vel  aliarum  actionum,  sed  uno  contextu  sine  omni  actu  illicito  interpo- 
sito; sextum  w^,  quod  quitquid  legat  vel  disponit  in  testamento  de 
rebus  suis,  confitebitur  de  qualibet  re,  quo  titulo  ipse  oj  eam  possederit, 
scilicet  utrum  proprietatis  vel  feodali  vel  si  emphyteotico  possessionis 
tytulo;?^,  vel  utrum  rem  illam  iure  hereditarioaparentibusreceperit,  veF 
utrum  q)  rem  illam  peccunia  sua  comparaverit ;  septimum  est,  ut  fatea- 
tur,se  res  de  quibus  testatus  est  iustepossedisse;  octavum  est,  ut  si  res 
fuit  in  aliqua  lite,  quod  ascrlbat^^  qualiter,  lite  sopita,res  illa  libere  ad 
eum  fuerit  devoluta.  Et  si  forte  super  illa  re,  de  qua  contencio  fuit,  ali- 

a)  contextu  Z.  —  h)  interveniret  V.  —  c)  Nunqum  etiam  scribendi  sunt 
I.  Z.  —  d)  nulla  omnino  1.  Z.  —  e)  testamentum  Z.  —  f)  Testamentum  bis  testes 
steht  vor  Nunquam  eciam  scribendi  etc.  Z.  —  g)  filius  fehlt  V.  —  h)  pote- 
state  Z.  potestatis  V.  —  i)  talem  fehlt  V.  —-k)  profatebitur  V.  —  l)  competen- 
tem  V.  —  m)  vel  sane  mentis Z.  —  n)  sexto  V.  —  o)  ipse  fehlt  V.  — p)  era.  posses- 
sionis tytulo  Zusatz  späterer  Hand  am  Rande  in  Z.  ~  q)  iure  hereditario  bis 
pecunia  fehlt  V.  —  r)  scribat  Z. 


64 

qiia5  literas  habet  in  quibus  contineatur  processus  et  finis  litis  »y  ilHus, 
tunc  non  est  necesse  quod  ioseratur  testamento  de  lite  sopita,  sed 
dieit:  „Domum  talem  lego  iure  testamentiH.  filio  meo  libere  possiden- 
dam,  que  domus  licet  in  lite  fuerit,  tarnen»  lite  sopita  literisque  super 
hoc  confectis,  in  meam  plenariter  rediit  potestatem.  Et  quia  ipse  literc 
expressam  mentionem  faciunt  de  lite  cepta  et  finita,  ipsas  literas 
totum  processum  continentes  in  manus  eiusdem  filii  mei  una  cum  domo 
sibi  legata  tradidi  possidendas^;  nonum  est,  ut  semperde  ultima  volun- 
tate  fiat  mentio  in  testamento ;  decimum  est,  ut  nomina  testium  subscri- 
bantur,  sed  ante  nomen  illius  ponitur,  qui  ipsum  testamentum  sigillat, 
si  forte  testator  non  habeat  proprium  sigillum;  et  postea  sequitur  annus 
et  dies,  concurrentes  et  epacte  et  indictio.  Sed  indictiones  et  concur- 
rentes  et  epacte  raro  scribuntur,  nisi  in  magnis  testamentis.  Subi- 
eiamus  modo  exemplum : 
Fol.  18  t.  Quoniam  ea,  que  in  humanis  fiunt  rebus,  vel  longi  decursus 
temporis  a  hy  memoria  abstergit  hominum,  vel  calumpniatorum 
plenimque  conturbant  insidie,  necessarium  est,  ut  scriptis  et  testibus 
inyiolabilem  aceipiant  firmitatem  cj,  Itaque  notum  sit  universis 
Christi  fidelibus  presentes  literas  inspecturis,  quod  ego  N.  miles  civi- 
tatis Winnensis  horam  migracionis  michi  imminere  videns  ex  hac 
vita ,  utpote  intollerabili  egritudine  gravatus ,  de  rebus  michi  a  Deo 
datis  legitimum  testamentum  facere  statui  et  factum  pronuncio  in 
hanc  formam.  Ego  N.  dj  civis  Winnensis  tam  natu  quam  voluntate 
liber,  etatis  etiam  legittime  adtestandum,  eger  quidem  corpore  sed  sana 
mente,  sine  omni  alieni  actus  iliiciti«^interposicione,sed  unodebitoque 
contextu ,  de  rebus  meis  quas  iuste  possedi  et  possideo ,  legittimum 
testamentum  post  mortem  meam  omnino  et  ab  omnibus  obseryandum 
faciens  ipsum  fessc  ultime  Toluntatis  mee  veritate  presentium  profiteor 
,  et  protestor.  In  primis  igltur  ordino,  ut  triginta  librarum  vel  talen- 
torum  redditus  in  tali  loco ,  quos  prpprietatis  iuste  possedi  tytulo ,  ad 
dileetam  coniugem  meam  AI.  ad  vitam  dumtaxat  suam  devolvantur  f)y 
ita  ut  post  mortem  eius  ad  liberos  meos,  filios  videlicet  et  filias,  iidem. 
redditus  revertantur,  salvis  semper  illis  redditlbus  sibi,  quos  ex  me 
iure  dotalicio  noscitur  possedisse.  Deinde  ordino  et  do  g)  primo- 
genito  meo,  licet  emancipato,  X  talentorum  redditus  in  tali  loco,  qui  ad 

a)  locis  V.  —  i^  e  Z.  —  c)  firmamentum  1,  —  d)    miles  et  Z.  —  e) 
iHicita  Z.  —  f)  devolvatur  V.  ~  g)  Ch.  Z. 


68 

me  hereditario  et  paterno  munere  devenerunt.  Ottoni  «J  autem  filio 
meo  natu  secundo,  qui  adhuc  sub  patria  potestate  est*^,  do  XL 
talentorum  redditus,  quorum  decem  talenta  c)  in  tali  loco  ad  me  iure 
emptionis  libere  devoluta  in  ius  traxi  proprietatis ,  alia  vero  triginta 
talenta  in  Neunchirchen^^  quondam  sub  tytulo  feodi  a 
domino  L.  de  C|hunring<9  possedi/"^,  sed  tandem  ab  eo  ius  proprie- 
tatis pro  CC  talentis  g)  michi  in  eisdem  redditibus  conparavi.  Post 
hec  Friderico  hy  fiKo  meo  natutertio  ordino  et  do  dignitatem  illam  que 
vulgo  hausgenoszschaß  dicitur,  quam  michi  pater  meus  iure  heredi- 
tario dereliquit.  Unieuique  autem  filiarum  mearum,  que  necdum  experte 
sunt  nuptias,  ordino  et  do  C.C  marcas  argenti,  et  pro  ceiebrandis  cüius- 
libet  earum  nuptiis  LX  talenta  denariorum  et  XX  talenta  pro  vestibus 
adipsas nuptias  conparandis.Filiabus vero meisL.  etR.  *^ que jam habere 
Tirosnoscuntur,C  talenta  denariorum  ordino  etdispono.Quitquid  vero  in 
gemmis,  auro,vel  argento  et  in  vestibus  meis  fcj  repertum  fuerit,  totum 
dandum  est  i)  collegiatis  ecclesiis,  ut  in  usüm  monachorum  et  monia- 
lium  mj  cedat,  pari  per  omnia  portione  wj,  ita  ut  oj  unieuique  mona- 
sterio  XX  ad  minus  talenta  denariorum  persolvi  debeant  sinemora.  Huius 
itaque  testamenti  mei  rite  et  racionabiliter  facti  executores  statuo  et 
statutos  pronuncio  dominum  N.  pj  militem  civem  Winnensem  et 
N.  iudicem  ibidem,  dans  eis  plenam  facultatem  omnia  que  prediximus 
tanquam  si  per  me  presentialiter  fierentö^  faciendi.  Ceterum  ne  ulla  de 
causa  ordinatio  .mea  convelli  vel  impediri  possit,  presentes  literas 
testamentum  meum  continentes  predictis  executoribus  eiusdem  testa- 
menti tradidi,  sigilli  mei  munimine  roboratas,  testibus  ydoneis  subno- 
tatis,  quorum  hec  nomina  sunt  etc. 

Si  vero  breviter  scribere  volueris,  sie  scribes : 
Ego  Otto  civis  Linzensisr^  gravi  egritudine  detentus,  sane 
mentis  et  alia  omnia  habens  et  faciens  que  legittimus  testator  habere 
et  facere  debet  ultime  voluntatis ,  iustum  hoc  meum  testamentum  ad 
omnium  noticiam  pervenire  volo  presentium  veritate.  Inprimis  itaque  Koi.isb. 
do  illi  hoc  vel  hoc  etc.  Et  tunc  non  est  opus  ut  scribatur  unde  que- 
Ubet  possessio  ad  testatorempervenerit,  vel  quo  iure  eam  tenuerit.   Sed 

q)  Ot  V. — b)  est  fehlt  V.  —  cj  quorum  taleDtorum  (decem  auf  Rande), 
y.  —  d)  que  Z.  —  ej  L.  de  .  .  V.  —  f)  possidendam  Z.  —  gj  talis  denarii 
Z.  —  h)  F.  V.  —  0  0  et  A  Z.  —  k)  meis  fehlt  V.  -  l)  est  fehlt  V.  — 
m)  et  mon.  fehlt  V.  —  n)  partieipafione  V.  —  oJ  quod  V.  —  pJ  H.  V.  — 
gj  fuerint  y,  —  rj  0  civ.  talis  V. 

Fontes.  Abth.  II.  Bd.  XXV.  5 


66 

quamvis  breTissime  scribas,  tarnen  non  obmittes  nomen  exeeutoris  vel 
executorum.  fla^ecuiar  vocatur  ille,  cui  testator  dat  auctoritatem 
perficiendi  omnia  sicut  testamentum  continet. 

Contingit  ^J  etiam  quod  testator  aliquando  facit  testamen- 
tum de  debitis,  que  sibi  debentur,  et  tune  munit  executores  testa- 
menti  sui  publico  instrumento  et  in  personis  soUempnibus,  ita  tarnen 
quöd  ipse  testator  in  fine  literarum  subscribere  debet,  sieut  patebit 
in  litera  exemplari.  Nota  etiam  quod  publicum  mstrumentum  ^) 
Yocatur  litera,  quam  iudex  et  universitas  civium  scribunt,  et  quam 
signant  sigillo  civitatis  sue.  In  aliis  tamen  terris,  sieut  in  Longo- 
bardia  etTuseia,  publica  instrumenta  scribuntur  per  publicos 
tabelliones.  Publicus  autem  tabellio  voeatur  notarius,  quem  papa  vel 
imperator  ad  hanc' dignitatem  admisit.  Hunc  oportet  iurare,  quod 
fideliter  exequatur  officium  suum.  Et  in  talibus  literis  non  solent  apponi 
sigiUa,  sed  ipse  tabellio  format  tantummodo  signum  suum  in  litera  et 
sufBcit.  Unusquisque  aut^m  tabellio  habet  <9  proprium  suum  sigillum, 
per  quod  munit  literas  publicas,  quas  scribit;  sed  ista  non  fiunt 
apud  nos. — Idcirco  autem  testator  format  publicum  instrumentum,  ut 
ei^ecutores  testamenti  sui  facilius  dj  possint  repetere  debita  a  debitori" 
bus  testatoris  auxilio  plublicarum  literarum.   Hec  est  igitur  forma. 

H.  miles ,  iudex  et  universitas  civium  ej  Winnensium  omnibus 
quorum  interest  nosse  notieiam  subscriptorum,  Noverint  universi 
presentes  literas  inspecturi,  quod  rogatu  et  interpellacione  dilecti  civis 
nostri,  qui  nimia  fractus  egritudine  testamentum  de  rebus  suis  feeit, 
ipsum  f)  testamentum  procuratoribus  et  executoribus  assigimndum 
sigillo  civitatis  nostre  roboravimus,  cuius  eciam  sententiam  exprimimus 
sub  hac  forma.  Inprimis  itaque  ordinavit  hoc  vel  hoc  etc.  (et  sicut  in 
precedenti  exemplo  invenietis.  Postquam  ergo  omnia,  que  disposuit 
et  ordinavit  diversis  personis,  fuerint  scripta,  tunc  subiungetur  ista 
clausula) :  Testificamur  etiam  bona  fide,  quod  dominus  Rudolphus  g) 
procuratores  ad  repetenda  hj  debita  et  executores  ad  consummandum 
testamenti  sui  elfectum  viros  ydoneos  statuit,  videlicet  talem  civem 
vel  tales  cives  nostros,  dans  eis  liberam  facultatem  de  suis  debitoribus 
debita  requirendi,  repetendi,  quibuscunque  locis,  temporibus,  eontrac- 
tibus  vel  titulis  ipsa  adnotentur  »^,  uthabeant  potestatejn  coram  iudicio 

a)  conti git  V.  und  Z.  —  b)  publ.  fehlt.  Z.  —  c)  format  bis  habet  fehlt 
V.  —  dj  eo  fac.  Z.  —  e)  civitatis  Winn.  Z.  —  f)  ipse  Z.  —  g)  R.  V.  — 
h)  requirenda.  Z.  —  i)  adnotetur  V  u.  Z. 


67 

ecdesiastieo  vel  ciTÜi  singuli  vel  conianeti  »J,  debita  repetendi,  debi* 
tores  inpetendi,  conveniendi,  excipiendi,  respondendi,  promittendi, 
proeuratores  vel  procuratorem  substituendi  et  omnia  aKa  faciendi  que 
ydonei  proeuratores  possunt  faeere  et  tenentur.  Dedit  eis  etiam 
faeultatem  plenam  ordinationem  testamenti,  sicut  prescriptum  est, 
exequi  et  tisque  ad  finem,  certis  limitibus  per  omnia  observatis.  Ipse 
quoque  predietus  Rud.  by  testator  subscripsisse  noscitur  in  hec  verba : 
Ego  inquam  Rud.  by  civis  Winnensis  universa  que  prescripta  sunt 
fideli  ratihabicione  prosequor  protestando ,  me  in  omnes  eventus 
predictos  honestos  Viros  in  repetendis  debitis  meis  proeuratores  et  ad 
perfieiendum  testamentum  meum  exeeutores  fidueialiter  statuisse, 
presentes  quoque  literas  sigillo  civitatis  Winnensis  sigillatas  eis 
assigAavi,  tanquam  exeeutorias  et  procuratorias  usque  quaqiie,  presen- 
tibus  ipso  domino  0.  iudiee  et  illo  et  illo  etc.  Actum  anno  Domini 
1302.  9    Kai.  Jun.  cl.  Testes  H.  iudex  etc.  d}, 

•^  -^  Fol.  18.  c. 

Notandum  etiam  quodliteretestamentalesmagne  solent  esse,  ideo 
de  gracili  et  honesta  litera  scribi  debent.  Si  autem  testator  dat  alicui  amico 
suo  plenam  potestatem  omnium  rerum  suarum,  ut  loco  sui  faciat  testa- 
mentum iuxta  disbretionem  suam,  tunc  testator  nichl  testabitur  om« 
nino»  sed  dabit  illi,  eui  dedit  potestatem  pro  se  testandi,  literas 
tales : 

Ego  Rud.  ej  civis  Winnensis  infirmitate    corporis    deprebensus 
publice  reeognoseo  quod,  compos  mentis  et  libera  voluntate ,  omnium 
rerum  mearum  virumtalem/^  pro  me  constituo^^  testatorem, dansei ^9 
plenam  potestatem, testandi  et  ordinandi   de  universis  rebus   meis, 
mobilibus  et  immobilibus,  habitis  et  habendis,  aceipiendls  et  venden- 
dis,  distribuendis  et  dispensandis  i)  post  mortem  meam,  prout  ei  (vel 
eis ,  si  plures  fuerunt)  visum  fuerit  expedire ,  volens  pariter,  ut  quid- 
quid  ipse  vel  ipsi  de  rebus  meis  ordinaverint  1^),  pro  testamento  ultime 
voluntatis  post  mortem  meam  debeat  ab  omnibus  reputari.   Quod  ne 
per  alieuius  improbitatem  impediri  possit,  presentes  ly  eis  literas  dedi 
sigilli   mei  vel   civitatis   Winnensis   munimine   roboratas,    testibus 
subnotatis  quorum  nomina  hec  sunt:  H.  etc.  Si  vero  publicum  instru- 
mentum  dare  voluerit,  tunc  litera  ista  scribetur:  „ex  parte  rn^  iudicis 
et  civium"  et  erit  eadem  forma,  nisi  quod  iudex  et  cives  ex  sua  seri- 
ös conHinetim  Z.  —  h)  R.  V.  —  c)  presentibua  bis  Jun.  fehlt  V. — d)  Test«« 
bis  etc.  fehlt  V. —  e)  R.  V.  —  ^vel,  si  phires  sunt,  viros  talesZ.  —  ^^constrtutd 
V.  —  h)  vel  eis  Z.  — i)  et  alienandis  Z.  —  k)  vel  Z.  —  IJ  ei  velZ.  —  m^  persona  Z» 

5* 


68 

bunt  o)  persona ,  et  ea  que  iUe  testator  de  se  locutus  est  in  prima 
persona,  illa  illi  loquantur  in  tertia  persona,  sie: 

Nos  Otto  ^)  miles  iudex  cum  nniversitate  civium  Winnensium  tenore 
presentium  profitemnr,  quodRud.  c^dilectus  concivis  noster,  egritudine 
corporis  preoccupatus,  testamentum  facere  volens  sed  dolore  prepeditus 
non  Valens ,  sana  tarnen  mente  et  libera  Yoluntate ,  talem  Tel  tales  pro 
se  omnium  rerum  snarum  constituit  testatores,  dans  eis  d)  etc. 

De  Ute  in  eausa  eiTlli  e), 

Distinctio  V. 

Item  notandum,  si  super  aliquibus  possessionibus  Tel  rebus  lis 
orta  fuerit  et  contentio  ventilata  in  foro  videlicet  civili,  quia  de  foro 
ecclesiastieo  supra  positum  est  satis  lucide,  et  si  per  sententiam  res 
illa  adiudicata  fuerit  parti  uni  et  abiudicata  parti  alteri,  iudiceS  secu- 
lares  Tel  iudex  totum  processum  cause  scribunt  suo  nomine  sub  hac 
forma : 

Nos  Otto  f)  iudex  et  universitas  civium  civitatis  Winnensis  g) 
Omnibus  Christi  fidelibus  presentes  literas  inspecturis  cupimus  esse 
notum,  quod  cum  quedam  lis  inter  venerabiles  hj  abbatem  et  conven- 
tum  monasterii  talis  ex  parte  una  et  Ch.  i)  institorem,  concivem  k) 
nostrum  ex  parte  altera  super  iure  fundi  cuiusdam  domus  in  tali  loco 
site  diu  admodum  verteretur  IJ,  ad  nostram  tandem  presentiam  in  loco 
pretorii  urbani,  vel  in  ecclesia  tali,  partibus  hinc  inde  constitutis,  pro- 
positum  fuit  ex  parte  abbatis  predicti  et  conventus,  quod  ipsi  fuissent 
in  libera  et  quieta  possessione  fundi  domus  per  decem  et  viginti 
annos  et  ultra,  proprietatem  fundi  illius  ad  monasterium  suum  perti- 
nere  asserentes ,  quod  etiam  ^)  se  probaturos  ydoneis  nj  testibus 
afßrmabant.  Cum  ergo  per  sentenciam  omnium  testes  producendi 
decernerentur,  productique  super  consciencias  suas  o^  et  iureiurando 
fundum  illum  ad  predictum  abbatem  et  conventum  pertinere  asseve- 
rarent,  et  pars  adversa  non  haberet  quod  contra  testium  assercionem 
veritate  plenam  possit  excipere :  nos  per  generalem  sentenciam  omnium 
ad  hoc  dignorum,  eundem  fundum  predictis  abbati  et  conventui  ad- 

a)  scribant  Z.  —  b)  0.  V.  —  c)  R.  V.  —  d)  vel  ei  plenam  potestatem 
etc.  per  omnia  ut  supra  usque  actum  anno  Dom.  etc.  Z.  —  e)  Dist  VI.  V.  — 
f)  0.  V.  —  g)  N.  V.  —  h)  venerabilem  V.  --  i)  C.  V.  —  k)  concivem 
fehlt  V.  —  0  volveretur  Z.  —  m)  per  V.  '—  n)  yd.  fehlt  V.  —  o)  suas 
fehlt  V. 


69 

iudicavimus,  et  per  viros  honestos  A.  et  6.  «?  concives  nostros  eos 
in  possessionem  misimus  corporalem.  Super  quo  actu  eis  presentes 
literas  h)  conseribi  iussimus  civitatis  nostre  sigilli  munimine  robo- 
ratas,  testibus  ydoneis  s.ubnotatis,  quorum  hec  sunt  nomina  etc.  Act. 
anno  etc.  cj. 

De  arbitris  et  de  formis  arbitriorum  d)»  Fol.  18.  d. 

Distinctio  VI. 

Si  vero  lis  non  possit  terminari  nisi  per  arbitros,  tunc  talis  erit 
forma.  Arbiter  vocatur  ille,  quem  anibe  partes  ad  hoc  eligunt,  ut 
litem  terminet  ey  secundum  arbitrium  suum.  Et  vocatur  vulgariter  ein 
schiedmann  fj  vel  si  plures,  fuerint  tunc  vocantur  schidleut;  locus 
pretorii  urbani  ein  achranne  ^  ubi  videlicet  iudicia  exercentur.  Sic 
ergo  scribetis : 

Nos  Otto  g)  iudex  et  universitas  civitatis  Winnensis  universis 
presencium  inspectoribus  declaramus,  quod  cum  lis  quedaui  inter  viros 
religiosos  hj  talis  monasterii  ex  parte  una  et  H.  i)  civem  nostrum 
suosque  heredes  ex  parte  altera  super  circuitu  cuiusdam  nemoris  circa 
locum  talem  aliquanto  tempore  verteretur,  nee  litis  talis  decisio  de 
facili  speraretur,  tandem  ex  suggestu  proborum  hominum  partes  suas 
hinc  inde  interponentium  pro  bono  pacis,  partes  ambe  in  arbitros 
compromiserunt  j)y  qui  secundum  Dei  timorem  litem  illam  suo  arbitrio 
terminarent.  Cum  ergo  predictiabbas  etconventus  militem  talem  pro  sua 
elegissent  parte,  pars  vero  adversa  Rud.  concivem  nostrum  ^)  pro  se 
nominassent,  et  in  hos  duos  partes  ambe  tanquam  in  legittimos  arbitros 
compromisissent  ij  ipsorum  stare  arbitrio  et  hocmj  publico  iura- 
mento  ny  firmassent,.  tandem  predicti  arbitri  convenientes  in  hanc 
formam  arbitrium  emiserunt,  ut  videlicet  predicti  conventus  et  abbas 
prenotato  militi  suisque  heredibus  XL  talenta  Winnensia  o^  infra  hinc 
et  proximum  festum  sancti  Georii  pj  dare  debeant  tali  moderamine 
interiecto,  ut  in  proximo  festo  nativitatis  Domini  XV  talenta,  in  purifi- 
catione  beate  Marie  virginiis  XV  talenta,  in  festo  q)  sancti  Georii  ry 
decem  prefatis  militi  et  suis  heredibus  persolvantur,  ipsum  vero  nemus 
ex  nunc  et  in  reliquum  in  possessionem  predictorum  abbatis  et  con- 

a)  E.  Z.  —  h)  eis  literam  V.  —  e)  testibus  bis  etc.  fehlt  V.  — 
d)  Am  Rande.  Dist.  fehlt.  —  e)  termineot  V.  —  f)  schiedmam  V.  —  g) 
0,  V.  —  h)  abbatem  et  conventumZ.  —  i)  cognomento  militem  talem  cognomine 
civem  nostrum  Z.  —  j)  promiserunt  V.  —  k)  R.  civ.  tal.  V.  —  l)  promi^issent 
V.  —  m)  idque  Z.  —  n)  instrumento  V.  —  o)  Winn.  fehlt  V.  —  p) 
G.  V.  -  q)  dieV.  —  r^G.V. 


70 

yentus  cessit  et  sub  iuste  proprietatis  tytulo  ad  eorum  monasterium 
perpetuopertinebit.  Quod  si  ante  notatam  o)  peccuniam  predictis  abbas 
et  eonyentus  hy  circa  terminum  sibi  per  arbitros  constitutum  non 
SQlverint,  non  solum  hoc  c^  presens  arbitrium  cassabitur,  verum 
etiam  eam^J  peccuniam,  quam  forte  iuxta  alfquantam  porcionem  sol- 
verint,  omnino  perdent«},  et  causa /^  cum  lite  sua  in  statum  pristinum, 
quem  ante  arbitrium  habuit,  revertetur.  Ne  vero  alicui  calumpnie  in 
posterum  locus  pateat,  formam  arbitrii  presentibus  inpressam  et 
sigillo  nostre  civitatis  communitam,  ipsis  arbitris  reservandam  g)  assi- 
gnavimus,  ut,  soluta  peccunia  et  lite  prorsus  sopita,  litere  demum  super 
hoc  negocio  perpetue  conscribantur  etc. 

Hie  notate,  quod  talis  forma  non  est  perpetua  quando  h)  habet 
aliquas  condiciones,  que  si  servate  non  fuerini,  litera  et  arbitrium 
cassantur  et  causa  tota  in  statum  pristinum  reducetur  i),  si  videlicet 
peccunia  non  fuerit  soluta.  Si  autem  condicio  illa  non  esset  ibi ,  sed 
scriberetur  quod  peccunia  esset  soluta,  tunc  litera  esset  perpetua  nee 
esset  necesse  aliam  literam  perpetuam  hy  conscribi. 

Notandum  *)  etiam,  quod  stricte  accipiendo  „Privilegium**  l)  nemo 
debet  dare  Privilegium  nisi  princeps,  sicut  papa,  imperator,  archiepi- 
scopi,  episcopi,  regales  abbates,  reges  »9,  duces,  marchiones ;  litere 
vero  quas  dant  abbates  simplices,  prepositi,  comites  et «)  ministeriales, 
non  sunt  proprie  privilegia,  sed  vocantur  actiones ;  tarnen  usus  in  terra 
nostra  obtinuit,  ut  omnes  tales  litere  vocentur  privilegia. 

De  modo  exemplandi  literas  oj. 

Distinctio  VII. 

Item  si  literam  domini  pape  vel  imperatoris  vel  regis  exemplare 
nos  contingeret,  ista  esset  forma.  NosDei  gracia  B.  Ratisponensis,  Cp) 
Pataviensis  ecclesiarum  episcopi  notum  facimus  universis  presentes 
literas  inspecturis,  quod  anno  Domini  millesimo  q)  etc.  mense  Novem- 
bris,  domini  Honorii  pape  quarti  anno  seeundo,  vidimus  et  tenuimus  et 
diligenter  inspeximus  literam  domini  Alexandri  pape  quinti  serieo 

a)  nominatam  Z.  —  h)  predictis  abbat!  et  conventui  V.  Z.  —  c)  hoc 
fehlt  V.  -  d)  eam  fehlt  V.  -  e)  perdet  V.  -  f)  causam  V  u.  Z.  -  g) 
reservandura  V.  —  h)  quoniam  Z.  —  i)  retruditur  Z.  —  k)  perpetuam 
fehlt  V.  -  l)  mandatum  V.  --  m)  reges  fehlt  Z.  —  n)  et  fehlt  Z.  -  o)  Dist. 
VllL  -  ;?;  iur  C  vel.  Z.  —  q)^\\\.  fehlt  Z. 


1}  Dieser  Absatz  gehört  io  den  tractatus  de  pri?ilegÜ8,  unten  S.  79  ror  Notandum 


etiam. 


71 

bullatam  non  abolitam,  non  abrasam,  nee  ex  aliqua  sui  parte  viciatam, 
sed  plene  et  fideliter  eontinentem  de  verbo  ad  verbum  omnia  que 
Jnferius   sunt  expressa. 

Alexander  episeopus  servus  servonim  Dei  omnia  usque  adFoi.19.«. 
fiaem,  et  tunc  post  totam  literam  subiungetur:  In  euius  rei  testi- 
monium  presenti  seripto  sigilla  nostra  apposuimus  anno  et  mense 
süperius  notÄtis  a),  Si  autem  litera  imperatoris  vel  regis  transscri- 
benda  est,  oportet  quod  scribatur  sub  sigillis  episcoporum  vel  dueum, 
marchionum  vel  comitum»  quia  ^J  inferioribus  personis  yix  adhibetur 
fides  ut  prelatis  eccles^sticis  vel  ministerialibus.  Talis  ergo  erit  forma : 

Nos  Albertus  Dei  gracia  duxAustrie,H.  marchio  talis,  A<9  comes 
Tyrole  notum  ^^se  volumus  dy  universis  presentes  literas  «J  in- 
specturis,  quod  anno  millesimo  etc.  mense  tali  anno  IV  <>  regni 
domini  Fr.  secundi  f)  Serenissimi  imperatoris  Romani  9)  et  semper 
augusti  yidimus,  tenuimus  et  diligenter  inspeximus  literam  imperatoris 
domini  Friderici  hy  serenissimi  primi  aurea  buUa  signatam  i),  non 
abolitam  nee  abrasam  et  in  nuUa  sui  parte  viciatam,  sed  plene  et 
fideliter  eontinentem  de  verbo  ad  verbum  omnia  que  inferius  sunt  ex- 
pressa. Fridericus  *^  Dei  gracia  Romanorum  imperator  et  semper 
augustus,  Syeilie  et  Jerusalem  rex  ete.  usque  ad  finem  litere  et  tunc 
subiungetur:  In  cuius  rei  testimonium  ut  supra^. 

Notandum  etiam,  quod  quandoque  unus  ordo  totus  simul,  sicut 
noster  videlieet  eysterciensis ,  uno  gaudet  privilegio  generaliter  de 
aliquo  papa  vel  imperatore  super  aliqua  gracia  vel  libertate,  et  si 
illud  Privilegium  domus  nosi;ra  scilicet  Paungartenpergw^ 
non  haberet  sed  forsan  habere  vellet,  possemus  id  de  alia  domo  nostri 
ordinis  accipere  que  illud  haberet«?  et  monstrare  illud 0^  ™is  magnis, 
sicut  duobus  vel  tribus  episcopis,  et  cum  ipsi  hoc  vidissent  et  legis- 
sent,  tunc  nos  transscriberemus  ipsum  Privilegium  de  verbo  ad  ver- 
bum p)  sub  forma  predicta,  et  ipsi  episcopi  apponerent  sigilla  ad  trans- 
scriptum  tale  et  illud  vellemus  habere  loco  privilegii.  Hoc  etiam  solet 
fieri,  quando  privilegia  q)  nimia  vetustate  depereunt,  tunc  transscri- 
buntur  sub  sigillis  autentieorum  virorum  sub  forma  predicta. 

a)  nominatis  Z.  —  h)  et  für  quia  V.  —  c)  AI.  dux  Austr.  H  marchio  C 
comes  V,  —  d)  facimus  V.  —  ej  1.  fehlt  Z.  —  f)  domini  F  sereniss.  V.  —  g) 
Rom.  fehlt  V.  —  h)  F.  V.  -  i)  sigillatnm  V.  -  k)  F.  V.  ^  l)  posituifrest 
Z.  —  m)  Poumgartioperig.  Z.  —  n)  Für  sed  bis  haberet  hat  V.  blos:  id  de 
alia  domo  nostri  ordinis  acciperet.  —  0)  illud  fehlt  Z.  —  p)  de  verbo  ad 
▼erb.  fehlt  V.  —  q)  Privilegium  V. 


7Z 


Quid  Sit  proenratio  aj, 

DistiDctio  yni. 

Notate  etiam ,  quod  quando  in  literis  inrenietis  hoö  nomen  „pro- 
curatio^,  per  illud  intelligitur  expensa  que  debetur  legatis  domini  pape. 
Legati  enim  domini  pape  possunt  exigere  a  clero  procurationem  sibi 
debitam  iuxta  formam  quam  eis  papa  constituit,  ut  videlicet  in  epi- 
scopatu  Pataviensi  accipit  forte  legatns  centum  marcas 
Tel  plus  vel  minus»  et  illa  peceunia  Tocatur  proeuratio.  Ordo  autem 
noster  videlicet  cystereensis  ab  huiusmodi  pro€|M*ationibus  omnimodis 
estexemptus»  quia  nulli  legatotenemurad  eontributionemproeuratoriam. 

Dantur  etiam  maxime  a  personis  seeularibus  lüere  diffidacionü 
et  aisecurationis  ^J.  Difßdare  aliquem  per  literäs  est  parti  adverse 
eapitales  inimicicias  obicere;  affidare  autem  et  assecurare  cj  pene 
idem  sunt,  assecurare  cj  bominem  est  certum  eum  reddere,  quod  non 
paciatur  malum  aliquod  pro  culpa  commissa* 

De  irreffularitatibas  dj. 

Distioctio  IX. 

Item  in  literis  sepe  occurrit  verbum  irregularitatis,  unde  debetis 
etiam  scire  quid  sit  irregularitas.  Irregularitas  est  indignitas  ali- 
cuius  persone  propter  quam  repellitur  ab  ordinibus  saeris  vel  e)  ab 
officiis  divinis ,  ab  actibus  legittimis.  Actus  fj  legittimi  sunt,  quod 
homo  possit  accusare,  testificari,  militare  et  similia.  Contrabitur 
autem  irregularitas  quandoque  a  statu  corporis,  sicut  quando  corpus 
nimis  est  horridum ,  ut  cecus ,  mutus  et  surdus  et  carens  naso,  vel 
manu,  yel  quando  aliquod  yicium  est  in  corpore  huic  simile ;  talis  non 
potest  promoTcri  ad  sacros  ordines,  eo  quod  corpus  babeat  inminutum 
vel  nimis  horridum.  Quandoque  etiam  contrabitur  irregularitas  ex 
origine  generis,  sicut  quando  aliquis  nascitur  de  clerico  sacerdote,  vel 
F«i.  19  b.  moniali  velata,  vel  de  servo.  Servus  vocatur  ille  qui  est  proprius  ali- 
cuius.  Tales,  racione  fede  nativitatis,  non  possunt  promoveri  et 
repelluntur  a  legittimis  actibus.  Aliquando  contrabitur  ex  genere 
facti,  sicut  iudex,  licet  iuste  occidat  latronem,  fit  tamen  irregularis; 
similiter  qui  contraxit  cum  vidua  vel  qui  bigamus  est  vel  si  aliquis 

a)  Dist.  IX.  —  b)  assecutionis  V.  —  cj  assecutare«  —  d)  Dist  I.  — 
e)  ab  ordinibus  saeris  vel  fehlt  Y.  —  fj  autem  Z. 


73 

comparuit  in  facie  ecclesie  in  sollenqini  penitentia.  In  hiis  omnibus, 
licet  non  sit  peccatum,  tarnen  sunt  oj  irreguläres,  et  non  possunt 
promoveri  ad  sacros  ordines.  Infames  etiam  sunt  irreguläres,  ut  fures, 
saerilegi,  sepultorum  bj  violatores,  adulteri,  periuri  sollempni  periurio  c), 
pereussorespatrum  et  matrum,  homieide,  raptores,  incestuosi,  malefici, 
venefici,  heretiei ,  symoniaei,  in  fide  quoque  suspecti,  apostate  a  fide 
vel  ab  aliquo  ordine.  Isti  omnes  infames  sunt  et  ipsa  infamia  excludit 
eos  a  legittimis  aetibus  et  ab  ordinibus  sacris. .  Sed  notandum  quod 
aliud  est  infamia,  aliud  infamaeio. 

Quid  8Ü  infamaeio.  Infamaeio  est  et  vocatur,  quando  aliquis  de 
aliquö  predietorum  criminum  in£amatur  vel  potius  inculpatur  et  est 
in  ore  omnium  hominum  et  tamen  super  eum  nichil  est  probatum  legit- 
tima  probacione.  Et  hocdj  Christus  et  Maria  virgo  et  apostoli  et  multi 
alii  inculpati  sunt  et  infamati.  Et  talis  infamatio  non  solum  nichil  obest, 
sed  etiam  multum  prodest  iustis,  quia  äuget  eis  meritum  ipsorum. 

Quid  8Ü  infamia,  Infamia  vero  est  quando  aliquis  aliqaod 
predietorum  criminum  fecit  et  hoc  in  notorium  transiit.  Notorium 
autem  est  triplex,  videlicet  per  sententiam,  per  confessionem  in  iudicio 
extortam  ej,  et  per  rei  evidentiam.  Crimen  notorium  fit  per  senten- 
tiam, quando  aliquis  in  iudicio  accusatus  reus  esse  convincitur  legit- 
timis documentis  et  sententia  contra  eum  profertur,  talis  iam  per 
sentenciam  notoriam  criminosus  et  infamis  habetur.  Secundo  per 
confessionem  fit  crimen  notorium,  quando  aliquis  in  iudicio  sie  urgetur 
quod  crimen  confitetur;  talis  statim  per  confessionem  infamis  esse 
dicitur.  Tercio  per  rei  evidenciam  fit  crimen  notorium,  sicut  si  aliquis 
fuisset  leno  vel  hystrio  XX  annis  et  hoc  notorium  esset  populo ,  talis 
esset  infamis,  nee  per  sententiam  nee  per  confessionem  propriam  sed 
per  rei  evidentiam,  quia  crimen  suum  constaret  multis  per  rei  fj 
evidentiam.  Ita  ergo,  ut  predictum  est,  aliquis  potest  esse  infamatus, 
qui  tamen  non  est  infamis,  sicut  Christus  et  multi  sancti,  sicut  pre- 
dictum est. 

Ouid  Sit  preseripeio  gj, 

DistiDctio  X. 

Item  quia  nomen  prescripcionis  in  literis  aliquando  invenitur, 
notate  quid  sit  prescriptio.  Prescriptio  est  ius  quoddam  äJ,  quodaccipit 
robur   et  firmitatem  ex  longitudine    temporis  et  solet  fieri  in  rebus 

a)  fiunt  Z.  —  6J  sepulerorum  Z.  —  cj  periurio  fehlt  V.  —  d)  modo  xu 
ergfinzen.  —  ej  exorttm  Z.  —  ^  facti  Z.  —  g)  Dist  XL  —  h)  quodtam   Y, 


74 

inmobilibus,  sieut  in  possessionibus«^  ^t  decimid  et  similibus.  Ia  iure 
autem  urbano  fit  preseripcio  tempore  XXX  annonim ;  sicut  si  aliquis 
per  triginta  annos  possedit  agrum  vel  predium  c(uiete  et  sine  omni 
petieione ,  ille  post  hee  yendiearet  sibi  illam  possessionem  iure  pre^ 
scripcionis,  nee  aliquis  actor  posset  eum  inpetere,  quia  ille  prescrip- 
sisset  ei  tempore  XXX  annorum.  In  iure  autem  ecelesiastico  nisi  in 
XL  annis  potest  fieri  preseripeio,  unde  qui  rem  alienam  per  XL  annos 
sine  interrupcione  et  omni  actione  possedit,  ille  iam  iure  preseripcionis 
rem  illam  teuere  perpetuo  poterit.  Contra  Romanam  tamen  by  eccle- 
siam  non  fit  preseripeio  nisi  in  centum  annis,  pro  eo  quod  ipsa  c)  est 
dignissima  ecclesiarum  omnium  et  mater. 

Exiguntur  autem  quatuor  ad  veram  prescripcionem:  /Vtnitimest 
bona  fides ,  ut  videlicet  ille  qui  prescribit  Credat  rem  illam  vere  esse 
suam,  vel  in  reritate  illum  eredat  fuisse  verum  dominum  rei  illius.  qui 
Fol.  19 «.  sibi  eam  tradidit,  et  habuisse  ius  eam  sibi  dandi,  licet  Torte  erret  in 
facto ;  hec  autem  bona  fides  semper  presumenda  est,  nisi  probetur 
mala,  sicut  et  ignorancia  presumitur  quamdiu  scieneia  non  fuerit  pro- 
bata.  —  Quod  si  ille  qui  tibi  rem  tradidit  habet  malam  fidem,  tibi  non , 
nocet,  dummodo  tu  dj  credas  eum  habere  bonam  fidem.  Adhuc  etiam 
bonam  habes  fidem,  quando  dubiam  habes  conscienciam  de  re  in  qua 
prescribis.  Secundum  est  iustus  tytulus.  Tytulus  vocatur  in  prescrip- 
tione  illa  causa  ex  qua  incipis  rem  possidere,  videlicet  emptio  vel  per- 
mutatio,  vel  donatio,  vel  aliquid  simile.  Est  enim  emptio  vel  permutatio 
vel  donatio  tytulus  quo  tu  rem  illam  tenes  in  qua  prescripsisti :  aut  enim 
ipsam  emisti,  aut  conmutacione  alterius  rei  ej  conparasti,  aut  dono  eam 
ab  alio  accepisti.  Necimpeditprescriptionem  si  tytulus  fj  non  sit  forte 
omnino  iustus,  dummodo  ipse  tytulus  sufficiens  fuerit  ad  hoc  quod  per 
eum  incepisti  rem  possidere;  verbi  gracia:  Posito  quod  aliquis  epi- 
scopus  donet  monasterio  nostro  deeimas  vel  ius  montanum  vel  aliquam 
possessionem  aliam,  et  det  nobis  literas  donacionis  sue  gj  confirmato- 
rias,  iam  ista  donacio  est  tytulus  quo  nos  incipimus  rem  illam 
possidere.  Si  ergo  illas  deeimas  per  XL  annos  quiete  et  sine  contra- 
dictione  possideremus ,  tunc  prescriberemus  in  illa  possessione  quod 
amodo  non  possit  nobis  aulferri  in  perpetuum  tytulo  donationis,  et, 
licet  tytulus  sufficiens  esset  ad  dandam  causam  prescriptioni ,  non 
esset  tamen  iustus  tytulus ,  pro  eo  quod  canones  dicunt,  quod  nuUa 
a)  sicut  i.  p.  fehlt  V.  —  bj  enim  V.  -  cj  ea  Z.  -  dJ  tu  fehlt  V.  — 
ej  eam  Z.  —  ^  tyt.  aliquanda  non  sit  iustus,  vel  omnino  iustus  V.  —  ^^se«  Z. 


75 

donacio  episcoporum  ralet  quam  faciunt  sine  consensu  capitulorum 
suorum.  Unde,  quando  ista  donacio  non  est  facta  de  consensu  capituli» 
tytulus  non  est  iustus.  Et  licet  non  sit  iustus,  sufficiens  tarnen  est  ad 
dandam  prescripcioni  occasionem,  si  enim  tytulus  omnino  esset  iustus 
et  certus,  tunc  non  esset  necessaria  prescripcio.  Tertium 
est  quod  vult  habere  prescriptio,  videlicet  quod  res  illa  in  qua 
prescribitur  fuerit  in  continua  ,  possessione  a^  per  XL  annos  usque 
ad  finem  prescripcionis ,  et  quod  per  oihnes  annos  illos  nunquam 
renerit  in  possessionem  alterius.  Quartum  est  quod  vult  habere 
prescripcio  scilicet  ut  res  illa,  in  qua  prescribitur,  sit  prescriptibilis, 
id  est  talis  nature,  ut  in  ea  possit  fieri  prescripcio.  Sunt  enim  quedam 
res ,  que  non  possunt  prescribi ,  etiam  si  teneantur  mille  annis,  sicut 
limites  provinciarum,  dyocesum  et  parochiarum;  et  sicut  fundus  quem 
colonus  colit,  et  sicut  vie  publice,  et  sicut  quedem  insignia  Romane 
ecclesie,  et  sicut  decime  in  quibus  laycus  non  potest  preseribere. 

De    inierrupcione  prescripcionis  ^).  Notandum    igitur,    quod 
prescripcio  interrumpitur  et  cassatur  multis  modis,  videlicet  per  syno- 
dalem proelamacionem,  quando  ille  contra  quem  prescripcio  laborat, 
in  synodo  eoram  episcopo  et  clero  proclamat  rem  illam  esse  suam, 
in  qua  erit  c^  prescripcio.  Secundo  interrumpitur  per  executoriam  con- 
vencionem,    quando    prescribens    aliquod  pactum   et  convencionem 
intrat     cum     illo     contra     quem    prescribit,     quia    tunc    videtur 
abreaunciasse  virtuti  prescripcionis.  Teroio  per  recognicionem  debiti, 
quando  recognoscit  se  debitorem  illius  contra  quem  prescribit   Item 
quartQ  interrumpitur  per  fenoris  solutionem,  quando  is  qui  prescribit 
solvit  illi  contra  quem  prescribit  d)  aliquam  pensionem  de  perceptis 
fructibus.    Item  quando  currente  prescripcionis  tempore  Privilegium 
donacionis  impetratur,  quia  qui  Privilegium  impetrat  malam  fidem  se 
habere  demonstrat.   Item  fit  interrupcio  quando  is  contra  quem  pre- 
seribitur  libellum  querele  offert,  si  videlicet  non  audeat  agere  contra  poi*^^^ 
prescribentem  propter  eins  potenciam.   Potest  tamen,  prescripcione 
finita,   impetrari   Privilegium   confirnäacionis  super  re   illa,   in   qua 
prescriptum  est,  nee  per  hoc  ipsa  prescripcio  infirmabitur,  sed  robora- 
bitur.    Et  plane  quitquid  est  iUud  «J  per  quod  prescribens  recogno- 
scit  se   habere   malam  fidem,    per   hoc   interrumpitur  prescripcio. 
Similiter  ex  parte  prescripti ,  quitquid  illud  est  per  quod  prescriptus 

a)  prescriptione  V.  —  h)  Dist.  XU.  —  c)  currit  1,  --  d)  solvit  bis  pre- 
scribit fehlt  y.  ->  ej  illud  fehlt  Z. 


76 

litem  moyet  prescribenti,  prescripcione  nondum  finita ,  per  hoc  ipsa 
prescripcio  intemimpitur  et  cassatur.  Cum  ergo  prescripcio  finita 
fuerit,  et  post  XL  annos  prescriptus  rem  repetere  voluerit  et  conten- 
dere,  tunc  preseribens  nichil  aliud  allegare  debet  pro  defensione  sua, 
quam  prescripeionis  perfeete  sufficiens  tempus,  id  est  tempns  quadra- 
ginta  annorum  Tel  eontinuacionem  possessionis  XL  annis.  —  Nec^J^  est 
cautum  allegare  tytulum  quod  diceret:  Ego  possideo  tytulo  empcionis, 
donacionis  vel  eommutaeionis ,  quoniam  qui  tytulum  allegat  ipsum 
cogitur  probare,  quod  diffieile  est. 

De  annis  Donüni  bj, 

Dtstinctio  XL 

Notandum  etiam,  quod  anni  cj  ineamacionis  debent  scribi  in 
omni  litera  cuius  datam  ignorare  non  licet»  sicut  sunt  litere  diversorum 
contractuum,  sicut  quando  fiunt  ea  que  sunt  aliquo  modo  de  genere 
contractuum ,  ut  possessionis  alienacio  et  ut  dj  fit  in  precariis ,  in 
feodis,  in  commodato,  in  emptione  vendicione,  in  debitorum  solutione, 
in  ordinacionibus  ej,  in  testamentis»  in  ecclesiarum  dedieacionibus»  in 
locacione ,  in  conduetione  f),  in  rerum  permutacione ,  in  impignora- 
cione»  in  fideiussionibus,  in  literis  questuosis,  procuratoriis ,  inliteris 
emissoriis ,  quas  ferunt  religiosi  qui  emittuntur  a  prelatis  suis  ad  alia 
loca,  in  quibus  etiam  scribi  debet  quamdiu  ipse  litere  raleant.  In 
iteris  etiam  arbitrorum  confirmacionum ,  libertatum,  graciarum,  in 
literis  etiam  aliarum  accionum  quibus  convenit  sciri  quando  fuerint 
acte.  Sed  inpossibile  est  sub  certo  numero  comprebendere  omnes 
literas  in  quibus  anni  Domini  sunt  scribendi ,  unde  oportet  quod  ex 
qualitate  rerum  que  scribuntur  hoc  perpendas;  verbi  gracia:  Si 
monachus  Tel  conversus  mittendus  esset  ad  aliquod  iudicium  ecclesia* 
sticum  vel  civile ,  ut  ibi  ageret  causas  monasterii  sui ,  si  illi  daretur 
litera  procuratoria  obmissis  anni  Domini ,  tunc  pars  adyersa  posset 
calumpniari  literam  dicens  „frater!  ista  litera  forte  scripta  est  ante  XX 
annos  vel  amplius ,  unde  non  pot^s  esse  yerus  procurator  monasterii 
tui,  quia  litera  procuratoria  non  continet  tempus  quo  data  est^. 

De  differentia  inter  datum  et  actum. 

DistiDctio  XU. 

Notandum  etiam,  quod  est  differencia  int<»r  datum  et  actum. 
Datum  quidem  inportat  solummodo  tempus  in  quo  litera  datur,  actum 

aj  non  V.  -  bj  Dist.  XIII.  -  cj  domini  Z.  -  dj  ut  fehlt  V.  —  ej  dona- 
cionibus  Z.  ^  fj  conditione  V. 


77 

autem  inportat  tempus  in  quo  ea  facta  sunt  super  quibus  litera  datur- 
Solet  ergo  actum  precipue  scribi  in  literis  contractuum,  ubi  videlicet 
contrahens  et  is  cum  quo  contrabitur  mutuas  habent  actiones.  Datum 
vero  scribitur  in  literis  graciarum  et  donacionum,  ut  sunt  litere  indui- 
genciales  et  questuose  et  in  literis  procuratoriis  et  emissionis,  üb* 
nuUa  actio  est  inserta.  In  quibusdam  tarnen  literis  utrumque  scribi 
debet  sie :  actum  et  datum  anno  Domini  millesimo  etc.,  cum  videlicet 
in  litera  aliqua  actio  agitata  exprimitur  et  tempus  nich^ominus  con* 
Scripte  litere  ignorari  non  licet. 

Forma  credentiaram  a). 
Distinctio  XIU. 

Litera  credencie  datur,  quando  is,  qui  mittit  nuntium,  non  vult  vel 
lon  audet  secreta  sua  literis  conmittere,  timens  quod  litere  possunt 
casu  amitti  vel  legi ,  unde  conmittit  nuncio  in  os  et  in  pectus  suum 
qnod  loqui  debeat  et  super  eo  dat  sibi  hy  literam  credencie  et  harum 
formam  poteris  formare  breviter  in  hec  verba : 

Frater  0.  talis  loci  prepositus  dilecto  in  Christo  tali  personeFo!.20«. 
salutem  cum  omnimoda  caritate.  Discrecioni  vestre  fratrem  H.  con- 
versum  nostrum  cum  literis  credencie  ad  vos  destinamus,  petentes  et 
rogantes,  quatenus  in  hiis  que  ex  parte  nostra  retulerit,  curetis 
tanquam  nobis  ipsis  in  omnibus  fidem  credulam  adhibere.  Cetera 
lator  cj. 

De  iure  adToeatiaram  d)^ 

Distinctio  XIV. 

Screndum  autem  quod  advocatus  multis  modis  dicitur  et  intelli- 
gitur,  quandoque  ille  advocatus  vocatur,  qui  in  foro  iudicii  ecclesiastici 
verbum  loquitur  pro  actore  et  reo.  Actor  vocatur  ille,  qui  querelas 
movet  super  aliquo;  reu8  vocatur  ille,  contra  quem  querela  movetur, 
non  quod  semper  sit  reus,  sed  quod  actor  habeat  cum  pro  reo. 
Quandoque  etiam  advocatus  secundum  consuetudinem  aliquarum 
regionum  vocatur  ipse  iudex,  sicut  est  in  Moravia  consuetudo; 
aliquando  e)  advocatus  vocatur  ille,  qui  ex  aliqua  eausa  tenetur  defen- 
dere  ecclesias  et  possessiones  earum,  vel  viduas,  vel  quoscunque 
homines,  habentes  defensiones  necessarias,  sicut  principes  seculares 
et  eorum  vicarii.  Et  tales  advocati  aliqua  iura  vendicant  sibi  in  posses- 
a)  Dist.  XIV.  —  b)  ei  Z.  —  c)  cet.  lator  fehlt  V.  —  d)  Dist.  XV.  —  e)  etiam  Z. 


»8 

sionibus  et  personts  quas  tenentur  defendere,  sicut  censum  aliquem 
et  pernoetacioaes  et  steuras.  Et  de  illis  dicitur,  quod  ad  eos  pertineant 
iure  aduocatie.  A  talibus  tarnen  ordo  noster  exemptus  est,  quo- 
niam  nullius  advocatus  potest  sibi  in  rebus  nostris  tale  ius  yendicare. 
Jus  advocatie  etiam  voeatur  illa  proprietas ,  quam  babemus  in 
moate  aliquo,  qui  mens  cum  noster  sit  proprius,  hü  qui  vineas  in 
eo  excolunt»  coguntur  nobis  servire  a^  non  solum  vinum  sed  etiam 
denarium;  ef  Uli  denarii  Toeantur  vogtphennig  ^J. 

Quid  Sit  eensus. 

Distinctio  XV. 

Notandum  etiam,  quid  inportet  hoc  nomen  eensus,  ubi  notandum, 
quod  est  eensus  duplex,  yidelicet  stabilis  et  instabilis,  vel  mobilia,  vet 
inmobilis.  Inmobilis  eensus  est,  qui  semel  inpositus  inmobiliter  per- 
severat,  nee  augendus  yidelicet  nee  minuendus,  sicut  ^est  eensus  qui 
solvitur  de  precariis  yel  de  iure  montis ;  isti  enim  non  solent  mutari 
de  anno  in  annum ,  nisi  ex  magna  aliqua  necessitate.  Census  autem 
roobilis  est  duplex:  est  enim  quandoque^arac^/tn^«,  sicut  est  eensus,  quem 
princeps  aliquis  suis  indieit  ciyitatibus,  nunc  multum  nunc  mediocrem, 
prout  tunc  sibi  placuerit — census  conventicius  est,  qui  datur  de  cj 
aliqua  re  per  convencionem,  sicut  de  aliqua  domo  in  aliqua  ^^  ciyitate; 
qui  non  secundum  unam  formam  solyi  solet  «^,  sed  aliquando 
convencio  fit  de  maiori  peccunia,  quandoque  de  minori,  et  ideo  talis 
census,  qui  per  annuam  conyencionem  renoyari  consuevit,  dicitur  con- 
venticius. 

Ineiplt  traetatns  de  prtvilegiis. 

Distinctio  XVI. 

Sequitur  de  formis  privilegiorum.  Igitur  Privilegium  est  libertas 
secundum  ius  vel  preter  ius  commune  a  principe  concessa  alicui^ 
ecclesie  vel  collegio ,  vel  communitati  fj,  vel  alicui  private  persone« 
Privilegium  secundum  ius  est ,  cum  datur  alicui  episcopo  per  Privi- 
legium generalis  causarum  cognicio  gj  in  sua  provincia  vel  dyocesi, 
quarum  quedam  de  jure  communi  sedi  apostolice  cederent  audiende; 
Privilegium  preter  ius  est,  ut  cum  alicui  prelato  ex  privilegio  talia 
insignia    conferuntur,   que   ius    commune  generaliter    non    admittit. 

aj  deservire  Z,  —  ^^  advocatie  id  est  votpfennig  Z.  —  cj  ex  V.  —  d)  um 
V.  -   ej  debet  V.  —  f)  vel  coli.  v.  com.  fehlt  V.  ^g)  coadicio  V. 


79 

Contra  ins  vero  Privilegium  dari  non  consuevit,  nisi  forte  ab  hiis,  qui 
sunt  supra  iura,  ut  est  papa  et  imperator. 

Notandum^)  etiam,  quod  privUegia  strieti  iuris  sunt,  hoc  est, 
quod  nichil  ex  eorum  intelleetu  haberi  potest  nisi  quod  in  litera  ipsius 
textus  continetur,  nee  in  eis  argumentacio  a  maiori  ad  minorem 
locum  habet,  vel  e  converso;  rerbi  graeia  si  habes  ex  privilegio 
quod  baeulo  pontifieali  uti  possis,  ex  hoc  non  sequitur  quod  etiam 
uti  possis  infula  vel  pallio;  et  sie  de  similibus. 

Privilegiorum  alia  sunt  personaliaf  alia  localia,  quedamFoi.aob. 
perpetua»  quedam  generalia  et  quedam  spedalia.  Personale  Privi- 
legium est,  quod  alicui  persone  conceditur  quamdiu  vixerit,  et  in  hoc 
exprimendum  est  nomen  eius  cui  datur  Privilegium;  locale  est  quod 
alicui  loco  conceditur  ab  aliquo  principe,  vel  ecclesie  vel  eommunitati 
civitatis  alicuius«^,  et  in  hoc  exprimitur  nomen  ecclesie  illius,  vel  lo6i 
cui  datur  Privilegium.  Privilegium  perpetuum  est  quod  indefinite  ex 
principis  beneplacito  accipit  robur  perpetue  firmitatis;  et  in  tali  privi- 
legio non  ponitur  proprium  nomen,  nisi  loci  cui  datur  et  eius  rei  que 
datur,  ut:  „Nos  F.  imperator  damus  ecclesie  Pataviensi  talem  comi- 
tatum  vel  tala  castrum  perpetuo  possidendum".  Temporale  Privile- 
gium est  cuius  valor  et  firmitas  certo  comprehenditur  temporis  inter- 
vallo ,  vel  certo  principis  beneplacito  reservatur.  Verbi  graeia ,  ut  si 
imperator  dicat:  Notum  esse  volumus  et  presentibus  declaramus, 
quod  dilecto  principi  nostro  B.  ^)  Pataviensi  episcopo  et  ecclesie 
ipsius  concedimus  dignitatem  talem  ad  decem  dumtaxat  annos  libere 
possidendam,  vel  quamdiu  id  de  nostra  fuerit  voluntate,  vel  qoamdiu 
ipsam  concessionem  non  duxerimus  revocandam.  Generale  Privile- 
gium est  quod  sine  proprio  nomine  personam  illius  cui  datur  tangit 
sie:  Notum  facimus,  quod  nos  talem  locum  vel  talem  libertatem  con- 
cedimus dilecto  principi  nostro  N.  Pataviensi  episcopo  et  eius  ecclesie 
et  tale  Privilegium  semper  perpetuum  esse  solet.  Speciale  Privilegium 
est,  in  quo  ponuntur  propria  nomina  tam  dantis  quam  recipientis  in 
salutacione.  Itaque  notandum,  quod  in  perpetuis  privilegiis  semper  in 
principio  ponendum  est  „In  nomine  sancte  et  individue  trinitatis 
amen.  F.  Dei  graeia  omnibus  in  perpetuum  etc.  **;  quod  etiam  in 
localibus  et  generalibus  perpetuis  fieri  solet    In  personalibus  autem 

a)  vel  comm.  elv.  al.  fehlt  V.  -  h)  B.  feWt  V. 


1)  Vergl.  oben  S.  70  Anmerkung  1. 


80 

et  temporalibus  et  spiritualibus  oon  consuevit  hoc  fieri,  eo  quod  in 
eisdem  nullius  perpetuitatis  menlio  sit  habenda. 

Notandum  etiam,  quod  hoc  principium :  „In  nomine  sancte  et 
indiridue  trinitatis**  in  pririlegiis  non  solet  scribi  longis  literis,  nisi  in 
privilegiis  imperatoris  et  domini  pape;  in  aliorum«^  privilegiis  quando 
scribitur,  parvis  literis  scribetur.  Notandum  etiam,  quod  perpetua 
privilegia  maxime  clero  et  ecclesiis  conferuntur  *^,  quoniam  iura 
•    ecelesiastiea  deeet  esse  perpetua  et  ideo  ibi  additur  „in  perpetuum**. 

Inter  privilegia  domini  pape  et  imperatoris  nota  differenciam. 
Papa  in  suis  privilegiis  raro,  immo  nunquam  premittit:  In  nomine  s. 
etc.,  sed  ita  ineipit:  Gregorius  episcopus  etc.  universis  Christi 
fidelibus  in  prepetuum  et  fine  in  loco  testium  ponetur  subscripcio 
cardinalium,  deinde  anni  incarnacionis  sicut  infra  patebit;  in  privi- 
legiis autem  imperatorum  vel  regum  Romanorum  perpetuis  primo 
semper  premittitur  „In  nomine  sancte  et  ind.  etc.",  in  quorum  fine 
principes  ac  alie  excellentes  persone  ponuntur  loco  testium,  post 
quas  dicet  cancellarius :  et  ego  talis  magister  vel  talis  episcopus, 
imperialis  aule  vel  regalis  cancellarius  recognovi. 

In  aliorum  principum  cuiuscunque  condicionis  perpetuis  privile- 
giis primo  pulchre  premittitur  „In  nomine  sancte  et  individue 
trinitatis**,  sicut  predictum  est,  et  omnes  alie  differencie  servantur  in 
hiis  que  imperatorum  et  regum  Romanorum  servari  solent ,  excepto 
solo  quod  in  eisdem  nee  recognicio  nee  subscripcio  habet  locum;  sed 
ordo  testium  ponetur  simpliciter  et  post  annos  incarnacionis  in  fine 
omnium  dici  potest:   „Datum  per  manus  Johannis  notarii". 

Notandum  etiam,  quod  in  omni  privilegio  perpetuo  ponendus  est 

Fousoc.  annus  incarnacionis ,  Kaiende ,  Idus,  None,  Indictio,  Concurrens  et 

Epacta,  quod  in  temporalibus  et  personalibus  non  requiritur,  ut  patebit. 

Forma  igitur  privilegiorum  perpetuorum  talis  est:  primo  salu- 
tacio  premittitur  secundum  differencias  prenotatas  —  deinde  sequitur 
arenga  c^  que  loco  exordiorum  in  privilegiis  ponitur;  ita  si  est 
arduum  negocium — deinde  eins  cui  datur  beneficium  causa  curialiter 
debet  poni— deinde  idem  beneficium  plane  et  lucide  vult  exponi,ut 
nichilsubaudiendum,nichil  subintelligendum  relinquatur — deinde  pro- 
testacio  eins,  qui  dat  Privilegium  —  in  fine,  si  tale  est  d^  negocium, 
ponatur  pena  transgressorum  et  postea  testes  et  postea  anni  incar- 

a)  aliis  V.  —  h)  confirmaotur  V.  —  c)  aregna  V.  In  Z.  fehlt  das  Wort 
und  es  ist  eiae  Lücke  dafär  gelassen.  ~  d)  est  fehlt  V. 


81 

nacionis  et  kaiende,  precipue  in  temporalibtis  et  persooalibus  privile- 
giis»  quid  in  aliis  plus  oportet  poni,  ut  predictum  est. 

Est  autem  arenga »  o,J  ut  predictam  est  in  anterioribus »  apta 
et  oensors  yerboram  posicio  auctoritate  aluiua ,  si  dictatori  plaeuef il^ 
inserta*  Qae  ita  premitti  debet  et  d)tinere  locum  siram»  ut  a  se«pie»tf 
owtoria  non  discrepet  nee  bj  diseordet,  immo  per  omoia  sibi  parem 
<adat  fi^sam  eins.  Arenga  o^  ergo  eurialiter  premissa  ponetur  causa 
Jbeoeficii  vd  prinlegii  quod  donatur;  yeri^i  graeia:  Si  aliqua  ecdesia 
apostoUee  sedi  phis  esse  consuevit  devota  et  dominus  papa  propter 
hoc  eidem  yult  conferre  eliquam  prerogatiram,  expedit,  ut  in  ipso 
privilegiodevocioniseiusfaciatmencionemc^.  Similiter  si  Imperator  aut 
rex  Romanorum  vel  atter  prineeps  ob  servieium  sibi  factum  aliquod 
dat  Privilegium,  in  ipso  privilegio  eiusdem  servicii  memor  erit. 
Postea  beneficii  seu  gracie  concessio  debet  poni»  annexa  eiusdem 
donacionis  vel  collacionis  protestacione,  in  qua  sane  protestacione 
sigilU  mentio  fiet;  et  boe  in  perpetuis  privilegiis. 

In  papalibus  ergo  privilegiis  qualibuscunque  bulle  mencio  nun^ 
quam  fiet,  quia  standum  est  prescripcionl  cardinalium  dj  et  sufficit 
quod  buUa  fidem  faciat  oculatam  ej,  —  Si  Privilegium  in^eratoris 
sigillandum  est  buUa  aurea,  sie  dicetur:  „Quapropter  presens  Privi- 
legium f)  bulla  aurea,  typario  nostre  maiestatis  inpressa  iussimus  con- 
muniri**.  Si  non  est  bulla  aurea,  dicitur  simpliciter:  „presens  privile- 
gium  sigillo  nostre  maiestatis  fecimus  conmuniri^. 

Item  g)  videndum  est  de  penis  transgressorum,  que  licet  non  in 
Omnibus  privilegiis,  tarnen  in  multis  locum  habent. 

In  privilegiis  igitur  papalibus,  quia  spiritualia  sunt,  spiritualis 
pena  debet  poni,  et  inde  per  omnia  mos  invaluit  bic  in  eisdem:  «si 
quis  igitur  ausu  temerario  contra  haue  concessiouis  nostre  paginam 
venire  presumpserit,  indignacionem  omnipotentis  Dei  et  beatorum 
Petri  et  Pauli  apostolorum  eius  atque  nostram  se  noverit  incurrisse". 
In  privilegiis  autem  imperatorum  ae  regum  Romanorum,  quia  dantur 
super  temporalibus  et  terrenis  transgressoribus,  subsequenter  pena 
temporalis  et  materialis  debet  poni  hoc  modo :  „qui  contra  prescripte 
gracie  sSb  concessionis  nostre  gr^ciam  venire  presumpserit,  centum 
libras  auri  se  compositurum  soiat,  medietatem  videlicet  oamere  nostre 

a)  «regna  V;  Mit  in  Z  und  e»  ist  «ine  Lueke  4iaför  'gelMeen.  ^  bj  aut  Z. 
t)  «lenMonem  V.  —  dj  tardmn  für  card.  V.  —  ej  occaHafm  V.  —  ^  privi- 
legii  y.  —  g)  nunc  Z. 

Fontes.  Ab»«i-  H-  B<1   XXV.  6 


82 

et  reliquam  passis  iniuriam  persolvendam**.  —  In  privilegiis  vero 
ecclesiasticorum  principum  ista  pena  prevaluit,  scilicet:  „ne  quis 
autem  interyeniat ,  sub  anathematis  interminacione  districtius 
inhibemus*'.  —  Principum  vero  laycorum  privilegia  circa  penas 
ponendas  arbitraria  sunt  et  ad  placitum,  secundum  qued  requirit 
Status  negocii  et  qualitas  personarum.  —  De  tesiium  vero  poneiane 
istam  differenciam  notabis,  ponendo  scilicet,  sicut  necesse  est,  primo 
clericos  secundum  differencias  et  ordines  dignitatum,  deinde  laycos, 
Fol.  10  d.  in  quibus  dignitatum  differencias  non  obmittas,  ut  per  omnia  ordinem 
observes  inter  clericos  et  laycos,  dominos  et  vasallos. 

Papalis  priTilegit.exeMplui  perpetil. 

bistiiicUo  XVII. 

Gregorius  episcopus,  servus  servorum  Dei,  uniyersis  Christi 
iidelibus  in  perpetuum.  Cum  intra  sanctam  ecciesiam  quamplures 
hodie  per  gradus  felicissime  ascensionis ,  quibus  ordinata  caritate  ad 
thronum  eburneum«^  reclinatorium  veri  Salomonis^^  ascenditur,  per 
religionis  sacre  introitum  attingere  videantur<?^,  ubi,  postposito  libere 
voluntatis  arbitrio,  servire  Domino  in  timore  et  ambulare  coram  ipso 
in  iusticia  se  et  sua  abnegantes  eligunt,  volentes  dj  pocius  obedire 
humiliter,  quam  negligenter  amitteredies  paucissimos  rite  huius:  nostra 
interest  ex  officii  debito  pastoralis,  religiosam  vitam  taliter  eligentibus 
non  deesse,  sed  prestare  ej  subsidia,  quibus  facilius  appetant  sempi- 
terna.  Hinc  est ,  quod  sancta  Romana  ecclesia ,  cui  auctore  Domino 
licet  inmeriti  presidemus,  a  retroactis  temporibus  in  gradibus  ordinum 
Cystercensium  religionem,  cum  propter  celibem  ipsius  conversacionem, 
cum  jiropter  caritatis  opera,  que  per  hospitalitatis  graciam  extendit 
ad  proximos ,  cum  propter  devote  subiectionis  humilitatem,  qua  se 
idem  ordo  sedi  apostolice  frequenter  humiliat  Q  et  coaptat,  ceteris 
ordinibus  pretulit  et  amavit.  Nos  itaque  sanctorum  patrum  predeces- 
sorum  nostrorum,  qui  copiose  libertatis  privilegio  dictum  ordinem 
ditaverunt,  vestigiis  inherentes,  damus  et  concedimus  ordini  memo- 
rato  exnunc  et  in  perpetuum  consueta  sedis  apostolice  auctoritate^^, 
quatenus  de  agris  novalibus ,  quos  propriis  excolit  laboribus  et  cx- 
pensis ,  nulli  hominum  hj  omnino  ad    dandas  decimas   teneatur  i) 

a)  eburreum  V.  —  bj  Salemonis  V.  —  c)  videatur  V.  Z.  ■—  dj  volentes 
fehlt  V.  —  ej  temporalium  Z.  —fj  bumilitat  Z.  —  ^^  So  ¥  und  Z  für  ]ib«ralitate. 
—  h)  nulluni  hominum  V.  nullum  hominem  Z.  —  (^  teneantur  V  und  Z. 


83 

et  uniYersalem  ipsum  a)  ordinem  quo  ad  ius  decimale  petendumi 
inmunem  esse  volumus  et  exemptum.  De  maturo  tratrum  nostrorum 
consilio  et  eonsensu,  ae  subscripcione  unanimi  eorundem  decernimus 
igitur  et  pres«ntis  auctoritate  privilegii  inhibemus ,  ne  quis  predictum 
ordinem  contra  hanc  coneessionis  nostre  paginam  in  huiusmodi  gracia 
modo  quolibet  audeatmolestare.  Si  quis  vero  audeat  contrarium  attemp- 
tare  sive  humilis  sive  alta,  si,ve  persona  ecelesiastica  fuerit  vel  mun- 
dana,  indignacionem  omnipotentis  Dei  etbeatorumPetri  et  Pauli  aposto- 
lorum  atque  nostram  ipso   facto  se  noverit  incurrisse.  Dat.  etc.  ^), 

F«rma  priyile^i  imperatoram  ae  Bomanoram  regnm  perpetni  c). 

In  nomine  sancte  et  individue  trinitatis  amen.   R.  divina  faveiite 
gracia  Romanorum  imperator  vel  rex  et  semper  augustus  omnibus  in 
perpetuum.   Romanum  Imperium ,  ad  tuicionem  fidei  et  diversarum 
gencium  moderamina  per  cum  qui  celestia  simul  et  terrestria  mode- 
ratur,   filium  summi  regis,  qui  condidit  regna  et   firmat  imperia, 
summe  dispensacionis  munere  constitutum,  ordinacione  divina  robur  et 
regimen  sue  dignitatis  accepit,  ut  subiectos  sibi  populos  in  opulencia 
pacis  etfavore  iusticie  foveat,  fidem  provehat*^,  perfidiam  persequatur, 
humiles  protegat,  superbos  humiliet,  fastuosas  oppressiones  relevet 
subditorum   et  desuper  sortem  iustorum  virgam  auferat  iniquorum. 
Eapropter  noverit  presens  etas  et  futura  posteritas ,  quod  nos,  atten- 
dentes  quam  fideliter  et  devote  cives  Winnenses,  dilecti  devoti  nostri, 
nostrum  et  imperii  dominium  sunt  amplexati,  considerantes  etiam  «jf, 
qualiter  iidem  cives  fide  sincerissima  se  nobis  et  imperio  allegarunt, 
predictam  civitatem  et  cives  eiusdem  in  nostrum  et  imperii  recipimus 
perpetuo    dicionem,   ut   amodo   in   nostris   regum   et    imperatorum 
nostrorum  successorum  manibus  teneantur  et   quod  nunquam   per 
eoncessionem  ^  alicuius  beneficii  de  nostra  et  imperii  amodo  trans-Fo»-2i  *. 
eant   potestate,    quin  pocius    speciali  nostro  et  imperii  munimine, 
munificencie  nostre  privilegiis  libertatum  et  bonarum  approbacione 

a)  ipsius  V.  —  h)  Ego  Jobanoes  presbiter  cardinalis  talis  tytuli  subscribo, 
Ego  Petrus  dyaconus  cardinalis  saacti  Laurentü  subscribo  et  sie  de  singulis.  Ac- 
tarn  anno  Domini,  niense,indictione,concurrente,  epactatali.  —  Hunc  modumpos- 
suRt  habere  omnes  principes  eeclesiastiei  in  perpetuis  privilegiis,  excepto  quod 
salutacionem  ponent,  sive:  In  nomine  sancte  etc.  omnibus  in  perpetuum,  obser- 
▼atispropriis  tytulis dignitatum.  Z.  —  Dieselbe  Formel  kehrt  unten  V.  Fol.  81  d 
wieder,  doch  fehlt  auch  dort  die  testium  subscripeio,  Actum  etc.  —  c)  perpe- 
tuum V.  —  d)  proveheat  V.  —  e)  insuper  1.  ■-  f)  pro  concesslone  Z. 

6* 


84 

conduetudinum  quasi  pro  t^)  fidei  eorum  pigfiore  velud  murorum  pro- 
pugnaculis  muniantur.  Stataimus  igitur  et  presentU  privilegii  luctori'- 
täte  hj   sanecimus»   quatenus   nullu«   iudex  a  nobis   vel  ab  aliquo 
successorum  nostrorum  ibidem  pro  tempore  constitutus  nostra  rel 
alicuius  successoris  nostri  suate  cy  presumat  auctoritate  taUias  seu 
precarias  in  predictos  cives  facere ,  nee  eos  inpetere  successoribos 
«xbibendum,  nisi  quod  et  quantum  dare  voluerint  spontanea  voluntate. 
De  innata  quoque  elemeneia  sedis  nostre,  que  paoem  etiusticiam 
comitatür  d)  in  principe,  decernimus  et  mandamus»  ut  quando  aliquiB 
civium  Winnensium  naufragii  casum  incurrerit«  res  suas,  quas  ab 
impetu  torrentis  manus  hominis  asportavit,  libere  possit  fepetere  et 
habere  a  quolibet  detentore »  cum  indignum  Censetonus   et  penitus 
inmisericorditer,   reliquias  naufragii  detineri  per  hominem,  quibus 
rapacis  fluminis  seviens  unda  dinoscitur  peperdsse.  Statuimus  igitur 
et  presentis  auctoritate  privilegii  inhibemus^  quatenus  nullus  dux, 
marchio,  comes,  advocatus  vel  aliqua  persona  ecciesiastica  vel  mun- 
dana,  humilis   vel   sublimis   contra   prescripte   concessionis   nostre 
graeiam  e)  venire  presumat.  Quod  si  presumpserit  centum  libras  auri 
in  temeritatis  vindictam  compositurum  se  sciat^^,  ut  supra.  Dat.  *)• 

Fa»a  simplieiu  principu  in  eisdem  privUegUs  peqietsis. 

1209  In  nomine  sancte  etc.  L.  9)  Dei  gracia  dux  Austrie  et  Styrie 

jio.3i.  universis  Christi  fidelibus  in  pei^etuum.    Quoniam  quidem  noi^  est 

potestas  nisi  a  Deo ,  expedit  in  potestatibüs  precipueque  in  sublimi- 

tate  principali  constitutis,  Deum  semper  habere  propicium»  in  cuius 

a)  p«r  y.  --  b)  auctoritaU  fifehlt  V.  ^  t)  ftunnfe  V.  ^  d)  <»omitaatar  V  titid 
Z.  —^  e)  et  tenorem  Z,  ^  f)  itiedietatein  seilicei  fiseo  nostro  et  reliquatti  passis 
iniuriam  persolrendam.  Ad  quorum  ut  supra  Z.  —  g)  Leupoldua  Z.  — 

1)  Das  «ind  Bruchstücke  des  Freiheitsbriefes,  den  Lnmbacher  fnterregouiD,  Anhang  158 
bis  16?  aus  dem  grossen  Cöpialbuohe  der  Stadt  Wien  mit  Verbesserung^a,  beugen 
und  Datum  (nicht  24.,  sondern  20.  Juni  1278.  Boehmor  Reg«  imp.  inde  ab  a  1246  etc. 
Addit.  1.  p.  Xyi.)  aus  einem  ehemals  in  Neustadt,  jetzt  in  Wien  befindlichen  (Hofbi- 
bliothek Salisb.  416)  Codex  herausgegeben  hat.  Der  Minebener  Codex  des  Baumgar- 
teuberger  Formelbuches  hat  übrigens  ausser  dem  tob  ans  aus  V  und  £  mitgetheilten 
Text  noch  den  Hinweis  auf  das  angehängte  Majestätssiegel  und  die  offenbar  willkfirlich 
hinzugefügten  Zeugen:  H.  archiepi  Colon.,  Ch. Moguntinetisis,  H.  dux  Saxooie  etc.  et 
aiii  quamplures.  Roi'kinger  Briefsteller  und  Forraelbücher  des  XI.— XIV.  Jahrhun- 
derts p.  786.  —  Wenn  man  bedenkt,  dass  Rudolf  hier  Imperator  vel  rex  heisst,  und  dass 
das  Privileg  Friedrich's  II.  für  Wien  vom  Jahre  1237  dasselbe  Exordium  hat  wie  hier, 
and  unsere  Bruchstficke  enthält ,  so  kann  man  wohl  geneigt  sein  hier  statt  R  im  Anfange 
FR  SU  lesen  und  AHes  auf  Friedrich  II.  zu  beliehen.  Vgl.  im  Folgenden  St  86,  Anm.  2. 


SU 

manu  sumus  nos  et  potestas  nostra.  Nimirum  etsi  multis  magnisque 
detenti «)  negöciis  digne  ipsi  ut  oportet  servire  ac  placere  non  pos^U'- 
inus,possumus  tarnen  et  debemus  famulantibus  ei  et  placere  studentibu9 
cooperari  in  bonis,  eosque  tuendo,  fovendo  ac  manutenendo  Deitati^ 
propicidcionem  perpetuam  promererl.  Quapropter  inter  alios  Dei 
famulos  sub  nostra  dicione  constitutos  fratres  quoque  talis  loci 
Cystercensis  ordinis^JJ  domino  Deo  iugiter  servientes  numeramus  et 
conscribimus,  eorumque  et  in  presens  quieti  et  securitati  in  posterum 
presentis  privilegii  munimine  providemus,  universas  eorum  posses- 
siones  et  predia,  que  in  presenciarum  obtinent  et  in  posterum  iustis 
modis  poterunt  adipisci  volentes  non  solum  esse  ab  adversariorüm 
vexacione  quieta ,  sed  ab  omni  advocatorum  exaccione  iure  perpetuo 
libera  et  quieta  cj,  Constat  enim  et  in  placito  nostro  tali  die  vel  djf 
loco  babito  ^J  ex  sentencia  perquisitum  et  inventum  est ,  omnes 
Cystercenses  professores  tale  ius  ex  antiquo  babere,  ut  nee  ipsi  nee 
ipsorum  predia  ulli  advocato  quitquam  solvere  debeant,  sed  nee  advo- 
catum  ipsis  habere  liceat,  nisi  defensorem  principem  ipsum  fj  qui 
est  capud  terre  in  qua  quique  eorum  degunt,  et  hunc  solam^^  Dei 
retribucionem^^  debere  expo^eere  et  tenere.  Propter  quod  predictis 
fratribus  ius  ipsum  sie  conseryari  a^  constare  decernimus ,  ut  neque 
adyocati^  neque  defen&ores  nichil^^  super  eos  aut  eorum  posseasiones 
habere  quitquam  ij  debeant  ^ ,  nisi  nos  et  in  principatu  nobis  succedentes 
aut  cui  ad  tueudum  eos  iniunximu«  vices  nostras,  qui  tarnen,  $i  uomen 
advocati  habere,  si  ius  advocati  exigere  sive  aliis  modis  eo3  gravare 
¥oluerit,  reicere  eum  et  a  uobie  ajium  petere  iuste  possunt,  Ut  igitur 
euncfa  becrata  inconvulsaque  pereoni  stabilitate  consistant,  presentem 
paginam  sigilli  no&tri  impre»sione  fecimus  communiri  9  D»tam  etc.  <). 

Forma  prlrilegii  personalis  f^^. 

Rudolfus  Dei  gracia  Romanorum  rex  et  semper  augustus  dilecto 
devoto  tali  comiti  vel  baroni  graciam  suam  et  omne  bonum.   Etsi  ad  foi.  21  b. 

fij  detenti9  V.  —  bj  für  talis  loci  etc.  ^m  Baumgartenberge''  Kuri  ],  c.  — 
cj  exempta  für  quieta  Z.  —  4J  die  vel  fehlt  Z,  —  e)  lur  tali  loco  «Mutarn'< 
Kurs  I.e.  —  ^  ipsum  jpsum  V.  — g)  sola  retribucione  V.  —  h)  defeosoris  nomen  Z. 
—  i)  qoitqiiam  Z.  -^  ür^  debeat  T  und  Z,  wo  es  auch  richtig  ist.  •*-  IJ  Testes 
sunt  ülrieus  com  es  de  Clam,  H.  de  Chunring  et  alii  quamplures.  Actum 
a.  Domini,  per  omnia  ut  supra,  per  manus  Ulr.  notarii.  Z.  ^  m)  Dist.  I.  V. 

i)  pie^e  IJrliHQde  iat  uaoh  d^m  jeUt  in  l^ipz  befiadlichen  Qrig-inal  {^edrapkt  I^ei  Kurz, 
BeitrSge  3,  403.  Meiiler,  Regesteo  p^  100,  no.  73. 


86 

fideles  quosque  munificenciam  nostram  porrlgimus  graciosam  etc.  de 
verbo  ad  verbum,  et  invenies  circa  finem  libri  ante  literas  generales 
ad  talem  rubricam:  Incipiunt  forme  privilegiorum  de  inmunitatibus  et 
exempcionibus  «). 

V^rma  priYilegü  tenfi^raUs. 

Rudt)lt'u8  Dei  gracia  etc.  «^  Dilectis  devotis  suis  universis  regni 
Sycilie  incolis  graciam  suam  et  omne  bonum.  Etsi  causarum  varietas, 
que  processibus  nostris  improvise  circumfluunt,  etc.  de  verbo  ad 
verbum  invenies  ad  rubricam  predictam  secundo  loco  ^). 

Istis  duobus  modis  uti  possunt  principes  ecciesiastici  quam 
eciam  seculares  in  privilegiis  personalibus  et  temporalibus,  unusquis- 
que  secundum  hj  statum  suum  et  dignitatem,  condicionem.  De  privi- 
legiis autem  localibus  sciendum,  ea  esse  condicionis  cum  perpetuis, 
quoniam  et  c^  perpetua  sunt  ut  supra  dictum  est.  Generalia  privilegia 
etiam  perpetua  esse  solent,  item  spiritualia  ex  sui  natura  similia  sunt 
temporalibus  de  horum  formis  in  suo  loco  patebit. 

IV. 
Pr^hemioM  in  traetatam  ex^rdi^rnm. 

Di»tinctio  h 

Quoniam  in  ante  expositis  sufGcienter  est  ostensum  ip  genere 
quid  Sit  epistola,  que  et  quot  partes  eins  tanquam  per  modum  diflßni- 
tivum  et  divisivum,  exnunc  et  in  sequentibus  de  ipsa  epistola  in 
specie  videamus,  ut  similis  realis  eins  essencia  tam  in  partibus  appa- 
reat  quam  in  toto. —  Ad  cuius  evidenciam  et  cognicionem  multas 
elegantis  stili  presenti  operi  inserui  epistolas,  quas  de  magnorum 
dictatorum  formulariis  excerptas,  dum  hinc  inde  vicio  scriptorum  esset 
erratum  multipliciter  ineisdem  et  in  congruo  minus  <^^ordine  registrate, 
de  parvitate  mei  ingenioli,  utcunque  potui»  correxi,  ipsas  ordine 
congruo  connectendo.  Primo  quidem  ecclesiasticas  utpote  papales 
quascunque  huiusmodi  formas  repperi  sub  inmediata  quadam  con- 
tinuacione  ordinarie  collocavi;  deinde  literas  imperatorum  et  regum 
Romanorum  eo  modo,  nullis  aliis  mediantibus  continuavi;  postea  for- 

a)  sicut  prius  Z.  —  b)  Status  sui*digDitatein  et  condicionem  Z.  — 
e)  etiain  Z.  —  d)  Für  ein  im  Text  radirtes  Wort  von  anderer  Hand  am  Rande  V. 


i)  Die  ganze  Formel  findet  sieh  unten  FoL  46  no.  1« 

2)  Vollständig  unten    Fol.  51,  no.  43,  nicht  von  König  Rudolf,  sondern  von   Kmser 
Friedrich  iL  als  König  von  Sicilien  dat.  1198. 


87 

mas  exempcionum  et  libei*tatuni ,  que  solent  dari  subditis  ab  eisdem 
imperatoribtts  et  regibus  sive  aliis  prineipibus  tarn  eeclesiasticis  quam 
secularibus;  ultimo  posui  diversarum  materiarum  literas  generales. 

Et  sciendum,  quod,  sieut  quelibet  subscriptarum  epistolarum  seu 
literarum  specialem  quendam  tenorem  eontinet  inclusive ,  qui  ex  pro- 
prietate  ipsius  materie  dinoscitur  emanare,  sie  singule  earundem 
literarum  generalis  euiusdam  tenoris  formulam  eontinent  «^  exclusive, 
quam  formulam  quemve  tenorem  subtiliter  contemplando  omnis 
ydoneus  et  industrius  notarius,  sicut  nasum  cereum,  secundum  diver- 
sam  negociorum  qualitatem  ad  diversas  poterit  coaptare  personas, 
licet  condicione  inpares  et  dispares  dignitate,  quemadmodum  in  tabula 
super  toto  opere  edita  luce  clarius  apparebit.  —  Verum  quoniam 
sicut  capud  virtutem  menbris  influit,  tanquam  sensuum  principalium 
contentivum,  reliquumque  corporis  habilitat  et  venustat,  a  simili  sui 
•natura  exordium,  in  capite  ac  preambulo  tocius  sequentis  materie 
positum,  dummodo  eidem  materie  ^er  omnia  sit  consonum,  ipsam, 
tanquam  sidus  matutinum,  irradiat  ac  decorat,  et  propter  hocetiam 
alio  nomine  captacio  benivolencie  dicitur,  eo  quod  benivolum  reddat 
animum  auditoris. 

Cum  autem  secundum  infinitatem  materiarum  infinita  possint 
baberi  exordia,  ad  habendam  eorundem  cognicionem  et  formam, 
conatus  sum  ponere  pauca  de  pluribus:  primo  ecclesiastica,  secundo 
principum  secularium  specialia,  deinde  privilegiorum*^,  deinde  com- 
munia.  Nunc  de  omnibus  videamus. 

Ix^rdia  papalia  sen  eeelesiastiea,  eirea  statnm  eeelesiarnm  siye      ^""^'  ^^'^' 
loe^rnm  religiosornm. 

DUtiucUo  II. 

Mira  Dei  benignitas,  que  ad  ecclesie  sue  regimen  nos,  licet 
inmeritos  dignanter  assumpsit,  humilitatem  nostram  solKcitat,  ut  ad 
salutem  omnium  dirigentes^affectum,  ad  illos,  quos  tanquam  pro  fori- 
bus  constitutos  conspicimus ,  nostre  mentis  oculos  precipue  conver- 
tamus,  de  biis  circa  ipsos^patemo  studio  disponentes,  que  divini 
nominis  «icut  ad  gloriam,  nobis  ad  meritum,  et  illis  proveniat  c^  ad 
profectum. 

a)  eontinet  V.  —  b)  privilegia  Z.  —  c)  veniant  Z. 


88 

hem  ad  idem.  Sponso  edesti»  qui  skut  ei  plaeait  digianter 
inelite  sponse  soe  castediam  nostre  humilitati  comimsit,  in  eo  sempte 
plfteere  querimus,  quod  cuiuslibet  eedesie  statum  indigeAtis  nostre 
proYisionis  snbsidio  ad  decorem  salutaaris  existencie  dirigamus,  et 
preeipne  nobilem  et  fomosam  N.  eedesiam  sub  dispendiose  Yiduitatis 
fcabitu  eonstitiitain,  qvam  sedes  apostoliea  interne  aieetioiiis  bmc^is 
ampiectitur,  pro  studioso  enH»  dirini  noroinis  et  deToeionis  pleaitu^ 
dine  circa  BkNonnam  eedesiam  specialis. 

Item  ad  idem.  Apostoliee  dignitatis  deposeit  officüun»  nt  desti^ 
tutas  prtlatorum  presidio«^^  ecelesias  digne  proTisioni^  eensaleoutr 
affiectum,  ita  quod  ibi  Deo  propieio  cultus  diyim  nominis  vigeat  et 
emsurgat  prosperitas  quibusounque  eessantibus  detrimentis. 

Uem^J.lacei  eontinuata  seu eontinua  SQperveaienetum  negoeii^ 
rom  diversitas  nostrum  animum,  qui  disp^nente  Domino  uiuYersali 
regindni  quaniyis  inmeriti  preaidemus  insultibas  i^^tat  aucesaivis» 
sollicitudo  tamen  omnium  ecciasitrum  noatris  ineumbens  humeris  tanta 
ADS  cottidiana  meditacione  perurget,  quanto  suiaus  ad  specialiua  immo 
principalius  obligati. 

Item^J.  Debitum  oflficii  nostri  requirit,  ut  inter  oee«paeione9 
alias»  quibusassidtie  premimur,  specialitere^  circa  ecelesias  aoUerciam 
exhibentes,  ipsarum  utilitatibus  intendamus  in  eo  n^odme,  ut  eis»  qat 
Tiduitatis  dispendium  paciunt^r,  celariter^f^  nostre  diligeneie  studio  i» 
talium  provideatur  substitueioue  pastorum»  per  quos  spirituaUter  et 
temporaliter»  aüctore  Domino»  continuum  suseipiant^J  incrementum. 

Item,  Änimarum  lucro  nil  carius  reputantes»  ea  libenter  assumi- 
mus  facienda»  per  que  ipsis  saJutis  gloriam  vel  graciam  procuramus. 
Quod  tunc  digne  fit»  si  earundem  regimini  personas  tales  preficimus» 
que  fide  preclare»  devocione  sincere  ac  litterali  sciencia  predite  greges 
sibi  subditos  in  viam  salutis  possint  dirigere  verbo  pariter  et  exemplo. 

Item  b).  Pia  sedis  apostoliee  semper  ad  hoc  aspirat  intencio, 
ut  «bique,  sed  precypue  in  locis  divino  cultui  mancipatis,  babeatur  vite 
laudabilis  Studium»  per  quod  ad  hei  gloriam  sacra  religio  vigere  incir 
piat  et  Salus  proveniat  änimarum. 

Item  b).  Virtute  conspicuos  sacriXysterciensis  ofdinis  profesr 
sores»  qui  contemplacioni  celestium  ferventer  invigilaat  et  pie  vite 
studio   omni   tempore   exercentur,  decet  per  apostoliee  provisionis 

a)  Marginalcorrectur  für  predio  im  Texte  V.  —  b)  Ad  idem  Z.  —  c)  spe- 
cialiter  am  Rande  'S,  —  d)  sceteriter  V.  —  e)  suscipiat  V. 


89 

auiüiuin   sie  pfovide  dirigi  et  tarn  soUicite  confoveri,  ut  alicuius 
pretextu  ealumpnie  nullum  interne  pacis  excidium,  nullum  rdigiosi 
»tatus  proferani  detrimentum,  sed  in  hiis  rabur  et  vigorem  suscipiant, 
per  que  circa  cultum    diyini  nominis  devotis    et  quietis  mentibus  « 
invaleseant 

Item  ^).  Dei  filius,  qui  pro  salvando  hamano  genere  de  alto 
eelorum  ad  yma  deseendit,  ut  suo  deseensu  homini  ad  supema  pararet 
aseensum,  cuius  yicarii  lieet  inmeriti  constituti  saluti  omnium 
Yigilanter  intendere,  haneque  totis  amplecti  desideriisomnique  tenemur  foi.  2t  a. 
üligende  studio  proeurare.  Unde  id  ex  ofßcii  nostri  dehito  ardenter 
appetimus  et  ad  id  iuxta  nostram  insuffieienciam  opem  et  operam  ad* 
hibemus»  ut  siaguli  ad  Deum  ereetis  oculis  affectibusque  directis  ad 
ipsum  sibi  placita  operantes  toti&  ad  eum  sub  consciencie  tendant 
gressibus,  secum  sine  fine^^  victuri  feliciter,  qui  ad  nos,  ne  absque 
termino  moreremur,  misericorditer  cognosdtur  accessisse. 

De  ydoneitate  iBstitneBdornni  prelatornm. 

Distinctio  III  cj. 

Ex  alto  prospiciens  miserator  et  misericors  Dominus  ita  prelatos 
et  animarum  rectore^  seu  pastores  preminere  voluit  in  terris  ae  in 
donis  eis  a  Deo  eollatid  proficere  verbo  pariter  et  exemplo,  ut  provida 
ipsoruni  dispensaoione  plebs  eis  eommissa  sumpto  pabulo  caritatis  et 
temporalibus  frueretur  subsidiis  et  exinde  aueta  spiritualibus  alimentis 
de  virtute  proficeret  in  virtutem. 

Rem  ad  idem.  Dei  et  hominum  mediator  Dominus  Jesus  Christus, 
qui  cum  esset  in  terris  pro  salute  bumani  generis  constitutus, 
innumeris  miseraeionum  operibus  populorum  multitudinem  multifor-  ' 

miter  recreavit»  de  ineffabili  pietate  providit,  ut  quoniam,  ipso  ad 
patris  gloriam  redeunte,  tenebrarum  prineeps  multos  erat  renatos 
fönte  baptismatis  temptacionum  laqueis  turbaturus,  yicarium  in  terra 
relinqueret  et  singulari  potestate  preditum  et  remediorum  multitudine 
premineneius  insignitum,  cuius  soUicitudine  diligenti  pax  orbi  terre 
fieret»  et  ad  eelorum  perveniendi  patriam  plena  possibilitas  proyeniret. 
Nunc  vero  idem  sedens  ad  dexteram  maiestatis,  dat  per  eos  qui  dispo- 
sicione  divina  ad  sponse  precellentis  sunt  obsequium  sanete  dj  yide- 
iicet  matris  eeclesie  deputati ,  ut  doctrinis  yirtutum  cunctis  reddatur 

a)  ad  idem  Z.  —  b)  fi»e  am  Rande  V.  — ^  c}  Dist  III  fehlt  Z.  und  V.  — 
dj  beate  Z. 


90 

amica  fidelibus,  pax  eisdem  proyeniat  t^)  et  ineumbat  desiderium  coa- 
sequendi  preinia  supemorum. 

Uem  ad  idem.  Grande  producitur  matri  gaudium,  habeati 
filium  virtuosum,  si  sponse  speeiose,  famose  ac  nobili  copiilatur 
federe  eonjugali.  Nos  igitur,  qui  licet  inmeriti  curam  gerimus 
omnium  ecelesiarum  ac  omnium  ecclesie  filiorum  patre  id  luminum 
disponente,  non  indigne  plena  iocunditate  perfundimur ,  si  quemquam 
ex  ipsis  quem  gratum  exibuit  ^J  evidencia  probitatis,  Spiritus  opera- 
cione  paraclyti  contingat  in  sponsum  N.  ecclesie  que  yidua  esse 
dinoscitur  provideri,  que  et  grandi  dignitate  preminet  et  bonorum 
fecunda  concursibus  conprobatur. 

<|iialiter  siibditi  Ib  eler«  traheiidi  sut  in  partem  80llieiti4Iai8. 

Diatinctio  IV  ej, 

Ne  Romane  ecclesie  negocia,  quibus  inminere  non  possumus 
per  dy  nos  ipsos,  negligere  videamur,  expedit,  ut  ea  iUi^  committamus 
fiducialiter  exequenda ,  de  quorum  diligencia  nos  efficit  experiencia 
longa  certos. 

Item  ad  idem.  Inter  occupaciones  continuas,  quibus  multipli- 
citer  perurgcmur,  cum  non  possimus  ad  omnia  suflicere  per  d^  nos 
ipsos,  aliqua  ipsis  interdum  committimus,  de  quorum  experta  puritate, 
derocionis  et  discrecionis  industria  plenam  fiduciam  obtinemus. 

Item  ad  idem.  Dlius  exemplo,  qui  hominem,  quem  ad  ymaginem 
et  similitudinem  suam  fecerat,  posuisse  legitur  ad  custodiam  paradysi, 
ut  commissa  sue  custodie  salva  forent  seque  ibidem  tanquam 
Foi.na.  operosus  agricola  fructuosis  operibus  exerceret,  illos  de  quorum 
sciencia,  vite  mundicia,  conversacione  approbata  indubitatam  «^  fidu- 
ciam gerimus,  in  partem  soUicitudinis  ad  custodiendum  gregem  domi- 
nicum  eo  libencius  evocamus,  quo  idem  grex  per  tales  custodes 
consueyit  verbo  divino  refici  et  securius  a  f)  lupi  rapacis  morsibus 
monitis  assiduis  custodiri. 

Item  9).  In  curis  officii  pastoralis  cor  nostrum  vehementer 
urentibus  nichil  magis  cottidianam  reddit  nobis  instanciam  in  ecele- 
siarum omnium  sollicitudinem  onerosam,  quam  quod^^,  requirente 
interdum  necessitate  temporis  et  publice  nonnunquam  utilitatis 
exigencia  persuadente,  easdem  oportet  nobiscum  ecclesias  in  suppor- 

q^advenialZ.  —  b)  exhibuit  Z.  —  c)  Di»tinctio  IV  fehlt  V.—j;  pro  V.  - 
c^eorrigirtfürindubitata  V.  — f)  eorrigirt  für  adV.  —  g)  ad  idem  Z.— A^  quod 
am  Rande  V. 


91 

tacione  eure  communis  multipliciter  fatigari.  Si  enim  esset  in  rerum 
natura  possibile,  quod  uniTersum  corpus  a  capite  siije  menbrorum 
suffragio  regeretur,  potissimum  nobis  inter  vota  nostra  veniret,  quod 
communes  labores  pro  universali  portaremus  ecclesia,  ut  particulares 
nullo  yexacionum  ingruencium  participio  gravarentur,  et  de  frequenti 
nostre  turbacionis  incommodo  ceteris  non  aliud  nisi  ociose  pacis 
commodum  proveniret.  Verum  quoniam  ad  omnia  possibilitas  nobis 
data  non  sufficit,  aliorum  humeros  cogimur  in  suportacionis  vocare 
suffragium,  ne  defectus  virium,  sine  quibus  efßcax  esse  nequit 
suscepti  laboris  instancia,  periculo  viam  paret,  et  dampnosa  pariat 
detrimenta.  Sed  dum  aliis  ecclesiis  seu  ecclesiarum  rectoribus 
cogimur  incumbencia  communicare  gravamina,  quando  ad  id  urgens 
necessitas  nos  pertrahit  nunc  voluntarios,  nunc  invitos,  quecunque 
possumus  remediorum  ingenia  cogitamus>  per  que  ferant  levius  quit- 
quid  est  eis,  ne  pro  defectu  virium,  sicut  diximus,  ecclesiastica 
pereat  utilitas,  inponendum  <). 

De  perseeneUiie  o,)  b^n^rnm  a  Malis. 

Distinctiö  V. 

Lucis  eterne  lumine  destitutus  lucifer ,  caduca  superbia  procu- 
rante,  celo  contineri  nequiens,  eo  quod  perpetue  cecidatis^^tenebras 
incorrisset,  sed  dum  perditus  et  minister  perdicionis  effectus,  ne 
ademptas  sibi  delicias  sempiternas  possit  condicionis  humane  dignitas 
adipisci,  quoniam  solent  miseri  prosperitate  felicium  cruciari,  illam  in 
profundum  perfidie  ab  altitudine  fidei  devertere  nititur,  ut  in  locum 
sue  miserie  deducatur,  estimans  per  hoc  dampnacionis  sue  cumulum 
minorari,  eo  quod  soleat  afQictis  quodtam  afferri  solacium  grata 
miseris  societas  miserorum  <). 

liem  ad  idem.  In  Äbrahe  filiis  is  qui  secundum  carnem  est  ex 
ancilla  natus  persecutor  illius  exstitit,  qui  secundum  speciem  natus 
erat,  ad  similitudinem  siquidem  persecutoris  huius  cy  infelices  et 
miseri  Äggareni  dj,  qui  adhuc  infidelitatis  nebulis  obvoluti,  non  visa 

a)  persecu  Correctur  V.  —  h)  sie!  —  e)  huiusrnodi  Z.  —  d)  agareni  Z. 


t)  Vergl.  Cod.  Wilh.  A.  77.  Archiv  der  GeselUch.  für  alt    d.  Gesch.  7,  915. 
<)  Der  Brief,  zu  dem  dieser  Eingang  gehört,  folgt  unten  Fol.  25,  no.  1. 


92 

luce  clara,  que  estChri$tu9»  jugo  premunturTestutissiQie  servitutis.  nos 
iam  non  ancille  sed  libere  filios  affinere  moUuntur  iniurÜ3  et  affligere 
quam  plurimis  graviasiiois  datrimentis. 

De  c«B8#liiei«Ae  UiiwL 

Di9tiocUo  VI. 

Plenus  graeia  et  veritate  unigenitus  Dei  vivi,  quem,  disponente 
patris  eterni  clemencia,  humani  generis  condicio  misera  ad  repara- 
cionem  aj  sue  perdite  dignitatis  legatum  de  oelis  obtinuit,  potestatis 
plenitudinem  obtinentem  in  seeula,  qui  semper  apud  suos  extitit  per 
graciam  licet  ubiqne  maneat  per  nätnram,  ut  eanim  sibi  populum, 
Fol.  22  b  grandi  preeio  conparatam,  de  faueibos  leonis  eriperet  rugientis,  per 
9^  ac  per  alios ,  qnos  yerbi  soi  nunoios  ae  preeoaes  constituit  sui 
nominis  gloriosi  visitare  suos  salubriter  non  desistit,  gestans  illa 
secum  de  celis  remedia,  per  que  consenrat  contemplaeioni  dedi- 
caios  b^,  preservat  conteinptores  seculi  et  iugo  c)  peniteneie  depu* 
tatos  per  que  curat  yiciörum  labe  conspersos  et  sauciatos  iaculis 
sathane  tarn  evidentibus  quam  occultis,  per  que  et  dj  meliorat 
bonitatis  insudantes  operibus  et  perfcctionis  obtinere  bravium  sata- 
gentes  *) 

Ad   extrane^s   fldei. 

Distinctio  Vll. 

Dei  sapienciam  et  virtutem  fieri  notam  in  populis  preeipuum  et 
continuum  est  in  nostre  proposito  roluntatis,  presertim  cum  in  hoc 
vita  perhennis  consistat,  quod  Deum  patrem  et  quem  misit  filium  suum 
Jesum  raente  vigili  genus  humanum  studeat  agnoscere  ac  laudum  pre- 
conio  eins  attollere  graciam  maiestatis. 

Ad  erncem  snseipieiidain. 

Distinctio  Vlil. 

De  secreto  in  publicum  egressus  ad  servos  rex  Dei  filius  ad  yma 
descendit,  ut  subditis  ad  summa  pararet  aspensum  sub  testa  nostre 

a)  recuperacionem  Z.  —  b)  deditos  Z.  —  cj  iugi  V  observande  uftten 
Fol.  79,  no.  40.  —  dj  etiam  Z. 


*)  Der  ganae  ßmef  UHten  Fol.  79,  no.  40. 


93 

mortalitatid  in  terris  Visus  est  et  cum  hominibus  eonyersatus,  qui 
taodem»  ut  n<wtpe  serritutis  eyrogröphum  suo  sanguine  cancellaret  et 
per  temponsilem  mortem  legem  mortis  aboleret  eteme,  non  declinavit 
obprobria,  non  se  subtraidt  iniuriis»  sed  cruci  se  obtulit  et  crucianti- 
bu8  nitro  decUt*  ünde  ad  Cbristi  mensam  rocati  christicole  si  consi- 
derare  vdint  opposita^  et  nt  ipsi  similia  preparent,  ad  crucis  obse- 
quium  non  tantum  cruce  signati,  sed  aj  et  alii  se  accingunt 

De  tenperanda  instiela. 

Ad  hoe  Deus  in  sede  apostolica  oonstituit  plenitudinem  pote^ 
statis»  ut  Romanus  pontifex»  qui  claves  in  beato  Petro  potestatis  et 
diacrecionis  accepit,  nnn^e  rigorem  exerceat,  nunc  mansuetudinem 
antepoiiot,  misericordiam  semper  iudicio  preferendo. 

liem^).  Archa  federis,  que  virgam  continebat  et  manna 
pect  8  pro  vidi  prefigurat  pastoris,  in  quo  rigor  iusticie  et  lenitas 
misericordie  pariter  continentur,  ut  quod  pena  exaggerat  pietas 
kniet  successivi  restauracione  remcdii  infuso  post  vlnum  oleo  vnlne- 
ribua  stiueiali. 

De  bM«  faeis  et  e«iie«rdie. 

Inter  commoda,  que  de  pace  proveniunt,  id  metitantes  esse 
potissimum,  quod  pacifici  censentur  et  sunt  de  numero  beatorum, 
libenter  ^)  quam  possumus  damus  öperam ,  quemadmodum  cura 
pastoralis  officii  <^  requirit,  quod,  ipso  Deo  propicio,  inter  omnia 
habeatur  et  vigeat  <9»  sed  precipue  inter  vires  magnificos  in  discordia 
constitutos. 

Item.  Inter  cetera,  que  animum  nostrum  insultibus  inpetunt 
successivis,  illud  apostolice  sollicifudinis  cogitatum  frequenti  medita- 
cione  perurget,  ut  fideles  ecclesie  calumpniis  agitati,  non  deficiantur 
sub  di$pendiis  questionum,  sed  litibus,  que  propter  intricaciones 
parcinm  et  diffiigia  simultatum  videntur  fleri  quodammodo  inmortales 
finis  amicabilis  inponatur. 

tiem  i).  ünigenitus  Dei  fllius  Jesus  Christus,  qui  ut  reconcilia- 
ret  servum  Domino  ad  yma  descendit  de  mundo  transiturus  ad  patrem 

a)  sed  am  Rande,  —  h)  ad  idem  Z.  — c)  igitur  zu  ergänzen  —  d)  officin 
am  Rande  V.  —  e)  pax  zu  «rgänZfu. 


94 

pacis  hereditatem  suis  in  testamento  quodammodo  delegayit  «pacem«", 
iaquiens :  „meam  do  vobis  pacem  relinquo  vobis*"  i),  in  ultimo  quasi 
proponens  ut  pacis  verbum  in  audiencium  cordibus  artius  figeretur. 
Unde  nos,  qui  licet  inmeriti  eius  vice  potimur  in  terris,  summo  opere 
debemus  satagere,  ut  inter  discordes  pacis  vinculum,  quod  discen- 
sionis  auctor  nititur  inpedire,  nostra  soUicitudine  reformetur. 

Fol.  22  V.  Snpf r  lOTa  plaitael^ie. 

Diatioctio  X. 

Sancta  religio  celestis  pulcbritudinis  ymagini  se  conformans, 
illud  alacrius  agit  in  terris,  quod  angelos  exercere  cognoscit  in  eelis, 
ludens  in  Dei  laudibus  et  tarn  mencium,  quam  Yocum  dulci  modulo 
iubilandOy  dum  per  paupertatem  Yoluntariam  a  se  mundum  et  mundana 
quelibet  libenter  abdicat,  dum  quod  per  castitatem  angelicam  se 
supra  camem  et  ea  que  carnis  sunt  potenter  elevat,  dumque  ponendo 
homines  super  capita  sua  motus  proprios  obediencie  subjeccione 
coartat^  apparet  quod  observatores  eius  non  ambulant  cum  animali- 
bus,  gradientibus  super  terram,  sed  pocius  admirante  propheta, 
Yolant  ut  nubes  per  aera  pennis  virtutum  et  contemplacionis  desiderüs 
elevati.  Hinc  est  quod  homines  natura  quidem  fragiles,  sed  celesti 
conversacione  sublimes  congregantur  in  unum,  prodeunt  in  altum;  de 
novo  erecta  monasteria,  altaria  divina  consurgunt,  augetur  devocio, 
dilatatur  numerus  devotorum ,  cum  illi  tanquam  vera  mundi  lumina 
scintillas  exemplares  superne  patrie  emittere  cognoscuntur.  Hac  nos 
igitur  suavi  invitacione  ac  salubri  imitacione  inducti  etc. 

Iieipinnt  ex^rdla  inperat^rnm  et  regnm  lomaiornm  siper  defensi^ae 

eeclesianini. 

Distiuctio    XI    a). 

Cum  favor  et  proteccionis  nostre  gracia  personis  semper  adesse 
debeat  religiosis ,  pro  revcrencia  Jesu  Christi  pium  esse  decrevirnus 
et  consentaneum  raeioni,  quatenus  viri  Deo  dicati  ubique  per  impe- 
rium  et  terras  dominio  nostro  subiectas  debeant  misericorditer  recipi 
et  ab  Omnibus  Deum  timentibus  cum  elemosinarum  et  beneficiorum 
largicione  caritative  quodammodo  pertractari.   Ad  utriusque  enim  vite 

a)  Dist.  XI  fehlt  Z.  und  V. 


i)  Pacem  relinquo  Tobis,  pacem  mearo  do  vobU.  Evang.  secund.  Joaonera  14,  27. 


95 

felicitatem  prodesse  nequaquam  ambigimus,  si  loca  divino  cultui 
mancipata  cura\erimus  ampliare  et  eorum  comodo  a)  pia  intendere 
voluntate. 

Item  ad  idem.  Cum  de  peccati  came  simus  uniformiter  propa* 
gati  nee  facile  sit  habitantibus  super  terram  incursus  evadere  deli- 
ctorum ,  proposita  sunt  nobis  opera  pietatis ,  quibus  tanto  propensius 
creatorem  nostrum  possimus  habere  propicium,  quanto  misericordius 
expendimus  ea  in  necessitatibus  proximorum. 

Item  h).  In  excellenti  specula  regle  maiestatis  feliciter  consti- 
tuti  ad  prospieiendum  utilitati  fidelium  nostrorum  in  posterum,  perspi- 
cacitatem  ocujorum  nostrorum  longo  lateque  diffundimus  indemp- 
nitatibus  ecclesiarum  preeipue  preeaventes  et  earum  commoditatibus 
intendentes,  ut  per  lubrieum  vite  huius  transcursum  feliciter  transea- 
mus  et  eterne  beatitudinis  premia  con3equamur  i)- 

Item  ^J.  Totiens  regio  celsitudinis  seeptrum*  extoUitur  altius  et 
ipsius  Status  a  Domino  oj,  a  quo  datur  omnis  potestas>  felieius  guber- 
natur,  quotiens  loca  divino  eultüi  dedicata  pia  consideracione  reguntur 
et  ad  ipsorum  facultates  augendas  favorabilis  proteeeio  prineipis  in 
oportunitate  qualibet  reperitur  «) 

Ad  Tir«s  religl«8«s« 

Distinctio  XII  dj. 

Cum  de  imperialis  procedat  benivolencie  largitate  universos 
viros  reguläres  Deo  iugiter  servientes  suo  soUicite  presidio  com- 
munire,  fratres  milicie  templi  qui  dimissa  seculari  milicia  facti 
sunt  milites  Jesu  Christi  et  vexillo  Domino  iugiter  militantes  pro 
redemptoris  amore  se  morti  dare  pugnando  cum  barbaris  nacionibus 
non  formidant,  tanto  debent  ardencius  confoveri  in  omnibus,  quanto 
gloriosius  pro  defensione  christiani  nominis  noscuntur  in  castris 
dominicis  iugiter  et  fideliter  continuatis  vicibus  militare. 

q)  sit!  V.  --  b}  ad  idem  Z.  —  cj  a  Domino  am  Rande  V.  —  d)  Dist.  XII 
fehlt  Z.  tt.  V. 


1)  Gleichlautend  der  Eingang  der  Urkk.  K.  Rudolfs  für  die  Kirchen  von  Mainz  und 
LutUcb,  Reg.  Rnd.  no.  142  u.  203.  und  unten  Fol.  Sa,  no.  45. 

2)  Glerchlautend  der  Eingang  der  Urkk.  K.  Rudolfs  für  Gieink  u.  Walkenried,  Iteg. 
Rud.   »o.  487  u.  Niedersachs.  Uikundenbuch  Heft  2,  281. 


96 


Ad  tirgiies  rellgidsas. 

Distinctio  XIII  a). 

Fol.  22  d.  Cum  imperialis  dignitas  omniura  religionum  genera  sub  umbra 

proteccionis  sue  manutenere  debeat  et  fovere ,  dicatas  vero  virgines, 
que  spretis  maritalibus  connubiis  sponsum  Jesum  accensis  secuntur 
lampadibus  tanto  debemus  et  Yolumus  nostro  presidio  propensius 
eonmunire»  quanto  magis  earum  sexus  et  condicio  noscitur  indigere. 

De  liberalitate  siperi^rim  ad  sibdlt^s. 

OüüDctio  XIV. 

Ad  laudem  et  gloriam  regie  maiestatis  credimus  peptinerc»  si 
eos,  quos  ad  nostra  ^rricia  devotos  et  ultroneos  invenimus,  dignis 
studeama»  beneMoram  premiis  aitipliare,  hino  enim  eos  adeadem 
^erricia  reddimns  promptiores  et  alios  trahimus  per  exemphim,  nt 
devocius  obsequantur,  dum  Status  ipsorum  comoda  circa  imperiaUs  . 
observanciam  fidei  proficiunt  augmentis  continuis  et  accreseunt 

Item  bj.  Principis  dextera  totiens  leditur,  quotien«  a  dono 
trabitur  liberali.  Quanto  enim  profundius  graeie  largitatis  inmergitur, 
tanto  graciosius  exaltatur,  et  si  a  nostra  munificencia  subiectis  bene 
meritis  munus  liberalitatis  conceditur,  ipsorum  et  voluntas  ad  nostra 
servicia  fenrentiusanimataretampUatur  proinde  gloria  regie  maiestatis. 

Item.   Cum  omnis  gloria  seu  potencia  principatus  in  subditorom 

.     consistat  precipue  solidata  fortunis,  decet  et  expedit,  ut  quilibet  in 

quacunque  preminencia  constitutus  subiectis  sit  in  oportunit^tibus 

quibuslibet  faeilis  et  in  graeia  liberalis  ej,  • 

a)  Dist.  XIII  fehlt  Z  u.  V.  -  h)  ad  idem  Z.  -  c)  Z.  hat  hier  noeh 
folgende  zwei  Exordia:  Cum  de  iure  ad  omnes  regimini  suo  subditos  regie 
se  favor  benigaitatis  debeat  extendere,  laudabiliter  ilKs  cum  provisionts 
impenditur,  quos  in  omnibus  articulis  efficax  deyocio  non  ficta  reddit  in  suis 
negocils  plus  acceptos.  Nam  excellencia  regie  potestatis  quaftto  iibencius 
suorum  votis  fidelium  condescendit,  tanto  magis  eos  ad  intememte  fidelitatis 
obsequia  quadam  sui  favor is  gratitudine  quodammodo  provoeat  et  indinat. 

Item  ad  idem,  Inter  Cesaree  laudis  tytulos,  qua  nomen  regnantis 
darificat  «t  perennat  post  cinerea  duratura  numerat  specialiter  mvaifica 
liberalitas  extensa  diffusius  in  subiectos,  que  tanto  fulget  luoidioa«  quanto 
pura  sttbditorum  devocio  procedentibus  obsequiis  mercedem  non  habuit 
relativam. 


97 

Item  a),  Inperialis  excellencie  dignitas  tunc  vere  laudis  titulis 
sublimatur,  cum  fidelium  suorum  merita  fideliter  et  dementer  atten- 
dens,  eis  de  sua  liberalitate  recognoseit  que  a  suis  progenitoribus 
eisdem  collata  videntur,  cum  in  observandis  benefieiis  non  minus 
quam  in  elargiendis  regalis  dignitas  acereseere  videatur. 

Item  a),  Satis  bonoris  nostri  fastigia  eredimus  nos  prudenter 
extollere,  si  ad  regie  potestatis  negoeia,  consiliis  utique  promovenda 
non  casibus,  viros  preclaros  erigimus  et  rectores  ydoneos  illustribus 
officiis  decoramus,  ut  sie  eorum  probitas  non  algeat.  dum  sua  fuerint 
nomina  fascibus  h)  intitulata  magnifieis,  et  mentis  nostre  tranquillitas 
non  vacillet,  dum  latera  nostra  prospieimus  c)  providis  decorata 
ministris,  quibus  honores  et  beneficia  regia  liberalitas  non  solum  non 
subtrabat,  verum  eciam  graciose  circa  tales,  quasi  de  munificencie 
promptuario  plena  fluat  i)- 

De  f  ensira  listicie. 

Distinctio  XV  d). 

Regale  fastigium  tociens  leditur,  quociens  in  defectu  iusticio 
reperitur,  et  quanto  profundius  et  benignius  compassionibus  pietatis 
immergitur,  tanto  gloriosius  exaltatur. 

Cum  gladii  imperialis  acceperimus  auctore  Doinino  potestatem» 
illius  aciem  sie  extendere  volumus  et  debemus,  ut  malos  severitate 
cohereeamus  debita,  bonos  vero  contra  malorum  insultus  in  sua 
iusticia  efficaciter  foveamus. 

Item  a).  Recte  consideracionis  examine  libra  presidentis  appen- 
ditur,  dum  cunctorum  merita  sie  iusta  examihacione  pensantur, 
quatenus  obprobrii  pena  exiciorum  colla  premat  et  fidelium  obsequiis 
respondeat  retribucio  meritorum  »). 

Item  a).  In  libra  equitatis  appendentes  merita  singulorum, 
dignum  duximus,  ut  de  ffuetu  viarum  suarum  aliud  sentiant  indevoti, 

a)  ad  idem  Z.  —  h)  faicibus  Z.  —  c)  perspiciens  Z.  —  d)  Dist.  XV  fehlt 
Zu.?. 


1)  Exordivm  des  Briefes  Petri  de  Vineis  6,  4.  Cod.  Troyes  no.  113  mit  der 
Bemerknag :  Gualterii  de  0  —  a,  also  Walter  von  Ocra.  Archiv  der  Gesellschaft 
7,  921. 

2)  Ezordium  eines  Briefes  Innocenz  IV.  an  Albericus  de  Romano  1254,  Mai  6.  Meer- 
mann  Geschiedenis  Cod.  Diplomaticus  p.  178. 

Fontes.  Abth.  U.  Bd.  XXV.  7 


98 

et  quod  male  meritis  in  pena  culpe  detrahitur,  bene  meritis  in 
retribucionis  proficiat  quodammodo  inerementum  a). 
Foi.ut.  Item.  Cum  ad  regimen  ideo  vocati  simus  imperii,  divina  gracia 
disponente,  ut  cunctorum  iura  per  nostram  sollicitudinem  conser- 
Yentur  et  maneant  illibata»  sie  nostrorum  fidelium  adesse  Yolumus  et 
tenemur  iustieie ,  quod  malorum  insolencia  se  prelatam  non  gaudeat 
et  bonorum  innoeentia  non  lugeat  se  oppressam. 

Tunc  bj  imperialis  excellencie  firmissimo  rectore  Armatur  impe- 
rium,  tune  decu3  eesaree  attollitur  maiestatis,  cum  infidelibus  pr^ 
perfidia  penam  digne  retribuit  et  pro  fide  fidelibus  premia  liberal^ 
elargitur,  amorque  virtutis  tunc  crescit  in  bonis  et  pene  fraaf^  in 
multis  acuitur,  cum  iustorum  diviciis  iusti  ditantur  et  induunjlfr  inno- 
centes  spoliis  dampnatorum. 

Item  h).  Inpunitas  scelerum  fideles  exanimat  cl^t  terribiliter 
malorum  armat  audaciam  contra  bonos;  nee  pena  caci^talis  inpunitas, 
que  in  bonorum  transit  penam  et  remittit  penaj^supplicium  merito 
puniendis,  ideoque  de  iure  probis  ac  fidelibu^potestatis  cuiuslibet 
committuntur  regimina ,  ut  malicia  videlicef  pereat ,  iusticia  vigeat, 
innocencia  floreat,  scelera  destruantury^essimi  timeant  et  boni  in 
tranquillitate  placida  conquiescant  d). 


a)  Hier  folgt  in  Cod.  V.  ei^BIatt  (Fol.  23)  Exordien  von  anderer 
Hand,  die,  weil  sie  ein  fremder  Bestandtheil  und  auch  Cod.  Zwetl.  fehlen, 
hier  weggelassen  sind.  Nur  yTierthalb  Columnen  sind  beschrieben,  die 
letzte  Hälfte  der  vierten  Colymne  ist  leer.  Inhaltsangabe  und  Anfänge  der 
Exordien  theiie  xch  hi^v  mW Exordium  super  defensione  ecclesiarumi  meritis 
sacre  religionis  etc.  Lo^a  sanctorum  etc.  —  Quoniam  sit  imperiaii  —  In 
eccelso  dignitatis  —  Be  liheralitate  superiorum»  Cum  de  iure  etc.  Inter 
eesaree  laudis  etc.  ife  censura  iustieie.  Si  sprevit  etc.  Singularis  gloria  — 
De  concordia  et  gäce.  In  hoc  gloria  regalis  —  De  precum  admissione.  Cum 
regalis  nostra  ^mencia  —  De  exordiis  privilegiorum»  üt  ad  nostre  poste- 
ritatis  noticianfl  ~  Licet  ordo  iuris  —  Quia  consiiium.  De  excolenda  amicicia. 
Non  veri  aifiici.  Subditi  ad  dominum  magnum.  Quoniam  celestis  altitudo 
coDsiiii.  -^  b)  Item  ad  idem  Z.  —  c)  examinat  V.  —  dj  Z^  Item  ad  idem. 
Sic  coiHiuevit  aliquando  transgressio  puniri  nocencium,  ut  pene  rigidiias, 
cuius  relaxacio  culpe  viam  aperit  derelinquendi^  molestias  propulset  inter- 
dun),  cum  non  unquam  malorum  peccata  iustos  impediant,  et  iniusti  virlufet 
pro  vicio  sepe  ferant.  Sed  in  nostre  deliberacionis  examine^  uhf  i«iticia 
experiri  non  novit  iniuriam ,  sie  peccancium  desideramus  puniri  exeessus^  ut 
fidelium  innocencia  non  prematur,  sed  misericordia  rigori  preponderet  et 
preferatur  benignitas  quodammodo  ulcioni. 


99 

Item,  Constituti  ad  multarum  regimina  gencium  et  diversorum 
moderamina  populorum,  gloriosum  reputamus  in  principe  ac  vietorio- 
sum  vindicte  genus  deeernimus  in  regnante,  si  cum  subditis  nostris 
dementer  agimus,  et  eis  qui  obnoxii  sunt  offense,  misericordiam 
superexaltantes  iudieio,  graciam  nostram  liberaliter  inpertimur  a). 

De  c«ic«rdia  et  paee. 

Distinctio  XVI. 

Licet  inter  cetera  cordis  nostri  consilia  hoc  debeat  esse  preci- 
|it  inter  discordantes  pacis  concordiam  procuremus,  quia  tamen 
nonnunqu^i  mala  bonorum  speciem  mentiuntur,  cautius  est  agendum, 
ne  odiorum^idnera  ex  remediis,  quibus  ea  curare  satagimus,  insana- 
biliora  fieri  et  ah^ttere  valeant  spem  salutis. 

Item,  Cum  le^  et  iura  sint  de  ore  principum  confirmata  divi- 
nitus,  ad  hoc  scilicet^\t  hun\ana  coherceatur  audacia  et  innocencia 
tuta  resideat,  pax  in  medium  prodeat,  discordia  limitetur,  dignum 
deeernimus,  ut  quod  a  veterfc  iuris  remedio  h)  salubriter  est  deci- 
8um,  nuUa  temeritate  in  irritum,>d  presumcione  qualibet  deducaturcj. 

a)  Z.  Item  ad  idem.  Singularis  glonVprincipis  iudicatur  bumanitas,  que, 
mitigato  rigore  iusticie^  iiberalitate  utitirti;.  in  subiectis;  imperialis  eciam 
demencia  tanto  gloriosior  creditur^  quanto  idoriosius  exercetur.  Preterea 
Sublimat  mansuetudine  principem,  quod  in  sus^imibus  agitur^  dum  velod 
opus  egregium  yidetur  ab  omnibus,  quod  in  specutWcolIocatur.  Oolere  tamen 
interdum  non  immerito  cogimur,  dum  ad  boc  dos  ndi^trorum  fidelium  trans- 
gressio  provoeat^  ut  quamquam  vindicem  in  eos  noIiiHus  iudidum  exercere, 
eis  tame.o  beneficii  nostri  graciam  subtrabanius.  —  h)  intermedia  Z.  — 
c)  Item  ad  idem.  In  hoc  gloria  regalis  magnificencie  extollitur  et  servatur,  ut 
in  quiete  pacis  populum  dirigat  et  in  vigore  iusticie  quodammodo  preconservet^ 
ad  quorum  pacem  non  sine  multo  regnancium  salutis  et  vite  discrimine 
lahoratur.  Legiinus  enim  quamplures  pro  quiete  publica  preliorum  labores 
eximios  assumpsisse,  et  quamquam  tanti  sollicitudo  ministerii  quibuslibet  terre 
principibus  debeatur,  Romani  tarnen  imperii  veneranda  sublimitas,  quia  in 
omnium  presi<fencium  oculis  velud  in  speculo  collocatur,  tanto  perfectius 
zelare  pacem  ^  tanto  tenetur  instancius  vacare  iusticie  subditorum^  quanto 
tocios  orbis  ambttus  spiritu  quodammodo  unit  et  regitur  imperii,  ut  eo  lan- 
guente  langueat,  et  ipso  prosperante  pariter  colletetur,  nee  in  temporalibus 
solummodo  Christiani  populi  tenebras  Romani  fulgor  illuminat,  sed  et  ipsi 
katholice  fidei  fulcimenta  non  levia  subministrat.  Propter  quod  gratissimum 
Deo  vivo  putamus  nos  exbibere  obsequium,  si  zelo  laudabilis  propositi  ad 
tocius  imperii  statum  pacificum  tanto  libencius  aspiramus,  quanto  clariori 
presagio  id  de  celesti  et  superna  colligimus  voluntate.  Z. 


Fol.  24  b 


100 


De  coDpagad«ae  Infamie. 

Distinctio  KVIl. 

Innocentie  conditoris  prestamus  obsequium,  si  favore  propicio 
succurramus  mnoxiis,  quos  de  laudabili  fama  sollicitos  tim'or  efB- 
cit,  ne  infamie  nubilum  eis  pariat  malignitas  emulorum.  Et  quia  pena 
teneri  non  debet,  quem  culpa  non  arguit  Tel  conseieneia  criminis  non 
accusat,  talem  seilicet  N.  a  delaeionis  crimine  absolutum,  ab  omni 
culpa  et  pena  infamie  liberum  recognoscimus  et  inmunem. 

De  precam  admissUne. 

Distinctio  XVIU  a). 

Ex  affectu  admittende  sunt  preces  potencium,  cum  sie  eis  gracia 
favoris  inpenditur,  ut  alieno  iuri  nulla  prorsus  iniuria  irrogetur. 

Item  h).  Cum  a  nobis  petitur  .  quod  iustum  est  pariter  et 
honestum ,  tam  vigor  equitatis ,  quam  ordo  suggerit  racionis ,  i|t  id 
per  sollicitudinem  offieii  nostri  ad  effectum  optatum  et  debitum  per- 
ducatur  c), 

Justis  d)  petencium  desideriis  dignum  est  consensum  facilem  nos 
prebere  et  vota,  que  a  racionis  tramite  non  discordant,  effectu  conse- 
quencie  facile  adimplere. 

Item.  Qui  secularibus  desideriis  abnegatis  ad  celestia  prome- 
renda  festinant,  se  sponte  subdendo  regularibus  disciplinis ,  sunt  in 
suis  desideriis  non  immerito  promovendi,  quatenus  inchoatum  salubrem 
cursum  eo  facilius  yaleant  consumare,  quo  viam  sibi  propositam  con- 
spexerint  certiorem. 

De  ex«rdlls  priTllegt^ram. 

Distinctio  XIX. 

Cum  labilis  sit  memoria  hominum  et  dies  crastina  omnibus 
sit  incerta,  scripto  commendari  necesse  est  ea,  que  racionabiliter 

a)  Dist.  XVIII  fehlt  V,  ebenso  XIX  und  die  folgenden  sind  wegradirt  — 
h)  ad  idem  Z.  —  c)  Item  ad  idem.  Cum  regalis  nostra  clemencia  omnes 
devotes  imperii  de  iure  innato  prosequi  debeat  et  in  suis  iustis  peticionibus 
liberaliter  exaudire,  merito  tarnen  et  libencius  ad  maiora  beneficia  eos  extolli 
volumus  et  constitui  ad  commoda  et  honores ,  qui  nostris  progenitoribus  afque 
nobis  multimoda  sepius  obsequia  impenderant.  —  dj  Item  ad  idem  Z. 


101 

actitantur  in  tempore,  ne  aut  oblivione  aut  perversitate  aj  hominum 
retractarentur  bj  que  mediante  iustieia  finem  legittimum-acceperunt. 

Item  cj.  Quoniam  qui  male  agit  odit  lucem,  ideo  seitu  vel  scripto 
digna  sunt  in  luce  pocius  quam  in  ienebris  fabricanda,  ne  post  evolu- 
cionem'  temporis ,  que  legittime  sunt  contraeta ,  ignorancia  valeant 
retractari  d). 

Item.  Fidelis  est  literarum  custodia,  que  rerum  actiones  incon- 
cussa  Serie  loquitur  et  emergentibus  calumpniis  firmum  prebet 
obstaculum  testimonio  veritatis  e), 

Sxordla  fj  de  exeeielone  Totoram. 

Distinctio  XX. 

Sanete  operacionis  Studium  vel  propositum  festinanter  ad  effee- 
tum  debet  perduei,  ne  fragilitatis  bumane  desiderio  frigescente,  votiva 
quoque  subtrahatur  retribucio  meritorum. 

Cum  gj  vos  ad  hoc  euneti«  postpositis,  ut  creditur,  sub  religionis 
sacre  babitu  conditori  omnium  elegeritis  iugiter  famulari,  ut  possitis 
graeiam  consequi,  sequentibus  redemptoris  vestigia  reservatam,  illud 
prompta  debetis  voluntate  perficere,  quod  illa  vobis  prestante  Domino 
valeat  h^  faeilius  provenire. 

q)  perversitate  pravorum  Z.  —  bj  retractentur  Z.  —  cj  ad  idem  Z.  — 
dj  Item  ad  idem.  Ut  ad  nostre  posteritatis  noticiam  que  geruntur  a  nobis 
negocta  certiora  perveniant,  literarum  ea  memorie  commendamus,  ut 
nostris  temporibus  instituta  feliciter  et  prudenti  consilio  confirmata,  certa 
quadam  noticia  propagentur  in  posteros,  et  ne  lapsu  temporis  a  nostra  memo- 
ria per  ortam  oblivionis  calumpniam  evanescant,  literarum  soleut  indiciis 
eternari  Z.  —  e)  Item  ad  idem.  Licet  ordo  iuris  in  libra  trutinatus  adeo  sit 
subditus  iudicio  racionis,  quod  ex  ipso  processu' iuris  sibi  aecreseat  favoris, 
et  robur  perpetue  quodammodo  attrahat  firmitatis,  quia  tarnen  raro  est  quod 
tubverti  non  possit,  et  litigatorum  improbitas,  adversus  religionem  yeritatis 
temere  et  infrenite  prorumpens,  diversis  fallaciis  et  commentis  variis  obduetis 
aurem  serenam  interdum  polluit  auditorum  huraanorum^  processuum  et  con- 
tractuum  qualitates  literarum  sunt  testimonio  publieande  Z. 

Item  ad  idem.  Quia  consilium  sapientis,  divinitus  inspiratum,  caduca 
hominum  fragilitas  nee  caperet  nee  teneret,  nisi  in  remedium  infirmitatis 
humane  literarum  usum  mortalibus  divina  miseracio  inspirasset,  qui  est  habere 
preteritorum,  merooriam ,  presencium  noticiam  et  utiLem  providenciam  futu- 
rorum,  et  ob  hoc  res  scitu  digne  non  solum  periculo,  verum  eciam  irremediabilt 
precipieio  subiacerent,  et  fraudatrix  seiende  et  memorie  noverca,  oblivio, 
preyaleret,  si  non  oceurrens  ex  adverso  pia  scriptorum  sollicitudo  et  trium- 
phatriz  inereie  diligencia  gesta  hominum  literarum  demonstracione  ad  posteros 
transmisisset  Z.  —  /9  Incipiunt  communia  exordia  etc.  Z.  —  gj  Item  ad  idem  Z. 
—^hj  valeant  V. 


102 

Item  a),  Etsi  votorum  emissio  prius  esse  habeat  ex  libera  quodam- 
modo  Yoluntate  voventis,  tarnen  usque  adeo  necessitas  obligat  voluntatem, 
iit  sine  pena  subire  nequeat  penitudo,  quoniam»  iuita  eloquium  sapien- 
tis,  displieet  Deo  promissio  infidelis  et  ruina  est  anime  sanctos  deYotare 
et  Vota  quomodolibet  retraetare.  Ideo  qui  vovet  votivo  debet  desiderio 
reddere  domino  Deo  votum,  ut  ad  affeetum  aliquid  adieiens  per  effec- 
tum,  ei  placere  incipiat»  qui  cor  hominis  magis  quam  manum  noscitup 
aoceptare. 

De  coleid«  amleicla. 

Distinctio  XXI. 

Recolenda  sunt  beneficia,  quibus  multiplieantur  amiei,  et  illa  pre- 
eipue,  que  de  gracia  eonferuntur.  Nam  etsi  tacere  sit  conferentis, 
recipientis  tarnen  est,  iuxta  sapientis  eloquium,  multis  perceptorum 
beneficiorum  gratitudinem  enarrare. 

Item  a^,  Quoniam  que  non  excolitur  amicicia  subbito  h)  conta- 
beseit,  necessarium  inter  amieos  esse  dinoscitur,  indesinenter  relativis 
sese  affectibus  prevenire. 

Item  d).  Et  raeioni  congruum  et  conswetudini  sapientis  alludit, 
ut  amicorum  cognoscat  intencio,  que  Dens  omnipoteng^^wtTsuos 
dileetos  iugiter  ordinat  et  nirl2tmi,J2ui  ^Juim^rrmT^  dilectione  preci- 
pui  c)y  debentofnmunTpärticipes  inveniri,  gaudentes  pariter  si  veniafnt 
prospera,  et  si  contingant  (/)  adversa  equaliter  eondolentes;  indigne 
quidem  ad  gaudia  dueitur,  qui  cum  suo  dilecto  doloris  sarcinam  non 
metitur  et  indebite  eidem  communicat  in  prosperis,  qui  conmiunieare 
sibi  renuit  in  adversis  e), 

//em  o).  Habet  hoc  proprium  amicabilis  integritatis  sinceritas,ut/9 
amicorum  alter  alterius  onera  subeat,  nee  recolat  si  aliquando  pungitur, 
nee  cogitet  inferre  similia  hiis  que  patitur,  studeatque  tolerare  in 
spiritu  patientie  quod  infertur. 

a)  ad  idem  Z.  —  h)  subdito  V.  —  c)  principum  Z.  —  d)  contingant  mn 
Rande,  von  anderer  Hand  V.  —  e)  Z.  Item  ad  idem.  Non  veri  amici  yoeabolum 
in  se  habet,  qui  amico  suo  tempore  necessitatis  beneficium  subtrahit  consuetum. 
Nam  ubi  diligentium  fides  cognoscitur,  ibi  profecto  fidelium  sinceritas  Inno- 
tescit.  Licet  igitur  diligentes  sint  utiles  exciusive,  indusiTe  tamen  utiliores 
sunt,  dum  adversitatis  tempore  videntur  plurimum  cenferentes,  quando  yidelicet 
ficti  toUuntur  de  medio,  et  yeri  ad  minus  permanent  in  oculto.  Sicnt  enim  yenti 
impulsio  paleam  segregat  a  frumento,  sie  adversantis  fortune  percussio,  pec- 
toris quodammodo  pandendo  secretum,  inperfectum  diligenter  separat  a 
perfecto.  —  ^  ut  am  Rande  V. 


103 

Item.  Habet  hoc  proprium  adiacens  pure  dilectionis  integritas, 
ut  contra  nature  regulas  frequenter  vires  exerceat  et  contra  communis 
discipline  presidium  quandoque  [etiam  ad  extraneos  se  extendat.  Poi.  24«. 
Huius  autem  dileccionis  yirtus  eximia,  licet  satis  forsitan  illos»  quos 
amicicie  simplicis  ligamen  inrinculat,  claris  indiciis  et  lucida  dote 
preradiety  inter  eos  tarnen  precipue  per  insignia  clariora  tripudiat,  quos 
in  caritatis  archivo  sanguinis  clavis  inviscerat,  et  coUigantis  carnis 
ydemptitas  unione  quodammodo  indissolubili  copulat  et  annodat  a), 

Be  coifesslone  facienda. 

Distinctio  XXII. 

Etsi  quolibet  tempore  salus  desideranda  sit  anime,  de  ipsa  pro- 
fecto  diebus  illis  habilius  agitur,  quibus,  quolibet  deposito  satagentis 
Martbe  obsequio,  in  cinere  et  cilicio  devote  monemurpreterita  peccata 
deplangere  ad  pedes  Domini  cum  Maria.  Propter  quod,  dum  camem 
doceimNr4omareieiuniis,  recreari  desiderans  spiritum  pabulo  verbiDei, 
'ibenter  vestra  pre»«iuua  fruerer,  utsubrepentibus  exfragilitatehumana 
reatibus,  de  quibus  expedit  confitwi»  vestra  prudencia  salutaris  consili 
remedium  exhiberet. 

V. 

Inelplt  pr^hemlnm  In  traetatam  proverbiornm. 

Expedito  in  premissis  sub  exemplis  sufficientibus  in  tractatu 
exordiorum,  per  que,  ut  dictum  est,  epistolarum  seu  literarum  principia 
decorantur,  nunc  pauca  quedam  de  pluribus  censui  proverbia  annec- 
tenda,  que  ydoneus  notarius  cuilibet  parti  epistole  preter  salutacionem 
potest  inserere,  hoc  proviso,  ut  eadem  proverbia,  quociens  veniunt  in 

a)  Z.  Subdiü  ad  dominum  magnum.  Quoniam  celestis  altitudo  consiiü, 
que  iD  sui  disposicione  non  fallitur,  tot  et  tantis  prefecit  proTineiis,  tot  pre- 
tulit  regionibus  vestram  supereminenciam  maiestatis,  vestramque  personam 
multarum  rep1e?it  copiis  graciarum,  ut  iam  de  proyidencia  vestra,  que  attiugit 
a  fine  usque  ad  finem ,  fortiter  per  tocius  orbem  terre  grandisone  fame  vestre 
preconium  extendatur  et  iustieie  reguia  exequatis  frequeutibus  tytulis  vos  attol- 
Jat,  non  timemus,  qui  sub  vestre  proteetionis  regimine  consistimus,  ex  quanta- 
übet  commocione  naufragium,  nee  potenciorum  Impetus  formidamus,  quoniam, 
obice  gladii  vestri  potencia,  eUditur  iniquorum  protervia,  et  quiescunt  dum  impe- 
ratis  Spiritus  procellarum,  sitque  pacis  tranquillitas  in  vestra  virtutis  dextera,  et 
vestris  temporibus  in  opulenta  degunt  requie  subieete  vobis  gentium  nationes. 
Quare  prineeps  inclite  etc. 


104 

medium,  et  preeedenti  materie»  si  requiritur,  aut  sequenti  tenori,  cui 
forte  respondere  videntur,  omnimodis  se  coaptent.  Est  autem  prover- 
bium  stricte  sumptum  figurata  quedam  locucio,  aliud  sonans  aliudque 
significans,  quod  et  parabola  diei  potest.  Tali  modo  non  sumitur  hie, 
verum  prout  hoc  loco  accipitur,  large  sumptum,  proverbium  est  que- 
dam moralis  sentencia,  annexe  sibi  alicuius  racionis  aminieulo  appro- 
bata,  idem  sonans  idemque  significans.  Que  sane  sentencia  idem  ope- 
ratur  decus  in  epistola  quod  in  anulo  margarita.  Nunc  igitur  de 
eisdem  proverbiis  exemplariter  videamus. 

Inclpinnt  pr«Terbia. 

Racioni  congruum  esse  dinoscitur,  ut  quod  omnes  tangit  ab 
Omnibus  approbetur.  —  Racionis  ordo  nonpatitur,  ut  quis  sine  iuris 
ordine  condempnetur. 

De  iusticia.  lusticia  sepe  deprimitur  cum  quis  defensionis  muni- 
mine  denudatur.  —  Neminem  culpa  culpat,  quem  ad  culpam  trahit 
necessitas,  non  voluntas.  —  lustum  est,  ut  proprio  careat  qui  manum 
ad  aliena  mittere  non  formidat.  —  Dignum  est,  ut  unde  quis  iheretur 
favorem  accipere,  non  debeat  odium  persentire.  —  A  proprio  iure 
decidit,  qui  manum  illicite  ad  rem  proximi  porrigit  et  extendit.  —  Juri 
conveniens  esse  dinoscitur,  ut  quis  demalicia  comodumnonlucretur. — 
Dignum  est,  ut  ubi  crimen  committitur,  ibi  sentenciöliter  puniatur. 

—  Domus  illa  deserta  creditur,  que  iusticie  gubernaculo  non  fovetur. 
— Ad  purganda  flagicia  intrepidus  accedat,  quem  consciencia  criminis 
non  accusat.  —  Non  aj  dampnatur  qui  cecidit,  sed  qui  post  casum 
resurgendi  officium  non  assumpsit  bj.  —  Abstergit  maculam  cuiusUbet 
criminis  digna  subsequens  correctio  penitentis.  —  Delictum  gravius 
puniri  consuevit  cui  condigna  satisfaccio  non  succedit. 

De  obsequiis.    Beneficium  libenter  accipere   nichil   aliud  est» 

Fol  24  d.  quamlibertatem  servitutisubiugare  cj,  — Dignum  creditur  et  honestum, 

ut  qui  dominorum    serviciis    se    prompte    subiciunt,  digne  retribu- 

cionis  munere  debita  vicissitudine  a  dominis  premientur.  —  Honoris 

cumulum  subministrat  dominis  in  agendis  negociis  soUercia  servitutis. 

—  Si  quis  alten  dominorum  non  sufficit,  male  se  reddit  habilem  ad 
utrumque.  —  Qui  duobus  dominis  servire  desiderat  necesse  est,  ut 
unum  diligat  et  alterum  contempnat. 

a)  De  penitencia  Z.  In  V  ist  Raum  dafär  gelassen.  —  bj  assumpsit  am 
Rande  V.  assumit  Z.  —  c)  servitutibus  obligare  Z. 


105 

De  promiasia  a).  Honoris  et  salutis  non  evitat  periculum,  qui 
promissum  non  ducit  pro  viribus  ad  effectum.  —  Hie  nequaquam 
promissum  violat,  qui  quod  promisit  in  melius  iam  commutatÄ^.  — 
In  malis  promissis  melius  est  fidem  reseindere,  quam  promissum  see- 
leriter  adimplere. 

De  Vera  amicicia.  Conmunis  soeietatis  et  amieicie  eomodo  dili- 
genter  intendere  non  minus  est,  quam  luera  propria  proeurare.  —  Ordo 
racionis  expostulat,  ut  amicorum  alter  alterius  preeibus  facile  conde- 
scendat.  —  Naturale  esse  dinoscitur,  ut  ubi  est  fidueia  specialior  specia- 
lius  deeurratur  (?).  —  Amieicie  virtus  non  patitur  ut  amiei  votum  suis 
desideriis  spolietur.  —  Digna  laudibus  illa  dilectio  iudicatur,  quam 
non  sanguinis  sed  amicorum  conmunicacio  fabricavit.  —  Absit  amicus 
appellari  qui,  quod  debet,  pro  amico  negligit  adimplere  cj. 

De  iudiciis.  Causam  iure  debet  amittere,  qui  velud  contumax 
iudicio  negligit  comparere. — Justus  non  creditur  mediator,  qui  emer- 
gentes  causas  decidere  congrue  non  procurat.  —  Juris  ordo  hoc 
iubet  dj  fieri,  ut  semper  actor  adhereat  foro  rei. 

De  subditis,  Menbra  de  salute  desperant,  ubi  capud  langwore 
viderint  fatigari.  —  Ovis,  que  pastorem  subterfugit,  lupinos  incursus 
de  facili  non  evadit.  —  Arbor  iure  creditur  succidenda,  de  qua  fructus 
condignos  non  recipit  diligencia  plantatoris  e). 

De  consiliis.  Qui  recte  vult  consulere,  debet  iram  et  odium  omni 
tempore  devitare.  — Consilium  actus  preambulet,  et  post  factum  peni- 
tencia  non  succedet/^.  —  Si  consilium  navigantis  negligitur,  mox 
navalis  machina  facile  naufragatur.  . —  Stulticie  notam  non  effugit, 
qui  iustis  amicorum  consiliis  acquiescere  g)  non  consuevit  h). 

De  misericordia.  Aspidum  naturam  sequitur,  qui  afflictis  claudere 
pietatis  viscera  conprobatur.  —  Quitquit  i)  a  principio  malum  conci- 
pit,  bonum  exitum  de  facili  non  habebit,  non  enim  per  principiüm  laus 
acquiritur,  sed  per  finem  inicium  conmendatur. 


a)  De  promissis  am  Rande  V.  —  h)  Hie  nequaquam  bis  commutat  von 
anderer  Hand  am  Rande  V;  Z  im  Text  —  c)  Z.  im  Text  und  V  am  Rande: 
Ad  idem.  Excusandus  amicus  excusatur  indebite  qui  quod  (sicut  V.)  voluit 
noQ  potuit  adimplere.  —  d)  iubet  fehlt  Z.  ^  e)Z  im  Text  und  Y  am  Rande: 
Satis  est  laudabile  et  naturale,  ut  fomentum  (vomentum  V.)  ramus  accipiat  a 
radice.  —  f)  suocedit  Z.  —  g)  acquiescere  am  Rande  V.  —  h)  acquiescit  vel 
eoDsentit  Z. — i)  De  mala  consuetudine  Z. 


106 

mala  consuehidine  a).  Malicia ,  quam  quis  recipit  a  consue- 
^*s^    ^^'^dine  vel  natura,  nee  tempore  tolli  poterit  nee  doctrina  b), 

C,^  Item  de  constancia  amicorum  c),  Fortuna  quotiens  Claudicat, 

""llw^ita  sit  amici  constancia  manifestat.  —  Arridet  amicus  amico 
in  prosp^vis^  sed  si  fallax  fuerit,  ipsum  deserit  in  adversis.  —  Ami- 
corum fidem '^pp^^ritas  non  agnoscit,  quam  sola  novit  adrersitas 
experiri. 

De  ficta  amicicla.  Simuteta  dileccio  hominem  dehonestat  et 
ipsum  Omnibus  odiosum  declarat  d),  -^  Amicicia  fallax  prompta 
est  ad  promissa,  verax  autem  amicicia  ati  <xibicionem  operis 
preparata.  ^'    . 

De  detractoribus,  Detrahentes  nichil  aliud  peragunt,  ^ffn^ 
dum  sufflant  in  pulverem,  pulvis  in  eorum  oculos  retorquetur. 

De  suspicione.  Sagitta  non  ledit  lapidem ,  sed  sepe  resiliens 
vulnerat  sagitantem.  —  Ferro  secanda  sunt  vulnera,  ne  corrumpatur 
corporis  pars  sincera. 

De  mala  societate.   Cum  ad  conscienciam  suam  sa  quisque 
revocat,  prius  propria,  deinde  aliena  vicia  reprehendat.  —  Sicutpix 
F«i.a$t.  manus  tangentis  inquinat,  sie  mala  societas  quam  plurimos  hominum 
dehonestat. 

De  Vita  etema.  Cum  breves  dies  hominis  sint  super  terram  et 
vita  hec  fragilis  noscatur,  omnibus  inimica  ne  mors  subito  quemquam 
preveniat,  ad  salutis  est  remedia  properandum  e). 

De  peraeverancia.  Non  est  credendum  operi,  donec  fructus 
optatusrespondeat  laboranti.  —  Laudabilius  credituropus  non  incipere, 
quam  ab  incepto  turpiter  resilire. 

De  patieticia.  Sapientis  animus  non  frangitur  in  adversis ,  sed 
contraria  fortiter  sustinet  spiritus  patientis.   —  Singulare  remedium 

o^  Diese  Oberschrift  in  Z  früher;  Siehe  umstehend  i).  —  bj  Z  im  Text 
und  y  am  Rande:  Ubi  mala  consuetudo  habitaculum  recipit,  ibi  tranquilla  pax 
hospicium  non  habebit.  —  cj  Diese  Überschrift  fehlt  Z.  —  «y  Z  im  Text  und  V 
am  Rande :  Fortune  non  hominis  est  amicus ,  qui  in  adversis  reliquerit,  quem  in 
prosperis  diligebat.  —  ej  Z'im  Text  und  V  am  Rande :  Ad  Jerusalem  Celeste 
pallacium  fideles  aspirent,  ubi  felicitate  perpetua  semper  yivunt,  quoniam  non 
est  in  hoc  mundo  vita  homini,  sed  in  alio  pro  merito  datur  ei.  Nam  ille  solus 
vivere  creditur,  qui  post  mortem  viventibus  sociatur.  —  IHius  portus  amenitw 
congrue  frequentatur ,  ad  quem  veniens  sperata  gratitudine  non  fraudatur. — 
Spes  salutis  naufraganti  subtrahitur,  nisi  gratus  sibi  portus  auzilii  blandiator. 


107 

reputatur,  ut  in  adversis  solius  paciencie  clipeus  obponatur.  —  Sepe  in 
altum  quis  tollitur,  ut  inde  ruens  grayius  conquassetur. 

De  vanitate.  Super  yacuis  videtur  inpendiis  laborare ,  qui  solem 
conatur  facibus  adiuvare. 

De  superbia.  Conpulsus  fuit  ab  alto  lucifer  cadere,  quia  voluit 
se  altissimo  coequare.  —  Quam  sit  nociva  presumpcio  primi  parentis 
lapsus  indicat,  et  Saulis  deieccio  attestatur  a). 


a)  Z.  im  Text  und  Y.  am  Rande:  De  rectoribus,  Si  qua  naris  D^vfTo 
rectori  committitur,  non  facile  ventorum  incursibus  conquaMuMfT--  Ad 
yma  navis  de  faeili  mergitur,  cuius  nauta  remigium  aspepMltlirr 


108 


VI. 

Ineipit  prohemium  in  opus  sequens. 

Elucidatis  ab  inicio  tarn  in  genere  quam  in  specia  bis ,  que  tarn 
de  substantia  quam  sollempnitate  sunt  epistole,  et  postea  domonstratis 
quarundamö?literarumformis,que  in  curiisprincipum  dari  aolent,  nunc 
de  epistola,  prout  est  in  sui  ipsius  esseneia,  realiter  et  exemplariter 
videamus,  ponendo  seilieet  formas  literarum,  que  missiles 
dicuntur,  circa  quarum  cognicionem  presentis  operis 
principaliter  versatur  intencio,  eo  quod  magis  babeantur 
in  usu  apud  modemos.  Primo  itaque  ponuntur  litere  papales,  tanquam 
spirituales ,  secundo  iroperatorum  h)  et  regum  Romanorum ,  tanquam 
seculares,  post  hec  libertatum  litere,  ultimo  litere  generales. 

A.  Littere  papales. 

1. 
Papa  proTineie  ad  fidem  saseiplendam. 

Ein  Papst    CGregar  IX.?)   fordert,   unter  Hinweisung   auf  die  Nichtigkeit 

irdischer  Gütern    eine  Gesammtheit  (universittu)  auf,    durch  Beichte  ihre 

Verbrechen  zu   sühnen  und   den  Ermahnungen  des  Ordensbruders,    den  er 

auf  ihr  Verlangen  ihr  sende.  Gehör  zu  geben. 

Lucis  eterne  lumine  destitutus  lucifer,  caduca  superbia  procu- 
rante,celocontinerinequiens,eoquodperpetue  cecitatis  tenebras  ineur- 
risset  et  cum  perditus  ac  perditionis  minister  effectus  c),  ne  ademptas  sibi 
delicias  sempiternas  possit  conditionis  bumane  dignitas  adipisci,  quia 
solent  miseri  prosperitate  felicium  cruciari,  illam  in  profundum  perfidie 
ab  altitudine  fidei  deicere  nititur,  ut  in  lacum  sue  miserie  deducatur,esti- 
mans  per  hoc  dampnationis  sue  cumulum  minorari,  cum  soleat  afflictis 
quoddam  afferre  solatium  grata  miseris  societas  miserorum.  Quare 
universitatem  vestram  bortamur  in  domino  Jesu  Cbristo,  quatenus 
memores  existentes,  quod  omnia  transeunt  velud  umbra  et  nichil 
in  divitiis  retinetur  preter  id,  quod  in  tbesauros  Celestes  manus 
deferunt  egenorum,  de  babendis  amodo  fallacibus  mundi  divitiis  deeipi 

a)  quarundam,  von  anderer  Hand  am  Rande  V.  —  b)  Correctur  anderer 
Hand  für  inperatorum  V.  —  c)  esset  zu  ergänzen. 


109 

contempnatis,  non  vosmet  ipsos  seducentes  karissimi,  sed  discretionis, 
quam  habetis  a  Domino,  gratiam  imitantes,  soUerter  curetis  attendere, 
quia  cum  aliquis  a  vivoram  legione  segregatur ,  divitie  mundo ,  caro 
vermibus  et  anima  Deo,  si  suffragantur  merita,  vel  datur  sathane, 
si  obstant  crimina  et  peeeata.  Quis  enim  de  numero  sapientum 
privari  aliquo  menbro  pro  peceunia  pateretur?  Quis  pro  feodo  modico 
obtinendo  ad  tempus,  hereditatis  perpetue  valeneiam  inexplicabilem 
commutaretur?  Quis  hominum,  si  rationis  dominio  non  careret,  pro 
denario  Deum,  pro  terra  celum,  pro  morte  vitam  et  lueem  pro  tenebris  poi.  2«  b. 
abnegaretur?  Absit  hoc  a professoribus  fidei  Christiane,  quorum  est 
vita  Christus ,  celum  patria  et  hereditas  felicitas  sempiterna.  Nonne 
yana  sunt  yite  labentis  umbracula,  quam  laborum  comitatur  instancia 
et,  previo  morborum  dispendio,  mortis  amare  discrimina  subsecuntur? 
0  igitur  res  miranda ,  quod  carnis  dampna  fugimus  et  anime  pericula 
non  vitamus,  et  ferventis  balnei  calorem  metuimus  et  inferni  urentis 
ineendia  non  timemus.  Exurgat  igitur  universitas  vestra  et  cum 
subiectis  vobis  plebibus  properate  ad  confessionis  lavacrum ,  lepram 
criminum  et  peccatorum  maculas  abstergendo.  Quapropter  vobis  virum 
industrium  C.  talis  ordinis,  pro  instauracione  huiusmodi  negocii 
multipliciter  oportunum,  transmittimus,  ut  petistis,  quem  leti  et 
Tenerauter,  ut  condecet,  admittatis,  non  solum  suis  salutaribus 
monitis  intendentes,  verum  etiam  sie  suis  indigentiis  necessaria 
impendentes,  ut,  ipso  tandem  ad  nos  cum  exultacionis  manipulo 
redeunte,  vobis,  per  eundem  in  reformacione  fidei  katholice  roboratis, 
eterne  sit  participacionis  benedictio  et  nos  devocioni  vestre  proinde 
eonstituamur  ad  omnia  beneplacita  promptsiores. 

Während  die  salutatio  an  zwei  regni  principes  und  die  universitas  regni 
gerichtet  ist,  wird  im  Briefe  selbst  nur  die  universitas  angeredet.  Für  die 
Bedeutung  dieses  Wortes  ist  die  Verbindung  bemerkensi^erth ,  in  welcher  es 
hier  yorkommt:  universitas  vestra  et  cum  subjectis  vobis  plebibus,  es  ist  also  die 
universitas  eine  gebietende  Gesammtheit.  Vergl.  auch  Du  Gange  ed 
HeBSchel  „Potest  et  desuperiori  dominio  haud  male  intelligi.  Galt.  Suzerainete''. 
—  Gregorius  in  der  sah  wurde  auf  Gregor  IX.  oder  X.  schliessen  lassen 
denn  nur  vom  Ende  des  12.  bis  zum  Anfang  des  14  Jahrhunderts  reichen  die 
Briefe  unserer  Sammlung,  indessen  finde  ich  weder  von  dem  einen  noch 
von  dem  andern  Papste  Briefe,  die,  bei  ähnlichem  Inhalt,  in  der  Ausdrucks- 
weise irgend  eine  Verwandtschaft  mit  diesem  Schreiben  hätten.  Dagegen  findet 
sieh  der  wesentliche  Theil  desselben  wörtlich  in  einer  umfangreicheren  For- 
mel einer  andern  Sammlung  (siehe  im  Folgenden  Fol.  79  No.  40),  die  ich  für 
fingirt  halte,  wieder. 


110 


Pftpa  Romanornii  regt. 

1274.  December  1. 

Gregor  X.  fordert  den  König  Rudolf  auf,  steh  zur  Förderung  der  sich  häufen^ 
den  dringenden  Verhandlungen  in  seine  Nähe  zu  begehen, 

Gerbert  2,  15.  Boehmar  Reg.  Greg.  X.  so.  214.  —  Rudolfs  Antwort 
auf  dieseD  Brief  s.  unten  Bw  51. 

Propter  multa  que  frequenter  occurrunt,  immo  iam  quodam 
modo  iminento^  negocia,  que  non  admittunt  sine  dispendio  tarditatem, 
expedire  putamus ,  te  a  nobis  non  longa  locorum  distantia  separari, 
ut  que  necessitas  vel  utilitas  mutuo  communicanda  suggesserit,  h) 
nunciorum  discursus  properancius  explicet,  et  que  deliberacia 
facienda  previderit  promptior  ae  faeilior  execucio  prosequatur.  Ideo 
serenitatem  tuam  hortamur  propensius  et  monemus,  utili  consilio 
decernentes,  quatenus  nisi  «)  gravis  periculi  evitandi  contrarium 
suadeat  *)>  quanto  poteris  eicius  ad  partes  terre  tue  nobis  viciniores 
accedens ,  tuum  nobis  adventum  insinues ,  sollempnes  nichilominus 
nuncios»  prout  alias  celsitudini  tue  scripsimus,  plene  tarn  super 
assignacione  termini  ad  imperiale  dyadema  de  nostris  recipiendum 
manibus ,  tam  super  hiis  que  inter  te  et  karissimum  in  Christo  filium, 
regem  Franeie  *)  et  nobHem  virum  comitem  talem  ß)  geruntur, 
eonsumandis  a)  instruetos,  celeriter  transmissurus  c)  7)  »). 

a)  sie  —  h)  suggescerit  V.  —  c)  transmissuros  V  und  Z. 

Ergänzungen  aus  Raynald  Annales  ecdesiastici  ad  a.  1274  no.  56  und 
Palacky  Italienische  Reise  p.  44,  no.  343.  a)  consideratio»  P)  Sabaudie  ,7)  Dat. 
Lugduni  Kai.  Dec.  an.  III.  Palacky  1.  c. 


1)  Gemeint  ist  die  Gefahr,  die  ron  Seiten  Otakar's  von  Böhmen  drohte. 

2)  Das  Regestum  Berardi  de  Neapoli  im  Vaticanischen  Archive,  ans  dem  Raynald  ood 
Palacky  geschöpft  haben,   hat  für  regem  Franeie  »Karoluro  Sicilie  regem  illustrem*. 

3)  Diesem   Wunsche    entspricht  Rudolf  schon    am    17.   December    1274   Reg.   Rid. 
no.  149. 


111 

3. 

Papa  Romanorom  regi. 
1274.  September  26. 

Gregor  X,  erkennt  Rudolf  ah  römischen  König  an  und  fordert  ihn  auf,  sich 
zur  Kaiserkrönung  bereit  zu  halten, 

Gerbert  i,  27.  Bodmann'p.  25.  Boehmer  Reg.  Greg.  X.  no.  210. 

Ardua  a),  precipue  propensis  digesta  consiliis,  sentire  pocius 
celeritatis  solent  ex  directione  a)  compendium,  quam  pati  dispendium 
tarditatis.  Sic  longa  belli  preparacio  eelerem  consuevit  afferre 
vietüriam ,  sie  festinatur  iter  instancius ,  dum  sollieite  preparatur. 
Hec  nos  consideracio  in  h)  imperialis  prosecucione  negocii  hucusque 
detinuit,  hee  in  tui  eonsumacione  fastigii  multa  uti  maturitate 
perswasit,hec  varias  vias  suggessit  querere,  diversa  remedia  cogitare, 
ut  Deo  auspice  tanto  ad  illa  qae  instant  deducamur  securius ,  quanto 
aecuracius  preparamus.  Licet  itaque  non  sine  causa  distulerimus  tibi 
hactenus  c)  regiam  denominacionem  ascribere ,  cum  fratribus  tamen 
nostris  nuper  deliberacione  prehabita,  te  regem  Romanorum  de 
ipsorum  consilio  nominamus.  Causas  autem  salubris  dilacionis,  immo 
pocius  sagacis  acceleracionis  huiusmodi,  ad  tocius  orbis  et  ad  ipsius 
maxirae  profuture  pacem  d)  imperii,  ut  speramus,  dilecti  H.  et  S.  /3) 
tue  celsitudinis  nuncii,  non  solum  ad  reritatis  expressionem ,  sed 
et  ad  7)  sollicitacionem  aperient,  ut  in  eis  doctrine  speculum 
exemplaris  inspiciens  e),  et  salutaris  consuetudinis  informacionem 
accipiens,  prudenter  satagas  in  cunctis  tuis  processibus  vitare  dis-Foi.25ii. 
cordias,  vias  tnas  facere  pro  posse  pacificas  et  semitas,  quas  princeps 
pacis,  rex  regum  et  dominantium  Dominus  docuit,  quantum  ipse 
tibi  donayerit  et  concesserit,  pro  viribus  ambulare.  —  Ceterum  cum 
mehoata  feliciter  ab  eiusdem  imperii  *culmine  tue  promocionis 
auspieia  non  prosecucionis  procrastinacione  differri,  sed  festina  dein- 
eeps  eonsumacione  compleri  utilitas  manifeste  swadeat :  serenitatem 
tuam  hortamur  attentius ,  quatenus  sie  te  prepares ,  sie  disponas ,  ut 
cum  te  ad  unctionem ,  consecrationem  et  imperialis  dyadematis  coro- 
nacionem  de  nostris  recipiendas  f)  manibus  duxerimus  evocandum, 
^d  quod  termimum  in  proximo,  prout  negocii  circumstancieperswadere 

ö)  dilatione  zu  lesen.  —  h)  in  feblt  V  und  Z.  — c)  actenus  Z.  —  d)  pace 
V.  —  e^  prospiciens  Z.  —  ^  recipiendis  V. 


i)  Vergleiche  über  diese  Gesandtschaft  Kopp,  Eidgenössische  Bunde  1,  89. 


112 

•permiserint,     intendimus   assignare,    non   inconsideratus ,   sed,   ut 
negocii  solempnia  a)  exigunt,  paratus  appareas  et  festinus  S), 

a)  solempnia  von  anderer  Hand  am  Rande  V. 

Erffänzangen  ans  Raynald  ad  a.  1274,  no.  SS  und  Campi  Storia  di  Pia- 
cenza  2,457  ex  cod.  Valicell.  a).  Gregorius  ep.  eie.  Rodulpho  Regi  vRomano- 
rum  Illustri.  Solent  ardua  etc.  — /3)  dilectusfilim  Tridentinus  electus  etfrater 
Henricusde  ordine  Minorum — 7)  adhortationis«  —d)  et  ad  premissanon  moro- 
sus  sed  promptus  et  festinus  occurras.  Expedit  autem,  ut  aliquos,  qui  super 
eiusdem  assignatione  terroini  quid  tue  commoditati  congruat  et  alias  plene 
tuam  super  hoc  per  omnia  voluntatem  nobis  insinuare  Taleant^  cito  ad  presea- 
tiam  nostram  mittas.  Dat.  Lugduni  VI  Kai.  Octobr.  pontif.  anno  III. 


Papa  Romanerom  regi. 

1275.  Juni  27. 

Gregor  X  bittet,  im  Interesse  der  so  dringend  nöüiigen  Eintracht  4^  ckrist" 

liehen  Fürsten ,  den  König  Rudolf,  den  von  Alfons  voh  Castüien  erhobenen 

Ansprächen  auf  das  Herzogthum  Schwaben  entgegen  zu  kommen. 

Gerbert  2,  11.  Boehmer  Reg.  Greg.  X.  do.  223. 

Instancium  negociorum  Dei  votiva  promocio  ut  votis  fidelium  in 
sui  eiBcacia  et  acceleracione  occurrat  a),  etsi  Christianitatis  pacem 
multipliciter  exigat,  preeipue  tarnen  Christianorum  principum  una- 
nimitatem  signanter  exposeit,  ut  non  solum  sit  ex  hoc  Christiani- 
tatis ipsius  potencia  et  in  ducendis  et  in  ducibus  unita  potencior,  sed 
et  ipsi  duces  et  dueti,  quo,  in  eorum  cordibus  extinctis  odiis  et 
evulsis  odioFum  zizaniis,  pacis  seetatores  effeeti,  regi  pacifico  gratiores 
extiterint,  eo  reddantur  ipsius  serviciis  apciores.  —  Hinc  est  quod 
sumopere  affeetamus,  eunctos  catholicos,  maxime  reges  aliosque 
prineipes  et  magnates,  pacis  filios  inveniri,  ut  super  eos  pax  Domini 
requiescat,  vX,  hinc  inde  sponte  submotis  iniuriis,  que  dissensionum 
solent  movere  discrimina  et  fovere,  quanto  magis  fuerint  in  eorundem 
negociorum  prosecucione  concordes,  tanto  in  ipsorum  execucione  Dei 
et  proximi  expiatis  offensis,  sint  amplius  efficaces.  —  Hoc  princeps 
inclite,  inter  te  et  karissimum  filium  nostrum,  regem  Castelle 
illustrem,  quo  tuam  et  ipsius  concordiam  mundo  utilioremft^  credimus, 
eo  ipsam  intensiori  quodammodo  desiderio  affectamus.  Ne  igitur  tibi 
vel  eidem  regi  ex  eo  turbacionis   detur  occasio ,  quod ,   sicut  regis 

a)  concurrat  Z.  —  bj  utilem  V. 


113 

eiusdem  tenet  assercio,  ducatus  Swevie  ad  ipsum  pertinens  ex 
successione  materna  *)*  pcr  te  cum  iniuria  detinetur:  serenitatem 
regiam  rogamus  in  Domino  et  hortamur,  quatenus  in  hoc,  ad  satis- 
faciendum  a)  iustis  desidefiis  eiusdem  regis,  animum  tuum  h)  sie 
häbilites,  sie  coaptes,  quod  omnibus  patenter  appareat,  te  toto  corde, 
omni  promptitudine  ^c  intencione  paratum  ab  iniuriis  principum 
abstinere,  nee  tibi  possit  aliquid  e)  imputari,  quo  minus  inter  te  et 
regem  eundem  pax  servetur  perpetua  et  teneatur  concordia  illibata. 
Nos  enim  omnem  viam,  bonos  et  iustos  modos,  quos  ad  coneordan- 
dum  in  premissis  cum  rege  prefato  tu  et  ipse  duxeritis  admittendos, 
gratos  et  acceptos  habebimus  et  proinde  tibi  et  ipsi  grates  uberes 
cum  omni  promptitudine  refferemus  d). 

a)  satisfaccionem  V.  —  b)  tuum  am  Rande  von  anderer  Hand  V.  — 
c)  aliud  V.  —  d)  Palacky  Reise  n.  365  gibt  zuerst  das  Datum  Bellicardi  Y. 
Kai.  Julii  a.  IV. 


Papa  Ramanornm  regi. 

1276. 

Innocenz  V,  bittet  den  König  Rudolf;  dem  Gerhard  von  Granson,  den  er  nach 

einer  ataitgefundenen  Sedisvacanz  und  Doppelwahl  zum  Bischof  von  Verdun 

eingesetzt,  die  Regalien  zu  übertragen, 

Inter  curas  multiplices  et  immensas»  quibus  assidue  angimur  et 
distrahimur,   super  vires  propensior  mentem  nostram  sollicitudo  a) 

a)  sollicitufo  V. 


9  Beatrix,  die  Mutter  König  Alfons",  war  die  Tochter  Philipp's  von  Sehwaben.  Der 
Zusammenhang,  in  den  dieser  Brief  gehört,  ergiebt  sich  zur  Genüge  aus  Kopp  I, 
115.  Schon  20  Jahre  rorher  hatte  Papst  Alexander  IV.  durch  einen  Brief  an  den 
schwabischen  Adel  die  Ansprüche  Alfons*  auf  Schwaben  unterstützt.  Raynald  1255 
n.  53.  Cum  sicut  —  favorem.  —  Auf  jene  Abstammung  Alfons*  „de  progenie 
domus  ducum  Suevie  ad  quam,  de  pririlegio  principum  et  de  concessione  Romane 
ecdesie  pontificum,  Imperium  iuste  et  digne  dinoscitur  pertinere^  berufen  sich 
übrigens  die  Pisaner,  als  sie,  die  Ersten,  den  Alfons  „in  Romanorum  regem  et 
imperatorem  Romani  imperii*<  erwählten.  S.  d.  Urk.  vom  18.  März  1256  Lünig  Cod. 
It.  1,  1061.  Boehmer,  Reichssachen  no.  44.  —  Die  Antwort  Rudolfs  auf  unsern 
Brief  siehe  unten  B.  no.  66«  Vergl.  noch  Wilken,  Kreuzzuge  7,  642. 
Fontes.  Abth.  ü.  Bd.  XXV.  .  ^ 


114 

perurget,  ut  ecclesiis,  pastorali  regimine  destitutis»  circumspecto 
diligencie   nostre   studio ,    provisio  fructuosa  proveniat  et  salubris, 
eisque  tales  nostris  temporibas  preficiantur  in  pastores,  qui  velint  et 
yaleant  ipsis  in  statu  tranquillo  et  prosperb  gubernare.    Sane  vaeante 
sede  ecclesie  Virdunensis  per  decessum  felicis  recordacionis  episcopi 
loci  eiusdem,  ibidem  fuerunto^due  electiones,  una  videlicet  de  dilecto 
filio   Thoma  decano  et  alia  de  Johanne  ^  quondam  ipsius  ecclesie 
primicerio,  in  discordia  celebrate.    ünde ,  causa  que  inter  eosdem 
electos    occasione    predictarum    electionum    rertebatur    ad   sedem 
Fol.  23  a.  apostolicam  legittime  devoluta,    nos  in  ea  dilectum  filium  nostrum 
Johannem,   sancte  Marie   dyaconem  Cardinalem »   dedimus   partibus 
auditorem  y,  coram  quo  predicta  causa  pendente,  predictus  primi- 
cerius  nature  debitum  exsolvit  et  tandem  dictus  decanus  ius ,  quod 
sibi   competebat   ex   electione  pridem  celebrata,    ipsum  sponte  ia 
nostris  manibus  resignavit.    Nos  ergo ,   qui  ex  iugo  apostolice  servi- 
tutis    universis    ecclesiis    in    suis    opportunitatibus ,    prout   nostra 
possibilitas  patitur,  subvenire  volumus  et  tenemur,  attendentes  quod, 
si  ecclesie  dicte  provisio  differretur,  multis  subici  posset  periculis  et 
pressuris  c)  et  gravia  subire  in  temporalibus  et  spiritualibus  detri- 
menta,  volentes  proinde  eidem  ecclesie  de  pastore  ydoneo  providere, 
in  dilectum  filium  nostrum  N.,  electum  Virdunensem  d),  tunc  capella- 
num  nostrum,  virum  utique  morum  honestate  conspicuum,  consilio 
providum  et  in  omnibus  denique  circumspectum,  acceptumque  nobis  et 
fratribus  nostris  sue  merito  probitatis,   mentis  nostre  oculos  duximus 
dingendes ,   eumque  de  fratrum  eorundem  consilio  eidem  ecclesie  de 
apostolice  plenitudine  potestatis  in  episcopum  preficimus  ej  et  pasto- 
rem,   sperantes    quod    ipsius    circumspectione   laudabili    et   Provi- 
dentia   circumspecta    ecclesia    predicta    tarn    temporalibus    quam 
spiritualibus  proficere  debeat  incrementis.    Quapropter  serenitatem 
regiam    rogamus    et    hortamur    attente,    quatenus    electo    eidem 
regalia  concedens,  circa  ipsum  tue  benignitatis  graciam  sie  effundas, 
ut  ipse  futtus  favoris  tui  f)  presidio  in  execucione  pastoralis  ofBcii 
possit  assidue ,  Deo  propicio,  prosperari  et  tu  exinde  gracie  divine 
premium  et  apostolice  sedis  benivolenciam  captare  valeas  ampliorem. 

a)  fuerint  V.  —  b)  adiulorem  Z.  —  cj  et  pressaris  fehlt  Z.  —  dj  Vir- 
deosem  V.  —  ej  prefecimus  V.  -—  ^  tue  Z. 


115 

Eine  Sedisvacanz  fand  in  Verdun  im  13.  Jahrhundert  zweimal  Statt, 
nach  dem  Tode  des  Bischofs  Ulrich  von  Sarnay,  von  1273  bis  Ende  1275, 
und  nach  dem  Tode  Heinrich*s  Hl.  von  Granson  von  128^—1289.  Nun  findet  sieh 
unser  Brief  in  dem  Cod.  Phil.  383  der  Wiener  Hofbibliothek  Fol.  18  mit  der  Ober- 
schrift Innocentius  Rudolfo  (Pertz ,  Archiv  7,  977) ,  er  kann  sich  also,  da 
InnoceoK  V.  vom  Januar  bis  Juni  1276  regierte,  nur  auf  die  zuerst  erwähnte 
Sedisvacanz  beziehen.  In  der  That  finden  wir  um  jene  Zeit  nicht  bloss  den 
hier  erwähnten  Decanus  Johannes  zu  Verdun  (vergl.  dessen  und  des  priroi- 
cerius  JoflTridus  Brief  an  Gregor  X.  vom  Jahre  1272  bei  Roussel,  Histoire  eccle* 
sitatique  de  Yerdun ,  Appendix  p.  15),  sondern  auch  über  eine  Doppelwahl 
berichtet  derselbe  Schriftsteller  p.  309  Folgendes:  Vassebourg  conjecture, 
que  cette  vacance  füt  occassionee  par  les  divisions,  qui  trouhlaient  toutes.  les 
egiises  de  cette  province  dont  les  douhles  elections  avaient  die  cassees  ä  la 
cour  de  Rome  etc.  Vassebourg  war  Archidiaconus  der  Kirche  zu  Verdun  und 
stellt  jene  Behauptung  einer  zu  Verdun  um  1273  vorgekommenen  Doppelwahl 
in  seinem,  von  Roussel  citirten,  in  der  kgl.  Bibl.  zu  Berlin  nicht  vorhandenen, 
mir  daher  nicht  zugänglichen  Werke  „Les  Antiquitez  de  la  Gaule  Bei- 
gique,  Paris  1549**  auf.  Roussel  verwirft  die  Behauptung  Vasseburg*s, 
unser  Brief  jedoch  erweist  sie  als  richtig.  —  Obrigens  war  Gerhard  von 
Granson  wahrscheinlich  nach  dem  Tode  des,  in  anserm  Briefe  erwähnten 
primicerius  Johannes  von  dessen  Partei  gewählt  worden.  Der  Graf  von 
Cbiny,  dessen  Schwestersobn  er  war,  gewann  für  ihn  die  Stimmen  der 
Kanoniker.  Roussel  1.  c.  p.  309.  An  ihn  mag  audi  der  Brief  Gregor*s  X. 
d.  d.  Mailand  14.  November  1275  mit  der  Oberschrift:  Electo  Virdunen^ii. 
(Raynald  1275,  n.  44)  gerichtet  sein,  und  er  ist  es  auch,  den  hier  Innocenz  V. 
electum  Virduncsem  nennt  und  als  Bischof  bestätigt. 

6. 

Papa  Romanorui  regi. 

1276. 

Innocenz  V,  fordert  den  König  Rudolf  auf,  dem  Erzbüchof  von  Köln  Siegfried 

von  Westerburg  gegen  den  Grafen  Wilhelm  IV,  von  Jülich  beizustehen. 

Nobilis  animi  tui  nafivitas,  potentis  nature  creatricis  officio 
ministrante.aclarisprogenitonbus  tuis  in  propagacionem  generöse  quo- 
dammodo  sobolis  derivata,  virtuosis  sie  prefulget  operibus,  sie  nos 
velud  in  swavi  odore  aromatum  ex  continuo  fame  provocavit  preeonio, 
quod  in  te  vere  nobis  complacuit  et  super  te  spiritus  noster  velud  in 
grata  quadam  duicedine  specialiter  eonquiescit.  De  tue  igitur  gene- 
rositatis  magnificeneia  presumentes,  ecciesias  et  personas  ecclesiasti- 
cas,  quarum  ex  offieii  nostri  debito  saluti  intendere  cogimur  et  quieti, 
eo  tibi  fiducialius  eommeudamus ,  quo  erga  ipsas  zelum  te  habere 
noYimus  promptiorem ,  per  quem  et  Deo  gratum  prestas  obsequium  et 
hofiiinibus  te  reddas  merito  graciosum.  Sane,  sicut  accepimus,  comes 

8* 


116 

lunacensis  a)  iam  dudum  ecclesiam  Coloniensem  gravibus  affecit 
iniariis  et  pressuris  et  adhuc  eandem  ecclesiam  et  venerabilem 
fratrem  nostrum  Coloniensem  archiepiscopum  6},  innumeris  angustiis 
et  variis  persecucionibus  affligere  non  veretur.  Verum  quia  confidi- 
mus,  quod  per  tui  favoris  auxilium  predicta  ecclesia,  quam  paterno 
amplectimur  affectu ,  a  suis  angustiis  debeat  respirare :  eelsitudinem 
tuam  attente  requirimus  et  rogamus,  quatenus  arcbiepiscopum  et 
ecclesiam  predictam  e)  habeas  d)  pro  divina  tibi  et  nostra  reverencia 
commendatos ,  ipsis  in  suis  iuribus  propensius  assistendo ,  ita  quod 
propiciacionem  ex  eo  divinam  amplius  tibi  cumules  et  nos  devocionem 
tuam  possimus  et  debeamus  merito  vicissitudine  gratuita  commendare. 

a)  loniacensis  Z.  nobilis  6.  comes  Juliacensis  Gerbert.  —  h)  episcopum 
Gerb.  —  c)  predietos  Z,  —  d)  habeas  feht  Z. 

Gerbert 2, 44  ohne  den  ersten  Satz,  begannt  mit:  eeclesias  et  personas  etc. 
und  hat  die  Obersehrift:  Innocentius  ete.  charissimo  in  Chr.  filio  Rudolphe. 
Das  kann  nur  Innncenz  V.  sein,  der  fünf  Monate,  ?om  21.  Januar  bis  22.  Juoi 
1276  den  päpstlichen  Stuhl  inne  hatte.  In  diese  Zeit  gehört  also  unser  Brief.  — 
GrafWilhelm  IV.  von  Jülich  füllt  bei  einem  Angriffe  auf  die  mit  dem  Erzbiscbofe 
Siegfried  verbündete  Stadt  Aachen  am  16.  MSrz  1278.  Lacomblet,  Urkb.  2, 
415. 

7. 

Papa  Komanorun  regi  et  eapitnlo  N. 
1282. 

Martin  IV,  fordert  das  Capitel  der  Kölner  Kirche  auf,  eine  Feste,  die  es 
während  des  Ztoischenreiches  sich  unrechtmässig  angeeignet,  dem  König 
Rudolf  gutwillig  herauszugeben,  anderseits  ermahnt  er  den  König  zur  Milde 

und  Gerechtigkeit, 

In  vestris  actibus  illius  providencie  Studium  servare  vos  convenit, 
ut  videlicet  per  iusticie  semitam  incedentes,  cuiuslibet  evitetis  iniuriam 
et  iura  aliorum  aj  penitus  non  ledatis.  Quod  tunc  facilius  a  vobis 
efliici  poterit,  cum  voluntatis  libitum  racionis  limites  non  excedit.  Sane 
intelleximus,  quod  vos  castrum  tale  N.  Coloniensis  dyocesis,  quod 
spectare  perpenditur  ad  imperium  pleno  iure ,  oculo  cupiditatis  inieeto 
statu  imperii  fluctuante  9'  ^^^  absque  magno  temeritatis  audacia 
occupastis  et  quarundam  expensarum,  quas  in  eo  vos  fecisse  bj  dicitis, 

aj  aliorum  am  Rande  V.  —  bJ  fecisse  am  Rande  V. 


*)  Darunter  verstehe  ich  das  Interregnum,  es  konnte  aber  auch  die  Zeit  des  Krieget 
zwischen  Rudolf  und  Otakar  g^emeint  sein. 


117 

occasione,  ipsum  detinetis  contumaciter  occupatum.  Et  quamquam  ex 
parte  karissimi  filii  R.,  Romanorum  regis  illustris ,  iam  fueritis  pluries 
requisiti,  ut  sibi,  iustieie  eomplementum  exhibere  parato,  et  parere 
volenti  in  hac  parte  iuri,  ac  suffieientem  inpendere  caucionem,  castrum 
ipsum  restituere  curaretis,  id  ipsum  facere  renuistis,  non  attendentes 
quod ,  sicut  ex  parte  ipsius  regis  proponitur,  rex  ipse  non  difficilibus 
potuisset  idem  castrum  remediis  reeuperasse,  nisi  devocionis  sinceritas 
in  eo  vires  potencie  eohiberet.  Quare  universitatem  vestram  hortamur 
in  Domino,  per  apostoliea  vobis  scripta  mandantes ,  quatenus  circa 
restituciouem  a)  dicti  castri  prefato  regi,  prout  tenemini  faciendum, 
taliter  velitis  illo  consilio  dirigi ,  ut  super  hoc  de  cupiditatis  vicio  aut 
violencie  temeritate  notari,  .quod  in  aliis  pocius  reprobare  tenemini, 
non  possitis,  ut  dictus  rex,  cuius  mansuetudine  hactenus  abusi  forsitan 
exstitistis,  confugium  ad  aliud  habere  remedium  aliamque  sibi  viam 
recuperacionis ,  vobis  forte  satis  dampnosam,  exquirere  non  cogatur, 
vestraque  devocio  debeat  exinde  non  immerito  commendari. 

Nos  vero  te  regem,  filium  nostrum  in  Christo  karissimum, 
hortamur  in  domino  Jesu  Christo  per  salutifere  crucis  sue 
mysterium  et  sui  preciosi  sanguinis  aspersionem  obtestantes, 
quatenus  predicti  castri  causam  tranquilla  mente  discuciens  et  te  a 
rege  h^  regum  datum  regem  in  gentibus  humiliter  recognoscens,  te  c) 
ipsum  et  tuos  non  peccatorum  necessitatibus  implices,  sed  regas  et 
du'igas  ad  salutem.  Tu  quoque ,  nisi  recte  tui  animi  motum  rexeris, 
non  recte  tibi  regnum  sive  nomen  regium  et  tytulum  vendicabis. 
Yanam  huius  mundi  gloriam  instar  puncti  cum  tuo  d)  tuorum  periculo 
predictum  amplius  in  comocionis  spiritu  negocium  prosequendo  — 
cuius  tamen  fructum  aliquando  nequis  assequi  —  non  sequaris  e)  sed 
pocius  animarum  exicia,  corporum  strages  nee  non  rerum  dispendia, 
que  persecutionem  huiusmodi  verisimiliter  subsequuntur,  quorum  tu 
auctor  et  actor  precipuus  recenseris,  in  libra  exacte  discussionis 
appendens  momentanee  delectacionis  ambiguum.  Propter  f)  id  ipsum 
certitudini  eterne  non  preponas  salutis,  sed  sub  potenti  manu  creatoris 
tui  ac  eins  vicarii  potentatus  tui  vires  humilians  ac  iustieie,  que 
parvum  ac  magnum  iudicat,  magnificencie  tue  colla  submittens, 
hunüli  animo  ab  eadem  persecucione  desistas,  omnimodis  et  multi- 
plicatis  ab  olim  salutiferis  perswasionibus  acquiescas. 

a)  restitionem  V.  —  h)  et  te  regem  V.  —  c^  et  V.  ^  d)  et  lu 
ergilnzen  —  e)  sequeris  zu  lesen.  —  f)  Propterea  su  lesen. 


118 

Der  Brief  an  den  König  ist  dem  an  das  Capitel  der  Kolner 
,  Kirche  mit  der  Conjunetion  rero  angef&gt.  Hängen  so  die  beiden  Briefe 
zusammen,  so  fehlt  offenbar  die  Einleitung,  in  welcher  der  Papst  dem 
König  mittheilt,  er  oder  sein  Vorgfinger  habe  dem  Capitel  folgenden  Brief 
geschrieben.  —  Was  nun  den  Inhalt  des  Briefes  angeht,  so  bezieht  er  sieh  wohl 
auf  die  Streitigkeiten  zwischen  Rudolf  und  dem  Erzbisthum  Cöln ,  welche 
durch  Rudolfs  Kriegszug  im  Sommer  1282  beendigt  wurden  und  über  den 
das  Chronicon  EllenhardiM.6.  SS.  i7J25  Folgendes  berichtet:  Post  heccol- 
lecto  exercitu  magno ,  retraxit  de  manibus  archiepiscopi  Coloniensis  nobilis- 
sfma  castra  Werde  et  Koeheme  et  radicitus  evulsit  eastrnm  Rienecke,  quod 
erat  domini  de  Hohenyels.  Vergl.  was  Boehmer  Reg.  inde  ab  1246  etc.  p.  HS 
hierüber  zusammengestellt  hat.  —  Am  17.  August  1282  war  der  Friede  völlig 
hergestellt,  denn  an  diesem  Tage  schrieb  Rudolf  dem  Könige  Eduard  ?on 
England :  nam  venerabili  Coloniensi  archiepiseopo  pro  honore  imperii  sincere 
et  integre  nostre  gratie  reformato ,  in  pacis  et  tranquillitatis  amoenitate  respi- 
raut  omnia  nottre  eredita  poiestati.  Rymer  Foedera  I,  209. 

8. 

Papa  tali  praTlncie  ad  tdem  sascipiendaii. 

1248  MSrz  i. 

Innocenx  IV.  fordert  Heiden  auf,  steh  taufen  zu  laeeen  und  den  Ermahnungen 
des  zu  ihnen  gesandten  Bischofs  sich  zuzuwenden, 

Creator  tocius  creature ,  Deus  et  homo ,  ad  introitum  regni  a) 
eelestis  nos  regenerans  et  in  ablutionem  bj  criminum  baptisma  nobis 
consecrans,  Jesus  Christus,  idemque  assistens  pontifex  futurorum 
bonorum,  faetus  obediens  cj  usque  ad  mortem,  per  amplius 
et  perfectius  tabemaculum ,  quod  non  erat  huius  creationis ,  neque 
per  sanguinem  hyrcorum  dj  aut  vitulorum,  sed  per  proprium 
sanguinem  introivit  semel  in  sancta  i),  eterna  redemptione  inventa, 
quam  ab  eterno  nobis  in  se  confidentibus  preparavit,  id  est 
confessoribus  vite  sue,  in  qua  nos  in  adopcionem  filiorum  suorum 
ex  diversitate  gencium  adunavit  ad  futuram  gloriam ,  de  tenebris  nos 
vocans  in  admirabile  lumen  suum,  redemptos  suo  ej  sanguine  pre- 
cioso.  Ad  cuius  glorie  participaeionem  vocati,  ut  diximus,  communiter 
vestram  universitatem  vocandam  duximus  et  rogandam,  quatenus  ad 

aj  regia  Z.  —  bj  ablutionum  V.  —  cj  fut.  hon.  fact.  obed.  Z;  V.  am 
Rande.  —  dj  ircorum  Z.  —  ej  tuos  Z. 


1)  Ep.  b.  Panli  ad  Hebr.  9, 11. 12. 


119 

pretacta,  que  Christiane  fidei.  expediunt,  presenti  perswasione  acquie- 
scere  satagatis,  sa^rum  baptisma  in  Jesu  nomine  recepturi.  Nos  enimpot.gcb. 
ad  lucrandam  animarum  vestrarum  salutem,  venerabilem  ac  dilectum 
in  Christo  fratrem  episeopum  N.  ad  vos  premittentes  piis  affectibus 
destinamus,  cuius  eonsiliis  et  exhortacionibus  salubribus  atque  sanctis 
Universitäten!  vestrani  non  solum  speramus  aequiescere  in  premissis, 
sed  et  corporalibus  suis  indigeneiis  vos  adeo  liberaliter  et  cum  omni 
promptitudine  occurrere  perswademus,  ut  vobis  per  eundem  ablutis  et 
renovatis  in  spiritu  sancto  per  regeneracionem  lavacri  salutaris,  et  in 
agnicione  fidei  katholice  saluberrime  illustratis »  dum  vobis  dedit  quod 
a  Domino  accepit  et  de  tenebris  in  lucem  vos  revocans ,  ac  ab  errori« 
devio  vos  reducens  ad  semitam  veritatis,  infidelitati  vestre  cognicionem 
spiritualium,  sine  quibus  saluseterna  non  acquiritur,seminavit,  vestrao^ 
temporalia,  sine  quibus  ad  presens  non  vivitur,  se  gaudeat  cum 
sufficiencia  omnimoda  messuisse.  In  quo  sane  et  apud  Deum,  qui  est 
bonorum  operum  magnificus  retributor,  immensi  meriti  cumulum  vobis 
conparabitis  et  nichilominus  coram  huius  vite  mortalibus  et  coram 
sancta  Romana  ecclesia  atque  nobis  condigne  laudis  preconium 
referetis.  Datum  anno  Domini  MCCXLVIU.  Kai.  Martii,  pontificatus 
nostri  anno  quinto  h), 

a)  86  Z.  —  h)  Das  Datum  feht  V. 

9. 
Papa  KamaBorin  regt,  eoouneidandt  elc. 

12S9  April  30. 

Alerander  IV.  belobt  den  König  Richard  to^en  seiner  Devotion,  zeigt  ihm  an, 

dass  er  die  Mittheilungen  seiner  nunmehr  zurückkehrenden  Gesandten  wohl' 

wollend  und  aufmerksam  entgegen  genommen,  und  dass  er  den  Bruder  Walther 

zur  Unterstützung  der  Sache  des  Königs  nach  Deutschland  absende» 

Böhmer,  Reg.  Alex.  IV.,  no.  156.  Vergl.  unten  No.  11. 

Grande  matri  provenit  gaudium  ex  filii  bonitate,  vixque  aliquid 
est  quod  ita  parentes  letifieet,  sicut  sapientia  et  probitas  filiorum,  in 
qua  velud  in  thesauris  optimis  delectantur.  ünde  quia  Romana 
ecclesia  in  te  conspicua  devocionis  insignia,  evidencia  prudencie  a) 
indicia  et  quidquit  in  perfecto  et  amabili  filio  exigitur,  plenarie 
repperit,  vehementi  profecto  e^ultat  leticia.  Et  inter  cetera  queanimum 
eins  exhilerant  b),  hoc  iocunditatem  maximam  affert  ei,  quod  tam 
carum  et  placidumc^ habet  filium,  sinceritatis  puritate  prefulgidum  et 

a)  pnidentia  Z.  —  b)  exilerant  Z,  —  c)  placitum  V. 


1-01.26  « 


120 

virtutum  gratia  prepollentem.  Propter  quod  ad  personem  tuam  tota 
mentis  nostre  affectio  dirigitur,  et  assiduis  te  brachiis  materni  amoris 
amplectens,  in  tuis  preclaris  operibus,  tanquam  in  swavi  odore 
aromatum  delectatur  et  quodammodo  recreatur,  cogitans  semper  et  in 
cordis  secretario  revolvens,  quit  a)  tibi  gratie,  quit  favoris  filio  possit 
inpendere  tarn  preeelso,  et  quibus  honorificenciis  suum  statum  magni« 
ficum  valeat  insignire.  Sanß  dileetionis  tue  filios,  magistrum  Arnoldum, 
eapellanum  nostrum  h)  et  eins  socios  o^,  nuneios  tuos ,  viros  utique 
industrios  et  prudentes  et  in  commisso  eis  negocio  sollicitos  et  fideles, 
quos  adsedem  apostolicamdestinasti,  consweta  benignitate  recepimus 
et  ea  que  iidem  tui  nuneii  ß^,  honoris  tueque  exaltacionis  ferridi  zela- 
tores,  nobis  ex  parte  tua  seerete  ac  publice  retulerunt,  intelleximus 
diligenter.  Verum  quia  eximia  karitatis  ac  pietatis  opera,  quibus 
semper  persona  tua  inter  alios  katholicos  reges  et  principes  orbis 
terre  refulsit,  pro  te  apud  nos  et  Romanam  ecclesiam,  matrem 
tuam»  sedulo  ac  efficaciter  interpellant,  nos  boc  non  indigne 
pensantes»  considerantes  etiam,  quod  fuisti  semper  ecclesiarum 
amator  precipuus  et  defensor  singularis  ecclesiastice  libertatis, 
adletha  c^  fortissimus  katholice  fidei  ac  pugil,  iusticie  guber- 
nator,  attendentes  etiam  d)^  quod  circa  personam  tuam  inclitam 
et  illustrem,  electam  dudum  utique  ad  Romanum  culmen  imperii»  ad 
inunctionem  et  coronacionem  etiam  iam  processum,  nostrum  ad  te 
totaliter  direximus  animum,  firmo  intendentes  proposito,  et  intencione 
stabili  permanentes  e^  ad  tui  honoris  culmen  libenterassurgere,  tueque 
promocioni  firmiter  et  ferventer  intendere  ac  ad  omne  bonum  tuum 
inpendere  opem  et  operam  efficacem.  / 

Et  ecce  dilectum  filium  nostrum  Galtherium  f)  yj  penitenciarium 
nostrum,  virum  utique  religione  conspicuum,  moribus  et  scientia 
preditum,  nobisque  sue  meritis  probitatis  acceptum,  ad  regnum 
Alamanie  ad  favorem  tuum  specialiter  duximus  destinandum,  universis 
predicti  imperii  fidelibus  aliisque  magnatibus,  tam  ecclesiasticis  quam 
mundanis,  tibi  adherentibus  et  non  adherentibus  per  nostras  man- 
dantcs  dj  literas  e),  ut  adherentes  tibi  constanter  et  in  tua  fideli- 
tate  et  devocione  permaneant  et  prebeant  omne  quodcunque  gj 
possunt,  per  se,  subditos,  consanguineoset  amicos  consilium,  auxilium 

a)  tib:  fehlt  Z.  —  bj  capellauum  aostram  fehlt  Y.  —  c^  adleta  Z.  — 
dj \n$u]^er  für  etiam  Z.  —  e> proponentes  Z.  —  ^  Gualtherum  Z.— ^^quocun- 
que  V. 


121 

et  favorem.  Super  eo  autem,  quod  dicti  nuncii  moram  magnam  in 
curia  nostra  traxisse  videntur,  tua  serenitas  non  miretur,  quia  tarn 
ardua  tamque  sollempnia  negocia  non  possunt  nee  debent  festinanter, 
sicut  a  multis  forte  creditur,  expediri,  presertim  cum  in  talibus 
expediat,  sicut  nosti,  ut  cum  multa  providencia,  deliberacione  et  gr^vi- 
tate  maxima  procedatur.  Ideoque  celsitudinem  tuam  rogandam 
duximus  actentius  a),  quatenus  predicto  penitenciario  nostro,  qui  ad 
hoc  de  speciali  nostro  mandato  tuam  accedit  presenciam,  ut  in  com- 
misso  sibi  negocio  tuo  consilio  dirigatur  h)^  in  hiis ,  que  tibi  ex  parte 
nostra  dixerit,  adhibeas  summam  fidem,  illa  que  pro  te  fecimus, 
diligenter  attendens  e)^  habeas  preüictos  nuncios  super  mora  huius- 
modi  tarn  fructuosa  et  utili  excusatos. 

Confortare  igitur  in  Domino  studiumque  tuum  circa  magnifica  et 
eximia  probate  constancie  tue  opera,  mofe  solito  de  divino  et  aposto- 
lico  favore  confisus,  non  cesses  ad  laudem  Dei  et  exaltacionem  sedis 
apostolice  exercere  1^).  Nos  autem,  qui  ad  personam  tuam  precipuum 
et  intimum  habemus  affectum ,  quique  yehementi  desiderio  cupimus, 
ut  Status  tuus  continuis  auctore  Domino  amplificetur  et  oportunis 
crescat  augmentis»  apud  regem  regum  pro  te  devotis  ac  sedulis 
supplicacionibus  insistimus,  ut  per  suam  clemenciam  processus 
tuos  dirigat  atque  regat,  detque  tibi  ex  alto  virtutem  prosequendi 
laudabiliter   inchoatum  negocium   illudque   feliciter   consumandi  r/). 

a)  adtentius  Z.  —  h)  dirigatur  et  Z.  —  c)  adtendons  Z. 

Ergünzungen  aus  Rymer  Foedera  1,  384.  Alexander  episcopus  serTus  etc. 
carissimo  io  Christo  filio  Ricardo  ia  Rom.  regem  electo  et  corpnato  salutem 
et  apostolieam  benedictionem  a).  Ära.  cap.  o.  prothonotarium ,  et  fratrem 
Wilielmum,  ordinis  trinitatis  et  captirorum  familiärem  et  ß)  ac  Teoerabilis 
frater  noster  episcopus  et  dilecti  filii  archidiaconus  Rofeasis  ac  Robertus 
de  Baro  tui  7)  de  Rogat*  familiärem  et  d)  favorabilea  e)  et  per  ipsum  ()  ac 
illa,  que  pro  te  per  dos  10  hac  parte  facta  et  ordinata  consiitunt.  Ad  höc,  ut 
cautius  et  melius  ad  optatum  perducantur  affectam  (sie!),  secreta  apud  te  nemini 
revelando,  teneas  illa,  quia  si  secus  fieret,  plurimum  negotio  deperiret  19)« 
Data  Anagniae  2.  Kai.  Maii,  pontificatus  nostri  anno  quinto. 


122 

10- 

Papa  Ineolis  Sydiie. 

1254.  September. 

Innocem  IV.  verkündet  den  Bewohnern  Siciliens,  daea  er  den  Cardinal  Wilhelm 
Fiescp  mit  der  obersten  Leitung  in  der  Provinz  SiciUen  betraut  und  mit  den 
ausgedehntesten    Vollmachten  versehen  habe,  und  befiehlt,  ihm  pünktlich  tu 

gehorchen. 

Ad  diversas  mimdi  prorincias  ex  officii  nostri  debito  intente 
cogitacionis  extendentes  aeiem ,  et  undique  per  orbem  pro  salubri 
statu  fidelium  apostoliee  diligencie  Studium  diffundentes»  circa  provin- 
ciam  N.  precipue  nostre  consideracionis  retorquemus  intuitum,  et  pro 
ipsius  conseryaeione  pastoralis  a)  nimirum  vigilaneie  operam  adhibemus. 
In  bac  enim  suos  ecclesia  recognoseit  alumpnos ,  ubi  devotos  suos 
repperit  et  fideles,  hie  est  bortus  sedis  apostoliee  proprius,  cuius 
nemo  alter  particeps  existit,  quem  solus  Romanus  pontifex  protegit  et 
custodit,  cuius  alter  non  gerit  regimen  et  culturam;  boc  eius 
peculiare  pomerium»  ubi  grate  subiectionis  flores  coUigit  et  filialis 
dulcedinis  poma  deceirpit.  Quapropter  Romana  ecclesia  circa  ipsius 
munimen  et  cultum  attentius  cogitat  et  opem  ad  boc  propensioris 
studii  aministrat,  ut  et  illud  per  devocionem  sinceram  puritatis 
respiret  odorem,  et  per  fidelitatem  integram  expectatum  constancie 
fructum  reddat.  Verum  quia  tunc  regio  utiliter  regitur,  cum  pro  vidi 
Füi.26d.rectoris  ducatu  dirigitur  et  vigili  presidentis  industria  gubernatur, 
nos,  Yolentes  ut  predicta  provincia  duce  gaudeat  circumspecto,  qua- 
tenus  illius  providencia  successionibus  optatis  proficiat  et  preservetur 
laudabiliter  ab  adversis,  dilecto  N.,  filio  nostro,  de  cuius  industria, 
circumspectione  et  maturitate  laudabili  pleniorem  fiduciam  obtinemus, 
eiusdem  provincie  regimen ,  quantum  ad  omnia  temporalia  et  spiri- 
tualia ,  plenarie  duximus  concedendum ,  concessa  sibi  precipiendi, 
ordinandi,  statuendi,  faciendi  sicut  expedire  viderit  in  eadem 
provincia,  nee  non  contradictores  et  rebelles  pena  seu  dlstrictione 
spirituali  ac  temporali ,  appellatione  postposita ,  compescendi  libera 
potestate.  Ideoque  mandamus,  quatenus  eidem  honorificenciam  con- 
gruam  exhibentes,  sibi  in  omnibus  temporalibus  ac  spiritualibus 
efficaciter  intendere  ac  de  universis  iuribus  et  de  aliis  ad  rectoriam 

a)  pectoralis  V. 


123 

ipsam  et  Romanam  ecclesiam  spectantibus  curetis  integre  respondere. 
Alioquin  sentenciam,  quam  tulerit  in  rebelles,  ratam  habebimus  et  faci- 
emus  adeo  usque  ad  satisfaccionem  condignam  inviolabiliter  observari. 

Das8  dieser  Brief  an  die  Bewohner  Siciliens  gerichtet  ist,  ergiebt  sich 
nicht  blos  aus  der  Oberschnft,  sondern  auch  aus  der  Einleitung,  die  dem 
Sinne  nach  mit  anderen  vorhandenen  Einführungsschreiben  nach  Sicilien 
gesandter  päpstlicher  Legaten  genau  übereinstimmt,  ganz  besonders  aber 
aus  der  Stelle:  hie  est  hortus  sedis  apostolice  proprius,  cuius  nemo  alter 
particeps  exiatit,  quem  solus  Romanus  pontifex  protegit  et  custodit. 

-  Seit  dem  Tode  der  Kaiserin  Constanze  (1198,  Novbr.  27)  hatte  die 
Curie  zu  den  Zeiten  Friedrich*s  II.  in  zwei  FSlIen  Veranlassung  pSpstliche 
Legaten  als  Statthalter  nach  S.icilien  zu  schicken:  während  Friedrichs  Minder- 
jährigkeit und  später,  während  er  im  Banne  war.  Je  nach  der  Verschiedenheit 
dieser  Veranlassungen  findet  sieh  in  den  betreffenden  päpstlichen  Schreiben 
entweder  ein  Hinweis  auf  das  päpstliche  Vormundschaftsrecht  (Baluze  Epp. 
Inn.  IIL  Tom.  1,  322,  458,  501.  u.  öfter)  oder  auf  die  Häresie  und  Tyrannei 
des  excommunicirten  Kaisers  (Raynald  1246  no.  11  ff.  u.  no.  14).  Weder  das 
Eine  noch  das  Andere  ist  in  unserem  Briefe  berfihrt ,  er  wird  also  bei  Lebzei- 
ten Friedrich*s  nicht  geschrieben  sein. 

Oberhaupt  ist  bemerkenswerth  und  entscheidend,  dass  in  unserm 
Briefe  von  einer  dem  Papste  in  Sieilien  gegenfiber  stehenden  Macht  gkt  nicht 
die  Rede  ist  und  dass  nur  noch  auf  etwaige  contradietores  und  rebelles  hinge- 
wiesen wird.  Wann  in  den  16  Jahren  zwischen  dem  Tode  Friedrich*s  und  der 
Schlacht  bei  Bene?ent  (1266,  Febr.  6) — in  die  Zeiten  Karfs  ron  Anjou  aber 
passt  unser  Brief  gar  nicht — vrar  der  Papst  so  glüeklieh,  den  Sicilianern 
schreiben  zu  können,  ohne  durch  die  Macht  der  Staufer  auf  jener  Insel  beun- 
ruhigt und  genöthigt  zu  sein,  seine  Getreuen  vor  dieser  „Nattembrut^  zu 
warnen? 

Daswar  nicht  der  Fall,  so  lange  Konrad  IV.  lebte  (+1254  Mai  20), 
Während  dieser  Zeit  bietet  zwar  Innoeenz  IV.  nach  einander  dem  Richard 
von  Cornwallis  (Boehmer,  Reg.  Inn.  IV.,  p.  361  ad  a.  1252),  dem  Karl  von 
Anjou  (1253,  Juni  12,  ib.n.  78),  Edmund,  dem  Sohne  Heinrich'sIII.  von  England 
(ib.  n.  84,  85.  1254,  Mai  14)  das  Königreich  Sicilien  an ,  seine  Feinde  sind 
aber  fortwährend  im  Besitze  desselben. 

Ebenso  wenig  aber  konnte  der  Papst  während  Manfred  sich  auf  der 
Insel  behauptete,  December  1254  bis  zum  Jahre  1266,  so  schreiben,  wie  hier 
geschieht  Das  kann  nur  im  Sommer  oder  Herbst  des  Jahres  1254  der  Fall 
gewesen  sein.  Da  tritt,  namentlich  seitdem  Manfred  (1254,  Septbr.  27)  und 
Bertold  von  Hohenburg  (1254,  October  19)  sich  Innoceuz  IV.  unterworfen 
haben,  eine  kurze  Zeit  ein,  in  welcher  der  Papst  alleiniger  Herr  Siciliens  war. 
Aus  jener  glficklichen  Epoche  finden  wir  auch  einen  Brief  Innocenz  IV.  an 
die  Bewohner  von  Messina,  Calahrien  und  Sicilien,  in  dem  so  weaig  wie  in 
dem  unsrigen  von  einer  dem  Papste  gegenüber  stehenden  feindliehen  Macht 
die  Rede  ist»  er  nehme  8ie,heis8t  es:  sub  b.  Petri  ac  nostra  protectione  ac 


124 

defensione  speciall,  und  Sicilien  und  Calabrien  sollten  sein  perp^tuo  de  de- 
mania  ecciesiae  Romanae.  Raynnld  1254,  October  10,  n.  63.  In  diese  Zeit  aUo 
wird  unser  Brief  gehören.  In  der  Thai  schickte  auch  Innoeenz  IV.  schon  sm 
2.  September  1254  seinen  Verwandten ,  den  Cardinal  Wilhelm  Fiesco,  «Is 
Statthalter  nach  Sicilien  und  schrieb  auch,  wie  Raynald  berichtet,  ad  proceres 
Siculos,  ut  maiorcm  Uli  conciliaret  auctoritatem.  Den  Volhnachtsbricf  für 
Wilhelm  theilt  Raynald  selbst  mit,  der  von  ijim  erwShute,  jedoch  nicht  niit- 
getheilte  Brief  an  die  proceres  Siculos  liegt  uns,  wie  ich  glaube,  hier  vor.  Deno 
wenn  es  hier  von  den  Vollmachten  des  Legaten  hcisst:  concessa  sibi  precipiendi, 
ordinandi ,  statuendi ,  faciendi  sicut  expedire  viderit  etc.  libera  potestate,  so 
passt  das  sehr  wohl  zu  der  Machtfülle  mit  der  der  Cardinal  Wilhelm  ausge- 
stattet war.  Vergl.  Raynald  1254,  no*  48.  Presentium  teuere  concedimus,  ut 
possis  etc.  ~  plenariam  potestatem. 


11. 
Papa  episcopa  Colonieasl. 

1259.  April  30. 

Alexander  IV.   empfiehlt  dem  Erzbüchof  Konrad  van  Köln  dringend,  dem 
römischen  Könige  Richard  auch  femer  in  jeder  Weise  beizustehen. 

Cum  magnifica  et  pia  gesta  katholicorum  regum  et  principum 
orbis  terra  ante  oculos  mentis  nostre  redueimus,  dam  clara  et  devota 
ipsoriun  opera  diligenter  advertimus  et  eximia  rectitudiais  merita, 
quibus  eorum  singuli  se  Deo  gratos  et  Romane  ecelesie,  matri 
fidelium,  acceptos  et  utiles  sub  diversitate  temporum  reddiderunt  ad 
memoriam  revoeamus»  recolenda  utique  ae  merito  coUaudanda  sunt 
virtutum  acta,  per  que  karissimus  in  Christo  filius  noster  Richscbar- 
dus  aj,  in  Romanorum  regem  electus  et  coronatus»  et  in  imperatorem, 
auctore  Domino»  promovendus,  in  oeulis  divine  semper  placuit 
maiestatiet  apostolice  sedis  lavorem  sibi  et  gratiam  vendicavit,  sie 
specialiter  et  in  promptu  nobis  occurrunt,  quod  nequimus  ab  iUis 
nostri  cordis  aciem  declinare,  cum  quasi  fulgencia  quedam  sidera 
in  ecclesia  Dei  luceant  et  ab  aliis  sicut  magna  luminaria  discernantur. 
Hie  siquidem  ab  annis  teneris  Deum  timere,  ipsum  corde  tenere  non 
desiit,  studens  cottidie  per  suorum  incedere  semitam  mandatorum. 
Nam  fide  preclarus»  devocione  precipuus  et  insuperabili  virtutum 
armatura  munitus,  suos  in  parvis  nescivit  probare  conatus»  sed 

aj  sie ! 


12S 

propugnator  ecclesie  inclitus  factus,  semper  prefulsit  sublimius,  suum 
celebre  ac  memorabile  nomen  ad  superni  regis  laudem,  gloriam  et 
augmentum  Christiane  fidei  diffundens  et  notificans  ubique  per  orbem, 
ac  de  ipso  principibus  aliis  exhibens  exempla  salutis.  Hie  etiam,  et  in 
fulcimento  fidei  et  ecclesie  munimento  preambulum  ministerium  et 
speculum  aliorum,  sue  iuventutis  annos  dedicans  obsequiis  crucifixi,  • 

salvifice  crucis  assumpto  signaculo ,  potenter  in  terre  sancte  subsi- 
dium  transfretavit.  Pro  cuius  terre  defensione  quam  strennue  preliatus 
est  prelia  Domini  contra  blasphemos  nomini»  Christiani  et  quam  large 
et  copiose,  quamque  liberaliter  ibidem  pro  incremento  fidei  et 
redemptione  Christianorum  magnatum  et  aliorum,  quorum  numerosam 
multitudinem  per  diversas  Egypti  et  alias  orientales  partes  intol- 
lerabilis  Sarracenorum  carcer  tenebat  inclusam,  suos  thesauros 
effuderit,  ipsa  testatur  rei  veritas  et  predicte  archivus  ecclesie  ad 
perpetuam  memoriam  continet  et  conservat.  Hie  insuper  ad  nos  et 
ecclesiam  in  devocione  stabilis,  et  accensus  fervore  omnimode  conti- foJ««^«- 
nencie,  apostolice  sedi  eiusque  legatis  et  nunciis  reverenciam  semper 
studuit  exhibere,  magnificum  ipsum  favorem,  quociens  fuit  expediens, 
in  cunctis  ecclesie  agendis  potenter  et  patenter  inpendens,  ad  eius- 
dem  sedis  exaltacionem  totis  intendendo  viribus,  totisque  studiis 
laborando.  Siquidem  laudabilis  veterum  katholicorum  regum  et  prin- 
cipum  imitator  existens,  quod  cum  divine  pietatis  babundancia 
speeialibus  graciis  insignivit,  recolendos  ipsorum  actus  amplectitur 
ambulatque  per  vias  eorum ,  nunquam  a  tramite  iusticie  declinandc» 
babetque  probitatem  illorum  in  mente  conscriptam,  eamque  sedulo 
graduum  et  salubrium  actuum  clara  operacione  recensens ,  continuis 
studiis  et  gestis  devocioribus  nititur  cottidie  adicere  super  ipsam. 
Unde  dignum  est,  ut  ecclesia  eadem  illum  —  quem  priusquam  ad 
apicem  dignitatis  iam  asstimpte  conscenderet  tot  cognovit  virtutibus 
presignitum,  tot  ornatum  graciis,  totque  meritis  decoratum — in  advo- 
catum  sibi  et  defensorem  assumat,  ut  presertim  habeat  hiis  diebus 
in  quo  insurgencium  undique  tribulacionum  mallei,  quibus  eadem 
ecclesia  frequenter  affligitur,  conterantur,  in  cuius  potenti  brachio 
predicte  iura  ecclesie  defendantur  fideliter,  eiusque  bestes  et  emuli 
fortiter  arceantur.  Spcramus  itaque  et  in  superni  regis  virtute  con- 
fidimus ,  quod  ipse,  quem  dictus  noster  filius  karissimus  in  assumpto 
imperii  negocio  dicitur  sibi  posuisse  fundamentum,  ei  prosequendi 
laudabih'ter  et  feliciter  consumandi,  tam  ipsius  imperii,  quam  ecclesie 


126 

sancte  negocium  gratiam  largietur,  ita  quod  sub  eius  studioso  ducatu 
Status  ecclesie  nobis  ac  mundo  pacificus  proveniet  et  •  tranquillus. 
Cum  igitur  odor  piorum  operum  buius  iilii  nostri  karissimi  a)  sicut 
odor  agri  pleni,  cui  benedixit  Dominus,  quadam  delectabili  swavitate 
ita  b)  nostrum  allexerit  et  alliciat  animum  ad  omnia,  que  ipsius  exalta- 
cionem  respicere  dinoscuntur,  eiusque  personam,  quam  intima  sinceri- 
tate  conplectimur  et  in  euius  profeetibus  speeialiter  deleetamur,  ut 
ad  subeundamtantedignitatispremineneiamceteris  mundi  principibus, 
ad  boe  licet  ydoneis ,  eum  penitus  preferamus ,  ac  nostra  in  hoc 
voluntas  firma  et  rata,  nostrumque  votum  immobile  perseveret —; 
cum  etiam  tu  sue  promocionis  principalis  basis  et  columpna  exstiteris 
singularis,.ita  quod  quasi  totum  eiusdem  imperii  negocium  ipsiusque 
pondus  negocii  assumpseris:  super  boc  tibi  gratiarum  referimus 
acciones,  fraternitatem  tuam  de  fratrum  nostrorum  consilio  rogantes 
atque  per  apostolica  scripta  mandantes,  quatenus,  babens  in  buius- 
mpdi  negocio  ad  Deum  et  ad  ecclesiam,  sponsam  suam,  et  ad  nos,  qui 
eiusdem  karissimi  filii  nostri  promocionem  totisdesideriisafrectamus,ex 
innata  bonitate  c^,  in  iidelitate  ac  devocione  ipsius,  —  quem  tu  ad  pre- 
fate  dignitatis  elegisse  culmen  et  propriis  nosceris  manibus  inunxisse, 
proutadtepertinet,  —  persisterenondesistas,  omne  quodcunquepotes 
eidem  per  te,  consanguineos ,  subditos  et  d)  amicos  tuos  —  ad  hoc 
ut  ej  dictum  negocium,  gratia  sibi  cooperante  divina,  laudabiliter 
prosequi,  eique  optato  fine  ad  laudem  et  gloriam  divini  nominis, 
honorem  ecclesie  et  augmentum  fidei  Christiane  concludere  valeat  — 
inpendens  consilium,  auxilium  et  favorem,  sciturus,  quod  ex  hoc  Deo, 
ut  credimus,  et  nobis  quamplurimum  complacebis,  nosque  invenies  ad 
omnia  tua  et  tuorum  commoda  proniores. 

a)  kar*  am  Rande  V.  —  b)  iam  V.  —  cj  respectum  zu  ergänzen.  — 
d)  subditos  et  V.  am  Rande.  —  e)  ut  ausgestrichen  V. 

Vergleiche  Cod.  Wilh.  A.  4;  Pertz  Arch.  7,  893.  —  Am  30.  April 
1259  berichtete  Alexander  IV.  dem  Könige  Richard  unter  Anderem,  er 
trage  den  geistlichen  und  weltlichen  Fürsten  Deutschlands  durch  Briefe 
und  durch  den  an  den  König  abgesandten  päpstlichen  PönitentisHus 
Walter  auf:  ut  adherentes  tibi  constanter  in  (ua  iidelitate  ac  deyotione  per- 
maneant  et  prebeant  omne,  i{VLO&Q}i\\f\fie  ^oBsviVki,  per  ae^  subditos  et  consanguineos 
et  amicos  consilium  auxilium  et  favorem  (siehe  oben  no.  9}.  Diese  Ausdrücke 
kehren  in  unserem  Briefe  wieder;  wir  haben  also  ein^s  der  vom  Papste 
bezeichneten  Schreiben  vor  uns  und  zwar,    nach  der  in  unserem  Cod.  enthal- 


127 

tenen  Oberschrift,  das  an  den  Erzbischof  ron  CSln  gerichtete,  dem  wir  da- 
her unbedenklich  das  Datum  des  an  K.  Riebard  gerichteten  Briefes  geben 
können. 


12. 

Papa  ap^stoUee  sedis  legat«. 

1250. 

Ihnocenz*  /F.  Klagebrief  über  den  Verlust  von  Damiette  und   Aufardervng 

an  einen  Legaten,  in  allen  Kirchen  seiner  Provinz  für  Ludwig  IX,  und  die 

Rettung  des  heiligen  Landes  Gebete  anzuordnen, 

Ducheane,  hiat.  Francor.  scripi  K«  415. 

Propinatum  nobis  ab  Oriente  dire  amaritudinis  calicem  cumFo's"»- 
lacrimis  haurientes,  in  amara  nimis  et  tristia  prorumpere  eogimur  et 
potissimum,  quem  gravem  intus  sentimus,  insinuare  dolorem.  Et  ubi 
mestitudine  tanta  deprimimur,  quomodo  possimus  sermonem  lugubrem 
non  proferre?  Sepe  quidem  illa  orientalis  regio  absinthii  poculo 
Christi  amarieavit  ecclesiam,  sepe  pavit  ipsam  esca  fellis,  et  dure 
tribulacionis  punctura  confodit;  sed  nunc  ei  amarissimam  intulit 
poeionem,  nunc  etiam  eam  immense  tristicie  ferculo  saciavit  et  sui 
furoris  gladio  acerrime  pupugit  et  perfodit.  Illato  itaque  adversitatis 
inopinat'e  calici  aj  superfundimus  acrem  fletum,  et  potui  tam  acerbo 
uberem  lacrimarum  pluviam  immiscemus.  Liquet  enim  omnibus,  quod 
karissimus  in  Christo  filius  noster,  rexFrancie  illustris,  pro  liberacione 
terre  sancte,  quam,  in  contemptum  Christi  et  fidelium  eins  obpro- 
brium,occupatamdetinentil^ar^;2t,  crucis  olim  suscepit6^signaculum 
et  cum  copiosa  comitum,  baronum,  nobilium  et  aliorum  multitudine, 
tanquam  ulcionis  iniuriarum  Domini  anxius ,  illuc  ferventi  desiderio 
transfretavit.  Sub  cuius  studioso  ducatu  sie  prospere  ipsius  terre 
negocium  dirigere  cepit  altissimus,  quod  rex  ipse  civitatem  Dammia- 
tam,  que  est  introitus,  sicut  scitur,  Egypti,  tanquam  seram  difficilem 
fortemque  clavim  multo  robore  stabilitam  —  quam  dudum  populus 
Christianus  non  absque  magna  sui  sanguinis  effusione  obtinuit  et 
tandem    eventu    sinistro  perdidit  —   mox  ut    ad    ipsam    applicuit 

a)  calicis  V.  —  b)  suscepit  fehlt  V. 


128 

divino  adiutorio»  profugatis  exinde  fidei  hostibus,  conquisivit.  De  quo 
ingenti  gaudio  concepto  in  laudis  superne  canticum  surrexit  ecclesia 
et  universi  christicole  huius  communis  leticie  participio  pariter  exul- 
tabant,  quia  dragma ,  que  longo  fuerat  tempore  perdita,  eelesti  fuerat 
munere  reinventa,  et  ovis,  que  diu  per  desertum  gentilitatis  erraverat, 
ad  gregem  revocata  dominieum»  iam  cum  aliis  pascuis  salutaribus 
pascebatur. 

Sed  prob  dolor!  nunc  cessavit  tantum  gaudium  et  in  merorem 
nimium  est  conversum»  ipsaquemet  civitas,  que  grandis  causam 
alacritatis  attulerat,  magna  facta  est  materia  lanienti.  Nam  cum  post- 
modum  idem  rex  contra  soldanum  Damasci  et  a)  Babilonis 
cum  suo  exercitu  processit ,  tandem»  clare  memorie  R.  comite  Ättre- 
batensium,  germano  Regis  eiusdem,  et  magistro  et  fratribus  milicie 
templi  ac  aliis  quam  multis  commilitonibus  validum  cum  Sarracenis 
committentibus  bellum ,  et  post  non  modicum  Sarracenorum  excidium 
in  bello  ipso  predicto  —  comite  non  absque  salutaris  triumpho 
martirii,  paucis  evadentibus,  interempto — prefatus  rex  cum,  mediante 
suo  exercitu,  constanter  insisteret:  furorem  irruencium  sustinuit 
paganorum,  qui  sie  illico  terre  ac  fluminis  transitus  artaverunt ,  quod 
idem  exercitus  defectum  victualium  patiebatur  extremum.  Propter 
cuius  intollerabilem  tolleranciam  et  pre  suorum  multitudine  infirmorum 
vehementer  obstupuit  nee  potuit  non  vereri,  quoniam  urgentibus 
undique  incomodis  premebatur.  Cumque  irruentibus  mutuis  conflic- 
tibus  hinc  inde  fieret  ruina  maxima  paganorum,  deinde  innumerabili- 
tate  hostium  prevalente,  Christiane  milicie  fere  penitus  agmina  cor- 
ruerunt.  Dictus  vero  rex  cum  hiis ,  qui  secum  supererant,  hostium 
Foi.nc.  circumstancium  vallo  cinctus  et  coangustatus  nimium,  coactus  est  ad' 
ultimum  restituere  Dammiatam.  Et  eo  postea  ingresso  ad  reces- 
sum  navigium,  nonnullos  de  suis,  qui  in  civitate  ipsa  in  lectis 
egritudinis  decumbebant,  et  alios  indifferenter,  qui  navali  caruere 
presidio,  perimebant.  Non  affuit  illis  defensionis  brachium  nee  pro 
eis  locus  refugii  est  inventus.  A,  Domine !  ubi  sunt  incliti  athlete  tui, 
ubi  robusti  pugiles,  ubi  propugnatores  electi,  qui  fide  fulgentes, 
ferventes  devocione  ac  experiencia  precipui,  ad  tuum  prelium  contra 
tui  blasphemos  nominis  salutifere  crucis  signiferis  se  accinxerant  pre- 
liandum!  A,  domine  Deus!  ubi  populus  tuus  egregius,  gens  illustris 
et  strennua  multitudo,  qui  pro  te,  relictis  omnibus,  tam  longa  terrarum 

a)  et  fehlt  V. 


129 

et  marium  spacia  transierunt  contra  emulos  fidei  Christiane  intrepide 
pugnaturi !  A»  Domine !  quomodo  viri  belligeri  sie  potuere  a  talibus 
debellari»  quomodo  fortes  tui  in  preljp  tarn  graviter  ceciderunt !  Ecce 
inebriatus  est  sanguine  iustorum  et  saturatus  eorum  carnibus  gladius 
inimiei.  En  turbam  illam  nobilem,  quam  eiusdem  regis  ardens  devoeio 
ad  tuum  tarn  acceptabile  obsequium  accenderat,  voravit  mucro 
feritatis  Sarraceniee  fere  totam !  Heu,  quam  dolenda  strages,  in  qua 
tantum  tuorum  oeeubuit  collegium  bellatorum!  Sed  nequaquam 
ambigimus,  quin  hü  feliciter  coneluserint  dies  suos,  quin  tu  Domine, 
pro  quo  dormicionem  acceperunt,  in  vitam  eos  transtuleris  absque 
termino  duraturam. 

Nee  mirum  si  tam  ex  adverso  suecessu  tota  gemit  ecciesia,  cum 
vix  ei  casus  gravior  contingere  potuisset.  Propter  quod  aeerbatum  est 
nimirum  cor  ipsius  et  suas  pre  angustia  spiritus  assiduisi  fietibus  rigat 
genas,  quia  non  est  ei  a^  dolor  similis  sicut  iste:  plorat  quippe 
multorum  interitum  filiorum,  licet  non  estimandi  sint  Uli  mortui,  sed 
ad  vitam  renati  pocius  meliorem.  Ideoque  fraternitati  tue  per  aposto- 
lica  scripta  mandamus,  quatenus  universos  archiepiscopos  tue 
legacionia  attente  moneas  et  inducas,  ut  hoc  universale  discrimen  pia 
meditacione  pensantes,  erigant  toto  affectu  ad  Deum  corda  sua  et  in 
eonspectu  eins  continuas  orationes  effundant  et  faciant  per  civitates 
et  dyoceses  suas  a  clero  et  populo  generaliter  supplicari,  ut  ecciesiam 
suam  de  tanto  consolari  dispendio  non  retardet,  memoratoFrancorum 
regi,  christianissimo  utique  principi,  iter  liberum  prebeat  et  securum, 
sibi  etiam  vires  augeat  ipsumque  corroboret  contra  paganicas  nationes, 
terram  illam,  quam  sua  sanctificavit  presencia,  de  infidelium  manibus 
eripiendo.  Speramus  etenim  dictum  negotium  posse  bis  precum  sub- 
sidiis  efficaciter  adiuvari ,  quoniam  orantes ,  etsi  non  aperte ,  utilius 
tarnen  pugnant.  Unde  cum  certabat  legifer  b)  ille  precibus,  Israhel 
in  prelio  superabat,  et  per  illius  occultum  agonem  manifestam  ipse 
victoriam  obtinebat  *)•  Ut  autem  hec  adiutoria  frequencius  et  devocius 
prebeantur,  precipias,  ut  qualibet  ebdomada  sermonem  ammonicionis 
et  exhortacionis  Christi  fidelibus  proponant  et  per  episcopos  et  per 
alios  in  eorum  ecclesiis  et  in  civitatibus  et  dyocesibus  eorundem  per 

a)  ei  am  Rande  V.  —  b)  leifer  V. 


1)  Exodus  17,  11. 
Fontes.  Abtti.  U.  Bd.  XXV. 


ISO 

ipsarum  prelatos  et  rectores  similiter  proponi  faciant  et  super  hiis 
affectuose  et  sine  intermissione  a)  Dominum  deprecentur,  ita  quod 
preter  grande  premium,  quoi  a  Domino  exinde  consequentur, 
apostolice  sedis  graeiam  obtineant  plenius  et  favorem. 

13. 

Papa  regt  TartenriM. 

1254.  Febraar  16.  Ltterani. 

Innocem  IV.  bittet  den  Sultan  der  Türken,  den  Überbringern  dieses  Schrei' 
bens,  Predigermönchen,  den  Aufenthalt  in  seinem  Reiche  tu  gestatten,  damit 
sie  durch  ihre  Predigt  auf  ihn,  die  Seinigen  und  andere  Nationen  wirken 

könnten. 

Cod.  Wilh.  A.  7  Alexander  ete.  regi  Tartarorum  illusiri  Deum  vere 
colere  et  timere.  Pertz  Arch.  7,  893. 

Deus  Creator  omnium,  pius  bj  sator  et  amator  hominum,  qd 
neminem  Yult  perire,  eunetos,  ut  salvi  fiant,  venire  <;^  desiderat 
Foi.27d.  Yoluntarios  ad  sue  notieiam  yeritatis ,  que  dj  racionabiles  creaturas 
spiritu  immortalitatis  instaurat.  Eas  enim,  ut  in  se  credentibus 
innoteseeret,  condidit,  et  illis  conditoris  sui  eapaees  indidit  animos, 
divine  mentis  ymagine  deeoratos.  Ad  liberandum  igitur  hanc  humane 
dignitatem  nature,  ob  peccatum  originis  et  ignorancie  tenebris  et 
eamalium  sensuum  infectionibus  involutam,  ut,  hausto  pristine  lucis 
radio,  ad  centemplaeionem  veri  Dei,  solutis  errorum  vinculis,  reci- 
peretur  ej:  per  unigenitum  suum,  coeternum  sibi  et  maiestate 
potestatis  equalem,  sine  inpassibilis  et  immortalis  divinitatis 
iniuria  passibilem  et  mortalem  —  quoniam  f)  hominem  factum  — 
misit  in  fine  seculorum  hominibus  verbum  yite»  per  illud 
dans  eis»  qui  a  Deo  fuerant  alienati  per  culpam,  filios  Dei  iieri 
iterum  per  graeiam  gj  et  ad  vitam  de  morte  transferri  mortis  legibus 
absolutam.  Huius  autem  yerbi  mysterium  idem  Dei  filius,  multis 
videntibus  in  celum  assumptus»  unde  solus  ipse  descenderat,  non 
omnibuSy  sed  preordinatis  ad  hoc  hominibus,  discipulis  scilicet,  quos 
nove  doctrine  studio  inbuerat,  delegavit;  prelato  ceteris  uno,  beato 

q)  et  sine  intermissione  am  Rande.  —  bJ  Rayn.  und  Bullarium  ipsius,  was 
keinen  Sinn  gibt.  —  cj  ven.  am  Rande  V.  —  d)  qni  V.  —  eJ  raperetor  Rayn. 
—  fj  quem  Y,  fehlt  Rayn.  u.Bull.  —  gj  für  «per  gratiam**  potestatem  Rayn. 
und  Bull. 


131 

scflicet  Petro,  apmd  quem  in  dispensacione  celestis  gracie  summa 
diyine  pietatis  auctoritas  resideret.  Cui  nos  longa  intercedentium 
patrum  series,  secundum  diyine  dispensaeionis  ordinem,  subdidit, 
paris  potestatis»  licet  inparis  meriti,  successores.  Iniunetum  itaque 
principaliter  divinitus  nobis  celestis  verbi  preconium  quo  ad  cogno- 
scendum  solum  et  verum  Deum  et,  quem  misit  ipse,  filium  suum 
unicum  Jesum  Christum»  non  decet  aures  tuas  et  subdite  tibi  multitu- 
dinis  preterire.  Cuius  sonus»  ecclesia  Romana,  cui  presumus,  predi- 
cante  —  quam  idem  Jesus  in  se  ipso  fundavit  in  secula,  et  primitivorum 
prophetarum  et  apostolorum  fundamentis  originalibus  stabilivit  —  exiit 
in  terminos  orbis  terre,  quo  sepulti  in  peccatis  ad  vi  tarn,  que  est  in 
Christo  abscondita,  suscitantur.  Hinc  est  quod  nos  tuam  et  tuorum 
salutem,  ex  quibus  conceptum  semen  recte  fidei  copiosam,  ut 
credimus,  filiorum  Dei  repperiet  genituram,  totis  desideriorum  viribus 
affectantes^  dilectos  filios  nostros  N.  de  ordine  tali  a),  viros  utique 
in  unius  Dei  lege  peritos,  ad  tuam  celsitudinem  destinamus,  in  quibus 
et  per  quos  divinus  spiritus  pias  aures  omnem  docebit  de  Deo  ß)  et 
futuro  seculo  veritatem,  rogantes  attencius  et  pro  tue  anime  comodo 
deposcentes,  quatenus  fratres  eosdem  benigne  in  Dei  nomine  suscipiens 
et  caritative  pertractans,  in  regno  tuo  eos  vlvere  paciaris,  utDeo  vivo^ 
patri  spirituum,  per  eterna  vite  verba  que  continent,  in  te  pariter  et  in 
tuis  nee  non  in  aliis  naclonibus,  quo  secundum  nostre  iussionis 
debitum  procedere,  te  ducente,  voluerint,  fructum  perficere  valeant 
animarum;  quatenus  ex  hoc  Dens  celi,  creator  tuus,  tibi  recta  fide 
veraciter  innotescens,  pietatis  sue  et  immortalitatis  gloriam,  feli- 
citatis  graciam,  que  nisi  per  Christum  et  in  Christo  provenit, 
largiatur  7^. 

Ergänzungen  tus  Ripoll  Bulltrium  ordinis  ff.  praedicatonim  1, 240 
(Raynald  1254  no.  $).  Innocentius  ep.  s.  s.  D.  nobili  yiro  soldano 
Ttirchie  Deum  yerum  colere  et  timere.  a)  fratres  ordinis  predicatomm.  — 
ß)  eiasqoe  iufltitia.  —  7)  Dat.  Laterani  XIY.  Kai.  Martii  pontificatas  nostri 
anno  XI. 


9* 


132 


14. 
Papa  ■■tfenif  areUeptse^pIs  et  episeepis.  N.  regii. 

Em  Papst  (Gregor  IX.?)  fordert  Erzbischöfe  und  Bischöfe  unter  Straf- 
androhung auf,  mit  den  strengsten  Mitteln  auf  Beseitigung  der  Sittenlosigkeit 
unter  den  Geistlichen  hinzuwirken  und  sich  in  ihrem  Vorgehen  durch  etwaige 
in  Folge  von  Appeüaiionen  erlassene  päpsUiehe  Schreiben,  wie  sie  von  den 
Angeklagten  producirt  werden,  nicht  irren  zu  lassen. 

In  vinea   domini   Sabaoth   cultores   licet   immeriti    positi   et 

custodes,  debemus  vos  divinis  allicere  misteriis,  ut  in  plenitudine 

potestatis  assumpti,  tos  ad  eadem  mysteria  in  partem  sollieitndinis 

evooatos   sedulo   studio    excitemus,    cum  etsi  eius    sit  eolere  qui 

plantavit,  sine  quo  nicbil  utiliter  eustoditur,  quia  tarnen  ex  denario 

diurno  in  ea  convenimus  laborare,  ne,  quod  absit,  non  solum  mer- 

cede  fraudemur,  sed  tanquam  servi  desides  repellamur;  expedit,  ut 

F«i.28a.  universi  et  singuli  sollicitudine  non  pigri  Domino  ferventi  spiritu 

servientes    in    ipsa    infatigabillter   operemur   extirpandis   viciis  et 

peccatorum  tribulis ,  que  superficiem  eius  obumbrasse  videntur,  nee 

non  plantandis  virtutum  germinibus ,  in  quibus  Dominus  delectatur» 

totis  affectibus  intendendo.    Custodie  uamque  vigilare  tenemur,  ne 

yenenata  reptilia,  beretiei  scilicet,  inter  sacramenta  ecciesie  sibi 

latibulum  vendicantes,  a  perdicionis  filiis  receptentur»  sed  in  sua 

poeius  apprebendantur  astucia,    ut  recepti   et  recipientes  pariter 

confundantur.   Verum  quia  incboanda  est  a  domesticis  disciplina,  ut 

ab  aliis  diligencius  et  perfectius  observetur,  cum  clerici,  qui  debent 

esse  quasi  stelle  fixe  in  ecciesie  firmamento ,  studendo  sibi  per  vite 

meritum  et  aliis  per  exemplum,  pro  maiori  parte  viciorum  tenebris 

involuti,  prout  plus  flere    possumus   quam  referre,    multis   quasi 

occasionem  ingerant  delinquendi,  dum  ipsi  tanquam  pulli  onagrorum, 

liberos  se  putantes  et  dicentes :  licitum  quitquit  übet,  per  obrupta  se 

precipitant  peccatorum,  trabendo  alios  secum  in  ruinam,  ut  tot  morti- 

bus  digni  fiant,  quod  perdicionis  exempla  videntur  ad  proximos  trans- 

misisse.   Expedit  utique,  ut  dum  de  patrimonio  Cbristi  vivunt,  ne 

dixerimus  prodigaliter  debacbantur,  cogantur  ei,  cuius  sustentantur 

stipendiis,  saltim  nunc  ad  placitum  militare.    Ceterum  taciturnitatis 

poeius  argui  cupientes  quam  illorum  excedentes  abusus  et  abusivos 

excessus  lacius  explicare;  universitatem  vestram  bortamur  et  obse- 


133 

cramus  in  Domino,  sub  attestacione  vos  divini  iudicii  adiurantes, 
quatenus  vobls  et  commissis  vobis  gregibus  singulis  sollicite  atten- 
dentes,  exstirpandis  viciis  et  plantandis  virtutibus  diligencius  inten- 
datis,  et  specialiter  incontineneie  vicium,  quod  enormiter  Christi 
sponse  derogat  honestati,  studeatis  modis  omnibus  quibus  poteritis  in 
clericos  cohibere,  ipsos  nunc  monitis,  nunc  cominacionibus,  nunc 
etiam  beneficiorum  siibtractionibus  compescendo,  ut  qui  nunc  sunt 
multis  in  scandalum  et  horrorem  ad  frugem  vite  melioris  Domino 
revocantes  conversi  sint  penitentibus  ad  exemplar,  vosqueDeo  animas 
lucrifacientes  eorum,  apud  Dominum  omnium  meritorum  vobis  cumulum 
augeatis  et  nos  diligencie  vestre  Studium  dignis  cogamur  in  Domino 
laudibuscommendare.  Siverovosinhuiusmodi  invenerimus  negligentes, 
negligentiam  vestram  inpunitam  negligere  non  possemus,  ne  vestrum 
forte  dissimulantes  neglectum,  a  Domino  negligi  mereremur,  insuper 
ut  propensius  desiderare  cognoscamur,  qualiter  hii,  qui  sunt  videlicet 
Tasa  Domini,  caucius  emundentur,  cum  per  fornicacionis  contagium  in 
elero  honestas  ecclesie  nimium  inquinetur.  Quia  tamen  in  fornicacione 
iacentium  clericorum  sunt  aliqui,  qui,  tanquam  iumentä  putrescentes 
in  stercore  suo,  correctionem  nullo  modo  recipiant,  eligentes  perire 
poeius  quam  parere ,  quorum  quidam,  ut  hoc  effugiant,  interponunt 
ad  sedem  apostolicam  articulum  appellationis,  aliqui  vero  literas  ob- 
tinent  ab  eadem,  per  quas  eos  a  quibus  corriguntur,  de  huius  vicio 
indebite  inquietant:  nos,  ne  tales  correctionem  canonicam  illüdere 
Taleant  vel  vos  occasione  hac  vexari  possitis,  providere  ex  animo 
satagentes ,  cum  ad  predietorum  defensionem  trahi  non  debeat  quod 
ad  innocencium  et  oppt^essorum  presidium  est  statutum ,  nee  deceat 
inde  defendi  crimina  unde  consweverunt  gravamina  relevari:  aucto- p^,  28  b. 
ritate  vobis  presencium  indulgemus ,  ut  per  tales  literas  conveniri 
minime  valeatis  *). 

Ich  vermuthe,  dass  dieser  Bi'ief,  gleich  dem  folgenden,  von  Gregor  IX. 
herrühi  t ,  der  unaufhörlich  bemüht  war,  dem  Verfall  der  Sitten  unter  den 
Geistlichen  entgegen  zu  wirken.  Vergl.  Raynald  1230,  no.  19  und  20;  1231, 
no.23flr.;1238,  n.  41. 


^)  Schon  Innocenz  UI.  hatte,  am  dem  Missbranche,  der  mit  den  Appellationen  an  die 
Curie,  welche,  da  man  ihnen  dort  meist  immer  Erfolg  verschaffen  konnte,  die 
Vollziehung  der  Gesetze  unmöglich  machten,  getrieben  wurde,  entgegen  tu 
treten ,  verordnet,  dass  die  Bischöfe  correctionis  et  reformationis  officium  libere 
valeant  exercere  . .  ,  ut  executionem  ipsorum  nulla  appeliatio  valeat  impedtre, 
nisi  formam  ftxcesserint,  in  talibus  observandam.  Epp.  Inn.  III.  lib.  11.  c.  7.  Nean- 
der  Allgemeine  Gesch.  der  christlichen  Religion  und  Kirche  i>,  1.  tjß3. 


134 


15. 

Papa  episeapa  N.  siper  eaMnlsstaie  Tisttaliaait. 

1227.  Juli  14.  Anagnie. 

Gregor  IX,  fordert  einen  Bischof  der  Lombardei  unter  Androhung  strenger 
Strafe  auf,  bei  sich  anfangend,  unter  dem  Regulär '  und  Säcularclerus  seiner 
Diöcese  strenge  Kirchenxucht  zu  handhaben  ^  und  durch  Kirchenvisitation  md 
Predigt  die  durch  Ketterei  bedrohte  Reinheit  des  Glaubens  wieder  herzustellen. 

Ecce  venit  Deus  sempiternus  et  Dominus,  qui  fundavit  terminos 
orbis  terre,  citans  nos  in  voce  archangeli  et  in  tuba  norissima  <)  ad 
concilium  generale,  labia  eins  indignacione  sunt  plena  et  lingua  ipsius 
quasi  ignis  devorans^).  Quomodo  igitur  dormientes  et  amantes  sompnia, 
iacentes  in  lectis  eburneis  et  lasciyientes  in  eubilibus  suis ,  quomodo 
diem  adventus  eins  cogitabunt  aut  quomodo  stare  poterunt  ad  viden- 
dum  eum?  Cum  rerelabuntur  omnia  abscondita  tenebrarum  infelix 
impiorum  nuditas  apparebit,  non  erit  locus,  ubi  lateant  mism,  nndi 
stantes  ante  tribunal  Christi,  ut  audiant  Yoeem  ludicii,  qui  ad  vocem 
obtiu^yerunt  eonsilii  aures  suas.  Ad  eonfusionem  igitur  perpetuam 
evitaudam  et  ardores  sempiternos  declinandos,  oportet  omnes,  qui 
assumpti  sunt  ad  agrum  dominieum  excolendum,  granum  a  palea 
debite  fiagello  correctionis  exeutere  et  zizaniam  a  fruge  dominica 
separare ,  ne  eontagium  tante  corrupeionis  eleetos  inficiat  et  filios 
Dei  cum  filiis  huius  mundi  bora  repentine  calamitatis  inrolyere 
compellantur.  Qjaocirca  fraternitati  tue  man4^us,  quatenus,  omni 
mora  et  occasione  postpositis ,  primo  incipiens  a  te  ipso  et  torporem 
omnimode  desidie  deponendo,  ne  bovis  stercore  fedatum  o^  Dominus 
ex  ore  suo  incipiat  te  evomere,  viriliter  arma  spiritualia,  gladium  et 
ignem  assumens,  incipias  parietem  fodere,  üt  appareant  genimina 
vipperarum  et  radius  lucis  vibretur  interius,  ut  non  ad  vindictam 
exigat  animam  umbra  mortis.  Moniales,  monachos,  canonicos 
reguläres  et  seculares  bj  et  alios  clericos  tue  diocesis  efficaciter 

aj  fedatum  am  Rande.  —  ^^  et  am  Rande. 


1)  Pauli  ad  Thess.  f,  4,  15. 
*)  Isojae  30,  27. 


135 

corrigas  tarn  in  capite  quam  in  membris.  Cum  autem  prelati  eccle- 
siarum  sepe  propter  occupaciones  multiplices  et  occasiones  alias  non 
sufiiciant  ministrare  populo  verbum  Dei  et  ob  hoc  statutum  fuerit 
in  coneilio  generali,  ut  ad  sanete  predicationis  officium  viri  assu- 
mantur  ydonei,  potentes  in  opere  et  sermone,  qui  plebes  sollicite 
visitantes ,  eas  verbo  edificent  et  exemplo :  aliquos  de  clerieis  tue 
dyocesis  tecum  assoeiare  procures,  qui  coadiutores  et  coopei*atores 
in  quibus  expedit,  existentes,  tarn  verbo  predicaeionis  quam  visitaeionis 
officio  tibi  suffragium  convenienter  inpendant,  quatenus  tua  et 
ipsorum  sollicitudine  muri  Jerusalem  et  templum  Domini  reparentur. 
Si  vero  quidquam  difficultatis  emerserit,  quod  videatur  per  vos 
expediri  non  posse,  id  ipsum  ad  sedem  referri  a)  apostolicam 
procures.  Nos  enim  in  hiis ,  prout  oportunum  fuerit ,  tibi  efficaciter 
assistemus  et  necessarium  inpendemus  auxilium  et  favorem.  Quodsi 
super  hiis ,  que  mandavimus ,  negligens  repertus  fueris  vel  remissus, 
cum  securis  ad  radicem  infructuose  arboris  sit  ponenda,  gravem 
penam  tanquam  qui  ex  hoc  culpalibem  te  reddis,  poteris  non 
iiunerito  formidare. 

Raynald  ad  a.  1227,  §.  63,  theilt  ein  Bruchstück  dieses  bei  ihm  enoy- 
elisch  gehaltenen  Schreibens  unter  dem  Datum  Änagfniae  11  Id.  Jul.  pontif. 
nostri  a.  i.  mit,  und  leitet  es  folgendermassen  ein:  Insignes  sunt  eo  argumento 
literae  ad  Insubriae  praesules  exaratae,  quibus  ipsos  hortatur,  ut  exstirpandis 
populorum  vitiis  vacarent,  paterne  admonet  etc.  —  Bodmann  p.  225  hat  den 
vollst&ndigen  Brief  mit  einigten  Abweichungen,  jedoch  ohne  Namen  und  Datum. 

16. 
Papa  doei  Anstrie  rel  alicoi  allo. 

1253.  Juli  oder  August. 

innocent  /F.  fordert  den  jungen   Herzog  ton   Österreich,  Otakar,  auf,  in 

Dankbarkeit  für  die  augenscheinliehe  Gnade,  mit  der  Gott  ihn  in  der  BlGthe 

der  Jugend  so  erhohen  habe,  dem  Könige    Wilhelm  in  der  Förderung  und 

Befestigung  der  Freiheit  der  Kirche  beizustehen» 

Si  gratis  illapsa  tibi  desupermunerum  ^  beneficia  divinorum  gratis 
assumis,  aliud  digne  non  Valens,  te  ipsum  in  laudis  sacrificium  Domino 
debes,  qui  florem  iuventutis  tue  ad  provectus  hylares  tam  manifestisp^i^^se. 

a)  referri  am  Rande.  —  h)  innu'm  etwa  =  in  numerum  Codex. 


136 

gracie  sue  provehit  incrementis  <)•  Admoneris  qwppe  provehentibas 
te  beneficentie  Dei  dohis,  ot  de  perceptis  gracias  exhibens,  et  pro 
modulo  tuo  divine  potencie  reddens  debite  obsequium  seriritutis, 
beneiieiis  poeioribus  augearis  ab  eo,  qui  super  minora  fidelem, 
ampliori  constituit  magnificencia  super  multa.  Ut  igitur  divine  largi- 
1atis  munera  circa  te  sine  penitencia  perseyerent,  eorum  largitorem 
tributo  iusticie,  per  quam  ab  illo  pari  debito  exigeris,  non  defraudes; 
que  ipsius  sunt,  videlicet  fidei  puritatem,  et  que  Bunt  Cesaris  Cesari, 
operose  scilicet  fidelitatis  obsequium  exhibendo.  Cum  enim  regalis 
potestas  a  Deo  sit  et  ordinetur  ad  Deum,  nutu  divino  legittime 
dispensata,  qui  ei  officium  debite  subiectionis  inpendit,  dirine  obse- 
quitur  voluntati  et  e  converso  eidem,  qui  divine  potestati  obviat, 
adversatur.  Hinc  est  quod,  cum  celestis  disposicio  karissimum  in 
Christo  filium  N.,  regem  Romanorum  illustrem,  providerit  ecciesie 
katholice  advocatum  et  propugnatorem  populo  christiano,  te  illi  omni- 
modis  oportet  studiis  in  zelo  sincere  fidei  coherere,  qui,  velud  pars 
corporis  eins,  pro  distributa  tibi  potencie  porcione  cooperari  debes 
eidem  in  incumbencium  ministerio  actionum.  Quocirca  per  apostolica 
scripta  mandamus  et  rogamus  in  Domino,  quatenus  eidem  regi 
adherens  fideliter  et  potenter,  curam  katholice  fidei,  ecciesiastice 
libertatis  negocium  ac  Romani  reparacionis   imperii  <),   que  idem 


i)  Das  passt  vortrefflich  auf  den  Sohn  des  Königs  ron  Böhmen,  auf  Otakar,  der 
in  der  Blfithe  seiner  Jugend  ganz  unerwartet  in  den  Besits  Ton  Österreich  und 
Steiermark  gekommen  war.  Wie  das  geschehen,  hat  mein  Freund  Dr.  0.  Loreai 
(„Die  Erwerbung  Österreichs  durch  Ottokar  von  Böhmen*')  in  der  Zeitschrift  f&r 
österreichische  Gymnasien  1857,  Heft  2,  geistToll  dargelegt. 

^)  Das  beweist,  dass  dieser  Brief  mitten  in  den  Kämpfen  «wischen  dem  Papst  und 
den  staufern  geschrieben  ist.  Der,  für  welchen  der  Papst  hier  Gehorsam  uad 
Beistand  Terlangt,  ist  ein  Gegenkönig.  Heinrich  Raspe  kann  es  nicht  sein,  denn  bald 
nach  seiner  Wahl  (1246,  Mai  22)  wurde  Österreich  durch  den  Tod  Friedrich*s  des 
Streitbaren  (1246,  Juni  15)  herrenlos,  fQr  ihn  also  konnte  der  Papst  bei  eineoi 
Herzoge  von  Österreich  nicht  eintreten.  So  werden  wir  auf  den  König  Wilheln 
Ton  Holland  gefuhrt.  —  Als  der  junge  Heriog  Otakar  für  seine  Ehe  mit  der  Her- 
zogin   Margaretha    die  päpsUicbe  Dispens    nachsuchte,    befahl  Innocens  IV.  am 

4.  Juli  1253  seinem  Pönitentiar  Velascus,  dieselbe  erst  dann  zu  ertheilen, 
wenn  der  König  von  Böhmen  und  dessen  Sohn,  der  Herzog  von  Österreich,  eid- 
lich gelobt  haben  wfirden ,  den  römischen  König  Wilhelm  zu  unterstutzen.  (Raj- 
nald  1253,  n.  30;  Palacky   Ital.  Reise  no.  225  und  Lorenz  I.  c.  Separatabdruck 

5.  23  ff.)  Hier  haben  .wir  nun  einen  Brief,  in  welchem  der  Papst,  was  er  frü- 
her durch  seinen  Pönitentiar   verlangt   hatte,  selbst  fordert:  ut  divine  lai^gitatis 

munera   circa   te   sine  penitentia  perseverent,   das  heisst,  auf  den  Papst  selbst 


137 

prosequenda  pro  divmi  timoris  fervore  subiit,  una  eum  ipso  studeas 
ottini  qua  poteris  diligencia  promoyere,  ita  quod  premium  retribucionis 
eterne  tibi  exinde  proventurum  uberius  mercaris  et  apostolice  sedis 
gratiam  tibi  ex  eo  cumules  et  favorem.  Nos  enim  negocium  eeclesie 
et  imperii,  quod  idem  divino  suggerente  eonsilio  est  aggressus, 
ineommutabiliter  statuimus  usque  ad  felieem  exitum  promovere,  ut 
sub  potenti  manu  celeriter  humilietis  qui  paci  resistunt  publice  a)^  ad 
eultum  Dei  ebristiana  devocio  rerocetur. 


17. 

Papa  regt  Sleille. 

1199  (Janaar?) 

Innocenz  JIL  antwortet  dem  jungen  Könige  von  Sicilien  auf  die  Anzeige  vom 

Tode  seiner  Mutter. 

Hoill.-Br^h.  1.  c.  Boehmer  Reg.  Inn.  18. 

Quod  aj  prima  primi  laetis  pocula  tibi  Dominus  absinthio 
miseuit,  quod  rix  bene  balbucientem  infenciam  quasi  continua  reddidit 
lamentacione  disertam  ßj ,  puerieie  non  solum  recentem  bj,  sed 
repetitum  amaritudinis  calicem  propinavit:  tibi,  tanquam  sedis  aposto- 
lice filio  speciali  cj,  condolemus  et  tecum  pariter  in  te  propmate  tue 
amaritudinis  violenciam  experimur.  Recepimus  enim  yj  literas  tue 
serenitatis»  doloris  tui  et  gemitus  expressivas,  in  quibus  et  patris 
decessum  et  matris  obitum  etas  tenerrima  deploravit  ^ »  utpote  qui 
prius  utrumque  lugere  didicit  quam  plene  elementis  alterum  nominare. 
Nondum  enim  regalis  infancia  super  morte  patris  consolacionem 
acceperat  cj,  et  ecce  dolorem  antiquum  superreniens  doloris  noritas 

aj  et  at  zu  erg&nzen.  —  b)  renitentem  Cod.  —  cj  am  Rande« 


bezogen,  damit  es  ihn  nicht  gereue,  ihm  die  Ehedispens  und  damit  zugleich  die 
Anerkennung  als  Herzog  von  Österreich  gewährt  zu  haben.  Otakar  that,  was 
Innocenz  IV.  Terlangte  und  gelobte  zu  Krems  am  17.  September  1253  eidlich: 
quod  nos  assistemus  per  nos  et  nostros ,  cum  terris  castris  et  civitatibus  nostris 
et  cum  toto  posse  nostro  Romanae  ecciesiae  et  summo  pontifici  ...  et  Wilhelmo 
lllustri,  quamdiu  in  gratia  et  dcTotione  eiusdem  Romanae  ecciesiae  perstiterit, 
et  iurabimus  eum  fideiiter  et  sincere  etc.  Raynald  1.  c.  Palacky  I.  c.  n.  229; 
Lorenz  1.  c.  S.  33  u.  34  und  dessen  deutsche  Gesch.  im  13.  u.  14.  Jahrhundert  1, 97. 
i)  Dieser  Brief  Friedrich*s  ist  bis  jetzt  nicht  bekannt  worden. 


138 

innovavit,  et  puericie  tue  primitias  eorum  deputavit  exequiis,  quorum 
obsequiis  seeundum  iura  nature  iuvari  debuerat  ae  soUicitius  enutriri. 
Verum  pater  miserieordianim  et  Dominus  totius  consolacionis,  qui 
eonsolatur  nos  in  omni  tribulacione  nostra,  et  tibi  super  boc  eonsola- 
eionem  obtulit  salutarem,  et  in  eo  tibi  salubriter  consuluit»  in  quo 
Visus  fuerat  te  aliquantulum  aspere  visitare.   Sane,  ne  si  parceret 
vii^e»  seeundum  Salomonem,  rideretur  odisse,    aut    si  te  a)  non 
Fol  28  d.  corriperety  infaneiam  tuam  a  sua  dileetione  ostenderet  alienam,  quia, 
iuxta  testimonium  sacre  seripture,  quos  amat  arguit  et  castigat,  ut 
quod  te  in  primis  infaneie  tue  annis  filium  adoptaret  ostenderet,  dum 
etatis  tue  primitias,  quemadmodum  dictum  est,  mirabiliter  yisitaylt. 
Ut  autem  id  evidentibus  indicäs  demoBstraret,  papam  b)^  vicarium 
suum,  ad  cautelam  tuam  niater  ecciesia  deputavit,  patris  defeetum 
patre  digniore,  seeundum  suarum  miseraeionum  multitudinem,  recom- 
pensans,    et    matrem    tibi    meliorem    rcstituens    pro   defuncta  *), 
eam    seilieet    sub    capite    euius    Domini    nostri    leva    et   dextera 
illius    eam»    sicut  in    canticis  <)  legitur,   amplexatur,   ut    ipsa  te 
'sieuti  filium  foveat  et  eum,  a  quo  castis  confovetur  amplexibus,  ad 
tutelatn  et  protectionem  tuam   inducere  videatur.   Nos  igitur,  qui 
propter  ofßcii  debitum  pastoralis  sumus  presertim  pupillis  et  orpbanis 
debitores,  te  tarn  ea  raeione,  quod  inclita  imperatrix  S)  N.  mater  tua 
te  nostre  tutele  commisit  <),  quam  eo  quod  regnum  Sycilie  ad  Patri- 
monium pertinet  Romane  ecclesie,  diligere  volumus  et  fovere,  insuper 
ad  incrementum  et  honorem  regie  celsitudinis,  status  regni  et  fidelium 
tuorum  profectum,  dante  Domino,  efficaciter  intendemus  et  circa  te 

a)  am  Rande.  —  b)  papam  öhergescbripben.  Cod. 


1)  Kaiser  Hetarieb  VI.,  f  1197.  September  23.  Constanze  f  1198,  Nov.  27  (vergl. 
H.-ßreboIles  1,  1.20,21.) 

»)  Cant.  Canticor.  2,  6. 

S)  An  L.  von  Aquila  Grafen  von  Fondi  schreibt  Innocenz  (1199):  Si  quidem 
imperatrix  predicta  legitimum  condidit  testamentum,  quo  nobis  charissimi  in 
Chritto  filii  nostri  Friderici  Sicilie  regia  illustria  tiitelam  et  curam  regni  con- 
cessit  ac  poatmodum  XXVIl  die  mensis  Nov.  viam  est  universe  carnis  ingressa. 
H.-Br^holles  1.  c.  22.  Das  Testament,  das  auch  die  Gesta  Innocentii  III.  cap.  32 
erwähnen,  war  von  der  Kaiserin  zwei  Tage  vor  ihrem  Tode  am  25.  Nov.  so 
Palermo  errichtet.  H-Br.  1.  c.  21,  Anm.  1.  —  Der  Papst  spricht  in  einem  an- 
deren Briefe  (Bai.  I,  323)  die  Erwartung  aus,  dass  man  es  ihm  übersenden 
w  erde.  Über  das  Testament  Kaber  fleinrich*s  VI.  vergl.  Boehmer  Reg.  Inn.  Nr.  2S5. 


139 

paternam  curabimus  soUicitudinem  exhibere.  Monemus  igitur  serenitatem 
tuametinDomino  cohortamur,  qiiatenos»  amnipenitus  merore  deposito, 
effugatis  tristicie  tenebris»  exultes  in  Domino  et  in  eo  consolacionis 
reeipias  medicinam,  qni  pro  temporali  spiritualem  tibipatremprovidit 
et  in  matris  obitu  matrem  ecelesiam  materna  sollicitudine  tue  indoli 
deputayit»  ut  factus  postmodum  vir  et  c)  regni  solio  solidatus  eam 
amplius  venereris»  per  quam  sie  te  cognoveris  exaltatum.  Nuncios 
autem  tnos  serenitati  tue  propensius  commendamus ,  quos  magnifi* 
eencie  tue  ideles  et  in  commissis  sibi  negoeiis  soUieitos  protestamur, 
rogantes  qnatenus  eosdem   intuitu   benigno   respioias  et  bonores. 

ErgSnzungen  aus  Huillard-Breliolles  I,  1.  27.  a)  Innocentius  etc.  Prede« 
rico  etc.  '—  ß)  et  recenii.  —  7)  per  dilectos  filios  magistniin  G.  (B.)  subdia- 
eovram  aostruin  et  L.  iwdiceoi,  nuatiot  tuos,  viros  perif os.  proTidot  et  diecretos. 
—  d)  Constantia.  —  e)  m. 

18. 
Papa  diebse  iistrif  • 

Gregor  IX.  tröstet  die  Herzogin  Tkeodora  von  östeireich  über  den  Tod  ihres 

Gemahls  Leopold  VI  und  verspricht  die  dem  Verstorbenen  bewiesene  Gunst 

auf  sie  und  ihren  Sohn  tu  übertragen. 

Hanthaler  Fast!  Campilillenses  II,  741. 

Quod  potati  doloris  amaritudine  amaricate  ülie  nostre  conso- 
lacionis haustum  proponimus  propinandum ,  sinceritas  efficit  karitatis, 
que  nil  bumanum  a  se  reputat  alienum,  que  sie  omni  dolenti  condolet 
et  compatitur  pacienti,  ut  non  minus  in  alienis,  quam  in  suis 
angustiis  anxietur.  Sane  audito  nuper  obitu  magnifici  ducis  Austrie, 
Yiri  tui  i),nonpotuimusgraviternonturbari,  quieum,  tanquam  Christia- 
nissimum  principem,  in  minorum  officio  constitutum,  speciali  dili- 
gentes  ^ctu,  ipsum  erga  nos  et  Romanam  ecelesiam  non  tam  argu- 
mentis  probabilibus  quam  experimentis  evidentibus  fidelem  probavimus 
ac  devotum.  Quare  tantam  de  ipsius  gerebamus  sinceritate  fiduciam, 
ut  in  negoeiis  pacis  eiusdem  acquiesceremus  consiliis  et  desideriis 
foveremus,  reputantes  sibi  merito  deberi  quitquit  eidem  possemus 
bonoris  et  gracie  inpertiri.    Tibi    quoque  tanquam  filie  speciali  et 


1)  Herzog  Leopold  VI.  ttiirb  am  2S.  Jnli  1230.  8.  MeiUer  Reg.  p.  147. 


140 

a  Domino  benedicte,  paterno  contribulamur  affectu»  scientes,  te  in 
subtractione  tanti  riri,  eam  quo  una  caro  fuisti » acerbis  doloribus 
cruciari.  Verum  ne»  si  doloris  causas  exaggerare  velimus,  Tulnus 
doloris  non  tarn  medicinaliter  pertraetare,  quam  lacerare  crudeliter 
yideamur,  necesse  est,  ut  ad  eum»  qui  vulnerat  et  medetur  et  merentes 
erigit  sospitate,  nos  et  alii  revertamur  huniiliter»  ut  ab  eo»  qui  nos  in 
Fol.  29  a.  omni  tribulacione  miserieorditer  consolatur,  consolationis  beneficium 
mereamur»  maxime  eum  dampnis  huiusmodi  non  oeeurii  raleat  in 
homine  Yel  suecurri.  Qui  enim*  proprio  filio  suo  non  pepereit,  sed 
pro  Omnibus  tradidit  illum »  nunquam  uHum  contra  generalem  legem 
nature  voluit  eximi  morte  carnis;  ut  etiam  nuUi  preiudieet,  gene- 
ralem nature  condicionem  singulis  observaTit.  Ceterum  eum  idem 
dux  eorde  eontritus»  ore  eonfessus»  sumpto  viatico  salutari,  sicut 
confidimus,  felieiter  ad  Christum  migraverit,  diligentibus  eum 
gaudendum  pocius  est»  quam  dolendum,  quia»  si  currens  Stadium 
huius  rite  celestis  glorie  brarium  apprehendit,  quanto  eursum 
eelerius  eonsumarit,  est  tanto  felicior  reputandus.  Sed,  inquies  o) 
forte ,  nee  fortitudo  lapidis  fortitudo  mea ,  nee  earo  mea  enea  est, 
quin  eadem  caro  mea  tam  rigide  incisa  doleat  vehementer,  nee 
conjugalis  affectio  patitur,  ut  in  ea  ipsius  viri  memoria  moriatur, 
cum  Caritas  non  excidat,  carne  etiam  decedente.  Nee  nös  quidem 
castigati,  doloris  molestiam  intendimus  inhibere,  ne  contra  legem 
nature  frustra  contendere  videamur,  que  tamen  sie  est  provide 
temperanda ,  ne  contra  legem  Dei  erigi  videatur.  Nam  que  secundum 
seculum  est  tristicia,  mortem,  que  autem  secundum  Deum  est, 
penitentiam  operatur  stabilem  in  salutem.  Est  enim,  unde  potes 
etiam  temporaliter  consolari ,  quia  de  sepulta  radice  ramus  prodiit  bj 
gloriosus ,  dum  de  patre  natus  est  filius ,  *)  ut  vix  senciatur  amissus, 
cuius  non  extraneus  est  successor.  Ideoque  monemus  et  rogamus, 
quatenus  non  neges  consolari  animam  tuam,  sed  memor  Domini 
delecteris  in  omnibus  operibus  suis  et,  omni  merore  deposito,  te 
et  tuos  salubriter  consoleris,  ut  sis  etiam,  sicut  condecet,  consola- 
cionis  aliis  in  exemplum,  clamores  et  luctus  conrertens  in  oracionum 

a)  dices  corrigtrt  V.  —  bJ  alius:  generosus  corrigirt  V. 


i)  Das  ist  Friedrich  tl.  d«r   Streitbare;  die  anderen  Sohne  Leopofd's,  Leopold  und 
Heinrich,  waren  schon  vor  1230  gestorben. 


141 

süffragia,  et  meroris  lacrimas  commutes  in  opera  pietatis.  Nos  autem, 
qui  patres  orphanorum  et  iudices  viduarum  existere  tenemur,  te  et 
filium  tuum,  quantum  cum  Deo  et  honestate  poterimus,  gratia  prosequi 
proponimus  et  favore,  ut  benivolentia,  quam  ad  defunetum  habuimus, 
transeat  etiam  a)  ad  heredes. 

19. 
Papa  pla&git  epise^pim  ecciam. 

1203.  Jan.  23.  Laterani. 
Sendschreiben  Innocenz'    III. ,   die  Ermordung  des  Bischofs  Konrad  L  von 

Wirzburg  hetrefend 
Reg.  Inn.  Nr.  118. 

Innovatur  quasi  iugiter  ecclesie  sanete  dolor »  nee  ei  eoneeditur 
ad  tempus  modicum  respirare  a  iugibus  suspiriis  et  lamentis.  Laborat 
enim  in  gemitu  suo,  lavat  per  singulas  noctes  leetum  suum  laerimis  b)^ 
sed  nondum  deprecaciones  eius  ad  plenum  Dominus  exaudivit. 
Nondum  enim  exterserat  genas  suas  ecelesia ,  dum  a)  episcopi  adhuc 
reeens  sanguis  de  terra  clamaret,  et  eeee  de  novo  vox  audita  est 
in  Rama  ploratus  et  utulatus  multus,  cum ,  sieut  accepimi^ ,  filii  Belial 
in  Christum  dominum  manus  saerilegas  iniecerunt,  felicis  memorie 
N.  ß)  Herbipolensem  c)  episcopum  ^)  nequiter  oceidentes;  condixe- 
rant  quidem  ad  invicem,  ut  iniuste  virum  iustum  oeeiderent  et 
hereditate  sanetuariumDei  possiderent.  Etquia  dolum  d)  coneeperant 
iniquitatem  protinus  pepererunt.  Ne  quid  autem  eorum  fraudi 
deesset,  sed  oseulo  traderent.  filium  hominis,  sieut  Judas,  vultus 
deposuerunt  Hostiles  et  preeonceptam  diucius  malieiam,  quam  exereere 
non  poterant  inimiei,  simulate  paeis  et  amicicie  vollere  velaverunt. 
Sieque  in  vestimentis  ovium  lupi  rapaces  intrantes  ovile,  surrexerunt 
protinus  in  pastorem  et  sanguinem,  quem  sicierant,  effuderunt.  Et  ut 
sanguis  sanguinem  tangeret  et  abyssus  invocaret  abyssum,  in 
corpus  iam  exanime  sevientes,  amputata,  ut  dicitur,  eius  dextera  et 
capite  detruncato,  coronam  etiam,  quam  in  clericalis  indicium  digni- 
tatis  ad  imitacionem  apostolorum  principis  deferebat,  ab  una  parte  foI-29i». 
capitis  gladiis  amputarunt,  non  attendentes ,  quod  in  caput  eius  et 
manus  unguentum  e)  effusum  fuerat  sanctissime  unctionis.  Aliter 
etiam  conciderunt  corpus  eius  in  f rustra ,  quasi  vellent  quod  macta- 

a)  etiam  nachträglich  übergeschrieben.    —   bj   laerimis    fehlt  V.  — 
c)  Hermip.y.  ~  c^  besser  als  dolorem  Lappenb.  ~  e)  ungentum  V. 


142 

rerant  mandueare,  vel  ponere  morticinium  escas  voIatiUbus  eeli  et 
terre  bestiis  carnes  eius. 

Attendite  igitnr  et  videte  si  est  dolor  similis  sieut  dolor  ecclesie, 
cuius  filios,  immo  sponsos  mactant  sicut  oves  occisioais  iniqui  et 
velud  inpune  inpugnant  sanguinem  prelatorum.  Si  ergo  in  Tiridi  hec 
presumunt»  in  arido  quid  facient?  Si  in  riruni  tanta  nobilitate 
conspieuum,  tanta  preditum  dignitate,  tanta  ornatum  sciencia  et 
eleganeia  prepollentem  scelus  tarn  nequissimum  eommiserunt,  quid 
credentur  de  eetero  in  minores  prelatos  ecclesie  commissuri?  Que 
potencia,  que  iusticia,  que  auctoritas  a  talibus  de  eetero  tuta  erit? 

Porro,  quod  deterius  est  et  ex  eo  amplius  formidandum,  quod 
yidelicet  iam  vicibus  repetitis  ministeriales  iniperiitam  inmane  facinus 
perpetranint»  ad  consequentiam  trahitur  scelus  illud  et  tante  maligni- 
tatis  exemplum  ad  alios  derivatur  d).  Ne  autem  inpunitas  scelerum 
aliquibus  audaeiam  tribuat  delinquendi,  ex  parte  omnipotentis  Dei- 
anatbematizamus  illos,  qui  predictum  ecdesiasticum  occiderunt  e), 

ErgfiozuDgen  mtLappeiiberg  Hamburgisches  Urkundenbuch  1,295—297: 
lonpcentias  ep.  s.  s.  d.  Teno,  fratribb.  Bremensi  archiep.»  suffragaoeis  eius, 
dilectis  fiiiis  suis  abbatibus,  prioribus  et  aliis  ecciesiarum  prelatis  in  Bremensi 
provincia  constitutis  s.  et  a>  b. 

a)  sanctememorie  A.  Leodiensisepiseopi  (AI  brecht  Bisch.  v.Lüttich  1192, 
Nov.  24  ermordet).  —  j3)fürK  :  C— 7)  imperialis  aule  cancellarium.  —  d)  Prios 
eftifii  Otto  de  Barcbisten  predictum  Leodienscro  ep.  in  exilio  posiüim  inter- 
fecit  et  nunc  sequaccs  ipsius  fantum  episeopum  iam  enormiter  trucidarunt. 
Sie  mögen  nicht  blos  den  Gemordeten,  sondern  ihr  eigenes  Geschick  bewei- 
nen. Er,  der  Papst,  werde  selbst  mit  der  Gefahr  seines  Lebens  schonungslos 
g^gen  den  Mörder  verfahren.  Noiite  igitur  —  oporteret.  — <)Das  Anathem  wird 
auch  über  alle  Mitschuldigen  ausgegprochen ,  ihre  Länder  werden  mit  dem 
Interdici  belegt;  die  Verkflndigung  dieses  UrtiMÜf  wird  befohlen,  strengste 
Unlersuehung  angeordnet  et  omnes  illos  —  mandari.  Dat.  Laterani  VIU  Kai« 
Febr.  pontificatus  nostri  anno  quinto. 


US 

20. 

Papa  eoidam  pritcipi  rebellatti  tiU. 

Ein  Papst  fordert  einen  widerspenstigen  und  hartnäckigen  Geistlichen  auf. 
Jemandem  seine  Präbende  herauszugeben. 

Nisi  faciem  tuam  ut  petram  durissimam  posuisses  et  indurasses 
cor  tuum  durius  adamante,  audisses  forsitan  auditum  nostrum  et 
audiens  annuisses,  nosque  mel  de  petra  et  oleum  de  saxo  durissimo 
suxissemus.  i)  Verum  quia  nee  uve  de  spinis  nee  ficus  de  tribulis 
colliguntur  »),  non  potuit  arbor  sterilis  fructus  uberes  parturire.  Nee 
querens  antea  nomen  nostrum,  quam  faciem  tuam  impleverimus 
ignominia,  et  antequam  ad  radicem  infructuose  ficulnee  stercora 
congregamus  a^ ,  silex  etiam  tui  cordis  non  prius  aquam  effundet, 
quam  apostolice  increpacionis  gladio  fueris  bis  percussus,  aceto 
nichilominus  perfundendus ,  si  ultra  faciem  pretenderis  adamantis. 
Obturasti  ecclesie  aures  tuas  utpote  aspis  surda  s^,  ne  vocem  audias 
increpantis,  et  cor  tuum  Pharaone  durius  indurasti,  ne  mandatum 
nostrum  adimpleas,  prius  quam  ad  illud  complendum  manu  valida 
compellaris.  Nos  autem,  ut  a  te  obediencie  fructum,  quem  in  spiritu 
pietatis  non  poteramus  elicere,  utcunque  saltem  extorquere  possemus, 
ante  oculos  tuos  posuimus  temet  ipsum,  delicta  iuyentutis  tue  et 
ignorancias,  in  quibus  etiam  senuisti,  prout  vobis  bj  exposite  fuerant  per 
nostras  literas,  memorantes,  ut  cum  propriam  infirmitatem  agnosceres, 
de  fermento  veteri  superioris  auctoritati  deferres,  nee  contra  stimulum 
temere  calcitrares  ^).  Tu  rero  in  tua  contumacia  perseverans,  mandata 
nostra  audire,  tanquam  aures  haberes  ut  simulacra  gencium,  noiuisti. 

Sed  quia  contempnit  peccator  cum  in  profundum  venerit 
yitiorum,  primum  et  secundum  mandatum  pariter  contempsisti.  Ne 
igitur  reportes  de  inobediencia  tua  fructum ,  mandamus  ,  quatenus  N. 
prebendam  suam,  omni  mora  et  occasione  postpositis,  reddere  non 
contendas  et  facias  ipsum  eandem  pacifice  possidere.  Alioquin  tam 
super  inobediencia,  quam  super  excessibus  tuis,  quos  in  aliis  literis 
sumus  prosecuti ,  infra  N.  terminum  apostölico  te  conspectui  repre-Foi.29e. 

aj  congregarimus  zu  lesen.  —  bj  nobis  Cod. 


1)  Dealeronom.  32,  13.  —  «)  Matthäus  7,  16.  —  «)  Psalt.  !J7,   5.  —  ♦)    Ammianut 
MarceUinus  18,  5. 


U4 

sentes.  Poteris  autem  non  immerito  formidare,  qood  fatuam  videlicet 
et  infructuosam  ficulneam  in  sterilitatis  vindictam  ultrix  securis 
excidat»  si  nunc  fota  stercoribus  fruetum  non  feeerit  exquisitum. 

21. 

Papa  eeelesie  iaglieaie. 

Urban  IV.  setzt  den  Erzbischof  von  Canterbury  zum  päpstlichen  Legaten  in 

England. 

Divine  sapiencie  inserutabilis  altitudo ,  que  sacrosanctam  Roma- 
nam  ecclesiam  in  huius  mundi  latitudine  stabilivit»  ita  regimen  ipsius 
et  gubernaeioneni  mirabili  provisione  disposuit»  ut  ad  eam  salubriter 
gubernandam  plures  in  partem  sollicitudinis  assumerentur»  ipsius  a) 
licet  pro  unitatis  eeelesie  firmamento  obtineat  plenitudinem  potesta- 
tis.  Voluit  enim,  ut»  secundum  quod  eam  alloquitur  in  propheta  *),  pro 
patribusei  filii  nascerentur,  qui  super  omnem  terram  principes 
constituti  essent,  nominis  sui  ubique  memores  et  ewangeliee  veritatis 
incliti  preceptores.  Hinc  est»  quod  Romana  ecclesia,  cui  precipuum 
Deus  contulit  super  omnes  ecclesias  magistratum,  pium  ad  alias 
habens  materna  provisione  respectum »  proride  ab  inicio  et  laudabili 
hactenus^  observancia  custodivit,  ut  ex  diversis  mundi  partibus  ad 
huiusmodi  ministerium  adimplendum»  vires  prudentes  abscideret, 
quorum  doctrina  et  auctoritate  sub  Romani  pontificis  moderamine 
constitutis ,  quod  ipse  per  se  non  poterat ,  procul  distantibus  ecciesiis 
ministraret.  Unde  et  nos»  qui»  licet  insufBcientibus  meritis,  in  sublimi 
sumus  •  eiusdem  eeelesie  bj  specula  constituti ,  patrum  nostrorum 
vestigiis  inherentes»  ita  intendimus  cum  Dei  adiutorio  iniunctum 
nobis  ministerium  circa  proximas  ecclesias  gerere,  ut  quibus  locorum 
posicione  distamus »  oportuna  nostra  providencia  debeat  non  deesse. 
Specialiter  autem  anglicanam  ecciesiam  paterne  consideracionis 
oculis  intuentes»  ad  salutem  ipsius  et  speciales  in  Christo  profectus, 
communi  fratrum  nostrorum  consilio  decernimus  disponendum»  ut 
Canturiensis  archiepiscopus,   de  cuius  meritis»   virtute»   sapiencia 

q)  Pur  ipsius»  das  keinen  Sinn  giebt»  ist  wohl  papa  oder  unut  so  lesen. 
—  b)  eiosd.  ecci.  am  Rande. 


*)  Psalt.  77,6. 


148 

parlier  ei  d^ctritia  e^esia  unir^rsa  üong&ndei»  iknidsiefio  legaetonid 
«ceepio«  viees  no^irais  ad  hobtMrem  eed^eäie  ei  tochis  regni  aldutetri 
«I  paoem  per  siJ^ttiyaEi  siW  protineiaiii  a)  exequbtüri  Ideoque  mati'- 
damus,  quatenus  ei  de  eetöro  tanquam  apeBtoIice  sedis  kgpstt^ 
«lebitam  obedienciam  et  eendignam  rererenciam  inpendatid,  Ita  qood 
^  ipde  in  Tobis  ad  gloriam  Dei  omiiittiaque  yeslruin  comodüm  ^ 
Balttteoi  iniunetum  sibi  possit  Imnisterium  e^etjui  et  tod  eoram  D^ 
-et  eceledia  eius  merita  valeaiis  ^omlEieiidabiles  inteniri* 

Dem  Briefe,  durch  welchen  Urban  iV.  am  ii.  Febr.  1236  den  Minoriten- 
briitier  Hdnrith  äsom  Bischof  vbn  Ohiiemseto  ernennt  (Wadding  Ann.  ord. 
feiinoraiii4»  505^.),  liegt  dieftelbö  Fotnl»6l  eu  Grunde,  daher  habe  ich  aAgenommett, 
das«  unser  Bri^  fleichlalla  von  demselben  Papste  berrAhrt. 

22. 

Papa  reg!  Riisbarda. 

126S.  Feliruar  22.  Perusik 

Chmmi  IV.  teigt  tt^m  rdmisthen  k&nige  Htchard  seine  Thtbnbesfeigung  an  und 
InUet  um  seind  (MmrstüttuHg* 

Wetius  dtllcedbe  afc  setnper  ineflfabili  affluens  pietate  patrls 
et^ni  filius,  domiaüd  Jesus  Chrtsttis,  öirca  ecclesiam  sanctam  kätho- 
fieiatA  ita  6tre  continuat  bönignttatis  affectum,  sie  sue  roborat 
^itotetitioms  auxiHum,  üt  qfüam  sui  cotnitiercio  sangwinis  acquisivit, 
ittce«santer  custödiat  nön  solum  pet  afigelos,  celi  öives,  super  muros  i) 
ipsitis^  qui  net  die  nfec  nöCt6  taceant,  custöditk  bj,  quin  eciam  per 
hotnines,  domos  Ititfeas  inbabitantes  »),  ut  in  huius  exilii  vallatä 
discrimime,  acümulätis  divine  providencie  beneficiis,  superne  milicie  , 

'ftilciatur  presidio  prolisque  pröprie  nfiinisterio  non  fraudetur.  Nam 
post  regressum  magnifiei  redemptoris  ad  ipsitis  gloriam,  a  qua 
yenerat,  tanquam  operis  sui  vicarios,  sicut  disposicio  previderat 
ötilnitim  cöndltöris,  succ^ssiVa  substitucione  pontiÄeum,  öuperne 
virtutis  favente  gracia,  felicis  habuit  perseveraneie  fulcimentum.  Et 
cum  pro  diversitate  temporum  et  locorum  plures  oportuerit  fieriFoi.aga. 
aacerdotes,  aliis  morte  prohibitis  permanere  semper,  pro  pitribus 
Afiti  aant  filii,  qui  paternid  yestifiis  eonstaAter  et  fideliier  inherente^, 

a)  providenciam  V.  —  bj  constitutos  zu  lesen. 


1)  Isajae  62,  6. 
«)  Job  4,  18. 

Foutei.  Abth.  II.  Bd.  XXV.  10 


146 

ipsam  sanetam  eeclesiam  tarn  provide  quam  sahibriter  gubernarunt. 
Equidem  hiis  a)  diebus,  felieis  recordacionis  Urbano  papa,  prede- 
cessore   nostro/[^,   viam  universe   carnis   ingresso,   et,   sicut  de 
largissima  Dei  pietate  confidimus,  post  labores  ad  preminm  eyocato, 
tanti  patris  defuncti  corpore,  prout  moris  est  et  iuris,  cum  honore  et 
reverencia  ecciesiastice  tradito   sepulture:    episcopi,  presbiteri  et 
dyaconi  cardinales ,  habito  super  futuri  pontificis  electione  traetato, 
in  nos  tandem',  licet  immeritos  a)  7^,  suos  oculos  iniecerunt,  nos  in 
Romane    ecciesie   pontificem    eligentes.     Cumque  8)   insufficiencie 
nostre  multiplicis  non  ignari,  tam  inportabilis  oneris  sarcinam  ferre 
tamque    eminentis    honoris    h)   fastigium    timeremus,    ultimo   ad 
concordem    predietorum   nostrorum  c)   fratrum   instanciam,   tanto 
supposuimus  oneri  humeros  inbecilles ,  sollicitudinem  nostram  proi- 
cientes  in  cum  et  in  illo  figentesef^anchoram  spei  nostre,  qui  dat  lasso 
fortitudinem  et  debilibus  robur  multiplicat,  infirma  mundi  nonnunquam 
eligens  et  ad  sui  nominis  gloriam  forcia  preconfundat. 

Rogamus  itaque  serenitatem  tuam  et  per  Dei  misericordiam 
obsecramus,  quatenus,  pensato  prudenter,  quod  tibi  et  laudis  humane 
preconium  et  superne  felicitatis  premium  acquiritur,  si  a  te  circa 
nos,  divina  disposicione  universalis  ecciesie  regimini  presidentes, 
plene  affectionis  Studium  exponatur,  si  cor  nostrum  filialis  deyocionis 
exhibicione  letifices  et  potencie  tue  subsidio  in  hiis,  que  sunt  ad 
robur  ecciesiastice  libertatis,  iniuncti  nobis  alleries  oneris  potestatem 
seu  eciam  grayitatem ,  ut  exinde  apud  eternum  regem  et  temporalis 
prosperitatis  augmentum  et  perennis  coronam  e)  glorie  merearis, 
nosque  in  te  gaudentes  benedictionis  filium  et  salutis  repperisse 
ministrum,  qui  secundum  Deum  tibi  ad  honorem  redundare  senserimus, 
patcrnis  aflfectibus  prosequamur  t). 

a)  immeritoV.  —  6^  oneris  V.  —  c)  nostrorum  am  Rande.  —  d)  fingentes 
V.  —  ej  coronam  am  Rande. 

Vergleiehung  mit  Raynald  ad  a.  1265,  no.  4.  —  «)  Mit  hiis  diebb.  be- 
ginnt Rayn.  —  ß)  VI  Non.  Oetobr.  —  «y)  de  legatione,  quam  tusceperamus  in 
Angliam,  redeuntes  et  per  aliqua  terrarum  spatia  ab  apostolica  sede  remotos. 
d)  demum  Perusiam  venistemus  et.  e)  Dat.  Perusii  VIII  Kai.  Martii  anno  I®. 

Vergl.  noch  Cod.  Wilh.  A.  39.  Pertz  Archiv  7,  895.  Clemens  episeopui 
regi  Ritachardo. 


147 


23. 
Pape  seribtt  Cystereietsis  «rd«. 

Der  Cistercienserarden  bittet  den  Papet,  um  vor  Bedrückung  und  Unrecht 

besehüizi  tu  sein,  dass  in  zweifelhaften  Fällen,  wenn  einem  Cisterciemermönch 

oder  Kloster  etwas  abverlangt  wird,  die  endgiUige  Entscheidung  durch  den 

Abt  und  einen  hinzugezogenen  Mönch  herbeigeführt  werden  solle. 

Crescit  diei  malicia  sua  et  pericula  temporis  invalt-scunt ,  ita  ut 
quos  predixit  apostolus  dies  videamus  instare  noyissimos,  in  quibus, 
habundante  iniquitate,  multorum  karitas  refrigeseit.  Speeialiter  autem 
adrersus  sanetitatis  vestre  filios,  Cysterciensem  yidelicet  ordinem 
profitentes,  seculi  huius  mare  inundans  aj  et  tumeseens  et  obieetu 
sese  Testre  protectionis  illudens,  tota  in  nos  tempestate  consurgit 
rugiens  quodammodo  et  contra  yectes  et  hostia,  que  posuistis, 
inmurmiurat,  dedignans  scilicet  dictum  sibi:  bucusque  venies  et 
amplius  non  procedes  i).  Ecce  quidem  filii  mundi  huius,  quos 
prudenciores  filiis  lucis  veritas  ipsa  pronunciat  <),  invident  nobis  hoc 
ipsum  quod  yiyimus ,  dum  eorum  peryersitas  nos  habere  non  patitur 
quo  vivamus.  Yidentes  siquidem  quod  operibus  manuum  nostrarum 
benedicit  Dominus,  in  viaticum  peregrinacionis  nostre  tota  malignitate 
deseyiunt ,  machinantes ,  ut  modis  omnibus  pauperum  substanciolam 
Tel  eoncutere  per  ealumpniam  vel  excutere  yaleant  per  rapi- 
nam:  instatirant  lites,  exaggerant  questiones  et,  si  aliter  tollere 
nostra  non  preyalent»  in  illius  fraudis  commenta  transsiliunt, 
ut  interdum  suam  suorumye  peccuniam  calumpniosa  penitus  etpoKso». 
conficta  mutui  yel  depositi  exactione  reposcere  minime  yereantur. 
Deinde,  lite  sub  iudice  contestata,  testimonium  contra  nos  yenale 
quidem  sed  non  yeniale  producitur  et  eneruatur  bj  undique  iuris 
sinceritas  inproborum  testium  periuriis  labefacta.  Quod  utique 
si  dissimulatis  et  sustinetis»  in  posterum  non  nobis  sancte  pater,  non 
nobis  sed  sacris  et  epulis  omnibus  laboramus.  Reliquum  est,  ut  ad 
eTillicandas  facultatulas  nostras  non  in  yacuum  currant  quicunque 

aJ  invidens  im  Text,  tm  Rande:  alius  inundans  V.  —  bj  enu*at  V. 


1)  Job.  38,  11. 
*)  LucM  16,  8. 

10^ 


148 

nomen  Dei  sui  in  ranum  recipere  non  formidant.  —  Succurrite 
igitur  sanctissime  pater,  ac  recenti  adhuc  morbo  recens  remedium 
adhibete,  ne  panes  filiorum  canes  comedant  et  stipendia  pauperum 
luxus  sibi  et  ebrietäs  commesaaEchiin  tudeat  vendicare,  alioquin, 
ut  quid  mortificamur  tota  die  <) ,  et  quid  fratres  nostri  in  laboribus 
plurimis»  in  ardorlbus  et  doloribus  babundancius  in  frigore  super 
modum  anxie  rite  stipem  modieam  ex  intimis  defixe  telluri«  viscerilMM 
yidentur  misere  extorqueret  Sanetitatis  igitur  restre  pedibus  proyol- 
vimur  supplicando,  quatenus  prisce  consuetudinis  tenor  nobis  yestro 
priyilegio  restauretur,  ut  si  quis  forte  a  nobis  Tel  ab  aliquo  mona- 
steriorum  nostrorum  rem  indebitam  a^  dubiamve  poposcerit,  abbas 
loci  rei  yeritatem  in  proprie  eonseieneie  periculum  requisitus, 
monachus  autem  et  conyersus,  sub  yirtute  obediencie  interrogatus, 
alleget  €*  sie  in  yerbo  yeritatls  aneipitis  cause  decisio  perseveret. 
Quod  si  yestra  dignabitur  sanctitas»  nostra  nobis  iura  sine  aliorum 
iniuria  seryabuntur.  Si  autem  yia  ista  yestre  beatitudini  non 
placuerit,  aliud  qualecunque  dignemini  remedium  inyenire,  quod  cum 
remoyerit  a  prayorum  cupiditate  periurium»  cessare  a  nobis  faciat 
solucionis  indebite  detrimentum. 


24. 

fapa  saper  cat^miiaeiMW  N.  sateti. 

1253.  März  25.  Perusii. 

hmocmz  IV,  kanonisiri  den  auf  der  Reise  zu  einpnKetzergerichte  noch  MmJUmi 
am  29,  April  iZSZ  erschlagenen  Bruder  Petrus,  Prior  der  Dominicaner  in 

Verona. 

Böhmer  Reg.  Ii98-1254.  Ina.  IV.  no.  77. 

Magnis  et  crebris  insignita  h)  prodigiis  Christiane  fidei  rectitodo, 
iam  nova  noyi  sancti  decorata  martirio,  signorum  recencium  fulgore 
coruscat  et  multis  bactenus  roborata  portentis,  nunc  singularimn 
miraculorum  insigniis  confirmatur.   Ecce    de    instanti    et  modemo 

aj  in  übergeschrieben  V.  —  h)  ins.  von  anderer  Hand  am  Rande. 


ij  Psalm.  43,  22. 


149 

Mei  pogfle  nora  gandia  prodeunt,  »gna  triumpikaKa  innotes<mnt, 
vox  fusi  sanguinis  intonat  et  inclita  martirii  tuba  elangit ,  terra  ntm 
»ilet,  sudat  aspersi<«ie  cnioris,  resonat  regia  nobili  predita  bellatore. 
Ipse  namcpie  gtadius  parrieida  pradamat:  „bec  sunt  certe  saere  fidei 
ceHa  o^  indieia,  bec  ipsiu9  ydonea  testimonia,  bec  eius  dignissima 
munimenta*.  Propter  boe  letati  sunt  celi ,  et  terra  in  tanti  pereep- 
cione  gaudii  exultavit.  Grandis  adest  roatris  eeclesie  causa  letieie, 
multa  ci  materia  iocunditatis  advenit:  babet  enim,  unde  cantieum  .• 
noYom,  unde  immense  laudis  ympnum  refferat  Deo  suo,  unde  plebs 
katboliea  babet  quod  pkirdat,  tevati»  aHissimo  Donaina  manibus, 
wnoris  iubilet  vocibus  et  letis  animis  ioeundetur,  babet  cbristian» 
ewieio  unde  devetas  conditori  cancinat  canciones.  De  borto  siquidem 
fidei  nuper  super  a)  mensam  regis  eterni  dricis  allatus  est  fruetus, 
de  Tinea  eeclesie  in  regium  calicem  affluens  novlter  novus  liquor 
fofluxit;  quoniam  fecundus  palmes  bostili  naucrone  concisus  babuit 
plös  bumons,  quia  cohesit  pressius  vere  riti.  De  a)  ordine  enim 
Jorido  prodiit  rosa  rubens,  que  regah*bus  oblata  conspeetibus  odoris 
itMH  swaritatem;  de  bumili-  ecdesiastiea  frabriea  electus  est  lapis^ 
qui  ßy  decenter  poBtus  supernis  edibus  est  insertus.  In  celesti  quo- 
qwe  rosari<^  flos  amenus ,  rubra*  calore  mfilans ,  nunc  est  natus  in 
mnnio  et  Candida  sanctorum  eollegio  narum  mundieie  lilnim  estfoi.sob. 
Cfoptum.  IJhde  factum  est  in  celo  gaudium  magnum,  exultanlibus 
Omnibus  sanctis  et  solempnilatem  agentibus  tanti  festi.  Sane  beatusy) 
. .  de  ordine  N.  S)  prudenter  attendens  dolosi  mundi  faHaeias  et  vite 
semitam  eligen»  tuciorem,  ut  a  lubricis  pede  intacto  firmis  posset  in- 
cedere  gress3)us,  hA  diviila  obsequia  totafiter  se  convertit,  in  ewanjge- 
Kce  institucieni»  observancia  ctineta  sua  convertens  aj  studia  et  uni- 
Tersas  dirigens  actione»,  rectum  et  lucidum  caBem  sequens,  salubrem 
ndcBcet  ordinis  »tri  regufam,  per  ä^^  quam  regi  raleret  et  dirigi, 
Äici  et  induct  ad  speratam  requtem  post  laberem.  In  qua  multia 
anms  yd  annorum  e)  spacio,  fultus-  eaterya  vfrtutum,  fide  preambuia^ 
»pe  astante,  cemite  karitate,  sie  prevaluit  et  profeeit  circa  ipsius 
maxime  defensibnem  fldei,.  pro  qua  totus  ardebat,  quod  contra  illius 
diros  bestes,  mente  intrepida,  ferventique  spiritu  continuum  certamen 
exercens,  suum  tandem  agonem  diutinum,  victrice  superante  martirie. 
feliciter  consummavit  Q.   Porro  ne  sacra  suorum  actuum  y?)  exempla 

a)  von  anderer  Hand  am  Rande.  —  bj  pro  V. 


150 

pretereant,    aliqua  de   vita  ipsius   ad  instructionem  et  profectom 
audieneium  referamus. 

Ipse  namque  yeritatis  filius  etbonitatis  alumpnus»  conversacione 
conspicuus »  spectabilis  fama  et  opinione  mirabilis»  miro  prefiüsisse 
mtore  mundicie»  virginitatem  integram  custodisse  nee  mentis  habuisse 
uec  corporis  corruptelam  et  nullios  mortalis  crimiois  sensisse  con- 
tagium,  quod  non  vera  penitencia  defieverit  a)^  confessorum  suorum 
assereione  firmissima  demonstrator.  Et  quia  servus  delicate  nutritas 
protenrit  in  dominum»  carnem  suam  assidua  cibi  et  potus  restringere 
studuit  parcitate.  Ne  vero  per  ocii  desidiam  hostilibus  pateret  iasidiis, 
in  iustificacionibus  Domini  exercebatur  cottidie»  ut,  eo  circa  licita 
totaliter  occupato,  locum  in  ipso  illicita  non  baberent  ä).   Devocione 
insuper  gratus»  humilitate  letus»  paciencia  placidus,  pietate  com- 
paciens ,  caritate  prestabilis  et  in  omni  morum  maturitate  conpositos, 
alios  prefulsis  h)  aromatum  virtutibus   adtrabebat»  fervens  quoque 
amator  fidei,  cultor  precipuus,  propugnator  ardencior»  sie  in  animo 
suo  illam  inpresserat»  sie  se  totum  in  iUius  mancipayit  obsequiuOi 
quod  quecunque  ipsius  verba  et  opera  virtutem   fidei   redolebani 
Cuius  dulcedine  lingua  eius  yelud  redundans  flurius  copiose  distillaBS 
semper  illius  documenta  swaria  propinabat   Pro  bac  inquam  mortem 
subire  cupiens»  boc  principallter  a  Domino  e)  attentis  et  crebris 
supplicacionibus  postulasse  probatur,  ut  non  sineret  eum  ex  bac  luee 
migrare,  nisi  prius  sumpto  pro  illo  calice    passionis  i).   0  igitnr 
insigne  martirium»  quod  titulus  tarn  gloriosus  illustrat !  Pro  defensione 
namque ^dei  katbolice  sanctus  iste  acerrimam  tulit  mortem»  bic  in 
ecclesia  sancta  sidus  radians  et  lumen  fidei  gracia  predicacionis 
emicuit.   Hie  iam  in  celo  quasi  luminjure  conspicuum  et  splendore 
glorie  et  multorum  coruscacione  signorum  effulget,  quod  Dominus 
eius  clarescere  voluit  c)  sanctitatem»  et  meritorum  suorum  virtutem 
supprimere  noiuit  in  occulto,  sed  inter  lucencia  sanctorum  candelabra 
manifestius  exaltare»  ut  omnibus,  qui  in   domo  ecclesie  babitant, 
proferat  darum  lumen.   Nam  nee  in  yita  sie  latere  potuit»  quin  in 
mundo  miraculorum  claresceret  claritate  x).   Multis  enim  miraculis 
FoLsoc.  gloriosis  magnificavit  Dominus  sanetum  suum»    colendum  exhibuit 
universis. 


a)  quod  bis  defieverit  fehlt  bei  Ripoll.  —  h)  profusis  Ripoll.  —  c)  *m 
Rande. 


151 

Letetor  itaque  totus  fidelium  cetus  et  laudurn  Domino  earmina 
concinat  alta  Toce,  quod  a  suis  tanquam  Christi  coheredibus  maosiones 
celice  possidentor:  exultet  mater  ecclesia»  quod  palmes  suus»  quem 
in  agro  fidel  plantayit  et  coluit»  in  Celeste  rosarium  est  translatus: 
gaudeat  et  insignis  N.  X)  orAo,  quod  ex  ipso  prosiliit  Stella  micans» 
cuius  fulgentes  radii  in  lumine  hie  peregrinancium  diffundantur  |ui). 

Ceterum  quia  eonvenit,  ut  quem  Dominus  in  celo  magnifieat» 
mundus  eolat:  nos  de  sanetitate  vite  et  veritate  miraculorum  huius- 
modi  martiris  inquiri  feeimus  diligenter,  et  quia  post  examinacionem 
studiosam  et  diseussionem  solempnem  plura  eciam  et  maiora  com- 
perimus  quam  insinuata  fuissent,  cum  de  eommuni  iratrum 
nostrorum  v)  consilio  et  assensu,  confisi  de  omnipotentis  yirtute, 
auetoritate  quoque  beati  Petri  et  Pauli  apostolorum  eius ,  ac  nostra» 
sanetorum  kathalogo  duximus  exnune  dignissime  ascribendum.  Ideoque 
uniyersalis  sanete  matris  ecclesie  prelatis  auetoritate  apostoliea 
damus  firmiter  in  mandatis  volentes »  quatenus  die  tali  N.  C)  festum 
predicti  sancti  devote  ac  solempniter  celebretis  et  faciatis  a  vestris 
subditis  Teneracione  congrua  celebrari,  ut  pia  eius  intercessione, 
hie  a  noxiis  protegi  et  in  futuro  sempitema  gaudia  consequi 
Taleatis  o). 

Erg^niungen  aus  Ripoll  Bull.  Praedieatonim  I,  228.  Innocentiui  ep.  s. 
8.  D.  ven.  fratrib.  universis  archiepiscopis  et  episcopis  ac  dilectis  filiis  abbati- 
bi]8,  prioribus,  archipresbyteris,  decanis,  archidiaconis  et  aliis  ecclesianim 
prelatis  ad  quos  litere  iste  per?enerint  s.  et  a.  b.  —  a)  predicatorum.  — 
ß}  preasura  et  tonsione  politus.  —  *y)  Petras.  —  d)  Fratram  Predicatorum, 
Lombardus  origine.  —  c)  triginta  fere  annorum.  —  ()  Et  sie  ipse  Petrus» 
firmus  in  petra  fidei,  petra  demum  passionis  allisus,  ad  petram  Cbristum 
digne  laureandus  aacendit.  —  ri)  nos  (wohl  besser  tos).  —  5)  et  a  spiritua- 
libus  nequiciis  tutus  esset  Tag  und  Nacht  sei  er  dem  göttlichen  Dienste 
obgelegen :  nocturna  —  elaruisse.  —  i)  Folgt  in  der  Bulle  die  Erzählung,  wie 
er  auf  dem  Wege  ?on  Como,  wo  er  Prior  seines  Ordensklosters  gewesen, 
nach  Mailand,  woselbst  er  im  päpstlichen  Auftrage  eine  Untersuchung  gegen 
Ketter  leiten  sollte,  von  einem  Ketzer  erschlagen  wird :  unde  quia  —  devin- 
cuntur.  —  x)  Es  werden  die  Wunder  erzShIt,  die  er  im  Leben  und  nach  dem 
Tode  gewirkt.  Cuiusdam  —  con?ersa«  Quid  plura?  Hiis  et  quam  multis  etc. 

—  X)  fratrum  predicatorum.  —  fi)  Gegen  die  Ketzer :  erubescant  —  sequantur. 

—  v)  et  prelatorum  omnium    tunc  apud  sedem   apostolicam  existencium. 

—  C)  tercio  Kai.  Maii.  —  o)  In  der  Bulle  ist  noch  der  Ablass  bestimmt,  der 
denjenigen,  welche  das  Grab  des  Heiligen  besuchen,  gewährt  wird:  et  ut  — 
reltfimmus.  Datum  Perusii  YIII  K»L  Aprilis  pontificatus  nostri  anno  decimo. 


U3 

HipoU  mi  lt.  Hi  da»  DtoUVUi.  Kai  Apr.»  wogfir^  RtrMaf  12K3, 
i|Q.  10*  l^Kal  ApHUnat;  dat  erster«,  dew  Ori^Uuil  entoamiivMii  is^  fory^mieiKi^ 
und  Boehmer  1.  c.  danach  zu  verbessern. 

25. 
iN^  Ffbelpi  Mietfatfi. 

Eik  Papst  fwd&pi  einen  weltHehen  Fürsten  auf,  die  Geistlichen,  insbesondere 

die  Cisterciemsery  %u  denen  er  in  äemsMen  V^häümsse  siehe,  m»dis  fssehäf-^ 

ti§  ßrbeüfindß  Mßviba  zh  der  in  stiHe  Bi€traehk$ng  v^rmmkenm  Mmaj,  im 

jeder  Weisie  zu  beschütten  und  m  fördern». 

In  domo  Domini  Martha  soUie^e  ministrando  Inrbatnr,  et  Maria 
seereoius  conteipplando  quieseit,  et  quamTis  laborant^s  BdinlsteFlimi 
oeio  quieseentis  expediat  ad  munimen,  potissimum  tamon  sedentb,  si 
sit  inooncussa,  tranquillitas  ad  dokedinis  inparmixte  eonsoreiom 
profloit  lnboranti  *).  —  Te  quidem  pro  interna  eedesie  pace  forend» 
labor  intrinseoe  sollieitudinis  inmiietat  ut  Martham,  ut  inter  mnltiplicia 
turbaeionis  incumbentis  ineomoda ,  sine  qutbus  ecctesiasÜee  admini-^ 
straeionis  ad  presens  eura  non  agftur,  te  oporteat  fnterdum  expetere 
euin  tedii  querimonia  spiritna)e  snffiragium  aoquie$eent]bus  enm  Maria, 
et,  inter  tot  aetionum  amaritudines»  aliquid  gustare  cum  Ulis  de  optma 
porcione.  Quapropter,  ut  apud  religiosos  vires,  colentes  paeifice 
paci3  auctorem,  sabbatum  quietis  kventre  Tfleat  \Aot  tuus,  debes 
tranquilHtatem  illorum  defendere  non  vexare,  ut  qui  pro  te  circa 
frequens  mysterium  oceupati,  bostiis  et  precibus  debent  impterare 
ayxilium  diviniun,  id  cuqi  gaudio  iCiaciant,  npn  gementes.  Pro  tua  igitur 
tU)i  salut^  eap$u)ipi\is,  pro  tva  bone^tat^  te  propensius  CQmoiQi^Bjkus, 
quatenus  Dei  filios,  fratres  Cystes^if  nses,  qui,  aMeetis  secuU  sareintsv 
expediti  secuntur  ad  ritam  per  ardua  roluntarle  paupertati»  vestigfa 
Salvatorem,  aliquibus  molestiis  non  infestes,  ^t  si  qua  eis,  quod  non 
credimus,  irrogasti,  gravaminibus  revpoatis,  siuj^s.  eos  in  pace  deiu- 
eeps  siae  vexacione  qualihet  Domino  f$an^ai*i„  ut»  t^,  mi  i|^4 
pröteetionis  tue  pretendente  umbraculi»»,  sab  qua  tranqaiUe  dispoaiti 
pacis  humiles  professores  hoe,  ipsis  orantibus ,  tibi  crescat  ad  meri- 
torum  cumulum  apud  Deum  et  apud  homines  ad  gtoriosi  nominis 
iftQrementum. 


0  Vergleiche  di»  ErKShliing  Ev.  seculidiim  Lttcam  1^,  96—49;  die  dfeneiiie,  wtht^ 
Uade  M«rÜui,  Br.  Job.  12,  3  tqo»  . 


1S9 

Apestolfee  sedh  legatvs  eommlssionen  fiictt  preilieaatAis  erieem 

'  sanctan. 

<  1281.  Ffljrvwr  oder  Mftr». 

h^flßiftragte  Brud^  Wilhelm  von  Cykjm^  vom  OrdUu  d^  Fredigermfyiche^ 
fordert  Jemanden  auf^  die  Geistlichkeit  und  das  Volk  in  Deutschland  zu  einem 
Kreuztuge  gegen  Konrad  IV,  und  dessen  Anhänger  anzufeuern  und  verspricht 
den  Strekem  gleicken  Lohn,    wie  den  zum  Schutze   des  heiligen  Landes 

AusBiiebemdth. 

Si  exordia  nascentis  ecclesie  ad  memoriam  revacentur,  evideu-Foi.sod. 
cius  apparebit,  qu.od,  sicut  in  cred^tibus  una  olim  erat  fides  mencium^ 
sie  in  eisdem  erat  una  pietas  actionum,  utpote  quorum  eor  unum  et 
anima  una.  in  Domino  existebat.  Ob  quam  unitatem  applaudens 
eccresie,  sponsus  eiu3  ^una  est  columba  mea"  decantabat  in  cantico 
cantieorum  *)•  Hanc  igitur  unitatem,  per  tunicam  Domini  inconsutilem 
designatajn,  matri  ecclesie  synagoga  prefigurabat.  Que  licet  synagoga 
videlicet  in  aliis  exhibuerit  se  novercam,  in  hoc.  tameu  ecclesie  sancte 
reverenter  detulit  et  pepercit,  quod,  partitis  sibi  alüs  Domini  vesti- 
mentis,  tunicam  illam  inconsutilem  servare  voluit  indivisam,  venerans 
in  illa  ecclesie  mysticam  unitatem,  quam  illa  inconsutilitas  desi- 
gnabat  »),  ponendam  quoque  in  superbiam  seculorum  et  mamillis 
regum  nutriendam  pariter  et  lactandam «).  Nunc  auteai„  quod  refferre 
absque  dolore  gravi  etgemitu  non  valemus,  Cbunradus  impius,  impii 
Pr.  quondam  imperatoris  filius,  paterne  impietatis  et  sceleris  imitator, 
nee  non  fautores  sui,  velud  squame  sibi  vehementer  ad  invicem 
coh.erentes  a)  senilem  etatem  ecclesie,  venerande  scilicet  cqnctorum 
fidelium  genitricis,  impie  contempnente?  ac  sevientes  in  eam  severius. 
^uam  Judei,  unitatem  ipsius,  sancto  spiritu  congregatam,  hostili 
incursione  turbari  minime  reformidant,  quin  imp  collo  currentes 
erecto  bj  adversus  eam  et  adversus  Christum  eins,  tuaicam  ipsiua 
inconsutilem,  videlicet  caritatem,  tanquam  viri  scismatici,  scindere  ac 

aj  corchntes  V.  ~  bj  am  Rande  alius:  extento.  * 


*)  Gant.  6,  6. 
»)  Joan.  19,  244 
»)  Uaj.'eO,  15.  16* 


154 

diyidere  moliuntur  diversis  scismatibus  et  scissuris.  Materna  siquidem 
viscera  ungue  vipperio  lacerantes,  ab  ipsius  integritate  reeedunt, 
tanquam  inveterati  in  sua  nequicia,  quemadmodam  filii  alieni  a 
semitis  veritatis  et  iustieie  claudieantes »  et  insuper,  ad  malorum 
suorum  cumulum  eumulandum»  excellentissimo  domino  Ulrieo  0^ 
Romanorum  regi,  in  regem  legittime  electo  *)  et  a  sanetissimo  domino 
nostropapa,  ad  quem  eiusdem  electionis  pertinet  eonfir- 
macio,  apitd  Aquis  in  regem  solempniter  coronato  ac  saere 
unctionis  erismate  delibuto  >),  contra  Deum  et  iustieiam  se  opponunt,  in 
errorem  suum  quos  possunt  attrahere  attrahunt,  filios  Dei  dispergentes 
et  ab  unitate  ecelesie  dividentes,  cum  e  conrerso  pro  aggregandis 
iBliis  Dei  dispersis  ab  eeclesiastica  unitate  bj  Salvator  noster  mortem 
sustinuerit  preciosam,  ewangelista  Johanne  testimonium  perhibente  >)» 
qui  dicit,  eum  pro  eo  mortuum,  ut  in  unum  dispersos  Dei  filios  con- 
gregaret.  Propter  que  summus  pontifex,  pater  patrum,  Petri  successor 
et  in  terris  yiearius  Jesu  Christi  ac  sancte  matris  ecelesie  precipuus 
paranimphus,  prefatum  C.  ac  fautores  ipsius»  scismaticos  antedietos» 
excommunicacionis  mucrone  feriens,  ab  unitate  ipsius  ecelesie,  quam 
scindere  nitebantur,  abscidit  et  ab  eius  consorcio,  tanquam  menbra 
putrida  separavit,  et  cum  Dathan  et  Abyron,  quos  absorbuit  terra 
vivos  *),  nisi  resipuerint,  participient  c^  portionem ,  et  loca  eoram 
ecclesiastico  supposuit  interdicto.  Sed,  ut  manifeste  appareret 
obstinacio  eorundem,  nee  timor  Dei  nee  severitas  ecclesiastice 
discipline  prefatos  scismaticos  revocat  ab  hoc  malo ,  sed  de  die  in 
diem,  rupto  pacis  vinculo,  manus  suas  aggrayant  adversus  ecclesiasti- 
cam  unitatem,  dum,  cernentibus  nobis,  eis  pauperes  sunt  in  predam, 
perit  dcYocio,  periclitatur  fides,  multiplicantur  scismata,  sanctitas 
Foi.3it.  conculcatur,  reverencia  sanctis  subtrahitur  et  cultus  dirini  nominis 
impeditur,  loca  sancta  consueto  frustrantur  honore,  quorum  diripiun- 
tur  possessiones  et  persone  divinis  obsequiis  deputate  per  violenciam 
a)  So  hat  y.  färWilhelmo.  —  bj  offenbar  ad  ecclesiasticam  uaitatem 
zu  lesen.  —  cj  sie ! 


0  1247  October  3  bei  Neuss. 

S)  Nicht  von  Ipaocens  IV.  wurde  Wilhelm  gekrönt,  der  war  damals  in  L70D,  wobt 
aber  auf  Veranlassungr  und  im  Beisein  von  dessen  Legaten  Pelrus  Capnccius,  der 
auch  seine  Wahl  bewirkt  hatte,  durch  den  Erzfai|chof  von  Köln,  Konrad  von 
Hocbstaden  am  1.  Novemb^  124S* 

»)  Joan.  11,  52. 

4)  Num.  16,  32. 


15« 

maligaancium  disperguntur,  fidelium  corpora,  spiritus  sancti  templa, 
subiacent  discriminibus  vane  mortis  et  animarum  instant  pericula 
infinita  et  insuper  claves  ecelesie  contempnuntur  et  nomen  Domini 
iam  non  tantum  inter  gentes  quam  in  hiis,  qui  se  Christianos 
licet  falsos  asserunt»  blasphematur.  —  Quis  ergo  Christianitatis 
gaudens  tytulo  et  raeione  utens  in  Domino,  bec  in  corde  suo  eonferens, 
amaros  non  multiplicet  gemitus  et  alta  non  trahens  suspiria  ab 
intimis  yisceribus  pietatis  se  contra  prefatos  viros  pestiferos  insigni 
crucis  karactere  non  accingat!  0  res  mirabilis,  imo  cecitas  detestanda! 
Insurgunt  scismata  scindencia  tunicam  Domini,  ecclesiasticam  scilicet 
unitatem  —  et  contra  tales  scismaticos  tacebitur  verbum  crucis? 
Absit  boc  a  crucis  possessoribus  et  amatoribus  crucifixi.  Quocirca 
discrecionem  tuam  monendam  duximus  et  bortandam,  mandantes 
et  per  immaculati  agni  Dei  a),  qui  tolUt  peccata  mundi,  sanguinem 
innocentem  et  mortem  preciosam  obnixius  deprecantes,  ac  in 
remissionem  peccaminum  iniungentes,  quatenus  per  te  et  alios  yiros 
ydoneos  contra  prefatos  ecclesiastice  unitatis,  ut  supra  diximus, 
inimicos  instancius  predicans,  clerum  et  populum  regni  Alemanie 
crebris  exbortacionibus  et  mouitis  salutaribus  et  assiduis  predica- 
cionibus  ad  boc  inducere  satagas,  ut  assumpto  crucis  signaculo  in 
animo  et  in  veste  h)  contra  predictum  Cb.  et  fautores  suos  sepius 
memoratos  se  accingant  patenter  pariter  et  potenter,  non  deferentes 
talibus  et  in  talibus  contra  Deum.  Nos  autem  auctoritate  qua 
fungimur  et  de  speciali  mandato  dirini  e)  pontificis,  cuius  ricem 
plene  gerimus,  omnibus  crucem  fideliter  predicantibus  et  sumentibus, 
seque  personaliter  opponentibus  predicto  Cb.  et  predictis  scismaticis, 
illis  eciam,  qui  iuxta  facultatem  propriam  et  qualitatem,  qui  etsi  non 
corporaliter,  tamen  in  expensis  propriis  bellatores  ydoneos  duxerint 
destinandos,  et  eciam  illis ,  qui  in  personis  propriis  licet  in  alienis 
expensis,  assumpto  crucis  signaculo,  personaliter  subierint  buno 
laborem,  iuxta  qualitatem  presidii  et  dilectionis  affectum,  illam  proprie 
indulgenciam  elargimur,  que  conceditur  biis,  qui  transeunt  ultra  mare 
in  subsidium  terre  sancte. 

a)  Dei  am  Rande  Y.  —  h)  feste  auf  Rasur  V.  —  c)  alius:  surnmi  am 
Rande  V. 


im 

Die  m  dorn  BmCe  au^9«kHcbi  anfef^hr^n  Nmuco  «n4  Tfa«Uftdlea 
Q^eb^a  «ft  iinzweifelbAfit»  dass  er  oaclx  dem  Tod«  FrWdnch*«  li  »ur  Imi 
Konrad's  IV.  (1250,  Debr.  17  —  1254,  Mai  20)  geschrieben  sein  raoas.  —  Nu» 
berichtet  Raynald  1251  n.  11.  yon  Innocenz  lY.:  Demum  ad  conflandas  yires, 
ppopulsandos  Conrad  impetus  religioso  viro  de  Eyka  ordinis  Praedicatomm 
parica  knpttuil»  «t  piropotiÜs  mdul^feneianmi  praemii#  ad  Maendüm  erueei» 
populcis  ex«itaret,.miiBuaquei  eruee  milite«  inaigniendi  allia  deman- 
dar  et.  Die  Instruction,  die  er  zu  diesem  Zwecke  voa  lonoceas  lY.  am 
7.  Februar  1251  erhSlt,  ist  der  Art,  dass  unser  Brief  als  die  Ausführung 
derselben  angesehen  werden  kann,  es  finden  sich  darin  zum  Theil  dieselben 
Vtwie  w?e  hier.  Der  Papst  sagt,  er  solle  veranlassen:  praedfcacionem 
crocii  contra  Oonradam,  natnn  quoadam  F.  iiaperaiori»,  aoas^e-  fantorea^ 
imrsAeiitor^a  ecdesia^,  p«r  totnm  iregiHiwi  AkmanMto,^  er  uharti*«^«  Uno 
aucioritate  apostolica  pleoariam  potestatem  largiendJl  cruc^signatis  ob  causam 
huiusmodi  et  concedendi  privilegia  et  indulgencias,  quaecfuce- 
signatis  fn  terrae  sanctae  subsidium  transfretantibus  conce- 
dunturete.  Raynald  1.  e.  ~  itipoN  Bulhirium  ord.  praedicatorum  1, 188  datirt 
den  p4>sil)cbtn  Bnef  abweietMod  V  Kai.  t)eeea4>r.  poatif.  8  C1250>  wid  nettst 
daA  0rd«a4bfudeüe  aickt  de  Kyka  wia  bayaald,  ad^r  de  Elka  wie  Baavio^ 
sondern  „de  Cyba  seu  Zika  ab  oppido  Hungariae**.  leb  wei««  sion«!  nicbta 
von  ihm,  ajs  dass  er  Capellan  des  Königs  Wilhelm  von  Holland  war.  —  Sehr 
bemerkenswerth  ist  übrigens  in  unserer  Formel  der  willkürlich  gewählte 
Name  Ulricus  för  Wilhehrnus. 


27. 

Papa  Hnirersis  piiacljiihKs. 

i%iß.  Ende  M&rz.  Lugdynk 

Intwcent  IV,  fbrdert,  unter  Einweisung  namentlich  anf  die  Angriffe  Kaiser 

Frwdirieh*8>3l,  gegen  die  weltliehe  Macht  der  Kirche,  die  Könige^  die  geiedichen 

und  wei^ichm  Fürsten  auf,  die  Waffen  ge§en  den  Kaimr  zu  ergreif em. 

Agni  sponsa  nobüis,  formata  mirifice  de  latere  dormientis,  dotata 
in  patribus  incomparabilibus  margaritis  ac  vivifico  eins  sanguine  in 
flKis  dedicata,  terre  principibus  constitutis  iure  viget  et  imperat  ubique 
terrarum,  saneta  mater  eeelesia  generaKs,  cum  nobilis  m  portis  vir 
eins  i)  —  racione  a)  plasmaeionis  et  redempcionis  misterio  —  per 
mundi  elimata  vigeat  «lesus  Christus ,  a  quo  onuii^  et  in  quo  omnia 
potentialiter  predieantur.    Per  ipsum  siquidem  reges  regnant,  ^b  ipsQ 

a)  racione  am  Rande  Y. 


*)  Proverb.  31,  W. 


i57 

«»imis  ^otestas  progredihir  et  in  ipso  Titimus ,  moT^anur  ^t  dunitiä, 
coitts  potestas  oiunia  continet  a  mari  usque  ad  mare  tt  a  Aumine 
usque  ad  terminos  orbis  terre,  cuias  ^piencia  tertarum  stabilitas  et 
«elornm  sramitas  Ordinate  coasistit,  de  cuitis  thesauris  venti 
ineffabiliier  a)  prodaeantur  et  ad  cidus  nutom  fimt  et  fecta  ^unt 
universa.  Filii  autem  eius  super  omnem  terram  obtinent  principattnö, 
a  patre  grade  virtutisque  auetore  illis  potestate  colkta>  ut  ereHant 
et  destruant»  edificeat  atque  pianteat  i).  Rermn  qaoque  possessioiie 
fiOA  t^Hiis  et  innumeris  honoribus  exaitata  fratrum  et  amicoram  eius^Foi.si  b. 
um  spottsi  feeiunt  voluntatem,  ülustris  caterva  letetur,  dam  nimis  pre 
eeteris  bonorati  dilectionem  eius  omnibus  anteponunt.  Talis  igitur  et 
tanti  spe&si,  de  euius  exceUeneia  tarn  glerio^a  niorrantur,  dyadematfe 
insigBita,  fiüeriun  glaria  deeorata,  fraternali  mehilomiaus  ae  dileotorom 
obseque&eium  munimifie  (iircumfttlta;  sagitte  volantis  per  diem,  seit 
deaionü  meridiani  perambulantis  in  tenebris  noa  terrebitur  ab 
ineursu,  nee  timebit  a  timore  noetiimo,  ipsam  offendere  satagente  »). 
Imrno  tanto  magis  insana  prestunptoris  temeritas  iudicatur,  quaato 
contra  vniy^sorum  dominam  ealeem  superbiendo  elevat  et  montem, 
unde  venit  cunetis  auxilium,  tangere  non  formidat,  cum  non  dt 
sapi^acia  nee  fortitudo  aliqua  contra  Deum.  Sane  quo  spiritu  ducator 
ad  offensionem  matris  ecelesie  sacrosancte  et  quanta  temeritate 
feratur  perdicionid  filius,  antychristi  simiiis  et  precursor,  qni  per 
ingratitudinis  yicium  a  matris  gremio,  quam  sprevit,  inproyide 
autritus  ab  ea  et  ultra  rires  sui  meriti  insuperabiliter  pre  ceteriB 
exaltatus,  non  inmerit<>  diyisus  existit»  per  titeras  suas  robis,  o  reges 
et  prindpes,  destinatad  post  deposicionis  sentenciam,  quam  in  ipsum 
tulimus  ob  innumera  et  nefanda  ip^ius  flagick»  que  nedum  in 
gubernatore  imperii,  yeram  eciam  toUerari  non  possent  in  aliqao 
Christian!  nominis  professore,  dum,  matemis  monitis  noa  admissis, 
incorrigibilis  prorsus  existere  non  erubescit,  Pharaonis  duridam 
imitatusd^. Per  ista«^ suam exponens iusticiam  et  auctoritatem, nostram 
omni  carere  penitus  raciooe»  taaquam  noa  intersit  eoclesie,  cui  lioet 
immeriti  presidemus»  ntfote  de  temporalibus  spiritualiter  iudieare; 

a)  in  am  Rande.  -^  b)  H*Br^h.  imitatna»  quilib«t  poteat  aalie  mentb 
advertere.  —  cj  ipsas  siquidem  suam  exponendo  etc.  H-Breh. 


1)  Jerem.  1,  10. 
»)  Psalm.  90,  5  —  7. 


158 

Yos   contra   eandem   sanctam   matrem   ecciesiam  provocavit»   rasa 
sincera  satagens  ingrassare  a).  Quantum  igitur  offendatur  excellencia 
J^su  Christi  in  a)  iniuriis  sponse  sue,  reges  et  principes  et  universi 
Christiane  fidei  zelatores,  ex  quibus  eonsistit  eeclesia  et  in  quibus 
cottidie  feeundator,  evidenter  potestis  perpendere,  cum»  non  metuens 
ponere  os  in  celum»  in  nobis  et  eeclesia  Dei,  quos  multis  detractioni- 
bus   et   oblocucionibus,   factis   et   scriptis   suis,   sicut   est  notum 
Omnibus,  nisus  est  multipliciter  lacessere  b),  ipsum  salutis  auctorem 
tetigerit  inpudenter,  qui  in  beato  Petro  eeterisque  apostolis,  eeclesie 
ministris,  suecessoribus  eorundem,  cui  licet  indigni  auctore  Domino 
presidemus,  se  tangi  tanquam  pupillam  oculi  sui  innuit  manifeste. 
Quantum  eciam  omnes  ledamini,  presertim  ecclesiarum  prelati,  quod 
TOS  depauperare  intendit  et,  quantum  in  eo  est,  disponit  penitus 
anuUare,  adrertite  Christiani,  qui  filii  eeclesie,  fratres  censemini  et 
amici,  etsi  matris  iniuria  relinqui  debeat  inpunita,  sicut  tenemini  et 
debetis,  attendite  diligenter.   Cum  enim  maledicens.patri  vel  matri 
Qiorte  debeat  mori  legittima,  et  res  contra  naturam  sitfilium  insurgere  in 
parentem,  merito  in  degenerem  Fridericum,  scilicet  imperatorero, 
qui  non  est  dignus  nomine  filii  sed  privigni,  ob  reatum  suum  matema 
Fol. 31  e. benedictione  privatum,  non  solum  ad  defensionem,  sed  eciam  ad 
vitanda  ipsius  obprobria,  armatis  debetis  viribus  insurgere ,  et  vos, 
quantum  in  eins  lesione  gravemini,  ostendere  operis  per  effectum ,  si 
hereditatem    Dei    viventis    per    Christum    et    ecciesiam    cupitis 
ädipisci  ß).   Hortamur  itaque  vos  fratres  in  Christo  Jesu,  qui  pro 
salute  omnium  de  sinu  patris  descendens ,  crucis  dignatus  est  subire 
patibulum    et  pro   nostra   redemptione    fundere    suum    sanguinem 
preciosum,  attencius  deprecamur,  quatenus  contra  predictum  Fr., 
Dei  et  hominum  inimicum,  qui  tanquam  leo  rugiens,  devictus  rabie 
incunctanter  querit  quem  destruat,  quique  misereri  non  eligit,   sed 
irasci,  et  multum  in  perdicione  moriencium  delectatur,  in  devocione 
constantes  ac  fortes  in  fide  persistentes,  mentes  manusque  tollite, 
nee  non  in  cum,  cuius  manus  sunt  contra  omnes ,  ad  defensionem 
eeclesie   pro   redempcione   omnium   redemptoris    unanimiter   arma 
sumentes,  fidem  vestram  operibus  iusticie  roboretis,  ut,  devocionis 
vestre  et  fidei  fervore  attento,  tranquillitatem  tribuat  Dominus  sponse 
sue   et  post  presentis   vite   curricula    in    eterna   tabernacula   vos 
admittat. 

aj  in  am  Rande.  -  b)  lacessiri  V. 


1S9 

ErffSnzung^en  aus  Huillard-Breholles  VI  398—399.  Innocencios  ete.  — 
a)  Er  habe  den  Forsten  fifesagt,  der  Papst  werde  auch  ihrer  nicht  schonen; 
die  Kirche  mfisse  arm  sein  wie  in  ihren  ersten  Zeiten  und  er  habe  sie  arm 
gemacht:  et  studiose  —  exercere. — ß)  Die  Kirche,  die  sich  der  unterdrückten 
Christen  annehme,  leide  viel  von  dem  Tyrannen:  sed  Christianorum  —  propul- 
satis. 

Die  Wilheringer  H-S.  No.  60  hat  diesen  Brief  mit  der  richtigen  Rand- 
bemerkung: responsiva  epistolae  Friderici:  lilos  felices.  S.  unten  Fol.  73, 
no.  21.  Perli  Arch.  7,  897. 


28. 

Pap«  areUepif  e^pls  et  eplse^pls. 

Ende  1244. 

hmocenz  IV.  fordert  die  geistlichen  Fürsten  auf,  dem  durch  die  Charesmier 
hart  bedrängten  heiligen  Lande  Hufe  tu  bereiten. 

Terra  sancta,  Christi  respersa  sanguine,  post  grayia  sue  crebre 
desolacionis  excidia,  post  ipsius  continua  ex  frequenti  suorum  strage 
lamenta»  nunc  durius  sentit  manus  inimice  flagellum,  nunc  luget 
amarius  et  interni  dolens  acumen  alterata  voce  lamentacionis 
exponit.  Et  nos  acribus  eins  conpuncti  lacrimis  et  yalidis  clamoribus 
excitati,  una  cum  ipsa  sue  et  nostre  persecucionis  conterimur  malleo 
suosque  ac  nostros  miserabiles  casus  secum  pariter  deploramus.  0 
quam  dolendum  a  fidelibus  omnibus,  quod  locus ,  Christi  sanetificatus 
presencia,  blasphemancium  ipsum  residencia  prophanatur!  Quam 
gemendum,  quod  terra,  in  qua  genus  humanum  de  retuste  captiyitatis 
iugo  liberatum  exstitit,  in  ignominiosam  redigitur  serritutem!  0 
quam  inproperiosum  Christianorum  obprobrium  et  obprobriosum  in- 
properium,  quod  ubi  Dei  filius  temporali  morte  crucis  de  perpetue 
cruciatu  mortis  ipsos  eripuit,  ibi  acerbitate  blasphemiarum  et 
impietatis  decore  a)  cruciatur!  0  quam  inestimabile  dampnum,  quod 
predeeessores  nostri,  quorum  attenta  et  studiosa  soUicitudo  eidem 
terre  non  h)  defuit,  inaniter  quodammodo  circa  defensionem 
eius  vigilasse  videntur,  quod  populus  Christianus,  cuius  terra 
eadem  sudore  multociens  manarit  c)  eiusque  sanguine  rubuit 
sepe  sparso,  racuos  pertulisse  labores  sumptusque  inutiles  propter 

a)  dedecore  zu  lesen.  —  b)  non  am  Rande  —  c)  am  Rande  steht  alius 
maduU  V. 


160 

hoc  eemitur  sobiisse.  Ecce  siquidem  Ctiaresminoirüin  gens  per- 
ifida»  de  sue  regionis  finibus  repente  prosiliens,  et  in  tumore  grandis 
exercitus  terras  aate  faciem  suam  depopulans  universas,  ciTitatem 
«anetam  Jeruflalem  dire  obsidioiiis  aftgustia  oocuparit^  in  ehristteobi, 
habitatores  ipsius,  conyertentes  se  ad  fuge  presidium,  sie  horribiiter 
vires  sue  feritatis  effündens,  ut  omnes  pariter  ore  gladii  deglueiens» 
aspersione  eruoris  eorum  eamporum  planiciem  irroraret  et  —  quod 
intima  amarioris  nostri  cordis  tristieie  telo  ferit  omnemque  fidelem 
offense  debent  inmanitate  eonpungere  —  ad  sanetum  yenerandumque 
sepulehrum  Salyatoris  furoris  esteftsa  ira  et  in  ipsum  manu  inieeta 
saerilega,  illud  proch  dolor!  asseritur  yiolasse,  ut  animi  sui  rabiem  eo 
ardeneius  ad  Christi  contumellam  inflammaffet.  Ha,  quem  fidelem  tarn 
dura  sanete  terre  oppressio  non^alQigit!  ha,  quem  ehristicolam  tot 
Pol.  8id.et  tam  atroees  iniurie  Jesu  Christi  non  poterunt  commoyere!  Relin- 
quetume  gentis  ilHus  impietas  itipunls  fet  permltteiretltf  a)  mucrone 
libero  desevire?  Nonne  contra  ipsam  deyocionis  zelo  mens  Christiani 
«uiusUbet  acoendetur»  munietur  constancie  clypeo  et  4extera  arma- 
bitur  gladio  uicionis?  Expedit  igitur  gentis  eiusdem  p^ncia  potenter 
et  taliter  inpugnari«  »e  ai  i^arum  exterminiüm  SJ  regi<MiiiilL 
processum  habere  raleat  e^peditum*  UniVersitlitem  itaque  ye^tram 
monemus,  rogamus  et  hoftamitr  attente»  p^  apostoUca  scaripta 
fraternitati  yestre  mandantes^  quatenus  -^  coftstdemio  protide, 
quod  cum  fidelium  suorum  regnum  yos  ^refecerit  DomiiMis  delesdere« 
ao  augere  fidem  katholicitm»  ut  corrobMretur  ac  propagetur  in 
eordibus  hominum  —  prelati  ceteris,  ex  officio  propeasius 
tenemini  pastorali»  grayiusque  yestra  super  hoc  ab  eo  t)  neglt^ 
gencia  non  immerito  punietur»  nisi  in  succursun»  terre  sanete 
contra  metnorate  gentis  perfidiam  ferventi  animo  exsurgentes»  sicqoe 
ei  efficaciter  ia  tante  necessitatis  articulo  subyenire  curetis«  quatcaus 
yestro  aliorumque  subsidio  de  poUutis  infidelium  manibus  eript  valeat 
et»  fayente  Domino»  totaliter  restitui  pdpulo  christiano  et  tarn  per  vois 
quam  per  alios»  quos  ad  hoc  esse  cognoyeritis  ydoneos,  proponeates 
iuxta  datam  vobis  a  Deo  prudeneiam  per  yestras  ciyitates  et  dyoceses 
Christi  fidelibus  yerbum  crucis ,  ipsosque,  ut  ad  suceurrendum  eidem 
contra  prefatam  gentem  assampto  crucis  signaoulo  celerikr  et  viriliter 
se  aecingant»  attentis  et  sedulis  exhortaoionibus  inducatis.  Nos  eoiin 

a)  permittetur  zu  l«'8eD.  ~  bj  extermiDum  V  —   c^  ab  eo  am  RaHde  Y«  — 


t61 

de  omnipotealis  Dei  miserieordia  et  beatorum  Petri  et  Pauli  aposto- 
lorum  eius  ao  ea,  quam  nobis  concessit»  auetoritate  eonfisi,  emnibus 
pemtentibus  et  contritis,  qui  personaliter  in  eiusdem  terre  sueeursum 
acces3eriiit,  vel  in  expensis  propriis  ydoneos  miserint  bellatores,  aut 
iuxta  facultates  proprias  subsidium  congruum  destinaverint,  plenam 
suorum  coacedimus  veniam  peccatorum. 

Die  YerwiSstung  Jerusalems  durch  die  Charismier  geschah  im  August 
1^44.  Wilken,  Kreuzzöge  VI,  4.;  VII,  20.  Vergl.  auch  Raynald  ad  a.  1245 
aid  den  Brief  Friedrich's  IL  irom  27.  Febr.  1245,  Mathaeus  Paris  ad  a.  1244 
und  1245.  Boehmer,  Reg.  Frid.  1079.  —  Unser  Brief  ddrfle  Ende  1244  oder 
Anfang  1245  geschrieben  sein  und  ist  wohl  derselbe»  von  dem  Albertus 
Stadensis  M.  G.  SS.  16,  369  berichtet:  Papa  per  totam  terram  Teutoniae 
logttbrem  litteram  principibus  ecclesiasticis  destinarit,  eonquerens  flebiliter, 
quod  a  gente  quadam  Sarraeena»  quam  Ohoresminoram  populnm  appellarit, 
sepulehrum  Domini  esset  enormiter  yiolatum,  ita  ut  plarimi,  immo  fera 
omnes«  hanc  litteram  audientes,  intellexerint  venerabile  monumentnm  Domim 
ab  eisdem  infidelibus  destructum  funditus  et  eversum,  et  locum  sanctum  in 
planieiem  iam  redactum.  Et  fideles  in  eadem  littera  sollicitari  praecepit, 
ut  se^rocis  imsignirent  earactere.  —  Rayoald  1245,  jio.  96  bemerkt  hierzu: 
At  non  IQ  Germaniam  modo,  verum  in  alias  quoque  Christiani  orhw  reg^ones 
traDsmissae  eae  litterae;  tum  decretae  plures  legaciones,  virique  pii  ad  promo- 
vendam  sacram  expedicionem  destinati,  inter  quos  Otho,  Tusculanus  episcopus, 
mox  a  perfecta  synodo  Lugdunensi  in  Francorum  regis  aulam  transmissus, 
ut  refert  Nangius  etc. 

29. 
Papa  arehiepiscopo. 

1240.  August  9.  apud  Cryptam  ferratam. 

Gregor  IX,  fordert  den  Erzbüchof  von  Sens  auf,  zur  Berathung  wichtiger 
Angelegenheiten  am  nächsten  Osterfeste,  31.  März  i 24  i,  persönlich  vor  ihm 

zu  erscheinen, 

Huill.-BrAolIes  V,  1020.  Boehmer,  Reg.  Greg.  IX,  no.  156. 

Eterni  provideneia  conditoris  sanctam  et  immaeulatam  eccle- 
siam  a  sue  fundacionis  exordio  eo  voiuit  ordine  gubernari,  ut  uni 
pastori,  potestatis  plenitudinem  obtinenti,  ceteri,  partem  soUieitudinis 
assumentes,  tanquam  menbra  capiti,  communicatis  alterutrum  emer- 
gentibus  casibus,  unione  indissolubili  cohereant,  per  quam  — 
eis  sensibus  a)  mutuis    solidatis    —    capud    famulantibus    menbris 

a)  consensibus  H-Br. 
Fontes.  Abth.  II.  Bd.  XXV.  11 


162 

vigorem  assumeret  et  menbrorum  condicio  de  sui  principii  robore 
firmaretur.  Quia  igitur  grandes  apostolice  sedis  eyentus  et  casus 
te  ignorare  non  conyenit,  tanquam  neeessarium  matris  ecclesie 
munimentum,  propter  que»  necessitate  urgente,  tuam  et  aliorum 
habemus  preseneiam  plurimum  oportunam,  fraternitatem  tuamrogamus 
et  bortamur  attente  mandantes  a) ,  quatenus  ad  preseneiam  nostram 
personaliter  venias,  omni  oceasione  postposita,  N.  termino  oc),  ut 
babeat  sancta  mater  eeelesia  in  filio  speratum  ex  tua  yisitacione 
solacium  et  gratum  proridi  consilii  fulcimentum,  proriso  ut  in 
personarum  et  ereetionum  moderato  numero  venire  procures,  ne 
forsan  ex  eo  tue  ridearis  ecclesie  nimis  existere  onerosus  P). 

Ergänzungen  aus  Huill.-Br^h.  Y.  1020.  Gregorius  episcopo  Senoneui 
etc.  —  a)  usque  ad  proximum  festum  resurrectionif  dominice.  —  ß)  Auch 
•eine  Suffraganen  folle  er  yeranlassen,  Abgeordnete  zu  schicken:  Preterea  — 
postponant  Dat  apud  Cryptam  Ferratam  Y.  idus  August!  annb  XIV.  — 
Encyclisches  Schreiben.  Bei  Raynald  1240,  no.  53  mit  dem  un$ern  wdrtlieh 
übereinstimmend,  an  den  Erzb.  t.  Sens,  mit  dem  Zusatz,  dieselbe  Einbdong  an 
die  Capitel,  Äbte  und  Pr^aten  seiner  Diöcese  zu  richten.  —  An  den  König  ?on 
Böhmen,  die  Bischöfe  Ton  Olmütz  und  Prag,  Palacky  Reise  no.  150.  — 
Ahnliche  Schreiben  Böhmer,  Reg.  Greg.  IX.,  no.  1S6— 158. 


30. 

Pap«  prineipi  N.  siper  refemaeUne  paeis  eeeleslastlee. 

1245.  Januar  3.  Lugduni. 

Innocenz  IV  fordert  einen  Erzbischof  auf,  bei  dem  auf  den  Tag  Johannei  det 
Täufers  festgesetzten  allgemeinen  Concil  zu  erscheinen, 

Dei  virtus  et  Dei  sapiencia  Jesus  Christus,  cuius  ineffabili 
subjeeta  sunt  omnia  maiestati,  a  fundacionis  sue  primordio  in  con- 
splendore  yirtutum  suam  illustravit  eeclesiam  et  sie  insignem  reddidit 
singularis  priyilegio  potestatis,  ut  per  eins  ministerium  suum  iusticie 
consequatur  effeetum  et,  sedato  gwerrarum  discrimine,  mundo 
Poi.8jft.proveniat  tranquillitas  oportuna.  Ideo  nos,  qui  eius  vice,  licet 
inmeriti,  fungimur  in  terris,  summo  opere  debemus  satagere,  ut 
inter  discordes  pacis  yinculum,    quod  dissensionis  auctor  impedire 

a)  mandantes  am  Rande. 


163 

mtiliir,  reformetur.  Huius  enim  preminenciam  dignitatis  dum  reve- 
renter  attendimus,  qui  regimini  generalis  ecclesie,  licet  inmeriti, 
diyina  tarnen  proTidencia  presidemus,  reddimur  corde  soUieiti,  quo- 
modo  possit  ex  nostre  provisionis  auxilio  tranquillitati  eiusdem 
ecclesie,  eelesti  pietate  propicia,  provideri,  presertim  quod  unigenitus 
Dei  yiyi,  ut  reeonciliaret  servum  domino ,  descendit  ad  ima  et  de 
mundo  transiturus  ad  patrem ,  pacis  hereditatem  suis  in  testamento 
delegavit:  „pacem**,  inquiens,  ^meam  do  vobis,  pacem!  *)**  hoc  in 
ultimo  quodammodo  proponens,  ut  verbum  pacis  ardencius  in  audien- 
cium  cordibus  figeretur.  —  Hinc  est  quod,  ut  ipsa  beata  mater 
ecciesia  per  fidelium  suorum  salubre  consilium  et  auxilium  fructuosum 
Status  debiti  possit  habere  decorem  a),  nee  non  pro  negocio ,  quod 
inter  eandem  sanctam  matrem  ecclesiam  ex  part«  una,  et  principem 
N.  «)  ex  parte  altera  per  modum  litis  sortitur,  dirimendo:  reges 
terre,  prelatos  ecclesiarum  et  alios  mundi  rectores  duximus  conyo- 
candos,  et  ob  hoc  tue  eciam  fraternitati  per  apostoliea  scripta 
mandantes,  quatenus  omni  prorsus  occasione  relegata,  N.  termino 
atque  die  ß)  nostro  te  conspectui  representes,  quatenus  nos,  qui 
ex  of&cii  nostri  debito  hiis,  qui  prope  et  hiis  qui  longe  sunt,  pacis 
et  concordie  consilia  tenemur  propensius  cogitare ,  tua  et  aliorum 
prudencia  aj  mediante,  predictum  negocium  eo  comodius  yaleamus 
ad  statum  pacis  et  concordie  retorquere  7). 

Ergänzungen  aus  Rayn.  1245,  no.  1.  —  a)  et  deplorando  terre  sancte 
discrimini  et  afflicto  Romano  imperio  propere  valeat  subyeniri  ae  inveniri 
remedium  contra  Tartaros  et  alios  conteroptores  fidei  ae  perseeutores  populi 
christiani.  —  P)  usque  ad  proximum  festum  S.  Joannis  Baptiste  —  «y)  Dat. 
Lugduni  III  Nonas  Januarii  pontif.  secundo.  —  Ein  ähnliches  päpstliches 
Schreiben  „abbatibus  et  prioribus  per  Angljam  constitutis**  Dat.  Lugduni 
m  Kai.  Febr.  pontif.  anno  secundo :  Dei  vlrtus  —  onerosi  bei  Math.  Paris  ed 
London  1640,  p.  656. 

aJ  am  Rande :  alius  presencta. 


i)  Ev.  Job.  c.  14.  27. 

*)  Kaiser  Friedrich  ist  gemeiot. 


11 


164 

31. 

Papa  lomatt^rim  regi. 

1198.  Mm  S^  ap«d  aaiefti»  Petnun. 

tnnocem  IH,  übersendet  dem  Könige  Riehard  Löwenkerz  mer  goldene  Singe 

mü  Je  einem  Smaragd,  Saphir,  Oranai  und  Topas  und  erklärt  die  mgetisehe 

Bedeutung  dieses  Geschenkes, 

Boebmer,  Reg.  Inn.  ID.,  no.  6. 

Inter  terrenas  opes»  quas  mortalis  oculus  coficupiscit,  quasi 
rariora  desiderat  aurum  obrizum  et  lapides  preciosos.  Licet  autem 
hiis  diyieiis  excellencia  regalis  babundet,  in  sigaum  dileetiouia  et 
preragatire  quodammodo  aj  singularis  quatuor  anulos  aureoa  cum 
totidem  lapidibus  preciosis  tue  magnitudioi  desttuamua,  iu  quibus 
profecto  te  Yolumus  mystice  intelligere  formam,  materiam»  numerum 
et  eolores.  Rotuoditas  igitur  anulorum  eorundem  eteroitatem  sigoi- 
fieat«  que  earet  prineipio  atque  fiue;  ex  forma  autem  anullorum  que 
eorruptibilis  est  et  potest  ex  contrarüs  qualitatibus  iumutari ,  regalis 
debet  advertere  prudencia.  quod  ei  de  terrenia  ad  eelestia  et  trans- 
ieadum  sit  de  temporalibus  ad  eteroa«  Quaternarius  autem  numerus 
est  quadripartitam  constanciam  mentis  iusiuuaus,  que  uec  debet 
deprimi  in  adversis  nee  in  prosperis  eleyari.  Quod  regalis  providencia 
tune  efficaciter  adimplebit,  cum  quatuor  yirtutibus  cardinalibus  fuerit 
ordinata,  id  est  iusticia,  fortitudine»  prudencia  et  temperancia :  primo 
intelligens  iusticiam,  quam  exerceas  in  iudiciis ,  fortitudinem,  quam 
co^bibeas  in  adversis ,  prudenciam  quam  observea  bj  in  dubüa, 
ten^raneiam  quam  in  prosperis  non  dimittas.  Per  materiam  autem 
anullofum,  que  est  aurum  optimum,  sapienciam  aeeipe,  quia  sieut 
aurum  omnibus  metallis,  sie  sapiencia  omnibus  bonis  antecellit, 
nicbilque  regem  oportet  magis  quam  sapienciam  possidere,  quod 
Salemon  innuit»  qui  solam  sapienciam  a  Deo  p^tulavit ,  ut  populum 
sibi  commissum  eo  salubrius  gubernaret  i).  Deinde  regalis  intelligencia 
mysticum  gemmarum  colorem  intellecto  mystico  comprebendat: 
smaragdi  itaque  viriditas  fidem  insinuat,  saphiri  serenitas  spem 
significat»  granati  rubicunditas  caritatem  representat,  topazii  claritas 

aj  quomodo  V.  —  bJ  obs.  auf  Rasur. 


1)  Regum  in,  3,9. 


16S 

^eraeioneM  reetam  «namciat  et  di^hirat,  4e  qua  IHmtnud :  liüN^^at 
taeeraa  restra  ütram  faomimbuü.ut  vkleaftt  0p%t^  ?eslm  bonei  i).  Habe«  ^«i-  '*  ^* 
ergo  in  saaragdö  qiod  credas^in  »aphyt^  quod^^<6i*es>  mgmne^^ 
qnod  diligas,  in  tvpazio  quod  exereenis,  q^atenas  asi^^ndem  dd 
TirtHteia  YirtuteilutaiidemDeamDeoruiii  inSyo^eteme'fldef^sifi^ireai'i». 

Baluze  I,  111.  Haynald  ad  a.  Ild8,  n.  S2.  mit  der  Überschrift  lÜustri 
reg!  Angliae  und  dem  Daltim  Romae  ap.  S.  Petmm  IT.  Cal.  Juaii.  —  Maften^ 
et  Durand  €oll.  II,  1171  briogea  denselbea  Brief  Mierhaft  gedtucbt  nÄ%  dter 
Ühersdbrtft:  Friderieos  regi  etc. 

88. 
Pap «  BaaaAanm  ?e|^  de  aise^^iendt  ifauUmato. 

1254. 

hnocenz  IV,  fordert  den  zum  römischen  König  erwählten  Grafen  Wilhelm  von 
Holland  mtfj  zum  Empfang  der  Kaiserkrone  nach  Mom  vu  kommen. 

Postquam  diyina  potencia  ecciesiam  suam  pacificso*!  disponens» 
mamfesta  tibi  bouitati«  sue  8igna  pretendit»  de  via  per  quam  pro8p^*6 
procedofi  et  re^ea»  obstancia  aj  offensiouum  doaudala  remoyendo»  tta 
fMd,  adrersariis  tui6a)iainde  medio  dublatis»  nullus  ommho  superstes 
esse  Tideatur,  qui,  Deo  tibi  propicio,  tuis  valeat  progressibus  obviare, 
oportet  de  cetero  in  te  profiei  nostro  ministerio  opus  Dei  et 
desiderium  impleri  eeclesie,  matris  tue,  toto  cupientis  affectu  electum 
videre  dilectionis  sue  filium  imperatorie  maiestatis  culmine  consuma- 
tum.  Sane  cum  rege«»  qui  fuerunt  pro  tempore  in  Romanos  prineipes 
sublimandi,  consweverint  apud  sedem  b)  apostolicam  cj  cum  multa 
sepe  supplicacionis  instancia  Tocacionem  suam  ad  coronam  imperii 
per  solempjies  nuncios  postulare  priusquam  per  Romanum  pontificem 
inritarentur  ad  illa ,  in  boc  tibi  eiusdem  sedis  spiritualis  benivolencia 
et  ferrens  de  promocione  tua  ipsius  desiderium  elucescit,  quod 
ipsa  te  ad  prineipalis  honoris  excellenciam  efflcaciter  assequendam 
antequam  rogaretur,  invitat  et  cum  tedio  more  prolixioris  dinoscitur 
expectare.  Hortamur  igitur  dilectionem  regiam  paternis  monitis 
tibi  consulentes,  quatenus  ß)  a  ceteris  diflßcultatibus  te  explicans 
et  exonerans  ad  veniendum  y^ad  Ytaliam  apparatu  regio  accingaris 

aj  obstancia  am  Rande.  —  bj  ap.  sedem  am  Rande.  —  cj  apostolica  V. 


1)  Matthaeus  5,  16. 


166 

et  festines  ad  apostolorum  limina  transferre,  recepturus  ibidem  solemp- 
niter  de  manibus  nostris  imperii  dyadema  7).  Precedat  autem 
cireumspectio  gressus  tuos ,  •  quia  aliqui  auctoritate  et  prudencia 
insignes  de  latere  tuo  sunt  in  partes  Ytalie  premittendi,  qui  viam 
ante  faciem  tuam  strenuis  disposicionibus  preparantes ,  in  reeipiendis 
fidelitatibus  et  in  aliis  quibuseunque  interim  yices  tui  nominis  exe- 
quantur.  Ceterum  cum  manus  Domini  te  potenter  exaltet,  decetet 
competit,  ut  per  devote  humilitatis  obsequium  hane  yicissitudinem 
tuo  exhibeas  creatori,  quod  videlicet  habundanter  affluas  manswe- 
tudinis  regie  clemencia  circa  omnes.  Cures  ergo  quocunque  queso 
studio,  quos  poteris  ad  tuam  benivolenciam  et  graciam  revocare, 
parcendo  p^riter  et  misericorditer  miserendo,  ita  quod  te  malum  in 
bono  yincente,  teque  inmeritis  munificeneie  a)  eciam  tue  pollieente 
clemenciam,  ad  te  tui  cogantur  venire  adversarii  tracti  funiculo 
regie  bonitatis, 

Mieris  Charterboek  der  GraFen  van  HolIaDd  I>  291.^  und  Beka  bei  Boeh- 
mer,  Fontes  11,  446  mit  der  Überschrift  Innoeentius  ep,  s.  a.  Dei,  Excelleo- 
tissimo  filio  WÜhelmo  Rom.  regi  s.  et  a.  b.  mit  vielfachen,  wesentlichea 
Kursnngen,  jedoch:  —  «)  für  adversarii«  tuis:  Conrado,  filio  qoondam 
Frederici,  olim  imperatoris  und  ß)  dilecti  filii  nostri  Petri,  S.  Georgii  ad 
yelum  aureum  diaconi  cardinalifli  et  apostolice  sedis  legati  communicato  eonsilio 
»  peteris  ditfcultatibus  etc,  —  7)  hier  schliesst  der  Brief  bei  Beka  1.  c. 


33. 

Papa  pr«  sibsldi«  terre  saaete. 

1234.  September  4.  Spoleti. 

Gregor  IX,  fordert  die  Christgläubtgen  zur  Theilnahme  an  dem  bevorstehenden 

Kreuzzuge  auf, 

Sacrosancta  «)  Romana  eeclesia  accrescencium  in  salutem  et 
filiorum  dextere  pia  mater,  cuius  magna,  tanquam  Rachel  de  sue 
prolis  interempcione,  contricio,  vocem  lamentacionis  et  luctus  emisit 
hactenus  et  emittit,  quam  audiri  cupimus  in  excelso,  ut  per  diem  et 
noctem  fidelium  oculi  lacrimas  deducentes  non  taceant  et  donee 
misereatur  Dominus  non  quiescant.  Lamentatur  autem  non  inmerito 

a)  munificeneie  auf  Rasur. 


167 

beata  mater  ecciesia  quia  domus  celestis  panis  a),  mons  Syon,  unde 
Jux  «xiit»  ciyitas  regis  magni,  de  qua  gloriosa  dicta  sit  terra,  quam 
Dei  filius  suo  pro  nobis  sanguine  eonsecravit,  regni  robur  et 
pulchritudo,  periit  fletque  quondam  libera  et  sub  impie  tyrannidis 
iugo  seryit.  Luget  siquidem  quia  ibi  b)  multitudo  celestis  pacem 
cecinit  milicie»  ibi  pressum  gentis  immundissime,  scandala,  simul- foi*  s*  < 
tates  c}  et  scismata  suseitayit,  ac  innovans  excidia  preliorum  misit 
ad  desiderabilia  manum  suam,  sacerdocii  et  sacrorum  ordiniun 
pias  leges  et  ipsius  iura  nature  relegans  a  templo  Domini,  diversis 
ibidem  abhominaeiom'bus  et  spurciciis  introduetis.  Et  ideo  Jerusalem 
in  suis  derisa  sabbatis  obsorduit  quasi  poUuta  menstruis  i)  inter 
hostes  P).  Ad  eiusdem  igitur  suceursum  nuUum  tedeat  peregrinari 
pro  patria,  certare  cum  spe  yictorie  pro  Corona,  mori  pro  Tita,  pro 
iUo  sustinere  ad  tempus  dura  et  tristia,  qui  confusione  contemptibili, 
sputo  eonspersus,  cesus  colaphis,  flagellis  afflictus,  coronatus 
spinis  eoram  Pylato  sisti  tanquam  multorum  reus  criminum  pertulit 
crucifigium,  ad  ultimum  potatus  feile,  lancea  perforatus,  emittens 
cum  clamore  ralido  spiritum,  pro  condicionis  humane  riribus  repa- 
randis»  cursum  presentis  vite  saturatus  iniuriis  consumavit.  Hie 
enim,  ut  repetamus  altius,  qui  de  pateme  solio  glorie,  celis  mirabili- 
ter  inclinatus  dj^  ad  nostre  mortalitatis  ima  descendens,  non  dedi- 
gnatus  est  Dens  homo,  creator  creatura  fieri,  suscipere  dominus 
formam  serri,  ut  qui  non  poteramus  per  nostram  iusticiam  sperare 
yeniam,  per  hunc  consecuti  graciam  inauditam,  heredes  Dei,  coheredes 
yero  Christi,  divinitatis  consorcium,  felicitatis  eteme  participium 
sortiremur.  Et  licet  per  graciam  adoptati,  cottidie  causas  ingrati-  . 
tudinis  cumulemus ,  ipse  tamen  habundat  in  diyiciis  bonitatis ,  dum 
propter  diyersitatum  e^  yoluntatum ,  virium,  facultatum,  delinquen- 
tibus  diyersa  pro  tempore  satisfaciendi  genera  contulit,  yaria  medendi 
langwentibus  remedia  suscitayit,  dum  terram,  in  qua  nasci,  mori 
et  resurgere  yoluit,  tamdiu  ad  exercitacionem  fidelium  ab  infidelibus 
detineri  permittit ,  licet  non  sit  abreyiata  manus  Domini ,  nee  yirtus 
eins  in  aliquo  diminuta,  quin  eam,  sicut  cuncta  fecit  ex  nichilo, 
liberare  yaleat  in  momento.    Sed  illas  compassionis  et  dilectionis 

a)  panis  am  Rande.  —  h)  ubi  su  lesen.  —  c)  simultates  am  Rande.  — 
d)  inclinaiis  zu  lesen.  ~  e)  diversitatem  su  lesen. 

«)  Thren.  1,  17. 


168 

causas  requirit  ab  homine,  quibiis  ad  omiiis  consmnacioms  finem 
legisque  plemtudin^Fn  ostendendam,  ipse  [H^ior  homini  perdito  ei 
dampnato  adesse  voluit  miseratus.  Qui  nullatenus  permisisset  manufl 
impias  contra  pios  usque  adeo  roborari,  nisi  et  soam  de  aostra 
vindicari  industria  preyidisset  ininriam,  et  senrari  nostram  voluisset 
de  8ua  yietoria  disciplinam.  Sab  hac  occasione  delectati  plurimi 
satisfacere  pro  modo  criminum  aliter  non  Talentes,  Telud  in  profnndum 
malorum  dimersi  penitus  desperassent,  nisi  occurrbset  eis  bec  tabula, 
nisi  per  hoc  compendium  suis  pro  Christo  positis  animabns  consu- 
mati  breyiter  malorum  temporum  spacia  complerissent  Multi  eeiam 
inrenire  locum  ubi  steterunt  pedes  Domini  eupientes ,  prius  ad  a) 
brayium  sine  cursu  et  ad  coronam  sine  gladio  pervenerunt,  illo  sQum 
remunerante  h)  militem,  qui  solam  considerat  in  eblaeionibas 
yoluntatem.  Ut  autem  ad  premissa  fideles  efficaeiter  et  potente 
exurgant,  nos  de  omnipotentis  Dei  misericordia  et  beatorum  aposto* 
lorum  eins  Petri  et  Pauli  auctoritate  e)  atque  nostra  confisi,  omnibus, 
qni  laborem  istum  in  propriis  personis  subierint  et  expensis,  et  alios 
pro  se  destinaverint,  plenam  suonun  peccaminum,  de  quibus  cdrde 
oontriti  et  ore  eonfessi  fuerint»  veniam  indulgemus  et  in  retrilmeio- 
nem  istorum  salutis  eteme  premium  pollicemur  7). 

Efgäaumgea  aus  Mathaetts  Paris,  ed  Londiai  1640,  p.  400  squ.  -^  «) 
Gregorius  episcopu»»  a.  s.  D.»  «niversis  Jesu  Christi  fidelibus  per  ragnuia 
Anglie  eonstitutis,  ad  qaos  litere  iste  perveneriot^  aalutem  et  apostolieam 
benedictionem.  —  /3)  Nam  licet  dudum  charissimo  in  Christo  filio  nostro 
Frederico  Romanorum  imperatori  semper  augusto,  Hierusalem  et  Sicilie  regi 
lllustri,  civitas  eadem  preter  templum  Domlni  fuerit  restituta:  tarnen  quia 
Deua  oBinipoieos  tane  magnificencius  agere  com  populo  suo  Christiane  noa 
adieeit,  iinperator  predictus  treugas  iniit  cum  eoldanot  quarotn  termiaiis 
adeo  est  vicinus,  quod  tempus  medium  preparacioni  ?ix  sufficere  creditur* 
nisi  ad  queque  neeessaria  per  promptltudinem,  spem  et  fervorem  fidei 
festinetur.  —  «y)  Folgen  verschiedene  umständliche  Anordnungen  zur  Förderung 
und  Beschleunigung  des  Kreuzzuges:  Eis  autem  —  requiem  mercabuntur.  . 
Datum  Spoleti  II  Non.  Septembr.  pontificaUis  aocrtri  anno  Vm. 

Boehmery  Reg.  Greg.  IX.,  bo.  86.  Ohne  Zweifel  ist  dasaelbe  Schreiben» 
welckes  bei  Math.  Paris  an  die  Bewohner  Englands  gerichtet  ist,  auch  nach 
Deutschland  und  anderen  Ländern  geschickt  worden.  —  Der  Text  bei  Math. 
Paris  lässt  sich  nach  dem  unsrigen  an  vielen  Stellen  verbessern. 

a)  ad  am  Rande.  —  b)  remunerantem  V.  —  c)  auctoritate  am  Rande. 


169 


34. 

Fapa  4e  Vrideric«  fMiidMi  a)  htperatore. 

1248.  Februar.  Lugduni. 

Irmocenz  1 V,  heglücktoünscht  die  Farmesen  wegen  ihres  Sieges  über  Friedrieh 
und  ermahnt  sie,  femer  auf  ihrer  Hut  zu  sein* 

Plaudat  in  iubilo  universa  caterva  vestra  domino  Deo  nostra» 
cuius  inseparabilis  yirtus»  non  deserens  de  ipsius  presidio  coofidentes, 
in  manu  yestra  contrivit  mirifice  baculum  principis  impiorum«  eeden* 
tu  populo«,  subicientb  in  furore  gentes  et  matrem  eum  filiis 
erudeliter  persequentis.  Nam  ut  inyeniremus  tos  in  promisso  vestro 
fideles  per  coastanciam  vestram  de  spe  celestis  auxilii  strenuitatem 
Testram  dacimus  confirmandum.  Deus  siquidem»  cui  pareere  promp- 
tum  est  et  proprium  misereri,  licet  ad  expiacionis  exercicium  fiddea 
affligi  interdum  ab  in£delibus  paciatur»  nescit  tarnen  in  indignaeione 
demenciam  continere»  ne  super  hereditatis  sue  sortem  Tirgam  h)  mx^ 
quitatis  usque  ad  interitum  delinquere  Tideatur.  Quin  pocius,  cum 
penrersorum  iniquitas  alicuius  iuTalescit,  tunc  ne  tribulatorum  pacien- 
ciam  tribulaeionis  perimat  Talitudo,  propicius  liberator  exargit, 
oppressos  clementer  eripiens  et  iuste  iudicans  opprimentes,  sicut 
declarat  miranda  presentibus  et  memoranda  posteris  dies  illa,  in 
qua  coram  Tobis ,  qui  tos  querebant  obruere  y  corruerunt.  Quis  sane 
in  Tictorioso  triumpho,  quo  nuper  adyersus  F.  quondara  imperatorem 
eiusque  sequaces  mirabiliter  claruistis  ^ '  Tictricem  manum  dominice 
omnipotencie  non  agnoscit,  qui  sublimes  bumiliat»  eiciens  de  supremo 
culmine  glorioses,  in  manibus  paucorum  facilem  concludit  superbiam 
muHitudinis  contumacis !  Equidem  illum  ad  inglorium  finem  digna 
necessitas  iuste  perduxit,  qui  usque  ad  altitudinem  nubium  se  extoUens 
et  disponen«  ex  adTerso  altissimi  erigere  sedem  suam  ^) ,  pacificam 

a)  quondam  von  anderer  Hand  übergeschrieben.  —  h)  virgam  am  Rande  V. 


^)  Der  Sieg  der  Varmeseo ,   welche  in  des  Kais^t  Abureienheit  einen   glucklichen 

Ausfall  auf  das  Belagerungsheer  machten,  £and  a^i  IS.  Februar  124S  statt. 
«)  Isag.  14,  14. 


170 

urbem  turbat,  regna  eoncutit  et  unirersalis  ecciesie  sire  orbis 
molitur  excidium  ac  ortbodoionim  exterminium  populorum,  ut,  cuitu 
eistirpato  divino,  ipse  solus  velud  singulare  desolacionis  ydolum 
adoretur  ^*  ^^go  V^o  admirabili  celestis  gracie*beaeficio  in  Tobis 
toti  mundo  collato  et  proyiso  diyinitus  ad  relevacionem  status  proyineie 
N.  dignas  gracias  agere  largitori  non  sufBcitur  lingua  carnis. 
Accedit  siquidem  nobis  ad  cumulum  gaudiorum ,  quod  Tobis  diyinam 
graciam  solam  affluentem  bumilibus  taliter  yendicatis,  quod  yictorie 
palmam,  quam  de  bostibus  retulistis,  Deo  non  Tobis  ascribitis ,  profi- 
tentes  eam  non  ei  robore  humane  yirtutis ,  sed  de  incorrupte  Dei 
genitricis  patrocinio  processisse  «).  Propter  quod  pro  certo  Tobis 
est  sperandum,  quod  Dei  auxilium  progressus  restros  prosequi 
non  desistat,  donee,  adepto  de  hoste  triumpho,  fines  yestros  pax 
ioeunda  possideat  et  Tobis  exultacionem  in  Domino  subministret 
de  ineffabili  quodanunodo  munere  gracie  specialis,  ut  in  rebus  belli- 
eis  ostenderet  tos  ab  antiquis*non  degenerasse  parentibus.  Quin 
imo  ipsorum  hereditas  per  constantem  vestre  prudencie  probitatem 
in  brachiis  yestris  elegit  tarn  grandem  sue  maiestatis  operam  in 
Tirtutem ,  ut  laus  yestra  in  ore  omnium  resonet  ubique  in  benedictio- 


*)  Dieser  Aatdrack  kehrt  in  einem  gleichfalls  in  der  Angelegenheit  Parma^s  erlas- 
senen pipstlichen  Schreiben ,  unten  Fol.  78,  no.  16  wieder.  In  einem  den  Sieg  der 
Parmesen  Yerberrlichenden,  gleichzeitigen  Gedichte  heisst  es  Ton  Friedrich*s  Götsen- 
dienst  (M.  G.  SS.  18,  795  ed.  JaflT^j: 

Fecit  et  symulacrum  igneo  conflatu. 
Cum  recessit,  fugiens  ultra  Tari  flnmen, 
Dimisit  symulacrnm,  quod  colebat  numen, 
Quod  nee  daudos  erigit  nee  dat  cecis  lumen, 
Cuius  cultum  reprobat  dlrinum  volumen. 
*}  Die    Parmesen   schrieben    in    ihrem    Siegesberichte   an   die  Mailänder  und   ohne 
Zweifel  in  ähniicher  Weise  an  den  Papst:  Laudes  retribuimus  Deo  patri  filioque 
SUD  dem.    nostro  Jesu  Christo   et   spiritul   saneto,  trino  Deo  et  uni  maiestati  et 
Tirgini   gloriose,  que  non  propter  nostrorum  exigenciam  meritorum,  sed  propter 
suam    clementissimam   pietatem  ciyitatem   nostram  protegit  et  defendit  .  .  .  sicut 
manifeste  conspicimus  in  yictoria  triumphali  quam  die  martis,  duodecimo  Febmarii 
exeuntis,    contulit   nobis  Dens    sue  genitricis  interventu*  Math.  Paris   ed.  London 
1640.  Additam«    p.  164.    Auch   in   einem    der   erwShnten  Siegeslieder    heisst  es 
1.  c.  p.  793: 

Yirgo  Dei  genitrix  graciarum  plena 
Dedit  Panne  gloriam,  hosti  data  pena, 
Laxata  pro  riribus  ad  fugam  habena. 
Unter  der  Fahne  der  Jungfrau  Maria  waren  die  Parmesen  in  den  Kampf  gesogen. 


171 

nibus  sempiternis,  et  deyotorum  unirersitas  de  manu  yestre  divine 
liberacionis  percipiens  auxilium  salutare,  fidem  yestram  inriolabilem 
propensius  recommendet.  Ceterum,  licet  exhortaeione  non  opus 
esse  sciamus  ubi  propria  laus  tos  clarificat  meritorum,  quia  tarnen 
zelus  noster  suum,  quo  ad  hortacionem  yirtutis  yestre  yos 
stimulet,  ealear  habet,  uniyersitatem  yestram  rogamus  et  hortamur 
attente ,  quatenus  —  proyide  perpendentes ,  quod  non  minor  laus 
est  aequisitam  seryare  gloriam,  quam  quesisse  —  in  cautela  ciyiumF*i.sSi 
et  custodia  ciyitatis  sie  studeatis  sollicite  yigilare  incurialitatis  quo- 
dammodo  securitate,  ne  yidelicet  per  yestram  incuriam  locus 
nocendi  fraudibus  pateat  inimici.  Romana  siquidem  ecclesia,  mater 
yestra,  que  yos  posuit  yelud  insigne  signaculum  in  cor  suum,  et  cuius 
yiscera  gladius  compassionis  affigit  in  passionibus  filiorum  statuens 
se  yobis  in  omnibus  fayorabilem  et  benignam ,  yestris  oportunitatibus 
non  deerit  et  ciyitatem  yestram  bonorum  tytulis  et  beneficiorum  proye- 
here  non  negliget  incrementis,  in  biis  precipue,  que  ad  yestre  tuicio« 
nis  et  defensionis  auxilium  yiderit  expedire  <)• 


35. 

Papa  regi  Sycilie  super  defectn  ann^ae. 

1227.  Januar. 

Honorius  HL  bittet  den  Kaiser  Friedrich  ah  König  von  Sicilien,  nach  dem  Beispiel 
seiner  Vorgänger,  Born  während  der  Hungersnoth  mit  Getreide  zu  versorgen. 

Celestis  altitudo  consilii,  alta  et  ineffabili  proyidencia  uniyersa 
disponens,  rerum  yicissitudines  non  sine  dispensacione  racionis 
alternat,  nunc  egentes  habundare  faciens ,  nunc  habundantes  egere, 
ut  humana  condicio  per  alteracionem  huiusmodi  et  sui  Status 
instabilitatem  cognoscat  et  alterutrum  aj  sibi  coijipaciens  impleat 
legem  Christi,  qua  proximos  jubemur  diligere  et  alter  alterius  onera 
subportare.  Ecce  famem  yocasse  yidetur  Dominus  super  urbem 
et  in  ea  firmamentum  b)  panis  grayiter  contriyisse  cj  »),  nonnullis 

aj  alter  alteri  compacienti  subyeoieos  impleat  Huill.  Br^h.  —  bj  fomen- 
tum  idem.  —  c)  decrerisse  idem. 


0  Verg^l.   Raamer,   Hohenstaufen,   3.  Auflage  4,    115  und   im    Folgeadea   Fol.  68, 

DO.  8  and  Fol.  68,  no.  16. 
«)  Ptalm  104,  16. 


172 

potentibtts  ipsius  urbis ,  quos  habundare  nulK  dubium  est,  malieiose 
saam  habundanciam  occultantibus  et  neqaaqiiani  timentibus  illad 
mourrere  maledietum  quo  dieitur:  „inaledietus  omnis  qui  abseondit 
frumentum»  benedictio  autem  super  eapud  yendencium^,  neo  denique 
attendentibus ,  quod  necessitates  huiusmodi  habundanti  tribuant 
grandem  materiam  diluendi  peceata  et  divinam  graciam  ulterius 
promerendi.  Urgente  igitur  Tictualium  inopia  eonfluit  ad  nos  popali 
inultitudo  cum  clamoribus ,  quem  sine  laerimi^  audire  non  possumus, 
aUmenta  scilicet  deposeentem;  non  aliter  quam  si  lapides  valeamus 
in  panem  conrertere  et  in  farinam  pulverem  transmutare.  In  buius 
igitur  neeessitatis  articulo  ad  te  duximus  fiducialiter  reeurrendum, 
reeolentes  quod  felicis  recordacionis  quidam  predeeessorum  nostro- 
mm  a)  Romani  pontlfices,  ad  inclite  recordacionis  reges  SyciMe 
predeeessores  tuos  in  casu  simiü  babuere  reeursum  et  eos  in  bac 
parte  liberales,  prout  regalem  decuit  munificenciam ,  invenerunt. 
Quod  utique  eciam  de  tua  liberaiitate  a  nobis  non  indigne  presumitur, 
cum  non  minorem  ad  te  habeamus  earitatis  respectum  quam  ad 
predictos  reges  babuere  pontifices  antedicti,  nee  minorem  quam 
fuerat  eorundem  regum  ad  illos  tuam  ad  nos  benivolenciam  estime- 
mus.  Imperialem  itaque  liberalitatem  omni  qua  possumus  affectione 
deposcimus,  quatenus  prudenter  attendens  oportuuitatem  graciam 
promerendi  divinam,  popuIumqueRomanum  ad  amorem  et  devocionem 
tuam  arcius  obligandi  esse  a  Domino  tibi  datam ,  quam  tam  libenter 
quam  bylariter  amplectaris  exemplo  Joseph,  qui  necessitate  pari  patrera 
paTisse  dieitur  atque  fratres,  ut  nos  et  idem  populus,  qui  sicut  ad 
patrem  esurientes  filii ,  ad  nos  clamant ,  articuli  buiusmodi  aagustias 
per  auxilium  tuum  evadere  valeamus  et  generacio  hec  opera  ß)  lau- 
det  et  eructet  in  secula  tue  memoriam  largitatis  7)  1), 

Ergänzungen  aus  Huill-Breh.  11,711.  —  a)  felicis  recordacionis  Alexander 
et  Lucius.  —  /5)  tua.  —  •/)  Er  möge  sich  durch  Gewährung  der  Bitte  im  Ver- 
trauen des  Papstes  erhalten :  preces  —  repulsam.  ^  Das  Datum  bestimmt 
Huill-Breh- 1*  e.  mit  Recht  nach  der  Nachricht  im  Chronieon  des  Riccardus  de  S. 
Germano  ad  a.  1227.  Hooorius  papa  suos  ad  imperatorem  in  Siciliam  auneies 
mittit,  ut  sihi  et  Romane  curie  in  victualibus  suhveniret;  qui  per  Henricum  de 
Morra  magistrum  iusticiarium  hoc  fieri  mandat. 


*)  Psulm  144,  7. 


173 


36. 

Papa  talem  rey^cat  ad  graeiam. 

i230.  A«igU8t  28.  Anagnie. 

Gregor  IX,  hegrüsst  koch  erfreut  Friedrich  IL  nach  dessen  Aussöhnung  mit 
d^  Kirche  und  bittet  Gott,  er  möge  dem  Kaiser  Beharrlichkeit  in  der  Tugend 

verleihen, 

Boehmer»  Reg.  Greg.  IX.^  no.  30. 

Si  Anna  discessom  Tobye  filii  sui  non  sustinens,  padentis  more 
lacrimis  affluebat,  si  more  impacientis  exiliens  circuibat  cottidie 
Yias  suas  pero^quas  remeaadi  fiducia  reditum  anxia  expectabatFoi.ssi». 
et  tandem  in  superoilio  montia  sedens»  Yiso  filio  de  looginquo  b), 
inexplicabili  gaudio  eiultabat:  quanto  igitur  aune  tripudlo  hylajreaeit 
mater  eeclesia,  que  filium  excelsum  pre  regibus  terre  de  regione 
dissuniUtudinis  recipit  redeuntem?  quis  valeat  verbis  aut  literis 
explicare»  cum  non  sit  hominis,  sed  supra  vires  quodammodo  hominis, 
Äffectmn  perfeete  posse  exprimere  per  effectum?  Magnificat  siquidem 
anima  nostra  Dominum  et  exultet  spiritus  noster  in  Deo  salutari 
noslaro,  qui  et  deprecaeionem  nostram  et  misericordias  suas  a  nobis 
non  cj  amovens,  cordi  tuo  misericorditer  inspiravit,  ut  anime  tue 
aaluti,  dignitatis  honori  et  quieti  multorum  provide  eonsulens,  ad 
pie  matris  gremium  devote  redires,  que  in  expectacione  reditus 
tui  matemis  affectibus  cruciata  sepe  pro  tua  reversione  seu  conver- 
sione  tbus  oracionis  Domino  suppliciter  adolevit,  et  ymolavit  pro  te 
lacrimabiliter  vitulos  labiorum,  multorum  filiorum  in  te  periculum 
perhorrescens.  Nunc  autem  qnia  maiua  est  gaudium  super  uno 
peccatore  penitenciam  agente,  quam  supra  nonaginta  octo  iustis, 
qui  se  annunciat  penitencia  non  egere :  exultat  ecciesia  generalis  eo 
quod  tenebroaus  turbo,  qui  pene  involverat  omnem  terram,  luci  non 
cedit  optate,  fragorque  horride  tempestatis,  qui  multis  minabatur 
excidiumt  arrideoite  ^^r^nitatia  gaudio  subsile^oit.  Nos  igitur  honoris 
et  «al^tie  tue  precipue  profectum  »inceriß  affectibus  cupientes,  altisaimi 
misericordiam  imploramus ,  quatenus  qui  te  revocavit  ad  vitam ,  det 

a)  pro  V. —  bj  lolinquo  V.  —  cJ  non    fibergeschriebeo. 


174 

yirtutis  constanciam  reyocato ,  ut  ubi  habundayit  delictum  habundet 
et  gracia  et  contra  predictos  casus  reddat  te  in  omnibus  cauciorema). 

Ergänzungen  aus  Huill.-Br6b.  III,  224—226.  Gregorius  etc.  Frid.  Rom. 
imperatori  semper  augusto  et  regi  Sicilie  —  a)  folgt  die  Bitte  um  Freilassung 
des  Grafen  Thomas  (von  Celano)  und  der  Söhne  Raynald*8  von  Aversa:  quia 
proeul  —  attentari.  Dat.  Anagnie  Y.  Kai.  Septembr.  pontif.  a.  IV<^. 


37. 
Papa  super  reTecaeiene  apestelice  sedls  legati  oj. 

Ks  Pap^  fordert  mit  täräichen  Worten  einen  Legaten  auf,  da  er  oeime  Sen^ 
düng  löblich  vollhrachU  schleunigst  an  den  päpstlichen  Eof  zurück  zu  kehren, 

Tempus  est,  ut  emissa  columba,  virens  ioeunditatis  folium 
afferens,  reyertatur  ad  archam,  tempus  est,  ut  filius  matrem  presens 
letificet  iam  absentis  tedio  fatigatam,  tempus  est  denique,  ut  ad 
illum  redeas,  qui  te  ad  iniuneta  dinoscitur  transmisisse.  Emissum 
enim  iam  emittens  desideratum  expeetat  cum  insigne  exultacionis 
tripudio  rerertentem,  mater  quoque  sinum  absente  filio  replere 
desiderat,  et  fratres  suos  Totivo  solacio  renoyari.  Cum  igitur 
suscepte  legacionis  officium  debita  laudabilis  soUicitudinis  yigi- 
lancia  b^  fueris  eiecutus  et  subcrescentibus  Romane  ecclesie 
negociis  tua  presencia  nobis  sit  non  modieum  oportuna:  mandamus 
quatenus  statim  visis  literis  studeas  ad  sedem  apostolicam  te  trans- 
ferre. 

38. 

Papa  Petr«  de  Tineis. 

1242.  August  c. 

Ein  Cardinal  bittet  den  Petrus  de  Vincis,  beim  Kaiser  Fürsprache  zu  thun 
wegen  Freilassung  der  gefangenen  Cardinäle, 

Tociens  tibi  incassum  scribimus  et  in  yentum  e)  preces  efiundi- 
mus  pro  karissimis  fratribus  nostris  et  aliis,  qui  adhuc  carcere  principis 

a)  dis  legati  fehlt  V.  —  b)  vigilancia  am  Rande  V.  —  e)  am  Rande,  alius : 
in  yanum. 


175 

detinentur,  utinam  nunc  saltim  nobis  exaudicionis  ianua  panderetur! 
Rogayit  enim  pluries  nobiscum  universitas  cardinalium,  ut  matri 
ecciesie  filii  redderentur,  flagitayit  quoque,  ut  tractarentur  benignius 
et  precipue  dominus  Prenestinus  a),  tue,  ut  dicitur,  custodie 
deputatus.  Nunc  autem,  ut  dicitur,  idem  artatur  plus  solito,  strictius 
elauditur,  tractatur  durius  et  asperius  a  collocucionis  bumane  solacio 
removetur  y,  nam  propriis  famulis  et  sociis  destitutus,  affligitur 
yebem enter.  Porro  quis  favor  ex  boc  accedit  principi?  An  propter 
boc  fama  celebrior  de  sua  clemencia  spargitur  Yotiyis  per  orbem 
gaudiiscelebranda?  EcccTirireligiosi,  ministri Cbristi  in  eins  sortemc^ 
assumpti,  nee  non  et  pontifices  sacro  crismate  delibuti,  fame 
cruciantur ,  confunduntur  obprobrio  nuditatis ,  protracti  diucius  a 
carcerali  tedio  nimium  d)  affliguntur  et  longioribus  quidem  distractiP«!*'*« 
angustiis  pene  deficiunt  et  continuis  pulsati  doloribus  subsanna- 
eionibus  et  obprobriis  lacessiti  usque  ad  sacietatem  yisionis  omni 
carni  et  populis  universis »  iam  pro  remedio  cruciatuum  vitam  fasti- 
diunt  et  desiderare  mortis  compendia  compelluntur.  Ubi  est  bumanitas 
tanti  principis  et  ubi  clemencia  imperatoris  sub  celo  tam  hominibus 
quam  iiimentis?  Numquid  virtutes  multiplices,  quas  divina  gracia  con- 
cessit  in  eo  et  quibus  fulgencius  illustrayit  principem  singularem,  sub 
duricie  claustro  claudentur,  sub  clave,  quod  absit,  crudelitatis  foribus 
obseratis? Nonne  intrabit  pietas,que  clamat  ad  ianuam  et  ut  misereatur 
tantus  princeps  ululantis  miserie  miserorum  non  desinit  supplicare  ? 
Tuam  igitur  prudenciam  attencius  exhortamur,  quatenus  instes  apud 
principem,  ut  restituat  fratribus  fratres  suos.  a)  Sane  permittat  se  tantus 
princeps  ad  instar  Salvatoris  a  pietate  clemencie  superari,  ut  iuxta  Sale- 
monem  firmetur  clemencia  tbronus  eius.  Nicbil  enim  in  tbrono  regia 
bonorificencius  dominatur,  nicbil  tam  ampla  magnitudine  imperat  di- 
gnius»  nicbil  splendete^  in  celsitudine  cordis  alti,  nicbil  triumpbalibus 
tytulis  fulget  luminosius  aureis  literis  conscribendum »  quam  f)  si 
clemencia  regnat  in  pectore  principis  et  solium  teneat  usquequaque. 
Hoc  autem  g)  pro  certo  fieri  censetur  quando  yictoriosius  a  celesti  pie- 
tate vincitur  et  sceptrum  regni ,  palmamque  victorie  tradit  illi.  Super 
afflictis  namque  pia  gestans  princeps  viscera,  famosius  ubique  clemen- 


a)  am  Rande  al.  Penestrinus.  —  b)  sol.  rem.  auf  Rasur.  —  c)  fortem, 
am  Rande  alius:  softem.  —  d)  nimirum  H-Br.  was  keinen  rechten  Sinn  giebt. 
^  e)  subtilius  H-Breb.  —  f)  quantum  Huill.-Bräb.   —  g)  autem  am  Rande. 


176 

eie  laudibus  illustrattir.  Duobus  quippe  syderibus  mediantibus 
celum  pingit,  cum  duobus  videlicet  luminaribus »  niisericordia  sive 
clemeucia»  mundum  clarificat  Universum.  Nimirum  hec  faciens  ab 
eius  operibus  quasi  terso  speculo  resultat  ymago,  que  ceterorum 
pectora  sibi  reconciliat^  letificat  et  serenat,  retribuens  onmibus 
fidueiam  bone  spei.  Sic  autem  exereere  in  hiis  se  tua  curet  industria, 
quod  iuxta  yotum  petentes  redempeionem  consequantur  carceris, 
et  adepti  graciam  laudent  Deum»  ac  Romana  ecclesia  suo  in  tempore 
cum  graciarum  actionibus  antidota  grata  gerens  tibi  ad  eondignam 
yicissitudinem  teneatur. 

Ergftnziing  aus  Hnillard-Br^hoIIes  VI,  61^63  Magistro  P.  de  Vineis  — 
a)  et  alios  clerieoa  et  prelatos  interim  iraetari  preeipiens  humaniter  et  ho- 
nesta, deminos  fratres  nostrea  digaetur  protinas  liberare,  quos  faciat  sine  laora 
usque  ad  nos  seeure  eonduei.  Nam  ad  proTisionem  ecclesie  faciendam  mata- 
rius,  ad  quod  duobus  ex  nobis  existentibus  extra  urbem  dudum  dignatio 
Cesaris  per  suos  apices  obtulit  illos  duos,  nee  non  et  ad  pacia  traetatum 
valde  utiles  esse  possunt  si  non  permittat  etc. 


39. 

Papa  Eemanernn  regl. 

1254.  Aasisii. 

Innocenz  /F.  bittet  den  römischen  König   Wilhelm  um  die  Freilassung  der 
gefangenen  Grafen  van  Holland. 

Non  operum,  non  munerum  quevis  profusa  largicio  tantum  tuam 
poterit  sublimare  personam,  quam  fructuosa  plurimum  acquisieio 
amicorum»  que  velud  inexbaustus  thesaurus  usu  non  eonsumitur  sei 
augetur.  Quod  coacervatis  quantumyis  peccuniarum  thesauris  non 
aceidit»  qui  per  expensam  continuam  protinus  dilabuntur.  Igitur  fili 
karissime,  peculiarem  tibi  tbesaurum  amicorum  quesumua  studeas 
procurare,  quorum  oportunis  irrigatus  suflragiis  ad  yotitum  pervenias 
incrementum.  Elabores  itaque  bominum  corda  dilectionis  tibi  Yinenle 
federari,  cum  nil  utilius  nicbilque  salubrius  haberi  contingat  in 
bomine ,  quam  sine  Actione  ipsius  aj  animum  possidere.  Hac  enim 
babita  prudencia  regni  tui  incrementa  felicia  poteris  iocundius  intueri 

aJ  ipsius  auf  Rasur. 


177 

et  securius  ikiexpugnabili  amicorum  vallatus  munimine  nullius  poteris 
iaro  hostis  adversa  conamina  formidare. 

Verum  cum  iam  tempus  advenerit,  quod  dilectos  filios  nostros, 
comites  N.  efficere  posses  unanimes,  quorum  obsequium  tibi  poteri^ 
applicare»  si  eis,  qui  arma  iam  pridem  in  tuum  assumpserunt  detri-r 
mentum»  ex  innata  clemencia,  in  captivitate  detentis  indulseris 
libertatem,  serenitatem  tuam  attente  rogamus,  tibi  consulentes  in 
animi  puritate,  quatenus  a  yinculo  carceris  ipsos  et  eis  adberentes 
eures  absolvere,  fortioribus  per  hoc  tibi,  amoris  scilicet  nexibus, 
vinciendos,  cum  satis  eridens  pateat  argumentum,  quod  cum  fuerintpoLSSd. 
in  te  bumanitatem  experti,  grata  tibi  rependent  obsequia  tante 
yicissitudini  rependenda.  Age  ergo  fili  ocius  quod  bortamur,  cum  per 
ipsorum  detencionem  nuUus  tibi  fructus  videatur  accrescere,  sed 
odia  utrinque  ex  eo  pocius  in  partibus  invalescant»  que  per  ipsorum 
liberacionem  possunt  penitus  exstirpari.  Nos  igitur,  si  quod  affectu 
suggerimus,  prosequi  studueris  in  effectu,  id  ad  non  modicum  gratum 
babebimus,  tuamque  proinde  devocionem  dignis  in  Domino  laudibus 
attoUemus. 

la  Folge  der  Schlacht  bei  Westcapellen  auf  der  Insel  Walcheren, 
in  welcher  Graf  Florens  Ton  Holland,  König  Wilhelm's  Bruder,  das  aus  Flan- 
dren! und  Franzosen  bestehende  Heer  der  GrSfin  Margareta  ?on  Flandern 
besiegle,  (4.  Juli  1253,  in  die  traoslacionis  beati  Martini)  kamen  die  jüngeren 
Grafen  von  Flandern,  Söhne  aus  Margareta's  zweiter  Ehe  mit  dem  Grafen 
Wilhelm  von  Dampierre,  in  die  Gefangenschaft  König  Wilhelm*s.  Johannes  de 
BekaBoehmer  Fontes  II,  445.  Rex  igitur  comites  de  Ghysen  et  deBerro  diwsque 
filios  Margarite  comitisse  captivos  destinavit  ad  Hollandiam.  Yergl.  noch  Math. 
Paris  ed.  London  1684,  p.  760 squ.Boehmer  Reg.  imp.  inde  ab  a.  1246,  p.  26  und 
AdditLReg.  Wilh.pag.381,  no.303.Raumer3.  Aufl.4,230.  — Um  die  Freilassung 
dieser  Grafen  bittet  Innocenz  den  König,  wahrscheinlich  von  Frankreich  her 
dazu  angeregt.  Vergleiche  noch  Joh.  Meermann,  Gesch.  des  Grafen  Wilhelm 
Ton  Holland,  römischen  Königs.  Aus  dem  Holländischen.  Leipzig  1787,  Theil  2,. 
119—124,  150  und  200,  femer  Cod.  Wilher.  A.  93,  Archiv  7,  899  „Innocencius 
etc.  W.  regi  Ro.  etc.  Dat.  Assisii''. 

40. 

Papa  N.  epise^p«  de  ernce  predleaDda. 

1232. 

Gregor  IX,  fordert  auf,  das  Kreuz  gegen  Friedrich  IL  zu  predigen^ 

Qui  presides  in  speeula  leva  signum  et  profer  adversus  pesti- 

lencie  agonem  vexillum  victorie  Christiane.  Vides  enim  canes  latrantes 


rontea*  Abth.  II.  Bd.  XXV. 


12 


178 

undique  contra  Deum  et  obtrectantes  dente  rabido  Christum  eius, 
yides  malos  operarios,  molientes  vineam  Domini  demolire  a)y  yides 
concisionem,  qua  inpudici  laniant  inconsutilem  Domini  tunicam, 
contextam  manibus  sponse  Christi.  —  Si  ergo  ex  alto  misit  omnipotensi} 
sue  ecelesie  ad  tutelam  fidelium  te  suscitans  salvatorem,  impiid 
resistentibus  dextere  Domini  Jesu  Christi,  ceptam  adrersus  iUos 
procul  dubio  consummare  c)  virtutem :  numquid  dissimulare,  numquid 
tacere  poteris,  qui  es  os  Domini?  et  non  debes  pocius  contra  disper- 
flores  pro  gregibus  dare  vocem ,  et  animam  exponere ,  urgente  zelo 
sollicitudinis  pastoralis?  Quapropter  tibi  presencium  tenore  mandarnns 
quatenus,  suggerente  tibi  favore  Deirf^,  yiyifice  crucis  vexillum  contra 
hostem  ubertatise^etkatholice  fidei  impetus  explicandum  assumas,  per 
quod  in  brachio  Dei ,  contrito  brachio  peccatoris  et  maligni ,  qui  per 
mala  presentis  temporis  ducit  in  interitum  cuneum  malignorum,  pai 
in  terris  redeat  et  auctori  vite  inconcussa  deserviat  religio  christiana. 
Clero  igitur  et  populo  tue  dyocesis  saltim  bis  in  mense  ad  locum 
ydoneum  conrocatis  contra  Fridericum ,  quondam  imperatorem  a)^ 
persecutorem  ecelesie,  in  fervore  zeli  procures  proponere  verbuin 
crucis. 

ErgSnzang  aus  Mone,  Anzeiger  für  Kunde  der  teutscben  Vorzeit  1838, 
p.  3^2.  Venerabilibus  in  Christo  fratribus  archiepiscopis ,  episcopis  etc.  per 
Teutoniam  constitutis  s.  et  a.  b.  DemgemSss  heisst  es  dann  Qui  presidetis  etc. 
-»  a)  et  Cuonradum,  natum  eins,  persecutores  ecelesie,  ac  omnes  adherentes 
eisdem,  eis  in  fervore  zeli  curet  de  consilio  carissimi  in  Chr.  fiiii  nostri  regis 
Romanorum  illustris,  proponere  verbom  crucis,  a  prelatis  omnibus  cuiuscunque 
sunt  ordinis  et  aliis  parochiarum  presbyteris  vestrarum  ciritatum  et  dyocesiam, 
quos  ad  hoc  ydoneos  esse  noveritis,  proponi  frequencius  faciatis. 

41. 

Papa  Komanoran  regi. 

1254.  Ende  December.  Neapoli. 

Alexander  IV.  zeigt  dem  römischen  Könige  Wilhelm  den  Tod  seines  Vorgän- 
gers, Innocenz  IV.,  und  seine  Thronbesteigung  an, 

Kathedra  preminencie  pastoralis  in  hac  militante  ecclesia  per 
plurimos  pontifices  frequenti  successionis  vicissitudine  variatur,  pro  eo 

aj  demolieri  V.  —  bj  manum  suara  Mone.  —  cj  adversus  bis  consummare 
von  anderer  Hand  am  Rande.  —  dj  fidei  von  anderer  Hand  und  Mone.  — 
e)  veritati«  zu  lesen. 


179 

quod  illos  manere  diucius  nature  mortalis  condicio  non  permittit.  In 
ecclesia  siquidem  triumphanti,  que  superne  patrie  regionem 
inconcussa  possessione  iam  obtinet,  salvator  noster,  Dei  filius, 
summus  est  pontifex,  qui  sempiterno  fungitur  officio,  manens  in 
eternum  et  subaeto  mortis  imperio  semper  yivens  — ,  in  hae  autem 
militanti  ecclesia,  quam  exemplarium  instar  celestium  in  consum- 
macione  sanctorum  super  terram  Dei  sapiencia  fabricavit ,  pontifices, 
mortalitatis  infirmitate  circumdati,  cum  constituantur  pro  hominibus 
apud  Deum,  tamen  ex  hominibus  assumuntur.  Hinc  est  quod  illa, 
indeficienti  eterni  sponsi  gaudio  et  inmortalitate  beata,  luctum 
viduitatis  dicitur  ignorare ,  hec  autem,  dum  peregrinatur  in  terris, 
corporum  carceribus  obligata,  frequenter  cogitur  viduitatis  sue 
lamenta  resumere  ac  tedia  experiri.  His  lamentis  et  tediis,  sicut 
Domino  placuit,  qui  auffert  spiritum  principum,  ecclesie  sue  nuper 
concussa  sunt  viscera  eiusque  maxille  perfuse  amaro  profluvio  lacri- 
marum  super  felicis  recordacionis  Innocencio  papa,  predecessore 
nostro,  VII  Kalendas  Decembres  *)  apud  Neapolim,  per  unirerse 
carnis  viam  de  nequicia  huius  seculi  evadente.  Qui  cum  adhuc 
necessarius  esset  et  admodum  utilis  populo  christiano ,  forsitan  ideo 
Tocatus  est  a  Domino,  ut  mundus ,  in  maligno  positus,  presencia  eins 
nosceretur  indignus ,  et  ut  ipse  de  iniquitatis  medio ,  que  animam 
eius  diu  cruciaverat,  tolleretur.  Die  itaque  sequente,  iuxta  morem 
exequiarum  soUempnitate  premissa  eiusque  corpore  tumulato ,  nos  et 
fratres  nostri  convenimus  ad  substituendum  ydoneum  successorem 
et,  missarum  solempniis  in  honorem  sancti  spiritüs  devote  ac  humi-Foi.34a. 
Kter  celebratis,  aliquantum  de  futuri  pastoris  substitiidione  tractantes, 
iidem  fratres  ad  imbeciUitatem  nostram  oculos  suos  cbmmuniter  et 
concorditer  direxerunt,  nos  ad  conscendendam  a)  speculam  aposto- 
lici  culminis  et  subeundam  gravissimam  orbis  sarcinam  eligendo. 
Verum  nos  ea  re ,  supra  h^  quam  dici  valeat ,  stupefacti ,  et  que  et 
qualis  esset  illa  dispensacionis  divine  vocacio  anxie  cogitacionis 
examine  revolventes  intra  nos  ipsos,  quantum  in  illa  potuimus  frateme 
pressura  instancie  presedimus  c^,  meditando  negocii  gravitatem,  meti- 
endo  vires,  ponderando  prudenciam,  comparando  merita  et  ad  perfi- 

a)  cooaentiendum  V.  —  h)  super  V.  —  c)  resedimus  Hahn.. 


*)  Sowohl  Raynald  als  Hahn  haben  VII  Idus  Decembris. 

12* 


180 

ciendum  sumptus  virtutum  necessarios  computando.  Denique  videntes 
hec  nobis  noa  habundanter  adesse,  sed  pocius  advertentes«  quod  nichil 
Dobis ,  Dostris  meritis  proprie  consideratis ,  revelabat  attencio ,  unde 
constitui  meremur  in  mundi  vertice  super  gentea  et  regna  et  uniyer- 
salem  orbem  terrarum  evellendi  atque  plantandi  aecipere  potestatem; 
in  spiritu,  non  contumaeie,  sed  timoris»  de  nostrorum  consciencia 
defectuum,  non  sequenda  iudicavimus  yota  fratrum,  sed  manus  ab 
opere  et  humeros  ab  onere  eobibendos.  Consideracio  enim  gradus 
et  altitudo  casus  nobis  formidinem  ingerebat,  quia  de  tarn  alte  eulmine 
dignitatis,  terribili  loco  yidelicet  apostolorum  prineipis,  quisnam 
animus ,  quantumlibet  magnus ,  inspecta  deorsum  abyssi  facie »  noo 
payeret?  Quis  nempe  iugum  publice  seryitutis,  sub  quo  probata 
gygantum  yirtus  et  fortitudo  yirorum  a  seculo  laudatorum  bactenus 
gemuit,  audeat  a)  prudenter  et  scienter  appetere »  quod  spiritum 
meroribus  torquet,  meutern  eyiscerat,  dies  laboribus  obsidet  et  noctes 
yidetur  perducere  peryigiles  et  insompnes?  0  quam  sani  consilii  et 
quam  consulte  deliberacionis  electio»  abiectum  esse  in  domo  Dei 
magis  quam  loci  eminencioris  celsitudine  preminere!  in  conyiyio 
Christi  locum  teuere  noyissimum,  quam  cum  pacate  quietis  dispendio 
superius  promoyeri !  Deficit  nimirum  spiritus  considerantibus  undique, 
quanta  mens  in  huiusmodi  malorum  densitate  silyescit,  et  spem  de 
yiribus  circa  eiusmodi  cultum  difficultas  operis  yix  relinquit.  Cumque 
inyalescens  iniquitas  diffidencium  corda  populorum  durasse  yideatur 
in  lapides,  ita  ut  manum  Domini  pauci  senciant  in  flagellis,  cui  dabitur 
filiosAbrahe  de  lapidibus  suscitare  et  reddere  Domino  populumaccepta- 
bilem»  bonorum  operum  sectatorem?  Propterea  recusayimus  cumlacrimis 
et  usque  ad  contristacionis  et  indignacionis  offensam  eisdem  fratribus» 
inportabilem  nobis  ingerentibus  apostolatussarcinam,  duximus  resistent 
dum»  ropntes  eos  et  per  ostentacionem  diyini  iudicii  obsecrantes  h)^ 
quatenus  a  nobis  calicem  hunc  transferrent  et  traderent  alteri  forciori. 
Sedipsi,  utinamnon  ob  nostrorum  exigenciampeccatorum,  irreyincibilis 
inportunitatis  instancia»  nostram  resistenciam  eyicerunt,  cogentes  nos 
inyitos  suis  desideriis  consentire.  Et  sie  cum  dolore  cordis  ac  tremore 
quamplurimo  infirmitatis  nostre  colla  submisimus  iugo  apostolice 
seryitutis,  confidentes  in  Deo,  qui  dat  omnibus  affluenter,  quod 
insufficienciam  nostram,  quam  humiliter  recognoscimus  et  libere 
profitemur,  ex  se  ipso  misericorditer  adimpleyit  c^.  Igitur,  soUieitudine 
ß)  audeat  am  Rande.  ^—  h)  obsequrantes  Y.  —  cj  adimplebit  zu  lesen. 


181 

ecclesiastice  aministracionis  assumpta,  divine  propiciacionis  miseri- 
cordiam  imploramus,  ut  per  sue  voluntatis  beniplacita  in  yiam  paeis 
dirigeas  gressus  nostros,  in  hiis,  que  sunt  ad  ipsum,  pro  populo 
favorem  nobis  celestis  auxilii  aspiret,  et,  Deo  nobis  incrementum 
desuper  largiente,  sub  saeerdoeio  nostro  proveniat  quies  regnis,  pax 
ecclesiis,  eoncordia  plebibus  et  mpribus  diseiplina.  Porro  de  nobis 
indubitatam  obtineat  fiduciam  celsitudo  tua,  quod  licet  prefatus  pre- 
decessor  noster,  urgente  lege  mortalium,  deeessit,  ipsius  tarnen  erga 
te  karitas  ac  propositum  nullatenus  decesserunt,  quia  eidem  suecessi-P«>-3*fc« 
mus  in  utroque.  Licet  enim  ipse  nos  a)  alias  antecesserit  suorum 
priyilegio  meritorum;  in  operibus  tarnen,  quibus  studiosa  eins 
intencio  non  absque  nobis,  in  minori  constitutis  officio ,  ad  consuma- 
cionem  tui  culminis  anhelabat,  nos  Deo  et  sancte  ecciesie  non  impares^ 
comprobabis.  Age  igitur  fili  karissime  constanter,  et  in  omnibus  viis 
tuis  seu  oportunitatibus  de  favore  sedis  apostolice  certus  esto.  Nam 
etsi  omnes  christianos  principes  seu  katbolicos  teneamur  in  karitatis 
nostre  visceribus  continere,  te  tarnen  inter  ceteros  debemus  pre 
ceteris  prosequi  benivolencia  speciali,  quem  ecciesie  diyine  dispen- 
s  acio  principalem  constituit  et  precipuum  defensorem. 

Cod.Wilher.A.  100  (Pertz,Arcb.  7,  900)  undPhiloI.  305,  fol.  148*- 149 
enthalten  diesen  Brief  mit  der  Überschrift:  Alexander  ep.  W.  Romanorum  regi 
etc.  —  Hahn  Coli.  Mon.  I,  187 --191,  mit  den  entsprechenden  Veränderungen, 
an  die  Mailänder.  —  Raynald  ad  a.  1254,  no.  2  theilt  aus  einem  Yaticanischen  - 
Codex  eine  in  der  Fassung  abweichende,  im  Inhalt  mit  der  unsrigen  überein- 
stimmende Encyclica  Alexander*s  IV.  mit  Dat.  NeapoH  2  Kai.  Jan.  anno  I 
„Quis  fragilis  —  Taleamus**.  Sonach  dürfte  unser  Schreiben  ein  Paar  Tage 
frfiber  oder  später  erlassen  sein. 

42. 
Papa  c^nltisse  Vlandrie. 

1288. 

Der  Papst  Nikolaus  IV,  fordert  die  Gräfin  habella  von  Flandern  auf,  durch 
ihren  Einfluss  eine  friedliche  Lösung  des  zwischen  ihrem  Gemahl,  dem  Grafen 
Guido  von  Flandern ,  und  dem  Könige  Rudolf  bestehenden  Streites  herbei  zu 

führen, 

Peccata  humani  generis  exigunt,  illud  y  diversis  diversitatum 
molestiis  agitari,  nunc  clade,  nunc  peste,  nunc  fluetu  bellice  tempe- 
a)  nos  überge&chrieben  V.  —  b)  seil,  genus  übergeschrieben  V. 


182 

statis.  Rursus  eadem  peccata,  diyiiia ,  sicut  eredimus ,  indignacione 
permittente,  prepediunt»  ne  adhibita  hiis  malorum  morbis  a)  remedia, 
quos  patitur,  convalescant  9-  Verum  quia  non  obliviscitur  misereri 
Deus,  nee  durus  in  ira  concludit  sue  viscera  pietatis,  non  est  ab 
oportune  curaeionis  studiis ,  que  publice  salutis  requirit  necessitas, 
desistendum.  Nam  etsi  ex  oceulto  iudicio  pii  laboris  fructus  differatur 
ad  tempus,  tarnen  laudabilis  inteneionis  meritum  non  auffertur.  Satis 
quippe  ad  sopiendam  controversiam ,  que  inter  karissimos  filios 
nostros  regem  Romanorum  ex  parte  una  et  maritum  tuum  ex  parte 
altera  vertitur,  est  actenus  per  apostolice  sedis  et  legatorum  eins 
diligenciam  et  industriam  laboratum  «),  sed  difficultate  negocii 
bumanam  exsuperante  prudenciam,  quin  forte  poeius  nondum  peeca- 
torum  consumpta  h^  materia ,  que  causas  tante  afflictionis  induxit, 
fruetus,  quem  expectavimus  ex  inpensis  laboribus,  non  evenit.  Quia 
igitur  in  controversia  tali  multa  imminent  animarum  pericula,  corpo- 
rum  strages,  et  bonorum  temporum  c)  detrimenta,  et  preter  hoc 
dampnosum  prepedicionis  obstaculum,  quo  religionis  katholice  et 
ecclesiastice  libertatis  reformaeio,  proventura  circa  consuman- 
dam  ordinacionem  imperii  Romani  ^^  retardatur:  nobili- 
tatem  tuam  rogamus,  monemus  et  hortamur  attente  et  in  remis- 
sionem  tibi  peccaminum  iniungentes,  quatenus  propter  Deum,  ob 
nostram  et  apostolice  sedis  reverenciam »  nee  non  pro  salnte  tocius 
populi  christiani,  animum  tuum  sie  ad  bonum  pacis  inclines,  quod 
prefata  controversia,  mediante  te,  finem  accipiat  salutarem  et  huma- 
num  genus  gaudeat  sibi  commune  quietis  comodum ,  de  tue  lenitatis 
munere  provenisse  et  apostolica  sedes  tibi  exinde  ad  graciam  et 
yicissitudinem  obligetur. 

a)  morbis  orbis  V.  —  h)  consumptam  V.  —  c)  temporal ium  zu  lesea 


1)  Das  kann  sich  auf  die  Reichsacht  und  den  Kirchenbann  beziehen,  die  angewandt 
wurden,  aber  nichts  fruchteten. 

2)  Vergl.  Warnkoenig  1.  c.  193. 

S)  Das  passt  durchaus  auf  die  Zeit  Rudolfs  von  Habsburg.  Die  wiederhergestellte 
Ordnung  im  Reiche  sollte  ihre  Besiegeliing  in  der  Kaiserkrönung  Rndoirs  erhal- 
ten. Diese  hatte  Rudolf  noch  immer  im  Auge  und  auch  Nikolaus  IV.  wünschte  sie. 
Vergl.  Boehmer  Reg.  Päpste  no.  262. 


183 

Da  uaser  Brief  wegen  der  Stelle,  an  welcher  er  steht,  dem  13.  Jahr- 
hundert angehört,  so  kann  er  erst  nach  1278  geschrieben  sein.  Denn  seit 
dem  Jahre  1203,  resp.  1211  his  1278  regierten  in  Flandern  des  lateinischen 
Kaisers  Balduin  Töchter,  Johanna  und  Margaretha  von  Constantinopel ,  und 
bei  den  wShrend  dieser  Zeit  vorkommenden  Streitigkeiten  mit  dem  römischen  . 
Könige,  resp.  Kaiser  waren  die  genannten  Gräfinnen  und  nicht  ihre  Männer  die 
entscheidenden  Personen.  —  Margaretha*s  Sohn,  Guido  von  Dampierre, 
aber  liess,  als  ^  im  Jahre  1279  die  Regierung  Flanderns  übernahm,  die 
gesetzliche  Zeit  verstreichen,  ohne  dem  König  Rudolf  den  Vasallen eid  zu 
leisten.  In  Folge  dessen  belehnte  Rudolf  am  6.  November  1279  den  Neffen 
Guido*s,  Johann  IL  von  Avesnes,  Grafen  von  Hennegau,  mit  dem  zum  Reiche 
gehörenden  Theile  von  Flandern.  (Reg.  Rud.  519  und  549.)  Trotz  dem  blieb 
Guido  im  Besitze  Flanderns  und  verharrte,  ungeachtet  wiederholter  Rechts- 
spruche, im  Ungehorsam  gegen  den  römischen  König.  Dieser  erklärte  ihn 
also  am  15.  Juni  1282  in  die  Reichsacht.  Die  Achtserklurung  wurde  in  den 
folgenden  Jahren  wiederholt  und  auf  alle  Vasallen  und  Bewohner  ausgedehnt; 
sie  blieb  aber  ohne  Wirkung.  Da  fügte,  auf  Ersuchen  Rudolfs,  der  Curdinal- 
legat  Jobannes,  Bischof  von  Frascati,  zur  Reichsacht  auch  den  Kirchenbann 
7.  und  15.  April  1287.  Auf  die  Appellation  Guido*s  erfolgte  aber  schon  am 
23.  Juli  1287  die  Cassation  des  vom  Legaten  erlassenen  Briefes.  Rudolf  hinge- 
gen verlangte  vom  Legaten  die  Aufrechterhaltung  des  Kirchenbannes.  Er 
machte  den  vom  pSpstlicheu  Legaten  schon  früher  in  seinem  an  Guido  gerich- 
teten Drohbriefe  ausgesprochenen  Grundsatz  geltend:  ut  quemadmodum 
•eculare  brachium  adiuvat  spiritualem  potestatem,  sie  et  spirituale,  quoad 
execucionem  sentenciarum ,  coadiuvet  temporalem.  Es  ist  nicht  bekannt,  ob 
dem  Verlangen  Rudolfs  nachgegeben  worden  ist.  Ich  vermuthe  nun,  dass  der 
Papst  Nikolaus  IV.  (1288—1292)  eine  friedliche  Beilegung  des  Streites  zwi- 
schen König  Rudolf  und  dem  Grafen  Guido  angestrebt  und  sich  zu  dem 
Zweck  in  unserem  Briefe  an  des  Grafen  Gemahlin  gewendet  habe.  —  Einen 
Erfolg  hatte  dieser  Versuch  nicht:  Rudolf  verharrte  bei  seinem  Rechtsspruche 
und  Guido  in  seinem  Ungehorsam.  Vergl.  über  Alles  Warnkoenig,  Flandrische 
Staats-  und  Rechtsgeschichte  1,  187  ff.  und  Kopp,  Eidgenössische  Bünde 
1,  845  ff. 


184 


43, 

Papa  QolTenis  eeelesiaram  reeUribts. 

1241.  Mai  18.  Laterani.  ^ 

Gregor  IX.  berichtet  seinen  Anhängern ,  wie  Friedrich  selbst  in  Briefen  an  die 
Cardinäle,  Bischöfe  und  weltlichen  Fürsten  ein  Concil  verlangt,  dann  aber, 
als  der  Papst  ein  solches  berufen,  Briefe^  die  seinen  früheren  widersprächen, 
erlassen  und  die  zum  Concil  reisenden  Prälaten  habe  überfallen  und  einsperren 
lassen.   Ermahnt  zum  Widerstände  gegen  Friedrich  und  zum  Vertrauen  in  die 

Sache  der  Kirche. 

Boehmer,  Reg.  Grfg.  IX.,  no.  169. 

Existens  in  mari  huius  mundi  Petri  navicula  contrarüs  interdum 
ventis  expellitur  et  nonumquam  ictibus  colliditur  procellarum,  sed 
,  tandem  Domino  flatibus  imperante  ac  turbinum  Impetus  probibente, 
succedit  tempestati  tranquillitas  et  omnipotentis  imperio  venti  cedunt. 
Nam  inopinatis  aliquando  inpulsa  fluctibus  etsi  iactetur,  non  mergitur, 
et  undis  repercussa  frementibus  si  quatitur»  non  quassatur.  Ecelesia 
siquidem,  supra  fidei  petram  ereeta,  frequenter  ab  emulis  Christiane 
religionis  impetitur,  et  inpugnatur  sepe  ab  eeclesiastice  persecutori- 
bus  libertatis;  sed  demum,  altissimo  ad  eam  clemencius  oculos 
inclinante  sueque  poteneie  dexteram  extendente,  detractores  fidei 
freno  arcentur  silencii,  et  persequencium  manus ,  in  iura  ecciesie 
FoL  84  c.  ißiuriose  laxate,  repressis  iuribus  contrahuntur,  sieque  post  turbacionis 
nubilum  et  serenum  paeis  subsequitur,  et  ecciesie  sancte,  gubernante 
Domino,  presejitis  mare  seculi  substernitur,  colliso  impetu  insurgen- 
cium  et  consurgencium  procellarum.  Si  ergo  fideles  eiusdem  ecciesie, 
iuxta  mutabilitatem  temporis,  sinistris  aliquando  exasperentureventibus 
et mulcentur  quandoque  votivis,  non  eos  suceessus  adversitatis  deprimat, 
nee  occursus  prosperitatis  extollat,  sed  in  eo  spes  tota  ponatur,  qui 
sperantibus  in  se  miserieordie  sinum  parat  et  post  tribulacionis 
pacienciam  in  adversis  remedium,  et  in  prosperis  consolacionis  anty- 
dotum  inpendere  consuevit  Fridericus  enim,  dictus  imperator, 
ecciesie  persecutor,  dirigens  nuper  fratribus  nostris  cardinalibus  et 
ecclesiarum  prelatis  nee  non  principibus  orbis  terre  literas,  petiit 
(coxivocari  concilium,  ut  ibi  de  meritis  cognosceretur  ipsius.   Nos 


18S 

quoque  tandem»  de  fratrum  nostrorum  consilio  eorundem,  prelatos 
ecclesiarum,  regum  ac  principum  nuncios  ad  sedem  apostolicam 
duximus  convocandos.  Unde  idem,  boc  intellecto,  quia  terroris 
sonitus  impiorum  auribus  semper  inest,  eo  quod  lesa  consciencia 
*  seya  yidetur  presumere  omni  yice ,  eonsequenter  alias  literas ,  priori- 
bus  contrarias,  destinarit  et,  nequiter  se  humilians,  examen  eoncilii 
requirendo,  interiora  sua,  plena  dolo,  scripture  varietate  protinus 
detegebat.  Accedentibus  itaque  ad  sedem  apostolicam  prelatis,  positis 
eisdem  insidiis  et  fraudulentissime  captivatis,  feeit  oc)  eos  diro 
carcere  detineri,  non  credens  sibi  sufficere  quod  ecclesiam  multipli- 
citer  leserat  prius ,  nisi  et  in  boc  casu  offensam  eidem  inestimabilem 
irrogaret.  Verum  etsi  ista  nostris  fidelibus  turbacionem  inferant,  non 
tamen  suorum  est  mutanda  constancia  cordium,  nee  propter  id  eorum 
sinceri  animi  sunt  fiectendi,  sed  tanto  ipsi  ecclesie  debent  contra 
persecutorem  eundem  favorabiliores  adesse ,  quanto  eundem  contra- 
dictorem  a)  ipsis  iniuriam  in  illa  sentiunt  intulisse.  Ideoque  uniyer- 
sitatem  vestram  rogamus,  bortamur  in  Domino,  per  apostolica  scripta 
Tobis  mandantes,  quatenus  in  ecclesie  sancte  dcTOcione  constantissime 
persistentes,  et  confidentes  in  Domino  et  in  potencia  yirtutis  ipsius, 
inimico  eins,  tanquam  fortissimi  bellatores,  potenter  et  yiriliter 
resistatis,  nee  repentini  casus  iniquitas  corda  Testra  concuciat,  sed 
ad  defensionem  ecclesie  lattendat  ea  pocius  zelus  Christi.  Nos  enim 
supejr  hiis  taliter  providere,  Deo  auctore,  disponimus  auxilii  sui 
dexteram  nobis  adesse  sperantes,  quod  depressis  impiorum  conatibus, 
honor  aecrescat  altissimo,  katholice  fidei  robur  et  ecclesiastice  über- 
tati  augmentum  proyeniat  ac  Testra  et  aliorum  utilitas  subsequatur. 

Raynald  ad  a.  1241,  no.  64— 67  mit  der  Überschrift :  duci  et  potestati 
Venetorum  und  dem  Dat.  Laterani  XV  Kai.  Judü  poutif.  XV.  Dagegen  hat  Cod. 
Troyes  no.  97.  XIII  Kai.  Junii,  Pertz,  Arch.  7,  920.  —  Aus  Raynald  I.  c.  tragen 
wir  noch  folgende,  hier  fehlende  Stelle  nach:  a)  cum  renerabili  fratre 
episcopo  Prenestino  ac  dilecto  filio  nostro  0.  sancti  Nicolai  in  carcere  Tul- 
liano  diac.  card.  legatis  sedis  apostolice. 

a)  graviorem  Rayn. 


186 


44. 

Papa  episcopo  Coloniensi. 

125$.  August  28.  Anagoit. 

Alexander  IV.  warnt  den  Erzhischof  Konrad  von  Köln  vor  der  Theilnahme  an 
einer  Königswahl,  so  lange. König  Wilhelm  lebe, 

Nuper  ß)  ad  aures  nostras  nova  vehementis  amiracionis  rela- 
cione  pervenerunt,  que  nunquam  ascenderant  in  cor  nostrum,  quod 
videlicet  quidam  principum ,  et  presertim  ecclesiasticoi^m ,  ad  noyam 
turbacionem  imperii  et  vexaeionem  karissimi  in  Christo  filii  nostri  N. 
Romani  regis  illustris,  quin  poeius  ad  sue  salutis  periculum  anhelantes, 
animos  quorundam  movere  conantur  inpulsu  inprobe  actionis  et 
temptacionis ,  ut  quispiam  eorum ,  predicto  rege  superstite  —  quem 
beus  elegit,  in  cuius  personam  vota  eorum  quorum  inter- 
erat  convenerunt  *)>  quem  apostolicus  favor  prosequitur  et 
Pol  34  d.  cum  quo  manum  esse  Domini  felicium  successuum  prosperitas 
attestatur  —  Romani  imperii  aeeipiat  dignitatem ,  licet  de  eisdem 
principibus,  tanquam  de  fidelibus  Christianis,  firmiter  confideremus, 
quod  nuUus  eorum  adeo  dampnatus  alieni  honoris  ambitu  tangeretur, 
aut  affectum  suum  cuiusquam  calidi  super  hoc  temptatoris  iniquis 
suggestionibus  applicaret.  Quia  vero  rix  creditur  quod  hec ,  si  vera 
isunt ,  te  vicinum  latere  poterant ,  que  accepimus  in  remotis ,  mirari 
eciam  non  sufficimus ,  quod  tanta  rei  novitas  ad  n^s  non  prius,  te 
referente,  pervenit,  sine  quo  huiusmodi  molimina  scimus  progredi 
non  valere.  Igitur  pro  certo  tenentes ,  quod  per  te  reprimi  poterit 
efficaciter,  si  quid  super  eo  aliquorum  temeritas  attemptavit  vel  in 
antea  temptabit ,  tibi  per  apostolica  scripta  mandantes ,  quatenus  in 
machinacione  huiusmodi  non  inveniatur  cum  aliquibus  manus  tua,  sed 
poeius    super  hoc  quorumlibet   studiis  perversis   taliter  adverseris, 

a)  Vor  nuper  ein  auspuDctirtes  quod  V. 


1)  Es  ist  sehr  beachtenswerih,  dass  es,  wie  hieraus  hervorgeht,  schon  zar  Zeit 
der  Wahl  Wilhelm's  von  Holland  (1247)  einen  bestimmt  begrenzten  Kreis  von 
Fürsten  gegeben  haben  muss,  denen  ausschliesslich  das  Recht,  den  römischen  Köni^ 
zu  wählen,  zustand.  Vergleiche  im  Fo|<;enden  no.  46  und  foi.  65,  no.  10. 


187 

quod  te  obsistente  propositi  illius  fatiscat  intencio  et  ecclesie  deside- 
rium  de  prefato  rege  ad  imperiale  fastigium  per  nos ,  dante  Domino, 
in  proximo  sublimando,  ntdlis  prepedieionibus  retardetur.  Ad  quod 
eciam  cum  eodem  rege  personaliter  et  bonorifice  venire  te  Tolumus, 
si  tantum  tibi  thesaurizare  cupis  apostolice  sedis  graciam  atque 
nostram,  et  tanquam  yiyidum  menbrum  cum  katbolici  capitis  spiritu 
consentire.  Si  autem  secus  evenerit  et  ecclesie  et  prefato  regi  aliquis 
super  premissis  ex  machinacione  quacunque  difScultatis  et  turbacionis 
articulus  suscitetur,  extunc  indubitatum  reputabimus  et  compertum, 
id  ex  tue  dissimulacionis  et  cooperacionis  consilio  evenisse,  et  exinde 
quodammodo  super  aliis  ädes  fiet,  que  circa  ista  per  plures  nobis 
sinistra  de  fratribus  et  coepiscopis  nostris  non  facile  credentibus 
nunciantur.  Scire  siquidem  omnes  yolumus  in  propositi  nostri  deli* 
beracione  defixum,  ut  si  quis,  maxime  de  principibus  ecclesiasticis» 
contra  prefatum  regem,  devotum  ecclesie  filium,  ordinacioni  divine, 
studiis  principum  ac  disposicioni  nostre  inyentus  fuerit  talitercontraire, 
ad  severitatem  a)  congrue  ulcionis  cum  indignacione  omnipotentis 
Dei  adyersus  illum  constanter  insurget  indignacio  apostolice  potestatis» 
et  nicbilominas  eundem  regem  ecclesie  Romane  indeficiens  presidium 
finaliter  subsequetur.  Nos  autem  omnibus  difficultatem  ingerendi  se 
buiusmodi  yel  inprovide  incurrendi  volentes  aditum  submoyere, 
nominacionem ,  electionem  yel  assumpcionem  de  quocunque  preter 
dictum  regem ,  Deo  et  ecclesie  Romane  devotum,  factam  vel ,  ipso 
superstite,  faciendam ,  exnunc  inprobam  nunciamus  et  tam  cum ,  qui 
ex  buiusmodi  electione,  nominacione  velassumpcione  sibi  usurpayerit6^ 
nomenregis,  quameos,  qui  in  ipsum  consenserunt,  excommunica- 
cionis  decernimus  sentencie  subiacere. 

Cod.  Wilh.  A.  102  mit  der  Überschrift  Aleiander  ep.  etc.  archiepiscopo 
Coloniensi  Pertz  Arch.  7,  900.  Ebenso  Philo).  305,  Fol.  150.  —  Da  dieser  Brief 
teinem  Inhalte  und  zum  Theil  seinem  Wortlaute  nach  mit  dem  unter  no.  46 
folgenden,  an  die  deutschen  Städte  gerichteten,  übereinstimmt,  so  lässt  sich 
annehmen,  dass  er  auch  gleichzeitig  mit  demselben  geschrieben  sei;  ich  habe 
ihm  also  unbedenklich  das  Datum  desselben  gegeben. 

aj  serenitatem  V.  —  b)  usurpaverint  V. 


188 


45. 

Papa  priiclpi  T^eand«  ipsim  ad  eirian. 

1240.  October  15.  Laterani. 

Gregor  IX.  fordert  die  Kirchenfärsten  auf,  sich  durch  die  drohenden  Abmah- 
nungen Friedrich* 8  nicht  abhalten  zu  lassen,  am  nächsten  Osterfeste  persönlich 
vor  ihm  zu  erscheinen, 

Boehmer,  Reg.  Greg.  IX.,  ao.  160. 

Petri  navicula ,  matris  ecclesie  sinus ,  quasi  negociorum  operta 
fluetibus ,  questionum  urgencium  agitata  procellis ,  dexteram  Jesu 
sublevantis  ignorat  a),  Ea  quidem  fiatibus  aquilonis  inpulsa,  videtur 
Dominus  dormitare,  sed  utinam  tepescentibus  aliis  saltim  filii  ferant 
opem  consilii  salutaris,  ne  ipsam  fluctus  inyolvat,  aut  pyrata  crudelis 
abducat  in  precipicium  dire  mortis.  Porro,  federe  naturalis  pactionis 
dirupto,  fides  quatitur,  karitas  refrigeseit,  tepeseit  deyocio,  creseit  et 
'•^•"■•invaleseit  malicia  in  Deum  et  proximum  commissura.  Ex  quo  sane 
fidei  Christiane  profectibus  evidens  prestatur  obstaeulum  et  conse- 
quenter  salutis  dispendia  inferuntur  et  plebs  devota  fidelium ,  com- 
modo  quietis  excluso,  variis  molestiis  incipit  fatigari,  que  in  communis 
statera  iudicii  apostolice  dignitatis  auctoritas  iusto  discussionis 
examine  prudenter  appendens,  ut  omnium  generalis  et  una  mater 
utilitati  proTideat  singulorum,  manus  fortium,  regum  videlicet  et 
prelatorum,  principum  et  aliorum  fidelium  non  indigne  conyocare 
decrevit ,  ut  multiplicatis  clamoribus  Dominum  suscitent  dormientem, 
et  plurium  adiuta  consiliis,  premencium  ponderum  faciat  onera  leviora 
quietis  optate  portum  feliciter  obtentura.  Verum,  sicut  pro  certo 
*didicimus,  singularis  ille  dudum  ecclesie  filius,  sede  apostolica  pro- 
vectus  et  defensus  auxilio,  ad  imperii  culmen  humero  materno  trans- 
latus,  scilicet  Fridericus,  dictus  imperator,  matris  exponere  pudiciciam 
cupiens ,  calidis  in  ipsam  armatur  insidiis ,  predictis  principibus  seu 
prelatis,  vocatis  a  nobis,  accessum  ad  nos  suis  terroribus  interdicens, 
ut  nullius  expers  calumpnie  sive  fraudis,  eandem  matrem  ecclesiam 
talibus  infestet  molestiis,  ne  in  filiorum  yaleat  solacio  respirare.  Cum 
igitur  tarn  sanctum  generalis  utilitatis  propositum  sub  fiducia  divini 

a)  implorat  Raynald. 


189 

favoris  assumptum,  humanis  non  debeat  versuciis  retardari ,  fraterni- 
tati  tue  precipimus  et  attente  rogamus,  qualenus  Deum  hoimni 
preferens  et  difficultatibus  omnibus  obedieneie  meritum  anteponens, 
infra  proximum  resurrectionls  Dominice  diem  ad  sedem  apostolicam 
accedere  personaliter  non  obmittas,  ut  mater  filiorum  consolata 
presencia  et  hostis  adversantis  obstaeulo  providencia  divina  sublato 
pie  intencionis  exordia  felici  communicacione  eonclaudas  et  nos  super 
omnibus,  que  ad  tantum  negoeium  expediunt  exequendum,  curabimus 
opem  et  operam  adhibere. 

Raynald  1240,  no.  58  an  den  Erzb.  von  Sens.Dat.  Laterani  Idibus  Octobris 
anno  XIY.  Hieher  gehört  der  undatirte  Brief  Gregor*s  an  die  Mailänder:  nuper 
considerantes  —  popuH  christiani  bei  Hahn,  Coli.  Mon.  ?eterr.  I,  144. 


46. 
Papa  omnibas  ciTitatibas  Alemanie. 

1255.  August  28.  Anagnie. 

Alexander  IV,  warnt  die  deutschen  Fürsten  und  Städte  vor  der  Neuwahl  eines 
Königs,  so  lange  König  Wilhelm  lebe;  er  werde  eine  solche  Wahl  nie  anerken- 
nen, vielmehr  Wilhelm  zum  Kaiser  krönen. 

Quosdam,  sieut  aeeepimus,  adeo  inpacieneie  sue  urget  Stimulus 
seu  aculeus,  ut,  non  satis  preteritorum  dierum  malieia  et  preeedencium 
tempestatum  fiuetibus  fatigati,  videamus  —  ad  turbacionem  Romani 
imperii,  in  euius  reformacione  hactenus  est  studiossime  laboratum,  et 
ad  bumane  pacis  exeidium  —  novis  machinaeionibus  aspirare  quosdam 
suseepcionem  ipsius  imperii,  karissimo  in  Christo  filio  nostro 
N.  Romanorum  rege  adbue  superstite,  invidere  a),  Sed  mirandum 
nimis  foret  et  divini  plenum  animadversione  iudieii,  si  quem 
forsan  ex  vobis  aliqua  tam  perversa  suggestio  intus  in  animo  commo- 
veret,  ut  quoeunque  pretextu  censeret  licitum,  expediens  aut 
honestum,  eorum  favere  consiliis,  qui  eo  ambitu  euiuspiam  mentem 
temptant,  quo  loca  vivencium,  quos  divinum  vel  bumanum  non  abiecit 
iudicium,  dampnabiliter  appetantur.  Quam  quidem  cupiditatis  speciem 
gentilis  dampnat,  fidelis  abhorret,  sana  detestatur  racio  et  iusta 
iudicia  perseeuntur.   Videat  quieunque  non  desipit,  si  piis  auribus 

aj  Der  Text  ist  irgendwo  corrumpirt.  Einen  Sinn  erhSit  der  Sati,  wenn 
er  mir  superslite  schliesst,  invidere  also  wegfällt.  . 


190 

sint  audiendi  tales  et  ad  consensum  aliquem  admittendi ,  qui  cuius- 
pi«in  animum  attemptacione  pulsando,  Deum  offendunt,   ecclesiam 
katholicam  scandalizant,  cuius  satagunt  Texare  quietem ,  tot  laboribus 
procreatam,  et  illum  dolose   supplantant,   quem   difficilibus  iniuste 
cause  inplieacionibus  inTolvere  moliuntur ,  cum  sue  fortune  dispendio, 
iaetnra  consciencie ,   dampno  fame ,  et  imperii  populum  Cbri^ianum 
confundere  gestiunt,  ut  qui  iam  pacem  imperii,  redeunte  pacate 
Poi.ssb.  quietis  cepit  nuper  commodo,  reflorere,    recidivis  rursum  bellice 
tempestatis  doloribus,  dissicetur.  Absit  tarnen  nichilominus  a  nobis 
ea  yarietatis  nota  et  ea  inconstancia  yanitatis,  quod  ab  eodem  rege 
uUatenus  ayertamur,  qualecunque  sit,  gracie   apostolice    et   auxilü 
nostri  patrocinium  subtrabendo,  cuius  spiritum  Deus  in  necessitatis 
articulo  suscitayit,  ut  eo  tempore,   quo  sedes  apostolica,  adyocato 
et   defensore    legittimo    destituta,    improba    persecucionis    inique 
tyrannide  premebatur,  in  tanto  discrimine  esset  defensor  et  protector 
apostolice   libertatis.    Propter  quod,  ut  presumitur,  Deus  de  celis 
despicit  super  .illos,  qui  se  adyersus  bunc  extoUere  non  formidant, 
quemfidelium  principum  legittimus  approbayit  consensus 
et  apostolicus  fayor  assumpsit  imperiali  culmine  sublimandum.    Absit 
quoque  ab  omni  katholico,  ut  scindere  querentibus  regni  christianissimi 
principatum  et  in  prefato  rege  ordinacionem  divine  providencie  impe- 
dire  cupientibus  aliquatenus  acquiescat.    Nos  itaque ,   circa  eundem 
regem  ordinacionis   diyine  propositum  et  ecciesiastice  probacionis 
iudicium  indeficienti  ac  indefessa  constancia  prosequi  finaliter  inten- 
dentes ,  ipsum ,  tanquam  yocatum  a  Domino,  in  Romanum  principem 
imperialis  henore  dyadematis  proximo  disponimus  sublimare.    Igitur, 
ut  nulla  relinquatur  occasio  contra  buius  nostre  intencionis  Studium 
aliquid   in   ipsius  regis  preiudicium  adtemptandi:    electionem    siye 
nominacionem  yel  assumpcionem  quantamcunque,  de  alio  presumptam 
vel  eciam  presumendam,  ex  nunc  cassam  et  reprobam  promulgamus 
et  tam  cum,  qui  preter  regem  prefatum  ex  nominacione,  electione  yel 
assumpcione  quorumlibet  sibi  usurpaverit  nomen  regis,  quam  eos,  qui 
cum  receperint,   exeommunicacionis  volumus  et  decernimus  eo  ipso 
sentencie  subiacere.     Quocirca  universitatem   yestram   rogamus   in 
Domino  et  bortamur,  per  apostolica  scripta  mandantes,  quatenus 
iniquorum  seductionibus  super  premissis  vestrum  animum  nullatenus 
inclinetis,  sed  eidem  regi,  tamquam  Cbristo  Domino,  principi  yestro 
adherere  potenter  pariter  et  patenter.    Si  enim  ex  amonicione  nostra, 


191 

immo  ex  divine  precepcionis  edicto,  quemadmodum ,  que  Dei  Deo  et 
qua  sunt  Cesaris  Cesari  quisque  debet  a)y  eidem  regi  debitum  con- 
digne  obedicionis  exsolveritis  reverenter,  Deo  exinde  gratitudinis 
afferetis  munu«  ad  graeie  incrementum,  et  preter  sedis  apostolice  et 
ipsius  regis  graciam,  quam  vobis  per  hoc  plenius  comparabitis, 
vendicabitis  yobis  nichilominus  et  hoc  merito  favorem  omnium 
populorum. 

Cod.  Wilh.  A.  101  und  Philol.  305,  fol.  149^  Alexander  ep.  etc.  universis 
populis  civitatudi  et  locoruin  Alemanie  constitutis  sal.  et  a.  b.  (Pertz,  Arch.  7, 
900)  und  Cod.  Troyes  no.  93  Alex.  etc.  ven.  frafribus  archiepiscopis ,  epi- 
scopis  dil.  fil.  No.  m.  (?)  ducibus,  marchionibus,  comitibus  aliisque  Romani 
imperii  principibus  per  Alemanniam  constitutis  salutem  etc.  Dat.  Anagnie  5 
Kai.  Sptbr.  Pontif.  n.  a.  1.  Arch.  7,  920.  —  Dass  Wilhelm  um  diese  Zeit, 
namentlich  in  Süddeutschland,  keineswegs  allgemein  anerkannt  war,  beweist 
eine  Urkunde  aus  der  Nähe  von  Zürich  (Archiv  Wettingen)  vom  14.  August 
1255,  die  Kopp,  Eidgenössische  Bunde  11,  149,  Anm.  4  anführt,  in  der  es  heisst: 
Wilhelmo  Rom.  rege  in  inferiori  Alemannia  regnante. 


47. 

Papa  imperatori. 

?1275.  December. 

Dankschreiben  eines  Papstes  (Gregor  X  ?)  an  einen  Kaiser  (König  Rudolf?) 
für  den '  Trostbrief,  den  er  ihm  in  seiner  noch  andauernden  Krankheit  hat 

zukommen  lassen, 

Gerbert,  2,  30. 

Quod  imperialis  culminis  altitudo  letis  gaudet  ubique  puccessibus, 
gratum  nobis  est  nou  modicum  et  acceptum,  utpote  qui  honorem 
imperii  tueque  felicitatis  augmentum  ita  semper  amavimus  et  amamus, 
ut  tue  magnificencie  comodum  nostrum  specialiter  reputemus.  In  hife 
itaqae  tanquam  karissimo  in  Christo  filio  paternis  affectibus  congau- 
dentes ,  sublimitatem  qua  premines  ammonemus ,  ut  quantumcunque 
successus  b)  mundane  prosperitatis  arrideat,  nullatenus  excellenciam 
consideracionis  interne  a  superni  conditoris  amore  deflectat  cj  pariter 
et  timore,  quia  sine  dubio  vana  delectacione  deducimur,  si  quanto- 
libet  fastigio  mundane  sublimitatis  elati,  transitorie  felicitatis  oblecta- 

aj  debet  am  Rande  V.  —  b)  successibus  V.  —  c)  te  fleetat  V. 


192 

mur  a)  eventibus.  Serenitati  tarnen  tue  graciarum  referimus  actiones, 
quod  de  ipsa  nostra  infirmitate  sollicitus,  gratum  nobis  solacium  per 
Fol.  3s  e.  imperiales  litteras  obtulisti,  nee  immerito  quidem,  quia,  sicut  nobis 
eonsciencia  nostra  respondet,  nullus  posset  in  articulo  huius  temporis 
infirmari  vel  infirmitate  succumbere,  qui  felicitatem  et  gloriam  tuam 
sincerius  et  fidelius  noscatur  actenus  dilexisse.  Ipsa  enim  egritudo, 
quam  patimur,  in  eo  loco  et  tempore  nos  invasit»  quo  pro  honore  tuo, 
quem  sincera  semper  affectione  dileximus,  patrio  solo  relicto,  ad 
remotas  aecessimus  regiones.  Unde  magnificeneiam  tuam  in  huius- 
modi  dileetionis  recordacione  propensius  adhortamur,  quatenus  bec 
omnia  coram  oculis  mentis  pia  meditacione  proponens  et  bonam  nobis 
yicissitudinem  rependens,  siye  nos  Dens  de  laboribus  infirmitatis 
eripiat ,  sive  de  ergastulo  eorporalis  fragilitatis  dedueat ,  ecclesiam 
eins  semper  diligas  et  honores,  eique,  sicut  princeps  ebristianissimus 
et  piissimus  Imperator,  pacem  conferre  satagas  et  quietem,  ut»  siye 
virimus  sive  morimur,  in  eins  presencia  de  tuis  bonis  operibus 
gloriemur,  cui  eciam  in  presenti  vita  pro  debito  nostre  servitutis 
assistimus  et  ad  quem,  de  sua  misericordia  presumentes,  si  nos 
evocare  voluerit,  cum  fiducia  procedemus. 

Gerbert  (ihm  folgt  Boehmer,  Reg.  Greg.  X.,  p.  333)  niroint  an,  der  Brief 
sei  TOD  Gregor  X.  an  Rudolf  geschrieben,  Cenni,  Codex  Rudolfinus  p.  357 
spricht  sich  dag'^gen  aus:  1.  weil  Erkrankung  (Mitte  Deeember  1275)  und 
Tod  Gregor*8  X.  (10.  Januar  1276)  so  schnell  auf  einander  folgten,  dasf  Rudolf 
von  der  ersteren  sicherlich  nicht  zeitig  genug  benachrichtigt  sein  konnte ,  um 
einen  Trostbrief  zu  schreiben,  auf  den  der  Papst  noch  antwortete,  und  2.  weil 
Rudolf  hier  als  Kaiser  angeredet  wird.  —  Es  bleibt  indessen  möglich,  dass 
Gregor  sich  schon  krank  von  Rudolf  zu  Lausanne  im  October  1275  getrennt 
hat,  und  da  Ton  und  Inhalt  des  Briefes  den  freundschaftlichen  Beziehungen 
zwischen  Gregor  X.  und  Rudolf  durchaus  gem&ss  sind,  so  ist  auch  die  Annahme 
gestattet ,  die  Verwandlung  von  regalis  in  imperialis  beruhe  auf  einer  WillkOr 
des  Dictators.  Das  steht  fest,  dass  Gregor  X.  genau  bo,  wie  in  unserm  Briefe 
geschieht,  an  Rudolf  hätte  schreiben  können. 

a)  oblectemur  V 


193 


48. 

Papa  Romaiioriiii  ref^l. 

1201. 

Itmocenz  IIL  schreibt  dem  jungen  König  Friedrich  von  Sidlien,  er  halte  die  an 

ihn  gerichteten,  der  Kirche  unzuträglichen  Zumuthungen  seiner  Jugend  tu  gute, 

und  ermahnt  ihn  zum  Gehorsam  gegen  die  Kirche, 

Litteras  excellencie  tue  ea  qua  decuit  benignitate  suscepimus» 
quibus  libenter  auditis»  eum,  in  cuius  manu  corda  sunt  regum,  pio 
desiderio  rogavimus  atque  voto,  ut  felicitatem  iuventutis  tue  letis 
semper  successibus  ampliando,  tuam  pro  suo  dirigat  beneplaeito 
Toluntatem  detque  tibi  sapieneiam  et  cordis  latitudinem,  ut  scias 
et  intelligas,  quid  sit  beneplacitum  coram  Deo  et  ecelesie  sue 
sanete  aj,  quantamque  debeas  ei  reyereneie  plenitudinem  et  honoris. 
Sane  in  hiis,  que  a  nobis  tua  sublimitas  requisivit,  cum  gravia 
satis  et  ecelesie  contraria  yideantur ,  tuam  continuo  non  tarn  volun- 
tatem  eonsideravimus  quam  etatem,tranqui]Iaconsideracionepensantes, 
quod  cum  sis  in  annis  teneris  constitutus  et  necdum  in  talibus 
experiencie  longevitate  b)  edoctus,  sicut  ab  aliis  inpelleris^  sie 
moveris,  donec  superni  providencia  conditoris  annos  tuos  matura 
stabiliat  gravitate  et  cordi  tuo  altas  profundasque  radices  infigat  sue 
cognicionis  pariter  et  infundat.  Interim  vero  nos,  quos  bonori  et 
profectibus  tuis  debitum  pariter  et  affectus  paterne  karitatis  annectit, 
detuasalutec^soUiciti,  monemusethortamur  attente,  quatenus  matrem 
tuam ,  sacrosanctam  videlicet  ecclesiam ,  diligas  iugiter  et  honores. 
Nos  enim  in  eo  sumus  proposito  constituti,  ut  te,  si  curaveris  honorem 
ecelesie  conservare  et  nobis,  tanquam  patri  tuo  spirituali,  filialis 
obediencie  vinculo  coherere,  sinceris  extunc  affectibus  in  Domino 
diligamus  et  provideamus  attencius,  quomodo  statum  tuum  salubribus 
instruamus  monitis  et  honoribus  augeamus. 

Vergl.  einen  ähnlichen  Brief  Innocenz*  III.  vom  3.  Juli  1201.  Boehmer, 
Reg.  Inn.  no.  76.  und  Raumer,  Hohenstaufen,  3.  Aufl.  2,  406.  In  dasselbe  Jahr 
dürfte  auch  unser  Brief  gehören.  ^ 

aj  sanete  am  Rande  V.  — -  b)  %cvitate  zum  Theil  auf  Rasur  V.  —  c) 
taltim  vi 

Fontes.  Abth.  11.  Bd.  XXV.  13 


194 


49. 
Papa  ad  graeiam  sedLs  apMt«Uce  reyers«. 

Ein  Papst  begrüsst  fretidtg  einen  tu  den  Schooas  der  Kirche  zurückkehrenden 
römischen  König  und  ermahnt  ihn  t  auf  dem  betretenen  rechten   Wege  zu  ver- 
harren. 

Ad  domum  paternam,  cuius  limen  seductus  excesseras,  de 
regione  dlssimilitudinis  redeunti,  quamvis  agenti  adhuc  forinsecus, 
l^ykres  tibi  occurrimus  et  leti  procumbimus.  ad  reeoncSiaeionis 
osculum  super  Collum  i)»  de  tuo  redditu  in  te  ipsum  eo  laeatia  gai»iio 
exultantes,  quo  pater  de  a)  filio  redivivo  quem  putabat  h)  extinetum, 
¥el  inTeutum  cj  quem  perditum  fleverat,  ^gratulatur.  Die  nimirum 
sectator  heredis  d)  hostis  antiquus»  natum  redempeionis  humane 
puerum  impius  perdere  gestiens  Christum,  et  Christi  ecclesiam  vide- 
licet  orthodoxam  impie  conatur  extinguere  et,  tanquam  insaciabiiis 
inferni  oUa  profunda ,  ipsum ,  ne  nomen  eins  moretur  in  terris ,  quasi 
Fol.  »sd.vivum  et  integrum  deglutire.  Unde,  quia  pariter  deyium  ducebaris  et 
in  interitum,  et  moliebaris  contra  proprium  sanguinem  illas  insidias» 
quibus  alienum  sanguinem  fundere  siciebas,  dolendum  pocius  ^rat  de 
salutis  tue  periculo,  te  in  malum  currente  cum  male,  tpaeoi  de 
fluctuantis  ecclesie  detrimento.  Certos  namque  nos  reddit  divina 
promissio  et  securos,  que  nunquam  poterit  irritari,  qood  ecclesia  Dei, 
quam  flatus  quo  ducitur  non  sinet  fieri  eapeionem  dentibus  im- 
piorum  »),  contrito  ad  ultimum  laqueo  venatoris,  in  latitudinem  exiet 
Ubertatis,  et  qui  eam  querit  opprimere  cum  fautoribus  suis  repentine 
calamitatis  ruinis  obeuntibus  involre^r.  Tu  vero,  si  partem  tuam  in 
Christo  posueri&  et  in  Christo  nobiscum,  qui  licet  indigni  Ticem  eius 
tenemus  in  terris;  provehet  domum  tuam,  sicut  hactenus  in  tuis 
maioribus  dinoscitur  proyexisse.  Monemus  igitur  magnificenciam 
tuam  et  propensius  adhortamur,  quatenus  in  yiam  patrum  tuorum,  ad 

a)  de  am  Rande.  —  b)  quem  putabat  am  Rande.  —  c)  in?ento  zu  lesen. 
—  d)  Herodes  zu  lesen.  Yergl.  Er.  Matth.  2,  13»  Futurum  est  enim,  ut  Herodes 
quaerat  puerum  ad  perdendum  eum. 


1)  Lucas  15,  20. 
»)  Ps.  123,  6. 


195 

quam  de  lubrico  erroris ,  quo  in  precipicium  ruitur ,  a  Domino  reva- 
caris,  immobilem  sistas  gradum,  et  fundatus  in  petra  Petri,  que  non 
novit  ruere  vel  everti,  nullis  malorum  pulsibus  quaciaris,  non 
acquieseens  de  cetero  propinantibus  in  melle  venenum,  quitquid  a), 
postquam  foris  pacis  yultum  assumpserint^  intus  blandimento  quodam- 
modo  toxicati,  in  novissimo  erunt  moTth)  ferientis  cuspide  seorpionis. 
Pige  igitur,  queso,  pedem  tuum  in  monte  sancto,  eeelesia  videlicet 
Dei  vivi  nee  tibi  deinceps  swaderi  raleat  a  temptatore  quoeunque,  ut 
bonum  tibi  videri  debeat  inde  cum  pereuntibus  mittere  te  deorsum, 
unde  tibi  est  cum  reliquis  Dei  filiis  ad  celestis  hereditatis  consorcium 
ascendendum,  a  quo  draco  iste  proiectus ,  qui  ruine  magne  patuit» 
quos  poterit  sataget,  ne  solus  pereat»  trahere  cauda  sua  9-  ^^^ 
igitur,  ut  diximus,  fili !  de  reliquo  in  excelso  et  circumspice  totam  in 
circuitu  regionem  et  vide ,  quod  populos  tibj  domesticos ,  in  quantum 
tue  magnitudinis  depressione  hostilis  propellator  elidat,  quantaque 
terrarum  amenitas,  quanta  urbium  pulchritudo,  in  quibus  itaque 
singulari  eminencia  tuprecellis,in  quantam  tu^m  tuorumque  pressuram, 
nisi  forsan  tu  ante  tempus  occurras ,  in  desolacionem  et  solitudinem 
ab  alieno  sit,  ad  quem  de  biis  non  pertinet,  r^dditura.  Sed  fortassis 
est  aliquis  inter  fideles  consiliarios  tuos ,  qui  te  etsi  non  fraudulenter 
alliciat,  tamen  admonet  inprudenter,  ut  stragen\  certam  adiacencium 
tibi  dissimules  populorum,  utens  blandis  fictisque  sermonibus  ac 
promissionibus ,  scilicet  quod,  salva  domo  tua  ac  superstite,  non 
valeat  flagrans  incendium  proximis  tibi  parietibus  applicari.  Contra 
consultorem  buiusmodi  forte  te  zelum  secundum  scienciam  non 
habente ,  audi  patrem  fili !  tuam  prudenciam  ammonentem  consuicius 
brevi  Tcrbo,  et  memorie  recommenda  pro  sincera  gracia  monitoris, 
quia  Tidelicet  vindemiator  racemum  c)^  quem  anxius  in  vindemia 
preterit  botris  turgentibus  inherendo,  decerpit  avidius  in  autumpno  «) 
et  domus  in  flagracionis  medio  constituta,  etsi  non  consumitur 
incendio,  tamen  infirmatur  exhaustis  compaginum  viribus  ad  ruinam. 
Recole  igitur  progenitorum  tuorum  fidem  erga  patriam  et  coniugalis 
federis  dulcedinem  erga  gentem.  Super  patria  tua,  immo  super  te  ipso 

a)  vielleicht  quid  quod  zu  lesen.  —  b)  Yielleicht  in  ore  zu  leseo.  — 
c)  racenum  V.  — 


1)  Apocal.  12,  9. 
*j  Micha  7,  1. 

13  ♦ 


196 

et  tuis  posteris  ingemiscens  excita ,  queso ,  potenciam  tuam ,  et  in 
eorum  auxilium  de  cubili  tuo  progredere  sieut  leo.  Cum  quibus 
nomen  tuum,  in  seculorum  generaeionibus  gloriosum,  ut  firmamentum 
gentis,  stabilimentum  populi  et  tutela  patrie,  absentibus  et  futuris  ad 
laudem  perpetuam  predicetur  et  semini  tuo  a)  post  te  compatriote 
tui  coniugantur  amore  et  federe  sempiterno.  Romana  vero  ecclesia, 
que  uteri  sui  oblivisci  non  Valens  deyotos  filios  non  oseulatur  in 
Fol.  36  •.  dolo ,  sed  sincera  compleetitur  karitate ,  nee  illos  odisse  potest,  et 
offendentes ,  in  tantum  est  prona  ad  veniam ,  qui  simplieiter  corri- 
guntur ,  ut  correctis  habundanciorem  graeiam  restituat ,  quam  sub- 
traxit.  Te  igitur  agentem  fideliter  erga  Deum  et  filialiter  erga  matrem 
super  eos  suum  ponet  velud  insigne  signaeulum  et  domui  tue  de 
rore  eeli  et  de  pingwedine  terre  incrementa  benedictionis  perpetue  h') 
largietur  *)• 

Der  ganze  Brief  bewegt  sich  in  allgemeinen  Redensarten  und  enthSU 
keine  einzige  bestimmte  Thatsache,  welche  auf  eine  historische  Grundlage 
zurückwiese.  Er  ist  also  als  Stilprobe  zu  betrachten.  Der  Dictator  mag  seinem 
bibelfesten  Schüler  die  Aufgabe  gestellt  haben,  einen  Brief  mit  dem  oben 
angegebenen  Inhalt  zu  schreiben  und  die  Geschichte  vom  rerlorenen  Sohn 
(Lucas  15,  20)  zu  Grunde  zu  legen,  auf  welche  in  ühnlichen  pupstlichen  Schrei- 
ben in  der  Regel  Bezug  genommen  wird ;  die  Reuigen  kehren  immer  zurück 
„de  regione  dissimilitudinis^.  Yergl.  u.  A.  Gregor*s  X.  Brief  an  den  griech. 
Kaiser:  Raynald  1274,  19  und  Gregor*s  IX.  Brief  an  Friedrich  II.  oben 
No.  36. 


50. 
Papa  E«iiiaii«raiii  regi. 

Ein  Papst  berichtet  einem  römischen  Könige ,  die  Stellvertreter  getoisaer 
Cleriker  seien  aus  ihren  Kirchen,  unter  dem  Verwände  jene  Cleriker  seien 
todt,  verdrängt  worden.  Da  diese  jedoch  leben  und  als  Procuratoren  am 
päpstlichen  Hofe  weilen,  so  möge  der  König  jenen  Stellvertretern  ihre  Kirchen 

zurückgeben. 

Benigna  celsitudini  cj  regie  Romane  sedis  auetoritas,  augmentis 
tuis  semper  innixa  felieibus,  que  yelud  singularis  affectionis  filio  pro 

aj  tue  am  Rande  V.  —  bj  perpetue  am  Rande  V.  —  cj  celsitudine  V. 


t)  Genes.  27,  28. 


197 

emergencium   difBcultate   curarum  patris   sollicitudinem    et  matris 

ubera   non   subtraxit,   in    sinceritatis    et   communem   religionis  a) 

Christiane  culturam  te  h)  in  prosperis  invenit  filium,  et  inter  adversa 

constantissimum  et  devotum,  quem  reeolenda  progenitorum  sinceritas 

deyocionis  reliquisse  heredem  presumitur    et  matris  ecclesie  fecisse 

te  credimus  continuata  benefieia   non   ingratum.     Quapropter   non 

indigne  quidem  mirari   eompellimur,   quod  quidam  regni  tui  clerici, 

non  decurrentis  temporis  sortem ,  sed  mortis  consorcia  presumentes, 

questuaria  cujpiditate  succensi ,  Romane  curie  clericos ,  qui  procura- 

cionis  officio  ibi  degunt,   mortuos  mentiuntur,  eorum  sibi  eonferri 

benefieia  sub  huius  falsitatis  ingenio  procurantes.    Inter  quos  eqrum 

quidam   quosdam   karissimos    nostros,    nobis    ac    fratribus    nostris 

speciali  sineeritate   coniunctos,  false   suggestionis   suspiriis   obiisse 

mentiti,  eorum  ecelesias,  procuratoribus  amotis  ab  ipsis  et  fructibus 

in  sequestro  positis,  furtivis  quibusdam  ausibus  sunt  adepti.    Cum 

igitur  tarn  detestande  fraudis  astucias  et  argumenta  suis  arguenda 

primordiis   censura  regia  transire  non  debeat    inpunita:    nos,  qui 

uniyersorum  causam  prosequi  tenemur  ut  nostram,   quique  sumus 

speciales' tui  culminis  zelatores,  fame  tue  dispendium,  quasi  tactum 

oculi,   non   ferentes:    serenitatem   tuam   rogamus    et   hortamur   in 

Domino,  quatenus,  pro  sedis  apostolice  reverencia  et  nostre  interven- 

cionis  respectu,  procuratoribus  cappellanorum  predictorum  subtractas 

ecelesias  restitui  facias  et  procures,   cum  non  modicum  exinde  tuo 

derogaretur  honori,  si,  te  consenciente,  sub  huiusmodi  nequicia  lede- 

remur  in  nostris   ac  persequencium  morsibus  pocius  preservandis, 

presertim  cum  iidem  cappellani  pro  suis  meritis,  nostro  ac  omnium 

fratrum  nostrorum  favore  muniti ,   adesse  possint  omni  c)  tempore 

regiis  obsequiis  fructuosi ,   et  nos ,  qui  predictorum  iniuriam  nostrarii 

procul  dubio  reputamus  offensam,  pro  eis  eo  interpellemus  eflfectu,  ut 

ad  graciam  exaudicionis  admissi  et,   suscepto  de  tua  benivolencia 

munere,  quodpetimus,  ad  graciam  tibi  teneamur  non  immerito  retribu- 

cionis  graciam  dj  non  ingrati. 

aj  religionis  am  Rande  V.  —  b)  te  auf  Rasur  V.  —  c)  omni  überge* 
schrieben  \,  —  d)  graciam  muss  wegfallen  und  retribucionis  auf  das  yorberg^- 
gangene  ad  graciam  belogen  werden. 


198 

51. 
Papa  fmtn  faittres  VrMeriei  iMperai^rh. 

1147  oder  1248.  Lugduni. 

Innocent  IV.  decreiirt  die  Absetzung  aller  Geistlichen,  welche,  seinen  wieder- 
holten Befehlen  ungehorsam,  dem  excommunicirten  ehemaligen  Kaiser  Friedrich 
anhängen,  und  erklärt  die  Nachkommen  jener  Geistlichen  bis  zum  vierten 
Geschlecht  für  unfähig  zu  geistlichen  Würden. 

Recte  discrecionis  examen  stateram  iusticie  moderamine  con- 
gruo  a)  eque  librat,  cum  digna  virtutibus  premia  et  equa  viciis 
stipendia  conferuntur.  In  utraque  siquidem  lance  publica  pensatur 
utilitas ,  cum  erga  benivolos  bene  meritos  merces  inundat  retribu- 
cionis,  et  iusta  severitas  in  aliquibus  facit,  scelera  ut  emendent.  Sic 
enim  iusticia  quibuslibet  quod  suum  est  ex  ordine  dispensante 
retribuit:  obsequiis  videlicet  graciam  et  iniuriis  talionem.  Eos 
eciam,  quorum  ad  virtutis  meritum  levia  sunt  studia,  exemplo  promo- 
vet  bj  premiorum  et  a  reliquis ,  quos  inpunitatis  amor  a  malo  hou 
reyocat,  innocencia  prave  similitudinis  reciduntur.  Ut  autem  sicut 
diversa  sie  congrua  utrisque  c^  contingant  merita,  necesse  est,  ut 
utrorumque  pandantur  demerita ,  ut  non  ^rret  bonorum  dispensacio 
bonis  competens,  nee  illacio  malos  spectans.  Hoc  errore  circa  multos 
Fol.  36  b.  gppj^sgß  yidetur  mater  ecclesia,  cuius  iudicium  frequenter  fallit  opinio, 
dum,  reservata  divinis  aspectibus  occulta  non  dj  videns,  omnes  sibi 
faciem  simplicitatis  pretendentes  passim  admisit  ad  ubera  filiorum. 
Que  ubi  boni  monstratur  effigies,  mali  suspicionem  non  toUens,  omnes 
bene  meritos  estimabat,  quos  male  meritos  numerus  inserebat.  Sed 
benedictus  Dominus,  optimus  lucis  auctor,  qui  educit  lumen  de 
tenebris,  obscura  declarans  et  mencium  interiora,  revelat,  prout 
expedit,  abdita  secretorum.  Nam  eadem  mater  ecclesia  inter  sevas 
persecutorum  procellas  eo  flaute ,  a  quo  diebus  istis  omne  malum 
panditur,  excitata  ad  expiacionis  exercicium  et  probacionis  meritum, 
vexata  diucius  propter  hoc  in  temptacionibus  suis,  gaudet  referre 
duplicem  sc  proventum:  unum  quidem,  quod  speculator  occultus, 
ipsius  agonem  occulte  prospectans ,  eam  iuxta  poUicitacionis  inviola- 
bilis  fidem  temptat  et  tamen  temptari  non  sinit  ultra  quam  valeat 
sustinere,  reliquum -vero ,  quod  interest  in  numeros  ,  quos  in  gremio 

aj  congruo  am  Rande  V.  —  bj  promovent  V.  —  cj  utrosque   V.  — 
dJ  et  non  V. 


199 

suo,  Teluti  grana  cum  paleis,  bonorum  dies  in  distinetione  a) 
eompegerat,  in  cuius  tranquilb  quieta  per  mundi  equora  ferebatu^, 
malorum  declarante  turbine,  nunc  discernit  et  iam  non  erronea  matris 
tliscrecio  utrosque,  veros  et  fictos  videlicet,  reeognoscit,  ut  in 
refectiotte  süa,  qua  gratitudinis  filios  commendat,  dulcedinis  sue 
mannas  bj  retrabat  ab  ingratis,  eo  quod  non  sit  bonum  dari  canibu^ 
pabulum  filiorum.  Si  enim  paterne  provisionis  humanitas  inprobos 
passim  comitaretur  et  probos,  parvipenderetur  condicio  utrorumque 
et  virtus  in  proprio  subiaceret,  si  culpam  inpunitate  et  peccatum 
benificencia  contingeret  premiari.  Propter  quod  malorum  lacius  quam 
bonorum  exeiiipla  in  perniciem  publicam  texerentur.  Miramur  sane 
dolentes  quosque  fideles,  qui  cum  filio  prodigo  Fr.^  quondam  impera- 
tore ,  in  regionem  abire  cj  longinquam ,  adberentes  domino  regionlä 
eiusdem  *)>  q^^^  detractos  a  domo  propria,  videlicet  ecclesia  Dei  vivi, 
et  omni  bono  celestis  gracie  denudatos,  funditus  inmergit  pecca- 
torum  voluptas  J^,  adeo  quod  non  facile  addiciant  e^ut  resurgant.  Sed 
vehemencius  miramur  aversionemeorum,  qui  sortiti  fuerant  clericatum, 
tanto  ab  ecclesia  favore  provecti,  tanta  benignitate  collecti,  ut  in 
multorum  invidiam  se  beneficiorum  prodigam  exhibuerit  ergä  illos, 
dignitatis  eos  extoUendo  eulminibus  et  tanquam  peculiares  filios 
beneficiorum  uberibus  deliciosius  educando.  Ipsi  vero  pro  dilectione 
odium  et  iniuriam  pro  gracia  refferentes ,  dum  in  die  belli  stare  pro 
domo  Domini  conti'a  violentorum  inpetus  crederentur,  in  arcüm 
pestilencie  sunt  conversi  et  cum  assistendi  se  oportunitas  obtulisset, 
obstiteruntj  imo  f)  pociud  nocuerunt,  roborando  viribus  suis  nervum 
persecutoris  perfidi  contra  matrem.  Nam  et  devocionem  et  fidem ,  si 
qua  vigebat  in  reliquis,  per  dampna  rerum  et  personarum ,  iniurias  et 
terrores  multiplices  exstinxerunt,  more  vindicte,  que  non  excessui  sed 
penitencie  locum  parat,  seviendi  sumentes  audaciam  in  conversos 
proch  dolor!  Qua  racione  suam  posuerunt  ex  opposito  porcionem, 
quos  in  omni  articulo  iuxta  modum  possibilitatis  eorum  sperabat 
habere  ecclesia  semper  promptos.  ludicet  quicunque  inter  nos  et 
ipsos,   quoniam  in  querele  nostre  iusticia   cuiusquam  sani  capitis 

q)  distinetione  auf  Rasur  V.  —  b)  manna  oder  mammas  zu  lesen.  — 
cJ  abierunt  zu  lesen.  — -  dj  voluptatibus?  —  ej  adducantur?  —  f)  imo  auf 
Rasur. 


i)  Lucas  15,  13.   15. 


200 

Judicium  non  veremur,  si  congruum  sit  eis  convenientibus  Christum 
in  menbra  ecclesie  iterum  crucifigi ,  quorum  funiculi  ceciderunt  in 
preclaris  patrimoniis  Jesu  Christi.  Videat  quilibet,  si  locus  sit  excu- 
sare  volentibus  excusaciones  proprias  in  peccatis ,  quos  in  persecu- 
cionem  universalis  ecclesie  sentimus  fovere  tyrannum,  qui  nomen 
Christi,  quantum  in  eo  est,  in  Christianis  occidit  et  cum  sponso 
sponsam  molitur  extinguere,  satagens  cultum  divinum  penitus  extirpare, 
ut  ipse  solus  in  orbe  terrarum  tanquäm  ydolum  desolacionis  abhbmi- 
nabilis  adoretur  *).  Quantumlibet  vero  ipsorum  in  hac  parte  innote- 
^°^-^*®*scerent  evidenter  et  publice  fulgarentur  excessus,  nos  tarnen,  de 
mansuetudine  sedis  apostolice  consueta,  que  libencius  in  subditis 
emendat  peccata,  quam  punit,  nee  ferrum  precisionis  libenter  adigit 
in  morbos ,  qui  possunt  ex  levi  fomento  recipere  sanitatem ,  eosdem 
clericos  ad  presenciam  nostram  per  publice  citacionis  edictum 
paterna  et  misericordi  severitate  evocavimus,  ut  a  culpis  modesta 
correctione  sanatos  non  traheret  ad  desperacionis  laqueum  peccati 
quodammodo  magnitudo,  sed  pie  porrecta  manus  apostolice  discipline 
reduceret  ad  salutem.  Porro  ipsi  vocacioni  nostre  contumaciter 
obdurantes  auditum,  et  terga  inobediencie  in  contemptu  superbo  nobis 
vertentes,  aversa  penitus  ab  Jerusalem  facie  in  Jericho  a)  et  conversa 
per  viam,  qua  inciditur  in  latrones,  nee  venire  nee  cohibere  se  ipsos 
nee  revocare  suos  a  nequicia  curaverunt.  In  quibus  probavimus 
illius  sentencie  veritatem,  qui  nutrit  filium  suum  delicate,  ipsum 
sentiet  contumacem  ^),  quia  clemencia ,  que  ipsos  ad  penitenciam 
adduxisse  debuerat,  abusi  sunt  temere  in  derisum.  Nos  igitur, 
attendentes  nostri  apostolatus  officium,  ad  ulcionem  omnis  inobe- 
diencie divinitus  preparatum,  ut  in  laudem  bonorum  pena  proficiat 
reproborum,  predictos  clericos  deponimus  etprivamus  omni  ecclesiastico 
sive  temporali  beneficio,  decernentes,  ut  usque  ad  quartam  generacionem 
nullus  de  ipsorum  progenie  assumatur  in  clericum  nee  in  ?omibus  regu- 
laribus  alicuius  prelacionis  assequatur  honorem,  nisi  cum  eo  fuerit 
dispensatum.  Ceterum  malorum  dispendia  cedant  bonis  et,  eis  qui 
cruciabantur  hactenus  pre  iusticia  consolatis,    illi   qui  swavem  in 


1)  Dasselbe  ist   mit  denselben  Worten  von  Innocenz  IV.  über   Friedrich  U.  gesagt 

oben  no.  34  und  im  Folgenden  fol.  68,  no,  16. 
S)  Lucas  10,  30. 
S)  Proy.  29,  Zi. 


201 

bonis  aliorum  vitam  duxerunt,  versa  vice  sibi  post  bona  malis 
succedentibus  desolentur ,  dignitates ,  personatus  et  beneficia ,  que 
babebant,  aliis  in  devocione  persistentibus  decrevimus  libere  confe- 
jenda. 

Der  Brief  kann  von  Gregor  IX.  oder  auch  ?on  Innocenz  lY.  herrühren; 
ich  glauhe  ihn  dem  Letzteren  zuschreiben  zu  müssen.  Kaiser  Friedrich 
verordnet  numlich  gegen  Ende  1247:  quod  quicunque  clericus  vel  religiosus 
ad  papale  seu  papalis  legati  mandatum  publice  forsan  obmiserit  missarum 
solemnia  seu  ah'a  divina  offieia  celebrare,  et  ecciesiastica  sacramenta  fidelibus 
propinare  negaverit^  de  civitate  yel  loco,  cuius  incola  reperietur»  eiectus, 
suis  bonis  omnibus  patrimonialibus  et  ecclesiasticis,  ut  penam  de  tanta 
temeritate  tulisse  se  doleat,  spolietur.  Huill.-BrehoUes  6,  581.  Raumer  4,  35. 
"(Auf  diesen  Brief  nimmt  Gregor  IX.  in  seinem  Schreiben  an  die  Kirchenfürstea 
Deutschlands  vom  18.  April  1248  ib.  614  squ.  Bezug.)  Entweder  ist  nun 
unser  Brief  eine  durch  die  kaiserliche  Verordnung  von  Ende  1247  hervor- 
gerufene Repressalie,  dann  würde  er  in  das  Jahr  1248  gehören,  oder  er  hat 
jene  kaiserliche  Verordnung  veranlasst,  dann  würde  er  in  das  Jahr  1247  zu 
setzen  sein. 


82. 

Papa  archiepiscopo  C^Ioniensi. 

1266.  September  18.  Viterbii. 

Clemens  IV.  warnt  den  Erzbischof  von  Cöln  vor  der   Theilnahme  an  einer 

Königswahl  Conradins  und  spricht  die  Excommunication  aus  gegen  diejenigen, 

welche  solches  thun. 

Boehmer,  Reg.  ab  a.  1246.  Addit  I.  Reg.  Clem.  IV.,  no.  344. 

Fundata  domus  Domini  super  immobile  firmamentum,  super 
quod  seeundum  apostolum  aliud  ponere  nemo  potest  *) ,  a  eolumpnis 
stabilibus,  sub  deeenti  locatis  ordine,  pulcbritudinem  reeipit  et 
decorem.  Quarum  implent  officium ,  qui,  in  prelaeionis  ecclesiastice 
ministerium  assumpti,  spirituale  sustinent  edificium  et  yenustant. 
Inter  hos  sane,  quanto  in  eredita  tibi  eeelesia  loeum  obtines  celsiorem, 
quanto  pondus  strueture  sustines  amplioris ,  tanto  te  deeet  quantitate 
maiori  in  omnibus  et  per  omnia  stabiliri,  ut  nee  nutes  nee  devies 
a  rectitudine  tui  status  ne,  dilapsus  in  partem  alteram,  eo  perieulosius 


1)  Ad  Corinthos  3,  11.   12. 


202 

corruas,  quo  tecum  plures  traheres  ad  ruinam.  Verum  ad  a)  iusti 
paritep  et  honest!  solliditatem  h)  propositi  preter  commune  debitum, 
quo  te  Deo  vehementer  astrictum  intelligis,  cuius  in  ministerii  tui 
Sorte  vocatos  in  partem  sollicitudinis  vices  geris,  acumulata  nichilo- 
minus  beneficia  te  obligant ,  que  cum  aliis  prelatis  Alemanie  a  sede 
apostolica  dinosceris  recepisse»  cuius  larga  beneficia  et  largitas 
beniyola  tibi  et  Ulis  semper  hactenus  affuit  et  quasi  fons  indeficiens 
Vobis  et  vestris  ecclesiis  graciarum  fluenta  communicans,  vos  instruxit 
consiliis,  roboravit  auxiliis,  vallavit  c)  beneficiis  et  privilegiis 
honoravit.  Justum  est  igitur  et  conveniens  pietati ,  ut  ad  matrem 
ecclesiam  elevetis  oculos  universi,  et  cura  perrigili  studeatis  eius 
obviare  periculis ,  que  si  sua  vel  vestra  dixerimus ,  sua  tamen  rectius 
dicemus  et  vestra,  cum,  dolente  capite,  non  sit  in  menbris  sanitas, 
Fol.  36  d.  nee  maternis  infixi  visceribus  matre  possint  quiescere  laborante. 
Ceterum  quantum  ecclesiam  flagellaverit,  quantum  concusserit,  quot 
exprobracionis  ei  mala  reddiderit  domus  inproperii,  quondam  vide-^ 
licet  Fr.  d)  imperatoris ,  non  solum  ecclesiis  et  principibus  Alemanie 
notum  existit,  sed  est  mundo  notorium  universo.  Unde  iusto  damp- 
natus  iudicio,  et  tam  imperii  quam  regni  Sycilie  iure  pariter  et  honore 
privatus,  diem  miserabiliter  claudens  extremum,  tenuem  reliquit 
memoriam,  cum,  sublatis  de  medio  filiis,  in  domo  tanti  nominis 
unica  scintilla  remanserit  etatis  adhuc  tenere,  premature  tamen 
malicie  Chunradinus  a),  Porro  non  sine  magna  cordis  amaritudine 
nuper  accepimus,  quod  nonulli  ex  hiis  principibus  et  prelatis ,  ad 
quos  ius  pertinet  eligendi  Romanorum  regem  ad  e) 
imperatorempostmodumpromovendum,  ineam  devenerint/;^ 
audaciam,  ut  super  electione  Chunradini  eiusdem  adimperium^^ 
occultos  audeant  et  apertos  inire  tractatus,  proprio  salutis  inmemores, 
bestes  iusticie  et  quietis  publice  turbatores ,  cum  deberent  non  solum 
attendere,  quod  assumere  ineligibilem  nulli  licet  ß).  Hunc  autem 
esse  probat  ineligibilem  etatis  infirmitas ,  que  inhabilem  ipsum  facit 
vel  efficit  ad  honores,  cumque  etiam  si  legittimum  terminum  attigisset, 
cum  tamen  eligi  non  deceret,  utpote  qui  de  persecutoribus  manifestis 
ecclesie,  tam  veteribus  quam  modernis,  trahens  onginem,  iuste 
posset  hac  sola  racione  repelli.  Cuius  7)  tamen  causam  aggravat 
etiam  h)  manifesta  temeritas  qua  se  parat,   ut  evidentibus  patet 

a)  a  V.  — y  solliditateV.  -  c)  fallavit  V.  —  dj  Fr.  am  Rande.  — -  ej  ad 
fehlt  V.  —  f)  devenerit  V.  —  g)  ad  imp.  am  Rande.  —  h)  etiam  am  Rande  V. 


203 

indicüs ,  ad  se  et  eontra  se  Romanam  eeclesiam  merito  proYOcandam. 
Quapropter  cum  officio  nostre  serritutis  incumbat,  fraudibus  et 
maliciis  occurrere  perversorum  ne,  quod  absit,  neglecta  raleant 
incendia  a)  vires  resumere»  que  in  ipsis  iniciorum  suorum  primordiis 
melius  extinguntur:  nos  in  omnes  et  singuios  cuiuscunque  condi- 
cionis  et  status  existant,  cuiuscunque  sint  gradus,  ordinis  sive  sexus, 
qui  per  tractatus  h^  publicos  vel  occultos  seu  quoscunque  alios 
modos  proeurabunt  dicti  Chunradini  promocionem  in  regem  Roma- 
norum et  in  omnes,  qui  ad  id  procurandum  conyenerint,  excommuni- 
caeionis  sentenciam  promulgamus  et  anathematis  eos  yinculis  inno- 
dantes ,  terras  eorum  ecciesiastico  subicimus  interdicto.  Si  qui  vero 
ad  ipsius  electionem  processerunt ,  si  principes  fuerint  seculares  c^, 
ipsos  et  heredes  eorum  perpetuo  omnibus  feodis  etbonoribus,  que 
ab  ecclesiis  et  personis  ecclesiasticis  obtinent,  et  tam  eos  quam 
posteritatem  eorum  usque  ad  quartam  generacionem,  iure  eligendi 
Romanorum  regem  auetoritate  priyamus  apostolica,  et 
insuper  eorundem  filios,  si  clerici  fuerint,  usque  ad  quartam  genera- 
cionem  reddimus  prorsus  inbabiles  ad  dignitates  et  ecclesiastica 
beneficia  obtinenda,  si  Tero  electores  buiusmodi  prelati  fuerint, 
ipso  facto  depositi  ac  nudati  omni  maneant  dignitate,  seu  omni 
ecciesiastico  beneficio  sine  spe  restitucionis^aut  gracie  aliquo  tempore 
obtinende  d).  Licet  autem  de  tue  deyocionis  et  fidei  puritate  firmam 
geramus  fiduciam ,  quod  in  hiis  et  aliis  proprio  proyideas  saluti  et  te 
nostris  beneplacitis  studeas  coaptare,  quia  tamen  calcar  adhibitum 
equum  admissum  magis  excitat  quam  molestat:  fraternitati  tue 
per  apostolica  scripta  et  in  yinculo  obediencie  firmiter  preci- 
piendo  mandamus,  quatenus  a  predictis  laqueis  et  periculis  non 
solum  tibi  cayeas ,  sed  et  alios ,  ne  in  huiusmodi  possint  incidere, 
reddas  sollicite  cauciores  et  has  nostras  sentencias  totumque  predic- 
tum  teuerem  in  tuis  ciyitatibus  dyocesis  et  proyinciis  conyocato 
clero  et  populo  facias  singulis  mensibus  publicari  s).  foi.  37 «. 

Ergänzungen  aus  Schannat  Yindemiae  p.  207 — 209  Clemens  episcopus 
8.  8.  D.  fratri  archiepiscopo  Mogüntino  saiutem  et  ap.  bened.  —  a)  Er  habe 
sich  der  Wohlfahrt  Conradin*s  gefreut,  aber  dieser  trete  in  die  Fusstapfen 
seines  Grossvaters,  ohne  zu  bedenken,  dass  wie  einst  Innocenz  dem  Friedrich 
Sicilien  und  das  Kaiserthum,  so  er  dem  Conradin  das  Königreich  Jerusalem 
und   seine  Rechte  und   Würden   nehmen   könne :   cuius   congauderemus   — 

a)  incendia  am  Rande.  —  h)  praetactis  publicis  vel  occultis  corrumpirt 
bei  Schannat.  —  r)  saec.  fehlt  Schann. 


204 

coaptet.  —  ß)  verum  eciam  diligenter  adrertere  quomodo  nunc  eis  paratom 
quemlibet  et  omni  exceptione  maiorem  liceret  eligere  maxime,  pendente 
duarum  electionum  negocio  coram  nobis,  que  fuerunt  de  karissimis  in  Christo 
filiis  nostris,  rege  Castelle  et  Riehardo  rege  Cornubie,  viris  illustribus  et 
magnificis,  per  eos  ad  quos  ius  eligendi  pertinet  in  discordia  celebrate.  — 
•y)  Cuius  —  proYocandam  fehlt  bei  Schaanat.  —  d)  Alle  diejenigen,  welche 
dem  Conradin  gegen  Karl  von  Sicilien  beistehen,  sowie  Alle,  weiche  gegen 
die  Kirche  und  den  König  Karl  für  Conradin  in  Italien  eindringen  sollten, 
werden  in  den  Bann  gethan:  omnes  eciam  —  meruerit  eorundem.  —  s)  Dai 
Viterbii  XIV  Kai.  Octob.  pontif.  nostri  anno  secundo. 

W&hrend  Schannat  der  Brief  an  den  Erzbischof  von  Mainz  vorlag,  enthält, 
wie  unsere  H.  S.,  auch  Cod.  Palermitanus  no.  34  Pertz  Arch.  5,  369  das  gleich- 
lautende an  den  Erzbischof  von  Cöln  adressirte  Schreiben. 


205 


B,  Ineipiunt  litere  imperatorum  et  regum  Romanorum. 


1. 

Imperator  regi  Franeie. 

1249.  Juni  c. 

Friedrich  IL ,  erschreckt  durch  die  Nachricht  von  dem  Untergange  der  Flotte 

der  französischen  Kreuzfahrer,  entsendet  einen  Boten  und  Brief  an  Ludwig  /X 

mit  der  Bitte  um  genaue  Nachrichten, 

Petrus  de  Vincis  3,  22. 

Generali  qua  cunetos  amplectimur  fidei  partieipaeione  ehristi- 
colas ,  sed  speciali ,  qua  vestram  pura  affectione  personam  diligimus, 
inter  diversa  aj  genera,  que  cogitaeionibus  nostris  indesinenter 
oeeurrunt,  preeipua  reddimur  cordis  anxietate  sollieiti  et  frequenter 
affeetamus  audire  de  vobis  nova  veridica  que  placeant,  et  scire 
plenarie  in  terre  sancte  presidium  vestre  peregrinaeionis  eventum. 
De  cuius  aggressu,  velud  in  tarn  valida  rerum  et  temporum  tempe- 
state  temptato ,  cum  res  plena  sollieiti  sit  timoris ,  non  sine  gravi 
formidine  cepimus  aliquociens  dubitare,  ne  forte,  norercante  fortuna, 
votis  communibus  absonum,  infestis  auspiciis,  exitum  sortiretur. 
Inter  has  vero  anxietates  et  soUicitudines  nostras,  quas  eventus  futuri 
dubietas  nostris  aflfectibus  ingerebat,  yolatilis  fame  garrulitas,  variis 
discussa  relatibus,  supervenit  veritatis  utinam  vacuas  eruetuans  narra- 
eiones,  classem  videlicet  regiam,  dudum  saneto  proposito  non  sine 
magnis  laboribus  et  sumptuum  profusionibus  congregatam,  in  tempe- 
state  maris  et  fluetuum ,  quibus  non  nisi  divine  potestatis  auetoritas 
imperat,  colluctaeione  ventorum  asseruit  disgregatam.  Ex  quo  tanto 
yebemencioris  causam  turbacionis  assumpsimus ,  quanto  personam 
vestram  pre  ceteris  regibus  et  mundi  principibus  sinceriori  karitate 
eomplectimur ,  et  quanto  per  id  multorum  vobiscum  Christi  fidelium 
inteneioni,  suspenso  terre  sancte  dissidio,  que  Gallicarumft^virium  tarn 

a)  diversa  curarum  Petr.  d.  Vin.  —  b)  callicarum  V. 


206 

proj^nqinnn  expeetabat  snbsidiom,  deyotis  affectibus  condolemus. 
bta  tarnen  raria  relacione  perplexi  credere  simpliciter  loquacis  fame 
relatu  nolumus ,  donec  super  hiis  veritas »  que  dubietatis  buiusmodi 
turbines  abluat,  nobis  lueidior  patefiat.  Propter  quod  latorem  presen- 
eium,  ut  ad  nos  redeat  de  yestro  processu  utinam  felici  instructus,  ad 
yestram  presenciam  specialiter  proyidimus  destinandum ,  rogantes 
quatenus  per  eundem  anxie  nostre  serenitatis  intrinseea  renovetis. 

Die  französische  Flotte  war  am  23.  Ifai  1249  tob  dem  Hafen  von  Liinas- 
sol  ausgelaufea ,  seboa  aaeh  einigen  Tagen  wurde  sie  jedoch  von  StörmeD 
auseinander  getrieben.  (Wilken  7,  93  ff.)  Auf  die  Nachricht  hiervon  erliess 
Friedrieb,  der  mit  Ludwig  IX.  fortdauernd  in  gutem  Einvernehmen  geblieben 
war,  unsern  Brief,  der  demnach  etwa  im  Juni  geschrieben  sein  wird. 


2. 

Inperatoris  flUiis  regi  inglie. 

1247.  Februar  oder  März. 

Der  junge  Heinrich,  Friedrich* 8  IL  und  habella'a  Sohn,  schreibt,  nachdem  er 

die   Taufe  empfangen  und  zum  Könige   von  Sicilien  eingesetzt  ist,   seinem 

Oheim,  dem  Könige  von  England,  den  ersten  Brief  und  verspricht  bei  guter 

Gelegenheit  wieder  zu  schreiben, 

HuiU.-Breh.  VI,  504. 

Si  magttifieencie  vestre  hucusque  non  scripsimas,  ri  nostre 
progressüiD  fortune  ad  yestram  noticiam  a)  segnis  ofScium  ealami  non 
perduxit,  si  nostrorum  gesta  successuum  stilus  hactenus  dietatorius 
non  suggessit»  causa  fuit,  quod  nobis  in  annis  yidelieet  teneris  eonsti^ 
tutis  nee  renatis  adhuc  fönte  baptismatis,  quid  et  cui  nostra  seriberet 
infaneia  nee  diseernere  poterat  nee  sciebat.  Nunc  autem  bonore  tanti 
sacramenti  solempmter  decorati,  ad  annos  eciam  alicuius  cognicioms 
addücti,  quos  nobis  gustatus  amor  paterne  dileetionis  siye  dulcedinis 
niqper  fecit  audaces,  dum  nos  in  solio  suo,  ut  toti  regno  Sycilie  de 
consiliariorum  suorum  disponeremus  consilio,  ordinayit.  Presentes 
yera  yobis  nostre  salutacionis  apices  destinamus  et  frequenter  desti- 
nabimus  in  futurum ,  quociens  et  rerum  qualitas  exiget  et  se  nobis 
oportunitas  offeret  nunciorum. 

Erg&nzungen  aus  Huillard-Breb.  VI,  504.  Regi  Anglorum  rex  Henricus 
etc.  —  a)  si  nepotice  sospitatis  erentus  ad  noticiam  vestram  etc. 


207 


Imperator  N.  eomiti. 

Kaiser  Friedrich  IL  berichtet  dem  Ezelin  von  seinem   Wohlbefinden  und  dem 
glücklichen  Fortgange  seiner  Unternehmungen, 

Petrus  de  Yin.  2»  25.  Ezelino  scribens  etc. 

Seimus    et  longi   temporis    exp^imesto   probayimus,   quod  a 
consuetudine ,   que   iam  in  tc  nature  vim  obtinet,   preseripta  tue  • 

maturitatis  devocio,  nativk  erecta  potenciis,  possit  iam  minime  decK- 
nare  —  scimus,  qvod  urgens  in  sensui)A  tue  devocionis  antiquitas, 
quantumlibet  tQ»  brumosa  a)  seneseat  in  corpore,  virtuosa  niehilo- 
minus  iuTenescat  in  spiritu  et  in  mente  — ,  scimus  quod  arbor  tue 
idei  annorum  vetustate  non  desipit,  sed  quanto  plus  in  tempore 
labitur,  tanto  fructus  placidiores  adducere  consuevit  — ,  scimus,  ^^i-'^k. 
quod  licet  a  nobis  interdum  locorum  intercapedo  te  dividat,  corde 
tarnen  et  animo  nostre  maiestatis  potenciam  h)  intueris ,  dum  statum 
Bostrum  votiras  per  literas  prosperum  apetis  et  per  nuncios  ministe- 
Fiosus  exquirere  non  desistis.  Ecce  igitur  votis  tuis  consona  nova 
rescribimus,  quod  scilicet,  divina  favente  gracia ,  prospere  vivimus 
et  corporis  nostri  menbra,  bellicis  hactenus  fatigata  laboribus, 
deliciosa  regni  nostri  dulcedine  restauramus,  illo  niebilominus  non 
obmisjso,  quin  ad  pacifieandum  statum  fidelium,  et  rebellium  nostrorum 
reliquias  opprimendas,  curas  nostras  soUicitudo  prosperier  per 
continuatas  vigiKas  debeat  propensius  excitare. 


4. 

Imperator  popiilo  Hyschenensi  c), 

1242.  Ende  Februar. 

Kaiser  Friedrich  IL  zeigt  den  Betoohnem  van  Messina  den  am  10,  Februar 
iZ4Z.  erfolgten  Tod  seines  Erstgeborenen  des  Königs  Heinrich  an. 

Quia   inter   ceteros  regni    nostri   fideles   speciali   prerogatira 
populum  semper  dileximus  Mysensem  cj,  idcirco,  sicut  de  prosperis 

a)  ruiDosa  Petr.  d.  V.  —  bj  praesenciam  P.  d.  V.  —  cj  Offenbare  Fehler 
für  Messanensi  und  Me^sanensem. 


208 

nostris  eventibus  hylares  esse  vos  cupimus ,  ita  eciam  de  sinistris 
Yos  confidimus  eontristari.  Nam  celestis  altitudo  eonsilii,  euius  occulta 
iudieia  colligere  nemo  potest,  eo  quod  amirativi  voce  prophetica  sunt 
abyssusy  nee  yalent  a  mortalibus  arte  qualibet  evitari,  nos  in  uno 
menbrorum  nostrorum  potissimo  meduUitus  a)  laneeavit,  dum 
Februarii  h)  mensis  die  decimo  nostrum  primogeniciam, 
illustrem  Sycilie  regem  a),  de  vite  medio  proch  dolor!  evoeavit. 
Quis  igitur  valeat  rivulos  lacrimarum  singuHuosos  restingere ,  tanti 
filii  prudenciam  ad  memoriam  evocando?  queve  lingwa  tarn  gloriosi 
regis  audaeiam  eompilaret?  aut  quis  suam  calamus  posset  deseribere 
largitatem?  Heu  me,  inquam,  fili  mi,  heu  me,  quem  vereri  tenebatur 
quilibet  inimieus ,  utpote  dilectum  omnibus ,  terre  gaudium  universe ! 
Unde  etsi  motu  naturali  et  paterno  iure  maiestas  nostra  pro  tarn 
benigni  amissione  filii  in  lacrimas  se  dissolvat»  multo  foreius  yos 
regnicole  tanto  domino  yiduati.  Sit  ergo  planctus  iste  communis, 
huius  lamenti  dolor  in  omnem  terram  et  in  fines  proyeniat  orbis  terre, 
quia  maiestas  tanti  prineipis  multorum  deposeit  lacrimas ,  qui  multis 
elyppeus  defensionis  fuerat  et  salutis.  Cessarent  lacrime  et  singultuosa 
cessarent  emissa  suspiria  de  profundis ,  si  non  in  longos  se  derivaret 
rivulos  vis  doloris.  Luxit  namque  David  filium  suum  Absolonem  et 
patriarcha  j3)  suum  Joseph  filium  lamentis  variis,  prout  legimus,  deplo- 
ravit. 

Ergänzungen  aus  Huill-Br6h.  VI,  32.  Fridericus  etc.  populo  Messanensi 
etc.  -T  a)  Henricum  —  j3}  Jncob. 

Vergleiche  {iber  den  Todestag  K.  Heinrichs  (VII)  Boehmer  Reg.  imp.  inde 
ab  1198  pag.  255,  der  unsern  Brief  ohne  Angabe  des  Grundes  für  unecht  erklärt. 


Imperator  N.  principi. 
Der  Kaiser  (Friedrich  IL)  tröstet  einen  seiner  Getreuen  über  den  Tod  seines 

tapfem  Sohnes* 

Quod  de  nimis  acerbo  filii  tui  casu  compassionis  nostre  verbum 
ad  te  tarde  pervenit  causa  fuit,  ut  tibi  ad  tempus  lacrimas  laxaremus. 
Suspirantibus  namque  gemitibus  et  oculis  lacrimosis  epistolam  nostre 
compassionis  offerre  nolumus,  quam  et  lacrimarum  eontinuata  gutta 
perfunderet  et  eductio  copiosa  singultuum  perlegi  prohiberet.  Nunc 
autem,  mitigatis  suspiriis  et  luminibus  excolatls,  consolacionis  nostre 

a)  mtduUitus  am  Rande  V.  —  bj  Frebr.  V. 


20t) 

literas  offerimus,  vulnus  apertum  medicamine  debite  perswasionis 
aggredimur,  et  cum  tibi  per  amaritudinem  luctuum  baetenus  satis- 
feceris,  per  deposieionem  lugubrium  satisfieri  et  nobis  gratissime 
postulamus.  Seimus  enim,  quod  quamyis  dura  requirimus,  tamen 
possibilia  flagitamus.  Amane  igitur  plorabunt  usque  ad  yesperam  florem  , 
scilicet  occiduum  ante  tempus  estatis,  occasum  solis  ante  meridiem,  et 
noctis  ealiginem  ante  diem  plorabis  a)  et  per  consequens  iuvenem, 
nondum  plene  puberem,  prius  intempestive  mortis  subiisse  iudicium» 
quam  senectutis  indieium  rel  6^  inicium  attigisse,  turbato  mortalitatisPoi.STe. 
ordine,  quo  pater  pro  filio,  oflfers  laerimas,  quas  pro  te  filius  reser- 
Tabat  c).  Nos  enim  in  tam  subito  filii  tui  casu  compassionis.  paterne 
consorcio  non  caremus,  maxime  quia  eundem  a  te  naturaliter  genitum 
yixque  adbuc  maternis  uberibus  ablaetatum  in  ulnis  nostre  educacionis 
aeeepimus,  et  quia  susceptibilem  ipsum  discipline  invenimus,  yirtutum 
in  ipso  rudimenta  contulimus,  quatenus  sibi  eonspieuus,  aliis  utilis  et 
nobis  existeret  fructuosus.  Nunc  autem  cum  d^  de  plantacione  nostra 
yindemiam  computaremus,  generacionis  humane  novacula  vite  telam 
in  homine,  quam  nondum  plene  perfecte  texuerat,  intempestive 
dinoscitur  precidisse.  luste  igitur  dolere  te  norimus,  eo  quod  in 
natf'  tui  funere  pomum  vite  natura  decerpsit  spacio  temporis  imma- 
turum.  Sed  consolari  te  volumus  eo  quod  illud  ante  tempus  debitum 
yirtutum  erogacionibus  accepit  maturatum.  luste  te  dolere  novimus 
eo  quod  morientis  filii  clauseris  oculos ,  consolari  te  volumus ,  quod 
non  inter  molles  delicias  et  debiles  curas  defecerit  langwidus,  sed 
inter  oecupaciones  nostras  bellicas  defecerit  strenuus  et  vixerit 
gloriosus.  Nos  igitur  gracie  nostre  zelum,  quem  ad  filium  defunctum 
produximus,  tanto  libencius  et  copiosius  ad  patrem  propagabimus, 
quanto  nostre  serenitatis  affectum  eiusdem  continuata  obsequia  uberius 
meruerunt. 

Petr.  de  Vin.  4,  11.  abweichend  und  ausführlicher  mit  der  Überschrift 
Comiti  Acerramm,  consolando  eum  de  morte  filii  sui  cadentis  in  hello. 

a)  plorabis  am  Rande  V.  —  b)  indieium  vel  am  Rande  V.  —  c)  So  muss 
man  wohl  lesen  für  filio  reserrahas  V.  —  d)  cum  am  Rande  V. 


Fontes.  Abth.  II.  Bd.  XXV.  14 


210 


6. 

Imperator  N.  comiti. 

Friedrich    IL    tröstet  einen    Grafen  über  den    Tod  seines   Bruders,  eines 

Bischofs, 

Audito  nuper  quod  mordentis  omnia  mortis  a)  impietas  N.  hj 
yenerabilem  c)  episcopum,  fratrem  tuum,  fidelem  nostrum  dj^  non 
sine  plurimorum  subtraxerit  detrimento,  passionibus  tuis  in  hac  parte 
affeetuose  compaciendo  doluimus,  Deo  teste,  et,  si  ope  vel  opibus 
reparari  e)  defunCtum  rel  alia  occasione  redimi  natura  permitteret; 
nostra  libenter  propterea  apperuissemus  eraria  et  alia  oportuna  sub- 
sidia  misissemus.  Graviter  f)  etenim  nostri  cordis  intrinseca  casus 
ipse  turbarit,  dum  et  te  proinde  fraternis  affectibus  amarieari  conspi- 
cimus  et  eius  nos  grata  tam  subito  perdidisse  obsequia  previdemus  g), 
Sed  quia  quod  semel  subripit  mors,  debitrix  amara,  nonreddit;  dolor! 
tuo ,  quem  multi  tecum  libentissime  partirentur ,  consolacionis 
unguenta  h)  porrigimus  et  gracie  nostre  remedia  propinamus,  devo- 
cioni  tue  mandantes ,  quatenus ,  verborum  nostrorum  temperame^to 
linitus  i)^  statim  abstergas  lacrimas ,  refrenes  suspiria ,  et  more  k) 
constantis  yiri  dolori  tuo  limites  l)  inponere  non  obmittas. 

Petr.  de  Vin.  IV,  S  mit  der  Oberschrift  eomiti  Casertano  —  Marlene 
Coli.  II,  p.  1206  „Fridericus  Richero  Consolatur  eum  de  L.  episcopi  Theanensis 
fratris  eius  morte'*. 

a)  mortis  am  Rande  V.  —  h)  L.  Martene.  —  c)  Yenerabilem  Theatb. 
Petr.  de  Vin,  —  d)  tibi  nunc  ad  presenciam  [personam  Mart.]  venire  parato 
Mart.  u.  Petr.  d.  V.  —  e)  recuperari  Petr.  d.  V.  —  f)  Graviter  —  previ- 
demus fehlt  Petr.  d.  V.  —  g)  pensamus  Mart.  —  h)  argumenta  Petr. 
ungenta  Y.  —  i)  lenitus  Mart.  —  kj  amore  Martene.  —  l)  limitem  nobis 
proinde  placiturus  imponas  Mart.  —  Von  devocioni  an  hat  Petr.  de  Vin.  eine 
kürzere  Fassung. 


211 


7. 
Imperator  ciTibos  Folgende. 

1240.  Januar. 

Friedrich  IL  schreibt  den  Bewohnern  von  Foligno,  er  habe  bestimmt ,  dass 
sein  Schmegersohn  Thomasius  von  Aquino  als  kaiserlicher  Stellvertreter  in 
ihrer  Stadt  residiren  solle  und  fordert  sie  auf,  ihn  im  Kampfe  gegen  Rebel' 

len  zu  unterstützen. 

Petr,  de  Vin.  2,  21. 

Etsi  generali,  qua  cunetos  fideles  nostros  pura  mentis  affectione 
complectimur,  quos  affeetuose  prosequi  teneamur  a) ,  speciales  tarnen 
cause  nostris  se  cogitacionibus  offerunt,  que  ad  civitatis  vestre  com- 
moda  inter  alias  civitates  Ytalie  prerogativa  quadam  multipliciter  nos 
invitant.  Inducimur  siquidem  ex  antiquo  fidei  vestre  zelo,  quam  nee 
temporis  vetustas  antiquata  b)  debilitat,  nee  annorum  spacia  fasti- 
dita  cj  constringunt,  sed  quanto  plus  in  tempora  labitur,  tanto 
semper  in  fide  nostra  recentior  invenitur.  Inducimur  eciam  ex  pure 
dilectionis  vestre  constancia,  que  nee  vicinorum  interdum  exemplo 
submota,  nee  persecucionibus  hostilibus  stupefacta,  tanquam  sereno 
semper  in  nubilo  eo  extitit  omni  tempore  in  nostra  devocione  ferven- 
cior,  quo  dampna  pro  nobis  sepe  pertulit  graviora.  Inducimur  nichilo- 
minus  ex  illa  causa  potissime,  quod  in  Fulgencia  fulgere  primitus 
puericia  nostra  cepit,  et  sie,  dum  civitatem  vestram  locum  nutriture 
nostre  recolimus ,  dum  vobiscum  quasi  civiliter  convixisse  pensamus, 
erga  vos  dominantis  quodammodo  modum  excedimus  et,  naturali 
quadam  humanitate  seducti ,  ad  vestrum  salubre  regimen  familiarius 
obligamur.  Sic  igitur  de  cura  vestra  solliciti  frequenter  credimus,  „ ,  3. . 
quod,  ubi  sie  affeetuose  vos  diligimus,  alicuius  sinistra  suspicio  aut 
fraudulenta  suggestio  devocionis  vestre  constanciam,  de  qua  stabili 
mente  confidimus ,  a  fide  nostra  nequeat  dj  revocare.  Licet  autem 
vos  egere  exbortacionibus  non  credamus,  quos  sine  requisicione 
ferventes  ad  nostra  servieia  probabiliter  experimur,  nicbilominus 
tamen  fidelitatem  vestram  presentibus   commonemus,   quatenus  in 

aj  quos  affeetuose  prosequi  teneamur  am  Rande  Y.  —  bj  antiquita  Y.  -^ 
cJ  fastidiala  V.  —  dj  ne  nequeat  V. 

14« 


212 

fide  et  serviciis  nostris  solliciti  more  solito  vigilantes  a)  contra 
rebelies  nostros  tos  potenter  et  viriliter  opponatis  ut  fine  laudabili 
comitante  prineipium,  nostre  serenitatis  dexteram  ad  vestre  generali- 
tatis  et  specialitatis  argumenta,  quasi  per  debitum  obligetis.  Nos 
enim  sie  alta  mente  et  altis  retribucionibus  fidem  vestram  disponimus 
compensare,  ut  nostris  persererasse  serviciis  merito  gaudeatis. 

Erg&DzuDg  aus  Huill.-Br6h.  V,  632.  Fridericus  etc.  Fulginatibus  etc.  — 
a)  SIC  ad  requisicionem  Thomasü  de  Aquino,  capitanei  nostri  ipsarum  partium, 
dilecti  generi  atque  fidelis  nostri,  quem  ad  vos  tanquam  imaginarium  persone 
nostre  transmittimus  et  continuo  yolumus  commorari. 

Vergleiche  denselben  Brief  Cod.  Wilh.  B.  25  und  Cod.  Philol.  383,  fol.  43. 


8. 
Imperator  N.  dfitati. 

Em  Kaiser  drückt  einer  durch  Treue  bewährten  Stadt  seinen  Dank  dafür  aus, 
dass  sie  an  den  Mördern  seines  Getreuen  Rache  genommen. 

Inter  alia  devocionis  insignia,  quibus  erga  progenitores  nostros 
et  nos  bactenus  probabiliter  claruistis,  illud  speeialiter  nostris 
adbesit  affectibus  et  satis  memorabilibus  nostris  precordiis  est 
inpressum,  quod  sicut  nuper  veridica  relacione  accepimus,  excres- 
cente  fervore  fidei,  quam  in  vobis  ipsa  fundavit  mater  antiquitas  et 
grata  novitas  solidavit,  ne  de  morteN.,  a)  dilecti  nostri  fidelis, 
bonoris  nostri  fastigiis  rubigo  remaneret  iniurieß),  seu  vobis7)infamie 
nebula  S)  superesset,  ad  sumendam  de  eiusdem  karissimi  nostri 
interfectoribus  ulcionem,  devocio  restra  non  minus  audacter  quam 
fortiter  assurrexerit.  Ex  quo  sinceritatis  vestre  affectum,  dum  in 
operis  exhibicione  comparuit  e)  eommendamus.  Et  C)  quoniam  a 
recto  fidei  tramite,  a  quo  fideles  non  deviant,  in  hiis  et  in  aliis,  caden- 
tibus  aliis  vestris  concivibus,  non  oberrasse  vos  scimus,  sed,  assumpto 
constancie  seu  fortitudinis  spiritu,  sie  erga  nos  immobiles  persti- 
tistis,  quod  nullius  emergentis  eventus  adversitas  constans  animi 
vestri  propositum  unquam  potuit  immutare:  super  quo  vos  dignis 
laudibus  commendantes ,  nostra  proinde  gratifieata  maiestas  ad 
vestri  favoris  benivolenciam  nos  invitat,  ut  si  unquam  retroactis 
temporibus  in  nostris  predeeessoribus  gratie  plenitudinem  invenisse 


213 

vos  reeolitis,  pingwiorem  erga  nos  vj)  semper  in  melius  munificeneiam 
invenire  de  cetera  confidatis. 

Vergleichung  mit:  Petr.  de  Vin.  Z,  2S  mit  der  Oberschrift  Pisanis  etc. 
und  Martene  Collectio  2,  1207  Conradus  etc.  bajulis,  iudicibas,  hominibus 
Panormi.  —  a)  magistri  etc.  (C.  Martene)  secretarii  nostri  Sicilrae  Petr.  de 
Vin.  Martene.  —  ß)  inertiae  Mart  —  7)  nobis  Petr.  d.  V.  —  d)  nubila  Petr. 
—  s)  complacuit  Petr.  Mart.  —  C)  Von  Et  quoniaro  —  majestas  Petr.  und 
Martene  andere  Fassung.  —  v?)  für  erga  nos  apud  nos  Petr.  und  Martene. 


9. 

Imperator  regi  Vrancie. 

Friedrich  U.  fordert  den  König  von  Frankreich  auf,  den  Handelsverkehr  mit 
den  rebellischen  Lucanern  abzubrechen, 

Petr.  de  Vin.  %  13  gleichlautend  an  die  Pisaner. 

Furiosam  superbiam  et  superbam  furiam  Lucanorum,  qua 
succensi,  freiuentes  se  contra  Deum  et  Romanum  imperium  erexerunt, 
superfluum  esset  devocioni  vestre  per  singula  literis  recenseri,  quam 
iam  lacius  divulgatam  yos  credimus  non  latere.  Sed  nee  quosdam 
excessus  eorundem  rolumus  sub  silencio  preterire ,  ut  vos,  celsitu- 
dinis  nostre  zelati  honorem  et  abhominati  verius  iniquitatem  ipsorum, 
ad  nostram  et  imperii  yindicandam  iniuriam  et  illorum  insolenciam 
edomandam  exurgatis  potenter  pariter  et  patenter.  Cum  enim  iidem 
cives  ad  occupandam  terram  imperii  nequiter  inhiarent,  eos  plurie» 
monuimus  in  spiritu  lenitatis,  ne  tantam  nobis  molirentur  iniuriam  seu 
iacturam.  Sed  Uli,  blandis  nostris  conteniptis  monitis,  iniquitatem, 
quam  conceperant,  parientes  a),  predictam  terram  hostiliter  inrase- 
runt,  in  ea  multa  enormia  committentes.  Unde,  ne  täntam  iniuriam 
noxie  negligere  videremur,  materialem  gladium  exercuimus  in  eosdem, 
ipsos  yelud  inimicos  imperii  proscribendo,  et  mandando  eos  pro- 
scriptos  ab  omnibus  arcius  eritari,  sperantes  quod  percussi  dolerent 
et  attriti  nostram  misericordiam  implorarent  At  illi  malleum  velud 
stipulam  reputantes,  ad  percucientem  noluere  rererti,  sed  indomabili  poi.ss  t 
corde  tumentes,  excessus  excessibus  cumularunt,  pro  verbis  penitencie 
y^bis  superbie  blasphemando.  Quia  igitur  eorum  superbia  semper 
ascendit,  donec  eam  exurgens  iusticia  preveniat  et  subvertat,  ut  contri- 

a)  parientes  auf  Rasur  V. 


214 

cione  duplici  conterantur:  sinceritatem  yestram  rogamus  attente, 
quatenas  eosdem  Lucanos  rebelies  nostras ,  ob  nosiram  et  imperii 
perereneiam,  severitate  eongrna  pereellentes,  eis  in  regno  restro  «^ 
faciatis  eommercia  interdiei  et  in  aliis  consimilibus  easibus  ipsos 
perturbare  curetis  sicut  noreritis  expedire. 

10- 

Imperator  N.  prlnelpi. 

1241.  April. 

Friedrich  IL  berichtet  dem  EzeHn,  wie  die  Bärger  von  Faenza  nach  harter 
Belagerung  sich  ihm  unterworfen  haben  und  wie  er  gegen  He  Gnade  walten  lasse, 

Huill.-Breh.  Y,  1114  ff.  —  Boehmer,  Reg.  Frider.  no.  1005. 

Adaucte  nobis  continue  felicitatis  auspicia»  quibus  dextera 
Domini  prosequitur  gressus  nostros,  desideria  tua  volumus  non  latere. 
Cum  enim  in  obsidione  Favencie  ^  preterita  hyeme  fiximus  victricia 
castra  nostra  et  insultus  eiusdem  oppidi  propter  asperitatem  temporis 
non  pateret,  sed  machinis  et  instrumentis  bellicis  intus  et  exterius 
quassaretur,  ut,  muris  ex  continuo  machinarum  ietu  collapsis,  et  per 
subterraneas  vias,  quas  nostri  fecerunt,  attingentes  menia  civitatis  et 
intima  penetrantes,  verni  temporis  advenienti  temperie,  non  confideret 
ulterius  se  tueri  «) :  ad  mansuetudinis  nostre  clemenciam  imploran- 
dam,  utpote  que  iam  yicinum  et  quodammodo  in  omni  parte  ineumbens 
exterminium  formidabat,  tota  se  illa  unirersitas  convertebat,  ut, 
quibus  expugnaeio  proxima  periculum  minabatur,  vite  munus  indul- 
gencia  nostra  tribueret  et  misericordia  super  exaltato  iudicio  mani- 
festis  eorum  excessibus  loeum  venie  reseraret.  Ad  clamores  igitur  et 
inploraciones  eiusdem  populi »  quem  tanta  pridem  rebellio ,  si  factis 
equitas  responderet,  indignum  exaudicionis  gracia  exhibebat,  inyictum 
victoris  animum  clemeneia  nostra  vicit,  et  cum  victis  misericorditer 
agere  nos  induxit.   Die  N.  s^  ad  pedes  maiestatis  nostre  yenientibus 

aj  in  terra  Festra  Petr.  de  Vin. 


i)  Die  Belagerung  begann  im  August  1240  und  dauerte  8  Monate. 

2)  Bis  hierher  gleichlautend  mit  dem  Eingange  des  Schreibens  bei  Petrus  de  Vin.  1,  8. 

Huill.-Rreh.  5,  1126.  Das  Folgende  gleich  Petr. de  Vin.  2, 4.  Huill.-Breh.  5, 1113—1115. 
■)  1241,  April  14.  —  Die  14  intrante  Aprili  eiusdem  anni  dicta  civitas  ipsi  imperttori 

reddidit  se.  Ro'landin  Muratori  8.  237. 


215 

Faventinis,  etad  nostrum  beneplacitum  et  mandatum  in  manus  nostras 
civitatem  subicientibus  et  personas ,  prestitis  nobis  fidelitatis  debitis 
iuramentis  et  illicitis  quibuslibet  que  fecerant  abiuratis ,  eos  ad 
dominium  nostrum  et  graciam  recepimus,  omnibus  eorum  offensis 
nostram  misericordiam  preponentes ,  cum  gloriosum  yindicte  genus 
pensemus  ignoseere  noxiis,  cum  potuerimus  yindicasse,  ac  felices 
vietorie  nostre  tytulos  aseribamus  restituere  saluti  subditos  et  bene 
vivendi  benificio  condempnatos,  ut  nil  suavius  nil  iocundius  atque 
iustius  estiment,  quam  sub  iugo  imperii  de  cetero  respirare.  Non 
enim  est  amieum  cedis,  nee  ad  effusionem  sanguinis  nocencium  sub- 
ditorum  sacrum  aspirat  imperium ,  eo  quod  divina  potencia  d)  eius 
illustret  solium  et  misericordia  et  h)  veritas  ambiunt,  pax  et  iusticia 
complectuntur.  In  ubertate  siquidem  mansuetudinis  nostre  ac  patulis 
amplexibus  pietatis  immense  procedimus,  conversionem  rebellium 
attemptantes  et  ad  eorum  pertinaeiam  edomandam  constanter  ex 
animo  insistentes ,  ut  c)  potencie  nostre  manus ,  si  qui  volüerint  in 
sua  pertinacia  perseverare,  profunditate  vallorum  et  murorum  altitu- 
dine  contra  fortitudinis  nostre  potenciam  evadere  non  confidant  d)^ 
nee  diflfidant,  qui  facile  convertuntur,  apud  augusti  tbroni  clemenciam 
misericordie  graciam  invenire.  Tibi  igitur,  quem  intime  zelus  fidei 
nostri  fecit  laboris  et  honoris  non  expertem  e)  y  conversionem 
Favencie  ad  universale  gaudium  intimamus  f)^  qui  per  indefessas 
vires  et  virtutis  tue  constanciam  nobis  vietorie  tytulum  vendicasti. 

a)  diF.  pot.  fehlt  V.  —  l)  mis.  et  fehlt  V.  —  e)  die  folgende  Stelle, 
hier  offenbar  conrumpirt,  lautet  bei  Huill.-Breh.  V,  1114:  ut  qui  potencie  nostre 
manus  sequi  noluerint  et  in  pertinacia  perdurarint,  per  murorum  altitudineui 
etc.  —  d)  considerant  V.  —  e)  qui  pro  nostrorum  rebellium  confusione  et 
iusticie  ac  recuperande  pacis  augmento  nobiscum  pondus  diei  et  estus  in 
multis  sumptibus  et  periculis  persone  comportas  conversionem  etc.  H.-Breh. 
—  ^  ut  congaudeas  victori  H.-Breh. 


216 


11- 

Imperator  cognate  sae. 

Ende  1253. 

Konrad  IV,   tröstet  eine  Verwandte  über  den  Tod  Otto's  des  Erlauchten  von 

Bcnem* 

Boehmer,  Reg.  Conradi  IV.,  no.  132. 

Dum  post  sedatos  undique  turbines,  quos  dudum  in  regao 
Sycilie  temporis  calumpniosa  procella  commoverat ,  nostris  aj  nuper 
faveret  affectibus  fortune  placiditas  et  nostrorum  processuum  latera 
circuiret;  subito  rumor  infestus  et  nubilus  claustra  nostre  ioeun^tatis 
Foi.38b.  infregit,  illas  nobis  insipidas  amaritudinis  proposiciones  insereiLS»  quod 
dux  Bawarie^  karissimus  socer  noster»  superioris  ducis  yoeatus 
imperio,  et  ad  patriam,  quo  iter  estomnibus,  generali  mortalium 
necessitate  eitatus,  humanitatis  commune  debitum,  quod  excepcio 
queyis  allegata  non  prorogat,  sed  ex  inevitabili  fatalitatis  lege  ridetur 
proeh  dolor !  exsolvisse  i).  Ex  quo  sane  tanto  nos  pupugit  doloris 
novus  ietus  aeerbius,  quanto  per  eins  absenciam,  qui  quasi  genitoris 
in  nobis  officium  compensabat  et,  velud  nostri  pars  magna  consilii, 
erga  nos  karitatis  paterne  non  impares  gerebat  affectus ,  multa  nobis 
decise  carnls  b)  et  grandia  sentimus  commoda  resecata.  Verum  quia 
sie  irrecuperabiliter  cadere  hominis  est  natura,  eo  quod  pena  et 
morbus  iste  non  sit  medicabilis  quavis  arte ,  sed  illius  est  excelse 
dextere  mutacio,  qui  capud  excelsum  et  humile  necessariis  complexi- 
bus  equalitatis  inyolyit :  mutua  nobis  exinde  consilia  sunt  solaminis 
assumenda,  ut  et  nos  decedentis  patris  occasum  superstitibus  conso- 
emur  in  filiis ,  in  quibus  nobis  affinitatis  solide  pignora  remanserunt, 
et  tu,  quecunque  tibi  tam  turbidus  eyentus  ingesserit,  in  nobis  irre- 
.  cuperabilia  sencias  detrimenta,  que  tam  ex  carnis  unione,  qua 
iniungimur  c),  quam  ex  dilectionis  yinculo,  quo  unimur,  tua  et  tuorum 

aj  nostris  am  Rande.  —  b)  carnis  auf  Rasur.  —  c)  inungimur  V. 


*)  Herzog  Otto  II.    der   Erlauchte    von  Baiern,    Konrad's  IV.  Schwiegervater,    starb 
am  29.  Nov.  1253. 


217 

negocia  non  minus  libenter  quam  propria  coutinuis  semper  profectiouä 
disponimus  promovere.  Quapropter  dilectionem  tuam  inducimus  et 
hortamur  attente  o)  quatenus  non  expectans,  ut  solacii  remedia 
kkssituda  tibi  meroris  indulgeat,  sed  eonstantis  viri  animum  assomens 
huius  casum  lugubrem  dolorisque  reliquias,  quas  tibi  forte  moUities 
muliebrLs  reliquit  ad  lacrimas,  verborum  nostrorum  lenimentis  abolias 
et  in  graciosa  spe  propinquitatis  abluas  et  abstergas  i). 

Petr.  de  Vin.  4,  3.  Marlene  et  Durand  ColL  ampl.  II,  p.  1210^  mit  der 
Oberschrift  »Conr.  rex  H.  ducissae  Navarrae.**  Da  nun  Marlene  auch  im  Text 
dux  Navarrae  hat,  wo  unzweifelhaft  Bavariae  zu  lesen  ist,  so  könnte  auch  die 
Oberschrift  auf  die  Herzogin  von  Baiern  hinweisen.  Der  Brief  wfire  dann  an 
Otto's  II.  Gemahlin  Agnes  gerichtet,  dann  aber  bleibt  auffallend,  dass  in 
demselben  das  nahe  verwandtschaftliche  Yerhältniss  nicbt  speciell  berührt 
ist.  Yergl.  auch  Codex  Philol.  30$,  fol.  115  Conradus  etc. 


12. 

lmperal«r  cMbiu  Floreneie. 

1247.  Debr.? 

Friedrich  IL  gebietet  den  Florentinem  seinem  Sohne  Friedrich  von  Antiochien, 

den  er  mit  aussergetoöhnlichen  Vollmachten  versehen  zum  Statthalter  in  Florenz 

einsetzt,  zu  gehorchen. 

Petr.  de  Vin.  3,  9.  —  Boehmer  Reg.  imp.  inde  ab  1198,  p.  277. 

Speciali  quadam  inter  tot  et  tanta  negociorum  genera,  quibus 
pectori  nostro  eontinua  materia  cogitaeionis  infunditur,  sollicita 
meditaeione  pensamus,  qualiter,  sopitis  inter  vos  euiuslibet  preterite 
dissensionis  erroribus,  pax  et  iusticia  nova  quodammodo  plantacione 
sucerescant,  qualiter  etiam  voluntatis  vestre  tam  prompta  devocio,  que 
quittjuit  sibi  litigii  sinistra  dudum  causa  superstieionis  adduxerat, 
iudicio  nostre  provisionis  exposuit  6^  et  libra  c^  cesaree  diffinicionis 
appendit,  in  gracie  nostre  gremio  pocula  favoris  inveniat  et  familiaris 
aspeetus  nostri  singulari  privilegio  poeiatur.   Ecee  igitur  dilectum 

aj  attente  am  Rande.  —  bj  exp.  am  R.  V.  —  c^  lin  ibra  Petr. 


i)  Der    letzte   Satz   des  Briefes  beweist,    dass  er  an  eine  Frau  und  nicM  an  einen 
Edel»  gerichtet  ist,  wie  Böhmer  angiebt. 


218 

filium  nostrum  N.  «)  ad  civitatis  vestre  regimen,  cuius  inter  omnes 
Ytalie  civitates  pervigil  cura  nos  soUicitat,  et  gracie  nostre  plenitu- 
dinem  sibi  specialius  cumulayit,  diligenti  consideracione  prehabita, 
providimus  deputandum.  Ex  quo  manifestis  profecto  patet  indiciis  et 
probabilibus  ostenditur  argumentis ,  quante  tos  dilectionis  sineeritate 
et  singularitate  imperialis  auetoritas  prospiciat,  ac  quam  teneri 
Specialita te  statum  yestrum  pacificum  amplectatur,  dum  humanitatis 
nostre  clemencia  per  evidenciora  signa  videmus  ostendi  non  posse 
lucidius,  quam  quod  filium  nostrum  karissimum  ad  tos,  tanquam 
ymaginarium  nosjtre  presencie  destinamus,  qui  tos  et  in  bono  statu 
foTeat,  tranquille  conservet,  iusticie  copiam ,  quam  singulis  per  eum 
propinariprecepimus,  omnibuspetentibus  subministret,  et  fidelis  nobis 
et  devota  Florencia  tarn  grati  rectoris  iocunda  refloreat  noritate  ß). 
Vos  igitur  pure  fidei  et  sincere  devocionis  alumpni  presentibus  nostre 
Fol.  38  e.  serenitatis  apicibus  animati,  quos  irrequisitos  et  ultroneos  id  facere 
pro  certo  confidimus,  patris  in  filio  presenciam  figurantes,  ipsum 
tanquam  familiaris  dilectionis  pignus  eximium  libenter  et  devote 
suscipite  ac  sibi,  velud  in  quem  transfundimus  nostre  plenitudinem 
potestatis,  in  omnibus  tanquam  persone  nostre  promptis  curetis 
affectibus  hylariter  obedire,  ut  devocionis  vestre  constanciam  liberali- 
tatis  auguste  provisio ,  que  servicia  novit  remunerare  fidelium,  dignis 
proinde  commendacionum  laudibus  prosequatur,  scientes  pro  certo, 
quod  obediencie  signa,  que  sibi  devocio  vestra  monstraverit,  equo 
favore  gracie  complectamur  ac  si  persone  nostre  speciaiiter  monstra- 
rentur,  et  si  forte ,  quod  omnino  non  credimus ,  contra  eum  quisquam 
vestrum  indevocionis  calcaneum  elevaret,  in  transgressores  buiusmodi 
acerbiori  prosequeremur  iudicio  ulcionem ,  quam  si  in  nos  ipsos  hoc 
alicuius  vel  aliquorum  temeritas  attemptaret. 

Ergänzungen  aus  Petr.  de  Vin.  3,  9.  a)  Fridericum  de  Antiochi»  — 
ß)  Quem  non  solum  potestate  quam  eeteris  officialibus  imperialis  impartitur 
auetoritas,  volumus  esse  contentum,  sed  ut  in  facinorosos  et  insigniter  seu 
contumaciter  se  gereutes  liherius  animadvertere  valeat,  sibi  concediraus  viees 
nostras. 


219 


13. 
Imperator  N.  eiTibas  Tel  chitati. 

Ein  Kaiser  zeigt  einer  Stadt  an,  dass  er  in  feierlicher  Weise  sich  mit  dem 
durch  seine  altehrwürdigen  Ahnen  geweihten  Ritterschwerte  umgärtet  habe. 

Mftrtene  et  Durand»  Coli.  %,  1209  mit  der  Oberschrift  Conradus  com- 
muDitati. 

Geminare  videmur  in  nobis  augmenta  congaudii  pulchrioris,  si 
festiYos  et  celebres  felicitatis  nostre  successus  ad  nostrorum  corda 
fidelium  transfundimus  et  in  aures  vestras  preeipue,  quas  attentas  ex 
fidei  puritate  confidimus,  leticie  nostre  tripudia  derivanlus,  illo 
niehilominus  nostris  affeetibus  inberente  proposito,  quod  bee  et  al^i 
felicis  fortune  nostre  auspicia  delectaret  nos  pocius  vobiscum. 
presencialiter  agere  quam  interpretis  scripture  a)  ministerio  h) 
nunciare,  ut  et  nos  vestra  vieinitas  diucius  affeetata  reficeret  et  vos 
nostre  proyisionis  indubitata  plaeiditas  refoveret.  Sed  pro  eonstanti 
tenenteSy  quod  in  robis,  yelud  in  populo  bonorificato,  tanta  sit  radicata 
deTOcio,  ut  apud  vos  celebres  nostre  serenitatis  eventus  localis  inter- 
capedo  non  minuat  nee  labentis  protractio  temporis  intercidat;  ad 
noticiam  uniyersitatis  yestre  producimus,  quod  licet  ex  generositate 
sanguinis  y  qua  nos  a  primordiis  nostre  condicionis  doinina  natura 
dotavit  et  c}  ex  dignitatis  officio,  qua  regnorum  ac  regum  nos  solio 
gracia  diyina  prefecit,  nobis  militaris  bonoris^  fastigia  non  deessent; 
quia  tarnen  milicie  cingulum,  quod  reyerenda  predecessorum  nostrorum 
ssinxit  antiquitas,  serenitas  nostra  non  susceperat,  die  tali  solempni- 
täte  tyrocinii  latus  nostrum  eligimus  decorandum,  ut  ex  boc  etatis 
nostre  generosa  fioriditas  signa  maioris  strenuitatis  induceret  et 
originalem  nobilitatis  magnificenciam  renovaret  nove  milicie  claritudo  e), 

aj  Script,  am  Rande.  —  bj  mysterio  Martene.  —  cj  tavit  et  auf 
Rasur.  —  dj  honoris  am  Rande.  —  ej  Bei  Martene  folgt  noch  ein  Satz: 
er  sei  an  demselben  Tage  noch  in*8  Feld  geruckt  „quo  eeiam  —  feliciter 
procedamus". 


220 


14. 

Imperator  ciiniti  Comnbie. 

1237.  März  3.  Taurini. 

Friedrich  IL  zeigt  seinem  Schwager,  dem  Grafen  Richard  von  Comwallis,  an, 
dasß  ihm  seine  Gemahlin  am  10,  Fe^nruar  einen  Sohn,  Heinrich  den  Jüngeren, 

geboren  habe. 

Boehmer,  Reg.  Frid.,  n.  929. 

Rem  iocundam  et  communibus  desideriis  expeetatam,  que  pre 
ceteris  hominum  Totis  gracior  ex  beneficio  nature  aj  suseipitur,  per 
quam  seeptra  regnancium  optata  suecessione  beantur,  tanto  maturius 
ad  tuam  duximus  notieiam  perferendam,  quanto  dispendiosius  moram 
patitur  novitas  gaudii  succedentis.  Adest  nobis  siquidem  celebris  et 
digna  insinuacione  ioeunditas,  quam  expeetacioni  yestre  presencium 
Serie  nunciamus,  quod  videlieet,  disponente  providencia  summi  regis, 
qui  solus  dat  ortum  regibus  et  salutem ,  ex  augnste  consortis  nostre, 
sororis  vestre ,  fecundo  gremio  die  decimo  mensis  Februarii 
prodiit  novus  heres,  in  euius  ortu  mutue  dileetionis,  qua  simul 
vinculo  atlßnitatis  astringimur,  roboratur  integritas  et  ad  prosperitatis 
augmentum  utriusque  partis  votivis  desideriis  propagatur  «).  Exultent 
Foi.38d.  igitur  iam  celebris  ioeunditate  leticie  euneta  corda  fidelium,  exul- 
tent iam  omnes  imperialis  culminis  subditi  dieioni  et  pro  tanti  filii 

aj  nat.  am  Rande  V. 


1)  Bis  hieher  stimmt  dieser  Brief,  bis  auf  einige  Abweichangen  (s.  unten)  wörtUcli 
mit  dem  von  Mathäus  Pari«  ad  a.  1238,  (Boehmer  Reg:.  Frid.  n.  929)  und  nach  ihm 
von  Huill.-Breh.  V,  166  mitgetheilten  Schreiben  Friedrich's  an  Richard  von  Com- 
wallis überein.  Statt  des  10.  Februar  ist  in  dem  Abdrucke  bei  MathSos  Paris 
I.  c.  c.  H.-Breh.  der  18.  als  der  Geburtstag  angegeben,  und  während  eine  Notiz 
in  einer  Pariser  HS.  »puer  tamen  natus  fuit  apud  Ravennam  die  mercurii  X 
Februarii**  [H.-Br^b.  I.  c.  p.  168  (l)]  die  Angabe  unserer  HS.  bestätigt,  so  scheint 
doch  der  18.  Februar  das  richtige  Datum  zu  sein.  Denn  dieser  findet  sich  auch 
in  den  Briefen  Friedrich*s  an  die  Bewohner  von  Palermo  und  an  Ezelin  von  Romano 
(H.-Br^h.  V,  167  u.  169  ff.),  ja  in  dem  letzteren  heisst  es  ausdrücklich:  der 
Knabe  sei  geboren  „primo  die  sacre  quadragesime  XVIII**  scilicet  instantia  mensis 
februarii**.  Da  nun  aber  Aschermittwoch  des  Jahres  1238  nicht  auf  den  18.,  son- 
dern auf  den  17.  fiel,  so  muss  man  annehmen,  die  Geburt  sei  Mittwoch  Abend 
erfolgt  und  der  Abend  schon  als  Beginn  des  folgenden  Tages  betrachtet  worden. 


221 

emolimento  fiat  in  populis  iocunditas  generalis.  Gaudeat  letabunda 
et  laudans  Alemania,  se  tanti  eventus  felicibus  preditam  auspiciis  et 
tantis  exultaeionum  tripudiis  ioeundatam.  Letentur  inquam  singuli  et 
singulariter  unirersi,  simul  in  unum  dives  et  paifper  gaudeant  et 
festiyis  applausibus  cum  iunioribus  iubilent  seniores,  quia  ecee  de 
radice  stirpis  ingenue  palmes  processit  noyiter  generosus  et  maiestas 
regia  in  pignus  fruetifieavit  egregium,  optatam  diueius  produxit 
sobolem  et  hereditarium  protulit  suecessorem.  Natus  est  itague  nobis 
puer  ad  cuius  omen  natalicii,  gloriosum  velud  ad  ortum  surgentis 
aurore,  dies  nobis  emicuit  graeiosa,  quia  de  nutancium  cordibus 
subditorum  discussa  dubietas  caligine  cuiuslibet  a)  speique  fiuitantis 
nubilo  relegato  omnibus  vigor  pristine  fidelitatis  rediit  et  serena 
devocionis  sinceritas  remeavit.  Natus  est  itaque  nobis  puer,  per  quem 
arduis  freta  suggestibus  et  aueta  nuper  sollempnibus  incrementis  im- 
perialis  emineneie  inclita  eelsitudo  poterit  respirare  et  cetus  gaudere 
fidelium,  quia  ab  olim  duasi  anxius  rebus  dubiis  titubabat,  rerens 
forsan  alterius  detrimenta  sanguinis  seeptrique  regii  dampna  timens. 
Natus  est  itaque  nobis  puer,  in  quo  imperium,  velud  in  turri  fortitu- 
dinis  stabilitum,  emulorum  insolenciam  reprimet,  angustabit  angustias, 
reprobabit  obprobria  et  violencias  violabit.  Ex  quo  certis  patet 
indiciis,  quod  divini  gracia  muneris  graeiose  nostris  applaudit  succes- 
sibus,  fatorum  favet  series  et  fortuna  fortiter  famulatur,  maxime  cum 
exnostri  generis  stipite  excellentis  plures  ramusculi  pullulant,  emergunt 
.  virgule,  sucereseunt  heredes,  necessarii  prodeunt,  egrediuntur  egregii 
principatus,  ne  semen  nostrum  pereat  et  eclypsim  imperialis  prosapia 
paciatur. 

a)  cuiuslibet  am  Rande  ¥. 


Wenn  Sehirrmacber,  Kaiser  Friderich  II.  Bd.  4,  ^S9 — 563,  im  Widerspruch 
mit  seiner  eigenen  Darstellung  (daselbst  pag.  273),  Heinrich  den  Jungeren  erst 
1241  geboren  werden  lässt^  so  beruht  seine  ganze  Deduction  auf  einer  falschen 
Erklärung  einer  Stelle  in  dem  Briefe  Friedrich*s  U.  vom  1«  Decbr.  1241  (Math. 
Paris  ad  ».  1241):  duorum  filiorum  nämlich  heisst  dort  nicht  zweier  Söhne, 
sondern  ist  gleichbedeutend  mit  duorum  liberorum,  und  damit  sind  die  bei- 
den Kiuder  Friedrieh's  und  Isabella's  von'  England,  Margaretha  und  Friedrich, 
gemeint. 


222 


15. 

Imperator  potestati  Tel  ciTitati. 

1245.  September. 

Friedrich  IL  berichtet  getoissen  italischen  Städten,  er  habe,  zur  Gewalt  gegen 
den  Papst  genöthigt ,  nach  der  zu  Parma  mit  ihren  Boten  gehaltenen  Sprache 
den  dritten  Theil  der  kirchliohen  Einkünfte  einzuziehen  befohlen;  sie  mögen  die 
neuen  kaiserlichen  Verordnungen  beobachten  und  in  ihre  Statuten  aufnehmen, 

Huill.-Br6h.  VI,  357-3Ö9.  ~  Mon.  Legg.  II,  354. 

Multifarie  multisque  modis,  prout  fama  celebrior  literis  publice 
provulgasse  iam  potuit,  ad  pacis  universaliter  expectate  dulcedinem 
imperialis  humanitas  animam  inclinavit.  Sed  quantumlibet  ipsam 
instanter  inquireret  et  per  humanitatis  semitas  sequeretur:  Romani 
pontificis  impetus,  quem  ducem  pacis  esse  credebamus,  ipsam  pacem, 
preter  spem  nostram  et  votum  commune  credencium,  erroris  duxit  in 
devium,  et  quam  ardenter  amplecti  debuerat,  indebite  proch  dolor! 
profugavit.  Quapropter  oportet  nos,  licet  invitos,  ut  scilicet  qui 
pondus  incudis  baetenus  pacienter  et  devote  subiyimus,  mallei  conse- 
quenter  officium  resumamus,  ac  ubi  paciencie  nostre  tberiaca  a)  non 
valuit,  per  victorie  gladium,  quem  pontificalis  cotis  asperitas  acuit  et, 
occasionis  cuiuslibet  expulsa  rubigine,  ad  precipicium  fabrica  noviter 
eliminayit,  tanquam  supremum  grande  remedium,  nos  ad  potencialis 
medele  sufTragium  convertamus.  Cuius  alti  nostri  propositi  consilium 
nunciis  vestris,  quos  ad  nostram  presenciam  yestra  deyocio  destinayit, 
tanto  salubrius  communicandum  preyidimus ,  quanto  potencie  nostre 
subiimitas  yoluntates  yestras  ad  id  concordes  expostulat,  et  effectus 
Foi.39a.yoluntatum  earundem  ad  presens  reputat  oportunos  aj.  Igitur,  ut 
maiestatis  nostre  sublime  propositum  salubrius  et  commodius  consu- 
metur,  in  fortune  cesaree  fulcimentum,  terciam  partem  proyentuum  et 
obyencionum  omnium,  prout  hoc  per  nuncio3  ad  celsitudinem  yestram 
missos  liquebit  apercius,  ab  omnibus  ectlesiis  nostre  dicionis  sereni- 
tatis  nostre  edicto  iussimus  exigendam.  Noyas  eciam  nostre  bj 
magnificencie  sanctiones,  quas  nuper  imperialis  culminis  tytulus  edidit, 
tanquam  yictorie  nostre  quidam  preambulus,  vobis  sub  maiestatis 

aj  tyricica  V.  sinnlos.  —  bJ  nostre  am  Rande  V. 


223 

nostre  sigillo  transmittimus ,  quas  per  quoslibet  fideles  nostros  invio- 
labiliter  decernimus  observandas,  devocioni  vestre  firmiter  iniungentes, 
quatenus  ipsas  per  vos  specialiter  execucioni  debite  mancipantes, 
statutorum  vestrorum  numero  a)  b'beraliter  et  hylariter  aggregetis, 
ipsas  cum  statutis  eisdem,  ut  nuUa  sit  in  execucione  diversitas ,  in 
unum  corpus  redigi  facientes ,  quas  etiam  potestas  civitatis  vestre 
futurus  pro  tempore  inter  alia  vestra  h)  statuta  se  iuret  firmiter 
servaturum  ß) ,  ut  benigna  nostre  gratie  provisio ,  quam  sub  bumane 
quodam  dilectionis  applausu  et  amplexu  cesaree  fortune  fastigium 
clementer  amplectitur,  et  subditorum  comodis  libencius  condescendit, 
tanto  libencius  et  liberalius  ad  fideles  nostros  regnieolas,  laborum 
nostrorum  participes  indefessos  se  naturali  quadam  neeessitate  cogatur 
extendere ,  quanto  et  in  regnancium  protectione  precipuos  et  in  ex- 
bibicione  obsequiorum  divis  predecessoribus  nostris  et  nobis  exbibuit 
et  probavit  varietas  temporum  firmiores. 

Ergänzungen  aus  Huill.-Breh.  VI,  357 — 359  Fridericus  etc.  potestati,  con- 
siiio  et  communi  .  .  .  etc.  a)  Er  habe  in  Parma  mit  diesen  Abgesandten  der 
Städte  verhandelt,  schreibe  ihnen  aber  dennoch  diesen  Brief:  cum  quibus 
Parme  --  describimus  quod,  ut  raaiestatis  etc.  —  J3)  Die  folgenden  allgemei- 
nen Redensarten  fehlen,  dafür  folgende  wichtige  Schlusssätze:  Yolumus 
etiam  et  mandamus,  ut  fidei  vestre  constanciam  circa  nostra  servitia,  proul 
temporis  quaÜtas  exigit  et  imperialis  exposcit  auctoritas,  excitantes,  circa 
renovanda  fidelitatis  debite  sacramenta  nobis  et  carissimo  filio  nostro  Conrado, 
cui  iuris  rigor  imperii  Romani  fastigium  per  legitimes  tramites  paterne  succes- 
aionis  attribuit  et  universorum  imperii  principum  ad  quos  imperii 
de  iure  spectat  electio,  singulorum  concorditer  munita  signaculis^  prout 
in  concione  nostra  publice  ambasiatoribus  vestris  presentibus  legi  mandavimus, 
munimenta  publica  roborant  dignitatem.  Sic  vos  igitur  mater  ipsa  fidelitas 
promptes  et  paratos  ostendat,  ut  in  celsitudinis  nostre  presentia  que  fidelium 
gratificatur  aspectibus,  ipsius  operis  efficacia  tos  commendabiles  representet. 
Super  quibus  quicquid  Johannes  de  Materie»  capitaneus  vester,  vobis  dixerit 
et  mandaverit,  credatis  firmiter  et  efficaciter  impleatis. 

a)  numero  am  Rande  V.  —  h)  vestra  am  Rande  V. 


2Zi 

iß. 

Imperator  iiobiUbas  sabditis. 

1244  circa. 

Friedrith  IL  beauftragt  diejenigen,  welche  mit  der  Leitung  seines  Sohnes 

Konrad  betraut  waren,  diesen  der  schlechten  Gesellschaft,  in  die  er  gerathen, 

XU  entziehen  und  ihn  mit  zuverlässigen  Männern  aus  den  Ministerialen  des 

Reichs  tu  umgeben. 

HailI..Br6holL  VI,  243-245.  — Cod.  WiIh.B.  88.  Philol.  305,  fol.  i32  und 
Boebmer  Reg.  imp.  inde  ab  a.  1189,  p.  LXV. 

Fatigatus  est  auditus  noster  clamoribus  filii  nostri  Ch.  regis 
insolencias  in  publieum  dedueentibus;  animum  nostrum  amara  turbacio 
subiit  et  cor  nostrum  inveterati  doloris  inmensitas  profundius  sau- 
ciavit  pro  eo,  quod  idem  noster  filius ,  qui  ex  ingenuitate  natalium 
deberet  in  yirtutum  exercieio  delectari,  sequendo  nunc  animi  sui 
levitatem  a)  in  yiciorum  precipicium,  Tobis  insolencias  eins,  quorum 
eum  speciali  eustodie  ae  regimini  commiseramus ,  dissimulantibus, 
adeo  est  prolapsus,  quod,  nisi  reformacioni  morum  eins,  quos  prava 
nimis  et  infeeta  corrupcione  societas  illavabilis  deformavit,  eeleri 
remedio  sueeurratur,  ad  eultum  virtutum  non  adiciet  ut  resurgat. 
Cum  igitur  principiis  sit  obstandum,  ne,  malis  per  longas  inralescen- 
tibus  moras,  sero,  quod  absit,  circa  reformacionem  eius  medicina 
paretur,  volentes  ex  affectione  paterna  de  filii  lateribus  feditatem  tarn 
turpis  contubernii  penitus  detruncari;  devocioni  vestre  iniungimus 
et  mandamus ,  quatenus  de  ministerialibus  imperii  fama  celebres,  fide 
insignes,  yirtutibusque  conspicuos,  predicti  filii  nostri  lateri,  qui 
ipsius  distortos  mores  in  viam  honestatis  et  discipline  dirigant, 
applicetis ,  circa  predicta  vos  tarn  soUicitos  exbibentes ,  ut  non  con- 
tingat  animum  nostrum  circa  vos  graviter  commoveri. 

17. 
Imperator  Romanoram  N.  conTentuL 

Ein  Kaiser  fordert  den  Content  eines  Frauenklosters  auf,  eine   zänkische, 

böswillige,    den  Frieden    und   den  guten  Ruf  ihrer  Schwestern  gefährdende 

Nonne  in  ein  anderes  Kloster  zu  entfernen. 

Ascendit  de  mari  bestia  blasphemie  plena  nominibus ,  ex  antiqui 
serpentis  edita  semine ,  spirituque  tumefacta  superbie,  yidelicet  talis 
femina,  ut  veneno  discordie  pacificatas  mentes  inficiat,  in  Christi 

a)  lenitatem  Y. 


225 

populo  zizanie  superseminet  lolium  et  vestrum  precipue  contaminet 
collegium  et  perturbet  *)•  Hee  est  crudelis  vippera,  que  virus  eflfundit 
noxium ,  contra  quod  nullius  medele  conferre  poterit  iuvamentum  — 
hee  est,  inquam,  crudelis  vippera  in  cuius  lingwa  pestis  exstitit  morti- 
fera,  dum  per  ipsam  inmittit  venenum  infamie,  prophanans  vestri 
monasterii  Deo  virgines  dedicatas — ^,  hee  est  vippera  per  patrem  in  f«i.  39  b. 
mundum  missa  discordie,  ut  ea  destruat,  que  sunt  Dei,  faciens  una 
cum  dyabolo ,   patre  suo ,   Signum  in  malum ,    quatenus  abducat  in 
devium  animas  electarum,  que  etiam  in  fermento  malicie  vestrum 
corrumpens  cenobium,  ancillarum  Dei  maculat  venustatem,  intencionis 
honeste  disturbat  propositum,  et  yerborum  opprobriis  vituperat  spon- 
sas  Christi,  non  attendens,  quam  graviter  Dens  in  huiusmodi  offen- 
datur,  dum  eas,  quas  in  partem  suam  elegit   ipse  filius  Dei  vivi, 
tot  afficit  lesionibus  et  facere  nititur,    ut  amittant  Coronas,  quas 
eis  sponsus  promiserat  erogare ,  que ,  ut  non  multum  a  suo  discrepet 
genitore,  circuire  cum  mendaciis  delectatur,  proprie  non  parcens 
anime  in  exterminium  aliarum,  casum  non  timens  proprium,  ut  sorores 
alie  precipicium  paciantur.    Reicite  igitur  a  vobis  reicite  vipperam 
venenosam  et  ipsam  ad  claustrum  aliud  eicite,  si  angelo  forsan  lucis 
adhereat,  derelinquens  angelum  tenebrarum,  cuius  se  obsequiis  tota- 
liter  dedicavit. 

18^. 

Romaiioraiii  rex  d^miiio  pape. 

1275.  December  oder  1276.  Januar. 
König  Rudolf  verspricht  dem  Papst  Gregor  X.,  seinem   Wunsche  gemäss,  am 
nächsten    Osterfeste  .zum  Empfang  der  Kaiserkrone  aufzubrechen   und   zeigt 
iftm  an,  dass  er  mit  dem  Könige  Philipp  IIL  von  Frankreich  eine  Zusammen- 
kunft gehabt  und  ein  Freundschafts-  und  Schutzbündniss  abgeschlossen  habe, 

Ut  de  felici  nostro  processu  ad  suscipiendum  de  sacrosanctis 
vestris    manibus    imperii   diadema ,    absterso    cuiuslibet   dubietatis 


1)  Vergl.  den  Eingangs  des  Briefes  Gregorys  IX.  an  den  Bischof  Yon  Canterbury 
Huill-Breh.  V,  327.    —  Das  ganze  Schriftstück  ist  offenbar  eine  Stylübung. 

2)  Von  anderer,  späterer  Hand  Ui  an  den  oberen  Rand  des  Blattes  geschrieben: 
Incipiunt  litere  regum,  und  dieser  neuen  Überschrift  entsprechend^  beginnt  am 
Seitenrande  mit  diesem  Briefe  eine  neue  Zählung  1,  2,  etc.  während  im  Context 
die  Zählung  dist.  (18  fehlt)  19,  20,  etc.  fortgeht,  die  wir  desshalb  und  weil  sie 
der  früheren  Überschrift:  Incip.  litere  imperatorum  et'regum  Romanorum 
entspricht,  beibehalten  haben. 

Fontes.  Abth.  II.  Bd.  XXV.  lü 


226 

lAYolucro,  fides  evidencior  hübeiitiir;  ecce  quod  bona  fide  promittimus 
et  Ad  bee  bos  tenore  presencium  obligamus ,  quod  nos  ab  omnibüs 
aliis  ipiiimscunque  difQcultatibus  taliter  explicare  disponimus ,  quöd 
in  proximo  nunc  instant!  festo  resurrectionis  dominice  iuxta  vestre 
beatitudinis  placitum  e  vestigiö  ad  coronam  imperii  procedemus. 
Insuper  sanctitati  yestre  pro  materia  congaudii  amplioris  duximud 
Mucialiter  declarandum,  quod  ordinator  casti  consilii  et  rectarum 
dispositor  voluntatum  nos  cum  magnifico  principe»  rege  yidelicet 
Francie,  sie  uniformiter  concordayit,  quod  alter  nostrum  in  alteriud 
dampnis,  comodis  et  incomodis  factum  proprium  rersari  estimet  et 
■suum  speciale  rcputet  interesse.  Nuper  quidem  nobis  conve- 
nientibus  et  leta  spectantibus  visione,  tali  tempore  atque  loco, 
uniyersas  et  singulas  promissiones  seu  ordinaciones  binc  inde  per 
nostros  consiliarios  diyersis  temporibus  inchoatas,  et  tandem  utrius- 
que  ftostnun  patentibus  literis  approbatas,  nos  ambo  reges  pariter 
constituti  ratas  et  gratas  habere  et  perpetuo  conseryare  promisimus 
fide  data  alter  ab  altero  manualiter>  quam  yice  et  loco  prestitimus 
sacraaienti.  Hoc  eciam  de  communi  adiecimus  yoluntate,  quod  aj  in 
litibus  et  questionibus,  in  bellis  publicis  seu  priyatis  atque  occasione 
quantalibet  ex  nunc  yel  in  antea  fortuitu  inpellemur,  unus  alterum  tam 
fideliter  quam  yiriliter  adiuyabit»  nee  alter  sine  alterius  beneplacito 
et  consensu  cum  huiusmodi  turbacione  treugas,  pacem  yel  concordiam 
celebrabit,  nee  de  hiis  tractatum  habebit;  ad  quod  presertim  nos 
astrinximus  sub  eiusdem  fidei  sponsione.  Cetera  lator,  cui  aurem 
beatitudinis  clemencia,  aurem  fayoris  et  credencie  tanquam  nostro 
specialissimo  petimus  exhiberi. 

Gregor  X.  hatte  zur  Kaiserkrönung  Rudolfs  ursprunglich  das  Allerhei- 
ligenfest 1275  bestimmt  Palacky  Ital.  Reise  p.  44,  no.  352.  Sp&ter,  bei  der 
Zusammenkunft  mit  Rudolf  zu  Lausanne,  wurde  in  Obrreinstimmung  mit  den 
Wönsebem  Rudolls  der  Termin  auf  Pfingsten  1276  verschoben.  Papa  regi  con- 
sderat«  ut  Romam  ad  festum  penthecostes  (24  Mai  1276)  cum  duobus  milibus 
militum  veniret,  ut  eum  in  imperatorem  Romanorum  solenniter  coronaret.  Ann. 
Basilien8esM.G.SS.17,  198  und  Kopp  1,  126  Anm.l.  — Nur  für  diesen  Termin 
passt  Rudolfs  Anmeldung:  um  Pfingsten  in  Rom  zu  sein,  wollte  er  08t«>m 
von  Deutschland  aufbrechen.  Demnach  würde  unser  Brief  gifge^  Ende  1275 
oder  im  Januar  1276  geschrieben  sein;  denn  schon  am  10.  Jan  1276  starb 
Gregor  X.  In  eine  spätere  Zeit  dürfte  er  nicht  in  setzen  sein.  Denn ,  so  viel 
ieh   weiss,  beriefen  von  den  folgenden  PSpstcn  nur  noch  Honorius  lY.  und 

aj  si  EU  ergSnzen. 


227 

Nikolaus  IV.  Rudolf  zur  Kaiserkrdnung;  jener  «uro  2.  Februar  i287  (Boehmer, 
PSpste  no.  25$),  dieser  auf  den  Sommer  oder  Anfangs  Winter  1289  (Ibid. 
no.  262.),  Jabreszeiten,  für  welche  unsere  Anmeldung  Rudolfs  nicht  passt. 

Schwierigkeit   bietet  die  in  unserm   Briefe   enthaltene  Nachricht  von 
einer  Zusammenkunft  und  einem  Freundschafts-  und  Schutzbündnisse  Rudolfs 
mit  dem  Könige  von  Frankreich.   Weder  in  den  Chroniken  noch  sonst  irgend- 
wo yeriantet  etwas  hievon  und  aus  dem  Itinerar  der  Könige  bei  Boehmer 
und  Bouquet  Bd.  21    ist   ein  Zusammentreffen    derselben  nicht    ersichtlich. 
Indessen  genügt  das  bei  Weitem  nicht ,  die  in  unserm  Briefe  mitgetheilten 
wichtigen  Thatäachen  zu  verwerfen.  Denn  vom  31.  October,  wo  Rudolf  in 
Bern  weilt,  bis  zum  18.  Norember  1275,  wo  er  in  Basel  ist,  besitzen  wir  keine 
Urkunden  dieses  Königs  und  ist  eine  Lücke  in  seinem  Itinerar.  Ferner  hat 
schon  Kopp  1,  127  darauf  aufmerksam  gemacht,  dass  die  Anwesenheit  des 
Bischofs  Stephan  von  Paris  in  Lausanne  zur  Zeit  als  Rudolf  und  Gregor  X 
dort  im  October  1278  zusammentrafen,  nicht  ohne  Bedeutung  sein  dürfte. 
Es  mag  sein,  dass  zu  Lausanne  die  Zusammenkunft  Rudolf *s  mit  Philipp  III. 
von  diesem  Kirchenfürsten  vorbereifet  worden  ist.  Der  Papst  mag  das  Seinige 
dazu  beigetragen  haben;  er  hatte  schon  von,  Lyon  aus  Frieden  und  Freund- 
schaft zwischen  beiden  Königen  zu  vermitteln  gesucht  (Boehmer,  Päpste  no. 
213  und  214);  das  Gelingen  seiner  Lebensaufgabe,  einen  Kreuzzug  zu  Stande 
zu  bringen,  hieng  ja  von  dem  Frieden  unter  den  christlichen  Königen  des 
Abendlandes  ab.  Es  ist  nun  natürlich,  dass  Rudolf,  sobald  der  Friede  geschlos- 
sen, dem  Papste,  wie  hier  geschieht,  davon  Nachricht  gibt  Dass  aber  schon 
im  Anfang  des  Jahres  1276  ein  freundschaftliches  Verhältniss  zwischen  beiden 
Königen  bestand,  beweist  die  Thatsache,  dass  Rudolf  am  2.  Februar  1276  die 
Abtei  Orval  in  der  Diöcese  Trier,  weil  sie  vom  Herzen  des  Reiches  entfernt 
liege,  dem  Schatze  des  Königs  von  Frankreich  empfiehlt.  In  der  betreffenden 
Urkunde  bezeichnet  Rudolf  sein  Yerh&ltniss  zu  PhiKpp  III.  in  fihnlicher  Weise, 
wie  in  unserm  Briefe;  er  sagt:  In  regum  thronis  sublimibus  •    .   •  eapreeipue 
debet  votorum  vigere  conformitas  .    .*  .  ut  alterutrius  imminente  dispendio 
effectivo  compassionisalteme  solatio  recreentur.  Quodutique,  quiavestresereni- 
tati  libenter  offerimus,  vobis  et  vestris  in  opportunitatibus  profuturum,  i^ 
ipsum  a  vobis  sub  firme  spei  fiducia  non  immerito  vice  reci- 
proca  prestolamur.  Gerbert,  Cod.  ep.  2,  34. 

Nach  alledem  darf  man  wohl  unsern  Brief  für  echt  halten.  Der  er^te, 
die  Kaiserkrönung  betreffende  Theil  desselben,  findet  sich  übrigens  als  ein 
besonderer  Brief  bei  Gerbert,  2,  28  mit  der  folgenden  merkwürdigen  Abwei- 
chung :  quod  in  prox.  nunc  inst,  feste  resurr.  dom.  in  Medlolano  presen- 
tes,  hinc,  iuxta  beat.  placitum,  procedemus,  transmittentes  vobis  hss  litteras 
nostras  patentes  in  testimonium  super  eo,  womit  dort  der  Brief  Achllesat. 


15« 


228 


19. 

Romanoram  rei  duci  Saionie. 

1278.  August  27.  in  casiris  apud  Velsperg. 

König  Rudolf  zeigt  dem  Herzoge  von  Sachsen  seinen  am  26*   August  iZ78 
über  Otakar  erfochtenen  Sieg  an. 
Gerbert,  3,  14. 

Quantisobprobriis  etprobrosis  iniuriis  indesinens  reipublice  distur- 
bator,  quondam  0.,  illustris  rex  Bohemorum,  nos  inpulerit,  ut  ad  eius 
conatus  nefarios  refrenandos  manum  nostre  potencie  levaremus,  nemo 
te  novit  melius^  n^vno  vidit  apercius,  quam  tu  princeps  carissime,  qui 
pui.39c.  conspiraciones,  quas  idem  rex  adversus  nostram  salutem  fecerat, 
insidiarum  iacula  que  detenderat,  laqueos  quos  abseonderat,  non 
ignoras.  Et  quoniam  de  torrente  talis  discriminis  aliquando  nobiseum 
dire  amaritudinis  haustus  felleos  a)  aceepisti,  dignum  eredimus,  ut 
et  nunc  letifieatus  ex  nosti*a  triumphal!  gloria  feliciter  satieris,  post- 
quam  rei  geste  perceperid  ex  hiis  nostris  literis  qualitatem.  Scias 
itaque,  quod  nos  feria  quinta  proxima  post  festum  sancti  bj 
Barthol om ei  ap OS toli  *)»  eo  loco  locavimus  eastra  nostra,  quo  a 
tentoriis  dieti  regis  Bohemie  c)  vix  ad  spacium  dimidii  miliaris 
deutonici  dj  distabamus.  Mane  vero  sexte  ferie  subsequenti^s 
una  cum  dilecto  filio  nostro,  rege  Ungarie,  procedentes,  euneum 
aeierum  nostrarum  adiunximus  hostium  stacioni,  sieque,  hora  diei 
quasi  sexta,  inter  nos  gravis  pugna  committitur,  in  qua  dictus  rex 
Bohemorum,  more  strennui  pugilis  viriliter  se  defendens,  tandem  victus 
oeeubuit,  non  nostra  virtute  prostratus,  sed,  Deo  pocius  inpugnantem 
rem  publicam  subito  expugnante,  fortiter  est  coUisus.  In  quo  eciam 
hello  regis  Bohemorum  potenciores  aut  mortui  gladio  eeeiderunt,  aut 
vieti  certamine,  dum  se  ad  presidium  fuge  eonverterent,  ab  insequen- 
tibus  sunt  detenti.  Verum  cum  ex  certis  indiciis  nobis  constet,  quod 
non  nostra,  sed  summi  Dei,  vitam  nostram  in  tanto  discrimine  miseri- 
corditer  protegentis,  potencia  triumphavit,  presentem  preclaram 
victoriam  illius  tytulis  et  honori  ascribimus ,  qui  ad  nostre  humilitatis 
a)  velleos  V.  —  bJ  beati  Z.  —  c)  Bohemie  auf  Rasur  V.  —  dJ  tbeuto- 
Dici   Z. 


1)  25.  Augutt  1278. 


229 

angustias  finiendas,  immense  sue  clemeneie  oculos  tunc  misericorditer 
inclinavit,  dum  extreme  necessitatis  periculum  imminebat.  Tu  igitur, 
prineeps  carissime,  grates  altissimo  refferas  et  ad  laudes  quoque 
gloriose  virginis,  matris  Domini,  cor  resolvas,  quorum  presidiis  vita 
nostra,  morti  proxima,  salva  substitit  et  bonor  Romani  imperii 
miserabiliter  incurvatus,  virtute  mirabili  respiravit. 

Kopp,  Eidgen.  Bände  i,  893  ff.  theilt,  aus  einem  im  Wiener  Staats- 
archive befindlichen  Copialbuche,  einen  fast  gleichlautenden  Brief  des  Königs 
Rudolf  an  den  Dogen  von  Venedig  mit:  Dat.  in  castris  apud  Velsperg,  sexto 
Calendas  Septembris,  regni  nostri  anno  quinto.  (Reg.  Rud.  no.  459.)  Da 
sowohl  im  Wiener  als  im  Zwetter  Codex  der  Brief  die  Überschrift  duci  Sa- 
xonie  trägt,  so  muss  man  annehmen,  dass  der  König  gleichseitig,  wie  das 
hSufig  geschehen,  ein  dem  nach  Venedig  gesandten  gleichlautendes  Schreiben 
an  den  Herzog  von  Sachsen  gerichtet  habe.  Gerbert  I.  c.  und  Herrgott 
Genealogia  3,  484  nehmen  an,  der  Brief  sei  an  den  Erzbischof  von  Salzburg 
gerichtet;  das  ist  möglich,  schliesst  aber  die  Richtigkeit  der  in  unsorm  Codex 
angegebenen  Adresse  nicht  aus. 


20. 
Romaiioram  rex  domino  pape. 

1278.  September  c. 

K.  Rudolf  zeigt  dem  Papst  Nicolaua  IIL  seinen  am  28,  August  i278  über 
Otakar  erfochtenen  Sieg  an. 

Gerb.  3,  15.  Bodmann,  1,  82. 

Intimandum  fore  credimus  apostoliee  sanctitati,  quis  eventus 
finierit  litem  illam ,  qua  quondam  illustris  rex  Bobemorum ,  infatiga- 
bilis  reipublice  fatigator,  nostre  salutis  et  vite  notorius  persecutor,  se 
adversum  nos  et  Romanum  imperium  inprovide  elevavit,  post  prestita 
aobis  ab  ipso  et  male  eontempta  fidelitatis  et  bomagii  saeramenta. 
Dietus  siquidem  rex  in  festopentecostes  i)  proxime  preterito 
contra  terras  imperii  eastra  movens,  ipsasque  rapinarum  et  incen- 
diorum  vastitati  subieiens,  eastra  quedam  et  oppida  bostiliter  expu- 


1)  5.  Juni.  Während  da«  Chron.  S.  Petr.  Erfurt.  Menken,  ^3,  289,  mit  dieser  Angabe 
'  fast  übereinstimmend,  berichtet:    circa  festum  pentecostes  cum  omni  multitudine 
Austriam  profectus  est  (seil.  Otaktrus),  giebt  die  Cont.  Cosmae  M.  G.  SS.  9,  192 
ein  spSleres  Datum:  t.  d.  1278,  S  Kai.  Juiii  rei  Otak.  profectus  est  etc. 


230 

gnavit  <),  tot  et  tantis  dampnosis  iniuriis  et  probrosis  contumeliis  nos 
inpellens ,  qüod  ad  statum  reipublice  defendendum ,  cuius  idem  rex 
pene  suffoderat  fundamenta,  oportuit  saltem  sero  gladii  a  Deo  nobis 
commissi  educere  potestatem.  Igitur  in  crastinoo^  beati  Bar- 
tholomei  apostoli  «)  nos  et  filius  noster,  rex  Ungarie,  eo  loco 
locavimus  castra  nostra,  ubi  ab  exercitu  regis  predicti  vix  ad  miliare 
deutunicum6^distabamus;  mane  vero  ferie  sexte  subsequentis, 
eterni  Dei  auxilio  invocato,  proeessimus,  signisque  belligeris  elevatis» 
eo  pervenimus,  ubi  rex  Bohemorum  dispositis  aeiebus  finem  prelii 
expectabat.  Illic  milites  utriusque ,  dum  signa  hinc  inde  prospiciunt, 
fero  ippetu  glomerantur  cj  in  unum,  de  yirium  paritate  strietis  ensibus 
disputantes.  Tantus  igitur  inerat  parti  utrilibet  triomphandi  d) 
affectus,  ut  morte  yictoriam  comparare  et  vincere  moriendo  rem 
dignam  et  debitam  quilibet  estimaret.  Ulie  milites  strennui  equorum 
Foi.39d.  ungulis  substernuntur ,  ibi  tanto  sanguine  humano  terra  perfunditur, 
ut  non  solum  pugnantibus,  sed  pugne  durieiam  intuentibus  vite  tedium 
esse  posset.  Tandem  vero  milicia  nostra,  non  sua  sed  omnipotentis 
Dei  virtute  prevalens,  milites  regis  Bohemorum  in  vicinum  amnem  •) 
inpulit,  ubi  fere  omnes  aut  gladio  interempti,  aut  flumine  suffocati, 
aut  capti  ab  hostibus  defecerunt,  sie  quod  fuge  presidium  paucis  pro- 
fuit;  nam  fere  omnes  apud  nos  aut  capti  aut  mortui  remanserunt. 
Licet  autem  rex  predictus  militum  suorum  agmina  dissipata  yideret 
seque  fere  ab  omnibus  derelictum,  adhuc  tamen  yictricibus  signis 
nostris  cedere  noluit,  sed  more  et  animo  gyganteo,  virtute  mirabili  se 
defendit,  donec  quidam  de  noßtris  militibus  ipsum  mortaliter  Tulne- 
ratum  una  cum  dextrario  deiecerunt  Tunc  demum  ille  rex  magnificus 
cum  Victoria  vitam  perdidit,  quem  non  nostre  potencie  fortitudo ,  sed 
Dei  excelsi  dextera,  causam  nostram  misericorditer  iudicans,  interemit. 
Nos  igitur  hec  et  alia  beneficia  ab  eo,  qui  eadem  nobis  contulit, 
humiliter  cognoscentes  et  ad  laudem  sive  gloriam  sui  sanctissimi 
nominis  refferentes,  ad  omne  illud,  quod  gratum  altissimo  regi, 
filio  Jesu  Christo  esse  sciverimus  vestreque  beneplacitum  sanctitati, 
devociori  promptitudine  nostram  sollicitudinem  convertemus, 

a)  crastinum  Z.  —  b)  sie!  —  cJ  glomorantur  Y.  —  dj  triumphandi  am 
Rande  V. 


1)  Vergl.  Kupp,  1,  25i  ff   u.  Ann.  SalUb.  M.  G.  1.  c.  S02. 

*)  25.  August.  Vergl.  den  vorhergehenden  Brief  und  Kopp,  i.  c.  256  ff. 

S)  Die  March. 


zu 


21. 

Romanoram  rex  N.  principi. 

Ein  römischer  König  empfiehlt  einem  Fürsten,  ein  adeliges  Fräulein,  das  er 

überschwängUch  rühmt,  möglichst  bald  zu  heirathen,  da  ihm  sonst  ein  Anderer 

zuvorkommen  möchte, 

Inter  cetera  quorum  eura  nos  angit,  illa  preeipue  meditacio 
occupat  mentem  nostram ,  ut  domui  tue ,  quam  suis  respexit  largitas 
divina  muneribus,  per  humane  deliberacionis  consilium  sie  salubriter 
disponatur,  quod  in  posterum,  per  multiplieacionem  sobolis  propagata, 
impleatur  ioeunditatis  gaudio,  quo  progenitores  exultant  in  filiis 
filiorum,  et  sicut  vitis  fecunda  vernos  produeat  surculps,  qui  undique 
in  eleetas  nove  propaginis  palmites  adoleseant. 

Sane  quoniam  ex  plantario  primitive  originis  patrias  qualitates 
eontrahit  quod  sucereseit  et  generacionis  seminarium  ad  eins  proeedit 
similitudinem,  ex  quo  noscitur  a}  prodüsse ;  ad  edificacionem  domus  tue, 
ad  stirpem  videlicet  tui  germinis  vel  generis  nativitatis  floride  virgulis 
feeundandam,  clara  sunt  eonnubia  requirenda,  ex  quibus  derivanda 
suecessio  fulgidis  prodeat  nature  tytulis  insignita.  Huius  igitur  causa 
rei  singula  per  circuitum  lustramus  mundi  clymata,  circumspicimus 
regiones,  domos  illustrium  et  generosas  prosapias  scrutabiliter  inda- 
gamus,  si  cominus  vel  per  famam  nobis  occurrat  quenam  sit  digna 
tibi  matrimonialiter  coniugari  sitque  in  perhenne  thori  solacium  et  in 
procuracione  nove  sobolis  una  caro,  et  in  gubernacione  rei  domestice 
coadiutrix.  Sed  quocunque  nos  divertimus,  ad  unicum  sem^er  consi- 
lium deliberacio  provida  nos  reducit,  ut  nobilis  femina  N.  talis 
applicetur  tuo  lateri  per  matrimonii  sacramentum,^per  honeste  copule 
ministerium  et  spirituum  unionem  in  fide  puritatis  et  spe  nupcialium 
premiorum.  In  alia  siquidem,  si  qua  eligenda  videtur,  si  species 
rutilat  forsitan  generis  decus  deest,  si  natales  polleant  forma  non 
splendet,  aut  mores  non  clarent,  aut  fortuna  pingwior  non  arridet.  In 
hac  vero  Dens  concessit  cuncta  munera  graciarum,  quibus  höneste 
vite  composieio  redimitur,  flagrat  opinio,  natura  ditatur,  ut  eins  per 
eam  sanguis  valeat  adornari,  si  ad  illius  fastigii  consorcium  tolleretur. 
Plane  certatim  conveniunt  in  ea  claritudo  prosapie,  diffusa  per  nobilium 
generaciones  quam  plurimas,  quibus  bec  cui  nupserit  apponentur: 

a)  nascitur  V. 


232 

Fol.  40 1.  forme  species,  decorus  aspectus,  pulchritiido  vultus,  venustas  morum 
et  integritas  castitatis  a)  de  qua  congrue  diei  potest  ortus  h")  con- 
clusus,  fons  signatus  *),  virginei  flos  pudoris ,  quam  fortuna  supremis 
rote  sue  invexit  apieibus,  beans  illam.  Anxiamur  itaque  et  artamur, 
ne,  te  difFerente,  alius  accipiat  hanc  coronam,  ad  quam  anhelant  quam 
plurimi,  eorumque  in  ipsa  proventura  respiciunt  avidi  sectatores.  Et 
ideo  nobilitatem  tuam  sanis  eonsiliis  adhortamur,  quatenus,  aliis  post- 
positis,  hanc  assumas  in  eonjugem,  quia  tune  predieaberis  mulieris 
optime  vir  beatus. 
Ist  wohl  fingirt. 

22. 

Romai^ram  rex  regi  Anglie. 

i279. 

König  Rudolf  ver spricht  dem  Könige  Eduard  von  England,  seinen  bisher  durch 

Krankheit  verhinderten  Sohn  Hartmann  nunmehr  baldigst  zur  Vermählung  mit 

dessen  Tochter  nach  England  zu   senden.    Dem   inzwischen  vorangesandten 

Überbringer  dieses  Briefes  möge  der  König  vollen  Glauben  schenken. 

Accito  nuper  illustri  principe  N.  pro  tilio  nostro  dilecto  cj  ad 
proeedendum  in  Angliam,  ut  celebria  illa  et  sacra  connubia  inter 
eundem  nostrum  genitum  et  inelitam  fiiiam  tuam,  felicis  syderis 
auspicio  ordinata  divinitus,  exhibicione  proprie  presencie  consumaret : 
ecce,  quod  tibi  infesti  stili  denunciacione  disserimus,  ad  tenellam  pre- 
dicti  filii  nostri  et  fragilem  corporis  fabricam  dissolvendam,  inopinatam 
morbus  infestus  machinam  erexit.  Qui  diu  tandem  contendens  de 
repugnatrice  natura  degenerem  triumphum  viriliter  reportare,  bellorum 
vires  varias  alteravit,  sed  tandem  illius,  qui  infirma  plerumque  conso-> 
lidat,  manu  misericordie  interiecta,  invalitudinis  sue  langwor  elanguit, 
ipso  nostro  filio  pristine  sospitatis  affectui  restituto.  Quapropter  pre- 
dictum  principem,  virum  industrium,  fidelem  procul  dubio  honoris  tui 
et  glorie  zelätorem ,  ad  tuam  presenciam  ante  faciem  prenotati  filii 
nostri  premittimus,  ut  tante  more  causas  serenitati  tue  lucidius  inpri- 
mat  et  iocundius  adventus  sui  diem  prenunciet  interpretacione  certis- 
sima  vive  vocis.  Cuius  sane  verbis  fidem  credulam  adhibere  te 
petimus  ac  si  de  nostri  oraculi  voce  veridica  quodammodo  reso- 
narent. 

aj  castigatis  V.  —  bj  so  für  hortus  V.  —  cj  Accincto  nuper  illustri 
Hart,  predilecto  Cod.  Wilher. 


1)  CauUeum  Cunticori  4,  12. 


233 

Während  Cod.  Vind.  die  Überschrift  Romanopum  rex  etc.  hat,  steht  in 
Cod.  Wilh.  B.  121  Fridericus  etc.  regi  Angliae,  dagegen  nennt  eben  diese  HS. 
im  Eingange  des  Briefes  ausdröcktich »  wie  oben  c)  angegeben,  Hartmann, 
Rudolfs  Sohn;  man  muss  also  unbedenklich  Fridericus  für  einen  Fehler 
halten.  —  Harlmann,  K.  Rudolfs  zweiter  Sohn,  war  fünfzehnjfthrig  am  2. 
Januar  1278  mit  Johanna,  des  K.  Eduard  ?on  England  Tochter,  ?erlobt  worden. 
Die  Hochzeit  sollte  am  8.  September  desselben  Jahres  stattfinden  (Boehmer, 
Reichssachen,  no.  129.  Rymer  Foedera,  ed.  Hagae  1745  I,  2,  170—172), 
unterblieb  aber  wegen  des  Krieges  mit  Otakar  (Kopp,  Eidgen.  Bfinde  1, 380ff.)t 
Im  April  des  folgenden  Jahres  1279  wurde  Hartmann  in  England  bestimmt  er- 
wartet (Kopp,  1.  c.  381).  Dass  Krankheit  die  Ursache  seines  Ausbleibens  war, 
erfährt  man  zuerst  aus  diesem  Briefe,  der  also  im  Jahre  1279  geschrieben 
sein  wird.  Das  Wenige  was  man  Ton  Hartmann,  der,  ohne  je  seine  Braut 
gesehen  zu  haben,  am  20.  Decerober  1281  in  den  Wellen  des  Rheins  seinen, 
Tod  fand ,  weiss,  siehe  bei  Kopp ,  I.e.  384  und  Boehmer,  Reg.  ind.  ab  a. 
1246  S.  520. 


23. 

Romanoram  rex  N.  episeopo. 

König  Rudolf  übersendet  einem  Bischof  aus  Dank  für  die  Zuvorkommenheit 

die  er  hei  der  römischen  Curie  dem  kaiserlichen  Kanzler  erwiesen ,  die  Re^ 

galien,  und  fordert  ihn  auf,  seinen  Fidelitätseid  in  die  Hände  der  nächstens  an 

den  römischen  Hof  gehenden  königlichen  Boten  tu  leisten, 

Bodmann  p.  149. 

Mentis  nostre  tabernaculum  floride  cuiusdam  iocunditatis  ami- 
niculo  exstitit  serenatum ,  noveque  placiditatis  leticia  in  cordis  nostri 
tabulis  indelebiliter  est  deseripta,  pro  eo,  quod  tu  in  curia  Romani 
constitutus  pontifieis  ob  reyerenciam  imperialis  eulminis  dileetum 
nostrum  cancellarium  N. ,  ex  parte  nostra  ad  sedem  apostolicam 
destinatum,  graciosis  prevenisti  favoribus  et  amplexatus  es  curialitatis 
exhibicionibus  et  honoris.  Quapropter  firmiter  proponimus  illa  inten- 
dere,  per  que  proveniat  tibi  solacium  et  eeelesia  tua  boni  status 
recipiat  incrementum.  Ut  autem  hoc  tibi  liquidius  pateat,  et  intencio 
mancipanda  effectui  ad  actum  progrediens  exordium  gracia  plenum 
sumat:  specialem  ecce  tibi  fecimus  graciam  a  divis  imperatoribus  et 
regibus,  nostris  predecessoribus ,  sacri  imperii  principibus  a) 
haetenus  inauditam.   Mittimus  enim  tibi,  licet  absenti,  regalia  feoda 

a)  sacri  imp.  principibus  vun  anderer  Hand  am  Rande  V. 


zu 

tua  et  administracionem  temporalium  eornndem,  tam  iurisdictionem 
Ttdelicet  quam  omnia ,  illustracionem  principalem  complectencia, 
exercenda.  Clarescere  quoque  te  facimus  in  caterva  principum  sicut 
fidelem  nostrum  nostrique  culminis  principem  apicibus  et  gloria 
principatus.  Et  quoniam  tibi  tenemur  et  volumus  inveniri  in  exhibenda 
iusticia  a)  faeiles,  eui  sumus  et  erimus  in  gracia  liberales,  omnibus 
malefactoribus  et  iniuriatoribns  tuis  et  ecelesie  tue  preeeptoria  dirigi- 
mus  scripta  nostra,  iniungentes  eisdem,  ut  ante  terminum  talem  tibi 
satisfaeiant  de  iniuriis  etmolestiisettecumamicabiliter  se  componant; 
alioquin  erastino  eiusdem  termini  iidem  malefactores  se  nostris  con- 
spectibus  representent,  tibi  super  actionibus,  quas  contra  ipsos 
proponere  habueris»  prout  ius  exigit,  responsuri.  Ceterum  cum  in 
regali  ac  imperiali  curia  non  sit  solitum,  nee  auditum,  principem 
infeodatum  et  regalibus  investitum  fidelitatis  prestare  iuramenta  per 
interpositas  personas :  volumus  et  mandamus,  quatenus  nunciis,  quos 
Fol.  40  b.  ad  Romanam  curiam  breviter  transmittemus,  babentibus  ad  recipien- 
dum  a  te  fidelitatis  iuramentum  speciale  mandatum,  exhibere  velis 
secundum  morem  principum  fidelitatis  et  omagii  iusiurandum;  iidem 
eciam  nuncii  nostri  patentes  tibi  afferent  litteras  nostras  de  investitura 
principatus  sollempniter  tibi  facta,  in  quibus  precipitur  omnibus 
baronibuSy  ministerialibus ,  vassalis,  ac  quibuscunque  ad  ecclesiam 
tuam  spectantibus ,  ut  tibi  tanquam  fideli  ac  dilecto  principi  Romani 
imperii  in  omnibus  pareant  et  intendant. 

Bei  Bodmann  mit  der  Überschrift:  gracia  specialis  episcopo  N.  facta» 
qua  Rudolf  US  R.  R.  ei,  licet  absenti,  regalia  transmittit  etc. 


24. 
Romanoram  rex  N.  priaeipi. 

König  Rudolf  Übersendet    einem    abwesenden   getreuen  Reichsfürsten  seine 

Belehnung, 

Bodmann,  p.  151  Rudolfus  R.  R.  principi  etc. 

Solis  et  aurore  infatigabilis  fabricator  ad  Romane  monarchiam 
dignitatis  mirifice  iabricandam  semetipsum  fundamentisolidi  primarium 
posuit  lapidem,  dum  coronam,  in  signum  imperatorii  dladematis, 

a)  iusticiam  V. 


235 

passionis  sue  gessit  tempore  triumphalem,  et  ut  edificii  sh*uctura 
congruis  firmaretur  disposicionibus,  bases  m  se  stabilivit  inviolabiliter 
stabiles,  saeri  videlicet  imperii  principes,  Ulustracione  multifaria 
coruscantes.  De  quorum  nimirum  multitudine  imperialis  celsitudo 
tanto  sublimior  coospicitur»  quanto  in  ipsis  principibus  firmitate 
perspicabili  fides  solidior  cognoscitur  et  videtur«.  Inter  quos  princeps  a) 
karissime!  te  tanquam  columpnam  inmobileni  elarescere  cernimus 
sinceritatis  plenitudine  ac  toeius  fidei  puritate.  Eapropter  te  veluti 
specialiter  predilectum  sincerissimis  prosequimur  amplexibus,  ac  tuam 
fidelitatem,  que  semper  circa  sacrum  viguit  imperium,  commendantes, 
te  pre  ceteris  amplioris  honoris,  prout  condecet,  extollere  disponimus 
incrementis.  Transmittimus  itaque  tibi  omnia  feoda,  quibus  tu  a 
sacro  imperio  quondam  nosceris  h)  infeodatus,  mandantes  ac  auctori- 
tate  precipientes  regia  omnibus  comitibus,  baronibus,  ministerialibus, 
militibus  nee  non  universaliter  singulis,  commorantibus  in  tuo  princi- 
patu,  ut  tibi  in  omnibus,  quibus  de  iure  tenentur,  veluti  nostro  fideli 
ac  dilecto  principi,  fideliter  pareant  et  intendant.  Et  quoniam  emulis 
imperii  contra  te  in  posterum  dari  poterit  fortuitu  materia  vel  occasio 
malignandi,  exnunc  tibi  promittimus  et  nos  ad  hoc  fideliter  obligamus» 
quod  contra  quemlibet  te  contra  iusticiam  molestantem  nostris  ao 
principum  nostrorum  viribus  fortiter  ac  in  brachio  nostre  potencie 
insurgemus. 


25. 

t^maiioniiii  rex  domiit  pape. 

1273.  October.  Francofurti. 

K,  Rudolf  zeigt  Gregor  X  seine  Wahl  zum  römischen  Könige  an  und  bittet  ihn 
um  die  Kaiserkrone» 

Boehmer^  Reg.  Rud.  1. 

Romano jam pridem  vacante  imperio,  principes  electores«), 
quibus  in  Romani  eleetione  regis  ius  competit  ab  anti- 
a)  principes  Z.  —  b)  nostris  Y. 


1}  Über  di<»8ttn  bi4>r  suerst  in  eiaem  königlichen  Sehreiben  Torkomroenden  Ausdruck 
rergl.  Reg.  Rud.  1,  und  meine  Abhandlung  „Über  die  Echtheit  uud  Bedeutung  der 
Urkunde  Köuig  Rudolfs  1.  betreffend  die  bairische  Kur."  Sitzungsberichte  Bd.  21 
p.   10. 


236 

quo,  die  locoque  a)  prefixis  ab  omnibus  *)  convenientes  in  uiium, 
post  multos  et  varios  de  futuri  regis  electione  tractatus ,  tandem  sub 
deliberacionis  prolixe  consilio,  quam  negoeii  qualitas  exigebat,  licet 
poterant  in  nonnullos  alios  longe  clariorumque  virtutum  h)  tytulis 
insignitos,  longeque  jnajoris  meriti  elaritate  conspieuos  consensisse, 
nos  tarnen  ad  tarn  honorabilis  honoris  fastigium  nullo  prorsus  ambitu, 
teste  conscieneia,  aspirantes,  ad  imperii  regimen  erexerunt,  aeeepeione 
nostra  niehilominus  inportuna  instaneia  postulata. 

Nos  itaque ,  licet  animo  trepido  revolventes ,  que  et  qualis  esset 
hujus  divine  disposicionis  vocacio ,  utpote  nostre  multiplicis  insuiB- 
ciencie  cj  non  ignari,  formidavimus  conscendere  tante  speculam 
dignitatis,  quodam  nimirum  attoniti  tremore  pariter  et  stupore.  In  eo 
tarnen,  qui  alto  et  ineffabili  sue  consilio  Deitatis  condiciones  et  statum 
terrestrium ,  prout  vult,  et  variat  et  alternat,  quique  robur  multi- 
plicat  et  balbucientibus  eloquenciam  tribuit,  confidentes,  et  spiritum 
fortitudinis  assumentes;  ad  gloriam  et  laudem  regis  regum,  ob  reveren- 
ciam  sancte  matris  ecclesie  et  katholice  fidei  fulcimentum ,  tarn 
Fol.  40c.  laboriose  sollicitudinis  exercicio  et  tarn  honorose  eure  regimini,  ne 
quod  superni  consilii  altitudo  decreverat,  scissionis  aut  rupture 
dispendio  contingeret  infirmari,  subiecimus  humeros  imbecilles, 
sperantes,  qqod  nobis  tarn  Dei  quam  sacrosancte  matris  ecclesie  nee 
non  apostolice  gracie  plenitudo  atque  paterni  vestri  favoris  clemencia 
debeat  non  deesse.  Jactatis  igitur  cogitacionibus  nostris  in  eo ,  cuius 
imperio  vivimus  d)  et  in  vobis  anchora  spei  nostre  totaliter  collocata, 
sanctitatis  vestre  pedibus  provolvimur  supplicando  rogantes;  quatenus 
nobis  in  assumpto  negocio  de  benignitate  consueta  favorabiliter 
aspirantes,  auxiliatricibus  apud  altissimum  hostiis  adiurare  dignemini 
causam  nostram,  immo  tocius  ej  reipublice  specialem,  ut  in  suo 
beneplacito  dirigens  gressus  nostros,  per  suorum  dignetur  nos  ducere 
semitam  mandatorum.  Ut  igitur  salubrius  et  felicius  ea  que  sunt 
placita  et  ecclesie  sue  sancte  sunt  grata,  jugiter  prosequi  valeamus, 
placeat  vestre,  quesumus,  sanctitati,  nos  imperialis  i'astigii  diademate 
graciosius  insignire.  Nos  enim  potentis  et  volentis  animi  armatura 
precingimur  ad  fj  quecunque  nobis  vos  et  alma  mater  ecclesia 
duxeritis  inponenda. 

a)  dieque  loco  V.  —  h)  virtutum  am  Rande  V.  —  c)  insufficiencia  V.  — 
d)  vivimus  auf  Rasur  V.  —  e)  cicius  V.  —  f)^^  am  Rande  V. 


1)  29.  Sptbr.  1273.  Frankfurt.  Boehmer  Reg.  Rud.  I.  c.  Kopp,   1,  5. 


237 

Gerbert  1,  1  und  Boehmer  nehmen  mit  Recht  an,  dass  dieser  Brief 
vor  Rudolfs  Königskronung  (vor  dem  24.  October  1273)  geschrieben  sein 
muss,  da  der  König  sonst  nicht  unterlassen  haben  würde,  derselben  zu  erwäh- 
nen. —  Kopp,  1.  c.  79,  Anm.  4,  bezweifelt  die  Echtheit  dieses  Schreibens, 
wie  wir  glauben  mit  Unrecht.  Für  die  Echtheit  desselben  spricht  sowohl, 
dass  es  hier  inmitten  einer  Reihe  unzweifelhaft  echter  Rudolfinischer  Briefe 
steht,  als  auch  der  Umstand^  dass  die  in  demselben  angeführten  Thatsachen 
über  Rudolfs  Wahl  auch  anderweitig  berichtet  werden;  vergl.  Reg.  Rud.  pag. 
Sl  ff.  Allerdings  erinnert  die  Form  besonders  in  dem  Passus:  Nos  itaque  etc.  an 
die  Rundschreiben  neugewShlter  Papste,  allein  der  Inhalt  entspricht  durchaus 
der  damaligen  Lage  Rudolfs. 


26. 

Romantram  rei  N.  ciyibns. 

1274.  April  28.  Hagenowe. 

K.  Rudolf  fordert  die  Stadt  Lübeck  auf,  dem  von  ihm  abgesandten  Grafen 

Heinrich  von  Fürstenberg  den  Huldigungseid  und  die  von  ihm  ausgeschriebene 

Contributton  zu  leisten. 

Vocati  divinitus  ad  regale  fastigium  eo  disponente,  qui  erigit  humiles 
in  a)  sublime,  debemus  ab  eis,  qui  sub  regie  potestatis  respirare  se 
gaudent  umbraeulo,  debitum  debite  obedieionis  exquirere,  ipsosque  ad 
unionis  fidelium  eiusdemß^  imperii  participium  alleetivis  induetionibus 
inritare ,  ut  sieut  fuerunt  haetenus ,  exigente  dierum  malieia ,  tribula- 
eionibus.et  pressuris  obnoxii,  sie  rursum  dominii  nostri  grata 
gaudeant  et  refloreant  novitate.  Ecce  igitur  nobilem  virum  N.  c} 
comitem  talis  loci  d),  dilectum  fidelem  nostrum  et  consanguineum,  ad 
vos  cum  fiducia  transmittimus,  attencius  requirentes ,  quatenus  iuxta 
precepcionis  divine  edictum,  quo  Dei  Deo,  et  Cesari,  que  ipsius  sunt, 
reddere  quisque  debet,  eidem  nostro  nomine  prestetis  hylariter 
fidelitatis  nobis  debite  iuramenta,  scituri  certissime,  quod,  si  ad  instar 
aliarum  civitatum  nostrarum  e)  pro  conservacione  tocius  reipublice 
prenotato  f)  comiti  loco  nostri  imposite  vobis  per  cum  summe  con- 
tribucionem  feceritis  tarn  hylariter  quam  libenter,  nos  universas  liber- 

a)  ad  Z.  ~  b)  eiusdem  fehlt  Cod.  Lubecensis.  —  c)  Heinricum  Cod.  Lub. 
—  d)  de  vurstenberch  Cod.  Lub.  —  e)  Auf  nostrarum  folgt  Cod.  Lub.:  con- 
tribucionem  imposite  sibi  precarie,  dagegen  fehlt  dort  das  auf  nostri  folgende 
imposite  vobis  per  cum  summe  contribucionem  —  f)  Henrico  Cod.  Lub. 


238 

tates  et  iura  universitati  vestre  ab  inclite  recordacionis  Fricierico, 
ultimo  Romanorum  imperatore,  suisque  predecessoribus  pie  ac  benigne 
concessa,  benignius  innovamus  et  auetoritate  regia  muniemus.  Ad  a) 
quod  utique  nos  tenore  preseneium  obligamus. 

Cod.  Lub.  I,  325  mit  der  Oberschrift:  Rudolf us  d.  g.  Rom.  Rex  semper 
Augustus.  Prudentibus  Tiris  .  .  Consulibus  et  universis  Civibus  Lubecensibus 
dilectis,  deTotis  suis,  Imperii  Romani  fidelibus»  graciam  suam  et  omne  booum 
und  Dat.  Hagenowe.  IH  Kai.  Maii  regni  noatri  anno  primo. 


27. 

t^mai^ram  rex  trehiepiseopo. 

1274.  Jun  od.  August. 

K.  Rudolf  fordert  den  Erthischof  Werner  von  Mainz^  unter  Anerkennung  seiner 

bisher  geleisteten   Dienste,  auf,  seine  (des  Königs)   Angelegenheiten  beim 

päpstlichen  Stuhle  zum  günstigen  Abschluss  zu  bringen  und  dessen  Gutheissung 

zur  Verheirathung  seiner  Kinder  zu  erwirken» 

Gerb.  \,  19. 

Adauctis  nobis  per  te,  divine  inspiracionis  instinetu,  continue 
prosperitatis  auspieiis,  nunc  de  novo  in  curia  Romana,  quemadmodum» 
honorabili  N.  cancellario  nostro  nobis  insinuante »  didicimus,  efficacis 
operis  et  opere  tue  solercia  sie  adiecit,  ut  singula  procures  et  b) 
procurare  non  cesses  animo  indefesso,  que  nostris  estimas.oportuna 
provectibus  et  consummativis  honoribus  adiectiva.  Digne  igitur  in 
preconium  tue  laudis  assurgimus,  digne  non  immerito  tibi  ad  grates 
uberrimas  inclinamus  ex  eo,  quod  fidei  stabilis  armatura  precinctus» 
Yotiva  plantacioni  tue  fomenta  non  subtrahis ,  sed  incessabiliter  foves 
et  irrigas,  vindemiarum  ab  ea  delicias  recepturus. 

Hinc  est,  quod  cum  de  puritatis  tue  constancia  leticie  yespertine 
^,^,^Q^  fiduciam  lucifer  tribuat  matutinus  c^:  sinceritatem  tuam  rogamtis 
affectu  quo  possumus  ampliori,  quatenus  ad  perficiendum  incursus 
nostri  laboris,  videlicet  opus  Dei,  apud  sanctissimum  patrem  nostrum, 
dominum  summum  pontificem,  sicut  laudabiliter  inchoasti,  sie  lauda- 
bilius  perseveres,  non  discessurus  a  curia,  donec  principiä  bona 

a)  Ad  bis  obligamus  fehlt  V.  —  h)  procures  et  am  Rande  V.  —  c)  matu-^ 
tinis  V. 


239 

prospero  concludantur  exitu,  et  de  matrimonio  liberorum  nostrorum, 
ad  quod  quorundam  preeellencium  principum  fervens  aspirat  intencio, 
tibi  lucidius  pateat  apostolice  beneplaeitum  voluntatis. 

Dieser  Brief  gehört  in  die  Zeit,  in  der  Rudolfs  Kanzler  Otto,  Propst 
zu  St.  Guido  in  Speier,  mit  dem  Grafen  Gottfried  Ton  Sayn  und  dem  Burg- 
grafen Friedrich  von  Nürnberg,  die  als  Boten  des  Königs  an  den  Papst  nach 
Lyon  gesandt  waren,  zu  ihrem  Herrn  zurückkehrten  ui^d  ihm  Bericht  erstatteten 
(«obh  insinuante),  aho  nach  dem  6.  Juni  1274  (M.  G.  4,  398).  Er  kann  nur 
an  den  Erzbischof  yon  Mainz  gerichtet  sein,  denn  nur  ihm,  dem  er  seine 
Wahl  Torzugsweise  verdankte»  konnte  sich  Rudolf  als  „plantacio  tua''  bezeich- 
nen. (Innocenz  IV.  nennt  den  K.  Wilhelm  von  Holland  am  23.  Juli  12S4 
plantulam  nostram.  Boehmer,  Reg.  Wilh.  p.  4.) 

28. 

t^fliaiioraiii  rei  prlneipi. 

König  Rudolf  dankt  Jemandem  für  die  Bemühungen,  zwischen  ihm  und  einem 

Fürsten  N,  ein  Bündnisa  zu  Stande  zu  bringen,  er  werde  ihm  nach  Bückkehr 

seiner  Boten  seinen  Willen  kund  thun, 

B.odmann,  p.  8.  Stobbe,  n.  72. 

Delectabiliter  introivit  in  mentis  jiostre  secretarium  lecta  et 
plenius  intelleeta  tuarum,  quas  nobis  misisti,  dulciflua  series  litterarum. 
Quarum  quidem  irriguum  eo  verisimilius  ex  votive  fidei  puteo  seaturire 
perpendimus,  quo  ferveneius,  quoque  placidius  in  huiusmodi  illectivis, 
nullisinstancienostreprevenientibus  suadelis,  ad  nostre  gloriecumulum 
adaugendum,  ad  oculum  te  videmus  assurgere,  dum  ad  unionis  amice 
eoncordiam  cum  iUustri  N.  familiariter  ineundam  per  te  tarn  con- 
sultis  a)  instinctibus  inyitamur.  Super  quo  utique  tam  accepto  et 
tarn  grato,  quod  nobis  iam  inpendisti,  obsequio  grates  tibi  multimodas 
exsolyentes,  sineeritati  tue  presencium  serie  hj  declaramus,  quod, 
licet  promptus  nostro  eulmini  sit  animus  cum  predicto  principe 
concordie  mutue  federa  contrahendi,  *super  eo  tarnen  usque  ad 
nunciorum  nostrorum  redditum,  quos  ad  talem  locum  misimus,  non 
possumus  tibi  finaliter  respondere ,  sed  mox  reversis  eisdem ,  pande- 
mus  tibi  super  hoc  nostre  beneplaeitum  voluntatis,  summo  opere 
cupientes  et  invariabili  animo  disponentes,  quod  ipsa  concordia,  si 
placet  in  excelsis  altissimo,  tue  cooperacionis  et  mediacionis  instinctu 
et  tua  industria  principaliter  et  precipue  reformetur. 

Bezieht  sich  vielleicht  auf  die  Vermittelung  des  Bündnisses  mit  dem  Kö* 
nig  Philipp  HL  von  Frankreich.  S.  oben  S.  225  ff. 
a)  consaltibus  Z.  —  b)  serie  am  Rande  Y. 


240 

29. 
t«mai«raiii  rei  N.  prefato. 

Ein  römischer  König  (Rudolf  ?J  macht  sein  Recht  der  primariae  preces  für 
eine  bestimmte  Person  geltend^  die  er  als  Canonicus  empfiehlt. 

Gerb.  1,  46.  Stobbe,  81. 

Regie  maiestatis  splendescens  serenitas  sie  aliorum  iura  et 
eonsuetudines  protegit  et  tuetur»  quod  unieuique  suum  esse  tribuitur 
et  servatur.  Quanto  magis  ipsa  regia  magnificencia  propria  iura  tene- 
tur  defendere,  que  aliorum  nititur  conservare?  Cum  igitur  antiqua 
et  approbata  tale  ius  nostris  antecessoribus,  divis  imperatoribus  et 
regibus,  contulerit  consuetudo,  quod  singule  persone  in  singulis 
kathedralibus  et  aliis  collegiatis  ecclesiis  ad  primarias  preces 
regias  reeipi  debeant  in  canonicos  et  in  fratres,  prebendas,  cum  se 
facultas  obtulerit,  adepturi:  nos  eorundem  predecessorum  nostrorum 
vestigiis  inherentes,  pro  N.  primarias  vobis  dirigimus  preces  nostras, 
rogantes  cum  omni  instancia  et  affectu,  regia  nichilominus  auctori- 
tate  mandantes,  quatenus,  considerata  ydoneitate  persone,  eundem 
nostri  amore  in  vestrum  collegium  canonicatus  honorem  recipere  non 
negetis,  prebendam,  si  qua  nunc  vacat,  vel  quamprimum  ad  id  se 
obtulerit  facultas,  sibi,  cessante  occasione  qualibet,  collaturi,  taliter 
facientes,  ut  dum  iura  regia  non  minuitis,  regalem  a)  libeat  clemen- 
ciam,  libertatem  vestre  ecclesie  non  minuere,  sed  augere,  nee  oporteat 
super  promocione  predicli  N.  iterato  vobis  dirigere  scripta  nostra. 


30. 

Romanormii  rei  N.  episeop«. 

1274.  Juni  e.  (Hagenowe.) 

K,  Rudolf  fordert  einen  Bischof  auf,  auf  dem  Reichstage  zu  Nürnberg  (am 
ii,  Nov.  1274)  zu  erscheinen. 

Bodm.  p.  158. 

Ad  Romane   monarchie    dirigenda   molimina   sue   misericordie 
unctione  b)  nos  ungens  altissimus,  iUum  revera  servande  iusticie 

aj  regalem  am  Rande  V.  —  b)  unctione  am  Rande  V. 


241 

zelum  nobis  indidit ,  eo  comodi  generalis  augendi  fervore  circum- 
dedit  procul  dubio  solium  Christi  sui,  ut  pro  republiea,  variis  haetenus 
agitata  calamitatum  insultibus ,  quoslibet  personales  subire  labores, 
quevis  rerum  a)  ferre  dispendia  non  vitemus.-  —  Verum  quia  non  estpoi.iia. 
in  rerum  natura  possibile  quod  substancia  corporis  universi  a  capite 
sine  menbrorum  subvencione  regatur,  interdum  cogimur  alios  in 
eooperacionis  huius  participium  evocare. 

IJinc  est  quod  cum  pro  reformacione  collapsi  status  imperii  et 
communi  tranquillitate  fidelium  apud  talem  locum  tali  termino  atque 
die  h)  generalem  curiam  duxerimus  indicandam :  sinceritatem  tuam 
attencius  invitamus ,  rogantes  pariter  et  in  fide ,  qua  Romano  astrin- 
geris  imperio,  requirentes,  quatenus,  omni  difficultate  remota,  predicte 
Curie  celebracioni  studeas  presencialiter  interesse  predictis  termino 
atque  loco,  ut  quod  singulos  tangere  noscitur,  ibidem  a  singulis 
approbetur,  Ceterum  negocium  nostrum  apud  sanctissimum  patrem 
nostrum,  dominum  N.  summum  pontificem,  efficaciter  promovendum 
ex  parte  fidei  tue  fiducialiter  comendamus, 

Dass  diese  Formel  einem  Briefe  Rudolfs  entlehnt  ist,  ergiebt  sich  aus 
der  im  letzten  Passus  desselben  enthaltenen  Aufforderung,  des  Königs  Sache 
beim  Papste  zu  fordern.  Gregor  X.  zögerte  nämlich  aus  Rücksicht  für  Otakar 
Fon  Böhmen  und  Alfons  von  Oastilien  mit  der  Anerkennung  Rudolfs.  Für 
diese  soll  Fürsprache  geschehen.  Es  erfolgte  die  Anerkennung  am  26.  Spt. 
1274.  S.  oben  Seite  111.  Demnach  muss  unser  Brief  vor  diesem  Tage  ge- 
schrieben.  sein  und  der  Reichstag,  zu  dem  der  Bischof  eingeladen  wird,  kann 
nur  der  Nürnberger  (11.— 19.  Nov.  1274)  sein,  wie  denn  auch  in  der  That  die 
gleichlautende  an  einen  Erzbischof  gerichtete  Formel  bei  Bodmann,  p.  158, 
die  Überschrift  trägt:  Rud.  evocat  etc.  ad  curiam  solennem  (Norimbergae) 
celebrandam.  —  Vorbereitungen  zu  diesem  Reichstage  wurden  schon  im  Juni 
getroffen  (Boehmer,  Reg.  Rud.  92)  und  etwa  um  diese  Zeit  dürfte  unser 
Brief  geschrieben  sein. 

31. 
Romanoram  rei  N.  elYibas. 

Ein  römischer  König  bittet  die  Bürger  einer  Stadt,  den  zwischen  der  Stadt 
und  der  Klostermauer  belegenen  Weg  dem  Kloster  zu  schenken, 

Firmamenti  pulchritudine  et  decore,  diversitate  siderum  et 
speciositate  fulgida  superorum  cj  calliginosa  terrestriumpropellitur«9 

aj  rerum  am  R.  V.  —  b)  atque  die  fehlt  Z.  —  cj  supperorum  Z.  — 
rfj  procellilur  V. 

'  Fontes.  Abth.  II.  Bd.  XXV.  16 


242 

opacitas,  et  iocunditatis  quadam  dulcedine  in  radiorum  Solanum 
participium  oculus  clare  contemplancium  delectatur.  Amenitate  siqui- 
dem  luminis  se  per  terrarum  spacia  diffundente,  exultat  deserta 
tia)  invia  *),  gratulatur  puerpera  ubertate,  in  fruetuum  h}  exuberans 
pullulat  terra  nostra.  Inter  ipsa  autem  polorum  luminaria  c)  sicut 
stelle  a  se  differunt  elaritate  et  situ  d),  sie  eciam  diserepare  videntur 
oeulariter  in  effectu;  quod  quidem  tropo  loyee  comprehenditur,dumin 
sancta  matre  ecclesia  sanetarum  religionum  diversitas  et  diversimoda 
conyersacionis  equipollencia  reperitur.  Ex  quibus  christianus  populus 
multarum  yirtutum  dotibus  serenatus  et  feeunditate  prolis  quodam- 
modo  feeundatus,  imo  uberius  dilatatus  sui  tentorii  feeit  funiculos 
longiores. 

In  barum  autem  numero  felicium  ordo  talis»  yelud  lucema 
superposita  candelabro,  domum  Dei  yerbo  illuminat  pariter  et 
exemploy  dum  fratres  ipsius  et  professi,  seculum  abdieantes,  Cbristum 
pauperem  in  Camino  paupertatis  a)  eximie  imitantur.  Igitur  ob  yirtutis 
et  probitatis  eorum  e)  merita  tam  preclara,  ipsos  in  Domino  diligimus» 
ac  eonfovere  ad  plantaeionem  orthodoxe  fidei  ac  utilitatem  reipublice 
cupientes ,  in  animo  disponimus  et  in  mente ,  prout  regiam  condecet 
magnificeneiam ,  eisdem  f)  et  in  conservandis  g)  libertatibus  inveniri 
faciles  et  promocionum  h)  beneficiis  liberales.  Et  non  solum  ipsis 
esse  Yolumus  propicii,  sed  Q  ipsorum  benefactoribus  graeiosi. 

Verum  predicti  fratres  vobis  pro  solacio  et  salute  omnium 
commorantes,  ac  vestram  universitatem  de  multiplicibus  beneficiis 
eommendantes  asserunt,  quod  uno  tantum  in  suo  cenobio  fatigentur 
incomodo,  ipsos  fratres  intoUerabiliter  affligente,  ridelicet  quod  Tia 
inter  murum  civitatis  vestre  et  murum  eorum  habitacula  circumdan- 
tem  media,  nee  pro  usu  quidem  private  nee  publice  necessaria, 
ipsis  fratribus  ob  undique  agencium  insolencias  kj  valde  difificilis  et 
dampnosa.  Nos  itaque,  perpendentes  ex  certa  sciencia  l)^  quod  per 
donacionem  ipsius  vie  sie  predictis  fratribus  solacium  provideri 
valeat,  quod  vestre  civitati  nullum  penitus  ex  hoc  accedere  valeat 

a)  et  fehlt  Z.  —  b)  copia  zu  ergftnzen. — c)  iamioa  Z,^d)  et  fehl  tZ,  et  situ  am 
Rande  V.  —  e)  ipsorum  Z. — f)  eiusdem  Z.  —  g)  observandis  Z.  —  h)  promoeionem 
V.  —  (^  sed  et  Z.  —  ^^ob  undique  agencium  insolencias  am  Rande  Y.  —  IJ  senten- 
ciaZ. 


1)  Isnjae  35,  1. 

2)  lsaj»e  48,  10. 


243 

nocumentum :  universitatem  vestram,  omni  qua  possumus  precum 
instancia«  requirimus  et  rogamus,  quatenus  ob  nostram  et  sacri 
imperii  reverenciam  sepedietis  fratribus  in  donacione  prefate  vie 
tarn  liberaliter  quam  a)  hylariter  vestrum  iopendatis  benefieium, 
quod  exinde  apud  Deum,  ipsorum  vobis  suffragantibus  precibus, 
vestrum  cumuletur  meritum  et  per  consequens  nostre  gracie  vobis 
proTeniat  incrementum. 

32. 

Romanornm  rex  N.  episcopo. 

i274.  November.  Norimberge. 

König  Rudolf  dankt  einem  ihm  ergebenen  Kirchenfürsten  (dem  Erzbischof  von 

Salzburg  ?J  für  seine  Wachsamkeit  und  berichtet  ihm  über  den  glänzenden 

Reichstag  zu  Nürnberg, 

Gerb.  2,  56.  Bodm.  p.  63-65. 

Super  tarn  pura  et  integra  vestre  amicieie  incontaminata  fer- 
vencia,  quam  ad  nos  promptissima  mentis  alacritate  portenditis» 
aliena  verborum  argumenta  non  querimus ,  ubi  effectus  operis ,  dictopoi.«  b. 
preponderans,  certa  nobis  experimenta  dilucidat  et  eonscieneie  nostre 
testis  quantalibet  deposicione  sollempnior  interpellat.  Seimus  etenim, 
imo  indice  facto  probavimus,  quod  in  vestris  precordiis  erga  nos 
eoncepta  non  algeant,  sed  quo  plus  labuntur  in  tempora  eo  graciosius 
adoleseant.  Patet  hoc  utique  clarius  omni  claro  per  ea,  que  misse 
nobis 6^  vestre  literecontinebant,exquarumtenoreprobabili  coniectura 
perpendimus ,  circa  latera  nostra  vigilantis  vos  vigilis  officium  exer- 
cere  et  regalium  excubiarum  negocium  tam  salubriter  quam  fideliter 
adimplere  *),  cum  nil  possit  nobis  occurrere  tam  tempestuosum,  tam 
turbidum  c)  et  tam  opacum,  quin  vestre  luminose  prudencie  iubare 
serenetur.  Super  hiis  igitur  salutaribus  vestris  monitis  et  informacione 
gratuita ,  quibus  nos  utiliter  instruxistis ,  paternitati  vestre  grates  et 
gracias  exsolventes  et  propter  hec  et  alia  dulciflue  vestre  bonitatis  seu 
voluntatis  indicia  nos  et  nostra  quibuslibet  vestris  nutibus  exponentes, 
de  nostre  prosperitatis  eventibus ,  quos  audire  libenter  vos  credimus, 

a)  et  Z  für  quam  —  b)  nobis  i|m  Rande  V.  —  e^  tam  lucis  impervium 
et  opacum  Z. 


1)  Gerb.  2,  55  theilt  einen  Brief  (wahrscheinlich  des  Erzb.  Friedrich  voo  Salzburg) 
mit,  in  welchem  Rudolf  gewarnt  wird:  sis  cautus  custos  et  provisor  vitae  tuae 
und  bezeichnet  wohl  mit  Recht  unseru  Brief  als  die  Antwort  nnf  denselben. 

16  • 


244 

vestris  desideriis  duximus  hec  pandenda:  quod  curiam  nostram 
soUempnem  in  tali  loco  et  tali  die  9»  copiosa  nobis  principum 
assistente  eaterva  et  preelecte  stipati  milicie  comitiva  o^,  cui  tempo- 
ribüs  nostris  vix  visa  est  consimilis  «),  celebravimus  condeeenter  in 
regio  potentatu,  constitucionibus  eongruis  plurimis  editis,  cingulo 
militari  multis  tyronibus  deeoratis  et  omnibus  aliis,  que  sedentem  in 
throno  regem  magnifieant  et  regalem  exornant  curiam,  rite  actis  et  de 
contingentibus  nil  obmissis,  licet  sedentis  ab  aquilone  regis  Bohe- 
morum  calliditas  visa  fuerit  in  occulto  cum  nequiret  in  publico, 
nostris  lam  celebribus  obviare  progressibus  tamque  proficuis  et 
festivis  sollempniis  intentacione  nefaria  contraire,  qui  tamen,  dextera 
Domini  facienteft^  virtutem»),  in  sua  defecit  astucia,  non  profecit  a). 
Cetera  vero  dilectus  familiaris  noster  N.  explicabit  lucidius  oraculo 
yive  vocis, 

o()  Ergänzung  aus  Bodmann  p.  64.  Nos  itaque  iuxta  yestrae  salutiferae 
suggestionis  instanciam,  in  emissione  praesencium,  desollempnibus  nun- 
ciis  transmittendis  ad  curiam  ordinäre  iam  coepimus,  prout  negocii 
qualitas  exposcebat;'  processum  vero  euriae  praenotatae  per  ordinem  nuncii 
Dostri  sollempnes,  qui  subsequenter  in  proximo  vobis  apertius  et  lucidius 
enarrabunt.  Ceterum  exhibitorem  praesencium,  iuxta  quod  alias  per  dilectum 
familiärem  nostrum  N.  existit  vivae  vocis  oraculo  commendatas,  habeatis» 
si  placety  in  suis  agendis  favorabiliter  recommissum. 

a)  continuata  V.  —  b)  facientem  V. 


1)  Zu  Nürnberg  am  19.  Noyember  1274,  wie  aus  der  folgenden  Note  hervorgeht. 

*)  Chi'on.  Sampetr.  Menken  3,  884.  Eodem  anno  (1274)  Rudolfus  in  Norimberg 
celebravit  curiam  suam  ostendens  ibidem  robur  virtutis  suae  cum  duobus  milibus 
militnm  armatorum  et  insuper  quinquaginta  miiitum,  qui  contradictorum  et  ini* 
micorum  rebellancium,  si  qui  forsitan  apparerent,  machinaciones  et  saeviciam 
propuisarent  sive  Ottocari  adversarii  sui  sive  aiiorum.  Diese  Nachricht  stimmt 
so  sehr  mit  der  Relation  in  unserem  Briefe  überein,  dass  wir  ohne  Weiteres  an- 
nehmen können,  der  Reichstag  von  dem  Rudolf  hier  spricht,  sei  der  von  Nürn- 
berg. Aus  der  Ergänzung  aus  Bodmann  ergiebt  sich  auch,  dass  noch  ein  zweiter 
Reichstag  bevorstand,  was  unsere  Annahme  bestätigt,  da  in  Nürnberg  ein  zweiter 
Reichstag  auf  den  23.  Jan.  1275  zu  Wirzburg  festgesetzt  wurde.  Somit  erweist 
sich  Gerbert's  Annahme,  wonach  dieser  Brief  in  das  Jahr  1276  gehört,  als  irrig. 

8)  Psalm.  117,  16. 


245 


33. 

Romanoram  rex  eardinalibas. 

1276.  Januar. 

König  Rudolf  fordert  die  Kardinäle  mit  dem  Ausdruck  des  Schmerzes  Über  den 

Tod  Gregors  X,  auf,  die  Papstwahl  zu  beschleunigen.  Er  habe  sich  vor  empfang 

gener  Todesnachricht  zur  Romfahrt  angeschickt ,  nunmehr  wolle  er  ihre,  der 

Kardinäle^  oder  des  neuen  Papstes  Instructionen  abwarten. 

Gerb.  2,  33. 

Ex  horto  militantis  ecclesie  hortulano  presigni  translato  ad 
celicas  mansiones,  felicis  videlicet  recordacionis  domino  Gregorio 
summo  pontifice,  cuius  presencia  mundus  utique  videbatur  indignus, 
ad  requiem  evocato,  licet  in  excelsis  exultet  iam  angelica  turba 
celorum,  licet  illa  supernorum  civium  beata  agmina  pro  tarn  glorios! 
concivis  accessu  placidas  Deo  concinant  canciones ,  plangit  tarnen  in 
terris  fidelium  turba  terrestrium  pro  decessu.  Lugeat  itaque  Grecia 
suo  conversore  propicio  desolata,  nam  dragma,  que  longo  tempore 
fuerat  perdita,  lucerne  sue  lumine  est  inventa  *),  et  ovis,  que  diu  per 
desertum  indevocionis  erraverat,  gregi  sociatus  dominico  per  eundem, 
nunc  salutaribus  in  Domino  pascuis  enutritur  «).  Educant  Latin! 
singultuosa  suspiria  pro  defuncto,  quorum  mores  sanctissimus  pater 
idem  virtutis  direxit  in  semitam  et  salutis.  Plangant  et  ululent  super 
se  insuper  omnes  tribus  terre  «)  de  patris  subtractione  fidelis,  sed  illi 
potissime,  qui  assumpto  virifice  crucis  victorioso  signaculo  sub  eius- 
dem  patris  securo  ducatu  contra  blasphemos  nominis  Christian! 
potenter  insurgere  gestiebant  *).  Prodeat  igitur  iste  planctus  com- 
munis in  omnem  terram  et  in  fines  orbis  huiusmodi  dolor  lamenti 
proveniat  et  descendat,  quia  tanti  patris  occasus  multorum  deposcit 
lacrimas,    qui    omnes    exemplo   beatitudinis   affluencius    irrigabat  ^;,,  ^^^ 


1)  Lucas  15,  8. 

^)  Auf  dem  von  Gregor  X.  1274  zu  Lyon  abgehaltenen  Concilium  wurde  die  Ver- 
einigung der  Griechen  mit  der  römisch-katholischen  Kirche  ausgesprochen* 

*)  Apocalypsis  1,  7. 

*)  Durch  die  ganze  ThStigkeit  Gregorys  X.  zieht  sich  als  leitender  Gedanke  die 
Vorbereitung  zu  einem  Kreuzzuge,  und  der  König  Rudolf  selbst,  sowie  seine 
Gemahlin  und  viele  Edle  empfingen  zu  Lausanne  am  6.  October  1276  aus  den 
Händen  des  Papstes  das  Kreuz. 


246 

Verumtamen  inter  omnes  alios  reges  et  prineipes  orbis  terre  preeipue 
compassionis  affectu  oculi  nostri  pre  inopia  languerunt,  lacrimarum 
fönte  iam  desiceati,  eo  quod  idem  sanetissimus  pater  thronum 
nostrum  super  reges  et  regna  eonstituens,  nos,  dum  viveret,  piis  con- 
foTebat  amplexibus  et  paterno  favore  medullitus  diligebat.  Porro  cum 
ad  huiusmodi  reparanda  dispendia  opes  et  artes  humane  deficiant/ 
que  poeius  disposicionis  superne  provisio,  nee  non  fati  generalis 
equalitas  consolatur  a)  et  eonfert  eiusdem  doloris  remedium,  cuius 
vix  unquam  de  nostro  pectore  signa  cicatricis  oceidue  propellentur : 
sola  hac  animi  fortitudine  concepta,  videlicet  qui  ecelesiastieo  femulo 
suo  Moysi  non  concessit  deducere  populum  suum ,  alium  loco  sui, 
meritorum  claritate  conspicuum,  subrogavit»  consumaturum  cuncta 
feliciter  per  patrem  predictum  sanctissimum  salubriter  inchoata. 
Ad  hoc  igitur  piissimi  quesumus  patres »  universalis  ecclesie  cardines 
et  columpne  ferventes,  exercete  vigilias  et  officiosas  curas  et  operas 
applicate,  ut,  relegato  cuiuslibet  contencionis  obstaculo,  ocius  mundo 
azephalo  presul  necessarius  eligatur,  ubi  divinus  instinctus  tos  excitet 
et  pondera  subeat  equitatis.  —  Ceterum  licet,  ut  legitur,  notorium 
esset  et  probabile  innumerabilibus  argumentis,  quod  generacio  pereat 
generacione  altera  succedente,  quia  tarnen  terra  stabilis  manet  in 
eternum  i),  ecciesia  videlicet  Dei  vivi  in  suis  agendis  et  ordinacionibus 
agendorum  matura  deliberacione  decoctis,  immobilis  perseverat: 
antequam  de  morte  prefati  patris  sanctissimi  ad  nos  rumor  infestus  et 
nubilus  pervenisset,  nos  et  nostros  accinxeramus  ad  iter,  ut  iuxta 
quod,  vestrd  mediante  consilio,  fuerat  ordinatum,  si  fata  favissent,  de 
sacrosanctis  eius  manibus  suscepissemus  diadema  imperii.  Sed  licet 
aliter  visum  fuerit  in  excelsis  apud  omnium  creatorem,  qui,  ut 
speramus,  disponet  in  sede  apostolica  virum  secundum  cor  nostrum, 
adhuc  tarnen  in  ipso  procedendi  proposito  parati  pariter  et  accincti 
ipsumque  iter  dumtaxat  suspendimus  et  laxamus  ad  tempus,  donee 
per  vos  aut  futurum  summum  pontificem,  quorum  beneplacitis 
semper   in   omni   spiritus   promptitudine    disponimus    obedire,   nos 

a)  Die  folgende  Stelle  ist  uDverstfindlich  und  offenbar  corrumpirt.  fiel 
Gerbert  heisst  es:  .  .  aequalitas  consolatur:  doloris  eiusdem  remedium,  cuius 
vix  unquam  de  nostro  pectore  cicatricis  oceidue  signa  transibunt,  ex  animi 
fortitudine  in  hoc  propinavimus  nobis  ipsis  indubitatae  fidociae  spe  concepta, 
quod  qui  electo  fainulo  suo  etc. 


i)  Cohelel  1 ,  4. 


247 

perfectius  informari  contingerit,  quid  nunc  ultra  devoto  ecclesie  filio 
sit  agendum. 

Stobbe>  no.  276  mit  der  Überschrift:  Reverendis  in  Christo  patribus, 
universis  sacrosanete  Rom.  ecclesie  cardinalibus ,  suis  predileetis  amicis 
Rud.  etc. 

34. 
I^maBorm  rex  N.  episeopu. 

König  Rudolf  macht  das  Recht  der  ersten  Bttte  geltend. 

Gerb.  1,  44.  —  Stobbe  n.  7,  und  Firnhaber,  119  abweichend. 

Dum  in  nostre  sublimitatis  exordio  quelibet  ecclesia,  in  Romano 
imperio  constituta,  super  provisione  unius  persone  primicias  precum 
nostrarum  ex  antiqua  et  approbata  eonsuetudjne  saeri  imperii  admit- 
tere  teneatur,  primarias  tibi  ofTerimus  preees  nostras,  devocionem 
tuam  attencius  exorantes  ac  regia  tibi  nichilominus  auetoritate 
mandantesy  quatenus  latori  presencium  N.,  ad  cuius  honores  augendos 
et  GOmoda  provehenda  non  solum  sue  probitatis  merita  sed  eeiam 
accepta  paterne  nee  non  avite  strennuitatis  obsequia  nos  efficaciter 
proYocarunt,  nobis  eciam  de  sufficienti  scieneia  commendato,  de 
eeelesiastieo  beneficio  ad  tuam  collacionem  speetante,  si  quod  vacat 
ad  presens  vel  quam  primum  ad  id  facultas  se  obtulerit,  eures 
liberaliter  providere  ob  nostram  et  sacri  imperii  reverenciam  specialem^ 
ita  quod  te  exinde  et  tuam  eeclesiam  condignis  teneamur  honoribus 
ampliare. 

Vergl.  ein  ähnliches  Schreiben  Rudolfs  bei  Goldast  Const.  Imperii  Tom. 
3.  p.  406. 

35. 
Rex  R«niaB«rini  e«B?eiitii. 

König  Rudolf  wiederholt  mit  grösserem  Nachdruck  seine  unbeachtet  gebliebene 

erste  Bitte, 

Gerb.  1,  45.  Stobbe  n.  10. 

Licet  alias  pro  tali  vobis  direxerimus  primarias  preees  nostras,  ut 
ipsi  secundum  antiquam  et  approbatam  imperii  consuetudinem  de 
eeelesiastieo  beneficio,  ad  vestram  collacionem  speetante,  studeretis  a) 
liberaliter  providere:  vos,  huiusmodi   nostris  mandatis  et  precibus 

a)  studeritis  Z. 


248 

Fol. 41  d. parvipensis ,  non  attendentes,  quod  eede  m  regie  preces  in  se 
contineant  speciem  mandatorum,  easdem,  ut  nobis  innotuit, 
admittere  noluistis.  Quapropter  denuo  devocionem  vestram  exhortan- 
dam  affectuose  duximus  et  monendam,  regia  niehilominus  vobis  auctori- 
tate  mandantes,  quatenus  facientes  de  neeessitate  virfutem  a)^  eidem 
de  certo  h)  benefieio,  si  quod  vacat  ad  presens,  vel  quam  primum  ad 
id  obtulerit  se  facultas  c^,  curetis  liberaliter  providere,  jus  nostrum  in 
hae  parte  taliter  servaturi,  quod  iura  vestra  et  monasterii  vestri  vice 
versa  recognoscere  eo  favorabilius  indueamur,  nee  oporteat  nos  super 
hoc  contra  vos  stimulum  querere  inpellentem. 


36. 

R«iiaii«roiii  regi  eives. 

1273. 

Die  Stadt  Basel  hütet  den  König  Rudolfe  indem  sie  ihrerseits  die  ihr  von 
demselben  vor  seiner  Erhebung  zugefügte  Beleidigung  vergessen  wolle,  ihr  das 
Wohlwollen  angedeihen  zu  lassen,  das  er  ihr  in  seinem  Briefe  versprochen 

habe. 

Gerb,  i,  8. 

Letetur  et  gratuletur  totis  visceribus  letabunda  et  laudans 
invicta  dj  Germania,  quam  post  calamitates  varias  et  erumpnas  rex 
celestis,  de  excelso  respiciens  celorum  habitaculo,  dignatus  est 
electionemc^  Romani  principis  inveritate  divina  pocius,  quam  humana, 
misericorditer  visitare.  Cuius  quidem  principis  generis  ac  morum 
ingenuitas,  animi  virtus  preclara  et  indefessa  magnanimitas  per  famam 
in  remotis  mundi  partibus  habitancium  est  auribus  inculcata.  Porro 
quoniam  ex  abundanti  regie  maiestatis  gracia  nobis  immeritis  dignati 
estis  dirigere  scripta  vestra,  inter  dulcia  regalis  eloquia  clemencie, 
continencia  manifeste,  quod  videlicet,  quitquid  rancoris  ad  nostram 
civitatem  erga  vos  extitit,  relegato  prorsus  tocius  future  questionis 
scrupulo,   benignitate   regia   remisistis  *)•     Quapropter    serenitatis 

a)  virtutum  Z.  —  h)  dicto  Z.  —  c)  vel  bis  facultas  am  R.  V.  —  d)  invita  V. 
—  e)  sie! 


1)  Passt  am  iiesten  auf  Basel ,  das  bekannUich  mit  Rudolf  vor  seiner  Wahl  im 
KN>g:e  war.  Ver;;!.  Ann.  Basilienses  ad  a.  1273  M.  G.  SS«  17.  195  und  Trouil- 
lat  Monunie  ^  ts  de  Thistoire  de  Tancien  ev^clie  de  Böle.  2,  239  ff. 


249 

vestre  excellencie  assurgimus ,  humiliter  inclinantes  cum  omni,  quo 
valemus,  genere  graciarum,  omnem  penitus  offensam,  quam  nobis 
universis  universaliter  et  singulis  singulariter ,  antequam  ad  culmen 
imperialis  fastigii  Dominus  vos  vocaret,  pro  qualitate  temporum  intu- 
listis,  remittentes ,  integre  et  in  toto  oblivionis  sibi  perpetue  a) 
rubigine  superdueta,  ad  memoriam  illud  poeticum  revoeantes  : 

Ledere  qui  potuit,  aliquando  prodesse  valebit  9* 

ünde  dominacionis  vestre  magnificieneie  h^  totis  viribus  et 
affectibus  supplicamus ,  quatenus  munificeneie  vestre  benignitate 
largiflua  in  eonservandis  nostre  civitatis  iuribus  et  bona  consuetudine« 
que  est  apta  legum  interpres ,  sicut  transmisse  nobis  nuper  a  vestra 
serenitate  litere  pollicentur,  nos  velitis  prosequi,  ut  speramus,  favore 
gracie  specialis  ^),  cum  et  nos  parati  simus  et  esse  inviolabiliter 
intendamus,  ad  vestre  maiestatis  imperia  et  mandata,  prout  iustum 
fuerit  et  consonum  equitati,  pro  qualitate  nostrarumc^  virium  fideliter 
exequenda. 


37. 

Rex  R«maii«roni  N.  prineipi. 

her  römische  König  Richard  gewährt  einem  Fürsten,  der  sich  lange  Zeit  un- 
dankbar gezeigt,  nunmehr  aber  Abbitte  gethan  hat,  seine  volle  Gnade. 

A  primordiis  nostri  solii  sub  eins  nomine,  per  quem  reges 
regnant  et  principes  obtinent  principatum,  regiminis  nostri  disposi- 
eionem  statuimus  pietatis  et  dj  clemencie  moderamine  gubernandam, 
ut  merito,  sicut  ab  ipso  pietatis  auctore  et  misericordie  tante  gracie 
dona  suscepimus,  sie  eins  intuitu  subditis  nostris,  etiam  si  eos 
aliquando   deliquisse   contigerit,    adesse   misericorditer   debeamus. 

a)  perpetue  am  Rande  V.  —  b)  magnificencie  am  Rande  V.  —  c)  nostrarum 
am  Rande  V.  —  d)  am  Rande  V. 


1)  Dionysii  Catonis  dtstichoruro   Über  IV.  no.  39:  De  moribus  ad  filium. 
Cede  locum  laesus  Fortunae,  cede  petenti : 
Ledere  qui  potuit,  aliquando  prodesse  yalebit. 
^)  Dieseo  Wunsch  erfüllte  Rudolf  den  Baslern,   Indem    er   durch  eine  Urkunde  vom 
15.  Juni    1274    ihnen    das  Privileg  König  Heinrich's    (VII)    be»tatigte.    Trouillat 
2,  250.  Reg.  Rud.  no.  1258. 


250 

Quatito  enim  benignius  ad  plures  roagnificencia  a)  regalis  extenditur, 
tanto  plenius  nota,  eciam  in  remotis  partibus  i)»  ^d  sui  flagranciam 
nominis  comparatur,  ut,  ad  obsequia  regalia  exemplis  provocata  non 
dubiis,  undique  fidelium  multitudo  non  minus  avida  quam  devotä 
concurrere  videatur.  Hinc  est,  quod  licet  tu  fidelis  noster  contra  nos 
ingratitudinis  yicium  fueris  yisus  per  quedam  spacia  temporis 
commisisse ,  quia  tarnen  habito  loco  ac  tempore ,  recordatus  quod 
malefeceras,  veniam  postulasti,  quia  eciam,  nisi  culpa  esset,  locum 
venia  non  haberet :  de  innata  nostre  munificencie  gracia  tibi  mansue- 
Foi.42a.  tudinis  nostre  graciam  et  gremium  liberaliter  aperimus,  in  plenitu- 
dinem  favoris  nostri  te  recipimus  et  antique  familiaritatis  amorem  sie 
tibi  perfectissime  reddimus,  ut  esse  prorsus  preterite  ire  velimus 
immemores  et,  velud  nunquam  offensi,  in  visceribus  karitatis  te  more 
solito  precipuum  habeamus,  nee  unquam  per  nos  seu  per  aliquem 
tibi  obici  paciemur,  quod  adversus  nostram  excellenciam  aliquid  aliquo 
unquam  h)  tempore  attemptaveris  publice  vel  privatim.  Sic  igitur 
animum  tuum  presens  nostra  correctio  modificet,  sicque  modestia 
nostra  corroboret,  ut  dum  observacione  iuris  et  bonoris  imperii  te 
principibus  aliis  preminere  viderimus,  familiaritatis  et  benivolencie 
nostre  favorem  in  te  incrementis  continuis  augeamus. 

Das8  dieser  Brief  von  K.  Richard  herrührt,  schliesse  ich  aus  der  wörtlich 
gleichlautenden,  nur  sehr  abgekürzten  Urkunde  desselben  Königs  für  die 
Bürger  von  Hagenau  Datum  per  manum  magistri  Arnoldi  de  HoUandia  prepo- 
siti  Wetslariensis  dilecti  prothonotarii  nostri  apud  Hagenowe  XVI  die  Octobr* 
indictione  VI  a.  d.  1262  regni  vero  nostri  anno  sexto.  Schoepflin  Alsatia 
diplomatica  I,  441 ;  die  Möglichkeit  aber,  dass  er  von  Rudolf  herrührt,  möchte 
ich  gleichwohl  nicht  in  Abrede  stellen.  Wenn  man  nämlich  für  princeps  über- 
all ciWtas  setzt,  so  w&re  unser  Brief  eine  Antwort  auf  das  vorhergehende 
Schreiben  der  Stadt  Basel,  eine  Annahme,  die  auch  durch  die  unten  Aumerk.  1} 
bezeichnete  Obereinstimmung  unterstützt  wird. 

a)  munificentia  zu  lesen.  —  h)  am  Rande  V. 


1)  Das  entspricht  dem,  was  im  vorig^en  Briefe  {gesagt  ist:  cuius  quidem  principis  .... 
magnanimitas,  per  famam  in  remotis  mundi  partibus  babitancium  est 
auribiis  iiicuieata. 


251 

38. 
Roiiiaii«raiii  rex  tali  eoiiTeiitai. 

1262.  April  i3.  Viterbo. 

Urban  IV.  empfiehlt  sich  den  Gebeten  der  zum  General^CapUel  in  Bologna  ver- 
sammelten  Dominikaner. 

Ripoll  1,  419.  Gerbert  1,  25. 

In  precelse  dignitatis  honore,  quo  nos  pretulit  exaltator  humilium, 
quasi  honus  inportabile  nostris  est  humeris  alligatum,  cuius  dum 
magnitudinem  venerandam  et  stupendam  attendimus  a),  non  immerito 
formidamus.  Unde  sieut  ex  fragilitatis  nostre  consideracione  mergi- 
mur,  sie  ex  fidueia  divine  a)  clemeneie  quodammodo  releyamur, 
speranteSy  quod  huius  proeellosi  maris  prospere  transire  possimus 
insidias,  si  nobis  impetretis  salutis  auxilium,  qui  celesti  sponso 
in  vestre  eonscieneie  deliclis  lectum  floridum  preparastis.  Quid 
enim  Tobis  a  Dei  pietate  denegabitur,  illam  merentibus  habere 
propiciam  candore  virtutum  et  odore  operum  beatorum?  Quid 
apud  reginam  prefulgidam,  matrem  Domini,  angelorum  Dominam 
gloriosam,  vestra  eonversacio  non  habebit,  quorum  meritis  spiendet 
eeclesia,  exemplis  viget  et  proficit  religio  ehristiana?  Quid  illa 
beatorum  aeies  vestris  votivis  non  impetrabit  affectibus,  que  vobis 
propicia  redditur  et  pro  laudis  divine  preconiis  et  vite  meritis  inno- 
centis?  Ecee  regis  eterni  graeiam  et  celestis  curie  vos  habere 
favorem  elaris  argumentis  presumitur  et  signis  perspicuis  comprobatur. 
Digne  itaque  vestram  universitatem  per  Dei  miserieordiam  obse- 
eramus ,  quatenus  pia  meditaeione  pensantes »  quantum  ex  eo  possit 
imminere  stuporis,  quod  qui  pulveris  et  cineris  esseneiam  gerimus, 
regnantis  in  secula  per  temporalem  gladium  viearii  bj  facti  sumus, 
piis  oracionum  vestrarum  presidiis  nobis  graeie  divine  suffragia  cj 
impetretis,  humili  supplicacione  postulantes,  ut  eius  admiranda 
potencia  det  per  graeiam  esse  fortissima ,  que  sunt  fragilia  per 
naturam ,  debilitatem  nostram  et  robore  fulciat  et  virtute  perfundat, 
detque  sie  nobis  prosequi,  quod  inpoten'cie  nostre  credidit  et  humili- 
tati  commisit,  quatenus  in  glorie  sue  augmentum  transeat  et  populus 
christianus  per  nos  pace  et  tranquillitate  proficiat  et  tandem  illis 
ac  nobis  eterne  claritatis  radius  illucescat  ßj. 

a)  div.  fehlt  V.  —  b)  vic.  fehlt  V.  -  c)  suffragiis  V. 


252 

Ergänzungen  aus  Ripoll  BuUarium  ord.  Praedicatorum  I,  419.  Urbanus 
ep.  s.  s.  Dei  dilectis  filiis  magistro,  prioribus  et  fratribus  ordinis  praedicatorum 
in  generali  capitulo  Bononie  congregatis  s.  et  a.  b.  —  a)  ad  instar  apostolorum 
principis,  quem  pelagi  fluetus  exterruit.  —  ß)  Wie  er  von  ibnen  kindliche  Erge- 
benheit beanspruche,  so  werde  er  ihnen  väterliche  Huld  gewähren:  Ceterum 
—  sentietis.  Datum  Viterbii  Idibus  Aprilis  pontificatus  nostri  anno  primo. 

Das  General-Capitel  wurde  am  28.  Mai  iZßZ  abgehalten.  Ripoll  I.  c.  420. 
Ge rb e rt  schreibt  diesen  Brief  fälschlich  dem  König  Rudolf  I.  zu. 


39. 
Imperator  sais  fidelibos. 

König  Rudolf  erlässi  zwei  Getreuen  die  Dienste,  die  sie  dem  Reiche  während 

des  Interregnums  schuldig  gebliehen  sind,  und  bestätigt  ihnen  die  Besitzungen, 

die  sie  in  jener  Zeit  erworben  haben. 

Gerb.  3,  3. 

Dignum  iudicat  nostra  serenitas  et  decernit  a),  quod  sicut  per- 
sonarum  est  distinetio  et  locorum,  sie  et  meritorum  quorumlibet  dispar 
respectus  et  dissimilis  retribueionis  qualitas  habeatur,  tantumque 
unieuique  augeatur  gracie  et  favoris,  quantum  sua  obsequiosa 
Fol.  42  b.  fidelitas  eeteris  noseitur  prepollere.  Cum  itaque  vos  Jo.  et  H.  h) 
tarn  devotos  tamque  fideles  sacro  Romano  imperio  sciamus,  quod  de 
similibus  vobis  sit  non  modica  certitudo:  nos  proinde  vobis 
cupientes  inpendere  munus  et  munificenciam  gracie  specialis ,  omnia 
servicia,  que  tempore  vacantis  imperii  *)  usque  ad  nostram  creacionem 
cuiquam  imperatori  vel  regi  debuistis  inpendere,  quitquid  ^ciam  de 
bonis  imperii  medio  tempore  occasione  bellorum  vos  opprimencium 
recepistis,  hec  omnia  de  benignitate  regia  vobis  misericorditer  ac 
liberaliter  indulgemus ,  nullam  vobis  pro  culpa  penam  vel  pene  comi- 
nacionem  aliquatenus  inferendo ,  sed  vos  pocius  in  omni  favore  et 
gracia  consolacionis  uberrime  et  protectionis  beneficio  consolando. 

a)  decrevit  Z.  -  b)  P.  et  H.  Gerb,   und  Z. 


1)  Das  Interregnum  rechnet  Rudolf,  wie  aus  vielen  seiner  Urkunden  hervorgeht, 
von  der  Zeit,  wo  Innocenz  IV.  auf  dem  Goneilium  zu  Lyon  (1245)  Bann  und 
Absetzung  über  Friedrich  II.  aussprach,  bis  auf  seine  Wahl. 


253 


40. 
Imperator  aposUlie«. 

1274.  Februar  27.  Hagenowe. 

König  Rudolf  verbärgt  sich  feierlichst  dem  Papst  Gregor  X,  Alles  zu  halten,  was 
sein  Kanzler  Otto  Propst  zu  St.  Guido  in  Speier  mit  ihm  verhandelt,  wünscht  eine 
Zusammenkunft  mit  dem  Papst,  macht  ihn  zum  Schiedsrichter  ztoischen  sich 
und  dem  Grafen  von  Savoyen  und  meldet   ihm  seine  glücklichen  Erfolge  in 

Deutsehland, 

Kopp  König  Adolf  p.  290.  Gerb.  1,  18. 

Pater  patrum  amantissime ,  a  a)  cunctis  filiis  hominum  super 
omnia,que  sub  vestreftj  mortalitatis  vivunt  habitu,  reverende,  in  vestre 
assurgentes  laudis  preconium,  non  quas  tenemur,  sed  quas  possumus, 
actiones  refferimus  uberes  graciarum ,  pro  eo ,  quod  sineere  nostre 
devocionis  propositum  seu  promptitudinem  c),  per  virum  utique  com- 
mendabilem  N.  a)  in  vestre  sanetitatis  fratrumque  preseneia  d) 
expositam  et  oblatam,  audistis .  solite  graeia  pietatis.  Propter  quod 
nos  e)y  in  soiiditate  propositi  persistentes,  corde  puro,  non  ficta  con- 
sciencia,  ad  honorem  Dei  et  exaltacionem  Romane  ecclesie  semper 
idtronei  volumus  totis  conatibus  inveniri,  omnes  ecclesias  et  personas 
eeclesiasticas  favoris  continuacione  confovere,  in  exhibenda  iustieia^ 
ipsis  fore  faciles,  et  in  conferenda  graeia,  prout  honorem  decet 
imperii  g)^  liberales ;  ad  universalem  orbis  paeem  omni  nisu  oriture 
radicem  discordie  medullitus  evellere ,  in  eavendaque  diseensionis  h) 
materia  sedis  apostolice  placitis  et  mandatis  filialiter  obedire,  ■ 
gerentes  ferventi  spiritu  in  mentis  desiderio,  ilH  terre  sancte  i), 
vestre  bonitatis  k)  eonsilio  nobis  seu  l)  auxilio  sufTragante ,  quam 
unigenitus  Dei  filius  multiplici  beneficio  omnibus  mundi  partibus  pre<- 
tulit,  ipsamque  conseerando  aspersione  sui    sanetissimi  sangwinig 

a)  et  Kopp.  —  h)  nostre  Kopp  und  Gerb.  —  c)  Im  Original  des  vatican. 
Archivs,  das  Kopp  vor  sich  hatte,  nicht  lesbar.  Auch  dem  Oictator  mag  das 
Wort  nicht  lesbar  gewesen  sein  und  desshalb  mag  er  gezweifelt  haben,  ob 
es  propositum  od.  promptitudinem  heisse.  —  d)  presenciam  V.  u.  Z.  --  e)  Prop- 
ter quod  nos  fehlt  Kopp.  —  f)  iusticiam  Z.  —  g)  regium  Kopp.  —  h)  dissen- 
sionis  Kopp.   —   i)  sancte   fehltK.  —  Ar^    sanetitatis  K.  —  l)  et  K. 


254  • 

rubricavit,  tarn  patenter  quam  potenter  succurrere,  quodDei  populus, 
per  multa  tempora  ab  hostibus  erucis  Christi  afDietus  pariter  et  con- 
strictus  o^,  ad  Christi  gioriam  sepulchrum  Domini  intrepide  valeat 
visitare.  —  Ad  quod  ardor  desiderii  in  nobis  eo  vehemencius  accen- 
ditur,  quo  naturalis  genitoris  nostri  ossa,  ob  crucifixi  gioriam  b) 
extra  natale  solum  peregre  c)  inibi  quiesceneia,  soUicitius  cottidie  in 
nostris  cordibus  revolvuntur.  Et  quis  prohibere  poterit  filium,  ex  intimis 
cordisconeupiscereinpatemo  tumulosubterrarie/^,  exulem  pro  eo  fieri, 
qui  exilio  et  miserie  se  tradidit,  deliciis  affluens  paradisi !  Inter  cetera 
vero  e)  desiderancius  coneupita  desiderium  indefessum  gerimus  ^, 
una  vobiscum  habere  coUoquium  et  tractätum ,  qualiter  pax  iam  diu 
disperdita  inter  christicolas  reformetur,  super  omnibus  traetatibus 
per  vestre  melliflue  pietatis  dulcedinem  cum  nostro  cancellario  habitis, 
offerentes  animam»  corpus,  honores,  res  et  omnia  nostra  ad  vestre 
beneplacita  sanctitatis.  Et  ut  verbo  consonet  operis  gratitudo,  beati- 
tudinis  vestre  pedes  devotis  osculis,  cum  vobis  placuerit,  volumus 
contingere,  ac  facie  ad  faciem  persone  vestre  sanctissime  perfrui 
visione.  —  Ad  hec  super  controversia,  que  inter  nos  ex  parte  una 
et  clarissimum  comitemSabaudie,  fidelem  nostrum,  ex  parte  altera 
vertitur,  amicabiliter  vel,  iusticia  mediante,  sine  strepitu  sopienda, 
taliter  ambo  convenimus,  quod  nos  unum  et  ipse  comes  alterum,  viros 
ydoneos  ad  vestram  curiam  transmittemus ,  qui  nos  concordandi  ad 
invicem  habebunt  plenariam  potestaten\.  Ipsis  vero  non  valentibus  in 
unam  concordare  sentenciam,  ambo  promittimus  bona  fide,  verbo 
arbitrii  vestri  stare,  certam  habentes  in  Domino  fiduciam,  quod  ex  quo 
post  Deum  ad  nullum  alium,  quam  ad  vos  et  sacrosanctam  Romanam 
ecclesiam  habere  volumus  refugium  seu  respectum,  quod  omnia  nostra 
.  negocia,  tanquam  dilectissimi  filii,  semper  habeatis  paternaliter  com- 
Foi.42c.  mendata.  —  Et  ut  prosperorum  successuum  nostrorum  auspicia  vos 
nunc  g)  non  h}  lateant,  vobis  presentibus  notum  fiat,  quod  principes, 
barones,  civitates,  castra  et  alia  bona  sacri  imperii  per  Alemaniam 
nostre  obediunt  unanimiter  dicioni.  —  Supplicamus  itaque  vestre 
sanctissime  pietati,  quatenus  talis  viri  /3)  dictis  credentes,  ministerio 
vive  vocis,  nobis  dignemini  patefacere  vestre  beneplacita  volun- 
tatis  7^. 

a)  attritus  K.  —  h)  gioriam  sub  erucis  si^naculo  e(xtra)  K.  — 
c)  peregrine  K.  —  «y  subterrari  fehlt  V.  u.  Z.  —  e)  vobis  Z.  —  f)  gerimus 
fehlt  Z.  u.  V.  -  g)  nunc  fehlt  K.  —  h)  non  am  Rande  V. 


255 

Ergänzungen  aus  Kopp,  Eidgen.  Gesch.  3,  1,  290  ff.  König  Adolf  u.  seine 
Zeit  Aus  dem  Original  im  vaticanischen  Archiy.  Sanetissimo  in  Christo  patri 
ac  domino,  domino  6.  diuina  prouidencia  sacrosanete  Romane  ecciesie  summo 
pontifici  R.  Dei  gratia  Romanorum  Rex  semper  augustus  cum  reverencia  se 
obnoxium  ad  devota  pedum  oscula  beatorum.  —  a)  0.  Prepositum  sancti 
Widonis  Spirensis,  Cancellarium  nostrum  dilectum  et  nuncium.  —  ß}  religiosi 
fratris  Cunradi,  Proyincialis  fratrum  minorum  per  superiorem  Alemanniam, 
credentes.  —  7)  Vivite  incolumis ,  pater  sanctissime;  Dei  filius  yos  conseruet 
Ecclesio  sancte  soe.  Datum  Hagen(owe}  Tercio  Kalendas  Marcij,  Regni  nostri 
anno  primo. 

Der  Abschluss  der  Verhandlungen  Gregor's  mit  dem  Propst  Otto,  dem 
Kanzler  und  Special-Bevollmächtigten  Rudolfs,  fand  zu  Lyon  am  6.  Juni  1*^74 
statt.  Boehmer  Reichssachen  no.  207. 


41. 

Imperator  domino  pape. 

Mitte  1274. 

K.  Rudolf  dankt  einem  Kardinal  für  dessen  Bemühung  um  Begründung  und 

Förderung  seiner  Macht  und  verspricht  ihm,  immer  in  kindlicher  Ehrfurcht 

das  Wohl  der  Kirche  zu  fördern. 

Gerb.  1,  2. 

Provenit  nobis  ad  immense  iocunditatis  tripudium,  quod  ubi 
nulla  meritorum  nostrorum  causa  precesserat,  nulla  prevenerat  vestre 
familiaritatis  noticia,  solo,  ut  firmiter  credimus ,  divine  benignitatis 
instinctu,  ad  nostros  sie  asurrexistis  a)  amplexus,  ut,  sicut  fideli  narra- 
cione  aceepimus,  fida  manu  primarium  iaetayeritis  lapidem,  gradum- 
que  primordialiter  posueritis,  cui  nostre  promocionis  scaia  innititur 
et  ad  ardua  conseendendi  solidiora  visa  sunt  iam  surgere  fundamenta. 
Quocirca  pater  egregie ,  laudibus  pretermissis ,  quarum  diflfuso  pre- 
conio  multipliciter  meruit  vestra  perfectio  commendari,  ad  grates, 
quas  possumus ,  Tobis  ex  intimis  inclinantes ,  paternitatem  yestram 
suppliciter  exoramus,  quatenus  laudabilia  circa  nos  inchoata  principia 
medio  laudabiliori  et  fine  peroptimo  ex  innate  prestancia  bonitatis 
concludere  satagatis.  De  nobis  enim  potestis  secure  fiducie  plenitu- 
dinem  obtinere ,  quod  ad  omnia ,  que  sacrosanete  Romane  ecciesie, 
piissime  matri  nostre,  accepta  noverimus,  iuxta  prudencie  vestre 

a)  sie! 


256 

consilium ,   specialiter  habilitari  disponimus  et  in  vestris  beneplacitis 
fervere  continuo  a)  reverencia  filiali. 

Der  Satz:  Quocirca  pater  egregie  beweist,  dass  der  Brief  nicht,  wie 
die  Überschrift  besagt,  an  den  Papst  gerichtet  ist,  der  doch  mit  pater  sanctis- 
sime  angeredet  wird.  An  den  Erzb.  von  Mainz  kann  er,  wie  schon  Gerbert 
bemerkt,  ebenfalls  nicht  gerichtet  sein ,  weil  dieser  mit  Rudolf  schon  lange  vor 
dessen  Königswahl  befreundet  war,  yon  ihm  also  es  nicht  heissen  kann  ^nulla 
prevenerat  vestre  familiaritatis  noticia**.  Daher  ist  die  Überschrift  Cenni*s  1,  13: 
Rudolphus  cuidam  cardinali  die  einzig  richtige.  Nach  der  oben  p.  241  zu  No.  30 
gemachten  Bemerkung  gehört  dieser  Brief  in  die  Zeit  vor  dem  26.  Sept. 
1274. 


42. 
Imperator  proeoratori  soo. 

König  Rudolf  dankt  einem  Bischöfe,  der  uneigennützig  seine  Sache  im  päpstli- 
chen Consistorium  geführt  habe,  und  ermuntert  ihn,  in  seinen  Bemühungen  nicht 

nachzulassen. 

Gerbert,  1,  20. 

Ascendit  ut  fumus  aromatum  exquisite  flagraneie  bj  in  conspeetu 
regle  maiestatis  illius  predieabilis  proposicionis  vestre  preeonium,  quo 
pro  nobis,  ut  fida  nuper  insinuacione  cognovimus,  hiis  diebus  ia 
apostolice  premineneie  consistorio  claruistis ,  dum  nullo  tracti  pre- 
ambulo  benificeneie  nostre  funieulo,  nullo  prorsus  humanarum 
blandiciarum  ungento  peruneti,  sed  solum  divine,  ut  eredimus,  admo- 
nicionis  et  proprie  probitatis  instinctu  ferventer  accensi,  ad  cause 
nostre  iusticiam  tarn  diserti  oris  et  venusti  sernionis  eloquio  propa- 
landam,  velud  alter  legifer,  adeo  litteraliter  et  laudabiliter  surrexistis. 
Super  quo  vobis  ad  uberiores ,  quas  possumus ,  grates  et  gracias 
inelinantes,  exhibitum  nobis  id  amieabilis  vestre  presentaeionis  presi- 
dium  inter  indelebilia  mentis  nostre  memorialia  commendacione 
perhenni  conscripsimus ,  vestris  tytulis  et  honoribus,  opportunis 
temporibus,  reddibicione  gratuita  conservandum.  Eya  pugil  egregie 
et  adleta  eonsulte,  vestra,  quesumus,  inchoata  strennuitas  non 
desistat  ab  opere,  sed  eontinuaeione  ferventi  floride  perseveret, 
donee  ex  plantacionis  vestre  laboribus  fruetus  exoptati  delieie  con- 

aj  continue  V.  —  bj  fraglancie  V, 


257 

valescant.  De  nobis  eiiun  poteritis  stabili  mente  confidere,  quod  in 
Omnibus  restris  agendis  nos  experiemini  semper  ultroneos  et  officiose 
benivolos  sencietis. 

Oerbert  1.  c.  meint,  der  Brief  sei  an  Albertus  Magnus  gerieb tet;  das 
IfiMt  sich  jedoch  durchaus  nicht  beweisen.  Im  Cod.  Erl.  Stobbe  n.  71  mit  der 
Überschrift:  Rud.  Oei  gratia  episcopo  tali  integre  dilecciouis  augmentum. 


43. 
Imperator  saper  beneftclis  impensis. 

König  Rudolf  dankt  Ordemgeiatlichen  dafür,   dasa  sie  seinem  nach  Venedig 
mit  Aufträgen  gesandten  Boten  beigestanden  und  bittet  sie,  in  derselben  Weise 

fortzufahren. 

Bodmann,  p.  203. 

Florida  ordinis  restri  et  commemorabiiis  rectitudo ,  que  nostris 
ubilibet  supportandis  oneribus  colia  subdit»  non  sinit  in  vobis  quie- 
scere  zelum  suum,  dum  sie  a)  dilecto  famulo  nostro  N.,  quem  pro 
quibusdam  nostris  agendis  nuper  Venecias6^  miseramus  cj,  in  hiis 
que  stbi  videbantur  incumbere,  ipsi  tam  favorabiliter,  tam  ferventer  dj 
astitistis.  Super  quibus  utique  gratis  et  gratanter  nobis  inpensis  ob* 
sequüs  vobis  ad  grates  uberrimas  inclinantes ,  devoeionem  vestramFoi.42d. 
requirimus  et  rogamus,  quatenus,  iuxta  quod  erga  eundem  immo 
verius  nos  ipsos  laudabiliter  inchoastis,  sie  eum  ubi  et  quando  fuerit 
oportunum  laudabilioris  continuacione  perseveraneie  foveatis. 

44. 

Imperator  N.  prineipi. 

1273. 

K.  Rudolf  dankt  dnem  Fürsten  für  seine  Glückwünsche  und  den  Ausdruck 
seiner  Ergebenheit  und  erbietet  sich,  ihm  förderlich  tu  sein. 

Gerbert  1,  10. 

Audivit  nuper  nostra  serenitas,  unde  novum  nobis  aeumulatum 
est  gaudium,  unde  materia  renovate  ioeunditatis  aecrevit,  quod  vos 

aj  sicut  Bodm.  ~~  bj  Yeneciam  Z.  —  cJ  nobis  pandente  didicimusBodm.  — 
dj  tam  ferv.  a{n  R.  V. 

Fontes.  Abth.  U.  Bd.  ^XV.  17 


258 

videlicet,  quem  virtus  nativis  erecta  potenciis  unacum  generosi 
sanguinis  claritudine  fortunacioris  auspicii  beatitudinis  quasi  quibus- 
dam  amplexibus  indiriduis  counivit,  sublimacionis  nostri  auspiciis  et 
fastigiis  applausivo  congratulantes  affectu,  ad  ea  vos  promptos  inpen- 
ditis  et  benivolos  exhibetis ,  que  tytulos  nostri  bonoris  et  profectus 
amplificent  apeiores.  Quam  ob  rem  vice  reeiproea  provocati  ad 
omniarevera,  que  similiter  vestris  adicere  poterunt  incrementis,  ad 
cuneta,  que  vestrum  demulceant  animum,  nos  exponimus  vobis  ultro- 
neos  et  offerimus  nos  eonformes. 

Gerbert  hält  dieaen  Brief  fär  eine  Aotwort  au^das  uoten  C.  no.  36  mit- 
getheilte  Gratulationsschreibeo. 


45. 
Imperatoris  litera  per  qiam  aliqiis  assimitir  in  familiärem  *). 

Ein  römiecher  König  macht  Jemanden  tu  seinem  Dietistmann  und  Rath, 

Feeunda  nobis  iudicata  tua  devocio  serenitati  nostre  dignum 
favore  te  prebuit  et  graciam  tibi  nostre  celsitudinis  prestabilem  a) 
inclinavit.  Dum  enim  honoris  nostri  et  culminis  te  percepimus  zela- 
torem  et  promptitudinis  tue  circa  maiestatis  nostre  obsequia  nobis 
argumenta  patencia  prestitisti»  dignum  duximus  te  nobis  eilßci  bene 
meritorum  lege  domesticum  et  liberalitatis  nostre  sortem  muni- 
ficam  experiri,  ut  signum  nostre  benivoiencie  tecum  gerens,  devo- 
cioni9  tue  erga  nos  incrementa  suscipias,  et  specialitate  nostre 
munificencie  stabilitus  gracior  nobis  in  melius  ex  ipsius  gracie  nostre 
consorcio  patefias.  Ea  propter,  ut  te  nobis  acceptum  non  inaniter 
gratuleris  et  desideriis  tuis  gracie  nostre  latitudinem  gaudeas  respon- 
disse,  te  in  familiärem  nostrum  domesticum  vel  consiliarium  nostrum 
exnunc  benigne  recipimus  et  in  antea  perpetuo  volumus  recenseri  6^, 
illis,  quibus  alii  familiäres  eX\  magnitudinis  nostri  domestici  apud  nos 
favore,  tytulo  et  beneficiis  perfruuntur,  equo  in  posterum  et  condigno 
participio  gavisurum. 

a)  prestabilem  übergeschrieben  V.  —  h)  recensiri  Z. 


1)  Die  Überschrift  ist  in  V  «iisradirt ;   ich    habe   sie   aus  dem    vorn  in  einoni  beson- 
deren Quaternio  enthaltenen  Inhaltsverzeichnisse  ersetzt. 


259 


46. 

Imperator  domino  pape. 

1274  oder  1275. 

AT.  Rudolf  sendet  dem  Papst  Gregor  X,  einen  Boten  und  hütet  ihn,  demselben 

in  dem,  was  er  für  das  Reich  sowohl  als  auch  in  anderen  Angelegenheiten 

vortragen  werde.  Gehör  zu  geben» 

Gerbert  1,  16. 

Plurima  beatissime  pater»  interpretis  scripture  ministerio,  quibus 
paternis  aspectibus  filialis  est  representata  devocio,  de  nostri  pectoris 
calamo  hactenus  effluxerunt  interne  mentis  affeetum.  quem  ad 
sacrosanctam  Romanam  ecelesiam,  matrem  nostram,  invariabiliter 
gerimus,  imperfectius  indieancia  et  insufficiencius  aj  exprimencia 
Votum  nostrum.  Quia  igitur  aliquando  bj  abseneium  desideria  plenius 
et  planius  vivevocis  oraculo  explicantur,  quam  adnotaeione  tacita  litera- 
rum :  ecee,  quod  bonorabilem  virum  N.,  multa  virtuositate  eonspicuum, 
moribus  et  sciencia  preditum,  nobis  sue  probitatis  meritis  aeceptum» 
Yobis  eciam  et  ecclesie  Romane  devotum,  ad  beatitudinis  vestre  pedes 
fiducialiter  destinamus,  vestr^pi  sanetitatem  rogantes,  quatenus  ipsum, 
quem  verum  predecessoris  sui  iam  eredimus  per  laudabilis  actionis 
insignia  seetatorem  et  eciam  successorem,  habere  dignemini  propicia- 
cione,  qua  convenit,  recommissum,  eidem  super  principali  nostro 
et  imperii  negocio,  nee  non  super  aliis  peticionibus  eqUe  cj  iustis 
quas  vestre  sanctitati  porrexerit,  graciose  exaudicionis  et  favorabilis 
audicionis  affeetum  benignius  inpensuri. 

Da  zwischen  K.  Rudolf  und  Gregor  X.  ein  lebhafter  brieflicher  Verkehr 
stattgefunden  hat  und  auf  einen  solchen  im  Eingange  unseres  Briefes  hinge- 
wiesen wird,  so  kann  man  annehmen,  derselbe  sei  an  Gregor  X.  gerichtet. 
Dies  vorausgesetzt,  weist  der  Ausdruck:  ^super  principali  nostro  et  imperii 
negocio*'  noch  auf  die  Zeit  der  zwischen  dem  Papste  und  Alfons  von  Castilien 
wegen  des  Letzteren  Verzichtleistung  auf  das  Reich  schwebenden  Verhand- 
lungen  hin,  also  vor  dem  Juni  1275.  (Vergi.  Boehmer,  Reg.  Greg.  X.  no.  221} 
und  des  Königs  Abgesandter  wäre  einer  der  drei  Bevollmächtigten  Rudolfs 
bei  Gregor  X.:  Otto  Propst  von  St.  Guido  in  Speier  oder  Heinrich  von  Isny 
Bischof  von  Basel  oder  Heinrich  IL,  Bischof  von  Trient^^ 

aj  insuficienter  Z.  —  bj  aliunde  Z.  —  cJ  atque  V. 

17» 


260 


47. 

Inperator  N.  cifibns. 

1274. 

König  Rudolf  fordert  eine  Stadt  auf,  zur  Bestreitung  der  Kosten  des  zur  Wieder ' 

Herstellung  der  Ordnung  berufenen  Reichstages  eine  Beisteuer  zu  geben;  er 

würde  im  Weigerungsfälle  in  die  Lage  komnien  sie  zu  verpfänden. 

Gerbert  1,  i7. 

Fol.  48 1.  Fluctivagi  iam  dudum  status  imperii  gravem lapsum,  et  miserabiles 

populi  christitini  presduras  et  gemitus  amarissimo  miserantes  affectu» 
ut  nostro  felioi  tempore  rei  publice  reformeta  florijitas  salutari  pacate 
quietis  profieiat  incremento :  quapropter  tali  die  apud  N.  sollempnem 
euriam  duximus  edieendam»  cuios  utiqae  celebraeioni  magnifiee 
decentep  providere  regium  eondeect  apparatum.  Verum  cum  tanti 
negocii  roagnitudini»  et  ad  tarn  grandis  aj  sarcine  supportanda  moli- 
mina,  et  tarn  sumptuose  festiritatis  agenda  sollempnia,  per  nos  ipsod 
Sufficere  non  possimus;  oportet  nos  a  Tobis  et  aliis  nostris  fidelibus 
opportunum  interpellare  suffragium  et  comportacionis  huiusmodi 
participio  vos  et  ipsos  fiducialiter  onerare. 

Hinc  est»  quod  yestram  prudenciam»  qua  possumus  exhortacionis 
instancia  duximus  attentissime  requirendam»  quatenus  tam  evidenti 
necessitate  perplexis  de  tot  raarcis  bj  ultroneis  et  hilaribus  animis 
proyidere  et  subvenire  curetis,  in  termitio  vobis  a  dilecto  filio  nostro 
N.  finaliter  exprimendo,  cuius  etiam  verbis,  que  vobis  nostro  nomine 
pronuncianda  decreverit,  fidem  adhibere  credulam  tos  petimus  sicut 
nostris.  Exurgat  igitur  grata  semper  et  operose  probata  fidelium 
promptitudo,  que  super  hoc  regalibus  beneplacitis  prompta  et  consweta 
benivolencia  se  coaptet.  In  aliis  enim  incommutabili  animi  ej 
disposicioneconcepimus,  sie  alleviacionis  antydoto  et  recompensacionis 
yicissitudine  vestros  animos  complacare,  quod  revera  gaudebitis,  vos 
tam  graciosum  obsequium  gratis  Domini  usibus  inpendisse.  Porro 
vestra  prudencia  non  ignorat,  quod  regie  dignitati  indecencie  macu- 
Iam,  nee  non  vobis  cederet  nocumento,  si,  quod  absit,  necessariarum 
rerum  cogente  deiectu  pro  nostris  debitis  vos  et  alios  nostros  fideles 
contingeret  pignoracionis  inoomodo  molestari. 
aj  grande  Z.  —  bj  Marlis  Z.  —  cJ  cum  Z. 


261 

Nach  dem  Eingänge  des  Briefes  muss  man  annehmen,  dass  er  nicht  lange 
nach  dem  Regierungsantritte  geschrieben  sei.  Der  erste  allgemeine  Reichs- 
tag wurde  von  Rudolf  am  11.  November  1274  zu  Nürnberg  abgehalten, 
and  so  dürfte  dieser  Brief  ein  Paar  Monate  vorher  geschrieben  sein. 


48. 
InperaUr  N.  princfpf  snper  e^mnlsslMie  adr^caele  a}. 

Ein  römischer  König  bestellt  Jemanden  zum  Vogt  eines  Klosters, 
Bodmann  p.  192. 

Etsi  generaliter  omnium  imperii  fidelium  ex  suscepte  dignitatis 
regimine  curam  et  soUicitudinem  gerere  debeamus,  illis  tarnen  speci- 
(lUoris  defensionis  et  tuieionis  gracia  preesse  nos  convenit  et  prodesse, 
quos  religionis  insignit  habitus  et  sanete  conversacionis  vita  predieat 
eommendatos.  Sane  recurrens  ad  nostre  maiestatis  presenciam 
religiosus  vir»  prepositus  N.  humiliter  postulavit,  quod  cum  suum 
monasterium  roulta  bactenus  perieulorum  genera  sit  perpessum,  multis 
ipsum,  Dei  iimore  postposito,  lacerantibus  et  ad  extremam  paup^- 
tatem  deducentibus,  nos  eidem  de  tali  advoeato  providere  benignitate 
regia  dignaremur,  cuius  prol^itate  et  strennuitate  dictum  monasterium 
tuieionis  et  defensionis  be^eficio  pociatur,  et  sublatis  diripiencium 
dampnosis  periculis,  sepedicto  monasterio  caucius  consolatur.  De  tua 
itaque  probitate,  strennuitate,  nee  non  equitate  plenam  ac  indubitatam 
fiduciam  obtinentes,  monasterium  ipsum,  quod  cum  personis  et  rebus 
in  nostram  et  sacri  imperii  defensionem,  protectionem  ac  tuicionem 
recepimus  specialem,  tibi  committimus  defendendum,  preficientes  te 
eidem  monasterio  ad  peticionem  ipsius  prepositi  in  legittimum  advo- 
catum,  ita  quod  quamdiu  in  ipsa  advocacia  te  bene  tenueris,  monaste- 
rium in  nullo  gravaveris,  immo  gravamina  aliunde  sibi  illata  propulsare 
studueris,  apud  te  advocacia  eadem  remanebit,  sin  autem  b)  sepe- 
dictus  prepositus  alium  eligendi  liberam  babeat  potestatem. 

a)  Die  Überschrift,  in  V.  ausradirt,  ist  aus  Z  ergSnzt.  —  h)  si  vero 
per  te  contigerit  evenire  contrarium  Bodmann. 


262 


49. 

Rei  R«nan«ron  N.  pr^rineie. 

1275.  Juli  10.  Thuregi. 

König  Rudolf  meldet  den  Reichsgetreuen  in  Italien,  dose  er  selbst  nach  Beruht" 

gung  Deutschlands  dorthin  kommen  loerdcj  und  zu  dem  Zwecke  seinen  Kanzler 

Rudolf,  den  Johanniterordensmeister  Beringer  und  den  Grafen  Heinrich  von 

Fürstenberg  wegen  der  Vorbereitungen  voraussende, 

Muratori  Scriptores,  9,  720. 

Ab  a)  illo  bono  patrefamilias  protinus  et  instanter  a  nobis 
Fol  43b.^xigitur  debitum,  qui  peregre  profieiscens,  familiam  suam  eure  nostre 
suppo^uit»  cui  talenta,  que  credidit,  cogimur  reddere  duplicata.  Sed 
et  vice  reeiproea  nos  excitant  adtributa  a)  fortune  beacioris  auspicia, 
ut  ab  eis,  quos  Romane  dicionis  imperium  suo  gremio  dinoscitur  con- 
fovere,  subiectionis  et  obedieneie  debitum  exigamus.  Ammirande 
tarnen  eondicionis  utrumlibet  est  debitum,  si  subtiliter  intuemur, 
euius  solucio  debitoris  emolumenta  non  minuit,  äuget  fidem,  immo  plus 
erescit  solventi  comodo,  quam  suscipienti  proficiat  incremento.  Si 
enim  comissi  regiminis  prosequamur  «effectum  b),  ad  yindictam 
malorum  laudem  vero  bonorum,  et  temporalis  honoris  stipendia  que- 
rimus,  dum  elarificamur  in  fama  et  retribucionis  eterne  spe  pulchra 
refieimur,  dum  profieimus  in  salute  — -si  eciam,  iuxta  diyine  iussionis 
edietum,  que  sunt  Cesaris  Cesari  persolvantur,  reeipienti  plus  com- 
modi  et  honoris  aequiritur,  quam  solventi  vexaeionis  et  oneris  aggre- 
getur.  £a  ß)  nempe  sunt  omnia,  si  ad  verum  recurrimus,  subditorum 
votiva  levamina,  que  sunt  huiusmodi  molimina  principatus.  In  hoc 
enim  gloria  regis  attollitur,  si  in  pacis  plenitudine  populum  dirigat  et 
in  vigore  iusticie  tueatur.  Legimus  vero  quam  plures  pro  quiete 
reipublice  eximiis  se  immiscuisse  laboribus  et  intollerabilibus  grava- 
minibus  subdidisse.  Et  licet  tam  periculosi  soUicitudo  negocii  Omni- 
bus terre  principibus  debeatur,  Romani  tamen  imperii  veneranda 
sublimitas,  que  in  omnium  presidencium  oculis,  velud  in  speculo 
collocatur,  tanto  fervencius  zelare  pacem,  tanto  avidius  subditorum 
iusticie  debet  intendere,  quanto  clariori  presagio.et  evidenciori  per- 

a)  So  för  attributa  V.  —  b)  officium  Bodinann. 


203 

peiiditurconiectura,  quod  tocius  orbis  ambitus  quodammodo  spirituo^ 
vegetatup  imperii,  ut  eo  languente  langweat,  ipsoque  letetur  felicius 
prosperante,  cum  non  bj  solum  in  temporalibus  tenebras  populi  christiani 
Romani  sceptri  fulgor  illuminet ,  sed  et  ipsi  fidei  katbolice  fulcimenta 
non  levia  subministret.  Porro,  sedatis  ad  presens  in  regno  Germanie 
bellice  tempestatis  horroribus,  quibus  idem  regnum  iam  pridem 
extitit  in  ealamitate  pristina  tribulatum,  ecce  eonvertimur  ad  Ytalice 
simultatis  solrenda  discrimina  et  eins  rupture  domestiee  reipublice 
turbatricis  zizaniam  penitus  extirpandam,  ut  gladii  conflentur  in 
Yomeres  et  in  falces  laneee  convertantur  i),  tranquille  pacis  amenitate 
de  cetero  reflorente.  Hinc  est  quod  ambassatores  nostros  N.  et  H.  7) 
exbibitores  presenciuro,  viros  utique  tarn  generositatis  ingenuitate 
spectabileSy  quam  bonorum  et  morum  prerogativa  conspieuos ,  nee 
non  et  fide  et  circumspectione  presignes ,  ad  partes  Ytalie  duximus 
premittendos,  ut  ante  faeiem  nostram  viam  strennuis  dispositionibus 
preparantes,  de  nostro  feliei  et  festivo  adventu  corda  vestra  letificent 
et  de  nostris  fortunatis  auspieiis  vos  feeundent  S).  Vos  igitur,  in  quos 
proavita  strennuitas  vires  et  viriles  animos  propagaeione  gratuita 
derivavit,  exurgite,  quesumus,  et  erigite  mentes  vestras  ad  contem- 
plandam  imperii  speciem  et  decorem,  vos,  inquam,  eiusdem  imperii 
graciosa  possessio  vestrum  agnoseite  possessorem,  ut  rex  vester 
rebellibus  formidabilis  et  vobis  adveniat  mansuetus  s).  Dat. 

a)  Im  Chron.  Francisci  Pippini  bei  Muratori  Scriptores  9,  720  ff.  und 
bei  Senkenberg  Imperii  ius  in  Genua  p.  236  findet  sich  die  Urkunde, 
die  dieser  Formel  zu  Grunde  liegt,  mit  einer  Einleitung,  die  unten  Fol.  47  d.  no. 
12  als  besondere  Formel  auftritt.  Den  Schlussworten  jener  Einleitung  sicut 
hortus  schliesist  sich  dort,  und  in  etwas  veränderter  Form  auch  bei  Bodmann 
p.  123,  folgender  Satz  an:  Qualiter  autem  operationis  divine  mysterio,  cuius 
occuita  iudicia,  admiranti  voce  prophetica  imputantur  abyssus,  ut  conscendamus 
ad  Imperiale  fastigium ,  sumus  iam  in  regni  solio  solidati ,  ad  vestre  universi- 
tatis  noticiam  iam  pridem  celebris  famae  praeconio  non  ambigimus  perve- 
nisse.  A  bono  illo  igitur  patrefamilias  etc.  Von  hier  an  ist  der  Text  bei 
Bodmann  dem  unsrigen  gleichluutend,  auch  ihm  fehlen  Namen  und  Datum. 
—  ]3)  Ea  nempe  etc.  und  die  folgenden  zwei  Sätze  bis  subministret  fehlen 
in  der  Urkunde,  die  übrigens  auch  sonst  einige  Abweichungen  im  Ausdruck 
bietet. —^  7)  legatos  nostros  solemnes,    Rodulphum,    curiae    nostrae 

a)  sapiencia  Bodmann.  —  b)  non  fehlt  V. 
1)  Isaj.  2,  4. 


264 

caneellafinn,  fr«tr«tt  lertafertmi,  «af^str««  lietpitalis 
sancti  Johannnis  per  Alamanniam,  ac  Beringeriuin  Comiteoi 
de  Urestinburg  (bei  Senkenberg  de  Wertinburg,  allein  Beringeriiim  ist 
ein  dureb  Wiederholung  des  eben  vorher  genannten  Namens  entstandener 
Schreibfehler  für  Henricum  und  H.  von  Fürstenberg  ist  gemeint)  exhibitorem 
presencium  etc.  —  Ä)  in  deyoeionem  sancte  matris  ecclesie  et  ipsius  imperii 
TOS  eorroborent;  indeTotos  ad  derocionem  imperii  et  reritatis  riam  alliciant 
modis,  quibus  convenit,  atque  trahant;  et  fidelitatis  debita  obedientiae  a 
vobis  tanquam  imperii  fidelibus  et  sanete  matris  ecclesie  devotis  filiis  petant 
et  recipiant  solita  iuramenta,  singula  et  universa  faciant,  tractent,  ordinent 
et  disponant,  quae  de  bono  statu  imperii  et  salute  fidelium  et  devotorum 
ipsius  novennt  expedire,  gratum  et  ratum  habituri  quid  quid  per  ipsos  factum, 
tractatiim,  ordinatum,  seu  gestum  füerit  in  praemissis.  —  s)  Dat.  Tahug^o 
VI  Id.  Julii  III  Indictione.  Regni  nostri  anno  11^  — Yergleiebe  über  den  Gegen- 
stand noch  Boehmer  Reg.  Rud.no.  188.  Kopp,  1»  112  ff.  und  vnten  Fol.  56  e.  no.  32. 


50. 

Rei  l«naM«rm  N.  prliffpi. 

1274  oder  1275. 

König  Rudolf  fordert  den  Her%og  Heinrich  von  Baiem  zu  einer  friedlichen 
Beilegung  der  Streitigkeiten  mit  seinem  Bruder  Ludwig  dem  Strengen  auf* 

Bodraann,  p.  198. 

Fol.  43  e.  Desiderantes  ex  intimis  nostris»  te  una  cum  fratre  tuo  in  fraterne 

karitatis,  ut  decet,  duicedine  recreari  vel  pocius  couniri,  inter  te  et 
ipsum  pacis  perpetue  consilia  cogitavimus ,  ipso  germano  tuo  ad 
omnem  coneordie  viam  allectionibus  eongruis  informato.  Qui  procul 
dubio»  prout  ex  certa  perpendere  possumus  coniectura»  ad  habeudum 
tecum  fraternale  consorcium  prompta  efficaeia  se  frequenter  humi- 
Hat  a)  et  coaptat.  Hinc  est»  quod  sineeritatem  tuam  duximus 
requirendam,  quatenus  viri  prudentis  ingenium  sollerti  trutinacione 
discueiens,  quantum  eomodi  toti  provincie  ex  huiusmodi  vestra  com- 
planaeione  de  cetero  valeat  provenire,  inclines  animum  tuum  ad 
habendum  cum  ipso  inpreciabile  bonum  pacis.  Nos  enim  tales  ad 
habendum  super  premissis  inter  vos  familiäre  colloquium  h)  duximus 
destinandos,  qui  prenominatum  c)  germanum  tuum,  si,  quod  absit, 

a)  se  ferventer  habiütat  etc.  Z.  —  hj  familiäre  colloquium  habe  ich  aus 
Bodmann  herubergenommcn ;  V.  und  Z.  wiederholen  statt  dessen,  offenbar 
irrthümlichv inpreciabile  bonum  pacis  duximus  etc.  —  q)  prenotatum  Z. 


265 

dure  cepvicis  existit,  in  aliquo  non  intendens  studiis  pacis,  ab  huius- 
modi  devio  in  viam  pacis  retorqueant  et  reducant. 

Bodm.  mit  der  Überschrift:  Ad  concordiam  redacere  duos  fratres  studet 
Rudolf  US.  Ganz  sicher  ist  dieser  Brief  an  Heinrich  von  Baiem  gerichtet, 
der  seit  dem  November  1273  mit  seinem  Bruder  Ludwig  im  Streite  lag. 
(Boehmer,  Witteisbacher  Reg.  p.  36  und  Cont.  Vindob.  M.  G.  SS.  9,  707.) 
Eine  Ausgleichung  dieser  Streitigkeiten  war  f&r  Rudolf,  wegen  seines  Ver- 
hältnisses zu  Otakar,  von  der  grössten  Wichtigkeit.  Sie  kam,  nach  langen 
vergeblichen  Bemühungen,  (  .  .  .  discordia,  que  pluribus  principibus  et 
nobilibus  laborantibus  ad  concordiam  non  poterat  revocari .  .  Ann.  Salisb.  M.  G. 
SS.  9,  801.),  erst  im  Mai  1276  zu  Stande.  (Boehmer,  Witteisbacher  Reg.  p.  38.) 
Indessen  fanden  schon  im  Mai  1274  Versuche  zur  Ausgleichung  statt  und 
schon  diese  mögen  der  Erfolg  der  Bemühungen  Rudolfs  und  anderer  Fürsten 
gewesen  sein.  Vergl.  übrigens  einen  andern  Brief  Rudolfs  an  Heinrich  unten 
(Fol.  56  a.  no.  28),  und  besonders  noch  den  hei  Herrgott  Genealogia  2,  2,  457.  • 


51. 

Bei  R«]iiaii«ra]ii  d^mifi«  pape. 

1275,  Januar.  (Wirzhurg.) 

König  Rudolf  schreibt  dem  Papst  Gregor  X,  er  werde  nach  dem  Schluss  des 

Reichstages,  zu  dem  der  König  von  Böhmen  peremptorisch  eingeladen  sei,  sich 

in  seine  Nähe  begehen, 

Gerbert,  2,  16. 

In  piis  paterne  vigilancie  precordiis  erga  nos  frequenter  accensa 
non  potuit  delitescere  benignitas,  quin  erumpat  ad  occurrendum  a) 
dispendiosis  incursibus  et  suecurrendum  consultius  opportunis  reme- 
diis  indigencie  filiali.  Sane  suseeptis  nuper  devoeionis  conswetc 
aifectu  apostoliee  preminencie  literis  et  mandatis,  ut  propter  multa 
que  frequenter  oceurrerunt  i)»  ut  verbis  vestris  jutamur,  ad  partes 
terre  nostre  robis  viciniores  accedere  debeamus,  nos  in  bis,  sicut  in 
Omnibus  aliis,  cupientes  vestrorum  ineedere  semitam  mandatorum, 
mox  ut  vocem  salubrem  exhortantis  audivimus ,  taliter  eursui  nostro 
proyidimus,  sicque  domui  nostre  duximus  disponendum,  quod, 
eelebrata  quamprimum  sollempni  curia,  de  communi  eonsilio  prineipum 

a)  hoc  currendum  V. 


i)  Mit  diesen  Worten.  l>eginnt  der  Brief  Gregorys  X.  oben  p.  HO. 


266 

nostrorum  in  tali  loco  edicta  i),  ad  quam  peremptorie  regem  Bohemie 
duximus  evocandum,  ad  partes  terre  nostre  beatitudini  vestre  eonter- 
minas,  festinatis  gressibus  e  vestigio  proeedemus,  ut  ibidem  de 
Yestris  beneplacitis,  quibus  semper  babilitare  nos  volumus,  facilius  et 
melius  instrui  valeamus. 

Das  ist  die  Antwort  auf  den  Brief  6regor*8  vom  1.  Deeember  1274. 
obe\i  pag.  HO. 


52. 

l«]iiaM«ra]ii  rex  d^mii«  pape. 

1274.  October. 

König  Rudolf  dankt  dem  Papst  Gregor  X  für  das  zu  seinen  Gunsten  erlassene 
Schreiben  an  die  Fürsten  und  entsendet,  unter  Hinweisung  auf  eine  nach  dem 
bevorstehenden  Reichstage  abtuordnende  Gesandtschaft,  vorläufig  eineti  Boten 

an  ihn* 

Gerbert,  1,  28. 

Inmense  serenitatis  amenitas ,  apostolice  tube  flatua^iam  undi- 
que  eunctis  fidei  orthodoxe  eireumfundenda  eultoribus,  nunc  de  novo, 
yeluti  nova  lux,  eelitus  novis  aucta  fulgoribus,  pulsa  omni  obumbra- 
eione  ealiginis,  nobis  ex  eo  presertim  apparuit  et  claruit  evidenter, 
quod  vestre  beatitudinis  zelus,  qui  iustas  dirigit  causas  et  detestatur 
iniustas,  nonsinens  ultra  nos  impetiealumpniosisinsultibusemulorum  »), 
paterni  favoris  affectum,  quem  ad  nos  pii  et  graciosi  preconii  elarifi- 
eavit  in  organo,  et  in  equitate  iustieie,  applausivis  immixta  duleoribus, 
opus  altissimi,  quod  in  vestra  persona  mirifiee  dextera  sua  compo- 
suit  b),  manifeste  deduxit  in  publicam  noeionem ,  super  expressione 
favoris  huiusmodi  principibus  nostris  et  subditis,  apostolice  gracie 

aj  flatui  y.  —  bj  contexuit  Z. 


1)  Da  der  Brief  Gregorys  X.  todi  1.  Decemlier  jedenfaUs  noch  vor  Neujahr  in  die 
Hfinde  des  Königs  gekommen  ist,  und  man  annehmen  kann ,  dass  dieser  ihn  bald 
beantwortet  habe,  so  ist  es  wahrscheinlich  der  auf  den  23.  Januar  nach  Wirxburg 
berufene  Hoftag,  auf  den  Rudolf  hier  hinweist.  Bekanntlich  erschien  Otakar  auch 
in  Wirzburg  nicht,  wie  er  schon  vorher  der  ersten  Vorladung  nach  Nürnberg 
nicht  Folge  gegeben  hatte,  und  so  wurde  er  xum  letxten  Male  auf  den  15.  Mai  1275 
nach  Augsburg  citirt.    Vergl.  Boehmer,  Reg.  Rud.  n.  55  und^n.  173. 

2)  Alfons  von  Castilien  und  Otakar  von  Böhmen  sind  gemeint. 


um 

literas,  omnis  benivoleiicie  plenitudine  floridas,  dirigendo  *)•  —  ^^^ 
quibus  utique  copiosis  beneficencie  vestre  a)  muneribus,  nobis,  inex- 
plicabili  gaudio  fecundatis,  ad  redbibendam  condebitam  gratitudinem 
graciarum  non  sufficit  lingua  carnis ,-  cum  non  sit  bumane  potencie 
super  hoc  affectum  in  mente  conceptum  perfecta  posse  exprimere 
per  effectum.  0  roira  paterne  clemencia  pietatis,  que  non  est 
dedignata  nobis  a  primis  annis  bj  nostre  creationis  nascentibus, 
compassionis  cj  exhibere  mamillam,  ubera,  lacteis  irrorata  liquori- 
bus,  porrigere  redolencia,  grave  pignus  amoris !  0  ineffabilis  gratitudo  foi.4sä. 
fayoris  et  stupenda  dilectionis  affectio»  que  nos  pridem  in  regne 
tenellos  in  ulnis  educacionis  deliciose  suscipiens,  fovit  nunc  inpu- 
beres  et  adultos !  Licet  igitur  pervigil  ad  hoc  nostra  suspiret  intencio, 
licet  in  hoc  nostrum  fervens  desiderium  immobiliter  perseveret, 
quod  super  d)  tarn  gratis  et  placidis,  sie  per  vos  et  almam 
Romanam  ecclesiam,  matrem  nostram  piissimam,  nostro  progressui 
prelibatis  auspiciis  correspondeat  in  condigne  decencie  repensiva  ej 
devocio  filialis:  quia  tarnen  ad  hoc,  ut  humiliter  recognoscimus, 
possibilitas  nobis  data  non  sufficit,  divinum  cogimur  inplorare 
presidium,  ut  ex  sue  superabundancia  bonitatis,  quod  nobis  deficit, 
in  virtute  perficiat  que  in  vestris  sint  oculis  placita  prosequendi. 
Porro  quoniam  sollempnes  nuncios  nostros,  quos  propter  hec  et  alia, 
que  nobis  incumbunt  negocia,  ad  vestre  beatitudinis  pedes  desti- 
nare  concepimus ,  ob  yicinam  instanciam  curie  nostre  sollempnis, 
iam  in  proximo  celebi'ande^),  ad  iter  adhuc  distulimus  expedire,  ut 
principum  nostrorum,  qui  ibi  convenient,  communicato  consilio, 
committenda  legacio  celebrius  et  festivius  adornetur;  ecce  quod  N. 
cognomento  probum  virum ,  cuius  actio ,  virtuosis  pollens  operibus, 

a)  nostre  V.  —  b)  annis  V.  unterpunctirt.  —  cJ  compassionibus  Z.  — 
dj  semper  zu  lesen.  —  eJ  responsiva  Gerb. 


i)  Am  26.  Sptbr.  1274  machte  Gregor  X.  in  einem  Rundsebreihen  den  Erzbischöfen, 
Bischöfen,  Fürsten,  Herren  und  Städten  in  Deutschland  bekannt,  er  habe  Rudolf 
als  König  anerkannt.  (Palacky ,  Italienische  Reise  n.  43.  Das  Schreiben  gleichen 
Inhalts  und  Datums  an  Otakar  bei  Boczek  Cod.  dipl.  Moraviae  4,  133).  Auf  diese 
Briefe  bezieht  sich  hier  Rudolf,  somit  ist  unser  Brief  nach  dem  26.  September  1274 
geschrieben,  und  da 

*)  von  einem  nahe  bevorstehenden  Reichstage  die  Rede  ist,  so  kann  nur  der  am 
11.  Not.  1274  zu  Nürnberg  abgehaltene  gemeint  sein.  Somit  fSlIt  unser  Brief  in  die 
Zeit  zwischen  dem  26.  September  und  dem  11.  Not.  1274. 


2G8 

ab  effectu  cognominis  non  discordat,  ad  sanctitatis  vestre  presenciam 
fiducialiter  duximus  destinandum  seu  eciam  premittendum,  humil- 
lima  precum  instancia  deposcentes,  quatdhus  super  hiis,  que  vestris 
auribus  duxerit  inculcanda,  libenter  eadem  audire  dignemini  et 
exaudicione  gratuita  favorabiliter  prevenire. 

53. 
lex  R«]iiaii«ra]ii  N.  Indleibos. 

König  Rudolf  fordert  einen  seiner  Getreuen  auf   einen  abtrünnigen,  ver- 
brecherischen Cisterziensermönch  gefangen  zu  nehmen,  damit  er  die  verdiente 
Strafe  davon  trage, 

Bodmann,  p.  179. 

Quia  faeinorosorum  inpunitas  viam  frequeiiter  aperit  reprobis 
deteriora  prioribus  committendi :  nos,  quibus  a  Deo  gladius  tempo- 
ralis  est  creditus  ad  laudem  bonorum  et  vindictam  reproborum, 
volentes  ex  officio  dignitatis  assumpte  seeleratorum  maliciam  cohi- 
bere:  fidelitati  vestre  preeise  mandamus,  quatenus  ad  deteneionem 
et  capeionem  N. ,  qui  de  ordine  Cysterciensium  aj  velud  apostata 
dicitur  exiisse  et  per  ingratitudinis  detestabile  vieium  in  eundem 
ordinem ,  cuius  uberibus  deHciose  extitit  edueatus ,  bostiliter  tarn 
incendiis  quam  rapinis  crudeliter  debaehatur,  omnimodis  studiis 
et  curis  efficaciter  intendatis,  servaturi  ipsum,  ut  iuxta  multitu- 
dinem  peceatorum  eondignam  et  debitam  penam  valeat  reportare. 

54. 
Rex  l«]iiandriim  N.  regine. 

1276. 

König  Rudolf  schreibt  dh'  Witwe  des  Königs  Stephan  von  Ungarn ,  er  wolle 

wegen  der  von  ihr  ertoünschten  ehelichen  Verbindung  ihres  Sohnes  Andreas 

mit  seiner  Tochter  dementia  mit  seinen  Fürsten  sich  berathen,  um  dann  die 

ihm  so  erwünschte  Sache  zum  Absehlus&  zu  bringen, 

Palacky,  Formelbücher,  p.  319,  n.  114.  Bodmann,  p.  50. 

Congratulacionis  amiee  plaeiditas  literis  vestris,  quas  nuper  valde 
gratanter  aeeepimus,  super  fortunatis  et  prosperis  nostre  bj  sublima- 
aj  Statt  Cysterciensium,  fratrum  N.  Bodmann.  —  bJ  vestre  V. 


269 

cionis  auspiciis  cum  tripudiosa  iocunditate  regalibus  representata  con- 
spectibus,  auimum  nostrum  tanto  uberioris  congaudiipoculo  fecundavit, 
quanto  probabilioris  ex  hoc  evidencie  argumenta  collegimus,  qaod 
illius  indissolubilis  dilectionis  ydemptitas,  qua  cum  clare  recordacionis 
N.  egregio  viro  vestro  i)  quasi  cor  unum  et  anima  una  noscimur  exti- 
tisse  dum  viveret,  nee  eodem  decedente  nequaquam  extincta  deperiit, 
sed  in  vobis  a)  propagacione  laudabili  predicabiliter  radicata  et 
transfusa  tenacius  conquieyit.  Super  quo  utique  et  super  hoc  precipue, 
quod  filiam  vestram  inclito  filio  nostro  h')  cupitis  matrimonialis  yinculi 
federe  couniri,  quod  scilicet  in  pectore  nostro  auxit  diffusius  mate- 
riam  gaudiorum,  dilectioni  yestre  ad  grates  uberrimas  inclinantes, 
proinde  vos  et  vestros  invariabili  animo  semper  disponimus  gratis 
amplecti  favoribus  et  condignis  honoribus  ampliare.  Verum  licet  latis 
precordiis  affectemus,  quod  domus  vestra  matrimonialibus  nobis 
uniatur  amplexibus  nativitatis  floride  virgulis  fecundata  c),  quibus 
progenitores  exultant  in  filiis  filiorum,  quia  tarnen  negocii  huius 
arduitas  principum  et  fidelium  nostrorum  consiliis  indigetsuffulciri,cumFtfi.44a. 
eisdem  super  huiusmodi  finalem  et  salutarem  disponimus  habere 
tractatum  quanto  festinancius  possumus,  ut  ad  honorem  Dei  et 
comodum  partis  utriusque  votiya  conclusio  in  predicto  negocio 
subsequatur. 

Vergleiche  ober  diese  Angelegenheit  die  unten  Fol.  47  no.  7  und  8 
folgenden  Briefe. 

55. 
R«iiiaB«raiii  rei  indlcibns  suis. 

König  Rudolf  fordert  Richter  auf.  Jemandem  schleunigst  ihren  Rechtsschutz 

zu  gewähren, 

Bodmann^  p.  180. 

Quia  miserande  miserie  miserabilium  per^onarum  viscera  miseri- 
cordie  obserare  nequimus,  in  amiracionis  spiritttm  rapimur  vehe- 
menter ex  «0,  quod,  licet  alias  pro  viro  dilecto  nobis  N.  preees 
regias  direxerimus  et  mandatum»  ut  sibi  super  illatis  iniuriis 
exhiberetis   d)   iusticie   complementum ,    vos    tamen   cordis   vestri 

a)  nobis  V.  —  h)  filiam  nostram  inclyto  A  (N.  Bodm.)  filio  vestro  Pal. 
und  Bodm.  —  cj  fecundatam  Z  fecundanda  Bodm.  u.  Pal.  —  d)  exhibeatis  Z. 


*)  König  Stephan  von  Ungarn. 


270 

duriciam  adamant  e  forcius  indurantes,  immo  ailflictionem  addentes 
afOicto,  eisdem  precibus  et  nostro  matidato  conteroptis  a),  permittitis 
eum  fatigari  laboribus  gravibus  et  expensis,  sue  non  compacientes 
inopie  nee  iusticie  sibi  debitum  inpendentes.  Hinc  est,  quod  iterato 
in  fidei  6^  debito,  quo  nobis  astringimini/  et  sub  obtentu  gracie 
nostre  vobis  districte  preeipiendo  mandamus ,  quatenus  ipsi  N.  tarn 
graeiosam  et  tarn  celerem  studeatis  iusticie  plenitudinem  inpertiri,  ut 
non  cogatur  deinceps  ad  tribunal  regium  recurrere  super  eo. 


56. 
Rex  R«Han«rBn  N.  epise^p«  c). 

König  Rudolf  tröstet  einen  Bischof  über  den  Tod  seines  Vogtes;  er  werde  sich 
mit  ihm  berathen  und  einen  andern  Vogt  bestellen, 

Bodmann,  p.  228. 

Ex  quo  placuit  regi  regum  altissimo,  palmo  omnia  complectenti 
cuius  iudicia  voce  prophetica  reputantur  abysus  multa  i),  dilectum 
nostrum  N.  virum  discretum, ,  quem  vobis  in  advocatum  nostra  sere- 
nitas  prefecerat,  per  universalem  bumanitatis  legem  communi  tributo 
mortalitatis  involvere  et  hoc  mundo  proch  dolor!  evocare;  propter 
quod  utique  regius  animus  ad  d)  compassionis  lacrimam  non  potuit 
non  moveri,  eo  quod  vobis  admodum  e)  necessarius  et  universitati 
vestre  non  modieum  fuerit  fructuosus,  prudeneie  vestre  consolacionis 
ungenta  porrigimus ,  vos  hortantes ,  quatenus  animosa  interim  con- ' 
stancia  regamini  f),  quod  cum,  duce  Domino ,  ad  talem  locum  N. 
venerimus  et  vestri  consilii  copia  nobis  adesse  poterit,  vobis  ex  tunc 
providere  curabimus  de  ydoneo  successore. 

a)  contemptoY.  —  i^fide  V.  —  c)  principi  auspunctirt  dafür  von  späterer 
Hand  ep.  ^  ^^  a  Y.  —  e)  admodum  Z,  so  aach  ursprünglich  Y,  dann  corrigirt  3 
ad  commodum.  —  f)  constancia  vos  regatis,  nos  enim  si  in  B  u  i  c  u  m  apud  N. 
duce  Domino  nos  venire  continget  et  vestri  consilii  etc.  Bodmann. 


1)  Psalm  35,  7. 


271 


57. 
Hei  E«iiian«raiii  snbdUd  sn«. 

König  Rudolf  empfiehlt  Jemandem,   bezeichneten  Ordensbrüdern,  die  in  einer 
Stadt  ein  Gotteshaus  gegründet,  zur  Seite  zu  stehen, 

Acceptus  Altissimo,  nobis  quoque  placidus  humilis  ordo  N., 
celebis  vite  fraglancia  nostri  spiritus  sie  recreavit  intrinseca,  quod  ad 
eius  augendos  profectus  et  eomoda  proeuranda  libenter  assurgimus 
et  fayorabiliter  inclinamus.  Hinc  est,  quod  pro  eiusdem  ordinis  fratri- 
bus,  qui  in  civitate  N.  Deo  habitaculum  dedicarunt,  benignitatem 
tuam  deposcimus  et  rogamus,  quatenus  eis  pro  divina  nostraque 
reverencia  in  suis  neeessitatibus  sie  assistas,  ut  tibi  ereseat  ad  meriti 
cumulum  apud  Deum  et  apud  nos  ad  beacioris  benivolencie  inere- 
mentum. 


58. 
Rex  R«]iiaii«riiiii  N.  millll  sn«. 

König  Rudolf  fordert  einen  Ritter  auf,  sich  mit  seinem  Gegner  zu  vergleichen, 
da  er  sonst  mit  der  gesetzlichen  Strenge  gegen  ihn  vorgehen  müsse. 

Querelam,  quam  N.  de  te  coram  nostra  presencia  nobis  pro 
tribunali  sedentibus  deposuit,  est  usque  adeo  prosecutus,  quod  nisi 
eum  eo  amicabili  composicione  componas,  contra  te,  exigente  iusticia 
rigore  sentenciali  procedere  nos  oportet.  Quocirca  fidelitati  tue  man- 
damus,  quatenus,  severitatem  iustieie  debita  satisfactione  preveniens 
et  evitans,  cum  predicto.N.  concordie  modos  cogites  et  exquiras, 
alioquin  ipsi  in  iure  deesse  non  possumus ,  quin  contra  te  finaliter 
animadversione  iudicaria,  sicut  racio  expostulat,  procedamus  a), 

a)  procedamus  corrigirt  für  procedemus  V. 


272 


S9. 
Rei  R«Man«raiii  d^mltt«  pape. 

1274. 

König  Rudolf  dankt  dem  Papst  Gregor  X  für  die  gnädige  Aufnahme,  die  er 
seinen  Boten  und  deren  Mittheilungen  habe  angedeihen  lassen, 

Bodmann,  p.  40. 

Resplenduit  nobis  velud  in  iubare  sideris  luminosi  diyinitus 
coruscanlis,  in  hoc  precipue  apostolice  graciosa  benivolencia  pietatis, 
quod»  quemadmodum  N.  fida  nobis  exposicione  narrante  didicimus, 
nuncios  nostros»  quos  ad  beatitudinis  yestre  pedes  transmiaimus,  ex 
innata  clemencia  g^aciose  suseipientes  et  plaeide  proposicionis  eoram 
seriem  graeiosius  et  placidius  audiyistis  aj,  Super  quo  utique  digna 
graeiarum  laudumque  preeonia  refferre  nos  insufßcientes  et  prorsus 
Fol.  44  b.  (nhabiles  arbitrantes,  assiduis  preeibus,  prout  nostra  patitur  fragilitas, 
inploramus  h)  divine  elemeneiam  pietatis.  qua  vos  viearium  suum  in 
urbe  pariter  et  in  orbe  eonstituit,  ut  sanetitati  vestre  piissime  dies 
super  dies  adieiat  ad  corroboraeionem  katholice  fidei,  matris  ecclesie 
pacem  et  tranquillitatem  perpetuum  Romani  imperii  fuleimentum. 

Dass  dieser  Brief  von  Rudolf  und  an  Gregor  X.  gerichtet  ist,  so  wie» 
dass  er  in  das  Jahr  1274  gehört »  ergiebt  sich  aus  einer  Vergleiehung 
desselben  mit  dem  oben  p.  254  no.  40  mitgetheilten  Schreiben  Rudolfs. 
Vergl.  auch  noch  p.  259  no.  46. 


60. 
lex  E^naiiornn  d«aitn«  pape. 

König  Rudolf  bittet  einen  Papste  einen  bezeichneten  hervorragenden  Mann  zum 
Abt  eines  verwaistem  Klosters  zu  machen* 

Si  super  iustis  peticionibus  yestre  beatitudini  preees  nostras 
supplices  offerimus ,  gratum  yos  ex  eo  speramus  Altissimo  prestare 
obsequiuro  et  apostolice  gracie  benefieium  nobis  lacius  et  uberius 

a)  adiuyistis  V.  —  b)  inplorantes  V. 


273 

vendicare,  si  apud  vos  eiaudicionis  paterne  graciam  consequamur. 
Sane  cum  honorabilis  vir  N.  —  in  quo,  prout  experte  comperimus  et 
cognovimus,  clarior  fidei  puritatisque  scintilla  resplenduit  —  sie 
pericie  litteralis  prestancia  poUeat,  sie  hotieste  vite  morumque  nitore 
prefulgeat,  quod  nullius  obumbraeione  caliginis  yisa  sit  suorum 
laudabilium  operum  elaritas  nubilari:  pro  eo  vestre  sanetitati,  prout 
licet  et  possumus,  supplieiter  inclinamus,  petentes  quatenus  ex  eon- 
suete  benignitatis  clemencia  o^  rutilantem  tanti  viri  lueernam  de  medio 
caliginis  super  eandelabrum  graciosius  attollentes,  monasterio  tali, 
quod  viduitatis  exui  clamide  clamitat,  de  ipsius  persona  dignemini 
providere.  Beata  enim  huiusmodi  ecciesia,  ut  verisimiliter  arbitramur, 
se  poterit  reputare,  si  meruerit  sponso  tarn  egregio  copulari. 

61. 

R«]iiafi«raiii  rex  indiei. 

König  Rudolf  fordert  einen  Richter  auf,  seinen  Getreuen  N.  und  N.  in  ihrer 
Erbschaftsangelegenheit  volles  Recht  angedeihen  zu  lassen,  damit  sie  nicht 
gezwungen  werden,  an  den  königlichen  Richterstuhl  zu  recurnren, 
Bodmann,  p.  178  und  Firnhaber  Fontes  rer.  Austr.  6,  p.  57. 
Querelam  gi*avem  fidelium  nostrorum  N.  et  N.  nuper  accepimus, 
continentem,  quod  super  hereditateeorum  paterna,  in  qua  bj  ipsorumde 
iure  funiculi  ceciderunt,  non  levem  irrogas  eis  iniuriam,   et  eisdem 
indebite  denegas  exhibere,  quod  debitum  eis  hereditarie  successionis 
noscitur  inpendisse.    Quoeirea  tibi  precise  mandamus,  quatenus  ipsis 
super  premissis  tarn  prompte  iusticie  plenitudinem  studeas  inpertiri, 
quod  non  cogantur  deinceps  super  defectu  huiusmodi  ad  regium 
tribunal  habere  recursum,  et  nos  proinde  tibi,  si  recta  via  in  eodem 
facto  processeris,  non  declinans  ad  dexteram  vel  sinistram,  condigne 
gratitudinis  vicem  de  liberalitate  regia  rependemus. 

62. 

lex  R^man^rniii  N.  aniTersftatl. 

König  Rudolf  empfiehlt  einen  gewissen  Johannes,   den  er  zu  seinem  Kaplan 
gemacht  hat,  dem  Wohlwollen  einer  Stadt, 

Digne    illos    prerogativa    favoris  amplectimur,  qui  per  merita 
virtuosis  operibus  se  nobis  placidos  exhibuerunt  ethominibusgraciosos. 

aj  clemencie  V.  —  bj  quo  V. 
Fontes.  Abth.  11.  Bd.  XXV.  18 


274 

Sane  cum  Johannes  lioneste  vite  morumque  claritate  refulgeat,  prout 
ad  nostri  eulminis  audienciam  celebris  fame  preconiis  est  perductum, 
nos  propter  hoc  eundem  singularis  benivolencie  gracia  proseqni 
disponentes,  ipsum  in  nostrum  capellanum  libenter  et  liberaliter 
duximus  admittendum.  Et  quia  debent  immunitate  fulciri  quos  regle 
familiaritatis  favor  illustrat,  universitatem  vesüram  requirimus  et 
rogamus,  quatenus  eum,  tanquam  capellanum  carissimum  habentes 
pro  nostra  reverencia  commendatum ,  in  cunctis  suis  agendis  eidem 
benivolenciam  congruam  inpendatis. 
Vergleiche  Siobbe  no.  28. 

63, 
R«]iiaB«rnm  rex  cardffialibns. 

127S.  oach  Ostero  c. 

K,  Rudolf  dankt  den  Cardinälen  für  ihre  Bemühungen  in   Förderung  seiner 
Angelegenheiten  und  erbietet  sich  tu  Gegendiensten, 

Gerbert,  1,  30. 

Quante  soUicitudinis  opera»  quante  eciam  prestancia  puritatis  in 
nostri  expedicione  negocii  curas  vestras  exercueritis  hiis  diebus,  satis 
est  patens  et  cognitum  evidentibus  documentis.  Nunc  vero  de  novo 
F.,  Tiro  industrio,  nobis  fideliter  enarrante,  cognovimus,  quod  in 
eiusdem  promocione  negocii  virtus  vestra  sie  viguit,  sicque  damit 
vestre  eximie  claritas  probitatis,  ut  quitquid  prosperitatis  initium 
habuit  aj,  quitquid  nobis  dedit  conclusiva  felicitas ,  quo  ^d  humana 
presidia,  principaliter  vestris  tytulis  adscribere  debeamus.  —  Que 
utique  coUaudanda  nimirum  vestre  virtuositatis  insignia,  nobi$  inpre- 
Foi.44e.  ciabiliter  b}  presentata,  illabili  libro  memorie  tenacioris  inscripsimus, 
ut  in  opportunitatibus  vestris  digne  vobis  vicissitudinis  repensiva  in 
uberi  affluencia  compensentur.  Sic  enim  nos  vobis  et  vestris  astrin- 
gimns,  sie  nos  vobis  et  eis  perpetuos  constituimus  debitores,  quod 
cuncta,  que  vobis  ac  ipsis  honoris  et  glorie  incremento  cessura 
cognoverimus,  eque  semper  benivolencie  gracia  prosequi  velimus  ac 
sinostramnostrorumque  personam  tangere  videantur,  ab  amabili  vestre 
dilectionis  applausu  nullo  unquam  eventu  vel  tempore  decerpendi  cj, 

a)  habuit  unterpunctirt  V.  —  b)  inprecialiter  V.  und  Z.  —  c)  discrepanda 
Gerbert. 


275 

Haceat  igitur  vestre  paternitati  a  nobis  cwm  fiducia  requirere  quit- 
quid  libet,  in  quo  quidem  nos  experiemini  ultroneos  et  officiose  beni- 
volos  seacktis.  Multum  quidem  nostris  arrideret  affectibus  atque 
desideriis  blandiretur,  si  vias  et  modos  nobis  patere  contingeret, 
vesiris  votis  placide  complacendi. 

Gerbert  findet  in  diesem  Briefe  die  Antwort  auf  das  unten,  Fol.  60  a. 
no.  S6  folgende  Schreiben  der  Cardinäle.  Dieser  Annahme  entspricht  in  der 
Tbat  der  Inhalt  unseres  Briefes,  dessen  erster  Satz  alsdann  auf  die  Forderung 
der  päpstlichen  Anerkennung  Seitens  der  Cardinäle  sich  bezöge  und  der 
somit  nach  Ostern  1275  geschrieben  wäre.  Vergl.  unten  Fol.  60  a.  no.  56, 
Anm.  3  u.  4. 


ftomanorum  rex  N.-nniTersitati. 

i290.  November.  Erfordie. 

König  Rudolf  setzt  in  Thüringen  Statthalter  ein, 

Inter  cetera,  quorum  nos  eura  pervigil  sollicitat,  quorum  nos  a) 
utique  euriosa  sollicitudo  fatigat,  crebra  reddimur  anxietate  sollieiti, 
qualiter  illa  nobilis  Duringa  b) ^  generosum  quidem  Romani 
imperiipomerium,tH  quo  regie  eelsitudinimiradelectacione 
complacuit*)»  rediviva  quiete  refloreat  post  diutine  fatigacionis 
labores  eximio«  et  post  bellicas  tempestates  in  partu  tranquiliitatis 
et  pacis  pulchritudine  conquiescat.  ELstimantes  igitur  id  non  posse 
fieri  faeilius,  quam  quod  eidem  provincie  preficiantur  gubernatores 
ydonei,  qui  sie  presint  ut  prosint,  ecce  quod  riros  egregios  N.  et  N. 
fideies  nostros  dilectos,  quos  fidei  sue  merita  nobis  reddunt  amabiles, 
^obis  ac  tote  provincie  Turingie  digne  provisionis  instinctu 
preficimus  in  rectores,  ut  ambo  in  credita  potestate  non  disparesi 
sed  eciam  in  commissionis  auctoritate  conformes,  yel   alter  eorum» 

a)  cura  bis  nos  am  Rande  V.  —  h)  sie ! 


i)  Vom  14.  December  1289  bis  nach  dem  1.  November  1290  hatte  Rudolf  zu  Erfurt  Hof 
geba'lten.  Siehe  Boehmer,  Reg.  Rud.  ao.  1008—1082  und  Hiat.  Laadgr.  de  Thuriag. 
Pistorkis  1,  1355  cap.  76  ad  a.  1290:  Et  cum  rex  discedere  Teilet  de  Thuringia, 
vbi  euriam  aaam  hd>uU  quasi  per  aanum,  eommisit  Yices  suas  cuidam  militi  de 
Brumberg,  qui  auctoritate  regali  violatores  pacis  et  raptores  coerceret.  In  unserem 
Briefe  sind  aber  ausdrücklich  zwei  Statthalter  genannt. 

18* 


276 

altero  deficiente»  quod  absit,   in  solidum,  quo  ad  dicte  provincie 
regimen  vice  nostri  nominis  exequantur. 

Quapropter  universitatem  vestram  hortamur,  regio  vobis  edicto 
mandantes,  quatenus  eos,  quos  velud  ymaginaria  nostre  presencie 
Tobis  presentamus ,  pro  nostra  reverencia  suscipiatis  hilariter  et 
benigne,  fidelitatis  nobis  debite  nostro  nomine  prestitis  eis  iuramentis, 
ut  in  Omnibus  ad  nos  raeione  imperii  pertinentibus  ipsis  in  omni 
promptitudine  spiritus  pareatis.  Nos  enim  in  omnibus,  que  ad 
gubernaeionis  spectant  officium,  plenam  in  eos  presencium  auetori- 
tate  transfundimus  potestätem. 


65. 

R«Biaii«riim  rex  domiii«  pape. 

1275. 

König  Rudolf  biitei   Gregor   X, ,   den   zum  Erzbischof  von    Cöin   erwählten 
Siegfried  von  Westerhurg  zu  bestätigen, 

Gerbert  2,  2. 

Inter  cetera,  quorum  nos  «^  pervigil  cura  soUicitat,  quorum 
desiderabilis  exspectacio  mentem  nostram  exagitat  incessanter,  illud 
tranquillo  sancte  matris  ecciesie  statui,  reformacioni  divulsionis 
imperii  ac  subsidio  terre  sancte  potissimum  credimus  expedire, 
quod  ecciesie  regni  Alymanie,  destitute  pastoribus,  nova  novorum 
sponsorum  substitucione  refloreant  et  provisionis  optate  solacio 
recreentur.  Inter  quas  utique  quanto  presignius  cunctis  reverenda 
N.  monasterii  ecclesia  b)  renitet,  quanto  maiorum  periculorum 
et  persecucionum  procellis  impetitur  et  turbacionum  calamitatibus 
inpulsatur,  tanto  celebrioribus  indiget  vestre  paterne  provisionis 
auxiliis  sublevari.  Et  quoniam  venerabilis  E. ,  eiusdem  monasterii 
electus,  laudabili  perbibente  c)  testimonio  plurimorum,  a  iuventutis 
sue  primiciis  semper  fultus  d)  caterva  virtutum,  boneste  conversa- 
cionis  et  vite  fuisse,  communis  fame  preconio  predicatur:  pro  eo 
vestre   beatitudini   supplicamus,    quatenus,    cum   predicta   ecclesia 

a)  quorum  nos  am  R.  V.  —  b)  preclara  et  veneranda  Coloniensis  ecclesia 
Gerb.  —  c)  Et  quia  N.  laudabili  perbibente  testimonio  etc.  Gerb.  —  d)  in- 
fultus  Z. 


277 

sicienter  a)  expostulet  suo  salutari  regimine  dirigi  et  amabili  sua 
presencia  confoveri,  eundem  electum  ad  ipsam  ecclesiam  guber- foi.  u  d- 
nandam  quaato  citius  b)  destinare  dignemini,  ex  innata  paterne 
clemencie  compassione  celeriter  expeditum,  nisi  forsan  ipsum  c) 
sublimioris  loci  regiminis ,  ad  quod  proeul  dubio  reputatur  ydoneus, 
vestra  pia  eonsideracio  sue  multimode  bonitatis  instinetu  et  obtentu 
deereverit  deputandum,  Speratur  siquidem,  quod  per  eum,  velut 
per  columpnam  immobilem,  fulcietur  imperium  et  in  domo  Domini 
idem  eleetus  niebilominus  velud  oliva  fructifera  omni  tempore 
germinabit  «). 

In  unserer  Formel  handelt  es  sich  allerdings  nicht  nm  das  Erzbisthum 
Coln,  sondern  um  die  Prälatur  irgend  eines  Klosters.  Angesichts  der  aus- 
drücklichen Bezeichnung  der  Cölner  Kirche  in  der  Gerbert  vorliegenden 
Handschrift,  darf  man  aber  wohl  annehmen,  der  Dictator  habe  willkürlich 
„Coloniensis  ecclesia*'  in  „monasterii  ecclesia*'  verwandelt  und  folgerichtig 
auch  später  monasterii  eleetus  gesetzt.  Die  Möglichkeit,  dass  der  König  sich 
für  einen  Abt  mit  denselben  Worten  verwendet  habe  wie  für  den  Erzbischof, 
ist  freilich  nicht  ausgeschlossen. 

66. 

Imperator  pape  d), 

1275. 

K,  Rudolf  antwortet  dem  Papst  Gregor  X  auf  dessen  Brief  vom  27*  Juni i 27 S 

und  lehnt  es  ab,  das  Herxogthum  Schwaben  an  K.  Alfons  auszuliefern, 

Gerbert,  2,  12. 

Beatitudinis  e^  vestre,  pater  sanctissime,  litteras  super  paeis 
et  concordie  unione ,  eum  rege  Castelle  inelito  ineunda ,  per  venera- 
bilem  N.  ahbatem  nostro  culmini  presentatas,  eo  reverencius  et 
devoeius  accepimus,  quo  eedem  eximie  pietatis  circa  nos  clemenciam 
exuberancius  exprimebant  «).  —  Earum  igitur  respondentes  tenori 
dicimus ,  et  pro  incommutabili  sanctitatem  vestram  habere  volumus, 
quod,  si  iuxta  salubria  benignitatis  vestre  nwnita,  ex  piissime 
paternitatis  affectu  manancia,  pacem  cum  omnibus  Christiane  reli- 
gionis  cultoribus ,  tanquam  pacis  verissimi  sectatores ,  quantum  in 

a)  scienter  Gerb,  indesinenter  Z.  —  b)  quantocius  Z.  —  cj  ipsi  V.  — 
dj  pape  ausradirt  V.  —  e)  Sanctitudinis  Z. 


1)  Psalm  51,  10. 

2)  S,  den  Brief  Gregor'»  X.  oben  p.  113  ff. 


278 

nobis  existit,  habere  velimus:  inter  nos  hanc  tarnen  a^  et  memo- 
ratum  regem  Ca  st  eile,  qui  forte  quorundam,  verisimiliter  credimus, 
que  sua,  non  que  veritatis  sunt,  quereneinm  perswasionibus  ac- 
quiescens,  contra  nos  eeeasionem  discordiarom  ridetur  exqnirere, 
stabiliri  solidius  tanto  desiderancius  appetimus,  (juanto  iatensiori 
hoc  vestra  paternitas  desiderare  videtur  aflfectti.  Nee  hj  ducatu» 
Suevie,  quem  rex  idem  ad  se  ex  sueeessione  materna  speetare 
asserit  *),  ipsi  iuste  commocionis  contra  nos  materiam  poterit 
ministrare.  Cum  enim  ex  commissi  nobis  regiminis  debito  aliorum 
teneamur  iniurias  propellere,  quomodo  non  essemus  parati  a  tanti 
principis  iniuriis  abstinere?  Si  quidem  idem  ducatus  ad  nos  et 
imperium  non  spectaret,  si  non  rei  aliene  conscia^iciam  haberemuÄ^ 
revera  ipsi  regi,  eciam  non  instanti,  eundem  liberaKtcr  offerremus* 
Si  tamen  rex  sepedictus  in  eodem  ducatu  ius  aliquod  sibi  coitipeterc 
verisimiliter  putaverit,  quod  non  credimus,  et  parati  erimus  sinö 
difficultate  qualibet  exhibere  sibi,  quod  ordo  postulat  racionis, 
Quapropter  pater  reverende  causas  racionabiles  et  legittimas,  supra- 
dicto  abbati  expositas,  per  ipsum  et  virum  bonorabilem,  fratrem  N.  2), 
cordis  nostri  secretarium,  sufficienter  de  condicionibus  et  iuribus, 
nobis  in  ipso  ducatu  Swevie  competentibus ,  informatos,  mox  ad 
beatitudinis  vestre  pedes  dirigimus  paternitati  vestre  planius  expri- 
mendas. 

67. 

Imperator  patriarehe. 

1274.  c. 

König  Rudolf  fordert  den  Patriarchen  Rarmund  von  Aquileja  auft  ihm  gegen 
seine   Feinde   Beistand  tu   leisten  und  verspricht    ihm  dafür    auch  seine 

Unterstützung. 

Quantis  qualibusque  tribulacionum  malleis  ex  defectu    imperiali 
solio  presidentis  Christi  populus  in  subculcacione  ecclesiastice  über- 
aß hanc  tarnen  am  Rande  V.  —  bj  ut  V, 


1)  S.  oben  p,  113,  Anm.  1. 

*)  Gerbert  und   Herrgott  Genealogia   2,  2,   451,    haben    H.     Üemeiut  ist  ohne  allen 
Zweifel  Heinrich  von  Isny,  nachmals  Bischof  von  Basel. 


279 

tatis,  in  clade  bellica,  qua  filii  a)  sancte  matris  ecclesie  dissecabantur, 
in  se  ipsos  cede  mutua  frementes,  velud  in  Rebecce  utero,  sit 
eoncussus,  qualiterque  perversoruro  inereverit  temeritas  ob  inpuni- 
tatis  audaciam,  nemine  crassancium  b)  maliciam  refrenante,  singulis 
aliqualis  facti  potencia  pollentibus  iniuriam  inhyantibus  spoliis  et 
rapinis,  lamentabilis  sedicio  ac  lugubris  yiduarum  et  pupillorum 
singultuose  vociferancium  gemitus  indicat  et  declarat  c).  Miseracio- 
num  autem  oculus  d)^  de  celo  prospiciens,  iusticiam  visa  e)  est 
erigendo  reficere  imperiale  solium  *),  ipsius  imperii  nos  f)  consti* 
tuens  principum  g)  principem  gloriosum.  Cum  igitur  princeps 
gloriose  h)  dilectissime  venerabilis  pater,  imperatorie  celsitudinis 
sitis  columpna  immobilis  et  sublimis,  super  yestre  strennuitatis 
constanciam,  velud  super  basem  i)  ventorum  turbine  ap  fluminum  fo»- **  •• 
impetu  conquassatam ,  regalis  throni  deflexerimus  arcbitectum  A:^; 
vestram  fidei  sinceritatem  exorandam  l)  duximus  et  bortandam, 
quatenus,  beneficia  recolentes,  quibus  sacrosancta  Aquilegien- 
sis  ecclesia  ab  inclyte  recordacionis  predecessoribus  nostris 
divis  Augustis  sollempniter  est  ditata,  sie  pro  honoribus  et  iuribus 
imperii  reformandis  fideliter  insudetis,  sicque  contra  bostes,  ex 
opposito  contra  nos  ascendentes,  vos  mumm  et  propugnatorem 
principaliter  opponatis ,  quod  in  nostra  promocione  vestra  includatur 
utilitas,  et  regiam  delectet  clemenciam,  predecessorum  nostrorum 
vestigiis  inherendo,  non  solum  attributa  manu  teuere  ecclesie  vestre 
largitatis  beneficia,  verum  eciam  suo  tempore  addere  largiora. 

a)  filiis  V.  —  h)  grassantem   zu  lesen.  —  c)  indioani  et  dedarant  Z, 

—  d)  ocuha  Z.  -^  e)  visus  zu  lesen.  —  f)  vos  V.  und  Z,  was  offenbar  falsch 
ist.  —  g)  principum  fehlt  Z  am  Rande  V.  —  h)  gloriose  fehlt  Z.  —  i)  basin  Z. 

—  h)  So  übereinstimmend  V  und  Z,  dafür  ist  aber  wohl  defixerimus  tectum 
zu  lesen.  —  l)  exhortundam  V. 


1)  Aus  dem  bisher  Gesagten  schüesse  ich,  dass  der  Brief  nach  dem  Interregnum, 
also  von  Rndolf  ron  Habsbiirg  geschrieben  ist.  Der  später  ausdrücklich  erwühnte 
Patriarch  von  Aquileja  kann  demnach  nur  Raimund  sein  (1272  Febr.  13.  bi«  1206 
Febr.  21.),  der  zu  Rudolf  freundschaftliche  Beziehungen  hatte  und  von  ihm  in  seinen 
Kriegen  uuterstät^t  wurde.  Ughelii  Italia  sacra  Tom.  ^,  944.  und  unten  Fol.  49, 
HO.  28. 


280 


68. 

E«Biaii«riiBi  rex  episcop«. 

1275. 

König  Rudolf  verspricht  dem  Erzbischof  Friedrich  von  Salzburg,  wenn  er  vom 
Könige  Otakar  von  Böhmen  angegriffen  werden  sollte,  schleunige  und  nach-' 

drückliche  Hilfe. 

Stobbe,  no.  251. 

Horrende  perseeucionis  immanitas,  quam  tu  et  alii  principes 
nostri  et  fideles  pro  pure  fidei  observancia  et  honore  imperii  sub 
moderni  Pharaonis  tyrannide  *)  passi  estis,  altius  cordis  nostri 
pupugit  intima  et  nos  amaritudine  fellea  perturbavit.  Tantus  a) 
enim  fervor,  tanta  nos  cura  soUicitat  vestris  votivis  relevacionibus 
intendendi ,  quod  quosque  labores  et  rerum  dispendia  propter  hoc  b) 
aggredi  nos  delectet.  Tu  igitur  cogita  et  revolve  diligeneius,  quo 
numero  bellatorum,  quo  eeiam  tempore  ad  reformacionem  omni- 
modam  status  tui  tibi  et  aliis  nostris  fidelibus  valeat  subveniri,  quos 
quidem  in  tuum  et  aliorum  subsidium  proeul  dubio  transmittemus. 
Verum  si  rex  Bohemie  per  expedicionis  publice  robur  in  tua 
dispendia  degrassetur,  nos,  relegato  cuiuslibet  difficultatis  obstaculo» 
Domini  exercituum  aspirante  gracia,  sua  prorsus  cj  conamina 
retundemus.  Quod  d)  si  forte  mnniciones  tuas  et  castra  obsidione 
hostili  vallaverit,  manum  nostram  exurgere  sencies  e)  in  id  ipsum. 
Tu  tamen  longe  pulsa  formidine,  spiritum  confortacionis  indue, 
quia  in  omni  eventu  tibi  nostre  protectionis  umbraculum  tam  fideliter 
quam  salubriter  inpendemus  f). 

Der  Inhalt  des  Briefes  macht  es  unzweifelhaft,  dass  er  an  den  Erz- 
bischof Friedrich  von  Salzburg  gerichtet  ist.  Vergl.  unten  Fol.  47  d.  no. 
10  und  Fol.  51  no.  38. 

a)  tandem  Stobbe.  —  b)  vos  Stobbe  —  c)  provisus  St.  —  d)  qui  Z.  — 
e)  sentiens  St.  — •  f)  pretendemus  Z  und  Stobbe. 


1)  Otakar  v.  Bölmien 


281 


69. 

E«Biaii«rM  rex  apostolic«. 

i279. 

König  Rudolf  dankt  dem  Papste  Nicolaus  JJJ.  dafür,  daes  er  ihn  in  seinen 
Schutt  und  seine  Gunst  aufgenommen  und  dass  er  jeden  beunruhigenden 
Verdacht  wegen  des  Verhaltens  des  Königs  Karl  von  Sicilien  entfernt  habe; 
er  selbst  wolle  das  gute  Einvernehmen  mit  jenem  Könige  befestigen.  Gleichzeitig 
bittet  er  den  Papst,  den  mit  der  Kreuzpredigt  in  Deutschland  beauftragten 
Predigermönchen  grösseren  Eifer  anzuempfehlen. 

Grande  multiplicatum  aj  gaudium  in  filii  devoti  precordiis 
crebra  pietatis  paterne  levamina,  quibus  nos  iugiter  consolaciones 
vestre  letificant»  imo ,  pavore  omni  postposito ,  nos  spiritu  fortitudinis 
fecundarunt.  In  boc  sane  nuper  nobis  benignitas  bj  graciosi  conso- 
latoris  apparuit,  quod,  quemadmodum  honoratum  fratrem  N.  narrantem 
cognovimus,  ut  securi  efficiamur  a  qualibet  cura  formidinis,  nos 
sub  specialibus  alis  vestre  protectionis  et  apostolice  graeie  susce- 
pistis,  data  nobis  nichilominus  bona  spei  fiducia,  quod  de  inelyto 
rege  Syeilie  quitquid  vulgaris  opinio  predieet,  quitquid  privata 
suggestio  swadeat,  nulla  nobis  meticidosa  suspicio  sit  habenda. 
Super  quibus  itaque  placidis  confortacionis  vestre  dulcoribus, 
quibus  delicate  refieimur,  cum  non  sit  bumane  potencie  vobis  digne 
regraeiacionis  applausu  decenter  assurgere ,  nostre  causa  imbecilli* 
tatis,  exiles  illas,  quas  possurous,  beatitudini  vestre  graciarum 
exsolvimus  aetiones ,  volentes  amodo  sub  tarn  tuti  defensione  clippei 
militare  viriliter,  et  predictum  regem  Syeilie,  dummodo  in  vestris 
et  sacrosdnete  matris  ecclesie  beneplacitis  perseveret  immobilis, 
pure  semper  benivoleneie  studio  prosequi,  ac  alterne  dilectionis 
amplexibus  nobis  indissociabiliter  counire.  Porro  pater  piissime, 
quod  terre  sanete  neeessitas,  cuius,  ut  nostis,  subvencionibus 
devovimus  salvifice  crucis  assumpto  signaeulo,  nos  pervigil  cura 
soUieitat  et  indesinenti  anxietate  fatigat,  vestre  non  immerito  pandimus  poi.  45  b. 
sanetitati,  quod  predicacio  crucis  sanete  per  Alymanniam  ministerio 
fratrum  predicatorum  et  minorum  non  sie  ex  corde  dirigitur,  prout 
expediens  arbitramur.    Idcirco,  si  apud  vos  sit  visum  conveniens, 

aj  multiplicant  zu  lesen.  —  b)  benigoitatis  Z. 


282 

non  inutile  reputanius ,  quod  ipsis  fratribus,  ut  ad  eiusdem  promo- 
cionem  negocii  accendantur  ardencius,  adstrictione  mandati  ac 
eciam  lacioris  auctoritatis  indulto  predicte  predicacionis  officium 
seriosius  iniungatur. 


70. 
R«maii«riiii  rei  N.  indieibiis. 

Der  römische  König  (Rudolf)  nimmt  ein  Waisenkind,  das  noch  nicht  ^rechen 
kann,  in  seinen  Schutz, 

Gerbert,  3,  35. 

Ad  hoc  nostris  humeris  regie  dignitatis  est  a  Deo  inpositus 
principatup  armique  nostri  sacre  delibucionis  oleo  sunt  peruncti,  ut 
manu  fortitudinis  et  brachio  extento  ^)  simus  omnium  sub  Romano 
imperio  degencium  defensores.  Verum  licet  ad  hoc  omnibus  tene- 
amur  ex  cura  suscepti  regiminis,  illos  tamen  precipue  volumus 
et  debemus  protegere,  quos  divinum  oraculum  nostre  protectioni 
commisit  specialiter  cum  precepto  clamans  2) :  „pupillo  et  orpbano 
tu  eris  adiutor."  Sane  dilectus  noster  N.,  paterno  solacio  destitutus, 
non  tantum  aj  propter  pupillarem,  verum  eciam  propter  infancie 
teneritudinem  se  ipsum  non  potest  defendere,  nee  iuvare.  Ea  propter 
ipsum  nostrani  recepimus  in  tutelam  et  omnia  bona  sua  mobilia 
et  bj  non  mobilia  sub  nostri  presidii  ac  protectionis  gladio  assu- 
mentes  seu  clypeo,  omnibus  Romani  imperii  fidelibus  obnixe  preci- 
pimus,  ne  quis  dictum  infantem  seu  bona  sua  audeat  invadere 
aut  aliqualiter  perturbare,  sicut  nostre  indignacionis  formidinem 
voluerit  evitare. 

a)  nondum  V.  —  bj  nee  V. 


»)  Cfr.  JereiiiiiiH  21,  ö. 
8j  Psalm  10,  14. 


283 


71. 

E#iiiaii«rM  rex  nobilibis. 

Eine  königlithe  Drohung  wegen  unerlaubter  3tollbedritckung, 
Gerbert,  1,  41. 

Exurgit  adversum  vos  terra  clamoribus  et  ad  aurcs  regle  celsi- 
tudinis  pauperum  gemitus  introivit  ex  eo  quod»  geiieralis  paeis 
observacioni  rebellionis  calcaneum  opponentes,  pro  vestre  libitu 
voluntatis  a  transeuntibus  presumitis  extorquere  tbelonea  a)  et 
indebitis  noa  cessatis  eos  angariis  onerare.  Quoeirca  prudeneiam 
vestram  afTectuose  requirimus  et  rogamus,  pro  b)  regia  cj  vobis 
auetoritate  mandantes,  quatenus  manus  illicito  cohibeatis  ab  opere 
et  ad  licita  refleetatis;  alioquin  scire  vos  volumus  pro  constanti, 
quod  ad  huiusmodi  pacis  pulehritudinem ,  ut  pristino  deeore  refloreat. 
omnes  vires,  curas  et  animos  acuemus. 

72. 

ftomanorom  rex  eognat«  soo. 

1277? 

König  Rudolf  überträgt  einem  Verwandten  ein  Amt,  in  der  Hoffnung ,  dass  die 

Reichsfüreten ,  ohne  deren  Einwilligung  Reichsgut  zu  vergeben  er  sich  eidlich 

versagt  habe,  ihre  Einwilligung  geben  werden* 

Gerbert,  3,  6. 

Duplex  tibi  suggerere  non  ambigimus  incentivum,  quod  nobis 
et  Romano  imperio  adeo  ministeriosus  ut  apis  argumentose  deservis, 
quorum  alterum  sangwinis  efficit  claritudo,  qua  coniungimur,  alterum 
vero  fldei  debitum  naturalis,  quo  te  imperio  reeognoscas  astringi, 
quod  rupture  non  patitur  cicatricem  *).    Virilis  igitur  animi ,  quem 

a)  thelonia  Z.  —  b)  pro  fehlt  Z.  —  c)  pro  regia  am  Rande  V. 


i)  Aus  diesem  Satae  folgert  Gerbert,  dass  der  Brief  «n  den  Grafen  Meiohard  ron 
Görz  und  Tirol,  seit  Anfang  1276  Schwiegervater  von  Rudolfs  filtestem  Sohne 
Albrecht ,  gerichtet  sei.    Er  fuhrt  sodann  folgende  »  den  weiteren  Inhalt  des  Briefes 


284 

blanda  non  subvertunt  nee  terrent  adversa,  eonstaneiam  digno  a) 
laudum  preeonio  eommendantes  et  ineommutabili  animo  disponentes 
te  velud  insigne  signaeulum ,  positum  super  cor  nostrum ,  condignis 
magnificare  favoribus  et  honoribus  congruis  exaltare,  fidelitati 
tue  officium  N.  committimus  usque  ad  nostre  beneplacitum  voluntatis. 
Nos  enim  iure  iurando  firmavimus,  quod  bona  imperialia 
sine  consilio  principum  nostrorum  prorsus  alienare 
non  possumus.  Sed  ob  tue  merita  probitatis,  cuius  prestancia 
pollet  et  viguit  fides  tua,  cum  ad  presenciam  nostram  veneris,  ipsos 
principes  ad  hoc  facile  credimus  inclinari,  quod  non  solum  in  istis 
verum  eciam  in  fecundioribus  beneficencie  nostre  solaciis  debeas 
multipliciter  et  quodammodo  munifice  honorari. 

Stobbe»  N.  166.  Gerb.  3,  6  mit  noch  mehreren  Sätzen  Porro  cum  — 
praemiorum. 


73. 

R«maii«riiiii  rei  N.  prineipi. 

1278. 

K,  Rudolf  drückt  dem  Könige  Ladislaus  van  Ungarn  seine  Freude  aus, 
über  die  zwischen  ihm  und  seinem  Bruder  Andreas  (dem  Veriahten  von 
Rudolfs  Tochter  dementia)  hergestellte  Eintracht,  bittet,  seine  Boten  zurück- 
zusenden  und  seinen  Getreuen  in  Osterreich,  die  von  Otakar  bedrängt  würden, 

beizustehen. 

Gerbert,  3,  12.  Stobbe,  191. 

Fol.  45  c.  Grandem   cordi   nostro   materiam   exultacionis    induxit,    quod 

quiescente  iam  intumescencie  spiritu,  quem  inter  vos  et  inclitum 

aj  digna  V. 


erläuternde  Stelle  aus  dem  Anonym.  Leobiensis  an  (Job.  Victoriensis^  Böhmer 
Fontes  1,  313.  ad  a.  1279):  Heinricas  autem  dux  (Bavarie  seil.)  et  Lude- 
wicus  frater  eins  et  Meinhardus  comes,  sororlus  eorundem,  venerunt  ad  regem, 
postulantes  eis  et  beredibus  suis  de  terris  acquisitis  donationem  fieri  pro  eorum 
et  suorum  heredum  ad  regni  etema  servitia  qualemcunque.  Quibus  rez  respondit: 
„hoc  non  posse  fieri  sine  principum  consensu,  sed  ista  in  curia  quam  in  Augusta 
precepisset  agere  pertractanda*<.  Et  sie  distulit  responsivam.  Der  Werth  unserer 
Formel  liegt  wesentlich  in  der  Äusserung ,  der  König  habe  eidlich  gelobt ,  Reichs- 
gut ohne  Zustimmung  der  Fürsten  nicht  zu  vergeben;  die  Adresse  des  Briefes  iässt 
sich  mit  Sicherheit  nicht  feststellen. 


285 

filie  nostre  sponsum  fragor  horride  tempestatis  invexerat,  eius  inter- 
posita  clemencia,  qui  post  iiubilum  dat  serenum,  eidem  N.  sie 
stetis  votive  reconciliacionis  in  osculo  et  fraterna  duicedine  eoniuneti, 
quod  utique,  sieut  vobis  ad  gloriam,  subieetis  fidelibus  eedet  ad 
optate  quietis  augmentum.  Verum  ex  eo  admiracionis  causa  precor- 
diis  nostris  infunditur,  quod  nuncii  nostri,  ad  yestram  iam  dudum 
transmissi  presenciam  super  matrimonio  consummando,  tarn  largam 
et  diutinam  moram  in  vestra  curia  contraxerunt,  quos  a)  quidem 
finaliter  petimus  expediri.  Et  quia  nostri  fideles  in  Austria  h}  diri 
adversantis  emuli  i)  quaciuntur  insultibus  et  diris  c)  persecucionum 
malleis-  impetuntur :  sinceritatem  d)  vestram  attente  requirimus  et 
rogamus ,  quatenus  invasores  eorum  a  latere  illo  tam  viriliter  quam 
potenter  invadere  satagatis.  Nos  enim  in  digito  Dei  confisi,  qui 
cause  nostre  iusticiam  comitatur  ac  dirigit,  eosdem  hostes  ab  illo 
latere  taliter  inpugnare  conabimur  in  virtute  Germanici  potentatus  a), 
quod  invasores  predicti,  positi  inter  malleum  et  incudem,  sera 
ducentur  penitudine  peccatorum.  Sic  autem  non  solum  ademptos 
vobis  e)  recuperare  poteritis  terminos,  sed  ad  ampliora  funiculos 
extendetis. 

Ladislaus  Cumanus  war  seinem  Vater  Stephan  IV.  am  1.  Juli  12'72 
auf  dem  ungarischen  Thron  gefolgt.  Sein  jüngerer  Bruder  Andreas  war  noch 
bei  Lebzeiten  Stepbans  von  dem  Grafen  Joachim  Pectari  geraubt  worden, 
der  dann  auch  auf  Ladislaus  einen  Einfluss  gewann ,  sich  auf  die  Seite 
K.  Rttdolt^s  stellte  und  die  Verlobung  seines  Schützlings  Andreas  mit  RudolPs 
Tochter  dementia  bewirkte.  S.  Palacky  Gesch.  v.  Böhmen  IL  1.  223  und 
DolHner  Codex  epistolaris  Ottocari  IL  p.  35—38. 

a)  vos  Z  und  V.  —  h)  Et  bis  diri  am  Rande  V.  —  c)  duris  Z.  — 
d)  serenitatem  Z.  —  e)  vobis  auf  Rasur  V. 


1)  Otakar. 

>)  Deatet  auf  die  Zeit,  in  welcher  Rudolf  seinen  entscheidenden  Feidzug  gegen  Otakar 
vorbereitete. 


286 

74. 

R«iiiaii«riim  rei  cardinalibos. 

finde  1275. 

König  Rudolf  beschwert    sich    hei    dem  Magister  Bemard    von   Casteneto, 
erwähltem  Bischof  von  Alhi,  dass  sein  Eifer  für  ihn  erkaltet  sei. 

Gerbert  2,  31. 

Blande  faciei  vestra  serena  placidjtas,  agendorum  regalium 
hactenus  non  ignara,  non  pavida  procuratrix  et  fotrix,  sie  erga  a) 
nos  instinctibus  virtuosis  inealuit,  sicque  valuit  prepotenter,  quod, 
patre  nostro  sanctissimo  domino  papa  dumtaxat  excepto,  non  imme- 
rito  principaliter  yobis  ascribimus  quitquit  honoris  et  glorie  subli- 
maeioi^is  nostre  progressui  dextera  apostoliee  eonsolacionis  adieeit. 
Yobis  enim  fideatissime  quelibet  mentis  nostre  interiora  deteximus, 
vestris  humeris  pondüs  et  onus  eure  toeius  et  soUieitudinis  sareinam 
inponentes,  ex  quo  utique  peroptata  proeessit  utilitas  et  profeetus  b) 
prodiit  exoptatus.  Verum  de  novo,  quod  corde  gravi  c)  ferimus, 
Visum  est  nobis  quibusdam  probabilibus  coniecturis,  quod  erga 
nos  verisimiliter  immutata  sit  illa  laudabilis  vultus  vestri  serenitas 
et  exasperata  sit  lenitas  bone  mentis.  Super  quo  merito  vehemens 
intima  nostre  aculeus  amiraeionis  perculit  d)  ex  rei  huiusmodi  insolita 
novitate.  Testis  enim  est  incontaminate  conscieneie  integritas,  quavis 
testium  deposieione  sollempnior,  quod  per  nos  niehil  unquam  verbo 
aut  opere  extitit  attemptatum  seu  etiam  cogitaeione  presumptum,  quod 
vobis  debuerit  displiceneie  spiritum  peperisse,  immo  semper  in  votis 
habuimus  et  adhue  in  animo  gerimus  incessanter,  vobis  et  vestris, 
eum  ad  hoc  aptitudo  temporis  oportuni  se  eiferet»  graeiosis  et  amplis 
adesse  favoribus  et  benefieencie  vestre  profusionibus  habundaneius 
aspirare.  Hoc  autem,  qualicunque  ex  causa  prodeat  motus  vester, 
arbitrio  vestro  secure  subiecimus,  iuxta  quod  vestre  circumspectioni 
libuerit  libere  decidenda.  Quapropter  vestram  attente  deposeimus 
honestatem,  quatenus  excusacionem  nostram  animo  vditis  mansweto 
suscipere  et  a  mentis  vestre  sacrario  quitquit  nebule  vel  rancoris 
sinistre  suspicionis  inpressio  suaserat,  scopa  e)  recte  opinionis 
abstergere,  hospite  veritatis  caritativius  introducto. 

a)  ergo  Z.  —  b)  provectus  Z.  —  cj  gra?ide  Z  und  V.  —  d)  percutit  V^ 
—  e)  scapa  Z. 


287 

Chmel,  Formelbuch  Albrecht*s  I.  (Arch.  der  kais.  Ak.  d.  W.  1849.  Heft  2, 
p.  37.)  und  Stobbe,  no.  269  mit  der  Überschrift:  Rudolfus  etc.  honorabüi 
et  prudenti  viro  Magistro  Bernardo.  Gerbert  2,  32  (vergl.  damit  Stobbe  no. 
252,  Anm.  1.  wo  Bernardus  wieder  ausdrücklich  genannt  ist)  bringt  die 
Antwort  des  Magister  Bernardus  auf  diesen  Brief.  In  derselben  vermuthet 
Bemard,  die  Meinung  des  Königs  sei  dadurch  hervorgerufen,  dass  er  ihn 
zu  Lausanne  nicht  besucht  habe.  Des  Königs  Brief  ist  also  nach  der  Zusammen- 
kunft mit  Gregor  X.  zu  Lausanne,  d.  h.  nach  dem  21  October  1275,  die  Ant- 
wort, in  der  Gregor  X.  felicis  recordationis  heisst,  nach  dessen  Todestag, 
10.  Januar  1276,  geschrieben.  Gerbert  Vermuthet  mit  Grund,  dass  dieser 
Magister  Bernardus  kein  anderer  sei,  als  B.  von  Casteneto,  erwählter  Bischof 
Ton  Albi,  den  Innocenz  Y.  mit  einem  Schreiben  vom  9.  März  1276  an  König 
Rudolf  absandte.  Boehmer,  Reg.  PSpste  n.  227,  und  Kopp,  1. 132.  Aufiallond 
aber  bleibt,  dass  Bernard,  auf  dessen  ThStigkeit  am  päpstlichen  Hofe  fär 
Rudolf  in  unserem  Briefe  hingewiesen  ist,  sich  in  den  zwischen  Rudolf  und  dem 
päpstlichen  Stuhl  zu  Lyon  zu  Stande  gekommenen  Verträgen  nirgends  als  Zeuge 
vorfindet.  —  Übrigens  findet  sich  bei  Gerbert  und  Chmel  am  Schluss  noch 
folgender  hier  fehlender  Satz:  Et  eece  quod  honorabÜem  et  religiosum  rirum 
propter  hoc  specialiter  duximus  td  yos  destioandnm,  attente  petentes,  ut  ei, 
velut  inoocentiae  nostrae  veridico  prolatori,  super  his  fidem  non  dubiam  adhi- 
bere  curetis. 


75. 

R«inaii«rom  rex  principibos. 

1275  od.  1276. 

König  Rudolf  sendet  den  Grafen  Heinrich  von  Färstenberg  in  die  Romagna 
und  Maritima  als  Statthalter  und  fordert  die  Einwohner  auf,  ihm  gehorsam 

zu  sein. 

Gerbert,  2,  40.  Herrgolf,  Gen.  dipl.  2,  2.  462. 

Speciali  quadam  a)  inter  tot  et  tantos  negociorum  ingruencium 
fluctns,  quibus  asisidue  pectori  nostro  materia  cogitacionis  infunditur, 
meditacione  angimur  et  aoxietate  pervigili  perurgemur,  qualiter 
illa  nobilis  Romaaa  b)  et  maritima  regio ,  utpote  generosam  imperii 
pomerium,  in  quo  regia  maiestati  ex  sui  placidi  gustus  am^nitate, 
non  infima  deleetacione  complacuit,  quiete  rediyiya  refloreat,  et 
post  dire  longeque  fatigacionis  hostiles  angustias  et  eximias  bellice  p^i.  45  a. 
turbacionis  tempestates  in  portu  votive  tranquillitatis  et  pacis 
pulchritüdine     conquiescat.     In    hac    siquidem    regione   imperium 

aj  quodam  Z.  —  bj  Romaniola  Gerb. 


288 

suos  recognoscit  alumpnos,  hie  est  enim  hortus  iiiiperii  delicatus, 
in  quo  grate  duleedinis  poma  graciosa  conparat  et  decerpit.  Nimirum 
igitur,  si  circa  cultum  et  munimen  ipsius  regie  celsitudinis  curiosa 
versatur  intencio  et  propensioris  vigilancie  studium  adhibetur, 
ut  et  illa  per  devocionem  sinceram  puritatis  respiret  odorem  et 
per  fidelitatem  integram  exspectatum  constancie  fructum  reddat. 
Verum  quia  tunc  utiliter  gaudet  regio,  dum  directi  rectoris  ducatu 
dirigitur  et  pervigili  presidentis  industria  gubernatur :  nos  volentes 
quod  ipsa  provincia  duce  gaudeat  circumspecto ,  illustrem  G.  a) 
comitem  talem,  nostrum  consanguineum ,  quem  experte  fidei  et 
circumspectionis  merita  nobis  reddunt  amabilem  et  probata  strennui- 
tas  efficit  clariorem,  vobis  et  toti  provincie  prenotate  prefecimus 
in  rectorem,  eiusdem  provincie  regimen  vice  nostri  nominis  exe- 
quendum  sibi  plenarie  committentes ,  ut  eius  studioso  ducatu  et 
preservetur  a  noxiis  et  ad  salutaria  dirigatur.  Vos  itaque,  quesumus, 
pure  fidei  et  sincere  devocionis  alumpni,  quatenus  presentibus  nostre 
serenitatis  apicibus  roborati  et  nostram  personam  in  sua  presencia 
figurantes»  cum  comes  idem  sit  velud  os  ex  ossibus  nostris  et  caro  de 
carne  nostra,  eundem»  quasi  familiaris  dilectionis  et  gracie  pignus, 
hylares  et  devoti  suscipite,  et  in  omnibus,  que  ad  creditum  sibi 
spectant  officium,  reverenter  ei  parere  ac  humiliter  promptis  curetis 
afTectibus  obedire,  ut  devocionis  vestre  constanciam  liberalitatis 
auguste  provisio,  que  servicia  novit  remunerare  fidelium,  digna 
vicissitudine  prosequatur,  pro  constanti  scientes,  quod  illa  obediencie 
signa,  que  sibi  devocio  vestra  monstraverit,  equo  favore  benivolencie 
prosequamur  ac  si  ea  monstrari  contingeret  specialiter  nobis  ipsis. 

Stobbe  no  272.  Rex  etc.  Egregiis  et  prudentibus  viris  March.  Com. 
Nobil.  Capif.  Civiiat.  potestatibus,  anzianis  et  populis  uniyersis  per  Romani- 
olam  et  marilimam  constitutis  graciam  suam  et  bonam  voluntatein.  Eine 
äbnliehe  Oberscbrift  hat  Cenni  über  den  hier  unmittelbar  folgenden  Brief. 
Eine  freie  Übersetzung  dieses  Briefes  findet  sieh  bei  Manch,  Gesch.  des 
Hauses  und  Landes  Furstenberg,  Bd.  1,  274  ff.  —  Schreiben  gleichen  oder 
Sholiehen  Inhalts  sind  das  hier  unmittelbar  folgende  no.  76  und  unten  Fol  56 
no.  32.  Alle  sind  jedenfalls  nach  dem  10.  Juli  1275  erlassen.  S.  oben  p.  243, 
no.  32.  Diesem  Briefe  liegt  übrigens  das  Schreiben,  mit  dem  Kaiser  Friedrich  IL 
seinen  Sohn  Friedrich  von  Antiochia  zum  Statthalter  in  Florenz  einsetzt  (Petr. 
de  Vin.  3,  9.  Cod.  Berolinensis  Ms.  Lat.  Fol.  188  Fol.  87),  als  Schema  zu 
Grunde. 

aj  H.  comitem  de  Förstenberg  Gerb. 


289 


76. 

Romanonifli  rex  N.  ehibns. 

1276. 

König  Rudolf  dankt  einer  Stadt  für  ihre  Ergebenheit,  nimmt  sie  in  seinen 
Schutz  und  fordert  sie  auf  dem  Grafen  Heinrieh  rnm  Fürstenberg ,  den  er  zum 
Rector  über  die  Stadt  und  ihre   Umgebung  gemacht,    ehrerbietig   mit  Roth 

beizustehn. 

Gerb.  2,  41.  Slobbe,  no.  262. 

Dum  cousciencie  nostre  yolumina  revolvimus,  dum  subiectas 
imperio  civitates,  iiostro  eulmini  pure  devoeioiiis  enxenia  a)  presen- 
tantes,  in  speculacionis  regie  speculo  coutemplamur,  ad  vestram 
specialiter  civitatem  aeiem  mentis  nostre  convertimus ,  nobis  fidei 
illibate  premicias  offerentem.  Sane  id  quam  placide  et  quam  gratanter 
acceperimus,  quam  sit  acceptabile  quamque  generativum  fecundi  bj 
tripudii ,  quod  native  bonitatis  accensi  jBagrancia ,  quod ,  in  vestris 
precordiis  elarioris  fidei  rutilante  seintilla,  vos  nostris  ad  vocem 
tantum  iussionis  unius  devoventes  ebsequiis,  nuneios  nostros,  quos 
ad  vos  transmisimus ,  tarn  sollempniter  et  tam  bonorifice  suseepistis: 
afTectum  nostrum  super  hoc  perfecte  exprimere  non  possumus  per 
efTectum.  Hec  sunt  enim  laudabilia  preclare  virtutis  indicia,  bec 
sunt  inquam  eerta  experimenta  constancie  et  infallibilia  probitatum 
eximia  argumenta,  in  quibus  Deo  que  Dei  sunt  et  que  Cesaris  Cesari . 
hactenus  reddidistis.  Igitur  velud  multe  swavitatis  oblectamentis 
deliciose  refecti,  super  tam  grati  et  tam  ultronei  exhibieione  servicii, 
quo  vos,  generositatis  avite  nequaquam  immemores,  regio  bene- 
placito  coaptastis ,  ad  grates  vobis  uberrimas  inclinamus ,  ineommu- 
tabili  animo  disponentes ,  vos  et  civitatem  predictam ,  quam  indele* 
bilis  unione  tenacitatis  in  nostros  familiäres  amplexus  assumpsimus, 
amplis  propter  hoc  magnificare  favoribus,  ac  bonorum  et  benificencie 
tytulis  ampliare ,  ut  in  adventu  cesarei  cj  potentatus,  qui  terribilis 
inquietis  et  rebellibus,  vobis  vero  mansuetus  adveniet,  pulsis 
de  medio  bellice  tempestatis  horroribus,  cuius  longa  calamitas  faciem 

aj  exenia  V.  fxen.pla  Herrgott  Gen.  2, 2,  463.—  bJ  fecundii  V. — cJ  cesarei 
potesfatis  stend  ursprünglich;  dasLetzieie  ist  dar.n  in  pofenlatus  ^ erbessert.  V. 
Fontes.  AbUi.  H.  Bd.  XXV.  19 


290 

Foi.46a.  fatigavit  imperii.  sedeatis  in  pulchritudine  pacis  et  requie  opulenta, 
nostrique  iugo  dominii  nil  swavius,  nil  iocundius  merito  senciatis  a). 
Porro  ut  vestre  tenebras  regionis  h)  Romani  iam  sceptri  fulgor 
illuminet,  eademque  regio  inerementa  suscipiat  floride  venustatis  e), 
universitatis  vestre  prudenciam  d)  duximus  exhortaiidam ,  quatenus 
nobilem  virum  e)  N.,  com  item  talem,  quem  vobis  totique  circum- 
posite  regioni  prefeeimus  in  rectorem,  pro  nostra  et  imperii  reverencia 
eongruis  prevenire  euretis  bonorum  insigniis ,  et  eidem  in  hiis  que 
vestrum  f)  et  reipublice  bonum  generale  respieiunt  g)^  cum  in  eo 
qui  mittitur  mittens  honorari  consweverit,  graciosis  studeatis  h) 
astare  consiliis  et  auxiliis  oportunis. 

Vergleiche  den  vorhergehenden  Brief  no.  75. 


77. 

R^man^rM  rei  eifibM. 

1279. 

König  Rudolf  fordert  die  Bürger  von  Mainz  auf,  den  mit  ihren  Ministerialen 
beschworenen  Frieden  aufrecht  zu  halten. 

Gerb.  3,  21. 

Exoi*te  discordie  odiosa  turbacio,  que  in  finibus  vestris  seminaria 
suscipit  simultatum ,  per  industrium  virum  F.  celsitudini  regie  nuper 
'exposita,  tanto  duriori  nos  pungit  compassionia  aculeo,  quanto 
graviora  sentimus  ex  ea  tocius  terre  posse  discrimina  suboriri. 
Volentes  igitur  ad  extinctionem  ipsius  incendii  studia  nostra  libenter 
et  liberaliter  applicare,  sane  visum  est  expediens  nobis  et  consulimus 
bona  fide,  quod  tante  ruine  dispendio  precaventes,  qui  estis  animalia 
oculata,  in  huius  casus  articulo  per  modestie  semitam  incedatis,  ut 
iusiurandum ,  quod  cum  ministerialibus  inistis ,  ea  rectitudinis  linea 
dirigatur,  quod,  iuramenti  forma  super  communi  pace  prehabita, 
prorsus   aliqua   lesionis    iniuria    non    tangatur,    sed    ministeriales 

a)  sencietis  V  und  Z.  —  bj  religionis  Gerb.  —  ej  novitatis  Gerb.  — 
dj  ampliori  qua  possumus  precum  instancia  duximus  etc.  —  eJ  H.  comitem 
de  Fürstenberg  consanguineum  nosfrum  eharissimum,  quem  Gerb.  —  fj  nostrum 
Gerb.  —  g)  respiciant  Gerb.  —  hj  studeatis  fehlt  Gerb. 


291 

eosdem  ad  pacem  et  concordie  unionem  ferventer  inducere  satagatis. 
Sic  enim,  salvis  a)  vobis  et  domibus  vestris,  poterit  velud  ignis 
vicinis  parietibus  applicari.  Domus  enim,  in  eonflagracionis  medio 
constituta,  etsi  non  eonsumitur  h)  incendio,  infirmatur  tarnen  exhaustis 
compaginum  viribus  ad  ruinam.  Rogamus  igitur  et  atteneius  exhor- 
tamur,  quatenus  mox  prosilientes  c^  exterminii  partes  tante  seissureflf) 
diserimina  studeatis  innate  prudencie  moderamine  reparare  e). 

Ceoni  3,  11.  Rad.  etc.  Civibas  Maguutinis.  Stobbe  274  Rex  etc.  Civibus 
Magistro  (sie!)  —  Ober  die  Unruhen  in  Mainz  vergl.  die  Note  zum  folgenden 
Briefe. 


78. 

RdmaBdrHin  rex  N.  eapitald. 

1279. 

Kämg  Rudolf  verspricht  dem  Decan  und  Capüel  der  Mainzer  Kirche,  ihrem 
Wunsche  gemäss,  für  dauernde  Beseitigung  der  sie  bedrückenden  Kriegs^ 

Unruhen  zu  sorgen. 

Gerb.  3,  20. 

Tribulacionum  et  ealamitatum  erudeles  angustias ,  quibus  belli- 
cus  impetus  fines  vestros  invadere  formidatur,  tanto  compassiviori 
nimirum  commiseramur  affeetu,  quanto  ex  hiis  pernieiosiora  sentimus 
diserimina  pullulare.  Propter  quod  ferventibus  vestris  affectionibus 
seu  alleetionibus  excitati,  ad  stabile  bonum  concordie  et  ad  exstir- 
panda  totaliter  germina  simultatum  libenter  intendimus  efficaces  et 
Sedulas  interponere  partes  nostras,  prout  auctore  Domino  operis 
evidencia  vos  f)  docebit. 

a)  Salus  Z  und  V.  —  hj  eonsumatur  Z.  —  cj  in  medias  Gerb.  —  d)  cia- 
sure  V.  —  e)  Gerbert  und  Cenni  haben  noch  folgenden  Satz:  Et  ecce  infra 
triduum  post  recessum  nuncii  vestri  de  nostra  praeseneia,  nobilem  virum 
G.  comitem  propter  hoc  ad  vestram  praesenciam  destinare  proponimus,  ut 
ipsius  cooperante  consilio,  per  vos  stricti  enses  de  altercancium  manibut 
rapiantur.  —  f)  nos  Z. 

Stobbe  275  Rex  etc.  Decano  et  capitulo  Magunf.  Es  sind  also  Kriegs- 
unruhen, die  das  Mainzer  Erzbisthum  heimsuchen  und,  wie  Gerbert  wohl 
mit  Recht  annimmt^  ist  der  Krieg  des  Erzbischofs  Werner  ?on  Mainz  mit  dem 
Grafen  Heinrich  von  Spanheim  gemeint.  Über  diesen  vergl.  Kopp  1.  376  (T. 

19» 


292 

und  725  flf.  Ferner  Ann.  breves  Wormatienses  M.  G.  SS.  17,  77.  ad  a.  1279. 
Die  Urkunde  über  den  dureb  Rudolf  vermittelten  Frieden  vom  21.  Deebr.  1281. 
S.  Boebmer  Reg.  Rud.  642. 


79. 

kmanornm  rei  d^rnino  pape. 

1276.  Ende  Febr. 

K,  Rudolf  beglückwünscht  den  neugewählten  Papst  Innocenz  V.  und  entsendet 
an  ihn  einen  Bischof  mit  Aufträgen, 

Gerb.  2,  38.  Boebmer  Päpste  no.  227. 

Letentur  celi  et  terra  in  voce  festive  ioeunditatis  exultet,  assint 

katholice  fidei  festa  eelebria ,  assint  saerosanete  matri  eeciesie  nova 

gaudia  post  lamenta.    Nam  Dominus,  qui  a  sponsa  sua  quandoque 

serenitatem  avertit,  ut  iterum  se  convertat  ad  eam  in  claritate  letieie 

pocioriso^,  suamab  ipsa  misericordiam  non  abseidit :  eeciesie  siquidem 

faciem,   quam  in  obitu  felicis  recordacionis  6.  9>  summi  pontificis, 

beatissimi    et    graciosissimi   patris  nostri,    nubilo  luctuosi  meroris 

obduxerat,  radio  successive  corruscacionis  et  consolacionis  illustrans, 

et  in  ea,  quam  novo  semper  fetu  multiplicat,  novum  patrem  suscitans 

pro  defuncto,  meritorum  candore  conspicuum  et  virtutum  prestancia  h) 

luminosum,   per  cuius  iocundifere  substitncionis  eifectum,   quitquit 

profluvii  lugubris  in  maxillam  ipsius  eruperat  pro  repente  sublato, 

•  speratur  misericorditer  detersisse,  licet  pro  tanti  patris  occasu  pre 

inopia  oculi  nostri  langwerunt,  lacrimarum  iam  copia  desiccati,  eo 

quod  preter  c)  alia  plurima  gloriosa  et  predicabilia,  que  pro  bono 

statu  katholice  fidei  concepit  et  statuit,  thronum  nostrum  super  reges 

et  regna  constituens,  nos,  dum  viveret,  piis  confovebat  amplexibus  et 

paternis  favoribus  ampliabat. 

Ex  eo  tamen  mesticie  nostre,  cuius  vix  unquam  de  nostro  pectore 
Fol.  46  b.    .    ^  .  .  . ,         .  ,        .1      ^     .  .       .  , .     .     . 

cicatricis  occidue  signa  transibunt,  lam  propinavimus  nobis  ipsis 

remedium,  quod  qui  electo  famulo  suo  Moysi  non  concessit  educere 
a)  peccatoris  V.  —  bj  constancia  Z.  —  c)  propter  Z  und  V. 


i)  Ohne  Zweifel  Gregor  X.,  der  am  10.  Jaauar  1276  zu  Arezzo  starb. 


293 

populum ,  virum  secundum  cor  nostrum  in  apostolica  sede  disposuit, 
qui  predecessoris  sui  sauctissimis  a)  jnherendo  vestigiis,  cuncta 
debeat  consummare  feliciter  per  eundem  predecessorem  salubriter 
iiichoata.  Porro  cum  generacio  omnis  pretereat ,  generacione  altera 
denuo  subsequente,  terra  tarnen  stat  stabilis  in  eternum «)  •  ecclesia 
scilicet  b^  Dei  vivi  in  suis  ageudis  et  ordinacionibus  ageudorum 
matura  deliberacione  decoctis,  immobilis,  prout  operum  docuit 
evidencia,  perseverat. 

Propter  quod  beatissime  pater,  de  cuius  creacione  divinitus 
ordinata  e)  revixit  omuino  spiritus  noster,  tripudio  inefabili  fecundatus» 
in  sinum  vestre  gracie  coUigite,  quesumus,  filium  singularem,  vestris 
et  matris  ecclesie  beneplacitis  pariturum  in  omni  spiritus  promptitu- 
dine  et  fervore ,  opus  Dei  benigne  perficientes  in  nobis  ex  tradita 
vobis  desuper  potestate.  Verisimiliter  quidem  non  arbitrari  non 
possumus,  quod  tam  ardue  rei  co'nsummacio  vestre  sit  celitus  glorie 
reservata,  ut  in  dextera  vestra  profieiat  et  in  actum  deducat,  quod 
manus  Ältissimi  potencialiter  erga  nostram  imbecillitatem  creditur 
inchoasse  ^). 

Ecce  igitur  venerabilem  virum  N.  episcopum  s),  vobis  et  Romane 
ecclesie  devotum,  ad  beatitudinis  vestre  pedes  fiducialiter  duximus 
destinandum,  supplici  devocione  petentes,  ut  ei,  in  quem  transfundimus 
intima  cordis  nostri,  auditum  prebere  benivolum  et  in  omnibus 
nostris  agendis  adhibere  fidem  credulam  dignemini  sicut  nobis, 
exaudicione  gratuita  favorabiliter  subsequente. 

a)  sanctissimis  am  Rande  V.  —  b)  ecclesia  siquidem  V.  —  c)  ordinata 
am  Rande  V. 


1)  Ecelesiastes  1,  4« 

^)  Die  Kaiserkrönung  Rudolfs  ist  gemeiut,  die  nach  der  bei  der  Zusammenkunft 
Rudolfs  mit  Gregor  X.  zu  Lausanne  (18.  Oetober  1275)  getroffenen  Verabredung, 
Pfingsten  1276  hatte  stattfinden  sollen. 

S)  Gerbert  hat  hier  (nach  dem  Codex  des  Abtes  Seifried :  Wiener  Hofbibl.  Jus  civ.  76 
jetzt  9351)  ausdrucklieb:  Henricum  BasiUensem  episcopum,  und  der  Annahme,  dass 
Rudolf  diesen  seinen  vertrauten  Freund ,  der  auch  in  Lausanne  zugegen  und  dort 
von  Gregor  X.  zum  Bischof  geweiht  worden  war ,  an  die  Curie  abordnete ,  steht 
nichts  entgegen.   Vergi.  Kopp,  I,  133,  Anm.  7. 


294 


80. 

(•manorHin  rei  prdeiratdri  sh». 

1281? 

König  Rudolf  drückt  einem  Freunde  seine  Freude  über  die  Wahl  eines  Papstes 
aus  und  ernennt  ihn  zu  seinem  Bevollmächtigten  bei  demselben. 

Gerb.  3,  26. 

Exaltator  humilium  Deus,  vota  nostra  ab  excelso  prospiciens, 
disideratum  immo  virum  desiderabilem  ecclesie  sue  sancte  sponsum 
previdit  ydoneum,  et,  siquid,  si  audemus  dicere,  in  suis  antecessoribus 
exstitit  inperfectum,  quasi  per  ibrmam  compleeiorem  in  sanetissimo 
nunc  patre  nostro,  domino  papa,  perficere  misericorditer  est  di- 
gnatus. 

Sane  in  ipso  noster  requiescit  animus,  in  ipso  ponimus  ancho- 
ram  spei  nostre,  ut  ipse  nobiseum  regnum  regat,  imperio  imperet, 
ordinet  et  disponat  que  utriusque  liominis  sint  salutis.  Preterea 
credimus,  immo  certum  gerimus,  quod  apud  ipsum  noster  esse 
debeas  oeulus  non  dormitans,  auris  patens,  manus  dextera,  facta 
nostra  dirigens  et  gubernans,  sieut  nosti*a  directio  et  in  sacro 
Romano  imperio  provectio  tibi  tuis  a  progenie  in  progenies  ad  exul- 
tacionem  eedere  debeat  nominis  et  honoris.  Porro  apud  ipsum 
dominum  apostolicum  te  nostrum  procuratorem  eonstituimus  ad 
constituendum ,  alleetivis  perswasionibus  inpetrandum  omnia  sacro- 
sancto  Romano  imperio  proiutura,  suis  votis  non  contraria,  sed  per 
omnia  sibi  consentanea.  Suum  enim  velle ,  suum  nolle  a  nostra  non 
discrepabit  ullo  tempore  voluntate.  Pro  nobis  vigila,  ministerium 
tuum  imple ,  opus  fidelis  viri  perfice ,  de  reliquo  a  nobis  coronam 
iusticie  prestolare. 

Gerbert  «etzt  den  Brief  in  das  Jabr  1281  nach  der  Wahl  Martin*8  IV., 
was  sich  jedoch  mit  Sicherheit  nicht  behaupten  lässt  Die  Formel  steht  auch 
Philo].  383,  Fol.  U. 


295 


81. 

lei  R«iiiaBdriiii  d^miid  pape. 

König  Rudolf  heglücktoümcht  einen  Papst  zu    seiner   Thronbesteigung  und 
empfiehlt  sich  und  sein  Haus  seiner  Gnade. 

Laudabilis  et  gloriosus  in  eteraa  secuta  Dei  filius ,  benedictus 
et  benediceiis  omnibus  in  ipso  confidentibus ,  eternorum  ac  transi- 
toriorum  ordinator  inscrutabilis,  sanetam  matrem  ecclesiam  uberrime 
consolacionis  uberibus  consolatus,  oleo  letieie  ipsam  perungere» 
perunctam  in  tuta  stacioiie  repouere  est  diguatus.  Quippe  ad  suppreme 
dignitatis  apicem,  summum  ac  sanctissimum  apostolatus  gradum, 
Yobis  ad  reformacionem  quidem  imperii  et  salutem  terre  sancte» 
precioso  Christi  sanguine  rubricate,  divinitus  elevatis,  eadem  sancta 
mater  ecclesia,  redivive  iocunditatis  gaudiis  renovata,  votive  iocundi- 
tatis  a)  exultacionibus  gratulatur.  Nee  mirum.  Deus  enim  pacis  et 
dilectionis,  immense  bonitatis  in  ipsa  signa  posuit,  cum  vos  sibiFoi.46c 
patrem  disposuit,  suo  gregi  pastorem  misericorditer  prelegit  Huius 
immense  iocunditatis  materia  etsi  cunctos  movere  debeat,  qui  se 
menbra  capiti  adherencia  recognoscunt,  nos  primo  et  principaliter 
exaltacioni  vestre  tanto  iocundius  congaudemus,  quanto  limpidius 
cognoscimus  ad  optate  salutis  bravium  per  h)  infinite  vestre  bonitatis 
et  subvencionis  consilium  et  auxilium  vos  vocatos.  Hoc  illius  testi- 
monio ,  qui  scrutator  cordium  est  et  renum »  non  tantum  literis  aut 
nunciis  possumus  explicare,  quantum  in  corde  gerimus  et  in  mente. 
Ex  tanta  igitur,  quam  de  vestra  sanctitate  concepimus,  clemencia 
sine  ullo  deliberacionis  aut  cousultacionis  ambiguo  nostram  ipsius 
personam»  coniugem»  liberos»  filios  et  filias »  res  et  honores ,  habita 
et  habenda,  vestre  sanctitatis  manibus  tradimus  et  mandamus» 
humilitatis  nostre  caput  in  sinum  vestre  misericordie  inclinantes» 
ut   vere   possimus   dicere    cum   sapiente  9'   in   omnibus   requiem 

a)  gaudiis  bis  iocunditatis  am  Rande  V.  —  hj  pro  V. 


1)  Sirach,  24,  11. 


296 

quesivi  et  in  hereditate  Domini  morabor.  Secure  morabitur  noster 
animus ,  qui  omnem  nostram  sollicitudinem  in  vos  proiecimus  a')  0» 
quia  cura  est  vobis  de  nostro  comodo  et  persona.  Quomodo  igitur 
a  semitis  vestris  declinabimus ,  qui  omnia  vobis  subicimus»  qui 
vobis  vivere  et  in  regno  vos  habere  rectorem  volumus,  ita  ut 
inter  nos  sit  ydemptitas  meneium  et  inseparabilis  unio  voluntatum. 

a)  Secure  bis  proiecimus  am  Rande  V. 


1)  1  Petr.  5,  7. 


297 


C.  Incipiunt  litere  privilegiorum  et  exempcionuni  sive 

libertatum. 


1. 

Imperiale  priTÜegiam  super  forma  exempeionis. 

Ein  König  eximirt  einen  seiner  Diener  von  verschiedenen  Steuern, 

Etsi  ad  fideles  quoslibet  munificenciam  nostram  porrigimus 
graciosam,  ad  illos  precipue  prerogativam  benignitat's  extendimus  et 
liberalitatem  nostri  favoris  porrigimus  debitricem»  qui  circa  latus 
nostrum  diurnos  labores  suscipiunt  et  perpetes  in  nostris  obsequiis 
excubias  protrahunt  et  expendunt,  ut,  sicut  sunt  obsequiorum  exhibi- 
cione  precipui,  sie,  se  gaudentes  gracie  privilegio  specialis,  personales 
labores  placidius  subeant  et  succedencia  pondera  swavius  paciantur. 
Quapropter  a)  presenti  privilegio  notum  facimus  universis ,  quod  nos, 
attendentes  fidei  et  devocionis  sincere  constanciam ,  quam  N.  erga 
excellenciam  nostram  geris,  considerantes  eciam  satis  grata  et  accepta 
servicia,  que  divo  augusto,  genitori  nostro,  et  post  eius  obitum  eulmini 
nostro  fideliter  exhibueris  h)  hactenus  c)  et  ad  presens  exhibes  et 
in  antea  diucius  poteris  exhibere ,  te  ipsum  et  heredes  tuos  ex  nunc 
ad  dies  vestros  ab  omnibus  collectis  publicis,  exactionibus,  daciis  seu 
mutuis  generalibus  et  specialibus,  racione  bonorum,  que  nunc  tenes  et 
possides  vel  que  iusto  tytulo  acquirere  poteris  in  futurum,  de  speciali 
gracia  et  ex  certa  consciencia  perpetuo  duximus  eximendos. 

Datum  anno  Domini  etc.  KalendisJulii^^,regni  nostri  annoquinto. 

a)  Ea  propter  Z.  — -  b)  adhibueris  Z.  —  c)  actenus  Z.  —  d)  Julii  fehJt  Z. 


298 


Imperiale  prlfileglHm  saper  reeogiieione  delicti. 

Privilegium,  durch  welches  das  aufrührerische  Neapel  nicht  bloss  vsieder  in 
Gnaden  aufgenommen ,    sondern    auch    auf  vier  Jahre  von  allen  Abgaben 

befreit  toird. 

Petr.  de  Vin.  6,  1.  ausführlicher.  —  J.  Voigt  Formelbuch  des  Henricus 
Italicus  no.  5  fehlerhaft. 

Nobile  opus  sedentis  in  solio,  clemencia  swadente,  prosequimur, 
si  per  lubriea  culpe  deliramenta  cadentibus  ad  sublevanda  a)  remedia 
cito  se  manus  iiostra  habilitat,  et  indulgemus  obnoxiis  veniam  post 
reatum ,  pulolirum  viiidicte  genus  estimaates  iguoscere ,  et  sie  mate- 
rialis  gladii  refreiiare  lieeneiam,  ut,  seviendi  voluntate  postposita» 
temperemus  interdum  misericordie  condimento  rigorem  iusticie,  data 
et  innata  nobis  ab  ipso  fragilitatis  humane  principio  yoluntate  quadam 
domestica  miserendi,  ut  dum  primi  parentis  in  posteros  derivato 
diserimine  in  naturalem  quodammodo  transgressionis  formam  bj 
fluxisse  cognoseimus,  reparacionis  graeiose  suffragia  libenter  suppli- 
Foi.  46  d.  cibus  largiamur  *)•  Ea  propter  presenti  privilegio  noverit  presens 
etas  et  futura  posteritas,  quod  licet  universitas  nostra  Neapolis 
dudum  vel  propter  imminentis  maliciam  temporis  yel,  quod  verius 
credimus»  ad  falsas  suggestiones  calumpniantium  emulorum,  visa 
fuerit  a  nostre  fidei  semitis  deviasse  et,  seductorum  verbis  nutrita 
mendacibus  in  eiusdem  erroris  caligine ,  coacta  pocius  quam  volun- 
taria,  aliquamdiu  perstitisse,  propter  quod  et  culpe  videbatur  in 
dominum  commississe  dispendium  et  infamie,  de  plenitudine  potesta- 
tis  nostre  benigne  decernimus  abolendam,  recipientes  exnunc  sicut  ab 
antea  civitatem  ipsam,  universos  et  singulos  civitatis  eiusdem  in 
plenum  favoris  et  gracie  nostre  sinum ,  bonos  usus  et  approbatas 
conswetudines  eis,  quibus  hactenus  gaudere  sunt  soliti,  confirmantes. 
Et  sicut  ad  cultum  novi  dominii  redierunt,  sie  in  oculis  nostris  nove 
gi*acie  fructum  se  gaudeant  invenisse,  ipsos  ab  omnibus  datiis,  coliectis 
et  exactionibus  quibuscumque  usque  ad  quadriennium  de  speciali 

a)  sublevandi  Z.  —  bJ  normam  Petr.  de  Vin. 


i)  Bis  hieb  er  gleichlautend  mit  Gerbert  3,  28,  Stobbe  n.  137. 


299 

muniiicencia  nostre  benignitatis  eximimus,  ita  ut  usque  ad  tempus  illud 
completum  a  quoquam  super  hiis  nuUatenus  inpetantur.  Presentis 
igitur  auctore  privilegii  mandamus ,  quatenus  nullus  comes  vel  baro, 
nullus  officialis  yel'eius  vicarius,  nulla  denique  persona  alta  vel 
humilis,  ecclesiastica  vel  muadana,  predictos  fideles  nostros  vel 
aliquos  eorundem  contra  huius  graeie  nostre  fbrmam  temere  audeat 
molestare. 


3. 
Imperiale  privilegiHm  N.  ecclesie. 

Ein  König  empfiehlt  ein  Kloster,  das  er  in  seinen  besondem  Schutz  nimmt, 
der  Fürsorge  seiner  Richter  und  Statthalter, 

Stobbe  n.  146.  blosse  Inhaltsangabe. 

Equitatis  vigor  exigit  et  ordo  suggerit  racionis,  ut  eum  in  men- 
bris  suis  specialiter  honoremus ,  qui ,  nostris  non  exigentibus  meritis, 
regali  solio  nos  prefeeit  ad  hoc  videlicet,  ut  defensionis  presidio 
cunctas  personas  miserabiles  foveamus  Ea  propter  universis  nostris 
iudicibus  ac  vicariis  mandamus  firmiter,  quatenus  abbaciam  talem, 
quam  cum  omni  sua  substancia  et  personis  pertinentibus  ad  eandem 
in  nostram  defensionem  et  tutelam  recipimus  specialem,  non  permit- 
tatis  ab  aliquo  deinceps  molestari ,  ut  fratres  Deo  inibi  famulantes, 
protecti  privilegio  regie  maiestatis,  contemplacionis  inoffensa  quiete 
gaudeant,  et  pro  bono  statu  regni  nostri  inperturbati  iugiter  divinam 
clemenciam  deprecentur,  sicut  regiam  indignacionem  volueritis 
evitare  i). 


1)  Die  Zwetler  H.  S.  hat  noch  von  anderer  Hand  :  Dat.  a.  Doniini  miilesimo  CCC®  XHI 
factus  est  Syfridus  de  Chrenisa  novicius  in  Zwetia,  dann  mit  rother  Tinte  HI  Nonns 
April.  Es  braucht  kaum  erwähnt  zu  werden,  dass  das  Datum  nicht  zum  Briefe 
gehört  und  dass  ein  gewisser  Syfrid  aus  Chrems  den  Platz  für  das  Briefdatnm 
benutzt  hat,  um  sich  und  den  Tag  seines  Eintrittes  in  das  Kloster  zu  verewigen. 


300 


Imperiale  prifilegiam  N.  eeelesie. 

Ein  römischer  König  gestattet  Ordensbrüdern  den  Austausch  ihrer  Güter  gegen 
Reichsgüter,  die  sich  im  erblichen  Besitze  eines  Andern  befinden, 

Divini  cultus  nominis,  qui  vestro  viget  ordine,  caritatis  opera» 
qua  non  solum  indigentibus  verum  eciam  omnibus  communiter  hospi- 
talitate  larga  liberaliter  impenduntur,  nee  non  oracionum  suflfragia, 
quibus  salutare  Salvatoris  omnium  subsidium  inploratur,  serenitatis 
nostre  movent  animum  et  inclinant,  quod  vestris  peticionibus  debeamus 
annuere  ae  in  admittendis  illis  faciles  inveniri.  Quapropter  humilitatis 
vestre  preees  benignitate  regia  favorabiliter  admittentes,  commuta- 
cionem  bonorum  vestrorum  proximo  factam  erga  N.  et  suos  heredes 
F»i.47a.  pro  bonis  imperii,  que  ab  eodem  in  feodo  tenebantur  et  teneri 
deberent  iü  posterum,  gratam  hab/sntes  et  ratam,  ipsam  presentis 
decreti  nostri  munimine  confirmamus,  dantes  vobis  has  nostre  sereni- 
tatis literas  in  testimonium  super  eo. 


Imperatdr  N.  episeopis. 

1274.  August  4.  Hagcnowe. 

König  Rudolf  nimmt  den  Erzbischof  von  Salzburg,  die  Bischöfe  von  Passau 
und  Regensburg  in  des  Reiches  und  seinen  Schutz,  bestätigt  die  ihnen  von  seinen 
Vorfahren  im  Reiche  verliehenen  Rechte  und  Freiheiten,  verbietet  ihren 
Mifiisterialen  und  Hörigen  ohne  deren  Genehmigung  in  den  Dienst  Anderer 
zu  treten,  verspricht  ihnen  wirksamen  Beistand  zur  Wiedererlangung  der  ihnen 
durch  Übermacht  entrissenen  Rechte  und  Besitzungen  in  Osterreich,  Steiermark, 
Kärnthen  und  Baiem. 

Monumenta  Boica  29**^  SIC. 

Quanto  nos  Deus  exaltavit  sublimius ,  tanto  benignius  inspiravit 
in  nobis  spiritum  voluntatis  illius ,  qui  ad  zelum  fidei  Christiane  nos 
provocat ,  ad  iusticie  rectitudinem  dirigendam  soUicitat,  et  ad  sacro- 
sanctas  eeelesias  et  eeclesiasticas  personas ,  in  quibus  et  per  quas 
pro  nostre  salutis  augmento  Deus  omnipotens  placabiliter  exoratur, 
favorabiliter  promovendas  invitat  et  aflßcit  mentem  nostram. 


301 

Sane  inter  ceteros  Romani  imperii  fideles  principes  et  nostri 
precipuos  prineipatus  amicos,  quibus  nostre  divinitus  nobis  date 
potencie  fulciuntur,  venerabiles  et  karissimos  principes  nostros  a) 
Salzburgensem  archiepiscopum,  ß)  Ratisponensem  et  7)  Pataviensem 
episcopos  recognoseimus,  ipsosque  et  eorum  ecclesias»  homines 
subditos  et  fautores  habitos  vel  habendos  sub  Romani  imperii  et 
nostra  protectione  suseipimus,  districte  et  firmiter  inhibentes,  ne 
quisquam  hominum,  euiuseunque  condieionis  aut  statiis  existat,  ipsos 
in  se  et  suis  possessionibus ,  hominibus  suis ,  fautoribus  vel  amicis 
ausu  temerario  molestare  presumat,  aut  ipsorum  iura,  libertates, 
munificencias  sive  graeias,  illas  maxime,  quibus  predeeessores  nostri, 
Romani  imperii  divi  principes,  antecessores  eorum  et  ipsorum 
ecciesias  largitate  regia  ditaverunt,  quasque  tenore  presencium 
confirmacione  debita  innovamus,  violare  contendat.  Ad  hoc  ministeria- 
libus  et  eorum  hominibus  propriis  sub  imperialis  et  nostre  gracie 
regalis  obtentu  precipimus  et  mandamus,  quatenus  ipsis  tanquam 
eorum  veris  dominis  reverenter  obediant  et  potenter  assistant,  nee 
ad  aliorum  nisi  ad  imperatoris  vel  regis  Romani  servicia  sine  speciali 
dominorum  suorum  licencia  se  coniungere  vel  transferre  se  presumant, 
ne  ecclesie  hominum  suorum  obsequiis  careant  et  prelati  predicti 
debito  fraudentur  honore.  Preterea  universa  et  singula  iura,  quocun- 
que  vocabulo  censeantur,  que  prelatis  predictis  et  eorum  ecclesiis  in 
terris  Austrie ,  Styrie,  Karinthie  et  Bavarie  conpetunt  in  hominibus, 
possessionibus,  iurisdictionibus,  castris,  bonis,  feodis  seu  rebus  aliis 
quibuscunque ,  ipsis  et  eorum  ecclesiis  recognoseimus  integre  et  in 
totum,  et  presentibus  poUicemur,  quod  ad  eorum  potestatem  et 
imperium  seu  dominium  quanto  cicius  poterimus  reducemus,  non 
obstante  si  ab  aliquibus  potentibus  vi  vel  metu  seu  alias  a  predictis 
prelatis  de  predictis  bonis  seu  possessionibus  aliquid  inprobe  est 
extortum;  que  viribus  vacua  esse  volumus  et  nullius  habere  roboris 
firmitatem.  Et  ut  animi  nostri  motum ,  quo  eosdem  amplectimur  prin- 
cipes ,  res  loquatur  et  operis  evidens  manifestet  eifectus ,  sentencias 
et  Processus ,  quos  iidem  nostri  principes  adversus  eos ,  qui  premissa 
vel  aliqua  premissorum  violaverint,  rite  pertulerint,  ratas  habentes  et 
gratas,  ipsasque  nobis  Deo  propicio ,  cum  ad  hoc  fuerimus  requisiti, 
penali  iudicio  efficaciter  prosequemur  S). 

Ergänzungen  aus  Monumenta  Boica  29^  510.  Rudolfus  Dei  gratia  Roma- 
norum rex  semper  augustus  universis  pr  esentes  litferas  inspecturis  graciam 


302 

•uam  et  omne  bonum.  —  «)  Friderieum.  —  ß)  Leoneoi.  —  7)  Petrum.  — 
d)  In  horum  omnium  evidens  testimonium  et  cauteUm,  presentes  damus 
litteras,  maiestatis  nostre  sigilli  robore  comunitas.  Datum  in  Hagenawe, 
anno  Domini  1274  pridie  Nonas  Augusti  Indietiooe  2,  regni  nostri  anno  1. 
(Ex  authentico.  Exatat  sigillum  fraetum  Rodolphi.)  —  Vergl.  noeb  Boehmer 
Reg.  Rud.  no.  101.  —  Haillard-Br^holles  5,  1132-34,  der  diese  Urkunde 
unserm  Codex  V.  entnommen  hat,  schreibt  sie  fölscblich  Friedrich  IL  zu. 

6. 

ArchiepisedpHs  N.  R^nandrim  regi. 

Ein  Erzbischof  oder  Bischof  belobt  einen  römischen  König  wegen  seiner 
Ergebenheit  gegen  die  Kirche  und  bittet  ihn,  seinem  hart  bedrängten  Sprengel 
zu  Hilfe  zu  kommen* 
Gerb.  1, 14. 

Satis  Yobis  cedit  ad  gloriam  et  vestre  tunc  tytulus  laudis 
attoUitur,  si  manus  vestre  poteneia,  repressis  malignorum  insultibus, 
feliees  gressus  vestros  in  viam  maudatorum  Domini  dirigatis»  ut 
prosequentes  que  sibi  sunt  plaeita ,  in  oculis  elareatis  hominum  et  in 
conspectu  Altissimi  placeatis.  Nam  quatumeunque  predecessorum 
vestrorum  dudum  primordia  placidum  olim  Domino  finem  pretenderint, 
vestra  tarnen  laudabiliorem  Deo  et  hominibus  repromittunt ,  dum  in 
ipso  vestre  ereacionis  exordio  vos  deputantes  Altissimo,  in  prose- 
quendo  et  ampliando  dignis  ecclesiam,  suam  sponsam,  honoribus, 
Foi.47b.  ppomptis  affectibus  et  studiosis  operibus  vos  favorabilem  exhibetis. 
Ex  quo  iam  tenet  omnium  communis  opinio,  quod  vestra  promocio 
non  sit  ab  homine  sed  a  Deo.  Probant  o^  hoc  inter  alia  Deo  per  vos 
prestita  obsequia  et  beneficia ,  collata  nuper  ecclesie  N.  Quam  h)  in 
me  sinceris  affectibus  complectentes ,  persecucionem  eidem  illatam 
revocatis  ad  animum,  et  mihi,  principi  vestro,  compatimini  e)  in 
oppressionibus ,  quas  infert  malignitas  perversorum.  Ad  quorum 
insolencias  reprimendas  sie  regalis  celsitudinis  maiestas  aciem  digne 
consideracionis  videtur  extendere ,  quod  que  oppressa  et  attrita  iacet 
ecclesia ,  sub  alis  vestre  potencie ,  prosperante  Domino ,  respirabit, 
ut  per  hoc  humanum  et  precipue  Romane  ecclesie  favorem  et 
premium  consequi  possitis  eternum,  me  quoque,  vestrum  devotum, 
pro  Salute  vestra  pro  hiis,  que  celsitudinis  vestre  respiciunt  incre- 
mentum,  intercessorem  perpetuum  apud  Dominum  statuatis. 

a)    Probant  Z   Probatum   V.    —    bj   Vielleicht    quare    zu    lesen.   — 
cj  c  ompati  V. 


303 

Gerbert  schreibt  diesen  Brief  dem  erwählten  Bischof  von  Trient, 
Heinrich  II.  zu  und  setzt  ihn  in  das  Jahr  1^74;  ich  finde  weder  für  diis  Eine 
noch  für  das  Andere  einen  Anhaltspunkt. 

Prineeps  prineipi. 

1276  Februar. 

König  Ladülaus  von  Ungarn  hütet  seinen  Verwandten,  den  Grafen  Meinhard 

von  Tirol  und  Görz,  die  Vermittelung  einer  ehelichen    Verbindung  twiechen 

seinem  Bruder  Andreas,  Herzog  von  Slavonien  und  Croaiien,  und  dementia, 

der  Tochter  König  Rudolfs,  zu  übernehmen. 

Gerb.  p.  149.  Bodm.  p.  47. 

Incentivi  amoris  aifectio ,  qua.  naturaliter  seminarie  duicedinis 
propagine  sumus  divino  coniuncti  munere,  nos  ab  invicem  discedere 
non  permittit.  Nam  etsi  reliqua  rerum  turbine  varientur,  naturalia 
tarnen  cognaciouis  iura  nequeunt  inmutari.  Vivit  enim  propinquitatis 
igniculus  nee  excidet,  quamvis  ardente  sole  a)  non  deficit,  nutritur 
solis  radio,  non  arescit.  Eo  igitur  instinctu  eognacionis  illeeti,  quo 
proximis  afGnitatis  gradibus  unum  sumus ,  de  nostra  et  nostri  regni 
turbaeione  per  vestras  scribitis  litteras  non  immerito  tos  h)  turbari. 
Intendentes  niehilominus  preeordialiter  remedium  adhibere,  quo 
turbata  iura  regni  nostri  in  statum  debitum  revertantur,  nos  nimirum, 
si  a  principio  regiminis,  maxime  tenerrime  etatis  nostre  primordiis »), 
in  nos  inimiei  latentes  exeubie  ubilibet  valuerunt,  hoc  nostris 
minoribus  ascribimus  annis  et  dissidiis  intestinis «) ,  non  quidem 
potencie  adversantis,  qui  poeius  regibus  Ungar ie  subesse  noverat 
non  obesse.  Nunc  vero,  celesti  munere  nostris  crescentibus  annis, 
prosperantibus  auspieiis,  discordiis  intrinseeis  ad  concordiam  revo- 
catis,  in  spem  redivivam,  dante  Domino,  redeunt  universa.  Et  quoniam 
de  feliei  unione  matrimonii  vestre  filie ,  karissime   eognate   nostre, 

a)  ardente  turbacionis  sole  Bodmann.  ~  b)  nos  V. 


1)  Ladizlaus  .  .  .  habens  tantum   10  annos  etatis  coronatur.  Coni.  Praed.  Yindob. 

ed.  Wattenbach  M.  6.  SS.  9,  729  ad  a.  1272. 
^)  Item   in  Ungaria  multa  spolia  et  occisiones  nobilinm  vicissim  sunt  comissa.  CoQt, 

Claustroneob,  ad  a.  1275.  M.  G.  SS,  9,  744. 


304 

Romanorum  regis  a)  filio  -copulate ,  admodum  gratulamur  9 »  cupi- 
entes  et  nos  cognacionis  propagine  unum  effici  cum  eodem ,  sicut  et 
vobiseum  primordialiter  unum  sumus:  vestram  sinceritatem  requi- 
rimus  et  rogamus  cum  affectu,  quatenus  procurare  velitis  et  efficaciter 
interponere  partes  vestrawS,  ut  fratri  nostro  karissimo6^N. «)  eiusdemc^ 
regis,  si  extat,  filia  d)  matrimonialiter  copuletur  s).  Super  quo  eciam, 
secundum  vestre  prudencie  consilium,  ad  ipsum  dominum  regem 
nuncium  e)  N.  *),  dilectum  nostrum,  de  omnium  procerum  et 
baronum  nostrorum  consilio,  ordinavimus  destinandum,  tocius  negocii 
ordinem  et  tractatum  vestris  humeris  fiducialiter  imponentes,  ut 
vestre  serenitatis  f)  prosapia  in  reges  Ungarie  matrimonialiter 
propagata,  redivivo  aflBnitatis  funiculo  non  discedens,  sed  accedens, 
et  quasi  cortina  cortinam  trahens,  recencius  enitescat. 

Das  hier  erwähnte  Heirathsprojekt  berührt  K.  Otakar  in  einem  Briefe 
bei  Doliiner  p.  37.  Vergl.  Kopp  1,  158  und  194.  Es  kam  auch  zur  Verlobung 
der  dementia  mit  Andreas,  allein  letzterer  starb  vor  der  Hochzeit.  Vergl.  den 
Brief  Nicolaus*  III.  vom  6.  Juli  1280.  Gerbert,  p.  213.  Kopp  1,  307  und  unten 
fol.  60  no.  58. 

aj  regi  V.  —  b)  infra  ociennium  constituto  Bodmann.  —  c)  eiusdem  bis 
nuncium  N.  am  Rande  V.  —  dj  aut  filii  vel  filiae  seu  sororis  filia  Bodmann.  — 
ej  nobilem  virum  N.  qualibet  auctoritate  suffultum  de  omnium  etc.  Bodm. 
—  f)  nostrae  sinceritatis  Bodm. 


1)  Elisabeth,  des  Grafen  Meinbard  von  Tirol  Tochter,  war  mit  K.  Rudolfs  ältestem 
Sohne  Albrecht,  wahrscheinlich  erst  seit  Anfang  1276  vermihlt;  wenigstens  wird 
Elisabeth  in  einer  Urkunde  vom  15.  Februar  1276  (Boehmer,  Reg.  Rud.  no.  237  und 
Addit.  p.  478)  soviel  man  weiss,  zum  ersten  Male  Aibrechts  Gemahlin  genannt. 
Da  Ladislaus  den  Grafen  Meinhard  zu  dieser  Verbindung  beglückwünscht,  so 
dürfte  unser  Brief  etwa  auch  in  den  Februar  1276  gehören. 

^)  Andreae.  Siehe  Anmerk.  ß  zum  folgenden  Briefe. 

<<)  Hier  muss,  wie  Bodmann  hat  und  sich  aus  dem  folgenden  Briefe  ergiebt,  hinzu- 
gefügt werden:  aut  filii  filia,  womit  eine  Enkelin  Meinhards  gemeint  ist;  denn  erst 
dann  hat  der  Schlusssatz  in  unserem  Briefe:  ut  vestre  serenitatis  prosapia  in 
reges  Ungarie  matrimonialiter  propagata  etc.  einen  Sinn. 

4)  magistrum  A.  vergl.  den  folg.  Brief.  8. 


305 


8. 

Bei  N.  B«maD«ram  regi. 

1276. 

König  Ladislaus  von  Ungarn  zeigt  dem  Könige  Rudolf  an,  dass  er  für  die 
Verhandlungen  über  die  eheliche  Verbindung  seines  Bruders  Andreas  mit 
einer  Tochter,  Enkelin  oder  Nichte  des  Königs,  den  Grafen  Meinhard  zu  seinem 
Bevollmächtigten  ernannt  habe  und  ausserdem  einen  Vertrauensmann  an  den 

König  sende. 

Pabcky,  Über  Formelbücher  p.  319.  Gerbert  p.  ISO.  Bodm.  p.  49. 

Divine  maiestatis  providencia ,  cuius  nutu  reguntur  omnia  et 
subsistunt,  presencialiter  utique  continens  universa,  ne  lubrica 
microcosmi  materia  per  devia  laberetur,  aut  naturalis  affectionis 
igniculus  invicem  sine  dilectlonis  fasciculo  solveretur,  in  paradyso 
legem  instituit  matrimonii ,  per  quam  in  terris  propogaretur  karitas 
amicorum  et  nature  proelivum  virtus  exciperet  honestatis.  Hinc  enimPoi.iTf. 
ydemptitatis  et  unitatis  affectio  invalescit,  que  deseendentes  ramus- 
culos  ad  se  retrahit,  ex  diversis  unum  efffeiens  coniugii  paritate.  Cum 
igitur  in  sublimitate  vestri  nominis ,  tanquam  in  ortu  novi  sideris ,  ex 
intimis  gloriemur,  eupientes  ut  affectum  nostrum  proximitatis  annexio 
sequeretur:  super  matrimonio  contrahendo  inter  filiam  vestram  a)  et 
fratrem  nostrum  karissimum  N.  /3)  de  omnium  procerum  et  baronum 
nostrorum  eonsilio,  magnifico  viro  N.  7)  cognato  nostro  karissimo, 
Yiees  nostras  duximus  committendas  S),  excellenciam  vestram  affec- 
tuosius  requirentes,  quatenus  super  huiusmodi  matrimonio  contrahendo 
ipsi  comiti  s)  velitis  prompte  exaudicionis  lavorem  et  graciam  inper- 
tiri,  ut  nostre  felicitatis  invicem  brachiis  solidatis  glorientur  humiles, 
terreantur  tumidi  Q,  pessimi  conterantur. 

Ergänzung:  aus  Palacky:  Über  Formelbücher  p.  319.  —  a)  principaliter, 
si  exstat,  aut  filii  vestri  vel  filiae  seu  sororis  filiam  —  /3)  Andream  inclytum 
ducem  Slavoniae  et  Croatiae,  infra  octeanum  constitutum  —  */)  (Meinhardo), 
comiti  Tyrolensi  et  Goritiae.  —  d)  ad  Seren itatem  Vestram  nihilominus 
nobilem  virum,  magistrum  A.,  familiärem  et  fidelem  nostrum  nuncium  specialem, 
super  his  et  aliis  qualibet  auctoritate  suffultum  quontocius  transmissuri  — 
e)  vel  eius  misso  —  ?)  ac  convertantur  et  ad  juga  veniant  exercere  (für  extere) 
potestates. 

Der  vorhergehende  Brief  gehört,  wie  aus  Anm.  3  zu  demselben  hervor- 
geht, in  den  Anfang  des  Jahres  1276;  früher  dürfte  er  schon  desshalb  nicht 
Fontes.  Abth.  ü.  Bd.  XXV.  20 


306 

geschrieben  sein,  weil  Ladislaus  darin  von  seinen  reiferen  Jahren  (crescentibus 
annis)  spricht,  was  allenfalls  ein  14jähriger,  nicht  aber  ein  12j9hriger  König 
sagen  kann,  und  weil  von  den  beschwichtigten  Unruhen  die  Rede  ist,  die,  nach 
Aiim.  2  im  J.  1275  noch  fortdauerten.  Da  nun  dieser  Brief  auf  den  vorher- 
gehenden Bezug  nimmt,  so  gehört  er  frühestens  auch  in  das  Jahr  1276  und 
keineswegs  zu  1274,  wie  Palacky  1.  c.  will. 

9. 
Episcopiis  N.  snbdit«  sn«. 

Ein  Bischof  dankt  Jemandem  für  die  guten  Dienste,  die  er  seiner  Kirche 
geleistet  hat,  und  ermahnt  ihn,  auch  femer  die  Rechte  derselben  tu  schützen, 

Bodmann,  p.  42. 

Ex  sincere  dilectionis  constancia  et  ßdelitate  processisse  dinosci- 
mus  illam  mentis  vestre  ingenue  legalitatem  conspicuam,  que  in  matris 
sue,  videlicet  taKs  ecclesie,  gremium  videns  et  percipiens  venenosa 
quorundam  detrahencium  spicula  quasi  letaliter  fulminari,  pro  ea  ipsis 
se  mueronem  defensionisopposuit  et  pro  viribus  studiose  perspieacitatis 
ingenio  ipsorum  violeneiam  commendabili  patroeinio  inanivit.  In  hoc 
enim,  quod  eins  honori,  et  ne  super  eollacione  comitatus 
indebita  lederetur,  vigilanti  diligencia  insudastis,  devoeionis 
Yos  ostendistis  filium  et  ipsius  felicitatis  et  comodi  defensorem,  immo 
permaximum  zelatorem,  legemque  vere  karitatis  in  hoc  adimplevit 
filialis  dilectio,  quod  ad  matris  erubescit  obprobria  et  eius  periculis 
semper  studet  oportunis  remediis  obviare.  Sane  apud  Deum  et  apud 
homines  hoc  factum  laudabile  graciam  vobis,  ut  credimus,  cumulavit; 
quod  nichilominus  in  nostro  libro  memorie  conscripsimus  dignis  favo- 
ribus  et  gracia  oportunis  temporibus  compensandum. 

Hortamur  autem  et  monemus  vestre  fidei  puritatem;  quatenus 
continuatis  processibus  studeatis  indefesse  sie  directo  tramite  nostro 
nostreque  ecclesie  honori  et  defensioni  iurium,  ut  actis  prioribus 
posteriora  consonent  et  semper  probate  vestre  legalitatis  redoleant 
puritatem. 

Bodm.  1.  c.  „Litra  episcopi  N.  ad  N.  (Protonotarium  Regium)  gratiarum 
actoria  et  recommendatoria^  hat  noch  folgenden  Schlusssatz:  Quodsi  forte 
post  Augustum  affuturum  proximo  Alemaniae  principes  contingat  de  mandato 
regio  convocari,  vos  una  cum  cancellario,  nostram  non  obmiltatis  absenciam 
efficaciter  excusare,  aut  nostram  saltem  exeusacionem  in  conspectu  Serenitatis 
regiae  cum  omni  modestia  praesentare,  praeclpue  cum  nos  simus  quasi 
inOnitis  et  inextricabilibus  negotiis  impediti. 

Stobbe  no,  177  ohne,  no.  114  mit  dem  Schlusssatze  bei  Bodmann. 


307 


10. 

Episeopns  N.  B«inan«nim  regi. 

1276.  Februar. 

Erzbischof  Friedrich  von  Sahburg,  seit  dem  Todä  Gregorys  X,  härter  noch  ah 
vorher  von  Otakar  bedrängt^  erbittet  sich  von  dem  Könige  Rudolf  Verhaitungs- 

befehle. 

Gerb.  2,  39.  Stobbe,  no.  281. 

Qui  adyersus  sanctam  Romanam  ecciesiam  sacrumque  Romanum 
Imperium  se  iam  dudum  vibratis  sue  rebellionis  cornibus  contumaciter 
erexerunt,    post    decessum    beatissimi   patris  et  domini 
nostri  pape  6.  *)  exultantes  in  rebus  pessimis ,  insoleseunt  sie 
atrociler  et  audacter,  ac  si  utraque  dignitas  etpotestas,  quas  Deo 
propicio  eredimus  immortales,  per  mortem  unius  bominis  sint  delete. 
Hoc  in  nobis  et  ecclesia  nostra  faeile  sed  miserabiliter  est  videre,  qui 
pro  eo  solo  persecueionem  patimur,  sustinemus  obprobria  et  nostrum 
exterminium  expeetamus,  quod  tam  sedi  apostolice  quam  Romano 
imperio   debitam    et   deyotam   inpendimus   servitutem,    quibus   ad 
fidelitatis  obsequia  recognoscimus  nos  teneri,  prout  presentis  lator, 
qui  angustias  nostras  innumerabiles  bene  novit,  plene  sublimitati 
regie  recitabit.    Quem  eeiam  speeialiter  misimus  ad  regalis  glorie 
adspeetum,  ut  nobis  de  creacione  summi  pontifieis  «)  vestroque  pro- 
cessu,  quem  feliciorejn  nostro  statu  esse  eupimus,  qui  non  stamus  sed 
labimur,  investiget  sagaciter  et  sollerter,  nosque  condicionem  nostram 
miserabilem  eidem  commisimus  maiestati  regie  exponendam,  ut  nobis 
gracie  vestre  eonsilium  refferat,  euius  presidio  inter  angustias  nostras, 
quarum  pondus  et  numerus  de  die  in  diem  augetur,  hoc  periculoso 
tempore  dirigamur.    In  hoc  enim  deliberacionis  nostre  propositum  foi.  47  a. 
immobiliter  est  (irmatum,  ut  nullius  adversitatis  pondere  nuUiusque 
periculi  teimpestate  pereat  sed  appareat  magis  et  luceat  circa  yos  et 
Romanum  imperium  fides  nostra.  Placeat  igitur  glorie  vestre  princeps 
et   domine   gloriose,   sano   vestre   informacionis   consilio   consolari 
nostram  miseriam,  cuius  finem  et  numerum  non  videmus. 


1)  Gregor  X.  stirbt  10.  Januar  1276. 
2)  Der  neue  Papst  lunocenz  V.  wurde  schon  am  21.  Januar  1276  erwShIt. 

20  • 


308 

Stobbe  no.  281  Serenissimo  .  . .  Salzburgensis  hat,  wie  Gerbert,  nach 
Tidemus:  secundum  ea  que  lator  presencium  restris  auribus  explicabit,  dann 
aber  noch  mehrere  Sätze ,  die  er,  auffallend  genug,  als  su  demselben  Briefe 
gehörig  betrachtet,  die  aber  in  Wahrheit  ein  Privilegium  enthalten,  durch 
welches  einem  gewissen  Albert,  genannt  Lincke,  und  Genossen  ein  Silber- 
bergwerk übertragen  wird,  und  welches  bei  Gerbert  3,  37  ohne  Lücken 
und  Lesefehler  abgedruckt  ist. 

11. 

Episeopns  R.  domin«  pape. 

Anfang  1275. 

Erzbtschof  Friedrich  von  Salzburg  bittet  Gregor  X,  den  König  Rudolf  zu 
ermuntern,  ihm  gegen  die  Angriffe  Otakar's  seinen  Schutz  zu  verleihen. 

Gerb.  2,  9. 

Multa  necessitate  compellimur,  ut  afflictionum  a^  nostrarum 
multitudinem  ad  apostolatus  vestri  sanctam  clemenciam  deferamus. 
Illustris  siquidem  princeps  N.  ^  P^^^  reditum  nostrum  a  concilio 
generali  »),  gravi  adversum  nos  indignaeione  eoncepta,  omnes 
ecelesiarum  nostrarum  redditus  et  proventus  sie  integraliter  occu- 
pavit,  quod  plerisque  ex  nobis  tot  temporalia,  que  oeto  dierum  neces- 
sitati  sufficerent,  non  reliquit;  homines  et  possessiones  et  predia 
nostra,  edicto  regio  annotata,  non  nobis  sed  sibi  serviunt  et  intendunt; 
civitates,  oppida  et  eastra  nostra  hostiliter  occupantur  et  ab  hac 
yalida  persecucione  nullus  excipitur  preter  eos,  qui  se  iuramentis  et 
aliis  caucionibus  bj  astrinxerunt ,  quod  nee  ad  Romane  ecclesie 
iussionem,  nee  ad  regis  Romani  preceptum  quitquam  eorum  faciant 
in  futurum,  quod  eidem  regi  valeat  displicere  »).  Talia  iuramenta 
illicita,  et  inprobe  pactiones,  tarn  a  seeularibus  quam  a  regularibus 

a)  afflictionem  V.  —  bJ  curacionibus  Z. 


1)  Otakar. 

^)  Das  Gonciliam  zu  Lyon,  welches  am  7.  Mai  1274  eröffnet  wurde. 

8)  Auf  ihrem  Ruckwege  vom  Concil  waren  Erzbischof  Friedrich  von  Salzburg  und.  die 
Bischöfe  von  Regensburg  und  Passau  von  dem  Könige  Rudolf  zu  Hagenau  mit 
VoUmachten  ausgerüstet  worden,  die  ihnen  im  Namen  des  Reichs  eine  selbststandige 
Stellung  gegen  Otakar  gaben.  Vergl.  den  oben  no.  5  mitgetheilten  Brief  vom 
4.  August  1274  und  Boehmer,  Reg.  Rud.  no.  100  und  101.  Wie  Otakar  das  aufnahm, 
lehrt  unser  Brief. 


309 

extorquentar.  Nos  autem,  qui  horrendam  extorsionem  huiusmodi, 
immo  conspiracionem  dampnabilem  abhorremus,  apud  regem  predictum 
loeum  venie  invenire  non  possumus,  sed  presentibus  graviores  iniurias 
pro  eonservaeione  iusticie  prestolamur.  Et  licet  iucumbencia  nobis 
ista  pericula,  que  ad  Subversionen!  ecclesiarum  nostrarum  et  nostri 
iiiteritum  diriguntur,  timoris  pariter  et  doloris  suiBcientem  nobis 
materiam  subministrent ,  ex  hoc  tarnen  cruencius  cruciamur,  quod  a 
promocione  subsidii  terre  sancte  ac  predicacione  crucis  salutifere  ac 
prosecucione  sancti  negocii,  in  quo  status  fidei  Christiane  agitur 
omnis  communiter,  pretextu  dicti  discriminis  prohibemur  *)• 

Aspiciat  igitur  ab  altitudine  sedis  apostolice  vestra  clemencia, 
pater  sancte ,  qoe  a)  tribulaciones  nostras  respiciat  et  de  manibus 
tribulantis  iniuste  nos  eruat  tribulatos,  digneturque  vestra  benignitas 
Serenissimi  domini  nostri  Romani  regis  potenciam  ad  redempcionis 
nostre  subsidium  et  ad  sui  ipsius  iniuriam  propulisandam ,  quas  nos 
pro  ipso  patimur,  excitare.  Nisi  enim  prompto  nobis  succurratur 
auxilio,  ecclesie  nostre,  in  precipicio  posite,  subvertentur. 

12. 

Prineeps  N.  saper  eommendaclone  pape  et  Imperatoris. 

1275.  Juli  10,  Thuregi. 

Einleitung  zu  einem  Schreiben  K,  Rudolfs  an  die  Reichsgetreuen  in  Italien, 

Gerbert  1,  5. 

Superni  a)  consilii  sapiencia ,  que  secretum  utique  celi  gyrum 
sola  circuit^)  increata,  primi  parentis  in  posteros  senciens  derivari 
discrimina,  et  ex  sui  plasmatis  exorbitacione ,  quod  naturalem  quo- 
dammodo  normam  transgressionis  amplectitur,  irritata  plerumque 
humani  generis  patitur  imbecillitatem  nunc  peste,  nunc  clade,  nunc 

a)  qui  V. 


^)  AUe  diese  Thatsachen  werden  in  dem  spater,  gegen  Ende  des  Jahres  1276  geschrie- 
benen Briefe,  unten  Seite  329  no.  30,  wiederholt  und  zum  Theil  «uch  aus  gleich- 
zeitigen Annalen  berichtet.  Cont.  Vindobon.  ad  a.  1274  M.  6.  SS.  9,  705.  Ann. 
Salisb.  ad  a.  127o  ib.  801.  Johannes  Victoriensis,  BoehmerFontes  1,  307.  Vergleiche 
übrigens  noch  den  merkwürdigen  Brief  des  Erzbischofs  Friedrich  an  K.  Rudolf  bei 
Bodmann  p.  13,  der  im  Winter  1274/75  geschrieben  sein  muss,  wie  Palacky  Gesch. 
T.  Böhmen  2,  I.  246,  not.  13  darthut. 

»)  Sirach  24,  8. 


310 

involvi  a)  fluctibus  bellice  tempestatis.  Luna  quidem,  diu  quasi 
sublata  de  celo ,  condensata  tenebrarum  umbrosa  caligine ,  facta  fuit 
nox  gravis  et  plena  periculis ,  in  qua  transierunt  silve  bestie  cater- 
vatim,  leonum  eatuli  rugientes  i)>  ut  raperent  innocentes.  In  medio 
autem  Egypti,  spiritu  mixto  vertiginis  »),  in  oblivionem  veritas  venerat, 
claves  Petri  quodammodo  lapsae  fuerant  in  contemptum,  libertates 
ecclesie  eontorpuerant ,  furibunda  tyrannide  coneulcate.  Sed  Dei  et 
hominum  mediator  altissimus,  qui  in  ira  continere  misericordiam  non 
eonsuevit,  post  multiplices  dire  persecucionis  angustias,  quibus  orbis 
attritus  emareuit ,  quibus  Christiane  compaginis  est  soluta  iunctura, 
scissure  dispendiis  agitata,  sie  afflictorum  miserande  miserie  misertus, 
iam  Visus  est  fidelium  lacrimas  dextera  graciose  consolacionis  abster- 
Poi.48a.  gere,  et  singultuosorum  lamenta  lugubria  cohibere.  Disposuit  enim  in 
apostolicam  sedem  ß)  virum  secundum  cor  suum,  velud  splendidissi- 
mum  solare  sidus,  precellencia  virtutis,  sanctitatis  operibus  et  iusticie 
radiis  prefulgentem.  In  nostra  h)  eciam  c)  sublimacione  mirabili 
arbitrari  quilibet  ßdus  et  equus  interpres  potest,  quod  nutu  divino, 
lunaris  globi  lumine  reparato,  fluctivagi  hactenus  imperii  status, 
nebula  nubilosa  detersa,  universali  exspectacioni  fidelium  utriusque 
luminaris  iocunda  serenitas  amodo  clarius  et  irradiancius  illucescit, 
ut  restituatur  Jerusalem,  sicut  fuerat  in  diebus  antiquis ,  et  ponantur 
ipsius  deserta  quasi  delicie,  et  solitudinis  invia  sicut  hortus  «). 

Diese  Einleitung  gehört  zu  der  oben  p.  26^,  no.  49  mitgetheilten 
Formel.  —  Gerbert  1,  5  war  4*1^  von  Franciseus  Pippinus  mitgetheilte  Urkunde 
unbekannt,  er  deutet  die  Formel  daher  falsch. 

Ergänzungen  aus  dem  Chron.   Francisei  Pippini:  Muratori  Scriptores 
0,  720.  a)  Rodulphus  Dei  gratia  Romanorum  rex  semper  augastus,  Vicarius 
saeri  Romani  imperii.   Fidelibus  per  Italiam  constitutis,  ad  quorum  noticiam 
praesentes  literas  venire    contingerit,    gratiam    suam  et    omne  bonum.   — 
J3)  Gregorium. 

a)  voivi  Z.  —  b)  vestra  V  und  Z.   —  c)  enim  Z. 


1)  Cfr.  Isajae  5,  29.  30. 
*)  Isiijae  t9,  t4. 
»)  Isajae  51,  3. 


311 

13. 

Archiepiscopns  Coloniensis  domino  pape. 

1273.  Ende  October. 

Erzbischof  Engelbert  von  Cöln  zeigt  Gregor  X,  die  Wahl  und  Krönung  König 
Rudolfs  an ,  bittet  um  Bestätigung  derselben  und  um  Berufung  Rudolfs  zur 

Kaiserkrone, 

Mon.  Germ.  4,  393.  nach  Gerb.  1,  3.  -  Stobbe  no.  187  und  193. 

Luxit  hactenus  et  elanguit  terra ,  confusus  erat  Libanus  et  sor- 
debat  —  sed  ecce  verna  temperies,  et  de  terre  visceribus  bone  spei 
gramina  revireseunt.  In  sanguinem  enim  priseis  luna  versa  temporibus, 
Yigilare  pastores  et  super  greges  suos  nocturnas  servare  rigilias 
comode  nequiverunt.  Nunc  autem  hoc  tempore  tenebrarum  densata 
caligine ,  velut  emortua  facta  fuit  nox  periculosa ,  plena  discriminum, 
in  qua  catervatim  silve  bestie  transierunt,  leonum  catuli  rugientes, 
ut  raperent  innocentes  *),  ad  devorandum  parati,  ut  escam  panis 
pauperes,  Dei  et  hominum  rererencia  ultrojecta.  Hoste  siquidem 
pacis  antiquo,  serpente,  qui  morsu  pestifero  dulces  ubique  molitur 
amaricare  delicias  paradisi,  Romani  statum  imperii,  olim  tranquilli- 
tate  pacifica  floridum ,  diu  duris  inquietudinum  malleis  impetente, 
Status  ipse  corrupcionis  diutine  vulnera  pertulit,  et  accensis  in 
cordibus  hominum  ignibus  odiorum,  pax  inibi  periit,  bellicus  horror 
inraluit,  et  non  solum  contigit  illum  civilibus  bellis,  sed  eciam  intes- 
tinis  quodammodo  letaliter  sauciari.  Verum  miserator  et  misericors 
Dominus  a),  super  omnia  tenens  imperium  in  excelsis ,  cui  parcere 
promptum  est  et  proprium  misereri,  licet  ad  expiacionis  exercicium 
paciatur  interdum  affligi  fideles  —  nesciens  tarnen  in  indignacione 
clemenciam  continere,  ut  super  sortem  hereditatis  sue  virgam  iniqui- 
tatis  non  usque  ad  interitum  derelinquat,  sed  cum  percusserit,  mox 
propicius  consolator  exurgit  —  ex  alti  jam  sui  ineffabilitate  consilii 
summis  ima  concilians,  dies  malos  abbreviasse  videtur,  irradiantibus 
celitus  splendide  lucis  nove  lampadibus  claritatem  bj. 

Yacante  siquidem  iam  pridem  imperio,  ne  sicdiucius  aberraremus 
aeephali,    apud  talem  locum,  die  ad  hoc  ab  omnibus  indicta  et 

aj  Deus  Z.  —  bj  claritatum  V. 


*)  Yergl.  p.  310  Luna  quidem  etc. 


312 

acceptata  concorditer,  ad  providendum  eidem  imperio  convenientes 
in  unum,  tandem,  post  aliquantulum  de  futuri  regis  substitucione 
tractatum,  in  inclytum  virum  dominum  Rudolphum,  de  loco 
tali  oriundum,  invoeata  primitus  spiritus  saneti  gracia,  cum 
soHempnitatibus  debitis  et  conswetis,  servato  in  omnibus  more  a)  et 
ordine  congruo,  tanquam  in  magis  utilem  ad  id  et  magis  ydoneum, 
quem  cognovimus,  habito  ad  Deum  preeipue  et  ad  reipublice  causam 
respectu,  potissime  de  communi  consensu,  omnes  et  singuli  oculos 
nostros  iniecimus,  eum  in  regem  Romanorum,  imperatorem  futurum, 
una  voce  votoque  unanimi,  auctore  Altissimo,  eligentes.  Qua  quidem 
electione  canonice,  immo  divinitus  procul  dubio  celebrata,  eundem 
cum  inenarrabilis  immensitate  tripudii,  omnium  applaudente  caterva 
nobilium,  nee  non  populi  comitiva  letante,  ac  in  superne  laudis 
canticum  gratulabundius  assurgente,  apudAquisgranum,  utpote 
sedem,  que  primum  sublimacionis  et  glorie  regie 
gradum  ponit,  magnifice  duximus,  ubi  in  die  aposto- 
lorumi)  a  nobis,  Coloniensi  archiepiscopo,  cuius  in- 
Poi.48i>.terest  regibus  ab  antiquo  beneficium  consecracionis 
impendere,  fuit  in  sede  magnifici  Karoli  *^  coronatus, 
etunctionis  sanctissime  oleo  delibutus. — 

Et  ut  de  regis  electi  sie  et  coronati  persona  sacrosancte  Romane 
ecclesie,  matri  nostre,  nova  gaudia  cj  cumulentur,  idem  rex  est  fide 
katholicus,  ecciesiarum  amator,  iusticie  cultor,  pollens  consilio, 
fulgens  pietate,  propriis  potens  viribus  et  multorum  potencium 
affinitate  connexus,  Deo,  ut  firmiter  opinamur,  amabilis  et  bumanis 
aspectibus,  ut  cernitur,  graciosus:  insuper  corpore  strennuus  et  in 
rebus  bellicis  contra  infideles  dj  fortunatus. 

Propter  quod  speramus  in  eo,  qui  reges  et  regna  constituit, 
quod  sub  eins  principatu  pacifico  e)  quies  regno  proveniet,  pax 
ecclesiis,  concordia  plebibus  et  morlbus  disciplina,  ita  quod  gladii 
conflabuntur  in  vomeres,  cornu  Christi  sui  a  rege  regum  magnifice 
sublimato. 

a)  modo  Z.  —  b)  Karuli  V.  —  c)  coogaudii  Z.  —  d)  perüdos  Z.  — 
e)  pacifica  Z. 


i)  Dass  dieses  Datum,  der  28.  October,  falsch  sei,  dass   die  Krönuu^  vielmehr  am 
24.  October  stattgefunden  habe,  weist  Boehmer  nach  W^^.  Ruii.  |»ag^.  28. 


313 

Vos  itaque  quesumus,  pater  sancte,  suscipite  filium  singularem, 
quem  procul  dubio  sencietis  intrepidum  matris  ecclesie  pugilem  et 
invietum  fidei  katholice  defensorem.  Proeessum  vero  tarn  rite,  tarn 
provide ,  tarn  mature  de  ipso  sie  habitum ,  graeiose  approbacionis 
applausu  benivolo  prosequentes ,  ae  ex  affluenti  paterne  duleedine 
pietatis  opus  perficientes  Dei  in  ipso,  eundem,  cum  vestre  sanetitati 
placuerit  et  visum  fuerit  opportunum,  ad  imperialis  fastigii  diadeiua 
dignemini  misericorditer  evocare,  ut  sciant  et  intelligant  universi, 
quod  posuerit  vos  in  lucem  geneium  Dominus,  ut  per  vestre 
discreeionis  arbitrium  terre  a}  post  nubilum  exoptata  serenitas 
illucescat. 

Eio  kürzeres  Schreiben  gleichen  Inhalts  von  einem  andern  Kurfürsten 
(die  dortige  Überschrift  Engelbertus  archiep.  Colon,  etc.  ist,  wie  der  Inhalt 
ergiebt,  falsch)  findet  sich  bei  Bodmann  p.  6. 

14. 

Loctas  monialiam  de  abbatissa  sna. 

Klagebrief  von  Klosterschwestern  über  den  Tod  ihrer  Äbtissin. 
Lugubris  exsurgente  meroris  aculeo  non  sinefletuflerem^^,  meste 
consolacionis  aggredimur  et  questionibus  luctuosis  c^  funesti  rumoris 
prorumpimus  ad  narratus,  quod  videlieet  matutini  sideris  speculum, 
cuius  in  specie  vere  lucis  ymaginem  mirabamur,  vlsibus  nostris 
evanuit,  baeulus  religionis  interiit,  professionis  nostre  vehieulum 
procb  dolor!  Stadium  huius  peregrinacionis  exivit,  dum  domina  nostra, 
dux  nostra  venerabilis  et  magistra ,  per  disiunetionem  earnalis  copule 
ad  mortis  interitum  evoeata,  nuper  ad  sponsi  syderii  d)  thalamum  letis 
auspiciis  evolavit.  Volatus  cuius  festus  et  celebris,  utpote  de  terrenis 
habitus  ad  suprema,  ab  umbra  caliginis  ad  corusca,  licet  spiritualibus 
sensibus  suggerat  gaudia,  temporaliter  tamen  aluvione  luctus  lumina 
preconfundit.  Dumque  voluptati  gressus  eripuit  et  salutis  direxit  in 
semitam,  heu!  tunc  nostros  dereliquit  aspectus,  non  promerentibus 
forte  nostre  inperfectipnis  reatibus.  Placuit  Domino  pocius  eam  soliis 
claruisse  celestibus  gloriosam  quam  graciosam  sororibus  terrenis 
ultra  sedibus  possedisse  ej. 

Cod.  Wilher.  B.  122,  mit  derselben  Ober  schrift  wie  hier.  Pertz  Arch. 
7,908. 

q)  orbi  terre  Z.  —  b)  fierem  Z.  —  ej  luctisonis  Z.  —  d)  siderei  Z.  — 
e)  presedisse  Z. 


314 

15. 

Eplscopos  N.  prineipi  tali  soper  c«n8olaci«ne  defoneti. 
1290  Mai  (?) 
Ein  Bischof  tröstet  den  König  Rudolf  über  den  Tod  seines  Sohnes, 
Audiyimus  et  conturbatus  est  venter  noster*)»  a  voce  nostra 
labia  tremuerunt.  Relacione  siquidem  veridiea  cognovimus,  quod  illa 
vestra  magiianimitas ,  eelebri  haetenus  opinione  conspicua,  in  morte 
filii  vestri  mortificata  est  et  quadam  moUicie  muliebri  degenerans, 
gemitibus  indulgens  et  lacrimis,  rererencia  regie  maiestatis  abieeta, 
super  vacuis  doloribus  intabescit.  Doloris  igitur  affectum  in  vobis  non 
arguimus  sed  dolendi  excessum,  cum  pium  sit  flere  mortuum  et 
huiusmodi  mestuosos  affectus  lex  nature  videatur  naturaliter  indux- 
isse.  Nam  Job,  audito  interitu  filiorum»  vestimentorum  concisione 
et  aspersione  pulreris  vim  doloris  legitur  expressisse «).  Joseph  eciam 
cum  Omnibus  fratribus  suis  et  senioribus  domus  Israhel  de  regno 
Poi.4«o.Pharaonis  patrem  suum  deflens  mortuum>  venit  ad  aream  a)  trans- 
jordanem  et  septem  dies  super  morte  sua  in  fletu  ac  gemitu  comple- 
verunt »).  Christus  eciam  super  morte  Lazari  lacrimas  legitur  effudisse  *). 
Ideoque  non  miramur,  si  deplorandi  tanti  ac  talis  filii  funera,  pietatis 
lacrimas  exhibetis.  Non  enim  de  illorum  estis,  nee  esse  debetis' 
numero,  de  quibus  dicit  Dominus  per  prophetam:  „percussi^ 
iuquit«)  »eos  et  minime  doluerunt",  et  ut  verbis  Job  utamur  dicentis») 
»nee  fortitudo  lapidis  fortitudo  vestra,  nee  caro  vestra  enea  est". 
Unde  quis  iste  sit  dolendi  modus  ne  vos  rapiat  ultra  modum.  Dies 
enim  hominis  sicut  umbra  pretereunt  ?),  yita  est  labilis  sicut  fenum  et 
rota  volubilis  nunquam  in  eodem  statu  bj  perseverans  ^)  et  nichil  est 
aliud,  quam  quedam  serenitas  hyemalis,  dum  leta  inmiscet  tristibus 
et  letis  interdum  tristia  preconfundit.  Mortis  namque  argumento 
necessaria  est  proposicio,  cuius  conclusionem  nemo  tam  doctus,  qui 
a)  areham  V.  arcam  Z.  —  bj  termino  Z. 


i)  Threni  1,  20. 

*)  Job  1,  ao. 

3)  Genes.  50,  10. 

*)  Et.  sec.  Joannem  eil. 

•)  Jerem.  2,  3. 

«)  Job  6,  12. 

*)  Psalm  143,  4. 

•)  Job  14,  2. 


315 

possit  effugere,  quoniam  cum  credit  assumere  tunc  concludit.  Preterea 
non  est  sapiencia,  ex  separacione  huiusmodi  contristari,  sicut  et 
ceteri ,  qui  spem  ex  resurrectione  ultima  uullam  habent.  Dubitandum 
quippe  de  ipso  non  est,  quin  sit  in  illa  eterna  patria  constitutus, 
cuius  in  terris  vita  exemplum  multis  et  forma  virtutum  noscitur 
extitisse.  Ascendit  itaque  cum  Moyse  dicens  *) :  transiens  videbo  banc 
maximam  visionem.  —  Quapropter  recedant  lacrime,  nee  velitis 
exacerbare  nomen  Domini,  cuius  iudicia  sunt  abyssus  multa»),  si 
tarnen  radicem  vestram,  que  non  obiit  sed  abiit,  cum  summis  desi- 
deratis  spiritibus  gloriari. 

Es  ist  nicht  wahrscheinlich,  dass  dieser  Brief  an  König  Radolf  nach 
dem  Tode  seines  Sohnes  Hartmann  (f  20.  December  1281)  gerichtet  worden 
sei,  denn  dann  wäre  dessen  ^gewöhnliche  Todesart,  in  den  Wellen  des 
Rheins,  wohl  erwShnt  worden,  dagegen  mag  das  ein  Trostbrief  über  den 
Tod  des  dritten  Sohnes  des  Königs,  des  Herzogs  Rudolf  von  Österreich 
(t  10.  Mai  1290)  sein. 

16. 

Sobiitos  doBiin«  sb«. 

1276. 

Bischof  Bernhard  von  Seckau  bekennt  dem  Könige  Rudolf  seine  Schuld  und 
unterwirft  sich  ganz  dem  Urtheile  des  Königs. 

Gerbert,  2,  51. 

Reyixit  Spiritus  mens  exultacionis  insperate  gaudio  excitatus, 
sedenti  in  tenebris  et  umbra  mortis  lux  est  michi  visa  celitus  exoriri, 
iam  pulsis  e  medio  rancorum  nebulis,  quas  suis  follibus  fabri  induxe-^ 
rant  aquilonis.  Repente  siquidem  vestre  serenitatis  iubar  lucidum 
michi  gaudeo  arrisisse,  complector  et  teneo  super  aurum  et  topazion 
literas  vestras,  quas  michi  quidem  detulit  angelus  pacis,  in  quibus 
ramum  oliye,  ore  columbino  porrectum,  ad  instar  Noe  fluctuantis  me 
profiteor  recepisse.  Denique,  annuente  Domino,  gaudium  magnum, 
quemadmodum,  dum  gallo  a)  canente  spes  rediit,   refusa  est  salus 

a)  callo  V. 


i)  Exod.  3,  3. 
*)  Psalm  33,  7. 


316 

egro,  restituta  sanitas  semivivo.  Ceterum  anima  mea  turbata  est 
valde,  quod  in  me  vestra  visa  est  gravitas  a)  perturbata  et  exasperata 
lenitas.  Id  meis  peceatis  imputo,  quibus  iram  merui  et  restram 
demenii  graeiam,  dum  in  me  transierunt  ire  vestre  taliter  et  terrores, 
ex  quo  non  est  aceusare  alium,  quam  me  ipsum,  qui  liquido  eonfiteor, 
me  peeeasse.  Ego  autem,  si  quid  in  eo  est  vel  opere  vel  sermone 
commissum,  in  quo  vestra  sit  exasperata  benignitas  vel  utilitas  dimi- 
nuta,  vestrum  subeo  spontanea  satisfactione  iudicium,  quatenus  vos 
equa  discreeionis  b)  lanee  pondus  libretis  examinis,  per  quod  et 
confitenti  sit  venia  et  innoeenti  non  imputetur  de  cetero  hec  oflFensa, 
veniatque  auster,  qui  oUam  indignacionis ,  flante  aquilone  suecen- 
sam,  micioris  aure  temperamento  refrigeret  atque  in  thalamo  Sala- 
monis  medium  cubile  caritate  consteriftns  *) »  in  quietis  tranquille 
planiciem  mentis  vestre  redigat  tempestatem. 

Bernhard  Bischof  von  Seckau  stand  auf  der  Seite  Otakar's,  dessen 
Anwalt  er  auf  dem  Reichstage  zu  Augsburg.  1275,  Mai  1$.  war.  (YergL  ßoehmer 
Reg.  Rud.  no.  173  und  Reg.  Otakar.  no.  284.)  Seine  Unterwerfung  unter 
Rudolf  geschah  wohl  erst  nach  des  Königs  Friedensschluss  mit  Otakar  1276, 
November  21,  denn  unter  den  Zeugen  der  Friedensurkunde  findet  sicli^  Bernhard 
nicht;  dagegen  ist  er  schon  kaum  2  Monate  später  am  18.  Januar  1277 
in  der  Nähe  des  Königs  in  Wien.  Boehmer  Reg.  Rud.  no.  304.  —  Vergl.  übrigens 
noch  die  Briefe  bei  Gerbert  üb.  2,  17  und  SO. 

17. 
Beligiosas  religlds«. 

Ein  Geistlicher  lobt  das  beschauliche,  fromme  Lehen  eines  andern  und  ersucht 
ihn  um  seine  Fürbitte. 

Care  frater!  Non  ut  oleo  adulacionis  ungam  te  hec  tibi  scribere 
curavi,  sed  ut  cj  de  aetibus  tuis  in  Domino  glorier,  cum  in  te  virtus 
etatem  preveniat  et  annos  mores  excedere  videantur.  Prematuram 
quippe  exhibes,  adhuc  tenera  satis  in  herba,  messem,  uvam  producens 
Ol. 48 d.  in  palmitem,  ex  quo  probaris  ferjtilis  dj  grata  fructuum  ubertate. 
Glorior  igitur  in  te,  sed  in  me  ipso  confundor,  cum  in  tot  annis 
preteritis  fere  nichil  inveniam,  quod  in  novissimo  die  districti  examinis 
plus  securitatis  inducere  valeat,  quam  timoris.   Nonne  mentem  tot 

aj  gravitas  Z.  ebenso  V.  corrigirt  für  gratuitas.  —  bj  discrecione  V . 
~  cj  ut  übergeschneben  V.  fehlt  Z.  —  dj  vertilis  V. 


*)  Cfr.  Cant.  Cauticor.  3,  10. 


317 

malorum  consciencia  et  terror  angustat  et  terret  angustia?  Unde  hoc 
tibi ,  ut  in  teneris  admodum  annis  mundi  robur  refugeres ,  abhomi- 
nareris  delicias  et  declinares  amplexus?  0  felix,  quem  misera  mundi 
prosperitas  non  seducit!  0  felix,  quem  perplexa  temporalium  recia 
non  involvunt!  Quin  immo  tu  liberis  et  siccis  pennis  ab  humore 
earnalium  desideriorum  a)  volasti  in  solitudinem,  qua  quiescis.  Ecee 
nunc  sedes  ad  pedes  Domini  cum  Maria ,  ecee  nunc  in  Racheiis  pul- 
chritudine  delectaris,  ecee  iam  degustas  delicias  multe  dulcedinis, 
quas  Dens  se  timentibus  preparavit.  Verum  tamen,  queso,  memento 
mei ,  quod  intumescunt  adversum  me  seculi  huius  fluctus  et  sie  nte 
Yalida  negociorum  tempestas  inrolvit,  quod  in  hoc  mari  magno  et 
spacioso  dimergor  penitus  et  submergor,  nisi  virtutem  dextera 
Domini  faciat  i),  quatenus^  si  non  sicco  vestigio,  saltim  quasi 
naufragum  post  impetus  tempestatum,  post  spiritus  procellarum  ad 
portum  salutis  et  glorie  sub  misericordie  sue  patrocin'o,  mediantibus 
tuis  suffragiis,  me  perducat.  Insta  ergo  amice  Dei ,  ut  per  oracionum 
tuarum  canticum  ambo  pariter  introducamur  in  cubiculum  glorie  et 
gracie  Dei,  quem  concupivit,  quem  elegit  anima  tua  et  quem,  relictis 
Omnibus,  es  secutus  de  retributoris  magnificencia  et  retribucionis 
magnitudine  centuplum  accepturus  et  vitam  eternam  denuo  posses- 
surus. 

18. 
Frater  fratri  super  mala  conYersacione. 

Jemand  drückt  seinem  tu  seiner  Ausbildung  in  der  Fremde  weitenden  Bruder 
seinen  Schmerz  aus  über  dessen  schlechten  Lebenswandel  und  ermahnt  ihn,  sii  h 

%u  bessern. 

Si  fraterne  dulcedinis  recte  gustares  sapida  condimenta,  si  alti 
origo  sanguinis  tui  tangeret  petram  cordis,  si  parentum  et  amicorum 
votivis  affectibus  aures  patulas  inclinares  et  attonitis  oculis  sapientum 
legeres  documenta,  non  invitus  vocareris  in  patriam,  non  more 
dispendio  luctareris,  non  vitam  tuam  procellosis  committeres  fluctibus, 
non  post  tergum  deiceres  aliquo  federe  parentelam.   Credebam  siqui- 

a)  desiderium  V. 


1)  Psalm  117,  16. 


318 

dem  germane  karissime,  cum  paterna  domo  recederes,  le  potentum 
subire  palacia ,  sapienlum  adire  consilia  et  virorum  pollencium  eon- 
soreia  frequentare.  Tu  vero  omnino  degenerans  et  peregre  proßeis- 
cens,  eorum,  quibus  finis  operum  minatur  interitum,  quorum  Tita 
consistit  in  tabula,  que  nunc  eoneutitur  fluetibus,  nunc  scopuHs  eon- 
quassatur,  enorme  videlieet  pravorum«^  collegium  intravisti.  Ex  quo 
sane  fratris  animus  amarieari  non  desiit  et  consanguineorum  omnium 
turbantur  peetora,  quorum  luturus  dux  et  rector  sperabaris  recipere 
dyadema.  Non  enim  id  de  te  tua  cogebat  indoles  nos  sperare,  qui 
quasi  malutini  sideris  radius  inter  virtuosos  socios  radiabas.  Ad  cor 
igitur  revertere  et  in  cordis  tui  acie  proride  eonsidera  et  perpende» 
quid  ex  buiusmodi  evagacione  tibi  possit  aecidere  dedeeoris,  quid 
ruboris. 


19. 

frineeps  N.  domind  pape. 

1274. 

Ein  ReU'hsfürst  bittet  den  Papst  Gregor  X,  dem  Könige  Rudolf  mit  seiner 

Gunst  beizustehen. 

Gerb.  1,  38.  Bodmann  p.  130. 

Humane  eondieionis  dignitas  sue  primitive  originis  non  immemor, 
qua  omnes  ab  inicio  liberi  naseebantur,  nee  presidentis  preminen- 
ciamft^  cognoverat  (9,  visa  est^  servitutis  iugum  excutere  et  dominii 
Foi.49a.preeelleneiam  refutare.  Verum  impunita  delinquencium  lieeneia, 
incentivum  malivolis  tribuens  delinquendi,  tot  malicie  semina  in  areola 
matris  ecelesie  sparserat,  quod  urtice  et  aliarum  noeencium  herbarum 
venositas  rise  sunt  tritieum  dominieum  suffoeare.  Prospiciens  itaque 
de  celo  iusticia ,  ad  premiandum  iustorum  merita  et  reprimendum 
maliciam  perversorum,  virum  seeundum  cor  suum  prefeeit  in  terris  de 
sui  profunditate  consilii,  dominum  R.  Romanorum  regem,  cunetis 
mortalibus  rererendum,  a  quo,  velut  iuris  racio  precipit,  feoda  una 
cum  nostris  filiis  nee  non  aliis  orientalium  parcium  principibus  rece- 

a)  plebium  Z.  ~  b)  preminencia  Z.  —  c)  cognorerant  zu  lesen.  —  d)  nisa 
est  Bodm. 


319 

pimus  9»  solempnilate  qua  decuit  manifesta.  Supplicamus  itaque 
vestre  piissime  paternitati ,  quatenus  predicto  domino  nostro  favoris 
plenitudine  et  affectu  benignilatis  solite  tarn  paterne  et  tarn  pie  ad 
bonum  statum  ehristiani  populi  dignemini  assistere ,  ut  pax  disper- 
ditarefloreat»  beretica  exulet  a)  pravitas,  et  fidei  orthodoxe  plantacio 
eontr  a  erueis  Christi  emulos  ad  Christi  gloriam  se  dilatet. 

20. 
C«i  Yeitas  N.  principl  taU. 

Der  Convent  eines  Klosters  wendet  sich ,  nachdem  dieses  seinen  Gönner  durch 
den  Tod  verloren,  an  einen  hohen  Geistlichen  und  bittet  ihn  um  Beistand, 

Gerb.  1,  42. 

Propinatum  nobis  nuper  ex  lugubri  obitu  pie  reeordacionis  N. 
dire  valde  amaritudinis  ealicem  laerimosis  suspiriis  h)  haurientes, 
dum  consideramus  in  intimis,  nos  ex  ammissione  ipsius  irrecuperabile 
dampnum  passos,  ad  unicum  reeurrimus  sedula  meditaeione  consilium, 
quod  ex  quo  manus  Altissimi  tarn  gravi  punctura  nos  pupugit  et 
promotore  tarn  yigili  priravit:  in  vos  fiducialiter  omnem  agendorum 
nostrorum  eongeriem  congeramus,  utpote  qui  et  nostis  et  yultis 
necessitatibus  consulere  cj  amicorum  ac  remediabiliter  subvenire. 
In  Yobis  igitur  anehoram  spei  nostre  post  Deum  precipue  collocantes, 
paternitati  restre  piissime  supplicamus,  quatenus  nostris  promovendis 
et  expediendis  negociis  salutaribus  velitis  adesse  consiliis  et  auxiliis 
opportunis. 

Stobbe  no.  144.  Ad  ainic  um  quod  sit  propicius  amico  conquerenti 
de  morte  amici.  Bodmann  p.  223.  —  Philo].  383  fol.  23.  Die  Annahme  Gerberl's, 
der  Brief  sei  ?on  Kdni^  Rudolf  an  Rudolf  von  Hoheneek  gerichUt,  ii>t 
ganz  aus  der  Luft  gegriffen. 

aj  exultet  V  und  Z.  —  b)  singuliibus  für  suspiriis  Z.  —  c)  necessitaULus 
amicorum  sincere  consulere  Z. 


1)  Gerbert  schliesst  aus  dieser  Stelle,  der  Schreiber  unseres  Briefes  sei  Graf  Meiuliard 
TOD  Görz  und  Tirol  und  nimmt  an,  die  orientalium  partium  principes  seien  Friedrieh 
von  Salzburg  und  Philipp  ron  KSrnthen.  Nur  des  Letzteren  Belehnung  ist  indessen 
urkundlich  (am  27.  Februar  1275)  erwähnt.  Reg.  Rud.  n.  157;  wir  wagen  desshalb 
nicht  jener  Annahme  beizutreten.   Der  Inhalt  des  Briefes  passt  nur  in  das  Jahr  1274. 


320 

21. 

Chitas  N.  ■•HantriH  regi. 

1275. 

Eine  Reichsstadt,  die  lange  unter  fremder  Herrschaft  gewesen,  hegiebt  sich 
unter  die  Oberhoheit  und  den  Schutz  des  Kaisers. 

Gerbert  2,  7  und  Bodmann,  p.  23  abweichend. 

Qui  vergente  mundi vespere  in  diebus  nostrisRomani  monarchiam 
imperii,  iam  reluti  in  pedibua  fictilibus  fluetuantem,  aureo  capite 
decoravit,  rege  ridelicet  honore  et  gloria  decorato,  rex  regum,  dives 
in  omnes,  qui  eum  unxit  pre  participibus  suis  argentei  pectoris 
prudencia  Salemonis  atque  divitiis,  ferro,  scilicet  victoriose  milicie 
gladio,  ere  nichilominus,  id  est  omnium  rirtutum  preeonio,  in  omnem 
terram  et  in  fines  orbis  terre  ipsum  sibi  in  predestinato  imperio 
stabilem  faciat  et  per  secuta  gloriosum!  Hinc  vestre  imperialis 
excellencie  dignitatem,  tanquam  ad  thronum  glorie  accedentes,  civi- 
tatem,  omnem  substanciam  et  personas  nostras  confidenter  vobis 
offerimus,  certi  quod  per  vos  et  in  vobis  graciam  inveniamus  in 
auxilio  oportuno,  qui  dudum  ab  alienis  possessi,  diucius  fuimus  in 
misera  Servitute.  Quapropter,  quesumus,  firmetur  clemencia  thronus 
regis  et,  dum  de  alienis  ad  proprium,  de  multis  ad  unum  dominum 
convertimur,  et  cum  modo  temporalis  nostra  sit  salus  in  manu  vestra, 
domine!  oculi  vestre  pietatis  sie  nos  respiciant,  ut  regi  non  tarn 
secure,  quam  letissime  serviamus  *).  Sane  quod  hanc  professionem 
debite  servitutis  ac  fidelitatis,  a  nunciis  vestre  maiestatis  requisiti, 
non  fecimus,  non  aliud  fuerit  dilacionis  occasio,  nisi  quod  affectavimus 
nos  personaliter  vestre  conspectui  magnifieencie  presentare.  Verum 
latores  presencium,  quos  ad  hoc  propter  suam  honestatem  ex  omnibus 
nobis  elegimus,  transmisimus  ad  nostre  legacionis  mysterium  in  vestra 
Fol.  49  b*  imperiali  curia  prosequedum  a) ,  ratum  et  gratum  habituri  quitquid 
per  eosdem  coram  vestra  maiestate  propositum  fuerit  vela)  tractatum. 

aj  et  Z. 


1)  Hier  schliesst  eine  unten  Fol.  52,  no.  6  folgende,  fast  wörtlich  gleichlautende 
Formel,  welche  übrigens  die  Einleitungsworte :  Benedictio  claritas  etc.  .  .  .  secu- 
lorum,  die  sich  bei  Gerbert  und  Bodinann  finden,  hat. 

^)  Die  nun  folgenden  Worte  fehlen  bei  Gerbert  und  Bodmann.  Statt  derselben 
heisst  es   dort:    Ad   hoc   qnam   plurimum    indigemus,    ut   pro    nobis  recitata  fide 


321 


22. 

lex  N.  lomanoram  regi. 

1278.  Vienne. 

König  Rudolf  bittet  den  König  Ladislaus  von    Ungarn  um   Beistand  gegen 

König  Olakar, 

Gerbert,  p.  1S5.  Stobbe,  162. 

Cum  inter  reges  orbis  a)  et  prineipes  afßnitatis  interdum  et 
amicieie  federa  contrahuntur,  tanto  maioris  inter  eosdem  aflfectionis 
unio  debet  merito  suboriri,  quanto  maiores  aliis,  in  celsioribus  positi 
speculis  dignitatum,  debent  inferioribus  virtutum  exempla  disserere, 
et  quanto  per  unanimes  voluntates  eorum  pax  firmier  creseit  in 
populo,  honores  ampliantur  alterutrum  et  suorum  roborantur  in 
posterum  iura  i;egnorum  ^), 

Sane  contraeta  inter  nos  felieiter  iam  pridem  alterne  connexi- 
tatis  ydemptitas  sie  revera  inextingwibiliter  bj  est  in  nostris  radicata 
precordiis,  sie  intimis  cordis  nostri  affectibus  est  firmatatenaciter,quod 
delectat  nos  exequi  per  eflfectum  quitquid  regalem  vestrum  demulcet  cj 
animum,  quitquid  vestre  maiestatis  honoribus  arbitrati  fuerimus  ad- 
auctivum,  incommutabili  animo  disponentes,  confibulacionis  huiusmodi 
vinculum  indissolubiliter  observare.  Hine  est,  quod  sie  contracte 
inter  nos  aniicicie  debitum  vice  reciproca  repetentes  a  vobis,  prout 
vester  procurator  et  nuncius  vos  asserit  spopondisse,  serenitatem 
regiam  ampliori  qua  possumus  precum  aflfectione  deposcimus  et 
hortamur,  quatenus  mutuo  nobis  in  nostris  necessitatibus  subveniatis 

aj  urbis  Z.  —  bJ  inextingwiliter  V.  —  cJ  nostrum  demulceat  Z. 


solliciti,    dum    in    nobis    iurisdlctionem    imperialem    vendicatis,  commissionem  « 
pactum   illud,   quo   rex  Romanorum  N.,    tunc  moderator  imperii,   uos   venerabili 
domino   N.    subiecit,   sie   concorditer   cum   ipso    disponere   dignemioi,   ut  ex  hoc 
predictus    princeps    nuHam    contra    nos   habeat    actionem,    quinimo,    pro    vestri 
culminis  excellencia,  adiutor  noster  sit    in  necessitatibus  opportunis.  —Gerbert I.e. 
nimmt  an,   der   Brief  sei   im   Jahre    1275   von  den   Mailändern  an  König  Rudolf 
gerichtet.   In   der  That  entspricht   der  Inhalt   desselben    dieser   Annahme.  Vergl. 
Kopp.  Eidgenössische  Bunde  1,  110  ff. 
1)  Einen   fast  gleichlautenden   Eingang   hat  ein    Brief  Friedrichs   II.    an  den  König 
von    England    vom   Jahre    1240.  Huill.-Bre'h.  5,  464  und  Math.  Paris  a.  1240  ed, 
London  1684  p.  472. 
Fontes.  Abth.  II.  Bd.  XXV.  21 


322 

auxilio  et  fidelibus  nostris  et  fautoribus  in  vestris  districtibus  a) 
efBcax  oportuni  patrocinii  pretendatis  umbraculum  et  solaciosi  aj 
consilii  fulcimentum»  prout  dilecti  fideles  nostri  N.  et  N.  celsitudinem 
regiam  duxerint  informandam  ß). 

Ergänzungen  aus  Gerbert  p.  155.  —  a)  für  in  vestris  districtibus: 
in  Styriae  ac  A^striae  ducatibus.  —  ]3)  Nos  enim  in  ciyitate  nostra  Yiennensi» 
utpote  regi  Bohemiae  contermina,  moram  utilem  ista  yice  contrahimus,  ut  si  rex 
praedictus  temerarios  impetus  gressus  sui  in  attritionem  ipsorum  nostroruro 
fidelium  forte  direxerit,  ipsum  a  tergo  Tiriliter  insequentes,  eondem  regem» 
praedictis  fidelibus  nostris  illaesis,  allidere  valeamus.  Yos  itaque  quaesumus 
nobis  cum  festinatione  rescribite,  quid  super  praemissis  in  vestro  proposito 
geritur  et  in  beneplacito  continetur. 

Die  Erwähnung  Wiens  und  des  Königs  Ton  Böhmen  macht  es  unzweifelhaft, 
dass  der  Brief  von  K.  Rudolf  herrührt,  und  da  er  an  einen  König  gerichtet 
ist,  so  kann  das  nur  der  K.  Ladislaus  von  Ungarn  sein.  So  berichtet  auch 
Chron.  Colm.  M.  6.  SS.  17,  249:  Haec  audiens  rex  Romanorum  mandavit 
principibus  suis,  regi  scilicet  Ungariae,  duci  Saxoniae  .  .  .  quatinus  cum 
Omnibus  armatis  quibus  possent  in  adiutorium  sibi  subito  pervenirent.  .  .  . 
Rex  Ungariae  regem  Rudolphum  dementer  exaudivit,  et  ad  civitatem  Wiennensem 
cum  quatuordecim  miilibus  hominum  venit  ad  praeh'um  praeparatis. 

Ches  N.  lamanoraiii  regi. 

1273. 

Eine  reichsunmittelbare  Stadt  bezeugt  dem  Könige  Rudolf  ihre  Freude  Ober 
dessen  Erhebung  zur  königlichen  Würde. 

Gerb.  1,  II. 

Non  est  mirum  si  de  vestra  promocione  damus  Domino  inees- 
santer  gloriam  et  honorem,  cum  ipse  de  talento  suo  Yobis  contulerit 
margaritam.  Nee  sine  racione  cedit  nobis  hoc  ad  materiam  gaudiorum, 
cum  Dominus  noster,  misericorditer  nostris  providens  desideriis, 
excussa  rubigine,  de  argento  nobis  contulerit  vas  purissimum,  nostre 
captiyitatis  fiduciam,  et  nostri  exterminii  redemptorem.  Nampriüsquam 
montes  fierent  aut  formaretur  terra  et  orbis,  a  seculo  primitiro 
predestinatum  fuit  et  preordinatum,  debere  vos  in  throno  imperialis 
celsitudinis  residere.  Ante  cuius  thronum  naturalia  et  civilia  iura 
tremiscunt,   librantur   audita,   consciencie   revelantur,   impudicicia 

a)  salaciosi  Y. 


323 

detegitur,  iusticia  roboratur,  et  iniquitas  effugatur.  Unde  omnes, 
qui  christiano  nomine  gloriantur,  possunt,  immo  debent  ad  vestre 
imperatorie  maiestatis  clemenciam  recurrere  «um  fidueia  quodammodo 
ampliori.  Nam  vobis  Dominus  eontulit  potestatem  gladii  temporalis, 
ut  serenitati  vestre  sit  proprium,  orbem  terre  freno  iuris  et  iusticie 
constringere.  Fecit  enim  vos  Dominus  imperatorem  in  terris,  quem 
proprium  recognoseimus  dominum  et  cui  nostra  subiacet  eivitas,  ut 
vos  sitis  contra  hostes  fidei  clyppeus ,  iuris  defensor,  amator  equitatis, 
exstirpator  malicie,  sedator  scandali  et  refugium  impotentum.  Nam 
potestas  Cesaris  sperantes  in  iusticia  non  reliquit,  oppressos  relevat, 
relevatos  sustentat,  viduas  protegit,  orphanos  pretuetur  o^,  imbecilles 
defendit  6^,  refovet  debiles,  prostratos  erigit  et  erectos  corroborat  in 
virtute. 

24. 

Capellanus  N.  ■•manormn  regi. 

Ein  Kaplan  bittet  einen  Fürsien,  ihn  toieder  in  sein  Haus  aufzunehmen, 

Firnhaber  Summa  Petri  de  Hallis,  Fontes  rer.  Austr.  6,  p.  51.  Stobbe,  no. 
208. 

Lustratis  per  mundi  clymata  pluribus  regionibus  et  peragratis 
per  circuitum  lingwis  et  tribubus  diversimode  nacionis ,  inter  ceteros 
presidentes  tribunalibus  personam  vestram  amantissimam  mihi  foi.  49  c. 
pre  ceteris  mortalibus  preelegi,  gracius  estimans  abiectus  esse 
in  vestro  paiatio,  quam  in  regum  curiis  sublimium  uti  quibus- 
cunque  deliciis  convivantum.  Idcirco  princeps  clementissime  et 
domine,  ad  vos  de  regione  -  dissimilitudinis  velud  ad  refugium 
singulare  confugio,  petens  humiliter  et  deposcens,  ut  me  dignemini 
•in  domos  vestras  recipere  pristine  gracie  brachiis  amplectendum. 
Ego  enim,  sive  vivo  sive  morior,  vestris  semper  beneplacitis  coap- 
tabor,  honoris  vestri  avidus  et  glorie  sitibundus.  Placeat  igitur, 
queso,  dominacioni  vestre  quid  super  hoc  in  vestro  geritur  proposito 
mihi  graciosius  aperire. 

aj  pretuetur  am  Rande  V.  —  bj  d^fensat  Z. 


21* 


324 


2h. 

SlblUtlS  d«MlB«  SM. 

Jemand  bietet  einem  höher  Stehenden,  dem  er  sich  verpflichtet  fühlt,  seine 

Dienste  an, 

Hactenus  se  grati  temporis  aptitudo  non  obtuiit  mee  devocionis 
obsequia  vestro  beneplacito  presentandi,  negociorum  se  et  temporum 
congruencia  subtrahente.  Propter  quod  in  me  ipso  quodam  rubore 
eonfunderer,  nee  auderemus  a  vobis  grandia  postulare,  nisi  consciencie 
perswaderet  integritas,  quod  neglectum  est  hactenus  meritorum 
exhibicione  redimere  et  obsequiorum  redibicione  gratuita  redibere. 
Quare  restram  attente  deprecor  honestatem,  quatenus  plenam 
amodo  de  me  fidueiam  obtinentes,  in  vestris  et  vestrorum  agendis 
meum  negociosum  officium  vestro  beneplacito  fiducialiter  applicetis. 
Paratum  semper  invenietis  et  sedulum  ad  quecunque  fideliter  procu- 
randa»  que  vestris  grata  sunt  usibus  et  affectibus  blandiantur. 

26. 

Amleus  amie«  suo. 

Ein  Freund  drückt  dem  andern  die  Hoffnung  eines  innigeren  freundschaftlichen 

Verkehrs  aus. 

Gerbert,  2, 18. 

Tot  et  tanta  de  virtuosis  vestris  actibus  apud  nos  rumorum 
invaiuere  precon^a,  tot  et  tantis  alma  mater  ecclesia  vestre  predica- 
bilis  fame,  vestri  eciam  ministerii  decoratur  insigniis  et  auctoritatis 
eximie  tytulis  adornatur,  quod  a)  plurimum  nos  delectat  familiari- 
tatis  h)  alterne  vobiscum  ihire  solacia  et  affectu  mutuo  conformis 
dulcedinis  couniri.  Licet  igitur  hactenus  nobis  locorum  inhabilitate 
distantibus  rara  vestre  salutacionis  epistola  nostre  mentis  interiora 
suggesserit,  licet  non  crebra  literarum  vestrarum  allocucione  fuerimus 
recreati,  spei  tamen  concepte  de  vestra  benivolencia  rivulus  manare 
non  desinit,  sed  augmento  continuo  fecundatur.  Nos  enim  deinceps» 
oportunitate  captata,  non  solum  literis  vos  visitare  disponimus»  verum 

a)  quo  y.  —  h)  familiaritatem  Z. 


325 

eciam  in  proximo,  duce  Altissimo,  vobis  presencialiter  nos  offerre,  ut 
grate  dilectionis  aflfectio,  successivis  concreta  profectibus,  in  profi- 
cuos  et  profusos  graciosi  germinis  pahnites  adolescat. 

Gerbert  lässt  diesen  Brief  ?on  Rudolf  an  den  Cardinal  Petrus  von 
Tarentaise  aus  dem  Predigerorden  (nachmals  Papst  Innocenz  V.;  über  ihn 
vergl.  Quetif  et  Echard  Scriptores  ord.  praed.  1,  350)  geschrieben  sein,  daför 
findet  sich  jedoch  in  den  sehr  allgemein  gehaltenen  WoHen  desselben  kein 
Anhaltspunkt. 

27. 

Ciyes  N.  Romanorum  regi. 

Ende  1275.  Leodii. 

Die  Bürger  von  Lattich  bitten  den  König  Rudolf,  sie  vor  den  Übergriff en  zu 
schützen,    welche  die   Geistlichkeit,    gestützt   auf  des  Königs  Privilegien, 

sich  erlaube. 

Gerb.  2,  27. 

Quia  ordinaeione  divina ,  a  qua  a)  omnis  potestas  conceditur, 
summa  rei  publice  potencia  vestre  diuoscitur  clemeneie  attributa,  ut 
per  vestre  magnitudinis  vigorem  conservetur  iusticia  et  iniurie  exstir- 
pentur ,  fidelium  relevetur  debilitas  et  foreium  rebellio  comprimatur 
et  omnia  iusto  legum  libramine  in  Salvatoris  servicio  dirigantur:  ad 
maiestatis  vestre  clemenciam  de  penultimis  Romani  imperij 
finibus  recurrentes,  sub  vestre  gracie  confideneia  special!  h), 
celsitudini  regie  duximus,  non  absque  dolore  et  perturbacione 
cordium ,  intimandum ,  quod  honorabiles  viri ,  clerus  civitatis  nostre 
N.  9»  1*^^*  ipsum  omni  qua  possumus  veneracione  colamus,  civitatis 
tarnen  et  tocius  patrie  nostre  quietis  et  pacis  inpaciens,  cum  de  ipsis 
nichil  suspicaremus  adversi,  quoddam  Privilegium,  hactenus  inauditum, 
a  vestra  magnificencia  sibi,  ut  asserunt,  innovatum,  confirmatum  seu 
eciam  declaratum,  nuper  apud  nos  fecit  in  multorum  presencia  publi- 
cari,  quod  perceptum  est  et  deductum  in  publicam  nocionem.  Quamvis  poi.  49  a. 
autem,  tanquam  improvisi,  tonitrui  ictibus  et  fulminis  terrore  attonitam 
turbam   perturbaverit  c)  universam ,   ipsum   tamen ,   propter   vestri 

a)  quo  V.  —  b)  con6denciam  specialem  V.  —  c)  perturbavit  Z. 


1)  Leodiensis. 


326 

yeneracionem  felicis  nominis,  audiyimus  pacienter,  ipsiusque  recepta 
copia,  et  deliberacione  super  hoc  prehabita  matura,  quia  per  idem,  si 
dici  debet,  priyilegium  tota  lex  civitatis  et  nostre  patrie  plene  a) 
penitus  absorbetur  et  decoloratur  Status  nostre  patrie  generalis,  ab 
antiquis  temporibus  a  yestris  divis  predecessoribus  ordinatus,  post 
diversa  consilia,  habita  cum  sapientibus,  et  coUoquia,  in  communi 
nostra  deliberacione  tandem  resedit,  quod  quia  eins  est  legem  inter- 
pretari  vel  emendare»  cuius  est  condere:  ad  vestre  maiestatis 
audienciam,  quam  in  hac  parte  calliditate  inpetrancium  credimus 
circumventam ,  sub  certa  forma  duximus  communiter  et  solempiyter 
prociamandum ,  sperantes  et  in  Altissimi  misericordia  confidentes, 
quod,  cum  nobis  paraverint  inconveniencia  pericula  ex  tali  privilegio 
proventura,  restra  provida  et  benivola  sapiencia,  remediis  subiectorum 
fidelium  invigilans,  a  tantis  nos  turbacionibus  et  tocius  patrie  grara- 
minibus  relevabit,  et  ad  statum  pacificum  et  antiquum,  amputatis 
noxiis  novitatibus,  salubriter  omnia  reformabit. 

König  Rudolf  hatte  am  10.  September  1275  den  Decanen  and  Capitein 
der  Kirchen  zu  LüUich  nicht  bloss  ein  Privileg  Heinrich*s  Y.  bestStigt,  sondern 
sie  auch  noch  durch  einen  besondern  urkundlichen  Rechtsspruch  gegenüber 
den  Schöffen  und  dem  Bürgermeister  Ton  Lüttich  in  Schutz  genommen 
(Reg.  Rud.  no.  203  und  204).  Er  war  eben  im  Begriff  nach  Lausanne  tu  gehen, 
um  dort  mit  Gregor  X.  zusammen  zu  treffen,  und  Gerbert  1.  e.  weist  mit  Recht 
daraufhin,  dass  K.  Rudolfsich,  mit  Rücksicht  auf  Gregor  X.,  der  ehedem 
Archidiaconus  zu  Lüttich  war,  zu  der  besondern  Begünstigung  der  dortigen 
Geistlichkeit  habe  bestimmen  lassen.  Unser  Brief  enthält,  wie  schon  Gerbert 
und  Boehmer  bemerken ,  die  Beschwerde  der  Bürger  über  diese  Massregel  des 
Königs  und  Bitte  um  Abhilfe. 

28. 

Prineeps  N.  ■•mantriim  regi. 

1276. 

her  Patriarch  Raymund  von  Aquileja  drückt  dem  Könige  Rudolf  %e%ne  Freude 

darüber  aus,  dasu  er  die  ihm  widerspenstigen  Fürsten  tüchtigen  wolle  und 

verspricht  ihm  seinen  Beistand  gegen  den  König  Otakar  von  Böhmen, 

Gerb.  2,  53. 

Regios  apices,  qui  pure  fidei  prompteque  devocionis  enxenia 
exigunt  et    signa  requirunt,  suscepimus  honorificencia  prompciori. 
a)  pene  Z. 


327 

Qaibus  perlectis  concepi  a)  leticiam  duplicem  tarn  ingentem,  quod 
Spiritus  meus  h),  immo  sensus  singuli  sunt  pre  gaudio  renovati. 
Est  mihi  e)  iocunditatis  siquidem  et  exultacionis  materia  precipua  et 
Yotiva,  quod  celsitudo  regia  de  mea  meorumque  d)  fide  confidens, 
iuxta  nostrum  consilium  quasi  sibi  salubrius  oblatum»  dirigi  processus 
eesareos  eligit  atque  regi  e).  Est  mihi  f)  eciam  speeialiter  super- 
effluens  materia  gaudiorum,  quod  yestra  serenitas,  imperialis  solii 
decus,  yirtuosis  operibus,  que  tanti  domini  gloriam  eondecent, 
decorare  procurans,  et  vestros  eontemptores,  qui  tanquam  columpne 
et  bases  imperii  cum  omni  promptitudine  in  via  restrorum  deberent 
currere  mandatorum,  sub  vestre  potencie  dextera  dispositis  humiliare 
et,  rebellionis  exigente  protervia,  depressionis  malleo  conculcare,  ut 
qui  modo  tranquillus  in  preceptis  suis  despicitur,  iratus  in  yindietam 
postmodum  senciatur,  quodque  fideles  yestri  universi  et  singuli»  qui 
excellencie  vestre  fidelitatis  debitum  representant,  dulcem  vos  et 
pium  dominum  noverint  et  in  confusionem  propriam  senciant  emuli 
correctorem  g).  Quanto  enim  temeritates  magis  augentur  exces'sibus, 
tanto  maior  delinquentibus  adhibenda  est  correctio ,  ut  ipsi  facinus 
suum,  pena  saltem  vindicante,  cognoscant  et  alios  ab  illicitis  pene 
timor  coherceat  vindicte.  Porro  cum  scribentis  animus  adeo  sit  in 
exaltacionis  vestre  promocione  defixus,  ut  desideriorum  nostrorum 
summa  principalius  cupiat  honoris  et  nominis  vestri  decus  sermone 
et  opere  procurare;  magnificenciam  vestram  scire  cupio  h)  per 
presentes,  quod  viris  et  viribus  congeram  i)  posse  meum  kj^  ut  a) 
me  l)  ad  excellencie  vestre  servicia  reddam  m)  omni  tempore 
preparatum  n)  P). 

Ergänzung  aus  Gerbert  2,  53.  Patriarcha  Aquilegensis  scribit  Rudolpbo 
imperatori  de  mullis,  presertim  de  rege  Bohemiae  domando.  —  a)  quam  cito 
de  processu  restro  felici  contra  regem  Bobemiae  (qui  contra  Deum  et  omnem 
iusticiam  meis  et  ecdesiae  meae  iuribus  existit  iniurius  et  bonoribus  inhonorus), 
mihi  constiterit. —  ß)  Caeterum  literarum  vestrarum  favorabilis  inductio  babuit, 
ot  cum  N.  ad  composicionem  me  disponere  procurarem.  Super  quo  sie  per 
praesentes  explico  velle  meum:  quod  inter  me  et  ipsum  non  viget  ad  praesens 
alicuius  dissensionis  materia  vel  rancoris,  nee  ex  me  circa  ipsum  discordiae 
scrupuius  orietur,  quin  inter  nos  amicitiae  ac  diiectionis  integritas  vigeat  et 

a)  concepimus  Z.  —  b)  noster  Z.  —  c)  nobis  Z,  —  d)  nostra  nostrorum- 
que  Z.  —  ej  regit  V.  —  f)  nobis  Z.  —  g)  reetorem  V.  —  hj  cupimus  Z.  — 
i)  congeremus  Z.  —  k)  nostrum  Z.  —  l)  et  nos  Z.  —  m)  reddemus  Z.  — 
n)  preparatos  Z. 


328 

Tirescat.  Veruntamenest,  quod  ipse,  me  in  vestris  serviciis  existente,  in  prae- 
iudicium  ecciesiae  meae  ac  contra  ipsius  privilegia  et  iura  publica,  erigi  fecit 
castrum  quoddam,  quod  nisi  forsan  ipse  riam  aequitatis  et  iuris  eligdns,  ab 
iniuria  huiusmodi  tarn  indebita  et  riolenta  destiterit,  malivolentiae  inductivum 
esse  poterit,  et  plus  quam  expediat  nutritivum.  Caeterum  licet  in  partibus  istis 
pro  dirigendis  restigiis  restris ,  vestrisque  parandit  processibus »  moram  nunc 
usque  duxerim  protrabendam,  ecce  in  terram  meam  in  instant!  redire  festino, 
ut  ad  obsequia  yestra  paratiorem  et  promptiorem  me  reddere  valeam,  ioxta 
fenrens  desiderium  cordis  mei. 

Ist  Tor  dem  Beginne  des  Krieges  gegen  Otakar  1276  Juni  24.  and  nach 
dem  Reichstage  zu  Augsburg  1275  Mai  15.  geschrieben. 

29. 

Prineeps  regi  lomantnim. 

1277? 

Ein  Fürst   hütet  seinen  König,   mit  dem  Ausdruck  der  Freude  über  die 
Bewältigung  seiner  Feinde,  um  nähere  Nachrichten  und  stellt  sich  ihm  zur 

Verfügung. 

Gerb.  3,  2. 

Necesse    est  inconcussum  fore  virtutis  divine   promissum    et 

omnis  potencia  ad  nichilum  revertitur  aj,  que  contra  nutum  summi 

prineipis  concrassatur  h).   Scriptum  est  enim  quitquam  malignum 

non  posse  adversari  regi  iusto,  cum  sederit  super  sedem.   Et  est 

Spiritus  Dei  qui  loquitur,  contra  quem  attollere  frustra  omnis  arro- 

gancia  comprobatur.  Audivimus  iustissime  rex,  quosdam  in  rebellio- 

nis  audaciam  contra  maiestatem  regiam  presumpsisse ,    et  conatos 

Foi.50t.  fuisse  sedi  iusticie  adversari.    Quos  excellencia  vestra  triumphaliter 

superando  subegit»  ad  planum  sedavit  obicis  asperum,  fecit  dura 

mollia  ac  hostiles  elaciones  cornua  stabilia  non  habere.  Super  quibus 

corda  nostr^   conceptis   gaudiis    adimplentur   et   non   desinunt  in 

felicitate  regia  reflorere  tripudiorum  recentibus  ornamentis.   Hie  est 

enim  precipuus  mentis  nostre  ardor,  hec  nostra  intima  votiva,  ut 

sublimitas  vestra,  cunctissepta  prosperis,  incrementis  assiduis  conden- 

setur.  Verum  quia  efficacius  declarata  plus  valent  et  lecius  prineipis 

gloriosa  assercio  subintrat,  regie  maiestati  attencius  supplicamus, 

quatenus  de  vestris  processibus,  quibus  providencia  divina  subpeditat, 

aj  convertitur  Z.  —  hj  congrassatur  Z. 


329 

Yeliti&  aliquid  intimare,  per  quod  avida  yestrarum  exaltacionum  nostra 
devocio  inter  adeptos  lete  tranquillitatis  modos  tutissime  foveatur  a), 
intimantes  et  mandantes  si  qua  volueritis,  quoniam  nobis  iussa  vestra 
capescere  promptum  est  queeunque  protulerit  vestra  magnificencia 
reverenda. 

30. 

Bpiseopus  N.  domlii«  pape. 

1276.  December. 

Erzbischof  Friedrich  von  Salzburg  iheilt  dem  Papste  Johann  XXL  mit,  wie 

Otakar,  der  ihn  und  seine  Kirche  so  hart  verfolge,  sich  endlich  dem  Könige 

Rudolf  unterworfen  habe. 

Gerb.  2»  58.  Boehmer  Reicbssachen,  no.  357. 

Elevatis  ad  eelum  manibus  redemptori  nostro,  Dei  filio  Jesu 
Christo,  leti  laudes  exsolvimus  et  ipsius  eximie  pietati  ad  grates,  quas 
possumus ,  humiliter  inclinamus ,  qui  ecclesie  sue  preeibus  exoratus, 
personam  vestram  sanetissimam  coUoeavit  in  speculam  eminentem,  ut 
ab  alto  luceat,  et  relucens  ad  instar  fulgide  margarite,  mentes  illu- 
minet  populi  ehristiani.  Hoc  ergo  eodem  felici  tempore  quo,  divina 
gracia  revelante,  beati  Petri  apostolorum  prineipis ,  pater  apostolice, 
ascendere  meruistis  sollempniter  principatum,  Dei  filius,  benedictus 
in  secuta,  visitavit  in  partibus  Alemanie  plebem  suam  et  erexit  cornu 
salutis  nobis.  Cornua  quidem  iusti  Dominus  exaltavit  hoc  tempore 
et  confregit  cornua  peccatoris,  qui  h)  adversus  corpus  tocius 
ecclesie  corrumpendum  et  in  nostram  necem  specialiter  ferebatur  c). 
Et  licet  multi,  ut  credimus,  huius  rei  apud  vestram  clemenciam  fuerint 
relatores,  nos  tamen  paternitati  vestre  rei  geste  seriem  et  ordinem 
veritatis  presentibus  revelamus. 

Nuper  quidem,  nobis  ad  propria  remeantibus  de  concilio 
Lugdunensi,  et  volentes  ea  prosequi,  que  in  ipso  concilio  fuerant 
salubriter  ordinata,  illustris  d)  rex  Bohemie  ad  sui  presenciam 
nos  vocavit,  vocatos  expresse  prohibuit,  ne  decimam,  deputatam 
terre  sancte  pro  subsidio,  in  suis  territoriis  coUigi  faceremus, 
neve  aliquis  nostrum  salutifere  crucis  gloriam  predicaret.  Postu- 
lavit   eciam,   ut  iureiurando  et  aliis  diversis    caucionibus  cavere- 

aj  foveantur  V.  —  b)  que  Gerb.  •—  c)  ferebantur  elata  Gerb.  —  d)  Otto- 
carus  Gerb. 


330 

mus  eidem»  quod  nee  ad  mandatum  sedis  apostolice»  nee  pretextu 
sentencie  vel  precepti,  a  quocunque  hominum  proferendi,  aliqaid 
faceremus,  quod  a  suo  proposito  distaret,  quo  sanete  sedi  apostollee 
et  Romano  imperio  proterve  resistere  disponebat,  non  solum  a  nobis, 
verum  eciam  ab  inferioribus  quibuscunque  prelatis  exigens  metu 
terribili  illicita  iuramenta.  Nobis  autem  nolentibus  inquinari  hoc 
seelere,  servitutis  iugum  asperum  imposuit,  defixa  mente  disponens 
innocenciam  nostram  exquisitis  perdere  tortoribus  et  tormentis, 
ecclesias  nostras,  civitates  et  castra  a  fundamentis  subverti  disposuit 
per  incendia  et  rapinas.  Et  quamvis  malorum  tantorum  eumulus  ad 
nostrum  exterminium  suflGceret,  ex  hae  tarnen  formidine  feoit  nos 
prorsus  exanimes  a)  rex  predietus ,  quod  com  tyrannis  et  reglbus 
Tartarorum  fedo  soeietatis  federe  se  coniunxit  *)•  Has  nostras 
miserias  et  iniurias  christianus  prineeps,  dominus  noster  Rudolphus, 
Romanorum  rex  Serenissimus,  audiens,  et  frequenter  exaudiens  preces 
nostras,  congregata  fortitudine  exercitus  militaris,  ab  ultimis  Alemanie 
finibus  castra  movit,  longa  terrarum  spacia  et  diversas  transiens 
naciones,  circa  festum  sanctorum  omnium  intravit  districtusAustrie«), 
non  formidans  prerupta  cacumina  moncium,  non  abhorrens  intem- 
Foi.sob.periem  temporis  hyemalis,  nee  deferens  altis  nivibus  gelide  regionis. 
Postquam  principatus  Austrie  et  Styrie  signis  victricibus  fortiter 
triumphavit,  civitatem  Winnensem,  inter  alias  parcium  nostrarum 
optimam,  quam  adhuc  rexBohemie  in  sua  tenuit  potestate,  copioso  cinxit 
exercitu ») ,  navibus  nichiloniinus ,  appai*atu  bellico  mirifice  ordinatis, 
quibus  latum  Danubii  flumen  transire  disposuit,  ut  predictum  regem 
Bohemie,  iam  de  fuge  presidio  cogitantem ,  in  corde  Bohemie,  velud 
profugum  occuparet.  Dictus  vero  Bohemorum  rex,  sano  quidem  sed 
tardo  fretus  consilio,  paucorum  dierum  treugas  petiit,  petitas  obtinuit 
Infra  quas  ad  predicti  domini  nostri  Rudolfi  venit  exercitum  et  ibidem, 

a)  examines  V. 


1)  Im  Winter  des  Jahres  1274/75  hatte  der  Erzbischof  Friedrich  fiber  all'  dieses 
an  Gregor  X.  berichtet  (vergl.  oben  S.  308  no.  11)  und  dem  Könige  Rudolf  unter  Hin- 
Weisung  auf  d«n  von  Otakar  ausgeübten  Druck  geschrieben:  constantes  erimus, 
et  immobiles  persistemus  douec  auxilium  super  nos  regis  aeterui,  per  Vestrum  mini- 
sterium  videamus.  Bodmann  pag.  13. 

<)  Dieses  Datum  ist  ungenau,  denn  schon  am  10.  October  1276  ist  Rudolf  in  Lins 
Reg.  Rud.  no.   176. 

*)  Die  Belagerung  begann  am  18.  October.  Reg.  Rud.  n.  280. 


33t 

presentibus  nobis,  fracto  quidem  animo,  genibus  incurvatis,  devote 
petitam  veniam  obtinuit,  resignatis  prius  obsidibus,  civitatibus, 
castris  et  oppidis  universis ,  que  dictis  prineipatibus  attinebant.  De 
terris  vero  Bobemie  et  Moravie ,  prestito  fidelitatis  bomagio ,  meruit 
investiri  *),  Hüne  igitur  principem  gloriosum  vestre  committimus 
sanctitati,  supplicantes  vobis,  pater  piissime,  non  tarn  humiliter  quam 
devote,  quatenus  propter  Deum  principaliter  vobis  dignemini  babere 
reeommissum  predietum  dominum  regem,  in  cuius  manibus,  hiis 
diebus,  prout  signis  apparuit  evidentibus,  divina  iusticia  laudabiliter 
triumphavit. 

31. 
Studens  Bononie  domiii«  sa«. 

Ein  Bologneser  Student  freut  sich  Über  die  Erlaubniss  in  die  Heimath  zurück 
zu  kehren  und  verspricht  im  Frühjahr  seine  Rückreise  anzutreten, 

Sicut  Phebus,  cum  accedentibus  tenebris  dies  aj  lieentiavit 
auroram,  eurruque  flammigero  transiens  orizontem  et  radiorum  inci- 
piens  aecendere  cereos  super  terram ,  opace  noctis  consuevit  fugare 
caliginem  et  aeris  nubilosi  boreali  flabro  resolvere  densitatem:  sie 
desideratus  jestre  liccncie  radius,  qui  ex  vestrarum  literarum  relulsit 
aspectu,  cor  meum  exultacionis  quodam  lumine  serenavit  et  spiritum 
anxium  sie  in  statum  reformavit  leticie,  quod  ipsum  corpusculum  ex 
inequalitatis  fere  discrasia  moribundum  ad  procinctum  optati  recessus 
gratulabundus  redderet  expeditum.  Quis  enim  tam  obscurus  orbis 
angulus  h)  tam  remotus,  quem  vestri  typarii  non  illustrent  aspectus  ? 
Quod  corpus  tam  opacum  et  densum  tamque  luci  inpervium,  quod 
gracia  vestra  non  po&sit  reddere  luminosum  ?  Quis  tam  inconditus  et 
expers  discrecionis  animus,  qui  de  duicifluo  vestre  salutacionis  aiTa- 
mine ,  de  promissione  favoris  tam  acceptabili ,  tam  serena,  non  fieret 
plus  solito  letabandus?  Infuit  siquidem  scemati  venerando  verborum 
tante  swavitatis  lepos  in  cortice,  et  venustati  sentenciarum  accessit 
tante  condimentum  duicedinis  in  radice,  ut  ex  flosculis  tante  spei 
ulterioris  fructus  et  consequencie  presumatur  rivulus  emanare.   Ibi 

a)  Wohl  für  recedentibus  tenebris  diei.  —  b)  angelus  V. 


0  Am  21.  NoTember  1276.  Reg.  Rud.  n.  287. 


332 

namque  ignis  fuisse  creditur  ubi  fumus  procedere  demonstratur ,  nee 
favus  expers  esse  putatur  duicedinis,  a  quo  fluere  cernitur  liquor 
mellis.  Fretus  igitur  vestre  securitate  lieencie  et  favoris  munificeneia 
eonfortatus  recedo  de  studio  Bononiensi,  ad  modieum  in  Ytalia  mora- 
turus,  donec  verni  temporis  clemencia  securitatem  itineris  swadeat 
ad  recessum.  Ubieunque  tarnen  contingerit  me  morari,  omni 
tempore  me  vestris  coaptabo  beneplacitis  et  mandatis. 


32. 

Princeps  N.  eonTentui  pro  saffragiis. 

Ein  Fürst  empfiehlt  sich  den  Gebeten  eines  Convents, 

Qui  cum  Martha  turbaeione  multiplicis  ministerii  ae  frequentis 
sollieitudinis  instancia  fatigantur^  coguntur  cum  tedii  sui  querimonia 
oportunum  auxiliacionis  solacium  a  quiescentibus  exigere  cum  Maria. 
Equidem  dignum  est  ut  actionis  operositas,  per  quam  contemplatorum 
interdum  tranquillitas  expeditur,  inter  ineumbentis  incommoda  in- 
quietudinis  cum  eis,  qui  sancte  quietis  ocium  elegerunt,  aliquid 
participent  a)  de  optima  porcione.  Levantes  igitur  oculos  nostros  ad 
eos,  ad  quos,  imminente  turbacionis  angustia,  tutum  restat  confugium, 
Foi.5uc.ut  supra  datum  modulum  labor  esse  videatur,  quo  inbecilitatis 
nostre  vires  incursu  negociorum  undique  atteruntur:  nos  oracionum 
vestrarum  suffragiis  propensius  commendamus ,  rogantes,  ut  quociens 
expedit  ocio  vestro  nostrum  negocium  famuletur  et  semper  vestro 
iuvetur  patrocinio  apud  Deum,  ita  ut,  dum  vestra  spiritualia  partici- 
pamur,  in  redibicione  temporalis  promocionis  ac  subsidii  vobis 
gratuito  teneamur. 

Ähnliche  Wendungen  wie  in  diesem  Briefe  finden  sieh  in  den  Briefen 
gleichen  Inhalts  von  König  Rudolf  und  seiner  Gemahlin  bei  Bodmaun  p.  194, 
195. 

a)  p9rt?cipet  zu  lesen. 


333 
31. 
Clerieus  eplseopo  sue. 

Ein  Geistlicher  hietei  sich  einem  andern,  der  zu  einer  hohen  Würde  gelangt 

ist,  zum  Caplan  an. 

Bodmann,  p.  221. 

Ex  quo  divine  clemencie  altitudo  vos,  tarn  preciosam  et  nobilem 
columpnam  ecclesie  militantis,  a  contemplacionis  ocio  delicato  in  active 
occupacionis  ministeriis  ad  tante  dignitatis  apicem  evocavit,  oportu- 
num  est,  negociorum  vestrorum  multitudinem  de  sublimi  fönte  vestre 
prudencie  per  diversorum  vobis  famulancium  ministeria  derivari. 
Ideo  eapellanum  vestrum  vobis  offero  memet  ipsum,  paratum  ad  quam- 
eunque  partem,  non  dicam  soUicitudinis,  sed  vestri  ministerii  vestra 
pia  benignitas  imo  benigna  pietas  duxerit  me  vöcandum,  in  hoc 
votivis  vestris  obsequiis  perpetuo  militando. 

Bodm.  1.  c.  Cancellario  regio,  episcopo  N.  se  oifert  N.  tanquam 
Capellanum  s.  Notarium.  Stobbe  no.  138. 


34. 
Sabditas  malori  sno. 

Jemand  bietet  einem  höher  Siehenden,  dem  er  vielen  Dank  schuldig  ist,  seine 

Dienste  an, 

Si  super  exhibitis  michi  a  vestra  dignitate  largiflue  benificeneie 
graciose  dulcoribus  ad  solucionem  graeiarum  temptavero  assurgere, 
si  ad  laudis  a)  vestre  preconia  nisus  fuero  prosilire ,  insufficientem  me 
prorsus  experior,  oculis  meis  aperte  meum  videntibus  inperfectum, 
dum  conte.ndo  sideribus  addere  sidera  et  luciferum  matutinum  pusille 
et  inextingwibilis  facule  lumine  decorare.  Verum  eo  quod  defuit  in 
radice  potencie,  in  votis  super  hoc  affectus  molimine  compensato,  me 
ipsum  taliter  oflfero  vestris  omnimode  beneplacitis  et  mandatis,  optans 
ex  intimis  h)  cordis  mei,  ut  congrua  temporis  aptitudo  concurrat,  qua 
vestre  paternitati  perfectis  fidei  mee  scintilla  clarescat  indiciis  et 
experimentis  clarioribus  enitescat. 

a)  laudes  Z.  —  h)  intime  Z. 


334 


35. 
Cardloalis  N.  lomanoriH  re|[i. 

Ein  CardiruU  dankt  einem  Könige  dafür,  daas  er  seine  und  der  Seinigen 
geringe  Dienste  so  hoch  anschlage,  und  stellt  sich  und  die  Seinigen  ihm  jeder' 

zeit  zur  Verfügung» 

Magnitudinis  vestre  apices,  nobis  novissime  per  harum  latorem 
presentatos,  dulcedinis  multe  swavitate  refertos,  multique  plenos 
dulcorositate  leporis,  prompte  manu  recepimus»  avidis  perlegimus 
oculis  et  leto  animo  que  continebantur  in  eisdem  pleno  eoncepimus 
intellectu.  Equidem  in  ipsis  vesire  dignacio  gratuititudinis  ad  nos 
magno  fiducie  indicia  proferens,  dum  tarn  devotas  quam  multiplices 
reddidit  graeias  pro  inpensis  nobis  et  nostris  vestre  excellencie  gratis 
obsequiis,  nostrum  internum  excitat  intuitum,  clarius  innate  vobis 
bonitatis  fastigium  contemplandum.  Eo  enim  yirtutis  sublimitas  con- 
surgere  probatur  in  altum ,  quod  per  humilitatis  donum  ad  inferiora 
descendenSy  servicia  gratifieando  recognoseit  exhibita,  et  exuberando 
interdum,  quantum  licet,  non  solum  pauea  multiplicat,  exilia  roborat, 
magnificat  modica ,  sed  eciam  se  reeepisse  putat  obsequia  non  in- 
pensa.  Hoc  in  vestris  advertimus  literis,  dum  a  tantoajtot  h)  et  tantas 
grates  accepimus  pro  modicis ,  que  nos  et  nostri  pro  vobis  fecimus 
vclud  nullis.  Digne  igitur  pro  tante  gratificacionis  beneficio  vestre 
celsitudini  ad  grates,  quas  potest  reddere  nostra  modicitas,  promptis 
affectibus  insurgentes,  magnificencie  vestre  merito  duximus  offeren- 
dum, ut,  nobis  et  nostris  utentes  fiducialiter  tanquam  vestris,  sie  nos 
et  illos  excitare  in  serenitatis  vestre  velitis  beneplacitis  confidenter 
literis  et  nunciis  ad  vestra  prosequenda  negocia  quandocunque  volue- 
ritis  evocando ,  quod,  si  nuUa  nostra  vel  nostrorum  vos  precessissent 
Fol. 50 d.  obsequia,  deinceps  c^  producantur  inesse,  ut,  si  bactenus  fuerint 
modica,  in  posterum,  divina  favente  clemencia,  magna  fiant. 


a)  a  tanto  auf  Rasur  V.  —  bj  tales  Z.  —  c)  ea  Z. 


335 


36. 

Cardinalis  N.  Romanoram  regt. 

1273. 

Ein  Cardinal  drückt  dem  Könige  Rudolf  seine  Freude  über  dessen  Königswahl 
aus  und  sendet  ihm  zu  diesem  Zwecke  und  zum  Zeichen  seiner  Willfährigkeit 

einen  Boten, 

Gerbert,!,  9. 

Sublimitatis  vestre  gloriosa  promocio  ad  tocius  orbis,  imperiali 
iumine  orbati  diucius,  claritatem»  ad  sancte  matris  ecclesie  propugna- 
culum  et  iuyamen»  ad  Christiane  fidel  propagaeionem  et  gloriam, 
divinis  auspieiis  procurata,  quam  cito  michi  innotuit  relacione  veridica, 
tanta  cor  meum  leticie  swavitate  perfudit,  quod  ipsam  nee  calamis 
possum  scribere,  nee  verbis  plenarie  declarare,  cum  ex  hoc  manifeste 
collegerim»  quod  pater  misericordiarum,  super  desolacione  populi 
christiani  oculos  pietatis  aperiens»  finem  intestinis  discordiis,  que 
specialiter  inter  viscera  Romani  imperii  diucius  exarserunt,  velit 
imponere,  et  per  vestre  semper  victricis  potencie  brachium  mundo 
pacem,  que  multis  retro  temporibus  exulaverat,  seminare.  Etquoniam 
ad  comprobandam  conceptam  de  vestra  exaltacione  leticiam,  iuxta 
cordis  mei  desiderium ,  certis  causis  prohibentibus ,  non  possum  per- 
sonaliter comparere,  virum  providum  et  omni  racione  multipliciter 
fide  dignum,  ad  vestram  duxi  celsitudinem  dirigendum»  qui  suppleat 
in  expressione  gaudii  mei  quodammodo  vicem  meam,  et  me  domina- 
cioni  vestre,  licet  absentem,  presencialiter  paratum  ad  vestra  regalia 
imperia  representet. 

Gerbert  vermuthet,  der  Brief  sei  vom  Patriarchen  Raimund  von  Aquileja. 
Da  ich  jedoch  hiefür  keine  hinreichenden  Anhaltspunkte  Onde,  so  habe  ich  die 
in  unserer  Handschrift  angeführte  Inhaltsangabe  beibehalten. 


336 

37. 

Episeopns  N.  lomaionini  regi. 

1275  oder  1276. 

ErzbUchof  Friedrich  von  Salzburg  bittet  den  König  Rudolf  die  tüiderspenstigen 

Ministerialen  y    die  er  excommunicirt  und  über  deren  Besitzungen  er  das 

Interdict  ausgesprochen,  seinerseits  ihrer  Güter  für  verlustig^  zu  erklären, 

Bodmann,  p.  32  Salisburgensis  archiep.  ad  Rudolfum  R.  R. 

Error  incorrigibilis,  desperata  malicia  et  inflexibilis  ad  emendam 
iniquitas  C.  et  H.,  quondam  ecelesie  nostre  ministerialium ,  urgente 
iustieia  iios  compellunt,  ut  eorum  peccata  notoria  et  scelera  manifesta, 
quorum  veterata  putredine  vicinia  tota  sordet,  iusto  Dei  iudicio  per- 
sequamur,  utque  eos,  quos  exspeetacione  morosa  et  quodam  irrepre- 
sentabili  spiritu  aj  pietatis  sustinuimus  hactenus^  incorrigibiles  animo 
et  indignos  venia  relinquamus  divino  humanoque  iudieio  pro  peccatis 
propriis  pimiendos.  Nuper  enim,  universis  eeelesie  nostre  miuisteri- 
alibus  convocatis ,  servato  iuris  ordine  et  prioribus  senteneiis  in  eos 
editis  ordinabiliter  coram  suis  paribus  in  iudicio  repetitis  h), 
de  communi  consensu  et  sentencia  singulorum  ipsos  infidelitatis 
et  periurii  crimine  irretitos  et  veri  sui  domini  hostes  publicos  et 
malevolos  proditores  esse  et  diu  fuisse  pronuneiavimus ,  et  ex  bis  et 
aliis  causis,  iudicii  tempore  declaratis,  infames  eos  iudicavimus,  eos- 
que  omnium  bonorum»  iurium,  et  dignitatum,  que  a  nostra  eeclesia 
hactenus  tenuerant,  fecimus  exheredes.  Et  quoniam  iidem  homines 
inhumani  longis  retro  temporibus  pro  rapinis  et  predis  publicis ,  pro 
nocturnis  et  diurnis  aggressionibus  et  aliis  multis  maleficiis  exeom- 
munieacionis  sentencias  in  eos  rite  latas  perbiennium  et  amplius  damp- 
nabiliter  contempserunt,  predictas  excommunicacionis  sentencias  sie 
duximus  aggravandas,  dum  omnia  bona  que  adhuc  tenent,  subiecimus 
ecclesiastico  interdicto,  omnesque,  qui  consilio  et  auxilio  ipsis 
assistunt,  eis  participantes  in  crimine  criminoso  simili  excommuni- 
cacionis sentencia  duximus  innodandos.  Verum  cum  eeclesia  non 
habeat  ultra,  quid  faciat,  nisi  ut  auxilium  brachii  secularis  adversus 
eos  excitet,  qui  divina  iudicia  contempserunt,  serenitatem  regiam 
devotis  precibus  inploramus,    quatenus  pro  honore  Dei  et  imperii 

a)  quadam  irreprehensibili  specie  Z.  und  Bodm.  —  b)  ia   eos  editis  — 
repetitis  auf  Rasur  Y. 


337 

Salute  ac  decore,  predictam  sentenciam,  quoad  bonorum,  iurium,  nouii- 
num  et  dignitatum  exheredacionem,  ratam  habentes,  regie  celsitudinis 
literis  dignemini  eonfirmare,  prefatosque  maleficos,  qui  perfidie  sue 
defensorem  regem  Bohemorum  advocant  et  se  ad  eum  convertere 
cupiunt,  ut  in  suis  adversitatibus  protegantur,  curet  maiestas  magnifi- 
cencie  nominatim  proscripeionis  vestra  sentencia  annotare. 

Bodm.  Salisburgensis  archiepiscopi  ad  Rudolfum  ft.  R.  Für  et  aliis  multis 
roalefieiis  (p.  336  unten)  heisst  es  bei  Bodm. :  pro  sfratarum  pubiiearuin  et 
peiegrinorum  pauperum  spoliis,  maxime  tempore  concilii  generalis,  pro  raptu 
virginum  et  oppressione  violenta  coniugataruro. — Diese  Stelle  hat  der  Dictator 
wegen  ihres  anstössigen  Inhalts,  aus  Rücksicht  auf  die  jungen  Leute,  denen 
sein  Werk  als  Lehrbuch  in  die  Hand  gegeben  zu  werden  bestimmt  war, 
ausgelassen.  Yergl.  unten  Fol.  59  no.  54.  —  Die  Erwähnung  des  Conciliums 
zu  Lyon  und  des  Königs  ?on  Böhmen  weisen  darauf  hin,  dass  der  Brief 
zwischen  Ende   1274  und  Mitte   1276  geschrieben  ist. 

38. 

Spiseopns  N.  Romanoram  regi. 

1275. 

Erthischof  Friedrich  von  Sahburg  bittet  den  König  Rudolf  dringend  um 
schleunige  Hilfe  gegen  den  König  Otakar  von  Böhmen. 

Gerbert  2,  8. 

Indignacio,  quam  coneepit  indigne  adversus  Salisburgensem 
eeelesiam  dominus  rex  Bohemie,  sicut  experimento  didicimus,  non 
quieseet,  donec  nostrum  et  ecelesie  nostre  vestigium  deleatur  de  terra. 
Postquam  enim  omnes  et  singuli  perierunt  in  Austria,  Stiria  et 
Carinthia,  qui  colebant  iusticiam  et  Romani  imperii  legibus  paruerunt; 
postquam  fidelis  nostra  devoeio  removeri  non  potuit  vel  mutari,  multis 
temptata  terroribus,  variis  illecta  promissis  et  a  rege  predicto  solli- 
citata  quam  pluribus  blandimentis :  ecce  quod  tali  die  capitaneus 
Stirie  *)>  nomine  regis  predieti,  omnia  ecelesie  Salisburgensis  predia, 
fora,  eastra  et  oppida  exercitu  eongregato  invasit  hostiliter,  eaptis 
hominibus  et  plerisque  oecisis,  deductis  rebus  mobilibus,  immobili- 
bus  aj  vero  per  ignem  et  gladium  tam  crudeliter  devastatis ,  quod 
iam  de  omnibus  suis  rebus  superesse  nichil  cernitur  ecelesie  memo- 

aj  et  immob.  V. 


1)  Milota. 
Fontes.  Abth.  II.  Bd.  XXV.  22 


338 

rate,  qtiod  non  sit  ab  hostibws  concukalum.  Quamvis  autem  cum 
dcTota  humilitate  prostrati  pacis  graciam  vel  saltem  treugarum  indu- 
cias  pe  tiTerimus  ab  eodem  rege,  nuUa  tarnen  circa  hanc  condicionem 
perficere  quivimus,  nisi  adversus  Romanam  ecclesiam  sacnimque 
Roman  um  Imperium  temerato  fidei  nostre  debito  voluissemus  effici 
infideles.  Nos  igitur,  in  angustiis  pro  Augusti  a)  reverencia  constituti, 
imploramus  auxilium  et  subsidium  expectamus  h)  vestre  felicissime 
maiestatis,  cum  dolore  et  gemitu  postulantes,  quatenus  saltim  reliquiis 
dicte  ecclesie  miserabiliter  derelictis,  ne  id  ipsum  tenue  et  modicum 
facultatis,  quod  ab  unguibus  depredancium  cecidit,  absorbeatur 
terum  ab  iisdem,  festino  suflfragio  succurratis,  antequam  nos  contingat 
totaliter  consummari. 

Stobbe  No.  22S  mit  einer  detaillirteren  Schilderung  der  Leiden  und  der 
Oberschrift:  Serenissimo  domino  R.,  Rom.  Regi  inclito,  idem  arcbiepiscopus 
devocionis  et  orationum  obsequia  indefessa.  —  S.  auch  Bodmann,  p.  136.  — 
Dass  dieser  Brief  in  das  Jahr  1275  gehorf,  geht  herror  aus:  Cont.  Vindob.  M. 
6.  SS.  9,  729.  Ann.  Salisb.  ib.  801.  Joh.  Victor.  Boehmer,  Fontes  1,  303. 

39. 
Rei  Komalioniiii  super  imoTaeione  prhilegi«riiii. 

Ein  römischer  König  bestätigt  einer  Kirche  ihre  Privilegien  und  Überträgt  ihr 
die  Gerichtsbarkeit  an  gewissen  Orten. 

Conditor  universe  creature  Deus,  dum  ineifabiles  pietatis  sue 
thesauros  suis  dispensat  fidelibus  manumque  plenam  expandit  ad 
premia  graciarum,  eos,  quos  in  virtutum  exercicio  et  sui  amoris  desi- 
derio  flagrantes  c)  invenit  atque  priores  agnoscit  excellencia  merito- 
rum,  amplioribus  benedictionis  sue  prevenit  beneficiis  et  coronat 
stipendio  bravii  largioris.  Sane  cum  in  hiis,  ad  eterni  regis  exemplar, 
nostros  actus  conformare  ad  Dei  graciam  studiosius  intendentes,  licet 
ex  liberalitate  regia  universas  ecclesias,  quas,  auctore  Domino,  per 
quem  reges  regnant  et  principes  obtinent  principatum,  regali  patro- 
cinio  contueamur  et  nostri  favoris  brachiis  amplectamur,  in  cuiuslibet 
promocionis  prosecucione  ac  defensionis  presidio  earundem  sollicitü- 
dine  diligenti  et  deyocione  solita  yigilemus :  tamen  quibusdam  ex  ipsis, 
utpote  ecclesie  N.,  que  est  capella  nostre  regie  magnifi- 
cencie  specialis,  ad   quam  nostre   cancellarie  officium 

a)  angusti  V.  —  b)  auxil.  bis  exspectamus  am  Rande  V.  —  c)  fragran- 
ciores  Z. 


339 

a  longe  retroactis  temporibus  est  annexum,  presertim 
quod  ibidem  per  personas  laudabiles,  que  Domino  militant»  divini 
cultus  atque  alia  caritatis  officia  —  qiiibus  tanquam  per  gradus  ascen- 
sionis  ad  veri  Salomonis  /eclinatorium  scanditur  et  saneta  mater 
ecclesia  in  filiorum  operibus  deleetatur  —  studiosius  exereentur, 
nostram  speeialiter  graeiam  inpertimur,  in  eo  equidem  boni  emula- 
tores  serenissimorum  parentum  et  progenitorum  nostrorum  e^idencius 
existendo,  qui  eciam  eandem  ecelesiam  foverunt  uberibus  gracie 
multiformis  nee'^  non  extulerunt  dilectionis  privilegio  singularis. 

Nos  quoque,  racionis  intellectu  perspicacius  intaentes,  quodaifectus 
ex  efifectu  coUigitur  et  quod  interioris  mentis  est  expositor  actus  extra, 
ut  nostra  dilectio,  quam  ad  prefatam  gerimus  ecelesiam,  appareat 
evidenc^us  operis  argumento,  ac  eciam,  ut  fidelia  servicia  et  labores,Foi.5ib. 
que  a)  eadem  eeclesia  nobis  exhibuit ,  que  utique  aifectu  respicimus 
gracioso,  graciose  remuneracionisapparicionemetfructumaliquem  me- 
morabilem  post  se  relinquant:  ecclesie  memorate  omnes  donaciones  6J, 
possessiones  reddituum,  libertatum  seu  aliorum  quorumcunque,  que  in 
ipsa  ecclesia  c)  priviiegiis  conscripta  expressius  continentur,  quibus  a 
nostris  est  progenitoribus  solempniter  et  liberaliter  insignita,  ad  con- 
servacionem  perpetuam  eorundem  auctoritate  regia  confirmamus. 
Insuper  eciam,  ut  graeiam  graciis  cumulemus  atque  in  sepedicta 
ecclesia  nostre  liberalitatis  insignia  relinquamus,  provinciarum  iudicia 
videlicet  in  talibus  locis  N.  et  N.,  quorum  mencio  in  contextu  predi- 
ctorum  privilegiorum  habita  nulla  fuit,  eidem  ecclesie  concedimus  iure 
perpetuo  possidenda. 

40. 
lex  lomaiorim  dat  instriiiiieiitiiii  publieim. 

König  Rudolf  verleiht  einem  Bischof  das  Mümrecht 

Gerbert  2,  59. 

Etsi  ad  omnes  Romani  imperii  iideles  nostre  munificencie  dexte- 
ram  debeamus  extendere  debitricem,  principes  nostros,  veluti  bases 
egregias,  quibus  celsitudo  regalis  potenter  innititur,  speciali  preroga- 
tiva  nos  decet  attollere,  et  condignis  beneficencie  nostre  favoribus 
ampliare  *).    Eapropter  nosse  volumus  universos,  tam  posteros  quam 

a)  quos  V.  quas  Z.  —  b)  adnaciones  Z.  —  c)  ipsius  ecclesie  zu  lesen. 


1)   Einea  gleichlautenden  Eingang  hat  die  Urkunde  K.  Rudolfs  für  den  Abt  Ortolf 
von  Benedictbenren  d.  d.  Wien  1278,  Maerz  14,  Reg.  Rnd.  no.  431. 

22* 


340 

presentes»  quod  nos,  accepta  et  placida  grate  devocionis  obsequia,  que 
per  N.  venerabilem  episcopum  talem  nobis  bactenus  sunt  o^inpensa,  et 
que  adhuc  nobis  et  sacrosancto  Romano  imperio  ab  eodem  impendi  pote- 
runt  graeiora,  benignius  intuentes,  et  propter  boe  magnopere  eupientes, 
ut  ipse  ac  eins  episeopatus  votivis  congaudeant  eomodis  et  augmentis 
continuis  prosperentur :  quod  idem  episcopus  in  civitate  sua  N-  mone- 
tam  legalis  numismatis  cudi  libere  faciat,  sibi  ex  liberalitate  regia 
liberaliter  et  libenter  annuimus  et  presencium  serie  duximus  conce- 
dendum,  universis  et  singuHs,  sub  districtu  Romani  imperii  constitntis, 
dantes  hoc  edicto  regali  strictius  in  mandatis,  ut  ipsam  monetam, 
quatenus  legalis  existat,  omni  eontradietione  postposita»  reverenter 
admittere  non  obmittant. 

41. 

Rex  Komaioram  dat  prifilegiui  siper  coicessioie  lOTe  M«icte. 

1282.  ? 

König  Rudolf  ersucht  eine  Stadt  die  Münze  eines  Edelmannes,  die  dieser  kraft 
eines  königlichen  Privilegiums  schlägt,  im  Verkehr  ihres  Gebiets  zuzulassen, 

Gerbert,  3,  29. 

Auguste  magnificencie  potentatus  augendi  bj  honoris  imperii 
sitibundus,  illorum  augmentis  et  eomodis  se  libenter  habilitat  et 
inclinat,  qui  generositate  spectabiles  erga  sacrum  Imperium  fidei  ruti- 
lant  lumine  clarioris.  Sane  cum  nobilis  N.  suis  preclaris  meritis 
obtinuerit  apud  regiam  majestatem,  quod  sibi  perpetuo  cudere  lieeat 
infra  terre  sue  distrietum  monetam  legalis  numismatis:  de  nostra 
licencia  et  regalis  plenitudine  potestatis  uniyersitati  vestre  auetoritate 
regia  committimus  c)  et  rogamus ,  mandantes  eeiam ,  quatenus 
nostram  dj  monetam,  legali  impressione  formatam,  quam  cudi  fecerit 
idem  nobilis,  ut  superius  est  expressum,  in  locis  yestris  et  civitatibus 
reyerenter  admittere  studeatis,  alterna  commercia  permittentes,  et  ej 
ea,  quoyis  non  obstante  impedimento,  liberius  exerceri. 

a)  sunt  fehlt  Z.  — -  bj  agendi  V.  —  cj  cominittamus  V.  —  dJ  ipsam  Gerbert. 
—  e)  ex  V. 

Gerbert,  I.  e.  macht  darauf  aufmerksam,  dass  Rudolf  am  19.  Juni  1282 
dem  Grafen  Rainald  v.  Geldern  gestattet  habe,  in  Herzogenrode  eine  Münxe 
einzurichten  und  dieselben  Münzen  zu  schlagen,  wie  in  Limburg  (Reg.  Rud., 
no.  686  und  687),  und  yermuthef,  dass  unser  Brief  gleichfalls  in  das  Jahr 
1282  gehört. 


341 

42, 
Imj^erator  super  innoTaeione  priTÜegii. 

1237.  Februar.  Vienne. 

Kaiser  Friedrich  IL  bestätigt  dem  Schottenkloster  in  Wien  ein  Privilegium, 

Imperialis  thronus  extoUitur  et  augustalis  honoris  titulus  deco- 
ratur,  cum  ad  loca  religiosa  eonsideracio  benigna  porrigitur  et  eorum 
Status  et  commoditas  liberali  munificencia  promoventur.  Eapropter 
notum  fieri  volumus  fidelibus  nostris  tam  presentibus  quam  futuris, 
quod,  nobis  Vienne  presentibus  et  promovente  Domino  feliciter 
nostri  culminis  incrementum  i),  talis  abbas  et  conventus  quoddam 
Privilegium  suo  quondam  monasterio  a  rege  Bohemie  clementer  foi.  sie. 
indultum  nostre  celsitudini  presentarunt ,  suppliciter  postulantes,  ut 
ipsum  Privilegium  de  verbo  ad  verbum  transscriptum  innovare  et  que 
in  eodem  continentur  confirmare  de  nostra  gracia  dignaremur;  cuius 
tenor  per  omnia  talis  erat  etc. 

Nos  igitur,  qui  ad  ampliandum  ecclesiarum  statum  et  locorum 
religiosorum  commoditates  augendas  pio  favore  intendere  volumus  et 
debemus,  predictum  Privilegium  de  verbo  ad  verbum  presenti  privi- 
legio  inseri  iussimus,  singula,  que  ibidem  continentur,  de  imperiali 
gracia  confirmantes,  statuimus  et  imperiali  sancimus  edicto,  ut  nulla 
persona  alta  vel  humilis,  ecclesiastica  vel  secularis  predictos  abbatem 
et  conventum  monasterii  predicti  super  premissis  contra  presentis 
privilegii  nostri  tenorem  ausu  temerario  molestare  presumat.  Quod 
si  presumpserit  etc.  Ut  autem  hec  nostra  confirmacio  seu  innovacio 
perpetue'firmitatis  robur  obtineat,  presentem  paginam  fieri  iussimus 
et  bulla  aurea,  typario  nostre  maiestatis  impressa,  fecimus  et  iussimus 
insigniri. 

Dieser  Formel  liegt  die  Urkunde  zu  Grunde»  mit  welcher  Friedrich  II.  im 
Februar  1237  zu  Wien  dem    dortigen  Schottenkloster    das  demselben    von 


<)  So  konnte  auch  König  Rudolf,  etwa  im  Jahre  1277  oder  1279,  schreiben,  und  dass 
hier  eine  Urkunde  des  Königs  von  Böhmen  und  nicht  des  Herzogs  von  Österreich 
bestätigt  wird,  weist  ebenfalls  auf  Rudolf  hin,  so  dass  die  Möglichkeit  nicht 
ausgeschlossen  bleibt,  der  Dictator  habe  eineRudolfinische  Urkunde  vor  sich  gehabt. 
Die  genaue  Übereinstimmung  dieser  Rudoifinischen  Urkunde  mit  dem  Bestfttigungs- 
briefe  Friedrichs  II.  wäre  aber  sehr  auffallend,  darum  haben  wir  unsere  Formel  auf 
diesen  zurückgeführt. 


342 

Herzog  Heinrich  II.  am  22.  April  1161  ertheilte  Stiftungsprivilegium  erneut 
und  bestätigt.  Im  Originale  (Hauswirth  Urlik.  d.  Schottenkl.  in  Wien,  Fontes 
rer.  Anstr.  IL  Abth.  18,  33  flF.  HuiU.-Br6h.  IV.,  17-20.  Reg.  Fried.,  no.  876) 
heitst  es  im  zweiten  Salze :  proraovente  etc.  inerementum  et  ducatibus  Austrie 
et  Styrie  dominio  noslro  prospera  sorte  subactis,  frater  Felix»  Tenerabilis 
abbas  et  conventus  roonastcrii  sancte  Marie  de  Scottis  in  Wienna,  fideles 
Dostri,  qnoddam  pririlegium  quondam  Henrici  ducis  Austrie  dicto 
monasterio  elementer  indultum  ete.  Bemerkenswerth  ist  also,  dass  der 
Oictator  den  Herzog  von  Österreich  in  einen  König  von  Böhmen  verwandelt 
Gerbert,  3,  4  fuhrt  die  Formel  irrlhümlich  auf  die  wesentlich  anders  gefasste 
Urk.  Rudolfs  I.  für  das  Kloster  Vietring  vom  30.  August  1277  (Reg.  Rud. 
402.  Gerbert,  p.  207)  zurück.  Rudolfs  1.  Bestätigung  der  Urk.  Fr.  II.  für  das 
Wiener  Schottenkloster  dat.  Wien  24.  Mirz  1277,  siehe  bei  Hauswirth,  I.  e. 
p.  65  ff: 

43. 

Imperiale  prlTÜegiim. 

König  Friedrich  von  Sicilien  verleiht  Fremden,  die  eich  im  Königreiche  Sicilien 
niederlassen  wollen,  zehnjährige  Steuerfreiheit, 

•  Huill.-Breh.  4,  234. 

Etsi  causarum  varietas,  que  processibus  nostris  inprovise  a) 
circumfluunt  *),  et  nacionum  pluralitas,  que  sub  nostri  dominii  felici- 
tate  respirat  in  statu  fovendo  b)  paeifico,  causam  nobis  continue 
meditacionis  addueant ;  quadam  tarnen  prerogativa  familiaritatis 
indueimur  et  assidua  meditacione  pensamus,  qualiter  peculiariter  regni 
nostri  Sycilie  populus,  cuius  speeialiter  cj  eura  nos  sollicitat,  euius 
nobis  est  hereditas  omni  possessione  preciosior,  sie  tranquiliitatis 
decore  prepolleat,  ut  sub  Cesaris  Augusti  temporibus  augeatur. 
Videntes  igitur  hoc  tieri  non  posse  commodius,  quam  si  eins  locuples 
gremium  ad  ubertatis  lete  participium  recipiat  exteros  et  aiienigenis 
filiis,  quos  fidelium  tarnen  loca  peperint «),  fecundetur:  benigna  qaa- 
dam  provisione  decernimus,  ut  quicunque  dj  predieti  nostri  regni 

aj  improvide  Huill.-Bi^h.  —  bj  vivendi  Huill.-ßreb.  —  cJ  specialior  t 
—  dJ  qui  quicunque  V. 


^)  Diese  Worle  der  arenga  folgen  oben  p.  b6,  der  oifenbar  falschen  inscriptio: 
Rudolphus  Dei  gracia  etc.,  wofür  Fridericus  zu  lesen,  and  der  richtigeo 
salutacio:  Dilectis  devotis  suis  universis  regni  Sjciiie  incolis  graciam  sotni  et 
omne  bonam. 

^)  Also  keine  Sarazenen  ! 


J 


343 

filius  effici  cupiens,  domiciliis  illic  et  familiis  omnino  translatis,  ipsius 
habere  voluerit  ineolatum,  ad  loeum  paseue  veniat,  et  ipsius  grata 
fertilitate  vescatur,  et  preter  nostre  plenitudinem  gracie,  quam  sibi 
favorabiliter  poUieemur,  in  eollectis  et  exaetionibus  publieis,  inmuni- 
tate  decenti  se  gaudeat  incommut^biliter  potiturum.  —  Presentis  igitur 
privilegii  auctoritate  saneimus,  ne  quisquam  huic  nostre  eoncessioni 
ausu  temerario  presumat  aliquatenus  eontraire.  Dat.  anno  et  mense  N. 
regni  nostri  anno  primo. 

Dieses  Rundschreiben  findet  sieh  in  den  Novae  constituciones  regai  Sicilie 
bei  Huill.-Breholles,  4,  234,  jedoch  ohne  das  Datum  d«s  hier  freilich  ganz  will- 
kärlich  hinzugefügt  ist  Sehr  fehlerhaft  ist  der  Abdruck  bei  Voigt  Formelbuch 
des  Henricus  Italicus  Archiv  f.  K.  öst.  Gesch.  Bd.  29,  p.  30.  Datum  in  Nuren- 
berg  anno  etc. 

44. 
Imperiale  prlTilegium. 

1224.  Juli. 

Friedrich  IL  beruft  den  Petrus  von  hernia  zur  Leitung  der  in  Neapel  errich- 
teten Universität  und  verspricht  ihm   ein  Jahrgehalt  von  zwölf  Goldunzen» 

Huill.-Br^h.,  2,  449. 

Noster  instanter,  quem  in  subditorum  emolumenta  a)  dirigimus, 
soUicitatur  animus  vel  affectus,  qualiter  regni  nostri  Sycilie  preclara 
possessio,  sicut  rerum  ubertate  vitalium  bj  ad  disposieionem  divini 
nominis  natura  prosiliente  cj  tripudiat,  sie  ad  nostre  provisionis  edictum 
virorum  perfectione  sciencium ,  fortuna  favente ,  valeat  feeundari.  Ad 
quod  etsi  progenitorum  nostrorum  nos  memoranda  prioritas  invitet 
exemplis,  dum  diversarum  seieneiarum  alumpnos  dudum  in  regno 
nostro  comperimus  et  muite  artis  beneficio  pluralibus  munimentis  pro- 
vectos  ad  ardua,  quos  utique  nativa  ruditas  indignos  honoris  et  glorie 
reddidisset,  sie  nos  super  bis  et  priorum  temporum  reminisci 
Yolumus,  ut  que  per  intervalla  quantalibet  quassata  videntur  iam  passa 
desidiam,  sub  felicibus  iuventutis  nostre  primordiis  simiiiter  iuvene-Foi-sid. 
seant;  ac  dum  fideles  nostri  regnieole  prepositam  sibi  mens  am  pro- 
posieionis  conspexerint,  non  solum  utile  reputent  aliena  proinde 
flagitare  subsidia,  sed  et  gloriosum  estiment  exteros  qualescunque 
ad   gratitudinis   huius   participium   evocare.    Cum   igitur   civitatem 

a)  emoliment'^  Z.  —  hj  victualium  H.-Br.  —  c)  profluente  Z. 


344 

Neapolim  tanquam  matrem  profecto  et  dominam  studii  tarn  marine 
yicinitatis  habilitas  quam  terrene  utilitatis  fertilitas  reddat  tanto 
negocio  congruentem:  generale  Studium  in  ipsa  civitate  iussimus 
reformari,  ut  quam  localis  amenitas  rerum  placiditate  gratificat, 
doeencium  atque  disceneium  undique  eolleeta  commoditas  eificiat 
graeiosam.  Te  igitur,  quem  antique  fidel  prescripta  sineeritas  a) 
nobis  efficaciter  recommendat,  de  cuius  eciam  certa  et  experta  seiencia 
et  doetrina  probata  in  eonspectu  nostro  a)  iam  piuries  plurimorum 
testimonia  clamaveruntftj,  ad  celebranda  reformacionis  predicte  festiva 
sollempnia  hylariter  providimus  invitandum,  fidelitati  tue  mandantes, 
quatenus  de  favore  nostro  et  gracia  securus  ad  ciritatem  ipsam  acce- 
das,  recturus  ibidem  Studium  generale  ob  nostre  reverenciam  maie- 
statis.  Et  ut  certe  eoneipias  de  graeie  nostre  liberalitate  fiduciam, 
firmiter  volumus  te  teuere,  quod  in  adventu  tuo  in  signum  fecundioris 
auspicii  tibi  de  valore  annuo  12  unciarum  auri  i)  nostra  munificencia 
providebit  harum  testimonio  literarum. 

ErgSnzung  aus  Huill.-Breh.  1.  c.  Fridericus  etc.  inagistro  Petro  de 
Ysernia.  a)  et  preslita  diidum  felicis  reeordationis  domino  patri  nostro  grata 
servitia.  —  Im  Cod.  Yatic.  No.  4957  no.  32  hat  dieser  Brief  die  Dberscbrift: 
Conradus  Dei  gracia  Rom.  in  regem  electus  Jerusalem  et  Stcilie  rex  Petro  de 
Casoli  etc.  Vergl.  Pertz  Archiv  V,  379.  Petr.  de  Vin.  3,  \Q  magistro  Petro  de 
Hybernia  de  studio  Neapolitano.  —  Über  die  Sache  siehe  Ed.  Winkelmann 
Gesch.  Friedrich*s  II.  und  seiner  Reiche  S.  184. 

45. 
lomaionini  rei  de  iistitueioie  botI  pasturis  c). 

Ein  König  drückt  Jemandem  seine  Freude  darüber  aus,  dass  ihm  die  Leitung 
einer  Kirche  übertragen  worden. 

Licet  in  latitudine  libertatis  naturalis  dj  condicio  humana  gau- 
deat  ej,  quoniam /9  tarnen  plerumque^^,  examine  raeionis  obmisso,  in 
preeipieium  perverse  labitur  voluntatis  hj,  datum  est,  ut  vinculis  disci- 
pline  restrieta  sub  obediencie  iugo  coUa  ij  ponat  et  kj  hie  preferatur 
homo  hominibus  ad  motus  illicitos  IJ  loris  iustieie  refrenandos.  Hinc 

aj  nostre  V.  —  b)  cluruerunt  H.-Br.  —  c)  fori  V.  —  dj  naturaliter  Fol. 
57  und  82.  —  ej  aspiret  82.  —  f)  quod  57  und  82.  —  g)  ut  plurimum  82.  - 
hj  Yoluntatum  57.  —  iJ  collo  V.  —  k)  collum  ponatur,  ut  homo  preferatur  82. 
—  l)  admotis  illicitis  V. 


*)  gleich  1332  Francs. 


345 

est,  quod  hodie  plus  solito,  propter  corruptas  afifectiones  hominum  et 
invalescentes  nequicias  perversorum,  nichU  magis  a)  potest  esse 
unieuique  genti  h)  beaeius,  quam  bono  e)  pastore  ac  duetore,  previo 
duce,  regi.  Cum  igitur  d)  multa  sollicitu'dine  providerimus  N. 
eeclesie  e)  dignum  prefeire  f)  rectorem ,  in  vos  sortem  electionis 
cadere  voluit  ipse  Deus.  Ex  qua  sane  electione  cum  ex  g)  omni 
parte  satisfactum  sit  desideriis  cordis  nostri,  eo  quod  seimus  yos 
virum  doctum  adeo,  ut  sciatis  equa  lance  ponderare  iudicium 
in  pondere  ac  iusticiam  in  mensura  et  in  ä^  vindictam  facinorum 
gladium  yibrare,  pro  modo  faeinoris,  temporalem:  rogamus  i)  itaque 
vos,  quatenus,  viris  nobilibus  congregatis ,  dumtaxat  talibus,  quorum* 
fide  et  prudeneia  honor  vester  gloriosus  appareat,  nobis  tali  die 
vestram  exhibeatis  presenciam,  ita,  si  asseneiendum  kj  duxeritis  votis 
nostris,  nobis  inteneionem  vestram  per  instrumentam  publicum 
intimantes. 

a)  magis  fehlt  %%.  —  h)  populo  82.  —  c)  bono  duce  previo  bene  duci  82. 
—  d)  huius  rei  gracia  multa  82.  —  e)  providcremus  nostro  regimini  dignum 
preficere.  —  f)  Von  hier  an  hat  Fol.  82  Folgendes :  per  brerium  sollempnem 
iuxta  municipales  obsorvancias  legis  nostre  in  vires  fidelissimos  et  prudentos 
electionis  auctoritas  sorte  venit,  qui  virtuoses  Ytalie  yiros,  ut  huiusmodi  dignos 
prelatnre  sollicita  cxaminacione  querentes,  tandem»  consideratis  virtutibus, 
quas  in  vobis  affluenter  adesse  omnium  predicat  opinio  celebris  et  communis, 
pcrsonam  vestram  a  Kalendis  Januarii  ad  unum  annum  nobis  et  civitati  nostre 
in  potestatem,  rectorem  et  dominum  electione  concordi  et  unanimi  prefecert/ht. 
Quapropter  cum  ex  ipsa  electione  sit  per  omnem  modum  mirabiliter  satis- 
factum desiderio  cordis  etc.  —g)  ex  fehlt  ^l.—h)  in  fehlt  $7.  —  ij  Dafür  82: 
Prudenciam  vestram  instanter  et  multis  precibus  exoramus,  quatcnus  regiminis 
nostri  locum  et  officium  cum  tali  salario  et  cum  illis  condicionibus,  quas  vobis 
in  publica  forma  per  latorem  preseneium  transmittimus,  liberaliter  accep- 
tetis  etc.  —  k)  si  ad  asseneiendum  $7. 

Diese  Formel  kehrt  1.  in  unserem  Formelbuche,  unlen  Fol.  87  no.  3S 
w^ieder,  mit  der  Oberschrift:  Rex  significat  episcopo,  quod  gaudet  de  electione 
de  eo,  2.  in  einer  anderen  Sammlung,  unten  Fol.  82,  no.  61  mit  der  Ober- 
schrift: „alicui  quod  sit  electos  in  potestatem**  mit  den  dieser  Oberschrift  ent- 
sprechenden Abweichungen,  welche  oben  neben  den  verschiedenen  Lesarten 
unter  dem  Text  angegeben  sind,  und«  folgender  salutacin :  Militi  probate  fidei  et 
examinate  virtutis  .  .  H.  potestas,  commune,  consilium  Bononiense  salutem  et 
prosperos  ad  vota  successus. 


346 


D.  Litere  papales,  imperatorum  atque  regum. 

1. 

Episeopis  loMaioroM  regi. 

1274. 

Ertbuchof  Friedrich  von  Saltburg  drückt  dem  Könige  Rudolf  seine  Freude 

darüber  aus,  dass  nunmehr  ein  Tag  für  seine  Kaiserkrönung  festgesetzt  sei;  er 

werde,  wenn  er  durch  Otakar*s  Feindseligkeiten  persönlich  bei  dieser  Feierlich-' 

keii  tu  erscheinen  verhindert  sein  sollte,  eine  Gesandtschaft  dazu  abordnen. 

Gerbert  1,  35. 

Regalibus  literis,  quarum  tenor  nova  nobis,  plena  felici  dulcedine, 
nunciavit,  proximo  consolati,  clare  nobis  innotuit»  leteque  a)  collegi- 
mus  ex  eisdem,  quod  diem  sollempnem,  diem  festum,  diem  illum 
desideratum  fore  Rome  coastitutum  a  sanctissimo  patre  et  domino 
nostro  summo  pontifice,  in  quo  saneta  mater  eeclesia  filium  suum 
karissimum,  principem  nostrum  et  patronum,  imperiali  debeat  dyade- 
mate  coronare,  in  quo  larga  reipubliee  latitudo,  largis  et  privatis 
abusibus  hactenus  angustata,  letabitur  et  videbit  se  iuxta  formam 
poteneie  sue  pristine  sub  vestro  felici  nomine  iterum  dilatari»  in 
quo  denique  regnum  et  sacerdocium  sub  equali  mencium  puritate 
Fol.  52«.  pariter  consedebunt,  ut  tractent  et  ordinent  quomodo  et  qualiter  digne 
et  ordinabiliter  terre  sancte  necessitatibus,  iam  proch  dolor!  neci 
proximis,  suceurratur  *)»  terre  quidem,  in  qua  unigenitus  Dei  fiiius 
humatus  humane  mortalilatis  miserias  induit,  ut  nos»  sue  divinitatis 
faetos  participes,  efiiceret  eciam  misericorditer  immortales.  Hiis 
itaque  sacris  soliempniis»  in  quibus  cell  rorem  salvificum  distillabunt 
in  terris,  prout  interest,  toto  eonatu  disponimus  interesse  et  ibidem 
communibus  christiani  congaudiis  populi  congaudere  speramus,  dum- 
modo  frequens  et  frequenter  accreseens  in  nobis  emuli  yestri  impetus 

a)  lateque  V.  u.  Z. 


*)  Hierin  spiegelt  sich  die  Anschauimg  Gregorys  X.  »b,  der  hei  Allem,  was  er  ffir  die 
Förderaog  der  Anerkennuag  Rudolfs  und  dessen  Kaiserkrdnnng  that,  von  dem 
Gedanken  geleitet  wurde,  dadurch  einen  Kreuzzug  xa  ermögiicben. 


347 

spiritum  attraherc  et  respirare  saltim  pauHulum  nos  concedat  *).  Quod 
si  forte,  peceatis  hominum  aggravantibus  onus  nostrum,  predicte  vestre 
festivitatis,  celitus  Ordinate,  sollempnia  nequiverimus  honorare  nostra 
presencia  corporali,  quod  absit,  nostris  tarnen  sollempnibus  nuneiis 
exsolvemus  ibidem  nostre  devocionis  munimina,  ut  diem  illum  cele- 
brem  quem  secundum  vestri  nominis  et  honoris  officium  non  possu- 
mus  decorare,  humilibus  saltem  obsequiis  frequentemus. 

Stobbe  no.  280.  Scisslmo  (leg.  Serenissimo)  domino  suo  ...  Sal&burgensis 
etc.  perse?erantem  devotionis  et  fidei  puritatem.  Genau  dieselbe  Formel  kehrt 
unten  Fol.  56,  no.  34  wieder.  Nachdem  Gregor  X.  am  26.  September  1274  den 
Fürsten  verkündigt,  er  habe  Rudolf  als  König  anerkannt  (s.  oben  p.  111), 
wurde  auch  ein  Termin  ffir  die  Kaiserkrönung  festgestellt  und  zwar,  wenn  man 
der  Angabe  in  dem  unten  Fol.  60,  no.  56  folgenden  Briefe  trauen  darf,  Aller- 
heiligen 1275. 

2. 

Bei  Bohemie  N.  prinelpi  ^). 

1241. 

Der  Ungamkönig  Bela  achreibt  dem    römischen   Könige    Konrad,   duss  die 
Tataren  sein,  jenseits  der  Donau  gelegenes  Gebiet  auf  das  Grausamste   ver- 
wüstet haben  und  mit  dem  Beginne  des  Winters  in  Deutschland  einzufallen 
beabsichtigen;  er  bittet  um  schleunige  Hilfe, 

Hormayr  Chronik  von  Hohenscbwangau,  p.  65. 

Amaritudinis  a)  et  doloris  ex  intimo  cogimur  inire  lamenta  et 
convertere  gaudium  nostrum  in  tristiciam  et  merorem,  ex  infausto 
nostri  casus  eventu,  Christianitatis  excidium  formidantes,  dum 
redemptore  nostro  ultra  modum,  exigente  malicia  temporis  et  pecca- 
torum  habnndancia,  soporato,  usque  adeo  tempestas  insurgit,  quod 


ij  Otakar  von  Böhmen  begann  schon  im  Jahre  Vlli  seine  Feindseligkeiten  gegen 
den  Brzbischof  Friedrich  von  Salzburg.  8.  Kopp.  1,  92. 

2)  Diese  Überschrift  ist  falsch,  denn  der  König  von  Böhmen  konnte  nicht,  wie  hier 
geschieht,  berichten:  totum  nostrum  re^num  ultra  Danubium  occuparunt;  die 
vollständigere  Jnhaltsangabe  in  dem  in  V.  vorgehefteten  Quaternio  hat  auch  Rex 
Ungarie  principi  etc.  •—  Codex  Wilher.  B.  No.  12  und  Cod.  Phil.  305  fol.  92 
mit  der  Überschrift  Rex  Boemie  duci  de  Brunswich.  —  Vergl.  auch  noch  ßoehmer 
Reichssachen  no.  163. 


348 

non  solum  agitari  fluctibus  videatur  fidelium  navicula,  sed  submergi, 
uisi  clamoribus  et  vocibus  saltem  querulancium  excitatus,  genti 
periciitanti,  longiori  licet  iam  mora  protraeta,  subveniat  festinanter. 
Nam  ipso,  cuius  nutu  omnia  diriguntur,  propter  peceata  hominum,  ut 
firmiter  eredimus,  permittente,  barbare  naciones,  que  vulgo  Tartares 
se  appellant,  de  plaga  orientali  velud  ß)  locnste  numero  ae  multitu- 
dine  prodeuntes  terris  sive  regnis  Ungarie,  scilieet  Bozzie  a)  et 
Brizsye»  eastris  quibusdam  et  municionibus  exceptis,  que  adhue 
fortiter  se  defendunt,  non  absque  strage  personarum  miserabilium 
infinita,  depopulatis  bj  pariter  et  destructis  terre  nostre  incolis  c), 
quod  non  sine  magno  dolore  eordis  proferimus  dj,  totum  nostrum 
regnum  ultra  Danubium  proeh  dolor!  oeeuparunt,  eo  quod  predicta 
gens  nulli  videatur  parcere  eondicioni,  sexui  vel  etati,  universorum 
sanguinem  siciens  atque  mortem.  Nos  autem  de  adiutorio  omnipotentis 
Dei  confisi,  yolentes  et  in  animo  gereutes  resistere  tarn  perverse 
multitudini  manu  forti,  post  habitum  cum  eis  conflictum,  no.n  sine 
gravi  et  vehementi  personarum  et  rerum  iactura,  novercante  nobis 
fortuna,  ille  succumbere  nos  permisit,  peccatis  nostris  exigentibus, 
in  quo  proieceramus  omnem  anchoram  spei  nostre.  Ceterum,  sicut 
percepimus  firmiter,  circa  principium  imminentis  hyemis  versus 
Alemaniam  proponunt  procedere  gressibus  festinatis,  sperantes  exinde 
regna  et  universas  provincias  occupare.  Cum  igitur  in  hac  parte  hon 
solum  nostra,  sed  tocius  populi  cbristiani  quodammodo  res  agatur, 
dum  pro  parte  noster  paries  est  accensus,  rogamus  et  hortamur 
excellenciam  vestram,  quatenus  ob  reverenciam  nominis  Jesu  Christi 
precumque  nostrarum  interventu  contra  eosdem  perfidos  in  presidium 
nostrum,  immo  pocius  tocius  populi  cbristiani,  vestrum  dignemini  sine 
more  dispendio  accelerare  cursum  pariter  et  occursum,  subiectam 
vobis  multitudinem  ad  tante  pietatis  opus  inducentes  quibuscunque 
poteritis  allectivis,  ut  ex  eo  extra  meritum,  quod  vobis  in  casu  huius- 
modi  cumulabitis  apud  Deum,  nos  quoque  vobis  proinde  constituamur 
ad  grates  et  merita  debitores  7). 

q)  scilieet  Ruscie  et  Pruscye  Z.  —  bj  populaüs  Z.  de  in  V.  überge- 
schrieben. —  cj  incole  Z;  V  corrigirt  incolis.  —  dj  proferimur  V. 

Yorglcichung  mit  Hormayr  Chronik  von  Hohenschwangaa  p.  65.  a)  Glorioso 
domino  Conrado,  d.  g.  ili.  regi  Alemannie  Bela  per  eandem  rex  Ungarie 
salutem  et  paratam  ad  eius  beueplacita  voIuuUtem.  —  ß)  velut  locuste  ex 
beremo  prodeuntes  maiore Ungaria,  Bulgaria,  Cumania,  Ruscia,  nee  non  Polonia 


349 

et  Moravia,  eastris  etc.  —  */)  Porro  ei  qut  dignabuntür  Dei  obsequio  et  nostro 
suecuraui  sese  offerre,  de  suo  nos  ccrlificent  adventu,ut  in  confiniis  regni  nostri 
eos  honorifice  reeipi  faciamus.  Quidqu>d  vero  lator  presencium  in  nostri  vice 
uunrii  dixerit,  fidem  et  credenciam  ei  dignemini  adhibere.  Datum. 

3. 
lagistri  Vrideriei  abbatis  fierstureisis  9-  Foi.s2b. 

1276  oder  1277. 
Der  Abt  Friedrich  von  Garsten  tadelt  die  Minoriten,  dass  sie  sich  in  Enns, 
gegen  den  ausdrücklichen   Willen  des  Decanes  der  dortigen  Kirche,  nieder- 
gelassen und,  unter  Benachtheiligung  der  dort  bereits  angesessenen  Geistlich- 
keity  die  Seelsorge  an  sich  gerissen  haben, 

Honorabilibus  in  Christo  fratribus  Minoribus  apud  Anesum  con- 
stitutis  E.  a),  miseracione  divina  Gerstensis  ecclesie  abbas,  sie 
predicacionibus  et  eonfessionibus  habundare,  quod  salus  non  pereat 
animarum ! 

Eloquens  sciencia  qua  vigetis»  aliquando  ponens  tos  extra 
terminos  karitatis,  tantum  dat  spiritui  vestro  motum,  ut  in  vestris  - 
predicacionibus  dignitates  antiquissimas  prelatorum  et  clericorum 
aliorum  officia  deformetis,  quasi  nullis  aliis  hactenus  sit  concessa 
facultas  loquendi»  sciendi,  consulendi  ac  regendi  plebem  fidelium»  nisi 
vobis.  Et  hoc  parum  omnino  nobis  et  multis  aliis  videretur,  si  latens 
detractio,  tanquam  angwis  non  serperet  in  auribus  laycorum.  Sed, 
ut  de  hiis  et  similibus  silencium  habeamus,  ad  presens  unum  est 
inter  cetera  principale,  quod  de  sciencia  coram  omni  populo  vos 
extollitis  contra  modicitatem  literarum  nostrarum  et  omnium  aliorum, 
cum,  si  karitas  adesset  vobis,  inflacionem  huiusmodi  vestra  magna 
sciencia  non  haberet  «).  Est  enim  sciencia  sine  karitate  favilla,  nee 
edificat  set  h)  destruit,  non  erigit  edificium  set  consumit. 

Non  miretur  vestra  sagax  prudencia  vel  prudens  sagacitas  ullo 
modo,  quod  nobis  displicet  vestra  intencio  de  structura,  quam  facitis 
contra  voluntatem  viri  honorabilis,  scilicet  decani  rectoris  ecclesie 

a)  F.  zu  lesen  (Fridericus) .  —  b)  sie! 


^)  Dieser  Brief  ist  der  einzige  unserer  Sammlung,  der  in  Z  fehlt. 

2)  Hiefur  giebt  Mathaeus  Paris  ed.  London  1640  ad  a.  1246  p.  694  einen  interes- 
santen Beleg:  .  .  .  Predicatores  .  .  .  se  ingerentes  nimis  impudenter  rogitabant 
singulos  etiam  sepe  vires  religiosos:  esne  confessus?  Quibus  si  responsum  fuisset: 
etiam.  —  A  quo?  —  A  sacerdote  meo.  —  Et  quis  iUe  idiota?  nunquam  theologiam 


aso 

Anesi,  sicut  scitis,  quod  si  nos,  sicut  illi  qui  scienciores  nobis  Omni- 
bus esse  Tolunt,  forsitan  ut  existunt,  karitatem  postponere  studeremus, 
vestra  sancta  et  celebris  apparencia  nos  artaret,  ut  omnia  mala  huius- 
modi  subticere  ac  dissimulare  penitus  deberemus.  Set  absit  omnino, 
quod  nos,  qui  cum  decano  et  nostris  aliis  eonprelatis  et  toto  clero  sub 
una  obediencia,  tanquam  in  uno  corpore  constituti,  domino  nostro 
reverentissimo,  Pataviensi  episcopo  ^)  tanquam  capiti  adheremus, 
dolorem,  gemitum  et  pressuram,  que  patitur  unum  menbrum,  non 
debeamus  compassione  fraterna  quantumcunque  possumus  mitigare. 
Scire  autem  debetis,  quod  nos  contra  vestrum  ordinem  et  eius 
substancialia  nichil  dicimus  aut  dicemus,  nisi  quod  yos  exceditis  fines 
Yestros,  quod  est  contra  preceptum  divinum,  quod  dicit :  „Ne  trans- 
grediaris  terminos  antiquos,  quos  posuerunt  patres  tui**  «).  Unde 
laudo  YOS,  set  in  hoc  non  laudo.  —  Dictum  est  a  Yobis,  quod  yos 
tanta  sciencia  super  omnes  clari  sitis,  ut  tam  illud,  quod  a  Yobis 
apud  Anesum  agitur,  defendere  Yaleatis,  immo  plura,  si  Yultis,  modis 
Omnibus  disponendum  Yaleatis  decernere  prout  libet.  Set  nos  illud 
non  contradicimus  ullo  modo,  quod  diu  ante  yos  ex  ewangelio  notum 
existit:  yc  mundo  a  scandalis!  necesse  est  eniih  ut  Yeniant  scandala. 
Timendum  tamen  esset  conclusio,  qua  dicitur:  Ye  autem  homini  illi, 
per  quem  scandalum  Yenit  »)!  Videte  autem  si  non  nascantur 
scandala  et  errores,  quod  yos  in  civitate  Anesi,  ubi  est  parrochialis 
ecclesia,  intus  et  extra  preesse  disponitis  populo,  in  messem  alienam 
falcem  mittentes,  cum  antiqua  Yestra  paupertas,  humilitas  et  dcYocio 
plus  decerent,  quam  si  cottidie  in  civitatibus  et  urbibus  poneretis 
undique  sedes  Ycstras.  Quid  enim  est  hoc  aliud,  nisi  yos  querere  que 
sunt  alterius  et  non  Yestra?  Legimus  in  libris  rerum  naturalium,  quod 


audirit,  nunquam  in  decretis  rigilavit,  nunquam  unam  questionem  didicit  enodare. 
Ceci  sunt  et  duces  cecorum ;  ad  nos  accedite,  qui  novimus  lepram  a  lepra  distin- 
guere,  quibus  ardua,  quibus  difficilia,  quibus  Dei  secreta  patuerunt.  Nobis  confite- 
mini  impertenriti,  quibus  tanta ,  ut  iam  yidetis  et  auditis,  concessa  est  potestas. 
Multi  igitur,  precipue  nobiles  et  nobilium  uxores,  spretis  propriis  sacerdotibus  et 
prelatis,  ipsis  predicatoribus  confitebantur :  unde  non  mediocriter  viluit  ordi- 
nariorum  dignitas  et  conditio  et  de  tanto  sui  contemptu,  non  sine  magna  con- 
fusione,  doltterunt. 

0  Petrus,  1265—1280. 

2)  Prorerb.  22,  28. 

^)  Matthaeus  18,  17. 


3S1 

gallina,  que  fovet  affectu  piissimo  fetus  suos,  quando  incubat  ovis 
suis,  si  alia  eiusdem  generis  gallina  ilH  compugnans  ac  eadem  ova 
fovere  et  ipsis  incubare  certatim  contendit,  tunc  ex  mutili  certamiiie, 
licet  afTectuoso  concepta,  sed  mutacione  insolita  fetus  non  produeitur 
utilis,  set  deioimis,  vel  ad  niehilum  redigetur.  Ad  huius  igitur  natu- 
ralis actionis  exemplum  quomodo  potent  sub  alis  vestris  animarum 
fetus  salubris  existere,  si  de  manibus  rectoris  propra  eas  extrahitis 
eo  modo  et  fovere  contenditis,  quas  rector  eeelesie  fovere  plus  debito 
deberetsecundumpaternevelmaternepietatis  affeetum?  Porro  illeanime 
propriis  et  maternis  ^isceribus,  pastori  suo,  plus  iusto  debitum  sub- 
trahunt  alimeutum  <).  Et  si  forte,  quod  rarum  est  in  tali  contrarie-poi.  52e 
täte,  fetus  prodeat  aliqualis,  errabit  tarnen  in  agnicione  parentis,  quod 
est  devium  ipsius  nature,  cuius  corrupeio  sieut  et  anime  domini 
Sabbaoth  dire  clamat,  et  tunica  Domini  non  cadit  in  sortem,  set 
seinditur  hinc  et  inde «).  Certe  nimia  est  et  supra  modum  habundat 
vestra  prudencia,  quod  in  sola  Pataviensi  dyocesi  in  Sep- 
tem loeisaut  pluribus  sub  tanta  habendi  penuriaresid et 
vester  ordo,  cum  quanto  rariores,  tanto  clariores  haberemus  apud 
omnes.  Sed  forte  illud  prebet  vobis  auxilium  in  hac  parte,  quod  nostri 
defectus,  quos  patimur  per  raptores,  sanctitati  vestre  profectum  gene- 
rant  et  unde  nos  corrumpimur  inde  vobis  nascitur  incrementum.  Non 
eciam  a  memoria  vobis  cadat,  quod  nichil  in  alterius  preiudiciura 
debet  adtemptari,  et  quod  unius  est  commodum,  esse  non  debet 
alterius  detrimentum;  alioquin,  sieut  dicit  canon,  omne,  quod 
hie  agitur  tali  modo,  edificat  ad  iehennam.  Si  vos  igitur  contra  pre- 
missa  omnia,  que  brevi  articulo  sunt  conclusa,  intencionem  vestram 
iusta  a)  poteritis  defensare  secundum  canones  et  theoloycas  raciones, 
libentissime  adtendemus  sine  brachio  seculari.  Sed  non  credimus 
fieri  tali  modo ,  quia  iniusticia  et  iniuria  et  tales  motus  locum  non 
habent  in  cordibus  perfectorum.  Si  enim  usque  ad  celos  ambicio 
tolleret  ramos  suos,  divina  providencia  donec  ad  terram  detraheret 
elevatos. 

a)  so  für  juxtt  V. 


0  So  klagte  auch  Wilhelm  von  St.  Amour :  Ciiiuslibet  proprietates  per  confessiones 
rimando  et  sie  populum  mnltipliciter  sibi  aliciendo  et  a  suorum  prelatorum  et 
doctomm  veraciom  doctrina  et  consiliis  avertendo.  Neander  I.  e.  p.  377. 

^)  Anspielung^en  auf  Er.  sec.  Matthaeum  cap.  13  und  Epiat.  calhol.  Jacobi  cap.  5. 


uz 

Der  Abt  Friedrich  von  Garsten,  der  in  der  Obersehrift  als  Verfasser 
dieses  Briefes  genannt  wird,  war  der  erste  dieses  Namens  (Friedrich  II.  von 
1442—1444)  und  regierte  von  1262  bis  1282.  Pritz  Gesch.  der  ehemaligen 
Benedictiner-K15ster  Garsten  und  Gleink.  Linz  1841  p.  29  und  35.  —  Die 
Erwfthnung  der  in  der  Passauer  Diöcese  herrschenden  Armuth  —  nostri  defec- 
tus,  quos  patirour  per  raptores  und  suh  tanta  habendi  penuria  etc.  — 
ISsst  mich  yermuthen,  dass  dieser  Brief  am  das  Jahr  1276  oder  1277  geschrie- 
ben ist,  denn  um  diese  Zeit  verpachtet  der  Abt  Friedrich  von  Garsten  Güter 
wie  er  sagt,  instante  nobis  necessitate  penurie  temporalis  per 
desolationem  a  Bohemis  peractam  und  den  Zehnten  vom  Neubruch,  um 
Geld  und  Getreide  zu  erhalten.  Urkunden-Buch  des  Landes  ob  der  Enns. 
Wien  1852,  Bd.  I,  197  und  ff.  —  Die  Annales  Scti.  Rudherti  Salisb.  M.  G. 
SS.  9,  648  ad  a.  1276  berichten  ...  et  sie  ipse  rex  eooperantibas 
domino  Ludovico  et  Heinrico  ducibus  ßavarie,  Austriam  occupavit  destruc- 
taque  multa  parte  circa  Anasum,  fame  ibidem  multi  perierunt.  VergL  noch 
Hist.  annorum  1276—79.  ad  a.  1277  ib.  652  und  Cont.  Claustroneob.  ad  a. 
1276  ib.  648,  endlich  Cont.  Praed.  Yindob.  ib.  730. 

Unser  Brief  zeigt,  wie  lebhaft  die  Opposition  selbst  der  Kloster- 
geistlichkeit gegen  die  Aflinoriten  auch  in  Österreich  war;  und  dass  sie  gerade 
auch  um  die  Zeit,  da  König  Rudolf  in  das  Land  kam,  dessen  Sache  von  den 
Bettelorden  sehr  gefördert  wurde,  hervortrat,  ist  besonders  beachtenswerth. 
Übrigens  sind  die  Beschwerden,  welche  der  Abt  Friedrich  von  Garsten  hier 
gegen  die  Minoriten  vorbringt,  dieselben,  wie  sie  der  grosse  Gegner  der  Bettel- 
orden, Wilhelm  von  St.  Amour,  in  seiner  Schrift  De  periculis  novissimorum 
temporum  entwickelt  hatte.  VergL  Aug.  Neander  Allgemeine  Gesch.  der 
christlichen  Religion  und  Kirche  5,  1,  375—387.  ~  Über  einen  ähnlichen,  um 
dieselbe  Zeit  zwischen  den  Minoriten  und  dem  Bischöfe  Burchard  von  Lübeck 
ausgebrochenen  Streit,  theilt  Gieseler  eine  höchst  interessante  Urkunde  vom 
28.  Januar  1278  mit;  siehe:  Theologische  Studien  und  Kritiken  von  Umbreit  und 
Ullmann.  Hamburg,  Perthes  1828.  Bd.  I^  109—122. 

4. 

Romanoram  rei  N.  abbat!  <). 

1274.  August  17.  Hagenoye. 

König  Rudolf  bestätigt  dem  Kloster  Walkenried  die  ihm  von  Kaiser  Friedrich  IL 
und  dessen  Vorgänger  ertheilten  Privilegien, 

Urkundenbuch  des  hist.  Vereins  für  Niedersachsen,  Heft  2,  281. 

Tociens  «)  regie  celsitudinis  sceptrum  extollitur  et  ipsius  status 
a  Domino,  a  quo  datur  omais  potestas,  facilius  guberaatur,  quociens 


1)  Die  Überschrift  fehlt  in  V.  und  ist  aus  Z.  ergänzt.   Die  Überschriften  aller  folgen- 
den Briefe  sind  in  Y.  anders  als  die  bisherigen  selbststandigen,   den  schon  oft 


353 

loca  diyino  cullui  dedicata,  benigna  cousideracione  reguntur  et 
ipsorum  libertates  conserrandas  et  facultates  augendas  graciosa 
protectio  prineipum  invenitur.  Cum  enim  omnis  gloria  sive  poteneia 
principatus  in  subditorum  precipue  eonsistat  solidata  fortunis,  expe- 
diens  arbitramur  et  condeeens,  ut  simus  subieetis  et  in  iusticia  faciles 
et  in  gi*acia  liberales. 

NoYerit  igitur  presens  etas  et  successiva  posteritas,  quod  nos 
deYoeionem  sinceram,  qua  religiosi  Yiri  abbas  et  eonventus  talis 
loci  cystefciensis  ordinis  j3)  circa  dirini  cultus  obsequia  iugiter  et 
frequenter  iritigilant,  graciosius  attendentes,  considerantes  quoque 
benignius  integre  fidei  puritatem»  qua  erga  nos  et  Romanum  imperium 
coruscare  dicuntur,  propter  quod  cupimus  eorundem  monasterium  et 
in  prosperitatibus  esse  floridum  et  in  temporalibus  opulentum.  Devotis 
igitur  ipsorum  abbatis  et  conrentus  eiusdem  supplicacionibus  inelinati, 
predictum  eorum  monasterium  una  cum  omnibus  hominibus  et  per- 
sonis  ac  possessionibus,  quas  in  presenciarum  racionabiliter  possident 
et  in  posterum  iustis  modis  absque  iuris  alieni  dispendio  poterunt  a) 
adipisci  h),  sub  nostra  et  imperii  protectione  recipimus  specialis  omnia 
pririlegia,  libertates,  concessiones  et  iura  a  pie  memqrie  et  recorda- 
cionis  F.  quondam  Romanorum  imperatore  suisque  predecessoribus»  foi.  ss  d. 
inclitis  imperatoribus  Romanis  et  regibus,  monasterio  prenotato  con- 
cessa,  prout  rite  concessa  noscuntur  et  proride,  sepedicto  monasterio 
ae  personis  ibidem  dirino  obsequio  mancipatis  de  liberalitate  regia 
confirmantes,  innovantes  et  presentis  scripti  patrocinio  munientes. 
Nulli  ergo  homini  liceat  hanc  presentis  nostre  protectionis,  confirma- 
cionis  et  innovacionis  paginam  infirmare  aut  ei  ausu  temerario  con- 
traire.  Si  quis  autem  contravenire  presumpserit  etc.  In  quorum- 
omnium  testimonium  et  perpetui  roboris  firmitatem  presens  scriptum 
exinde  fieri  et  maiestatis  nostre  sigillo  iussimus  communiri.  Actum, 
datum  etc.  7). 

a)  poterit  V.  poterint  Z.  -  h)  uddipisci  V. 

erwähnten  ausführlicheren,  in  einem  besonderen  Quaternio  dem  Werke  rorgehef- 
teten  Inhaltsangaben  in  der  Weise  entlehnt,  dass  immer  die  ersten  Worte  der- 
selben herüber  genommen  sind.  In  Y.  beginnt  überdies  mit  diesem  Briefe  eine 
andere  Hand,  welche  von  Fol.  58  no.  49  bis  Fol.  59  no.  55  von  einer  dritten 
abgelöst  wird,  von  da  an  aber  nicht  nur  unser  Werk,  sondern  auch  eine  mit  Fol. 
61  beginnende  andere  Briefsammlung  zu  Ende  führt. 
Fontes  Abth.  H.  Bd.  XXV.  23 


3S4 

Erg9n  zungen  aus  dem  Urkundenbuch  des  hist.  Tereins  für  Niedersnebsen 
1.  c.  a)  Budolfus  D.  g.  Rom.  rex  semp.  aug.  univ«rsis  sacri  Romani  imperii 
fidelibus  preseneium  inspectoribus  inperpetuum.  —  /3)  coenobii  in  Walken- 
riden.  —  */)  Testes  huias  rei  sunt  Lodevicus  dux  Bavarie,  comes  palatinus 
Reni,  Rudolfus  provisor  monasterii  Campidonensis,  Godefridus  de  Sygana» 
Henricus  de  Vriburg,  Hugo  de  Werdenberg,  Albertus  de  Hohenberg  eomites, 
Fridericus  et  Conradus  burgrayii  de  Nürinbereh,  Engilhardus  de  Winspercb, 
Walterus  de  Clingin»  magister  Gotzo  et  magister  Andreas,  nostri  notarii  et 
quam  plures  alii.  Datum  Hagenoye  anno  dominice  incarnacionis  M^^CC^LXX® 
quarto,  XYI^^  Kalendas  Septembris,  indictione  secunda,  regni  vero  nostri 
anno  primo. 

Dieselbe  Formel  liegt  auch  der  von  Konig  Rudolf  der  Gemeindekirebe 
des  Stiftes  Essen  erlheilten  Bestfitigungsurkunde  (Dat  Cöln  19.  November  1273) 
zu  Grunde.  S.Lacomblet  Urkundenbuch  für  die  Gescb.  des  Niederrheins  2, 643. 

5. 

l«iiiaii«roM  rex  re^  Vrande  0  ^^^* 

1275. 

König  Rudolf  versagt  dem  Könige  Ladislaus  von  Ungarn  die  Bitte,  seinem 
Kämmerer  einige  von  Otakar  besetzte  Districte  zuzuweisen. 

Gerbert,  2,  23.  Bodmann,  p.  139.  Stobbe,  no.  65. 

Regalibus  vestris  literis,  nuper  eulmini  nostro  directis,  affeetione 
benigna  receptis  et,  ut  deeuit,  eis  lectis  et  plenius  intellectis,  super 
earum  serie  celsitudini  restre  taliter  duximus  respondendum,  quod, 
licet  ad  omnia  esse  velimus  ultronei,  que  vestrum  demulcere  possunt 
animum  et  affectum,  et  licet  spectabilem  virum,  camerarium  Yestrum, 
suis  claris  et  virtuosis  exigentibus  meritis,  graciose  benivolencie 
ulnis  patentibus  amplexemur,  quia  tarnen  nos  ipsi  et  dilecti  principes 
nostri  N.  et  N.  in  quidusdam  terris,  quas  inclitus  rex  Bohemieo) 
occupare  dinoscitur,   nos  contendimus  ius  habere  »),   non   minus 

aj  Bohemie  am  Rande  V. 


1)  Diese  Adresse,  die  V.  und  Z.  haben,  ist,  wie  aus  dem  Inhalte  und  unseren  An- 
merkungen hervorgeht,  falsch. 

^)  Das  wurde  auf  dem  Reichstage  zu  Nürnberg  (11.  Not.  1274),  dann  wohl  auch  zu 
Wirzburg  (13.  Jan.  1275)  und  zu  Augsburg  (15.  Mai  1275)  ausgesprochen.  Nach 
dieser  Zeit  ist  dieser  Brief  geschrieben,  den  Gerbert  mit  Recht  in  das  Jahr 
1275  setzt. 


355 

reprehensibile  videretur,  si  sie  repente,  sie  precipitanter  ad  eolla- 
cionem  aliqnorum  distrietuum ,  ad  easdem  terras  spectancium  a), 
huiusmodi  declaraeione  seu  discussione  neglecta,  eui  videlieet  qui- 
busquidve  b)  de  iure  eompeterent,  nos  eontingeret  prosilire  *).  Ideo 
vestra  nobis  porreeta  petieio  pro  dieto  N.  ad  presens  est  effeetu 
frustrata.  Quod  utique  mentem  regiam  displieeneie  spiritii  non  per- 
turbet,  cum  sint,